Schlagwort-Archive: muse

Ein Kaffeehausschriftsteller auf Abwegen, Wien anno domini 2022

Gegenwärtig hat es ein Wiener Kaffeehausschriftsteller nicht gerade leicht. Die Auflagen, behördlich angeordnet und streng exekutiert, verbieten ihm, Kaffee und Kuchen an Ort und Stelle zu konsumieren, ja, sie gehen sogar so weit, ihm jeglichen kontemplativen Aufenthalt zu verwehren.

Wie soll er sich da seiner musischen Eingebungen widmen können? Monate sind jetzt durch das Land der Berge, durch das Land am Strome gezogen und keine Besserung in Sicht. Der Schriftsteller mit viel Kaffee, aber keinem dazugehörigen Haus, muss zu einer Entscheidung kommen.

Auf der einen Seite könnte diese von oben erzwungene Abstinenz den Exilierten in eine geistige Thrombose treiben und dabei Türen und Tore aufstoßen, die besser verschlossen bleiben. Auf der anderen Seite würde der bewusst herbeigeführte Bruch – sei es mit Schläue, sei es mit Chuzpe – mit den ins Totalitäre gehenden und willkürlich festgelegten Direktiven eine Konfrontation mit dem Türhüter zur Folge haben.

Die Lüge wird zur Weltordnung gemacht„, legte Kafka, der seinerzeit noch ins Kaffeehaus gehen durfte, seinem Charakter K. in den Mund und hatte bereits die Zukunft, die wir Gegenwart nennen, vorweggenommen.

Rom, du ewige Stadt #Leben #Liebe #Literatur

Während ich diese Zeilen schreibe, genauso wie noch vor 20 Tagen, warte ich erneut, nein, vielmehr noch immer, voller Sehnsucht auf das helle Lachen einer Frau, die mir Muse ist und die mir Wörter und Sätze und, wer weiß, eine blühende Zukunft schenkt, die von einem gemeinsamen Wir spricht.

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Eine Clementine aus Korsika und ein turbulenter Flug von Nizza nach Wien

Das Festival International des Jeux in Cannes ging Sonntags zu Ende. Die Stadt zeigte sich von ihrer schönsten, so mild-frühlingshaften Seite – sah ich nicht sogar einen abgebrühten Kerl im Meer schwimmen? – der Abschied fiel wahrlich schwer. Die Abreise am Abend vom kleinen, hübsch aufgeräumten Flughafen in Nizza begann mit Verspätung. Da konnte keiner der Fluggäste ahnen, dass die Reise nach Wien recht turbulent werden würde. Aber der Reihe nach. Ich saß in der 29.

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Die dunklen Lebensgeschichten und die Essenz des Lebens

Gestern ergab es sich, dass mir meine Mutter Familiengeschichten erzählte, die von Tragödien und Verirrungen handelten. Dieser Rückblick, sentimental durchzogen, melancholisch geprägt, ließ mich nachdenklich werden. Worin besteht die Essenz des Lebens, besser die Essenz seiner eigenen Lebensgeschichte? Und ist nicht jede Lebensgeschichte wiederum eng mit den dunklen Lebensgeschichten anderer Menschen, die einem sehr nahe stehen oder nahe gestanden sind, verschränkt?

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Im Schatten eines verwunschenen Gartens

Wie lange mag es jetzt wohl her sein, dass ich an dieser Stelle einen Beitrag aufs virtuelle Papier brachte, der sich nicht um politische Querelen oder weltmeisterliche Fußballspiele drehte? Eine gefühlte Ewigkeit und eine Nacht.

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