richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

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Der Zermürbungskrieg der Mainstream-Medien, anno 2017

Profil_ISIS

Ja, da kann man schon Kopfschmerzen bekommen. Aua.

Im „unabhängigen“ Wochenmagazin Österreichs, dem Profil, stolperte ich über einen Artikel bezüglich Gegenwart und Zukunft der Terrormiliz Islamischer Staat, kurz IS oder ISIS oder ISIL oder weiß der Teufel, welche Namen da immer wieder genannt werden. Da nun die irakische Stadt Mossul vom IS und dem „Führer aller Gläubigen“ Al-Baghdadi befreit ist, stellt sich nun die Profil-Redaktion die Frage, wie es wohl mit der Terrormiliz weitergehen würde. Dazu wird natürlich ein Experte eingeladen, der auf die üblichen Fragen die üblichen Antworten gibt. Nichts Neues unter der Sonne, mit Ausnahme vielleicht, dass der OSZE-Beauftragte die Integration von Muslimen in der westlichen Gesellschaft sowie die Beseitigung rechtsfreier Räume (kurz „No-Go-Zonen“) in den Vordergrund der „Terrorbekämpfung“ rücken möchte. Aha. Wer hätte das gedacht? Da frage ich mich leise, ob diese Problemstellen nicht schon längst hätten zur Sprache gebracht werden müssen. Damals, in den 1970ern, als die Industrie nach (billigen) Mitarbeitern dürstete, um damit die Gewerkschaften unter Druck setzen zu können. Heutzutage ist es ja nicht anders, gerade im boomenden Deutschland, auch dort verlangt die Industrie billige(re) Arbeitskräfte, um bei der globalisierten Lohnsklaverei nicht den Anschluss zu verlieren. Die Nebenkosten dieser Wirtschafts- und Willkommensstrategie – seien sie finanziell, seien sie kulturell – dürfen die Bürger stemmen. Natürlich. Das ist ja die Essenz des neoliberalen Kapitalismus: Profite werden privatisiert, Verluste verstaatlicht. Nur damit das klar ist.

Zurück zur Terrormiliz. Für mich unbegreiflich, wie Journalisten und Redakteure ihre Gehirne ausschalten, wenn es darum geht, bunte Fabeln sachlich und nüchtern zwischen die Seiten zu kleistern. Da wäre ich gerne mal bei einer redaktionellen Sitzung dabei. Gibt es da Alkohol? Lassen sich die klugen Leute volllaufen, bevor sie sich an die „Schreibmaschine“ setzen und die Agenturmeldungen ohne Sinn und Verstand, sozusagen ungeprüft, aufs virtuelle Papier tippen? Oder sind diese erfahrenen Journos so abgebrüht, dass sie mit einem zynischen Achselzucken über alle Merkwürdigkeiten einer Story hinwegsehen? Gut möglich, dass sie sich gegenseitig anerkennend auf die Schulter klopfen, wenn sie wieder einmal ihre Seiten mit hochtrabendem Blabla gefüllt haben. Oder schmeißen gar ne Party. Yeah.

Der Mainstream verliert an Glaubwürdigkeit. Im Besonderen bei der jüngeren Generation, die sich im Internet schlau macht. Das ist den Mächtigen ein Dorn im Auge. Viel Geld wird in die Hand genommen, um einerseits neue Gesetze zu verlangen, die das Internet reglementieren (kurz: zensurieren) sollen, andererseits um alternative Info-Seiten zu kaufen bzw. zu infiltrieren bzw. zu diskreditieren. Es ist ein Zermürbungskrieg, der da in aller Heimlichkeit abläuft. Die Cabal, die Mächtigen, sie wissen, dass sie mit ihrer gefüllten Kriegskasse Politiker korrumpieren und unangenehme Wahrheitssucher mit 30 Silberlingen auf den Pfad der Verdunkelung bringen können. Vor allem ist es ein Kampf um die Gehirne der Kinder und Jugendlichen. Dabei ist die Konditionierung und Formung ganzer Generationen in Kindergärten, Schulen und Universitäten eine längst gut eingespielte, gut funktionierende Strategie – nur das noch in den Kinderschuhen stehende Internet (zusammen mit dem Smartphone) verhindert die totale Auslöschung der eigenen Vernunft.

George Orwell hat es in seinem Buch 1984 längst vorweggenommen, wie die Zukunft der Menschheit aussehen wird. Das hat nichts mit dem „Überwachungsstaat“ oder dergleichen zu tun. Vielmehr geht es darum, dass die Partei, die Mächtigen, in der Lage sind, den Verstand des Menschen zu manipulieren, ohne dass der Mensch es bemerken würde, kurz Doublethink. So wird „2+2=5“, wenn es die Partei wünscht und niemand, der den Fehler bemerken würde. Nicht unähnlich verhält es sich ja mit der offiziellen Version von 9/11, die klar ersichtlich die Gesetze der Physik negiert und niemand in der breiten Masse und dem Mainstream, dem es auffallen und zur Sprache bringen würde.

So. Und jetzt stellen Sie sich vor, ein religiöser Anführer würde mit einer kleinen Schar getreuer Kämpfer in Wien „einmarschieren“ und auf der Kanzel im Stephansdom das Kalifat ausrufen. Drei Jahre lang wird Wien von diesem Anführer und seinen Getreuen, die gerne auf offenen Pritschenwagen durch die Gegend fahren, beherrscht. Erst als die ganze Stadt sowie der Stephansdom in Schutt und Trümmer liegt, gelingt es den Militärs die Gotteskrieger zu besiegen. Man muss jetzt nicht viel vom Kriegshandwerk verstehen, da reicht der gesunde Menschenverstand vollkommen aus, dass diese ganze Geschichte einfach nur zum Himmel stinkt und so nicht stimmen kann. Würde sie stimmen, müssten sich die Regierungsverantwortlichen im Westen in die Hosen machen, aus Angst, dass ein paar Gotteskrieger gleich mal ne Stadt besetzen.

Die Lösung dieses Puzzles ist ganz einfach. Hier geht es nicht um ein paar Gotteskrieger, sondern um ein gut ausgebildetes und bestens ausgerüstetes Söldnerheer, das mit Hilfe des Pentagons (Black Ops / geheime illegale Operationen) auch Luftunterstützung genießt und vom Himmel versorgt werden kann. Der „Anführer“ Bagdhadi ist nur ein Schauspieler, der als böser Junge herhalten soll (Osama bin Laden 2.0), während im Hintergrund die Militärs ordentliche Schlachten abliefern, in Divisionsstärke (etwa 10.000 Mann), inklusive mechanisierter Einheiten, wie Panzer, Schützenwagen, Artillerie, usw. Siehe Aleppo.

Ein paar Fanatiker, in schwarzen (!)* Tüchern gekleidet, die mit ihren Kalaschnikows auf japanischen Pritschenwagen quer durch die Wüste fahren, sollen wirklich eine Gefahr für das Militär darstellen? Glauben Sie das jetzt wirklich? Diese Bilder sind nur für die gutgläubigen TV-Zuschauer gemacht. Die tatsächliche internationale Streitmacht wird nicht gezeigt. Zu professionell. Zu gut ausgerüstet. Zu gut angeleitet. Nope. Da könnte vielleicht jemand hellhörig werden. Das wollen die Mächtigen nicht. Verstehen Sie jetzt wie das Spiel gespielt wird?

Da Präsident Donald Trump nun endlich die finanzielle Unterstützung der „Rebellen“ in Syrien (und damit auch jene im Irak), die Obama eingefädelt hatte, aufkündigt, ist die Sache gegessen. Söldner kämpfen nun mal nicht für Luft und Liebe oder dem wahren und einzigen Gott, die wollen Dollars sehen. Kein Geld, kein Krieg. So einfach ist das. Mal schauen, was dem Deep State so einfällt, um wieder Öl ins Feuer zu gießen. Chaos und globale Konflikte sind deren Elixier und die Mainstreamleute klatschen dazu begeistert in die Hände. Vermutlich völlig besoffen.

*) Die erste Regel des Kriegshandwerks heißt, vom Feind nicht gesehen zu werden. Zu Beginn des 1. Weltkriegs merkten die französischen Infanteriesoldaten ziemlich schnell, dass es gar keine gute Idee war, mit roten Hosen in die Schlacht zu ziehen.

Der (vermeintliche) Anschlag in Nizza, ein Jahr danach

dav

Der Moment als die Straßenbahn in die Menschenmenge fuhr – oder doch nicht?

Heute jährt sich also der (vermeintliche) Anschlag von Nizza. Ich habe dieses Ereignis in allen Details und Schattierungen damals recherchiert und kam schlussendlich zum (vorläufigen) Ergebnis, dass die offizielle Version widersprüchlich, lückenhaft und mit zuweilen haarsträubenden Erklärungen aufwartet (siehe hier).

Ein Jahr später hat sich dahingehend nichts geändert. Der deutsche Wikipedia-Eintrag setzt den Beginn des Ereignisses auf 22 Uhr 45, da war das Ganze aber schon längst vorbei und der (vermeintliche) Attentäter erschossen. Dumm, wenn dann ein vierköpfiges Journalistenteam der größten Tageszeitung Österreichs einfach den falschen Wiki-Eintrag übernimmt und in einem zweiseitigen Artikel anführt. Peinlich. Die englische Wiki hat längst die (in)offiziellen Zeitangaben eines seinerzeit geleakten Polizeireports im Artikel verarbeitet. Warum die deutschsprachigen Wiki-Autoren die falschen Zeitangaben nicht ändern wollen, bleibt eines der vielen Rätsel dieses Events.

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Der inszenierte Terror: Einfach nur schlecht gemachte Werbefilme

Kabal-Wall

Haben Sie sich schon einmal Gedanken gemacht, warum uns seit 2001 die Terroranschläge nur so um die Ohren fliegen? Man glaubt sich in einem schlechten Film, schlägt man die Zeitung auf oder klickt sich durch die News im Web: Terror, Terror, Terror! Angst, Angst, Angst! Kein Tag vergeht, wo nicht das Thema aller Themen ausgeschlachtet wird – sei es von Medien, sei es von Behörden, sei es von Politikern. Doch wem nützen diese „Anschläge“ wirklich und welches Ziel wollen diese fanatischen „Gotteskrieger“ am Ende bloß erreichen?

Wer sich mit den Ereignissen der letzten Zeit näher beschäftigt, wird mehr Fragen als Antworten erhalten. Es gilt deshalb, über den Tellerrand zu blicken und sich bewusst zu werden, dass wir es hier mit viel Lug und Betrug, viel Täuschung und Manipulation zu tun haben. Nichts ist wie es scheint.

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Der 8. Mai 1945 und die verschwiegene Kehrseite der Medaille

dav

Heute, vor 72 Jahren, ist der zweite Weltkrieg (für Europa) zu Ende gegangen. Das Dritte Deutsche Reich lag in Trümmer, es war überrannt, überrollt, überfahren. Wenn wir heute die Zeitungen aufschlagen, scheint es, als würde mit dem 8. Mai ein Alptraum zu Ende gegangen sein. Doch wer sich mit dieser damaligen so dunklen Epoche unvoreingenommen auseinandersetzt, wird feststellen, dass Terror und Martyrium für deutsche Bürger noch lange nicht vorbei waren. Leider erfahren wir vom Mainstream so gut wie nichts über die realen Nachkriegs-Ereignisse. Gewiss, wir gucken uns Fotos vom Wiederaufbau an („Trümmerfrauen“), schauen Propaganda-Filme des US-Militärs (Care-Pakete) und suchen überall in den Augen der Bevölkerung diesen hoffnungsvollen Optimismus, der dem kommenden Wirtschaftswunder in den 1950er Jahren vorangegangen sein muss.

Von den damaligen leisen Gesprächen in Washington ist heutzutage freilich nichts mehr zu hören. Da dachte beispielsweise der ehemalige US-Finanzminister Morgenthau darüber nach, wie man Deutschland de-industrialisieren, also zu einem Agrarstaat machen könne – „primarily agricultural and pastoral in its character„. General Eisenhower wiederum sah keinen Grund, mit einer wahnsinnigen Bevölkerung („synthetic paranoid population“) sanft umzugehen und dass sie die Suppe, die sie (sich und anderen) eingebrockt hätten, selber auslöffeln sollten. Rund eine Million deutsche Kriegsgefangene sollen nach dem 8. Mai 1945 noch in US-Lagern ums Leben gekommen sein (siehe »Call it callousness, call it reprisal, call it a policy of hostile neglect: a million Germans taken prisoner by Eisenhower‘s armies died in captivity after the surrender«, James Bacque, The Last Dirty Secret of World War Two, in: Saturday Night, September 1989).

Dass deutsche Frauen in den Wirren der Nachkriegsunordnung oftmals unter die Räder der siegreichen und siegestrunkenen Soldaten aus Ost und West kamen, wird vom Mainstream gerne unter den historischen Teppich gekehrt, passt es doch so gar nicht zum Jubelbild der Befreiung.

Mit dem Ende des Krieges setzte auch die Kontrollphase der Siegermächte ein. Generalmajor McClure, Chef der psychologischen Kriegsführung, schrieb im Mai 1945 an seine Frau:

„Die Kampfhandlungen hier sind vorbei! Gestern ist die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht unterschrieben worden. Jetzt, wo die eine Phase vorbei ist, stecke ich bis zum Hals in der Kontrollphase. Wir werden alle Zeitungen, Filme, Theater, Radio, Musik, etc. in Deutschland eisern kontrollieren!“  (siehe Alfred H. Paddock Jr., U.S. Army special warfare: its origins, University Press of Kansas, Lawrence 2002; meine Übersetzung)

Es gäbe noch viel zu sagen, viel zu schreiben, über die Vor- und Nachkriegszeit, aber belassen wir es vorerst einmal damit, die Gemüter sind nämlich auch nach über 70 Jahren noch leicht erhitzt. Vergessen wir dabei aber niemals, dass uns nur eine unvoreingenommene Geschichtsforschung näher zur Wahrheit bringt, mag diese auch noch so unangenehm und fremdartig sein. Die gelebte Vergangenheit unserer Vorfahren ist Teil unseres kollektiven Bewusstseins; ob wir wollen oder nicht, die Historie formt uns Menschen. Fragt sich nur, welche Historie.

[…] do we really know what the past was, what actually happend, or is history „a fable“ not quite „agreed upon“? Our knowledge of any past event is always incomplete, probably inaccurate, beclouded by ambivalent evidence and biased historians, and perhaps distorted by our own patriotic or religious partisanship.

Will and Ariel Durant, The Lessons of History, H. Wolff, New York

Wenn die journalistische Welt aus den Fugen gerät #Syrien

Salzburger Nachrichten

Propaganda 2.0: Bitte das Sickbag bereithalten. Danke.

Zugegeben, der Leitartikel in den Salzburger Nachrichten ist bald eine Woche alt, aber nichtsdestotrotz ein Paradebeispiel, wie Propaganda in einer sogenannten Qualitätszeitung aussehen kann. Eigentlich ist es erschreckend, dass solch ein manipulierendes Machwerk kein Einzelfall ist, ganz im Gegenteil. Es ist, als würden all die Redakteure der freien und unabhängigen Blätter auf Zuruf förmlich mit Schaum vor dem Mund in die Tasten hauen. Zwar geben sie sich nach außen hin als Pazifisten und verdammen Kriege und Konflikte, aber wenn man sie von der Leine lässt, kann es ihnen nicht blutig genug gehen und sie stöhnen leidenschaftlich auf, wenn endlich Marschflugkörper auf den Weg geschickt werden, um „Despoten“ zu bestrafen.

Es ist alles blanke Heuchelei. Wenn man alt genug ist, kennt man diese propagandistischen Spielchen, die da in Texten verpackt werden, schon in- und auswendig. Immer die gleiche Leier. Immer die gleichen Phrasen. Immer die gleichen „Lösungen“. Wie diese „Lösungen“ aussehen, kann man heute in Libyen, Afghanistan oder Irak bewundern. Würden die Redakteure ihre Kinder beispielsweise nach Tripolis schicken? Sozusagen als Geste des guten Willens. Immerhin haben sie, die Redakteure, alle im Chor händeringend nach einer No-Fly-Zone geschrie(b)en, um den „verrückten Diktator“ Gaddafi endlich das Handwerk zu legen und Infrastruktureinrichtungen in Trümmer. Dank all dieser „pazifistischen“ Schreiberlinge können nun Stammeskrieger, Söldner, „private“ Sicherheitsleute, Kriminelle und selbsternannten Gotteskrieger ihren blutigen Kampf auf libyschen Boden austragen. Gleichzeitig dient das chaotische Libyen als Knotenpunkt für internationale Waffen- und Söldnerschiebereien. Das Ziel des libyschen Verteilungszentrums: Syrien und all die Staaten, die auf der schwarzen Liste stehen.

Von alledem lesen Sie in den Blättern nichts. Nada. Besser, sagt sich die Pressemeute, ein paar Bomben zu viel abwerfen als eine zu wenig – es wird schon die bösen Jungs treffen. Der Zweite Weltkrieg gibt leider all diesen falschen Predigern ihren Heiligenschein und Politikern die Legitimierung, ganze Städte (und deren Bevölkerung) in Schutt und Asche feuerzubomben, weil, ja, weil das Regime unvorstellbare Gräuel begehen und begangen hat. Gibt und gab es Opfer unter den Zivilisten, zucken die geheiligten Textfabrikateure die Schulter und murmeln: „Die Leute sind mitschuldig, weil … ich mein, sie hätten ja etwas dagegen tun können!“

Es ist wahrlich ein starkes Stück, dass ein Chefredakteur und Familienvater, irgendwo im friedlichen Österreich, in seinem klimatisierten Büro sitzt und eine weitere „Strafe“ für den „Giftgasmörder“ verlangt, ja, geradezu darum bettelt. Die Auswirkungen solcher „Strafaktionen“, wir sollten es doch längst wissen, spüren immer nur die Unschuldigsten. Ich meine, wie verblendet und verbohrt muss man sein, um immer in die gleiche blutige Kerbe zu schreiben? Als wäre die Antwort auf Gewalt noch mehr, viel, viel mehr Gewalt anzuwenden.

Warum, frage ich mich, stellen sich all diese klugen Reporter und Redakteure dümmer als ein Stück Brot? Warum hinterfragen sie nicht den Sachverhalt? Warum prüfen sie nicht nach, welche „Gräuel“ von welcher Seite begangen wurden und begangen werden? Warum blenden sie sogenannte False Flag Aktionen aus? Und gab es nicht schon mal unter Obamas Regierungszeit einen Giftgasangriff, der Assad in die Schuhe geschoben werden sollte? Über die Terrormiliz IS, die gerne mal Köpfe abhackt und Ungläubige auf den Scheiterhaufen wirft – auch eine Form der Propaganda, wenn man so will -, ist im Artikel beispielsweise nichts zu lesen. Statt dessen ist von „gemäßigten Rebellen“ die Rede, die Washington „halbherzig“ unterstützt. Ich frage mich, auf welchem Planeten der gute Mann die letzten Jahre zugebracht haben muss, um so einen Blödsinn zu schreiben. Ist es nicht traurig, dass es eine deutsche Satire-Sendung braucht, um mit schwarzem Humor die von der Presse ausgeblendete Realität ins Wohnzimmer zu zurückzuholen?

Ich versuche zum Abschluss die so „vertrackt“ gewordene Situtation in Syrien auf den springend Punkt zu bringen:

Washington (Deep State) und Tel Aviv wollen Assad stürzen, um Syrien zu schwächen, aufzubrechen und zu balkanisieren (Kurdenstaat im Norden). Das hat u.a. geopolitische (Iran, Russland, Israel) als auch wirtschaftliche (Pipeline, Wasserquellen auf den syrischen Golanhöhen) Gründe. Um einen sogenannten Regimechange durchzuführen, wird das immergleiche Rezept angwendet: dank der Propaganda in westlichen Medien wird das legitime Staatsoberhaupt diskreditiert und ein „Volksaufstand“ TV-gerecht in Szene gesetzt, der sich kurze Zeit später zum „Bürgerkrieg“ ausweitet; im Hintergrund werden Söldnerheere mit modernster Ausrüstung in das Land geschleust um den Kampf gegen das loyale Militär (und gegen die Zivilisten) aufzunehmen. Falls notwendig, bombardiert man das Land in die Steinzeit. Am Ende wird das unliebsame Staatsoberhaupt gestürzt, mit einem pro-westlichen Diktator ersetzt, der wiederum kurzerhand im ersten Chaos die Gegnerschaft ausmerzt und das Volk drangsaliert, aber von den westlichen Medien als neuer Heilsbringer hofiert wird.

So war es 1953 im Iran – damals ging es um „britisches“ Erdöl; so war es 1954 in Guatemala – da ging es um „amerikanische“ Bananen; so war es 2011 in Libyen. Die Liste amerikanischer (Deep State) Einflussnahme in souveräne Staaten ist lang, sehr lang. Ich denke, es wäre an der Zeit, die schreibende Zunft, die einerseits fürstlich andererseits hungerlöhnlich für ihre gedankliche „Quacksalberei“ bezahlt wird, an den Ohren und zur Verantwortung zu ziehen. Denn früher oder später, wenn wir dieser Propaganda nicht einhalten gebieten, kann es sein, dass einem hier, auf der Insel der Seligen, die Bomben und Marschflugkörper um die Ohren fliegen, nur weil die Presstitutes in nah und fern eine Strafaktion für das (zukünftige) Strache-Hofer-Regime in Austria verlangen.

Wie heißt es so schön im Englischen: What goes around, comes around.

*

P.S.: Übrigens, können Sie sich noch daran erinnern, dass die Presse monatelange eine heimliche Verbindung zwischen Putin und Trump vermutet, behauptet und manchmal sogar bestätigt hat? Man ging sogar so weit, Moskau zu bezichtigen, die amerikanische Präsidentenwahl „gehackt“ zu haben, um Trump zum Sieg zu verhelfen. Es gab auch Stimmen, die meinten, Trump würde wegen indiskreter Videos bzw. Schuldenberge von Moskau erpresst. An anderer Stelle hieß es, dass Trump seine milliardenschweren Geschäftsdeals in Russland nicht aufs Spiel setzen möchte. Aber nun liest man, dass es zwischen Russland und den USA zu einem neuerlichen Kalten Krieg kommen könne, der sich vielleicht schon in Syrien zu einem Weltenbrand entwickeln werde. Wie passt das jetzt mit der Moskau-Marionette Trump zusammen? Wenn Sie mich fragen, dann leben die Damen und Herren in den Redaktionsräumen in einer bunten Bubble und schreiben traumwandelnd über Ereignisse, von denen sie nicht das geringste verstehen. Aber sie sind sicherlich mit ganzem Herzen dabei, wenn es um Bonuszahlungen und Auszeichnungen geht.