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Montaigne und das Mädchen, das in Mannskleidung in die Welt hinein ging, anno 1580

Im Jahre 1580 – eine gute Weile ist das schon her – hat sich der gute Michel de Montaigne auf den langen Weg gemacht. Von Frankreich reiste er nach Italien, die „Fahrt“ ging dabei über Deutschland, die Schweiz und Tirol. Auf dieser langen Reise – vorwiegend zu Pferd zugebracht, während das Gepäck mit dem Wagen transportiert wurde – notierte er in seinem Reisetagebuch die eine oder andere merkwürdige Anekdote. Eine handelt von einem „seltnen Ehepaar“. Die Übersetzung ist von 1777, deshalb muthet die Rechtschreibung ein wenig eigen an. Aber so ist das. Andere Zeiten, andere Schreibweisen.

„Sieben oder acht Mädchen, aus der Gegend von Chaumont in Basigny, verabredeten sich vor einigen Jahren unter einander, in Mannskleidung in die Welt hinein zu gehen, und sich etwas zu versuchen. Eine von ihnen kam nach Vitry unter dem Namen Mary. Sie bekam bald bey einem Leinweber Arbeit, da sie wohl gewachsen war, und die Kunst verstand, sich eines jeden Liebe und Freundschaft zu erwerben. Sie verlobte sich in Vitry mit einer Frau, die noch am Leben ist; da sie aber in einige Mishelligkeiten geriethen, so gieng der ganze Handel aus einander. Darauf gieng sie nach Montirendet, und verdiente auch da als Leinweber ihr Brod. Hier ward sie von neuem in ein Frauenzimmer verliebt; die sie heirathete. Vier bis fünf Monate lebte dieß seltne Ehepaar in der stolzesten Zufriedenheit; bis sie von einem Bürger aus Chaumont entdeckt und der Obrigkeit angezeigt wurden. Mary ward zum Galgen verurtheilt, weil sie eine ihrem Geschlechte unanständige Sache erfunden hatte. Diese Strafe übernam sie mit Gelassenheit. Ich will lieber den Tod leiden, sagte sie, als in der Gestalt eines Mädchens mein Leben fortsetzen.“ [S. 119f]

Reisen durch die Schweiz, Deutschland und Italien.
In den Jahren 1580 und 1581
Michel de Montaigne

Mythen der Ernährung (7): Die erkrankte Gesellschaft

Was bisher geschah // Ich saß in einer Bäckerei, irgendwo im Süden Niederösterreichs, und wartete auf M. Während ich in mein Tagebuch schrieb und immer wieder einen Schluck vom Kaffee nahm, kam ein Gedanke zum anderen und ohne dass ich danach gesucht hätte, fielen die Puzzlestücke wie von selbst richtig und setzten sich, wenn man so will, wie von Geisterhand zusammen. Ja, diese Gedankenwelt ist oftmals nicht zu begreifen, aber was tut’s zur Sache. Es ist wie es ist und das ist gut so.

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Erik, Erotik, Erklärungen und der ganze literarische Rest

Erik Flyer
Lydia und 9 Mädls ergeben eine autobiographische Fiktion

So! Jetzt werde ich mich mal um Erik kümmern. Gestern die Korrekturen von KK. zurück bekommen, heute werde ich sie (die Korrekturen, nicht KK.) einarbeiten und schwuppdiwupp gibt’s zwei nagelneue E-Books. Noch nicht offiziell, also noch mit keiner ISBN, aber das stört ja nicht weiter, oder? Die beiden Bände werden schlappe €1,99 kosten. Das ist ja der Preis, den die Social Media Meute bereit ist, zu zahlen. Wenigstens.

Warum zwei Bände? Nun, ich teile das Konvolut in einen erotischen und in einen literarischen Band auf. Somit kann ich jeden der Texte exakt klassifizieren, vulgo tagen, und mit einem passenden Cover versehen. Wir wissen: ein geiler Umschlag ist die halbe Miete. Sozusagen. Fragen?

So! „88/4 – eine banale Liebesgeschichte“

Gestern, am späteren Nachmittag 88/4 – eine banale Liebesgeschichte abgeschlossen. Die gute A. war so freundlich und hat sich gleich mal die verschiedenen Teile angeguckt und Rückmeldung gegeben. Der innere Monolog der Protagonistin findet sie „weiblich“ und durchaus gelungen. Gut so. Das war ja doch die Hürde, die ich nehmen wollte. Unbedingt.

Rund 120 Seiten hat das „Büchlein“ mal in der 1.Version. Die nächsten Tage und Wochen wird es an die Überarbeitung gehen. Aufgrund des überschaubaren Umfangs sollte es recht bald auf Schiene sein. Es sei denn, die Rückmeldung meiner Lektorin (wer käme da jetzt in Frage? EJ. ist mit „Penly“ beschäftigt, PK. mit „Erik“ – vielleicht FB.?) würde eine völlige Überarbeitung vorschlagen. Tja. Alles schon gehabt. Aber so ist das.

Das Jahr 2011 fängt also ganz gut an. Ich darf mich nicht beklagen. Wieder ein Mosaikstein hinzugekommen, im literarischen Schaffen. Wer hätte das gedacht? Noch im Dezember hatte ich ganz andere Überlegungen. Wir sehen: erstens kommt es anders und zweitens und überhaupt.

Deshalb ist es wichtig, wenn immer möglich, in den Zug zu steigen. Falls die Reise am Ende nicht dein Leben angenehm verändert, dann beschenkt sie dich vielleicht mit einem Musenkuss. Aber nur vielleicht.