richard k. breuer

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Schlagwort-Archiv: nato

Denkverbote #2: Der inszenierte Terror

Denkverbote-2

Seit 2001 werden die Bürger der westlichen Länder immer öfter mit Terroranschlägen konfrontiert. Während Medien den Schrecken zelebrieren und die Angst in der Bevölkerung schüren, nützen Politiker und Funktionäre den Schockzustand dazu, um unpopuläre Maßnahmen durch- und umzusetzen. Auf diese Weise können neue Konflikte entfacht, Kriege weitergeführt, Zivilisten überwacht, Verdächtige interniert und der immerwährende Ausnahmezustand ausgerufen werden. Mit jedem vermeintlichen Anschlag, mit jeder hasserfüllten Schlagzeile, mit jedem Angst machenden TV-Bericht rückt die westliche Welt Orwells Oceania ein Stück näher.

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Wenn die NZZ Propaganda betreibt …

Pinter_Wahrheit

Pinteresk

Eine unbedingte Lese-Empfehlung, für alle jene, die wissen wollen, wie eine Schweizer Qualitätszeitung im Ukraine- und Syrien-Konflikt eine doch recht einseitige Kriegspropaganda betreibt. Sie können davon ausgehen, dass es eine ähnlich einseitige Berichterstattung auch in deutschen und österreichischen Qualitätsmedien gibt. Die Studie beginnt mit folgender Einleitung:

»Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) ist die führende Schweizer Tageszeitung für internationale Themen. Doch wie objektiv und kritisch berichtet die NZZ über geopolitische Konflikte? Um dies zu überprüfen, wurden während je eines Monats alle NZZ-Berichte zur Ukraine-Krise  und zum Syrienkrieg analysiert und anhand des Modells von Professor Anne Morelli auf Muster von Kriegspropaganda hin ausgewertet.«

»Die Resultate sind eindeutig: Die NZZ verbreitet in ihren Berichten überwiegend Propaganda der Konfliktpartei USA/NATO. Gastkommentare und Meinungsbeiträge geben nahezu durchgehend die Sicht dieser Konfliktpartei wieder, während Propaganda ausschließlich auf der Gegenseite verortet wird. Die verwendeten Drittquellen sind unausgewogen und teilweise nicht überprüfbar. Insgesamt muss von einer einseitigen, selektiv-unkritischen und wenig objektiven Berichterstattung durch die NZZ gesprochen werden. Verschiedene Erklärungsversuche für diesen Befund werden diskutiert.«

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Europa auf Crashkurs oder Ein Dokumentarfilm des Ministeriums der Wahrheit

1984_Diktatur

V. machte mich auf den Dokumentarfilm Europa auf Crashkurs (The Great European Disaster link) aufmerksam, der Sonntagnacht im ORF ausgestrahlt wurde. In der ORF-TV-Mediathek (link) habe ich mir den Film angesehen. Erschütternd. Wirklich. Weil die Beweihräucherung der Europäischen Union ohne Skrupel vorgetragen wurde. In den 193oern nannte man solch eine Medienarbeit wahrheitsgemäß Propaganda, heutzutage Public Relations. Dass solche Image-Kampagnen mit öffentlichen Geldern bestritten werden, ist eine bodenlose Unverschämtheit, meinen Sie nicht auch?

Es ist lange her, die Volksabstimmung im Juni 1994 über den Beitritt Österreichs zur EU. Ich habe mein Kreuzerl an der richtigen Stelle gemacht. Jedenfalls glaubte ich es damals. Heute – ich weiß, was ich weiß – bin ich mir nicht mehr so sicher. Meine damaligen Beweggründe, Österreich in der EU aufgenommen zu wissen, waren simpel und einleuchtend. Ich hatte nämlich die Hoffnung, dass die Europäische Union dem politischen Proporz in Österreich ein Ende bereiten würde. Zwanzig Jahre später sieht es so aus, als hätte ich (und viele andere) versucht, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben. Ja, jetzt haben wir nicht nur den Wiener Salat, sondern auch die Brüsseler Bredrouille.

Ehrlich gesagt, die Zukunft sieht nicht rosig aus. Egal, wie man die Sache auch dreht und wendet, der Karren steckt im Schlamm. Politisch betrachtet, zielen die hohen Herren in Brüssel darauf ab, noch mehr Macht an sich zu reißen. Das ist nun mal so. Ein Mächtiger, der Macht freiwillig abgeben würde, ist, nun ja, nicht mehr mächtig und wird – früher oder später – von einem Mächtigeren ersetzt. Kurz und gut: Die Europäische Union steuert langfristig auf eine Diktatur zu, die sich vielleicht demokratisch nennt, aber elitär handelt. Wirtschaftlich betrachtet ist Europa Teil eines globalen Wirtschaftssystems. Wenn es nach den Plänen der hohen Herren in Washington und London geht, wird es alsbald nur noch eine (westliche) Währung, eine (westliche) Über-Zentralbank geben, die alle Belange des Geld- und Finanzwesens und damit die Wirtschaft selbst „steuert“. Kurz und gut: Eine (westliche) Weltwährung steht ante portas. Militärisch betrachtet ist Europa ein Vasall Washingtons (und Deutschland noch immer besetzt). Die NATO entwickelt sich zu einer Söldnertruppe, die überall dort eingesetzt wird, wo das Machtgefüge des Establishments in Frage gestellt wird und wo Forderungen, seien sie politisch, seien sie finanziell, nicht erfüllt werden. Kurz und gut: Eine NATO-Eingreiftruppe wird auch in Ihrer Heimatstadt für „Ruhe und Ordnung“ sorgen.

Conclusio: George Orwells 1984 ist aus heutiger Sicht keine dystopische Novelle, sondern vielmehr ein Tatsachenroman. Lesen Sie das Buch, dann wissen Sie alles, was man wissen muss. Und seien Sie auf der Hut! Das Ministerium der Wahrheit hat Ihre Zeitung und Ihren TV-Sender fest im Griff. Hier eine Kurzkritik der Doku in der britischen Tageszeitung The Telegraph.

Ein arabischer Frühling macht noch keinen Sommer

ein erster Entwurf

Gestern im Museum für Volkskunde Wien die Podiumsdiskussion* über den arabischen Frühling besucht und feststellen müssen, dass die renommierten Experten gefährlich an der Mainstream-Oberfläche schwimmen und beinahe fahrlässig mit Fakten und Wahrheiten umgehen. Dass der ausgewiesene Nahostexperte Lüders kein einziges Mal die Einflussnahme der USA und ihrer Verbündeten auf den arabischen Frühling erwähnt und noch mehr die NATO-Rebellion in Libyen befürwortet stimmt mich nachdenklich. Erst sein skeptischer Blick in Bezug auf die sich zuspitzende Lage gegenüber dem Iran und auf eine generelle Israelfreundliche Politik der Westmächte konnte mich wieder milder stimmen.

Alles in allem eine sehr enttäuschende Diskussion, die mir anzeigt, dass es immer wichtiger wird, die einen oder anderen Fakten einer interessierten Leserschaft näherzubringen – deshalb meine Anstrengung, dieses konspirative Buch so bald wie möglich zu veröffentlichen. Nur einen kleinen Ansatzpunkt, den man gemeinhin in den Mainstream-Medien in Bezug auf Libyen nicht erwähnt, will ich noch schnell anführen:

  • gemäß dem UN Arab Human Development Report 2005 (link) war der Fauenanteil in höheren Berufen in Libyen am höchsten in der arabischen Welt.  Libyen war das einzige arabische Land, das ein Protkoll zur UN Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination against Women (CEDAW) unterzeichnete, das jedem Individuum garantiert, Klage beim United Nations Committee on the Elimination of Discrimination against Women einreichen zu dürfen. Dass sich der Lebensstandard in Libyen durchaus mit der westlichen Welt vergleichen ließe, ist vielleicht auch erwähnenswert. Es gäbe noch mehr zu sagen, aber für mich klingt es nicht nach einem islamisch fundamentalistischen Regime, das seine Bürger ausbeutete und knechtete. Trotzdem wurde aus humanitären Gründen Libyen in die Steinzeit zurückgebombt. Somit ist der Weg frei für religiöse Hardliner, die der USA wieder eine Militärbasis und Frankreich/England viel Öl zum Geschenk machen werden müssen. Immerhin gilt es jetzt, Libyen aufzubauen. Das kostet Geld. Viel Geld. Enjoy the ride.

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* Gudrun Harrer/ DER STANDARD moderiert eine Podiumsdiskussion mit Michael Lüders, Stephan Procházka (Arabist), Cengiz Günay (Politikwissenschafter) und Helmut Krieger (Soziologe).

Oslo, Amy, Gladio, Tonkin, das Christkind und der Journalismus, der abgesoffen ist

Anmerkung: Der Zwischenfall im Golf von Tonkin – US-Kriegsschiffe wurden von bewaffneten vietnamischen Schnellbooten angegriffen – führte 1964 zum Kriegseintritt der USA in Vietnam; später stellte Daniel Ellsberg fest, dass dieser Zwischenfall gar nicht stattgefunden hatte und es eine bewusste Falschinformation der damaligen US-Regierung war; welche Schwierigkeiten Daniel Ellsberg hatte, diese Vertuschung aufzudecken kann in vielen Dokumentationen und Büchern nachgelesen werden und ist spannender als jeder Polit-Thriller. Im Besonderen, wenn man auf Tonbandaufzeichnungen Präsident Nixon sagen hört, dass man diesen Hurensohn endlich zur Strecke bringen soll. Nice.

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