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Gedanken zur ZDF TV-Serie „Bad Banks“

Die letzten Tage die sechsteilige TV-Serie Bad Banks gesehen. Diese deutsch-luxemburgische Produktion kann handwerklich und schauspielerisch überzeugen, aber  das zugrundeliegende Thema − das Finanzsystem im Zeitalter großer Bankenpleiten − wirkt recht abstrakt und unverständlich. Die Filmemacher haben gar nicht erst die Absicht erkennen lassen, Licht ins Mammon-Dünkel zu bringen. Vermutlich, weil sie selbst nicht wissen, was da in den geheiligten Hallen des Geld- und Kapitalmarktes so vor sich geht und wie politisch-gesellschaftlich einflussreich die Bankenclique längst geworden ist. Der damalige Präsident der Deutschen Bundesbank Hans Tietmeyer getraute sich bereits im Jahr 1996 festzustellen:

»Die meisten Politiker sind sich immer noch nicht darüber im Klaren, wie sehr sie bereits heute unter der Kontrolle der Finanzmärkte stehen und sogar von diesen beherrscht werden.« [FAZ]

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BuchQuartier 2017 und ein Gespräch über Gott und die Welt

Das war es also, das BuchQuartier 2017. Der Markt der Independent- & Kleinverlage im Wiener MuseumsQuartier ist Geschichte. Samstag und Sonntag gesellte ich mich zu all den kleinen und kleinsten Verlagen mit einem Verkaufstisch in den sogenannten Freiraum, während die Platzhirschen der österreichischen Verlagsszene in der Ovalhalle Aufstellung nehmen durften. Es fühlte sich an, als würde man wieder zur Schule gehen. Dort die lässig coolen Maturanten, die bereits per Du mit der Lehrerschaft sind und da die Erstklässler, die bereits zufrieden sind, wenn sie von den Älteren nicht angepöbelt werden. So mag es auch nicht weiter verwundern, wenn auf der einen Seite der Rubel rollte, auf der anderen der Trubel sich trollte. Das Wortspiel dürfen Sie gerne mit nach Hause nehmen.

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Die verbotene Ökonomie des Glücks

Zufällig über den Trailer zu der Doku »Die Ökonomie des Glücks« [The Economics of Happiness] gestolpert. Die ersten 40  Sekunden sind ein wenig übertrieben auf Effekthascherei getrimmt, der Rest ist natürlich absolut richtig und stimmig.

Was in diesem Trailer vergessen wird anzuführen (und ich vermute auch im Film) ist die Tatsache, dass wir seit der industriellen Revolution in einer Epoche des »globalisierten freien Marktes« leben und gezwungen werden, diesem Diktat zu folgen. Das klingt für unsereins ein wenig abgehoben und nach dem üblichen links-anti-kaptialistischen Geplapper. Fakt ist aber, dass der Westen – vorrangig die USA – alles in ihrer Macht stehende tut, um einen souveränen Staat für den globalen Markt zu öffnen. Das geschieht durch subtile Überredungskünste oder brachiale Kanonenbootpolitik. Die Liste all jener souveränen Länder, die der Reihe nach für westliche Konzerne und einem ersatzcapitalism (© Joseph Stiglitz) »erschlossen« wurden, ist lang und wird immer länger. Das heißt, würde heute, sagen wir Österreich auf die Idee kommen, sich auf ihre regionale Stärke zu besinnen, würde das unangenehme Auswirkungen zur Folge haben. In den Worten von emer. Prof. der University of Pensylvania Edward S. Herman The Real Terror Network: Terrorism in Fact and Propaganda (South End Press, 1999) klingt das dann so:

In country after country in the U.S. sphere of influence ‚dominoes‘ have been falling, with military regimes and other dependent tyrannies coming into power in virtually all of Central and South America, and Thailand, Indonesia, the Philippines, Zaire, and elsewhere. These regimes have almost uniformly displayed the following characteristics:

(1) they represent a small elite interest, including the multinational corporation which they treat kindly;

(2) they all use terror, including modern forms of torture, to keep the majority unorganized, powerless, and as means to local elite and multinational corporate ends;

(3) the leaderships of these states are almost invariably venal [grundsätzlich korrupt];

(4) they have allowed already highly skewed income distributions to become still more unequal, and have caused a large fraction of their populations to be kept in a state of extreme deprivation….

<The broad purpose of this book is to show the nature, roots and vast scope of the real terror network — the U.S.-sponsored ‚authoritarian‘ states — and to examine the ways in which the magnificent propaganda machinery of the west has covered this over and substituted in its place a lesser, and frequently concocted, network that includes — by careful definition and selectivity — only those terrorists who are challenging important western interests or who can be plausibly linked to its enemies.>

Kinofilm In Time mit Justin Timberlake oder Die Frage nach der richtigen Seite!

Wir haben nicht mehr viel Zeit!

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Heute durch Zufall auf den neuen Trailer von In Time gestoßen. Justin Timberlake? Uh. Amanda Seyfried. Okay. Der Trailer dauert beachtliche 4 Minuten, was schon ziemlich anders ist. Generell flimmern die Gustostückerln etwa 2 Minuten und 30 Sekunden über den Schirm und das ist zumeist ausreichend. Hin und wieder lähmend. Hin und wieder mitreißend. Und oftmals besser als der ganze Film. Gut. Wollen wir wieder zurückkommen zu In Time. Die Regie und das Drehbuch verfasste ein gewisser Andrew Nicol, der uns bereits eine Reihe von kritischen Filmen unter die Nase hielt, wie da wären …

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Angela Merkel und ihre politischen Verbindungen oder: What the heck is going on?

Angela Merkel und ihre politischen Verbindungen

Essay des französischen Journalisten Thierry Meyssan

entnommen: www.voltairenet.org/Angela-Merkel-eine-Neokonservative (oder als PDF) »[…] Von nun an wird Angela Merkel von zwei wichtigen Pressegruppen offen unterstützt. Sie kann auf Friede Springer zählen, der Erbin der Axel-Springer-Gruppe (180 Zeitungen und Zeitschriften, darunter «Bild», «Die Welt»). Die Journalisten der Gruppe müssen eine Verlagsklausel unterschreiben, die festlegt, dass sie sich für die Entwicklung der Transatlantischen Verbindungen und für die Verteidigung des Staates Israel einsetzen. Angela Merkel kann auch auf ihre Freundin Liz Mohn zählen, Direktorin der Bertelsmann-Gruppe, Nummer 1 der europäischen Medien (RTL, Prisma, Random House usw.). Frau Mohn ist auch Vizepräsidentin der Bertelsmann-Stiftung, die den intellektuellen Stützpfeiler der euroamerikanischen Verbindungen bildet. Angela Merkel stützt sich auf die Ratschläge von Jeffrey Gedmin, der vom Bush-Clan speziell für sie nach Berlin geschickt wurde. Dieser Lobbyist hat zuerst für das American Enterprise Institute (AEI) [2] unter der Direktion von Richard Perle und der Frau von Dick Cheney gearbeitet. Er ermutigt sie sehr, den Euro dem Dollar anzupassen. In der AEI hat er zuvor die New Atlantic Initiative (NAI) geleitet, die alle wichtigen amerikafreundlichen Generäle und Politiker Europas vereinte. Er hat auch am Project for a New American Century (PNAC) mitgewirkt und das Kapitel über Europa in diesem Programm der Neokonservativen verfasst. Dort schreibt er, dass die EU unter der Kontrolle der NATO bleiben muss und dass dies nur möglich sein werde, wenn «die europäischen Forderungen nach Emanzipation» geschwächt werden können. [3] Gleichzeitig ist er auch Verwalter des CCD (Council for a Community of Democracies), [4] der eine UNO der zwei Geschwindigkeiten fordert, und er übernimmt die Leitung des Aspen-Instituts in Berlin. [5] Das Angebot seines Freundes John Bolton, [6] Stellvertretender Botschafter der USA bei der UNO zu werden, lehnt er ab, damit er sich ganz der Betreuung von Angela Merkel widmen kann. 2003 vertraut das State Departement Jeffrey Gedmin und Craig Kennedy ein ausgedehntes Programm für «öffentliche Diplomatie» an, das heißt für Propaganda, welches unter anderem die geheime Subvention von Journalisten und Meinungsbildungsstellen in Westeuropa beinhaltet. [7] 2003 widersetzt sich Gerhard Schröder der anglo-amerikanischen Operation im Irak. Angela Merkel veröffentlicht daraufhin eine Stellungnahme in der Washington Post, [8] in der sie die Chirac-Schröder-Doktrin der Unabhängigkeit Europas zurückweist, ihre Dankbarkeit und Freundschaft gegenüber «Amerika» betont und den Krieg unterstützt. […]«

*

Wenn Sie vom obigen Wust an Informationen nichts verstehen, trösten Sie sich, Sie sind nicht allein. Und ich habe diesen Absatz nur deshalb gewählt, um Ihre Aufmerksamkeit auf diese Vielzahl an Organisationen zu richten, die hier explizit erwähnt werden. Gut, manche kennt man nur zu gut (oder glaubt sie, gut zu kennen) wie die gute alte NATO (»Yah, we are the good guys and bombing everything we want with everything we have in f***ing Libya!«) oder die UNO (»You mean, it’s not okay when Israel starve innocent people? Hm. Let’s discuss that point.«). Dann sind da natürlich die offiziellen Ämter und Institutionen. Okay. Und dann scheint es noch eine Reihe anderer, unbekannter Organisationen zu geben, die scheinbar eine Rolle am Polit-Parkett spielen. Hm. Klar. Das ist hohe Politik, davon versteht unsereins nichts.

Aber auch wenn wir nichts, rein gar nichts verstehen, so sollte uns eines klar sein: diese Organisationen brauchen Geld. Vermutlich viel Geld, um ihren Einfluss und ihre Propaganda geltend zu machen – gehen wir jetzt mal davon aus, dass sich alles im rechtlichen Rahmen abspielt, wobei ich dahingehend  natürlich leichte Zweifel habe, aber schieben wir diese mal beiseite, für den Moment. Nun, wer ist in der Lage viel Geld locker zu machen? Richtig. Leute die viel Geld haben. Oder staatliche Institutionen, die viel Geld haben. Oder Konzerne, die viel Geld haben.  Mit anderen Worten: weder ein, pardon, intelligenter Schlurf wie Sie, noch ein sich selbst verlegender Indie-Autor aus einer Provinz-Metropole im Herzen Europas (»Yah, it’s famous Lippizzaner-Vienna, Pal!«). An dieser Stelle muss uns eines wie Schuppen von den Augen fallen: WIR haben keinen Einfluss und werden auch nie einen haben. Warum? Weil uns das Geld fehlt. Und wer Geld hat, schafft an. Das wusste schon mein Großvater und ich schätze, der hat es wiederum von seinem Großvater und dieser … okay, Sie wissen, worauf ich hinaus will, oder?

Karl Marx – nein, sorry, ich habe nichts von ihm gelesen, vielleicht im nächsten Leben, wenn ich viel Geld habe; mein Wissen stammt von US Prof. Richard D. Wolff – Karl Marx hat sich Mitte des 19. Jahrhunderts Gedanken gemacht, wie es sein kann, dass diese neue Wirtschaftsordnung, die den Feudalismus abgelöst hat (»Bastille en 1789, tu sais?«) und Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit versprach, dass diese neue Wirtschaftsordnung die Menschen nicht frei und schon gar nicht gleich machte. Hm. Seltsam, nicht? Diese freie Marktwirtschaft (Kapitalismus ist ein Wort, das mir nur schwer über die Lippen kommt, weil ich im gleichen Atemzug eine demonstrierende Menschenmenge von jungen Leuten sehe, die sehr unangepasst wirkt und sich zumeist um das Wort Anti schart – das ist natürlich ein perfektes Beispiel wie Propaganda des elitären Establishments funktioniert: sie zeigen nicht mit den Fingern auf die linken Leutchen, sondern lassen andere, uns, diese mittige Mitte mit den Fingern auf diese zeigen), also, diese freie Marktwirtschaft hat die seltsame Angewohnheit, Geld und Marktmacht zu konzentrieren. Wer jemals Monopoly oder DKT gespielt hat, der weiß, was ich meine. The Winner takes it all, Baby!

Glücklicherweise gab es aber Politiker und Bewegungen, die diese ungünstige Machtkonzentration aufzuzeigen und zu zerbrechen wussten. Wobei, manche überspannten den Bogen und was die Russische Revolution hervorbrachte war eine unfreie Marktwirtschaft, kein Kommunismus im Sinne von Marx. Wie dem auch sei, das elitäre Establishment hat sich in die Hose gemacht, vor diesem roten russischen Wahnsinn und sich deshalb gedacht, ein braunes germanisches Reich würde sich schon mit dem Roten Bären ordentlich behaken. Naja. Wie das ganze ausging wissen wir (es sei denn, Sie haben im Geschichts-Unterricht gepennt).

Kommen wir wieder zurück. Zum Geld. Also. Wer Geld hat, schafft an. Gut. Das wissen wir, oder? Wenn wir also diesen Fakt akzeptieren, dann ist klar, dass wir diese Welt nur dann zum Guten (äh, die Definition wird nachgereicht) ändern, wenn wir, die Guten, das dafür nötige Geld haben. Und wenn Sie jetzt meinen, dass ich zu einem Spendenaufruf aushole, äh, nope, da muss ich Sie enttäuschen, weil, damit habe ich nichts am Hut. Was es braucht, wäre eine Veränderung der Herrschaftsstruktur in Bezug auf die Geldverteilung. Hm. Marx meinte, jeder, der einen Überschuss (Surplus) produziere, solle auch abstimmen dürfen, was mit dem Überschuss zu geschehen habe. Vereinfacht ausgedrückt: jeder Arbeiter, jeder Angestellte eines Unternehmens wird zu einem Mit-Geschäftsführer. Absurd?

Absurd ist es, dass es so abläuft, dass wir zwar in einer Demokratie leben, aber wenn es um die Wirtschaft geht, dann akzeptieren wir hierarchisch totalitäre Strukturen. Ist das schon mal jemanden aufgefallen? Was ist das also für eine aufgeklärte humane Scheiße, pardon, wenn wir Diktaturen und Regime in Konzernen akzeptieren. Ist Wirtschaft Krieg? Wer sagt das? Wo steht das? Bullshit, sage ich.

Genausowenig, wie mir, als Selbstständiger Indie-Autorenverleger, jemand sagt, was ich mit meinem Überschuss (gehen wir mal davon aus, okay?) zu tun habe. Ich kann entscheiden, ob ich es in eine Bar auf den Kopf schmeiße oder neue Bücher produziere oder neuen Autoren eine Chance gebe oder vielleicht eine Kindertagesstätte aus dem Boden stampfe oder ein Café mit gesunder Bio-Kost eröffne. Absurd? Nope.

Damit beende ich mal meinen kleinen Diskurs. Und möchte noch einmal dezent darauf hinweisen, dass am 8. September 2001 der US-Verteidigungsminister Rumsfeld (»We shot down the plane over Pensylvania.«) bei einer Pressekonferenz zugeben musste, dass das Pentagon einen Fehlbetrag von … äh 2,3 Billionen US Dollar oder 2300 Milliarden Dollar oder 2,3 Millionen Millionen Dollar habe. Okay, ich wiederhole mich. Aber ich mache es deshalb, weil die Mainstream-Medien es nicht der Mühe wert finden, darüber zu schreiben. Ich meine, für ein paar Milliarden fressen mir sicherlich alle Politiker aus der Hand, wenn ich sie füttern würde wollen. Und manche sehen ja ziemlich verfressen drein. Ich nenne keine Namen, nein, nein. Und den Circle/Kreis will ich auch nicht schließen. Google+ hin oder her.

Übrigens, mit diesem Fehlbetrag könnte man jedem US-Bürger rund 8000 US Dollar auszahlen. Und wer sagt mir jetzt, dass ein Bedingungsloses Grundeinkommen nicht finanzierbar ist?