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Als der Königsschnupfen die Gedanken regierte – eine Polemik wider einer grenzenlosen Unvernunft

Falls es Ihnen noch nicht aufgefallen sein sollte, die großen Tech-Brüder zensieren im Web alles, was nicht einen offiziellen „Wahrheits“-Stempel hat. Möchte man also über den lästigen Königsschnupfen schreiben und verwendet die bewährten Begriffe, schwupps wird Ihr Beitrag nicht mehr gelistet, ans Ende eines Suchergebnisses gereiht oder gelöscht. Deshalb verzichte ich in diesem polemischen Blog-Post auf all die punktgenauen Begriffe, die von Algorithmen aufs Korn genommen werden. Überhaupt, wenn Sie sich umschauen, so müssten Sie längst erkannt haben, dass die Rede- und Meinungsfreiheit abgeschafft wurde. Gewiss, Sie können auf ihrem Blog oder Ihrem facebook schreiben, was Sie wollen, so lange das Geschreibsel nicht viral geht. Wirbelt aber ihr Beitrag zu viel Staub auf, dann kommt die „Wahrheits“-Inquisition und prüft, wie „gefährlich“ die ausgesprochenen Gedankengänge sind. Im schlimmsten Falle werden Sie und Ihre Existenz von den Medienleuten in der Luft zerrissen. Siehe Wolf Wotan (sic!). Nobody expects the Spanish Inquisition.

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Eine Grippewelle macht Geschichte #COVID-19

Als Schriftsteller ist man es gewohnt, mutterseelenallein im Elfenbeinturm beim Schreibtisch zu sitzen und all die vielen oder wenigen Gedanken und Inspirationen zu Papier zu bringen. Man befindet sich somit in einer freiwilligen Quarantäne – weil, wenn deine Muse dir einen Besuch abstattet, dann hast du gefälligst zu bleiben und alles zu tun, um ihr den Aufenthalt so angenehm wie nur möglich zu machen. So ist das.

Die Zitate im Beitrag stammen von Epidemiologist Tom Jefferson, der dem Spiegel im Jahr 2009 reinen Wein bezüglich der Schweinegrippe-Pandemie einschenkte. Der Artikel A Whole Industry Is Waiting For A Pandemic ist ein must-read! Würde mich nicht wundern, wenn die Spiegel-Redaktion demnächst eine „Klarstellung“ hinzufügt, um einer „Verharmlosung“ der gegenwärtigen Zustände entgegenzutreten. Siehe beispielsweise Radio Eins, die die Virologin Dr. Mölling zwar zum Interview baten, aber enttäuscht waren, dass die em. Professorin den Angst-Hype nicht weiter schüren wollte.

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Gedanken zur Netflix-Serie ‚Messiah‘ (2020)

Stellen Sie sich vor, in unsere verrückte Welt würde ein Messias herabsteigen und das Wort Gottes verkünden. Aber ist er der wahre Prophet – oder doch nur ein Schwindler, der die gutgläubigen Menschen täuschen und sinistre politische Pläne verfolgen will? Mit dieser Prämisse geht die empfehlenswerte Netflix-Serie Messiah an den Start und lässt nichts unversucht, den Zuschauer an diesem verworrenen Glaubensdilemma teilzuhaben. So fragt man sich immer wieder, ist er es oder ist er es doch nicht. Und hat uns Matthäus nicht gewarnt, vor falschen Propheten, die es faustdick hinter ihren Ohren und sicherlich nichts Gutes im Sinne haben?

Wenn dann einer zu euch sagt: Da ist der Messias oder dort, so glaubt es nicht. Denn es wird mancher falsche Messias und mancher falsche Prophet aufstehen, und sie werden große Zeichen und Wunder tun, um wenn möglich sogar die Erwählten in die Irre zu führen. Matthäus 24

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Review: Terminator Dark Fate – Best mexican Soap-Opera in 2019

To make a long and boring story short, the new Terminator: Dark Fate is a snoozefest. Nothing new, same old in every scene. Compared to the marvelous JOKER, this movie is embarrissing on all fronts. Hollywood is still rehashing old classics with a broad fan base, because money! Disney did it with The Force Awakens, which was a copy of A New Hope and succeeded – the fans wanted a new Star Wars movie so eagerly, that they accepted a copy and paste script. But with The last Jedi things got out of control. So, the production company for the new Terminator thought to play it safe and copy and paste T2 and hire good ol‘ Arnie and Linda Hamilton. But the times they are a changin‘ and the audience doesn’t accept lukewarm cash grabs anymore. We can only hope that Hollywood got the message.

P.S: The mainstream critics see the new Terminator on par with JOKER. Really? I mean, what kind of brain does it need to think that a generic boring action flick with no soul is as good (or bad) as JOKER? I guess something is rotten in mainstream media. Strangely enough the audience scores for Dark Fate are absurdly high, both at Rotten Tomatoes and imdb. I guess, Hollywood got some help from Silicon Valley.

P.S.S: I have a feeling that soon enough, ranting about a movie will be classified as hate speech. More and more movies and tv shows were made with an underlying political message. This kind of propaganda is despised by the audience. The new Batwoman series (CW) gets destroyed by youtube reviewers left and right (this is funny as hell) and the new mediocre Watchmen (HBO) series has nothing to do with the original comic book or movie.

Joker

Der neue Film JOKER von Todd Phillips ist eine unbedingte Empfehlung. Sollten Sie dieses Meisterwerk noch nicht gesehen haben, tun Sie es. Sie werden aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Eigentlich dachte ich, dass es diese Art von Filme gar nicht mehr geben dürfte, aber hin und wieder geschehen kleine Wunder. Auch in Hollywood.

Der Film entwickelt von Beginn an einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann, so man sich darauf einlässt. Joaquin Phoenix spielt die Klaviatur des Dramas nahezu in Perfektion. Überhaupt ist die besondere Atmosphäre des Films herauszustreichen, angefangen von der Kameraführung, über die Farben bis hin zur (bereits mit dem Script entstandenen) Musik und der Ausstattung. Es ist wahrlich beeindruckend, wie hier die Vision eines Regisseurs in allen Belangen umgesetzt wurde (Interview). JOKER ist ein Autorenfilm, der – das ist zu vermuten – ohne dem Markenzeichen DC-Comics/Batman vermutlich nur geringe Aufmerksamkeit bekommen hätte. Zusätzlich befeuerte der mediale Ausnahmezustand das Interesse eines Publikums, das sich immer mehr vom Mainstream emanzipiert und das Hillary Clinton abschätzig als „basket of deplorables“ in einer Wahlkampfrede bezeichnete: „They’re racist, sexist, homophobic, xenophobic – Islamophobic – you name it.“ Es ist die übliche politische Strategie, mit gravierenden Anschuldigungen um sich zu werfen, in der Hoffnung, irgendetwas davon würde schon hängen bleiben.

Der Film selbst zeigt eine (fiktive) Gesellschaft, die am Rande des Zusammenbruchs steht. Die politisch-wirtschaftliche Elite schert sich nicht mehr um das Wohl des Einzelnen („They don’t give a shit about people like you, Arthur. And they don’t give a shit about people like me either.“) und bezeichnet jene, die unter die Räder des Systems gekommen sind, abschätzig als „Clowns“. Soziale Einrichtungen werden geschlossen, Kürzungen in allen Bereichen der städtischen Infrastruktur vorgenommen. „Die Leute brauchen Jobs“, hört man aus dem Radio, „Es sind schwierige Zeiten“.

Im gegenwärtigen Klima wird es für den gewöhnlichen Bürger immer schwieriger seinem Unmut Luft zu machen. Die Sittenwächter kontrollieren bereits den größten Teil des virtuellen Kommunikations-Highways (youtube, facebook, twitter, Kommentarseiten, usw. ), weshalb politische Kommentare, die gegen den Mainstream gerichtet sind und eine hohe Zugriffsrate haben, unterdrückt oder gelöscht werden. Es ist eine virtuelle Säuberungswelle, die man gut aus der nahen Vergangenheit kennt. Wie kann der Einzelne nun seine unbequeme Meinung im Netz veröffentlichen und zur Diskussion stellen?

Der Weg führt ins Kino und vom Kino zur Filmkritik. Hier ist es noch möglich, gegen den Strom zu schwimmen und die glatt gebügelte Mainstream-Meinung aufs Korn zu nehmen, ohne dabei Gefahr zu laufen, Job und Karriere zu verlieren oder abgemahnt und vor Gericht gestellt zu werden.

Begonnen hat es mit Star Wars – The last Jedi. Viele der apolitischen Fans erkannten zum ersten Mal die große Diskrepanz zwischen Mainstream- und Publikumsmeinung. „Wie kann es sein“, haben sie sich gefragt, „dass dieses trainwreck, dieser katastrophale Film, der alles, was Star Wars ausmacht, mit Füßen tritt, wie kann es sein, dass dieser Film von den bezahlten Kritikern gepriesen und geschätzt wird?“

Der nächste filmische Tropfen, der das Faß zum Überlaufen brachte, war Captain Marvel, ein von den bezahlten Kritikern gelobten, von den meisten Fans verachteten Superheldenfilm im Marvel-Universum. Auch hier klaffte ein großes Loch zwischen Mainstream- und Publikumsmeinung, aber diesmal ging es nicht um die mutwillige Zerstörung eines Kinomärchens, sondern um die bewusste Inszenierung eines gesellschaftlich-politischen Narrativs. Mit einmal wurde die Filmkritik mit political correctness aufgeladen. Wem der Film nicht gefiel, der wurde verdächtigt, ein misogynist, ein Frauenfeind, zu sein und so mancher der größeren alternativen Filmkritiker auf youtube musste klar stellen, dass er (oder sie) kein misogynist sei.

Und nun haben wir JOKER. Auch hier klafft ein großes Loch zwischen Mainstream- und Publikumsmeinung. Diesmal ist es die Befürchtung der professionellen Filmkritiker, dass der Film die Gewaltbereitschaft der Incels (jungfräuliche Sonderlinge) befeuern würde. Jeder, der den Film über die Maßen lobt, wird verdächtigt, politische Veränderungen mit Gewalt durchsetzen zu wollen (ironischerweise ist das die Vorgehensweise der US-Regierungen im Ausland).

JOKER ist jedenfalls ein grandioser Autorenfilm, der über den Umweg eines Comic-Verfilmung ein breites Publikum anlockt. Vielleicht hat Todd Phillips, ohne es zu wollen, das Ende des bombastischen und damit für Studios extrem teuren Superheldenfilms eingeläutet. Die Kinogeher, die mit Iron Man aufgewachsen sind, sind fünfzehn Jahre älter und damit reifer geworden. Mit dem zu recht bejubelten Infinity War und dem eher enttäuschenden Endgame ist Phase 4 von Marvel zu Ende gegangen. Phase 5 bietet nichts Vergleichbares und richtet sich vorrangig an ein junges Publikum (siehe die Teenie-Komödie Spider-Man: Far from home). DC und die X-Men Franchise haben in letzter Zeit enttäuscht oder nur Mittelmaß abgeliefert. Die Zahl der Kinogeher, die intelligente und gut gemachte Filme sehen wollen, steigt mit jedem Jahr und jedem Flop.

Welchen Weg Hollywood einschlagen wird, ist noch nicht abzusehen. In wenigen Monaten wird der dritte und letzte Teil der Disney Star Wars Saga in die Kinos kommen. Man darf gespannt sein, wie stark Mainstream- und Publikumsmeinung auseinanderklafft und ob die schmerzhafte Wunde, die The last Jedi vor zwei Jahren verursacht hat, erneut aufgerissen und der wütende Mob die Disney-Bastille stürmen wird.

Sicher ist nur, dass die Filmkritik auch in Zukunft ein Ventil für uns „Clowns“ bietet. Ja, das ist für manche deplorable, aber die philosophischen Aufklärer des 18. Jahrhunderts mussten auch alle Tricks und Kniffe anwenden, um die königlich-katholische Zensur zu umgehen. Wir sehen, die Geschichte wiederholt sich. Damals war es eine Tragödie in Moll. Heute ist es eine Farce, unterlegt mit Frank Sinatras That’s life.