Schlagwort-Archive: lösung

Der Tod von Lady Diana und der sich seit 20 Jahren dumm stellende Journalismus

Lady_Di_KroneZ

In der Sonntagsbeilage zum Boulevardblatt Kronen Zeitung gab es vor Kurzem einen Artikel zum Tode von Lady Diana, die am 31. August 1997 in Paris mit ihrem damaligen Lebensgefährten Dodi Al-Fayed und dem Fahrer Henri Paul tödlich „verunfallte“. Einzig Leibwächter Trevor Rees-Jones überlebte die kurze Fahrt, die am 13. Pfeiler des Alma-Tunnels endete. Die Presseleute, immer bedacht und äußerst bemüht, nur ja keinen großen Wind über rätselhafte Ereignisse mit Todesfolgen zu machen, haben auch in diesem brisanten Fall alle Register gezogen, um den Deckel drauf zu halten. Seit nunmehr zwei Jahrzehnten. Ich schätze, Skepsis klingt in den Ohren der Journalisten nach einer üblen Blutvergiftung.

Der Tod von Lady Diana und der sich seit 20 Jahren dumm stellende Journalismus weiterlesen

Advertisements

Was der Mainstream verschweigt: Präsident Duterte, Philippinen

standard_duerte

Auf den Punkt gebracht für den eiligen Leser: Die westlichen Medienhäuser versuchen mit allen Tricks aus der Propagandakiste den mit überwältigender Mehrheit gewählten philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte – Vater von vier Kindern – anzuschwärzen und in Blut zu tauchen. Ohne die historischen Hintergründe und gegenwärtige Zustände des Landes zu kennen, kann sich der gewöhnliche Medienkonsument keinen Reim auf diesen „ruchlosen Anti-Drogen-Hardliner“ und „international verfemten Präsidenten“ machen. Wir haben es hier mit einer bewusst inszenierten medialen Hetzkampagne zu tun, deren Sinn m. E. nur darin liegen kann, eine kommende (illegale und völkerrechtswidrige) Intervention westlicher Globalisten zu rechtfertigen. Siehe Libyen, anno 2011.

Was der Mainstream verschweigt: Präsident Duterte, Philippinen weiterlesen

Verschwörungstheorien am Prüfstand: Der Gender Pay Gap

Sacy_Ritter

Ich beschäftige mich ja generell mit sogenannten Verschwörungstheorien, deshalb macht es Sinn, wenn ich jene herausgreife und näher untersuche, die der gewöhnliche Bürger von Medien, Politiker und Aktivisten als Tatsache eingeimpft bekommt. Im heutigen Beitrag schauen wir uns mal den Gender Pay Gap an, kurz: das geschlechtsspezifische Lohngefälle oder die Lohndiskriminierung der Frau.

In Deutschland, so lesen wir im Spiegel, verdienen Frauen 22 Prozent weniger als Männer. Das ist natürlich ungerecht. Doch wie kommen die Statistiker zu diesem Wert? Wir erfahren, dass »Frauen häufiger in Berufen und Branchen arbeiten, in denen die Löhne niedrig sind«. Aha. Das heißt, das Statistische Bundesamt summiert die Löhne und Gehälter der Männer auf der einen, die der Frauen auf der anderen Seite und stellt sie – auf einen gemeinsamen Nenner gebracht – gegenüber. Am Ende zeigt uns das Bundesamt, dass der durchschnittliche Bruttostundenverdienst einer Frau bei € 14,62, jener eines Mannes bei € 18,81 liegt. Das ist natürlich ungerecht. Moment! In der Fußnote erfahren wir, dass es mit dem Bruttostundenverdienst der Frau noch ein wenig nach oben gehen kann, wenn die folgenden Faktoren berücksichtigt werden:

– gleiche Stellung im Beruf
– im gleichen Beruf und gleicher Branche
– bei gleicher Stundenanzahl
– bei gleicher Bildung und Berufserfahrung
– sonstige Faktoren (?)

Berücksichtigt man also die oben angeführten Faktoren, so beträgt schließlich der Bruttostundenverdienst einer Frau € 17,53 – demnach 7 Prozent weniger als jener eines Mannes. Das ist natürlich ungerecht. Mehrere Absätze später heißt es, dass sich diese 7 Prozent »nicht erklären lassen«.

Somit gehen Medien, Politiker und Aktivistengruppen davon aus, dass es eine große Verschwörung im Wirtschaftsleben gibt! Männer und Frauen, die leitende Positionen inne haben, diskriminieren mit böswilliger Absicht Frauen und versuchen diese, mit den hinterlistigsten Kniffe, im Gehalt zu drücken. Über das Motiv der Verschwörer können wir nur spekulieren. Ist es Sadismus? Oder geht es ihnen um die Herrschaft der Neuen Weltordnung?

Nun ist sich der Spiegel nicht zu schade, verschwörerische Aktivitäten, die von mutigen Menschen aufgedeckt wurden, im Artikel anzuführen. Es sind drei an der Zahl. Doch ist damit die generelle Verschwörung bewiesen?

Damit Sie sehen, mit welchen Verschwörungstheoretikern wir es hier zu tun haben, zitiere ich die Aussage von Henrike von Platen, die dem Frauennetzwerk BPW angehört: »Nur weil man die Lohnunterschiede erklären kann, sind sie noch lange nicht gerecht.«

Ersetzen Sie das Wort ›Lohnunterschiede‹ beispielsweise mit ›Mord an JFK‹ oder ›Einsturz der WTC-Hochhäuser‹ oder ›Mondlandung‹ und das Wort ›gerecht‹ mit ›gelöst‹, siehe da, schon offenbart sich die ganze Gedankenwelt der Aluhutträger. Und über die Aluthutträger machen sich ja die Medien – allen voran der Spiegel – besonders lustig. Ja, selten so gelacht, nicht?

Was Sie schon immer über das Geld und Griechenland wissen wollten

Die Pyramide hat man in Frankfurt auf die Spitze getrieben
Die Pyramide hat man in Frankfurt auf die Spitze getrieben

update: die Dokumentation Gier bietet gute Hintergrundinfos zum Thema Geld und kann auf Servus-TV angesehen werden: http://www.servustv.com/at/Medien/Servus-Reportage13

Ich versuche es Ihnen so schonend wie nur möglich beizubringen, dass alles, was Sie über das Geld und das Finanzsystem wissen, falsch ist. Natürlich werden Sie mir nicht glauben. Ich verstehe das. Niemand möchte sein (festgefahrenes) Glaubenssystem ins Wanken bringen. Es ist ein Fundament, auf dem all Ihre Überlegungen aufbauen. Nimmt man Ihnen dieses Fundament, tja, was dann?

Also, Fakt ist, dass im heutigen Finanzsystem Geld nur durch eine Schuldverstrickung in den Wirtschaftskreislauf gebracht werden kann. Wenn Sie also hören, dass die amerikanische oder europäische Zentralbank „Geld druckt“, dann heißt es nichts anderes, dass Kredite vergeben und Schulden gemacht werden. Mit anderen Worten, im gegenwärtigen Finanz- und Geldsystem können Schulden niemals zur Gänze zurückgezahlt werden. Würden von heute auf morgen alle Schulden zurückgezahlt (was nicht mal theoretisch möglich ist, da es die Zinseszinsfunktion gibt), würde es de facto kein Geld mehr im Wirtschaftskreislauf geben. Ergo: Das bestehende Finanz- und Geldsystem ist darauf angewiesen, dass der Einzelne wie die Gesamtheit Schulden über Schulden über Schulden über Schulden usw. macht.

Die finanzielle Malaise in Griechenland ist deshalb nichts Außergewöhnliches. Über kurz oder lang werden alle Institutionen und alle Staaten bankrott machen. Es ist demnach nicht die Frage, ob, sondern die Frage wann. Diese Tabelle zeigt das Verhältnis von Staatsschulden zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Japan und Irland und Portugal und Singapur und Belgien und die Niederlande, sie alle haben ein höheres Schulden/BIP-Verhältnis als Griechenland. Warum ist Griechenland trotzdem ins Kreuzfeuer der Politiker und Medien geraten? Darüber können wir nur spekulieren. Ich gehe davon aus, dass mit der „Akte Griechenland“ ein Präzedenzfall geschaffen werden soll – schließlich, wie wir nun wissen, wird ja ein Staatsbankrott dem anderen folgen. Die skrupellosen Geldwechsler (niemand kennt sie) versuchen alles, um die Schuldner zu zwingen, das Familiensilber zu veräußern. Natürlich zu einem „vernünftigen“ Preis. Am Ende, wenn alles, was Wert hat, dem Bankrotteur abgepresst worden ist, erlässt man ihm gnädigerweise die Schulden und es geht wieder von vorne los. Unser Geld- und Finanzsystem ist ein Perpetuum Mobile der Vermögensanhäufung. Freilich nur für jene elitäre Gruppe, die das System am Laufen hält und den Rest für Dumm verkauft.

Hin und wieder gibt es mutige Querdenker, die dieses legale Pyramidenspiel anprangern und öffentlich zur Diskussion stellen. Einer von diesen war ein gewisser Ezra Pound, der – wie kann es anders sein – nach allen Regeln der Kunst in den Schmutz gezogen und ins Gefängnis gesteckt wurde. Machen wir uns nichts vor, werte Leser, wenn wir am bestehenden Geld- und Finanzsystem nichts ändern, werden wir oder unsere Kinder oder deren Kinder auf die Galeeren geschickt. So sah es das römische Recht in der Antike vor: Wer seine Schulden nicht bezahlen konnte, wurde selbst zur Ware, die der Geldgeber veräußern konnte. Mit anderen Worten: Der Zahlungsunfähige wurde Sklave. Shit happens, ich weiß.

Was wir also die letzten Jahre und Jahrzehnte gesehen haben, ist nichts anderes als eine imposante Vermögensanhäufung skrupelloser Geldwechsler (niemand kennt sie). Aber es ist nicht nur die Vermögensanhäufung, nein, nein, es ist vielmehr das mindset, die Geisteshaltung, die Denkart, die uns und damit die ganze Welt ins Verderben stürzen wird. Die Mehrheit akzeptiert nicht nur dieses betrügerische Pyramidenspiel, eines Charles Ponzi mehr als würdig, sondern tut alles, um es aufrechtzuerhalten und durchzusetzen.

Okay, und was will ich damit sagen? Ich schätze, unsere einzige Überlebenschance besteht darin, dass wir eine Führerfigur erwählen, die den Tempel von all den Händlern und Geldwechslern säubert und sie mit einer Geißel aus Stricken davonjagt. Yep, ist noch nicht wirklich lange her, das letzte Mal.

Die Propaganda des Systems in einer österreichischen Tageszeitung

There is nothing in history to suggest that kneeling before the dictates of the marketplace is a rational way to create a functioning civilisation.

Pulitzerpreisträger Chris Hedges
Economist vom September 2012

Es geht hier nicht darum, allein die österreichische Tageszeitung K. zu verunglimpfen – immerhin rangiert sie in der  Berichterstattung über dem Gratis- und Bezahl-Boulevard, der wie ein Virus in den Morgenstunden eines Arbeitstages um sich greift und im Verdacht steht, seinen Opfern den letzten Rest an gesundem Menschenverstand zu rauben. Wie dem auch sei, bleiben wir bei der Tageszeitung K., deren dicke Samstagsausgabe ich auf dem Tisch liegen habe. Ehrlich gesagt, ich habe mir nur den Leitartikel von Frau S. durchgelesen und ein paar der Artikel angelesen. Man muss sie auch nicht vollständig lesen, um zu wissen, in welche Richtung die System-Propaganda den Leser zwingen, pardon, überzeugen möchte. Ob Boulevard oder Qualitätsblatt, allesamt spielen sie im Konzert der »Systemerhalter« mit.

Im Leitartikel geht es um die politische Richtung in Ungarn, dessen Regierungschef Orban gegen die internationalen Finanzmächte vorgehen möchte. »Die Sehnsucht nach Abschottung von internationalen Märkten und Verstaatlichung blüht auch hierzulande«, heißt es in der Sub-Titelei des Artikels. Nun, ich weiß leider nicht, welche Qualifikationen frau/man haben muss, um im K. einen Leitartikel zu fabrizieren, aber eine Ahnung davon zu haben, wie die Welt seit Einführung und Erweiterung der Freihandelsabkommen in den 1970er Jahren funktioniert, gehört scheinbar nicht dazu. Vermutlich ist die Dame noch nicht alt genug; andererseits, ich bin es auch nicht, aber irgendjemand hat mir ein einigermaßen brauchbares Gehirn gegeben, womit es mir möglich ist, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen.

Erst vor wenigen Tagen veröffentlichte der schweizer Tagesanzeiger ein Interview mit dem Soziologen Wolfgang Streeck, der über die Diktatur der Finanzmärkte spricht und Lösungen vorschlägt, die freilich nicht jedermanns Sache sind, aber immerhin, er versucht sich wenigstens daran, die Spirale der Finanzgewalt aufzubrechen. Frau S. denkt gar nicht daran – sie bleibt der gewohnt konservativ-überheblichen Spielart vieler Qualitätsblätter treu. Mit anderen Worten, Frau S. hat keine Ahnung, wie eine Lösung der gegenwärtigen Wirtschaftsmisere (vermutlich gibt es diese für sie gar nicht) aussehen könnte, aber sie weiß, wenn »Visionen auf die Spitze« getrieben werden. Immerhin, so schreibt sie, würde Europa zu Recht den Kopf über Orban schütteln. Aha. Also darauf kann ich nur sagen, dass die ganze Welt den Kopf über Frau S. schüttelt, ob solch einer Verallgemeinerung, die nichts beweist.

Dass internationale Großbanken in allerlei dubiosen und illegalen Machenschaften verwickelt sind, sollte hoffentlich schon in den Redaktionsräumen des K. angekommen sein. Beispielhaft sei hier Journalist Matt Taibbi vom Rolling Stone Magazine genannt, der sich lang und breit darüber auslässt, dass noch niemand von den Vorständen in den Knast gewandert ist. Seine letzte Kolumne beschäftigt sich mit der »Drogengeldwaschanlage« des größten britischen Finanzkonzerns, der für die US-Behörden zu groß ist, um ernsthaft juristische Schritte zu erwägen. Ja, so sieht die Wirklichkeit anno 2013 aus, meine Damen und Herren der Presse: »Alle Tiere sind gleich, aber manche Tiere sind gleicher«.

Ich muss mich wieder meinem Sachbuch widmen, die Zeit drängt, deshalb schließe ich am besten mit den Worten des ehemaligen Zeitungsmitherausgebers der Frankfurter Allgemeinen Zeitung  Paul Sethe, der bereits im Jahr 1957 in einem Brief bemerkte, wohin die freie Presse steuern würde:

Ich habe dort über die unabhängige Presse gesprochen und die These vertreten, daß der Dämon des Geldverdienens nicht nur den bürgerlichen Idealismus im allgemeinen, sondern auch die Wahrheitsliebe der Presse zu zerstören begonnen habe und sie schließlich völlig zerstören werde.

Paul Sethe
in einem Brief an Fritz Erler
8. Februar 1957

Hartmus Soell, ›Zum Problem der Freiheit des Journalisten. Aus der Korrespondenz Fritz Erler – Paul Sethe 1956/57‹, in: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte (im Auftrag des Instituts für Zeitgeschichte München), 23. Jahrgang 1975, 4. Heft (Oktober), S. 105f. online als PDF abrufbar: link