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Game of thrones: Staffel #1 & #2 – Softporno trifft Seifenoper

Ja, ich weiß, ich bin ziemlich spät zur Party erschienen. Jetzt, da die Serie Games of Thrones mit der 8. und letzten Staffel zu einem Ende gekommen ist – im Gegensatz zu der Buchserie A Song of Ice and Fire von George R. R. Martin – dachte ich mir, es ist nun an der Zeit, sich in das Jahr 2011 zu begeben, damals, als diese TV-Show ihren Anfang nahm und Einschlug wie eine Bombe. Bumm!

Ich konnte der Serie nicht viel abgewinnen, damals. Alle redeten davon, noch mehr verfolgten das Ränkespiel um den Thron der 7 Königreiche und überwarfen die Show mit Lobeshymnen. Auch wenn die letzten beiden Staffeln bei vielen Fans Enttäuschung und Kopfschütteln hervorrief, das IMDB-Rating reiht die Fantasy-Seifenoper knapp hinter Band of Brothers und Breaking Bad. Starker Tobak. Hust, hust.

Anfänglich dachte ich, ich würde nun ein Shakespeare-TV-Drama mit Blut und Intrigen sehen. Sean Bean ziert bekanntlich das Cover der ersten Staffel und ich wusste, dass er seinen Kopf nicht all zu lange auf seinen Schultern behalten würde. Vielleicht ist es bereits in Hollywood ein running gag, Schauspieler Sean Bean nur noch solch todbringende Rollen anzubieten. Und bevor ich mit meiner Tirade beginne, sei gleich vorweg gesagt, dass sich die Produzenten mit der Verpflichtung von Sean Bean keinen guten Dienst erwiesen haben. Er ist in der ersten Staffel der wesentliche Charakter, um den sich alles dreht. Nicht nur, weil es die Story vorsieht, sondern vor allem weil es nun mal Sean Bean ist, der einzige Schauspieler in der Serie, den vermutlich jedes Kind kennt – Herr der Ringe sei dank. Aber als der von Sean Bean verkörperte Charakter vorzeitig seinen Kopf verlor, wurde aus dem Drama eine episodenhafte Seifenoper.

Ich war auf sehr viel vorbereitet, als ich den Pilotfilm, also die erste Folge, einschaltete. Gewalt, Blut und Intrigen – Verrat, Hass und Meuchelmorde. Wenn es in der Literatur und im Kino um Könige und Fürsten geht, um verwaiste Throne, dann wissen wir, wie sich das Ränkespiel in etwa darstellen wird. MacBeth ist vermutlich das beste Beispiel dafür und die Verfilmung aus dem Jahr 2015 ist zwar (realistisch) langatmig, aber dafür visuell atemberaubend. Da hätten sich die Filmemacher eine Scheibe abschneiden können.

Aber worauf ich nicht gefasst war, ist das viele nackte Fleisch, das hier dem Voyeur dargeboten wird. In meiner Jugend wären die filmische Darstellung fleischlicher Gelüste als Softporno klassifiziert worden. Solch eine TV-Serie, damals, hätte einen Sturm der Entrüstung heraufbeschworen und der Küniglberg wäre vermutlich wie Königsmund (King’s Landing) gestürmt und dem Erdboden gleichgemacht worden. Aber die Zeiten ändern sich, ich weiß – und trotzdem bin ich ziemlich verärgert über diese Freizügigkeit. Die Lustwandlungen, in all ihrer Deutlichkeit auf den TV-Schirm gebracht, zwischen Mann und Frau, Frau und Frau oder Mann und Mann, führen die Geschichte in keiner Weise weiter. Sie sind nur deshalb in der Story, um die Serie aufzupeppen. Und das stinkt mir. Genauso ist es auch mit der Gewalt. Ja, das finstere Mittelalter war schmutzig und brutal, Frauen wurden von den Horden gegen ihren Willen genommen und Kinder abgeschlachtet. Auch wenn wir niemals wissen können, wie es sich im Mittelalter tatsächlich gelebt hat – die meisten Berichte sind nämlich Erfindungen von Mönchen oder schreibenden Scharlatanen – die Leute hatten damals genauso einen gesunden Menschenverstand wie heute. Der größte Teil der zivilisierten Bevölkerung sucht den Frieden und die Ruhe und nur die wenigsten wollen in den Krieg ziehen. Und noch etwas: Jeder Mensch hat ein Gewissen und eine Seele.

Zurück zum Koitus. War das notwendig? Wirklich notwendig. Jedes Mal wenn eine der hübschen Frauen – eine hässliche konnte ich bis jetzt keine ausmachen – mit einem Mann allein im Zimmer oder Zelt stand, war davon auszugehen, dass sie ihre Hüllen fallen lassen und ihre makellosen Brüste und noch ein bisschen mehr zeigen würde. Und so verkommt das shakespearesche Möchtegerndrama zu einer softpornographischen Seifenoper. Seltsam, dass die Kritiker diesen wolllüstigen Sachverhalt kaum erwähnt haben. Vermutlich hatten und haben sie die (berechtigte) Befürchtung, sie würden als prüde Spießer verlacht werden. Bevor man mir diesen Vorwurf macht, werfe er oder sie einen Blick auf meine publizierten Bücher. Danke.

Nun weiß ich natürlich nicht, welche Episoden in der zugrundeliegende Buchserie besser und ausführlicher beschrieben wurden, aber auch diese Serie, die sich realistischer und authentischer als alle bisherigen Fantasy-TV-Filmchen geben will, mangelt es an Kohärenz. Mit anderen Worten, man hat als Zuseher keine Ahnung, welche Regeln in dieser für uns fremden Welt gelten. Das Mittelalter – soweit wir wissen – hatte ein recht ausgefeiltes Rechts- und Ehrsystem installiert, um die Ordnung im Reich und im Fürstentum aufrechtzuerhalten. Es wurde verhandelt, es wurden Absprachen getroffen. Verträge wurden aufgesetzt und mit Brief und Siegel garantiert. Als der am Totenbett liegende König seiner „rechten Hand“ ein Schreiben aufsetzen lässt, das diesen nach des Königs Tod als Reichsverwalter einsetzt, entbehrt nicht einer gewissen Komik. Ohne Zeugenschaft ist solch ein Papier wertlos. Warum aber keiner der beiden „Berufsfürsten“ diesen Punkt bedachte, zeigt, dass es mit dem Drehbuch nicht weit her ist. Das eine Mal haben wir es mit klugen und gewitzten Ränken zu tun, die viel Verstand und Erfahrung erfordern, das andere Mal stellen sich die Protagonisten an, als könnten sie nicht bis drei zählen und tappen in ausgelegte Fallen, die sogar der dümmste Esel bemerkt hätte.

Des Weiteren sind Ränkespiele am Königshof für den Zuseher nur schwer einzuordnen. Wer hat welche Macht? Was ist überhaupt Macht? Solch ein Gespräch ist tatsächlich in der TV-Show geführt worden und die Königinmutter erklärt dem Schatzmeister, was „wirkliche Macht“ ist: ihre Wachen halten dem verängstigten Schatzmeister das Schwert an den Hals und ein Wink der Königinmutter hätte ausgereicht, ihn zu töten. Aha. Aber wenn es so einfach ist, zwielichtige Hofleute und nervige Ratgeber zu töten, wozu sich in (gewaltlosen) Ränke verstricken? Der junge König wiederum ist das lächerliche Abziehbild eines verzogenen Bengels, der Unschuldige foltert und bei alledem mit keiner Grausamkeit spart, weil „ein König alles machen kann, wie es ihm beliebt“. Ist das so? Für einen König gibt es also keine Gesetze, keine Regeln, keinen Ehrenkodex? Nur schwer vorstellbar, meinen Sie nicht? Jedenfalls gibt es – wie an jedem (filmischen) Königshof – eine königstreue Garde, sozusagen Prätorianer. Während in der 1. Staffel die „rechte Hand“ (Sean Bean) von dieser hintergangen wird, tauscht die neue „rechte Hand“ (Peter Dinklage) in der 2. Staffel den Oberkommandierenden einfach mit einem seiner Gefolgsleute aus und – schwupps – hat er die Garde auf seiner Seite. So schnell wechselt also die Macht seinen Besitzer. Hm.

Die Ironie bei alledem ist, dass der vorletzte König ziemlich verrückt gewesen sein soll – und deshalb von seiner „rechten Hand“ gemeuchelt wurde. Aha. Scheinbar ist es also kein großes Ding, einem König die Kehle durchzuschneiden – freilich nur dann, wenn das „ärztliche Attest“ klar und deutlich die Diagnose „verrückt“ festhält. Wer stellt also in dieser Welt bei einem König oder Fürst den geistigen Gesundheitszustand fest? Hm.

Ein anderes Problem, dass die TV-Show hat, ist die Eingrenzung von Magie und Zauber. Anfänglich heißt es, Drachen und Magie seien vor vielen, vielen Jahren verschwunden und sind jetzt nur noch alberne Gerüchte. Doch in Staffel 2 gebiert eine rothaarige Priesterin des Lichts – im wahrsten Sinne des Wortes! – einen Schattendämon, der einen Königsanwärter in seinem Zelt – umgeben von tausenden seiner loyalen Soldaten – tötet. Zack. Prack. Tot. Aha. So einfach geht das. Diese magische Geheimwaffe könnte bei allen Feinden eingesetzt werden und – Zack, Prack – ist keiner mehr übrig. Ende gut, alles gut, nicht wahr? Wozu also langwierige Kriege führen? Warum also diese schwarze Magie nicht öfters einsetzen? Deshalb gilt es in Literatur und Film jegliche Magie Regeln zu unterwerfen – ansonsten wird es recht bald langweilig oder völlig konfus. Als langjähriger Fantasy-Papier-Rollenspieler weiß ich, wovon ich rede.

Ein weiteres Problem der TV-Serie ist die Definition von Moral und Loyalität. Der Wink des Königs lässt seine Wache einen unbewaffneten Mann töten oder foltern. Ohne ersichtlichem Grund, einfach aus Spaß an der Freude wurde der Befehl gegeben und der Befehl ausgeführt. Aber in jeder zivilisierten Gesellschaft gibt es eine Gerichtsbarkeit, die Verbrechen ahndet und Urteile ausspricht. Es gibt moralische Grundsätze. Der edle Ritter, wenn wir der romantisierenden Minne folgen – hat die Unschuldigen zu beschützen und ein gerechtes Urteil zu fällen. Im Film Kingdom of Heavens (Directors Cut!) wird die Aufgabe eines Ritters – und vor allem seine Verantwortung – klar und deutlich dargestellt. Ein Insert zeigt das Motto des Malteser Ordens aus dem Jahr 1185:

„Das Wahre liegt in der rechten Handlung, und steh mit Mute jenen zur Seite, die wehrlos sind.“

Und so verkommt die Geschichte zu einem Mischmasch aus Rittern in schimmernden Rüstungen, die sich wie Feiglinge, Söldner, die sich wie geistig abnorme Rechtsbrecher und Psychopathen, die sich wie Psychopathen benehmen. All das geschieht im Namen von Loyalität, kurz „ich hab einen Eid geschworen“-Blabla. Nur Sean Beans Charakter – wie zu erwarten – widersetzt sich den moralisch zweifelhaften Befehlen seines Königs. Aber ohne Sean Bean gibt’s in der TV-Serie auch kein moralisches Zentrum mehr. Jeder für sich und so viel er tragen kann.

Wohl am schlimmsten ist jedoch der Umstand, dass die Charaktere keinen blassen Schimmer haben, was ihre blutigen Taten auslösen, obwohl sie in eine Welt geboren wurden, in der Blutrache kein leeres Wort ist. Ganz im Gegenteil. Den Rache-Reigen setzt „Königsmorder“ Jaime in Gang, in dem er den jungen Stark namens Bran, noch ein Kind, aus dem Turmfenster in die Tiefe stößt. Einfach so. Weil der Junge sah, was er nicht hätte sehen sollen: Bruder und Schwester beim intimen Inzest-Techtelmechtel. Ja, was für ein Schock. „Was macht man nicht aus Liebe?!“, blickt Jaime in die Tiefe, dort, wo der junge Bran regungslos und scheinbar tot liegt. Hm. Wie stärker und realistischer wäre es gewesen, in dem sich Jaime den Jungen nur greifen will, doch dieser, vor Angst völlig klamm, verliert die Balance und stürzt in die Tiefe. Ein dummer Unfall. Vielleicht hätte ihn Jaime umgebracht. Vielleicht nur gedroht. Auch wenn die Autoren Jaime als unbekümmerten und rücksichtslosen Schwertkämpfer zeichnen, so ist er nicht völlig verblödet. Den Sohn einer angesehenen Familie zu töten ist keine Lappalie. Dass er es aber nicht einmal der Mühe wert findet, sicherzustellen, dass der junge Bran tatsächlich mausetot ist, scheint mir die zweite Dummheit. Und die dritte einen Meuchelmörder mit einem ganz besonderen Dolch auszustatten, der den Verdacht auf seine Familie lenkt. So viel Dummheit gehört freilich bestraft. Und wird bestraft.

Um wie viel stärker würde die Seifenoper sein, hätte man es nicht hie und da mit Klischee-Charakteren zu tun. Der junge König ist beispielsweise das größte Problem der ersten beiden Staffeln, da er auf eine Weise gezeichnet wird, die ihn so unsympathisch macht, dass er zum Parade-Antagonist avanciert. Hätten die Autoren ihn menschlicher gezeichnet, seine Anordnungen nachvollziehbarer gestaltet, ihn sozusagen zu einem Spielball des Hofes und seiner Unsicherheit gemacht, die Serie hätte mehr Drama denn Seifenoper sein können.

Welch Potenzial hier vergeudet wurde, konnte man in jener Szene erkennen, als die Königinmutter ihren jüngsten Sohn zu vergiften gedenkt, da die Rebellen die Stadt belagern und keine Gnade hätten walten lassen. Das war eine ergreifende Szene – und erinnert an jene so schreckliche Tat, die sich vor 74 Jahren in Berlin zutrug, tief unter der Erde. Aber das ist eine andere Geschichte.

Vielleicht muss eine so teure TV-Produktion die Geschichte auf den einfachsten Nenner bringen: Böser König. Guter Lord. Zwielichtige Günstlinge. Loyale Fürsten. Grausame Nordmänner. Unaufhaltsame Zombie-Armee (!) und viele nackte Brüste.

Apropos Zombie-Armee. Ganz erschließt es sich mir nicht, warum der Pilot, also die erste Folge, mit einer blutigen Szene im hohe Norden beginnt. Vermutlich, weil es für eine Weile kein Schlachten und Blutvergießen gegeben hätte und die Produzenten mit einem Knall starten wollten. Überhaupt gehören die Episoden, die im hohen Norden, hinter der Mauer spielen, zum Schwächsten der Serie. Die rothaarige Wildlingsfrau ist freilich ebenfalls eine Schönheit. Es hätte nicht viel gefehlt, und sie hätte sich auch entblößt und hingegeben. Den eisigen Temperaturen sei dank, blieb es bei einem Vorspiel. Dass die Protagonisten keine Kopfbedeckung tragen, bei arktischen Temperaturen, lässt mich am gesunden Menschenverstand der Drehbuchautoren zweifeln. Gewiss, die Produzenten wollen die Gesichter der Schauspieler zeigen, aber realistisch ist das bitteschön nicht. Nur wenn es um Gewaltexzesse, Schlachtgemetzel, Foltermethoden und sexuelle Hingabe geht, dann wollen es die Produzenten so realistisch wie nur möglich und verlangen vom Regisseur, die Kamera draufzuhalten.

Wobei, die Episoden im Süden, besser im Osten, gehören auch nicht gerade zum Besten der TV-Serie. Die amüsanteste Witzfigur der ersten Folgen ist mit Sicherheit Viserys Targaryen, Nachkomme des verrückten Königs und somit rechtmäßiger Erbe, der mit seiner Schwester Daenerys vor den Schergen der damaligen Rebellen nach Essos geflohen ist. Sie sind die letzten ihrer Familie. Ein wenig „Der letzte Mohikaner“, wenn man so will. Das Bruder-Schwester-Verhältnis ist in folgendem Dialog gut erkennbar; dabei muss man wissen, dass der Bruder seine Schwester einem Barbarenkönig zur Frau geben möchte und sich auf diese Weise eine Armee verspricht, die für ihn den Thron erobern soll:

Daenerys: „I don’t want to be his queen. Please, please, I don’t want to, I want to go home.“
Viserys: „I’d let his whole khalasar fuck you, all forty thousand men and their horses too, if that’s what it took. Come, dry your eyes.“

Ach, was soll man aus solch Dialogen nur machen? Und als der gute Bruder schließlich in einem Anflug von Machtrausch ins Zelt stürmt und die schwangere Daenery, längst Ehefrau des blutdürstigen Barbarenkönigs, mit dem Schwert bedroht, greift man sich als Zuseher nur noch an den Kopf, den Visery natürlich verliert. Keine Ahnung, wie das alles im Buch gelöst wurde, in den TV-Episoden ist dieser Handlungsstrang einfach nur lachhaft. Auch hier wäre weniger mehr gewesen. Aus meiner Sicht hätte man sich die ganze Backstory sparen und mit der Ankunft vor den Stadttoren von Qarth beginnen können. Aber die Produzenten wollten wohl unbedingt ungezügelten Barbaren-Sex in der Show haben. Wer weiß, vielleicht hatten sie sogar schon überlegt, 40.000 Statisten und Pferde anzufordern, für, na, sie wissen schon …

Nun stelle man sich vor, die Autoren hätten die beiden Geschwister, die letzten einer altehrwürdigen Familie, realistisch gezeichnet, hätten Viserys nicht völlig verblödet sterben lassen, sondern beispielsweise bei einem Attentatsversuch auf seine Schwester. Dadurch wäre Daenerys Hass auf die Stadt Königsmund für den Zuschauer nachvollziebar; dadurch wäre die Zerstörung der Stadt am Ende der Serie nicht völlig aus dem Nichts gekommen.

Ja, die Serie hätte Potenzial gehabt. Gut möglich, dass es einmal eine abgespeckte TV-Serie geben wird. Weniger Monumentalschlachten, dafür mehr Dialoge und Intrigen – und Brüste.

Wie kommt es also, dass diese TV-Seifenoper so hochgelobt wurde? Vielleicht, weil es 2011 nichts Vergleichbares gab. Ich meine, wann kann man sich schon im Kreise seiner Familie einen Softporno angucken, ohne dabei rot zu werden? Weil, so war das eben, damals, im finsteren Mittelalter.

  • Falls Sie sich für einen realistischeren Blick auf das Mittelalter und das Rittertum interessieren, empfehle ich den youtube-Kanal Modern History TV. Dort erfahren Sie, was es heißt, eine Ritterrüstung zu tragen oder ein Pferd für die Schlacht vorzu bereiten. Eine langwierige Prozedur, versteht sich. Sein Schlachtross also wegen einer Lappalie zu enthaupten ist genauso, als würde man sein Auto wegen eines Reifenplatzers in kleine Stücke hacken.
  • Leider können die Filmemacher einfach nicht damit aufhören, Brandpfeile verschießen zu lassen, obwohl deren Wirksamkeit und vor allem Durchführbarkeit viele Fragen aufwirft. Freilich, visuell ist es ein Hingucker. Lindybeige hat sich damit in einem Beitrag Fire Arrows auf amüsante Weise auseinandergesetzt. Kurz: „It’s a silly idea.“
  • Die wohl witzigste youtube-Serie Pitch Meeting von ScreenRants bringt in gerade einmal fünf Minuten diese TV-Show auf den springenden Punkt. Lustig!
  • Macbeth (2015): Der Trailer haut einen einfach nur um. Atemberaubend! Und man kann gut erkennen, was es heißt, Blut und Verrat an seinen Händen kleben zu haben. In GoT wäre das freilich nur eine Nebenepisode, ein Meuchelmord ist kaum der Rede wert.
  • Kingdom of Heavens (2005): Der Trailer ist bemerkenswert. Der Directors Cut ein Muss. Auch hier gibt es eine Königinmutter, die Angst um ihren Sohn hat – aber welch Unterschied in Script und Rolle. Abgesehen von den Böslingen haben die Protagonisten allesamt ein Gewissen.

Heureka eines Wahrheitssuchers

Wenige Tage vor Ostern, dem höchsten Fest der Christenheit, dämmerte mir eine mögliche Wahrheit, die plötzlich die nähere Vergangenheit in einem neuen, vor allem aber sinnvolleren Lichte erscheinen ließ. Kurz und gut, ein Wink des Geistes bedeutete mir, dass der große Konflikt des 20. Jahrhunderts ein Glaubenskrieg gewesen sei. Dadurch ist es erklärlich, warum jene Glaubensrichtung, die den (vorläufigen) Sieg davon trug, alles unternahm – und noch immer unternimmt – um den unterworfenen Glauben vollkommen auszulöschen. Es erinnert dabei an jene dunklen Zeiten, als Katholiken über Ketzer herfielen und europäische Kreuzzüge gegen Andersgläubige ausgerufen und mit brachialer Gewalt durchgeführt wurden. Viele, die ihrem Glauben nicht abschwören wollten, mussten auf den Scheiterhaufen. Aufrührerische Burgvogte wurden belagert, die Verteidiger nach Eroberung nicht geschont, die Reliquien, denen man habhaft wurde, vernichtet, all die schriftlichen Aufzeichnungen, die sich finden ließen, zu Asche verwandelt. Die Geschichtsschreiber zu Rom formulierten freilich immer nur ihre Seite der Ereignisse, die der guten und gerechten, sozusagen göttlichen Sache zuzurechnen war. Die andere Seite wurde mit tiefstem Hass und größter Verachtung bedacht. Niemand sollte sich mehr an diesen Irrglauben erinnern.

Wenig ist noch übrig, von all diesen verschiedenen ur-christlichen Glaubensrichtungen – zu meist sind es Mythen und Sagen, vielleicht leben sie in den Minne-Gesängen der Gralslegende fort, aber der Schlüssel, um die Wahrheit ans Licht zu bringen, ist längst verlorengegangen. Oder – es wäre nicht unmöglich – oder es gibt sie noch, jene Ritter, die das Geheimnis ihres Glaubens zu bewahren wissen und nur die Edlen und Reinen darüber einzuweihen trachten.

Im Übrigen war der dreißigjährige Krieg (1618-1648) kein Glaubenskrieg im engeren Sinne. Vielmehr wurde die religiöse Diskrepanz der Obrigkeit dazu verwendet, um weltliche Forderungen durchzusetzen und das europäisch-deutsch-römische Machtverhältnis zu verschieben. Landsknechte und Söldner, auf beiden Seiten, ließen es an Grausamkeit nicht mangeln, fühlte man sich im göttlichen Recht. Aber am Ende, nach dreißig Jahren, waren die deutschen Lande ausgeblutet und ausgebeutet. Es gab nichts mehr zu holen, also machte man Frieden und unterzeichnete zum ersten Male einen Vertrag, der Königen und Fürsten Glaubensfreiheit zusicherte. Schließlich war man zivilisiert.

Kriegsverbrecher müsste es viele gegeben haben, damals. Angeklagt, so weit ich weiß, wurde keiner. Die göttliche Strafe, davon ist auszugehen, muss jeden früher oder später getroffen haben. Es sei denn, er stand auf der richtigen Seite.

*

Minne ist Gedenken und Erinnerung.

»Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.«
Jean Paul

Der Traum eines Gottesleugners

Vor wenigen Tagen war es, als mir X. von einem sonderbaren Traum erzählte, den er hatte und der ihm in gewisser Weise unterschwellig bewusst machte, dass er starke Zweifel gegenüber dem vorherrschenden Glauben hegt. Tja. Da saß er also im Bett, grübelte und sinnierte, suchte einen Ausweg aus diesem gedanklichen Irrgarten und fand ihn einfach nicht. Wie oft er auch die vielen Argumente der klugen Leute gegen sein Innerstes warf, der Zweifel ließ sich weder klein reden noch davonjagen. Dieser Kampf zwischen innerer Überzeugung und äußerer Gewalt ist freilich so alt wie die Zivilisation selbst. Die Atheisten, die seinerzeit Gottesleugner genannt wurden, hatten einen schweren Stand gegenüber der gläubigen Masse. Im Geheimen mussten sie ihre Gespräche führen, ihre Tagebücher schreiben, immer der Gefahr ausgesetzt, verraten und denunziert zu werden. Die Strafe, damals wie heute, ist im günstigsten Falle die Verbannung aus der Gemeinschaft, im schlimmsten Falle der Scheiterhaufen, der die Existenz in Flammen aufgehen lässt. Ich habe X. gut zugeredet, ihm gesagt, dass es sich nur um eine Phase handeln und er vielleicht schon in ein paar Tagen wieder in der gewohnten Spur sein würde. Ich klopfte ihm schließlich bei der Verabschiedung auf die Schulter und meinte, er solle sich keine Sorgen machen, schließlich würden wir ja nicht mehr im finsteren Mittelalter leben. Mit hängendem Kopf ging er davon. Ich sah ihm eine Weile nach – bis sein Schatten im Dunkel der Nacht verschwand. Wenn er Glück hat, sagte ich zu mir, wird er sich nicht verraten und im Stillen die ketzerischen Gedanken aussprechen. Aber die Angst, so viel ist mir klar, würde von nun an sein ständiger Begleiter sein.

 

Atheïsmus

(auch) Zweifel u. Unglaube an die Volksreligion in einer geordneten Form; so hatten mehrere griechische Philosophen den Beinamen Atheos, weil sie an die Wahrheit u. Richtigkeit des populären Gottesglaubens nicht glaubten, so Diagoras Melios, Theodoros Kyrenios, Euemeros, Bion u. A.;

Pierer’s Universal-Lexikon, Band 1. Altenburg 1857

Die fabelhafte Welt der Historienforschung

Kurier_Knochenfund

Im gestrigen Kaffeehausvormittag im KURIER geblättert und dabei auf obigen Artikel gestoßen, der sich um die Exogamie in grauer Vorzeit beschäftigt, im Speziellen die Migrationsroute der Frau. Dass dem Schreiber des Artikels ein Lapsus unterlief – oder sollte man von einer Freudschen Fehlleistung sprechen? – hat mich natürlich königlich amüsiert. Vielleicht hatte auch nur das automatische Korrekturprogramm seine Arbeit gemacht, was bedeuten würde, dass ein Softwareprogramm in der Lage wäre, zwischen Fakt und Fiktion zu unterscheiden. Ungeheuerlich, nicht?

Oder ist es wirklich vorstellbar, dass eine junge Frau vor rund 3400 Jahren vom Schwarzwald nach Jütland wandert – ihrem Ehemann folgend -,  dann wieder in ihre Heimat zurückkehrt um schließlich am Ende in Jütland ihr Grab zu finden? Wenn wir der überlieferten Historie glauben schenken, dann sollte Mitteleuropa bis zur Römerzeit und darüber hinaus ein großer Urwald gewesen sein, in der die germanischen Barbarenstämme ihr Unwesen trieben und sich gegenseitig totschlugen. Heiden allesamt! In den Schwarzwald getraute sich zur Römerzeit kein Centurion. Wie sollte da eine junge Frau, tausend Jahre früher (!), unangetastet und unversehrt an ihr Ziel kommen, frage ich mich. Und auf welchen Wegen marschierte sie, bei welchen Gaststätten kehrte sie ein? Sollte es bereits in jener Epoche eine funktionierende Nord-Süd-Verkehrsverbindung gegeben haben? Aber wer sollte den Bau dieser grenzüberschreitenden Route samt aller Herbergen veranlasst und überwacht und ausgebessert haben? Und wenn es, wie die Forscher behaupten, „ein komplexes System des sozialen Austausches und der wirtschaftlichen Diversifizierung“ gab, dann muss man doch die Frage stellen, ob diese Leutchen tatsächlich so barbarisch und ungebildet waren, wie es uns die römischen Geschichtsschreiber 1500 Jahre später erzählten. Widerspruch in schriftlicher Form ist keiner überliefert. All die germanischen Fürsten, Könige und späteren Kaiser, bis zum ausgehenden Mittelalter, konnten oder wollten oder durften nicht schreiben. Wozu auch? Ach, dieses kriegslüsterne germanische Volk – so untätig, so unbesonnen – zog schon immer das Schwert der Feder vor, nicht wahr? Da ist es nur folgerichtig, dass man dem Deutschen sein Deutschtum austreibt. Und bist du nicht willig, so brauch‘ ich (›grenzenlose‹) Gewalt, sozusagen.

Als Jünger des Skeptizismus darf ich jedenfalls die überlieferte Historie und Chronologie in Frage stellen. Jean Hardouin tat es ja auch.

Herder Lexikon 1855: »Hardouin, Jean, geb. 1646 zu Quimper in der südl. Bretagne, wurde mit 20 Jahren Jesuit, bald Lehrer der scholastischen Theologie, dann Gehilfe und 1683 Nachfolger des Bibliothekars am Collége Ludwigs XIV. zu Paris, wo er 1729 st. Die umfassendsten Kenntnisse mit einem eisernen Fleiße verbindend, gab er Vieles heraus. darunter die Naturgeschichte des jüngern Plinius in usum Delphini, eine Numismatik, worin 600 neue Münzen erklärt wurden, sein Hauptwerk aber bleibt die: Conciliorum collectio regia maxima, gr. et lat. Par. 1715, welche in 12 Folianten von 34 n. Chr. bis 1714 reicht u. neben der Sammlung des Mansi allenthalben gebraucht wird. H. hegte mitunter sonderbare Ansichten, z.B. die Septuaginta sei ein unterschobenes Machwerk, der ursprüngliche Text des N. Test. lateinisch, die meisten alten Kunstwerke, Inschriften u. Münzen seien unächt, die Werke der alten Classiker mit sehr wenigen Ausnahmen im 13. Jahrh. durch Mönche verfaßt worden u.s.f.; er mußte diese Ansichten 1709 theilweise widerrufen, regte aber auch durch sie das wissenschaftliche Forschen an.«

Falls Sie mich nun fragen, wer, um Gottes Willen, sollte denn alte Klassiker fälschen, hier ein Hinweis:

Meyers Konvers.Lexikon 1909: Tritheim (latinisiert Trithemius, nach seinem Geburtsort; eigentlich Heidenberg), Johannes, Humanist, geb. 1. Febr. 1462 zu Trittenheim im Trierschen, gest. 13. Dez. 1516 in Würzburg, studierte seit 1478 in Heidelberg, trat 1482 in das Benediktinerkloster Sponheim bei Kreuznach, wurde bereits 1485 Abt desselben und siedelte, da er sich durch seine strenge Zucht verhaßt gemacht hatte, 1506 Abt des Schottenklosters nach Würzburg über. Wegen seiner Gelehrsamkeit bei den Zeitgenossen hochangesehen, ließ er sich durch seinen Hang zum Phantastischen und Mysteriösen schließlich zu Fälschungen verleiten. So sind der Mönch Meginfried, auf den er sich in seinen berühmten »Annales Hirsaugienses« beruft, ebenso der Chronist Hunibald, auf den er die unvollendeten »Annales de origine Francorum« zurückführt, erfunden.

Der Tag, an dem dieser Scribent zum Skeptizismus konvertierte, Anno Domini MMXVI

Burckhardt_Gewesenes

An diesem 25. Tage des 5. Monats im Jahr des Herrn 2016 und 7888* Jahr nach Adam kommet dieser Scribent zur wahren Einsicht dahero die einzige Wahrheit niemand inne haben würd können. Die hocherwürdige Lieb zur Weisheit und zur Skepsis / geschuldet unserer Vorväter / fegt hinweg all Trug und Lug in der gelehrigen Geschichtschreiberei. Nur der einzig wahre Glaub an die göttlich Skepsis kann bringen Licht in die Finsterheit der alten und neuen Zeit. Der brave Heinrich Cornelius hat geschrieben die Wahrheit über die Historici in der Schrift Ungewissheit und Eitelkeit aller Künste und Wissenschaften, Anno Domini M.D.XXVI:

»Aber dass wir zur Geschichtschreiberei wieder kommen, obgleich von dieser eine zierliche Ordnung, Glauben, Einstimmigkeit und Wahrheit der Sachen am meisten erfordert wird, so tut sie doch hierin nichts weniger als dieses. Denn die Historienschreiber sind so diskrepant und schreiben so divers und auf unterschiedliche Arten untereinander, dass es unmöglich scheint, und man fast notwendig dafür halten muss, dass die meisten unter ihnen die allerverlogensten unter den Leuten sein müssen. Ich will jetzt nichts sagen vom Anfang der Welt, von der allgemeinen Sündflut und Gründung Roms, denn davon schreiben sie, und ist doch das erste ihnen alles verborgen, das andere glauben nicht alle, und das dritte ist bei ihnen ganz ungewiss. Derowegen, weil dieses Sachen sind so weit entfernt, und mit gleicher Vernunft von allen nicht können begriffen werden, so verdienen sie noch etlichermassen Vergebung ihrer Irrtümer, aber von andern darauffolgenden Geschichten muss ihnen die Schuld der Lügen beigemessen werden. Der Ursachen aber solcher Nichtübereinstimmung gibet es gar viel, denn die meisten, weil sie nicht zu derselben Zeit gelebt oder an demselben Ort, oder bei denselben Personen und Geschichten gewesen[43] sind, so haben sie ihre Schriften aus andern Relationen zusammentragen müssen und können dahero nichts Gewisses und Beständiges schreiben.«

»So sind auch andere, die entweder aus Furcht oder aus Heuchelei, oder aus Hass der Wahrheit derselben etwas abzwacken; andere, indem sie die Taten ihrer Landsleute in den Himmel heben, verkleinern sie der andern ihre und machen sie gering, schreiben also nicht, wie die Sache an sich selber ist, sondern wie sie es gerne hätten, dass sie sein sollte, und wie es ihnen beliebt, und haben dabei die Zuversicht, dass diejenigen, welche sie so artig geschmeichelt haben, ihren Lügen nicht werden widersprechen oder Zeugnis wider sie geben. Dieses Laster, welches vor Zeiten bei den griechischen Skribenten gemein gewesen, ist heutiges Tages fast bei allen Völkern eingerissen, und werden diese Historienschreiber von den Fürsten zu keinem andern Ende unterhalten, als dass, wie Plutarchus sagt, sie durch ihre nachsinnigen Köpfe anderer Leute Tugenden unterdrücken, ihre Taten aber mit lauter unnützem Geschwätz und Erdichtungen durch ihre historische Autorität erheben. Also, wenn die griechischen Historici von Erfindung der Sachen schrieben, so massten sie sich selbst alle Erfindung bei. So ist auch eine andere verderbte Art der Historienschreiber und Schmeichler, wenn sie sich unterstehen, den Ursprung ihrer Fürsten auf die ältesten Könige zu extendieren, und wenn sie mit Deduzierung ihres Geschlechtes nicht können fortkommen, so muss ein fremder Urstamm und weithergeholte Fabeln herhalten, dichten den Königen neue Namen an und lügen nicht wenig dazu.«

*) Pierer Universallexikon 1859 – Die Jahrrechnung: Ära von Erschaffung der Welt (A. M., d.h. anno mundi, im Jahre der Welt). Die Juden fingen zu Ende des 13. Jahrh. nach ihnen zu zählen an, u. die Epoche der Erschaffung der Welt fällt nach ihrer, von dem Rabbi Hillel bestimmten Rechnung in das 3761. Jahr v. Chr. Sie fangen ihr bürgerliches Jahr (ein Mond-Sonnenjahr, s.u. Jahr) mit einem Neumonde, gewöhnlich Ende September, an, u. das Jahr 1859 unserer Zeitrechnung ist das 561 9/20. der ihrigen. Ehemals bediente man sich dieser Ära bei der alten Geschichte u. zählte durchgängig bis auf Christus nach Jahren der Welt. Die Bestimmungen hierüber weichen aber bedeutend von einander ab (man zählt 800 verschiedene Arten der Bestimmung der Epoche dieser Ära). So sollen nach Alfons v. Castilien von Erschaffung der Welt bis zu Christi Geburt 648 3/4 Jahr, nach Suidas 6000 Jahr, nach Lactantius u. Philastrius 5801, nach Nicephorus 5700, nach Julius Africanus u. A. 5500, nach Eusebios 5200 3/4. nach Metrodorus 5000, nach Frank 4182, nach Thom. Lydiat u. Laurent. Eichstadt 4004, nach M. L. Capellus u. Usher 4000, nach Dionysios dem Kleinen, Kepler, Petavius 3984, nach Scaliger u. A. 3950, nach Hieronymus von Santavide u. A. 3760, nach R. Lippmann 3616 Jahre verflossen sein. In Rußland rechnete man bis zum J. 1700 nach der Weltära, deren Epoche 5508 v. Chr. fiel. Allein da sich die Erschaffung der Welt gar nicht historisch-chronologisch angeben läßt, so kann man diese Berechnungsart nicht zur Zeitbestimmung der Begebenheiten brauchen, u. ihre historische Anwendung ist um so unsicherer, da die Chronologen selbst nicht wissen, in welchem Jahre der Welt Christus geboren ist. Es lassen sich daher, bei der Verschiedenheit der Meinungen u. Hypothesen hierüber, u. bei der völligen Ungewißheit der Epoche, die Weltbegebenheiten der frühesten Zeit nur nach Jahrtausenden, weniger nach Jahrhunderten, am wenigsten nach einzelnen Jahren bestimmen.