richard k. breuer

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Denkverbote #3: 9/11

Denkverbote-3

Das größte Verbrechen im 21. Jahrhundert war und ist Basis für den sog. War on Terror, ein Kampfbegriff, der den nicht enden wollenden Krieg – perpetual war – im In- wie im Ausland möglich macht. Während an der Heimatfront die vom Volk gewählten Regierungen darangehen, den Nationalstaat abzuschaffen und durch eine grenzenlose zentrale Machtstruktur zu ersetzen, werden souveräne Staaten, die sich dieser Weltordnung entgegenstellen, medial diffamiert, wirtschaftlich sanktioniert und schließlich militärisch attackiert. Der Begriff „War on Terror“ dient seit nunmehr 16 Jahren dazu, die Guten von den Bösen zu trennen und Konflikte, so brutal und menschenverachtend sie auch sein mögen, zu rechtfertigen. Der damalige britische Umweltminister Michael Meacher brachte es 2003 in einem Zeitungskommentar auf den springenden Punkt: The war on terrorism is bogus. Für diese Ketzerei wurde er freilich von Tony Blair gefeuert.

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US-Wahl 2016: Der Tag, an dem Geschichte geschrieben wurde!

DemokratieDialog

Es ist jetzt 00:38 und die ersten Auszählungen tröpfeln langsam ein. Noch ist nichts gesagt, noch steht kein Sieger fest. Es bleibt spannend. Wird die Wählerschaft einen Schlussstrich unter die korrupten Globalisierungsgangster machen? Oder fällt sie ein weiteres Mal den Überredungskünsten der Mainstreammedien zum Opfer?

02:47 – Florida steht auf Messers Schneide. Thriller! Irgendwie hat man das Gefühl, dass da im Hintergrund Spielchen gespielt werden.

03:40 – 53 % Wahrscheinlichkeit, dass Donald Trump der neue Präsident wird.

04:35 – Florida ist noch immer nicht gecalled. New York Times geht von einem Erdrutschsieg aus.

05:17 – Hm. Irgendwie ist die Katze noch nicht im Sack.

06:18 – Noch immer ist es nicht offiziell in trockenen Tüchern.

07:24 – Noch immer wollen die Demokraten und deren Mainstream-Medienmaschine nicht aufgeben.

07:56 – NBC hat noch immer nicht Pennsylvania gecalled. Andere haben es bereits zu den Republikanern zugeschlagen. Hm.Sieht so aus, als würde  John Podesta vor die Presse treten.

08:05 – Na bravo. Die Demokraten geben nicht auf. Jede Stimme zählt, ruft Podesta ins Mikrofon, und die Unterstützer sollen nach Hause gehen. Und jetzt? Hillary Clinton hatte gar nicht erst die Kraft, diese Vertröstung auszusprechen.

8:24 – Aha. Pennsylvania wurde gerade von 99 % ausgezählt auf 89 % geändert. Was ist da los? Okay, nur ein Anzeigefehler.

8:36 – Donald Trump wurde von der New York Times, AP und Bloomberg als Gewinner bekanntgegeben, aber die großen TV-Konzerne halten sich bedeckt.

8:42 – Schlapperlot. Hillary Clinton soll aufgegeben haben.

8:45 – Vizepräsident (elect) Mike Pence hält eine Rede.

8:48 – Ladies and Gentlemen, the new President of the United States of America: Donald J. Trump

Meine Güte. Das war eine Nacht. Ich habe Geschichte miterlebt. History in the making.

Jetzt wird sich zeigen, ob diese Hoffnung und dieser Optimismus in positive Taten und Aktionen umgesetzt werden können. Wird endlich das gierige internationale Wall Street-Establishment mit seinen überheblichen Mainstreammedien-Trommlern in die Schranken gewiesen? Die Zeichen stehen gut. More to come!

Good night and good luck.

 

 

 

 

14 Jahre später und kein bisschen schlauer: Das Mysterium 9/11

Cover of the New York Magazine 1974 May 27

Was sind die Chancen, ein ausgebrochenes Feuer in einem Wolkenkratzer zu überleben?, fragte das New York Magazine im Mai 1974.

Heute, vor 14 Jahren, wurden die Weichen für den immerwährenden Krieg gestellt: War is Freedom. Die Anschläge vom 11. September 2001 markieren das Ende eines Frühlings. Der Kalte Krieg ging schleichend in einen asymmetrischen Krieg über, der weder Grenzen noch Menschlichkeit kennt und der weder Feind noch Freund schont. War on Terror, wie es im orwellschen Newspeak heißt.

Sind Sie noch immer der Meinung, dass die offizielle Erklärung zu den Anschlägen der Wahrheit entspricht? Kurz, dass es eine Hand voll muslimische Selbstmordattentäter waren, die Passagierflugzeuge in ihre Gewalt brachten und damit in die Gebäude flogen? Was müsste geschehen, um Sie umzustimmen? Welche Fakten, Beweise und Indizien würden Sie benötigen, um Ihre Meinung zu ändern? Nun?

Gewiss, alle Welt hat es gesehen. Mit eigenen Augen. Andererseits, die Leute vor den TV-Geräten – ich war einer von ihnen – hatten damals nur ein Abbild gesehen. Wir gehen davon aus, dass dieses Abbild „real“ ist. Natürlich. Und doch, wenn wir beispielsweise ins Kino gehen, wissen wir, dass das gezeigte Abbild nicht real ist, obwohl sich die Bilder nicht sonderlich unterscheiden. Bürotürme stehen in Flammen, Hochhäuser explodieren. Woher wissen wir, wann etwas wirklich und wann etwas unwirklich ist? Am Ende ist es nur unser Vertrauen gegenüber den Medienleuten. Wir vertrauen darauf, dass wir nicht angelogen werden. Wenn die Medienleute sagen, dass das Gesendete „real“, also „live“ ist, dann ist es das auch. Punktum. Und doch können auch Medienleute in die Irre geführt werden. Was wissen die Redakteure in den Zentralstellen, weitab vom Geschehen, was gerade geschieht und was nicht geschieht? Woher erhalten diese ihre Informationen? Und woher bekommen die TV-Sender ihre Live-Bilder?

Falls Sie viel Zeit und Muse haben, dann empfehle ich Ihnen die damaligen 9/11-Live-Bilder der TV-Sender ABC, NBC, CBS, FOX5, CNN und BBC anzugucken. So, wie sie damals in die Wohnzimmer gesendet wurden. Im Internet-Archive können Sie noch einmal „live“ dabei sein. All die Konfusion. All die Vermutungen. All die Behauptungen. All die Interviews. All der Informationsmischmasch. Und doch einigten sich die Medienleute recht bald auf eine Erklärung, die sich im Zirkelschluss selbst erklärt: Terroranschlag – al-Qaida – Osama bin-Laden – Attentäter – Flugzeugentführungen – Terroranschlag.

Hier eine synchrone Zusammenstellung der 5 US-TV-Sender und ihre seltsame „live“-Berichterstattung am Morgen des 11. Septembers 2001. Die Schlüsse, die der Macher SimonShack am Ende des Clips zieht, lasse ich einmal im Raum stehen. Wichtig ist für mich lediglich, dass Sie die damaligen „Live-Bilder“ noch einmal in kompakter Form sehen können.

*

Die Stärke der offiziellen Erklärung ist ihre Einfachheit. Jedes Kind versteht die Abfolge. Jeder Greis die Auswirkungen. Deshalb stehen all die Wahrheitssucher auf verlorenem Posten. Sie wissen, dass die offizielle Erklärung nicht stimmen kann, aber sie können dem misstrauischen Publikum keinen Erklärungs-Ersatz anbieten, der ebenfalls einfach zu verstehen ist. Und so bleibt der gewöhnliche Bürger Gefangener einer für ihn konstruierten Fiktion, während sich die Schlinge um seinen Hals enger zieht.

Als Einführung in das rabbit hole 9/11 empfehle ich die im ORF ausgestrahlte Doku: ZERO: An investigation into 9/11 – Was steckt wirklich dahinter? Gewiss, der Film bietet keine Antworten, aber er wirft viele Fragen auf. Immerhin.

Célines 9/11

911_2014

… offen gesagt, nicht recht verstanden, was geschehen war … manchmal verheddert sich alles … soviel Schildbürgerstreiche! sollten wir so verblödet sein! … Himmelherrgott, ist doch nicht möglich! … doch! doch! doch! … man wagt sich einfach nicht mehr zu fragen, niemand versucht einen zu verstehen! Leser, Zuschauer, bestimmt, ganz bestimmt, verlangen nur eines, daß man aufgehängt wird! und rasch! hoch und kurz! in welchem Stil man da baumeln wird? komplizieren Sie die Heilige Schrift nicht! das Genie dieser Zivilisation besteht darin, daß sie Gründe für die schlimmsten paranoischen Schlächtereien gefunden hat … der Sinn der Geschichte! … new look, blutige Sozialversicherte, zermanschte Lebern, zersplissene Hirnhäute, sadistische, motorisierte Faulenzer, fernsehübertragen und entzückt! … ganz selig! … und noch mehr! … und noch mehr! … ein Glas! zwei! … Rülpser!

Louis-Ferdinand Céline (1894-1961)
Norden, S. 179
Rowohlt Verlag, Hamburg 1969

Nach dem ich nun das Buch Norden von Céline ausgelesen habe und noch immer von der Wucht dieser rund 400 Seiten langen Wutrede gänzlich vereinnahmt bin, versuche ich mich an ein literarisches Experiment, das freilich nicht ungefährlich ist. Ganz im Sinne des französischen Autors möchte ich den einen oder anderen Gedanken zu Papier bringen. Es geht, wie könnte es an diesem Tag anders sein, natürlich um die Anschlagsserie vom 11. September 2001. Lange her, ja, und trotzdem hat dieser Tag die Welt verwandelt. Nein, nein, nicht die Erdkugel per se, vielmehr die Gedankenwelt der Menschen. Unheimlich, aber so ist es nun mal, wenn Geschichte geschrieben wird. Das literarische Céline-Experiment, ich möchte sie vorweg warnen, ist nichts für zarte Gemüter. Generell, Sie wissen es vermutlich, bin ich ein harmoniesüchtiges Sensibelchen. Ich gehe jeder Konfrontation aus dem Weg und hüte mich davor, anderen meine Wahrheit aufzutischen, wohl wissend, dass es nur Widerwillen und Unverständnis hervorrufen würde. Deshalb habe ich mich erdreistet, ein 600-seitiges Buch über all diese vielen Wahrheiten zu schreiben. Es ist ein work in progress. Ich bin stolz drauf, endlich gesagt zu haben, was sich sonst keiner auszuschreiben getraut. Fein. Sind Sie nun für das Experiment bereit?

***

»Können Sie sich noch erinnern? An diesen Septembertag. Diese Türme … und dann, bumms … bumms … man traute seinen Augen nicht. Konnte es nicht glauben. Wie denn auch? Hatte man so etwas schon mal erlebt? Natürlich nicht. Niemand hatte es. Das war ein Schlag. Man war ganz benommen. Es war so unwirklich. Völlig unwirklich. Man fühlte sich in einem Film. Im falschen, natürlich. Hollywood kam einem da in den Sinn, nicht wahr? Das waren Tage. All diese Gefühle und Ahnungen und Ängste. Wenn so etwas möglich war, war alles möglich. Wirklich alles! Plötzlich könnte man sich all diese mäßigen Sci-Fi-Horror-Storys bildlich vorstellen. Außerirdische, die einem das Gehirn auffressen? Ja, ja, wird gerade live gesendet. Oh. Ah. Man dachte bereits, dass diese Leutchen längst gehirnlos waren. Sah man täglich. Stündlich. Ich schweife ab. Ja, so ist das, wenn man sich die Wahrheit von der Seele schreibt. Einfach drauf los. Schwupp. Schon bin ich wieder wo anders. Das geht schnell, Sie wissen ja, wie die Gedanken springen und hüpfen und in eine Richtung laufen, wo man gar nicht hin wollte. Aber, naja, man ist nun mal hier und Basta! Also, 9/11! Was gäb’s da noch viel zu schreiben, werden Sie mich fragen. Sie wissen alles, nicht wahr? Sie beten die offizielle Version, diese Narrativ, im Schlaf herunter. Würde man Sie mitten in der Nacht aufwecken und Sie fragen, was damals geschah, Sie würden die ›Wahrheit‹ herunterstöhnen: ›Terroristen … Flugzeuge … entführt … Towers … Bumm! Bumm! … heiß, so heiß … die Stahlträger … geschmolzen … der Einsturz. Pfannkuchenartig! … ja, ja. Rutsch! Futsch! Aus!‹

Ja, die Wiederholung der Wiederholung. Schlagen Sie heute die Zeitung auf, werden Sie daran erinnert, an DIE Wahrheit. Jedes dieser Blätter spielt Komödie. Boulevard oder Qualität, das spielt keine Rolle. Sie trompeten alle in das selbe Horn. Ekelhaft. Als wäre das Rückgrat abgeschafft. Keiner stellt Fragen. Alle nicken DIE Wahrheit ab. ›So ist es gewesen! Punkt!‹ Wer sich über den einen oder andern Fakt wundert, sich getraut eine Frage zu stellen, wird fertig und runter gemacht. Jene, die ihr Hirn verwenden, werden als ›Verschwörungsfantasten‹ ausgelacht, verhöhnt, belächelt und in die Ecke gestellt. Niemand, der bereit wäre, zu denken, den Gehirnapparat zu verwenden und die Wiederholung der Wiederholung auszublenden. Und immer diese Bilder, diese Fotos, diese Clips, diese Geräuschkulisse. Pffft … Bumm! Schreie! Entsetzen. Pffft … Bumm! Man wird ganz kirre dabei, keine Frage. Beeindruckend, ja, ja. Trotzdem, die Fakten verschwinden nicht, nur weil es diese Bilder gibt. Das ist ja der ganze Trick dabei. Haben Sie’s noch nicht gemerkt? Immer und überall, wenn die Kacke am Dampfen ist, wird eine Erklärung gefunden, die sogar der dümmste Hund verstehen kann. Das ist aber erst der Anfang. Danach wird die Emotionstaste gedrückt. Pausenlos: die armen Opfer! Schrecklich, all diese Toten. ›Wer hier und jetzt nicht mit uns ist, der ist gegen uns!‹ Scheiße, ich will wissen, was da gespielt wird, gespielt wurde. Die Obrigkeit interessiert sich einen Pfennig für die Toten. Soll das ein Witz sein. Hören Sie sich Nixon und Kissinger an, wie sie realpolitisch daran gehen, Nord- und Südvietnam und Kambodscha in die Steinzeit zu bomben. Zweihundertausend Tote? Ist denen aber so was von schnurz: ›You’re so goddamned concerned about civilians, and I don’t give a damn. I don’t care.‹ Ja, so sieht es aus. Die Toten sind nur dann für die da oben relevant, wenn es darum geht, abzulenken oder auf der Klaviatur der Emotionen zu spielen. Hübsche Melodie. So schön schaurig-wütend. Und ich frage mich, warum das niemand kapiert? Die Leutchen werden angelogen, so offensichtlich, so perfide, so heimtückisch, all das während des helllichten Tages, dass einem schwummrig werden kann. Huh. Sie sind alle so überzeugt, dass man nicht mehr weiß, ob man es mit Menschen oder programmierten Maschinen zu tun hat. War das schon immer so? Konnten die da oben wirklich immer schon machen, was sie wollten? Es sieht so aus. Der Pöbel, gehirnlos, rückgratlos, folgt und folgt und folgt. Brav. Dafür gibt es dann ein Stück Zucker. Aber nicht zu viel. Orwell? Man muss nur die beiden Bücher lesen, Sie wissen schon welche, dann weiß man alles. Mehr braucht es eigentlich nicht, um zu verstehen, was in dieser Welt abgeht, vor sich geht. Vergessen Sie Ihre Zeitung, Ihre TV-Nachrichten. Das ist ausgekochter Blödsinn, was da drinnen steht, was da gesendet wird. Kann ja gar nicht anders sein. Fragen Sie doch mal, woher das ganze Geld kommt, um so eine Zeitung tagtäglich zu drucken? Oder einen Fernsehsender zu betreiben? Eine freie Presse, die hat es vielleicht mal gegeben, aber auch da bin ich mir gar nicht mehr so sicher. Wer zahlt, Sie müssen es doch wissen, der schafft an und schreibt die Artikel. In seinem Sinne. Natürlich nur in seinem Sinne. Wär doch gelacht. Glauben Sie nicht, was? Hätte ich auch nicht. Aber ich weiß, was ich weiß. Ihnen wird eine Welt vorgegaukelt, die es so nicht gibt, nie gegeben hat. Huh. Potemkinsches Dorf! Ja, das ist es. Ich hab’s so in meinem Buch benannt. So und nicht anders.

Also? Was ist damals wirklich geschehen? Und ersparen Sie mir die 08/15-Platidüden. Ich frage Sie, woher Sie wissen, was Sie wissen? Waren Sie vor Ort. Damals? Vermutlich nicht. Haben Sie mit Leuten gesprochen, die vor Ort waren? Vermutlich nicht. Kurz und gut, Sie wissen nur das, was man Sie wissen lässt. Gucken Sie sich doch mal in Ruhe die LIVE-TV-Berichterstattung der 7 größten TV-Sender an: ABC, BBC, CBS, CNN, FOX, NBC, FOX News. Wie soll das gehen? Internet, you know! One link here, one link there!  Da werden Ihnen die Augen und Ohren übergehen. Oh, welch eine Konfusion im Studio, auf der Straße. Niemand, der wusste, was da gerade abging. Jeder stellte Vermutungen an. Niemand getraute sich, von DER Wahrheit zu sprechen. Ein Flugzeug? Nope. Keines gesehen. Eine Rakete? Ja, ja, eine Rakete! Nein, nein, eine Bombe! Oder doch ein Privatflugzeug. Ein kleines, kein großes. Ein Unfall? Tragisch. Shit happens, ja. Und dann, dann tauchen die Experten auf. Ins Studio geholt, in der Telefonleitung. Und die, die wissen, was Sache ist. TERRORanschlag. Sie posaunen es in die Welt. Wenig später, die ersten offiziellen Erklärungen. Ja, ja, TERRORanschläge. WIR werden angegriffen! Huh. Man kennt bereits den Drahtzieher. Schlapperlot. Ein Ex-CIA-Saudi-Söldner – mit kaputten Nieren – soll diese Anschläge ausgedacht und umgesetzt haben. Wow! Was für ein Preisleistungsverhältnis. Teppichmesser und der Wille, das Unmögliche möglich zu machen, die physikalischen Gesetze für einen ganzen Tag außer Kraft zu setzen. Beeindruckende Leistung. Man möchte beinahe applaudieren, wenn es nicht so ein blutiges Schauspiel gewesen wäre. Wobei, Blut haben wir keines gesehen. Keinen Tropfen. Seltsam, nicht, diese Zurückhaltung? Nein, halt, hin und wieder sah man sie, die Verwundeten, die Feuerwehrleute. Gezeichnet. Blut verschmiert. Mit Staub über und über bedeckt. Woher kam der Staub? Achselzucken. Diese Türme, die haben sich förmlich in Luft aufgelöst. Schwupp. Fast nichts mehr da. Dieser alte Söldner mit seinem ulkigen Bart, wie hat er das nur gemacht? David Copperfield musste einem da in den Sinn kommen. Damals. Sie wissen schon, der Illusionsmeister, der schon mal die Freiheitsstatue verschwinden hat lassen. Oder ein kleines Flugzeug. Das ist ja die Sache, die ich Ihnen versuche begreiflich zu machen. Der gute Copperfield lässt die Freiheitsstatue verschwinden und alle Welt weiß, dass es nur ein Trick ist. Ein teurer, zugegeben, aber eben nur ein Trick. Jeder Zauberer kann eine Taube aus dem Hut zaubern. Huh. Das Publikum ist gelangweilt. Alter Hut. Jeder weiß, dass es ein Trick ist, nicht? Aber wo ist der Unterschied zwischen dem einen und dem anderen? Der einzige Unterschied ist, dass es Leutchen gibt, oben und unten, die Ihnen sagen, was Sie zu glauben haben. Schlagen Sie Ihre Zeitung auf. Schalten Sie das Flimmerkästchen ein. Da. Die Bilder. Die Fotos. Die Geräuschkulisse. Bumm! Erinnern Sie sich! Gedenken Sie! Eine Minute Schweigen. Dann die Werbung. Dann die großformatige Anzeige der Billigfluglinie, die nun auch New York anfliegt. Günstiger geht nicht. Ach, die Experten. Ja, natürlich. Sie erklären, penibelst und im Dampfplauderstil, warum die offizielle Version die endgültige Wahrheit ist. Niemand, der sich – laut und deutlich – verwundert den Kopf kratzt, niemand der ernstlich Zweifel hegt. Nicht in der Zeitung, nicht im TV. Nun, ich weiß schon, hin und wieder werden diese irren Theoretiker mit ihren absurden Theorien vorgeführt. Je irrwitziger, desto besser. Haha. Wirklich zum Schießen, der Kerl da, der meint, es wären keine Flugzeuge entführt worden, ja, es hätte gar keine gegeben. Haha. Lustig. Oder dieser eine Russe da, der behauptet, man hätte die Towers mit ner Atombombe hochgejagt. Haha. Lustig. Oder die durchgeknallte Ingenieurin, die von einer unbekannten Strahlenwaffe faselt. Haha. Ein Schenkelklopfer. Und jetzt gucken wir Mannsterne und Manngrisse, die sind auch so lustig, besser noch, sie machen sich über die einfältigen Leutchen da draußen lustig. Hach, es ist schön, zu wissen, dass man weiß, dass man alles weiß.

Also? Haben Sie noch immer nicht genug? Sie sind Masochist. Ganz klar. Wobei der gute Sacher-Masoch sicherlich nicht sehr erfreut wäre, würde er wissen, wie man mit seinem Namen Menschen abstempelt. Gleiches gilt natürlich für de Sade. Die beiden können einem Leid tun. Gezeichnet und abgestempelt fürs Leben. Aber so ist das. Eine kleine Perversion, eine größere Abschweifung … und schon ist man darauf reduziert. Als würde das ganze Leben nur aus diesen Unregelmäßigkeiten bestehen. Aber so ist der Mensch, besser: so funktioniert der Kopf da oben. Wir brauchen Simplizität. Wir verallgemeinern, nicht weil wir so blöd sind, sondern weil wir es gar nicht anders können. Deshalb funktioniert die Propaganda so gut. Einfach. Verständlich. Emotional. Mehr braucht es nicht. Oh, doch, die Wiederholung. Und, wichtig, alle müssen in den Chor einstimmen. Wer den falschen Ton trifft, wird gemaßregelt, wer nicht mitsingen will, muss aufkehren. Sauber, sauber. Wie geht es jetzt weiter? Werden wir jemals erfahren, was damals geschah? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Ich gehe davon aus, dass 9/11 das John F. Kennedy-Attentat des 21. Jahrhunderts ist. Viele Theorien. Viele Überlegungen. Aber der Mainstream, der blökt die offizielle Version nach, die so absurd ist, dass einem die Haare ausfallen. Hilft alles nichts. Interessiert keinen. Genauso ist es bereits mit 9/11. Interessiert eigentlich kein Schwein mehr. Ist lange her, hört man. Ja, schrecklich, entsetzlich, die armen Leute und so. Dass dieser Terror-Event Kriege losgetreten hat, ja, den Frieden förmlich abgeschafft hat, ist jedem schniezpiepegal. Perpetual war, wie es so schön vorausgesagt wurde, von Orwell, von einem US-Historiker. Der ewige Krieg! Hach. Die Oberen, sie klatschen erfreut in die Hände. Krieg, ja, das ist ihr Geschäft, da kennen sie sich aus. Im Krieg, wir sollten es doch längst wissen, ist alles erlaubt. Folglich, wenn wir nicht mehr im Frieden sind, sind wir im Krieg, ergo, kann man mit uns und der Welt alles anstellen. Darum ging es. Darum geht es. Der Persilschein. Freifahrtsschein. Das Wort TERROR öffnet die Bombenschächte, die Steuersäcke. Die da oben, die pfeifen und wir tanzen. Ohne, dass uns das auffiele. Wir schlafwandeln förmlich von einer Katastrophe zur nächsten. Wir nicken den nächsten Krieg ab. Was sollte man sonst tun? Same procedure as every year. Achselzucken. Wir betrauern nur noch ausgewählte Tote. Unsere, freilich. Nicht die dort, auf der anderen Seite dieser Welt. Ein Bombenanschlag dort unten, ja, ist eine Erwähnung wert, nicht mehr. Ein oder zwei Bilder. Ein oder zwei Artikel. Klein. Bescheiden. Emotionslos. Und sonst?

Ich könnte ewig so fortfahren. Verlorene Liebesmüh. Weiß ich. Manchmal möchte man seine Feder hinwerfen. So völlig sinnlos kommt einem alles vor. Wofür? Für wen? Gegen die Masse, blökend, gehirnlos, rückgratverkrümmt, da gibt es kein Mittel. Sie beherrscht den Einzelnen, das Individuum. Das ist ja die Crux. Canetti und seine Angst vor der (Fußballfan-)Masse, ja, diese Angst, die haben sie alle, die Intellektuellen, die Oberen, die Reichen, die Gescheiten, die Erfolgreichen. Deshalb muss sie gebändigt und im Zaum gehalten werden. Koste es, was es wolle. Gewiss, ich habe sie auch, diese Angst vor der Masse. Nicht, weil ich viel zu verlieren hätte – was kann ein brotloser Schreiberling, der es ernst meint, schon zusammenraffen? -, sondern weil ich merke, wie das Schiff langsam absauft. Merken Sie nicht, die Anstrengung, die Leutchen zu verblöden? Manchmal will ich schon gar nicht in die Pöbel-Bezirke, obwohl ich dort doch aufgewachsen, meine Kindheit und Jugend verbracht habe. Aber es ist entsetzlich, diese Verwahrlosung. Nicht nur körperlich, sondern vor allem geistig und kulturell. Es ist so un-menschlich. Wo soll das nur enden? Freilich, es endet nie. Das ist ja die einzige Wahrheit, auch wenn sie falsch ist. Paradox und doch … es geht immer weiter. Und wenn wir wieder zurück müssen, in die Höhlen und uns mit Fellen bekleiden … die Menschheit stirbt nicht aus, es geht immer weiter. Ja, der Mensch ist anpassungsfähig. Zum Guten wie zum Schlechten. Er will leben, überleben – was nimmt er da nicht in Kauf! Seltsam, diese Spezies. So viele Fähigkeiten und doch liegen sie allesamt brach. Ja, die da oben, die brennen uns aus. Von Innen. Langsam. Ganz langsam geschieht das. Beinahe unmerklich. Aber ich sehe es. Jeden Tag aufs Neue. Das ist entsetzlicher als alle 9/11s. Würden wir in einer humanen Gesellschaft leben, in einer funktionierenden, wir könnten es mit allem Unbill aufnehmen. Aber da mache ich mir wohl etwas vor, nicht? Ja, wir leben alle in einer Illusion. Sind gefangen darin. Können nicht raus. Wir sehen, was wir sehen wollen. Das war schon immer so. Ändert sich nicht. Wie denn auch? Man kann nicht raus, aus seiner Haut. Niemals. Niemals.

Gut. Gut. Abschluss. Was bleibt zu sagen. Glauben Sie nichts, was man Ihnen vorschreibt zu glauben. Denken Sie! Akzeptieren Sie keine offiziellen Erklärungen, die bereits von Weitem faulig und falsch riechen. Es liegt nicht an Ihnen, DIE Wahrheit herauszufinden, dafür sind andere zuständig. Ja, es ist unangenehm, wenn eine Sache nicht als abgeschlossen betrachtet werden kann. Man möchte doch eine runde Geschichte haben: Anfang – Mittelteil – Ende. Was wäre eine hübsche Geschichte mit offenem Ende? Unbefriedigend. Aber so ist es. Was soll man da machen, ha? Ich weiß, was ich weiß. Das ist gut. Manchmal. Manchmal, ja, manchmal, wünschte man sich, nichts zu wissen. Dann hätte man dieses literarische Experiment nicht geschrieben, das einem in Teufels Küche bringen kann. Und Hitze vertrage ich nicht sonderlich gut. Ich bitte also darauf zu achten, bevor Sie mir einheizen.«

Henry Miller, Klaus Kinski und der Wendekreis im Nexus

Ich habe kein Geld, keine Zuflucht, keine Hoffnungen.
Ich bin der glücklichste Mensch der Welt.
Wendekreis des Krebses
Henry Miller

Das Layout für das Magazin LF soweit fertig und die Daten an die Druckerei verschickt; der Satz und den Umschlag für das phantastische Jugendbuch über fünf verschollene Kinder in einer ersten Version erledigt; Kostenvoranschlag für Erstellung eines E-Books für VS. in der gedanklichen Warteschleife. Ein bisschen Zeit also, um kurz über Gelesenes der vergangenen Wochen zu resümieren. Vor allem sticht hier Henry Miller  und Klaus Kinski heraus.

Miller und Kinski – auch wenn sie unterschiedlichen Generationen angehörten – sind sich nicht unähnlich gewesen. Beide auf der Suche. Beide litten, darbten, hungerten. Miller im Paris der 1920er und 1930er, Kinski im Nachkriegsdeutschland der 1950er. Immer wieder erschütternd, wenn der wohlbehütete Leser der Gegenwart mit dem schonungslosen Überlebenskampf konfrontiert wird. Freilich, die beiden hätten es auch anders haben, hätten sich in das System – vulgo Hamsterrad – eingliedern können. Aber sie waren zu ego-zentriert, zu leidenschaftlich, zu verrückt, als das sie für längere Zeit mit dem Strom schwimmen wollten. Aber alles hat seinen Preis. Wirklich.

Wenn wir uns heute im Kunstbetrieb umsehen, dann merken wir, dass es zu aller erst um den „Betrieb“ geht, dann erst kommt die „Kunst“. Wir treiben gegenwärtig einen Quantitäts-Fetisch auf die Spitze. Wo immer man hinkommt, überall werden einem die Verkaufszahlen, die Auflagen, die exorbitanten Auktionserlöse, die ausverkauften Wiederholungskonzerte um die Ohren geschlagen. Jeder musisch Inspirierte, der da nicht mithalten kann, wird ohne Zögern aussortiert und auf den Abfall geworfen. Punkt. Aus. Dazupassend der Artikel über alternde 30jährige Fußballgrößen und bekannte Rockstars jenseits der 60.

Möchte man also über Menschen lesen, die sich weder beugen noch brechen lassen, dann ist man bei Miller und Kinski gut aufgehoben. Freilich, auch sie haben Zugeständnisse und Kompromisse machen müssen: Miller bettelte und schnorrte und er hoffte beinahe täglich, dass ihm seine Frau in New York Geld überweisen würde; Kinski spielte jeden „Dreck“, so lange ihm die Produzenten eine gehörige Summe anboten. Die beiden autobiographisch gefärbten Bücher sind jedenfalls spannender zu lesen als jede gut konstruierte Fiktion. Miller und Kinski muss man einfach empfehlen. Gerade in Zeiten, in denen die Balance zwischen Mensch (Emotion) und Maschine (Geist) nicht mehr stimmt. Aber das ist eine andere Geschichte.