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Shakespeare in Parsons Green, London

Feuerzeug_Parsons
Love is a burning thing and it makes a fiery ring

Für den Fall, dass Sie wissen wollen, was ich über den letzten „Terroranschlag“ in der U-Bahn Station Parsons Green in London halte, dann verweise ich hierher und hierher:

Die ganze Welt ist Bühne
Und alle Fraun und Männer bloße Spieler.
Sie treten auf und gehen wieder ab,
Sein Leben lang spielt einer manche Rollen […]

Wie es euch gefällt
Shakespeare

Jetzt mal ehrlich. Wenn man sich die (in die Öffentlichkeit gelangten) Fotos und Videoclips anguckt, muss man schon ordentlich gehirngewaschen sein, um die offizielle Version für bare Münze zu nehmen. Aber wenn der Nachrichtensprecher im TV mit ernster Miene von einem Terroranschlag spricht, dann muss es wohl wahr sein. In den Worten von Richard Nixon: The [American] people don’t believe anything’s real until they see it on television.

In der Londoner U-Bahn hat es eine Explosion gegeben, titelt eine Zeitung. Später erfährt man, dass ein (weißer) Kunststoffkübel, der in einer Ecke, hinter einer Sitzreihe abgestellt wurde, „explodierte“. Ein „Feuerball“ soll durch das Wageninnere geschossen sein und dabei mehr als zwei Dutzend Menschen verletzt, aber sonst keinerlei sichtbare Spuren hinterlassen haben!

Es sieht so aus, als würde die Obrigkeit ausloten, wie weit sie gehen kann, bevor die breite Masse diese schlecht gemachten Inszenierungen beargwöhnt. Von der freien und unabhängigen Presse dürfen wir uns freilich keine Hilfe erwarten. Diese wiederholt – wie eh und je – einfach nur die behördlichen Aussendungen und stellt sich gehirntot. Punktum. Wer skeptisch-kritische Gedanken zu einem Anschlag äußert, beispielsweise auf youtube, verstößt gegen die „Community“-Richtlinien und wird ins memory hole geworfen, sprich gelöscht.

Willkommen in der orwellschen Gegen-Aufklärung, deren Motto allseits bekannt sein dürfte: Unwissenheit ist Stärke.

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So it goes: Hiroshima & Dresden 1945

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Die letzten Tage jährte sich der Atombombenabwurf auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki. So it goes, wird später der US-Schriftsteller Kurt Vonnegut in seinem Roman Slaughterhouse Five seinen stoischen Protagonisten in den Mund legen. Was soll man da tun? Es ist, wie es ist, im Krieg. Vonnegut erlebte die Feuerhölle in Dresden, anno 1945, als deutscher Kriegsgefangener mit. Das Erlebnis dürfte ihn ordentlich mitgenommen haben. Am besten, man höre aus seinem Munde, was er zu den damaligen Geschehnissen zu sagen hatte, beispielsweise im Gespräch mit Catch-22 Autor Joseph Heller: link.

Ist Ihnen schon aufgefallen, dass demokratisch gewählte Politiker, bedachte Generäle und vertrauensselige Friedensnobelpreisträger das Leben vieler Menschen retten wollen, in dem sie auf viele Menschen Bomben und Granaten regnen lassen? Begonnen hat ja alles mit einem gewissen Winston Churchill und seinem Luftwaffen-Chef Arthur „Bomber“ Harris, die kurzerhand von militärisch-wirtschaftlichen Zielen auf zivile umschwenkten. Es ist nun mal leichter, eine ganze Stadt von der Luft zu treffen als einen Rüstungsbetrieb. Wer den ersten Stein bzw. die erste Bombe auf Zivilisten warf und wie sich von da an die Sache entwickelte, wird selten im Detail besprochen. Man möchte keine schlafenden Hunde wecken und die Schuldigen sind längst gefunden, sozusagen.

Über die dramatischen Auswirkungen einer Flächenbombardierung, auch darüber gehen Historiker und Politologen gerne hinweg. So it goes. Weil nach 1945 die angloamerikanische Propaganda darauf abzielte, den Weltkrieg zu einem „good war“ zu machen, mussten die negativ-kontroversen Themen unter den Teppich gekehrt werden. Es darf einen also nicht wundern, wenn sogar noch heute, am Beginn des 21. Jahrhunderts, ganze Städte in die Steinzeit gebombt werden dürfen. By the way, Richard Nixon und Friedensnobelpreisträger Henry Kissinger ließen während des Vietnamkrieges in aller Heimlichkeit Kambodscha bombardieren. Rund vier Jahre dauerte diese (un)heimliche Bombardierung, die am Ende das Land destabilisierte und mit ein Grund war, dass die Khmer Rouge an die Macht gelangten. Die fürchterlichen Auswirkungen sind bekannt, nicht?

Übrigens, haben Sie sich schon mal die Fotos angesehen, die das zerstörte Hiroshima und Nagasaki zeigen. Verblüffenderweise findet man so gut wie keine Unterschiede zum Zerstörungsgrad anderer japanischer Städte, beispielsweise Tokyo. Vergessen wir nicht, dass zu jener Zeit der allergrößte Teil der japanischen Häuser aus Holz bestanden haben. Die wenigen Steinbauten haben die Feuer-Bombardierungen genauso wie die Nuklearexplosionen zur Gänze oder als Ruine überstanden. Hätte man also Hiroshima und Nagasaki mit herkömmlichen Brandbomben bestrichen, das Resultat würde nicht anders ausgesehen haben. Ein Schelm, wer Skeptisches dabei denkt. So it goes.

Donald J. Trump und die Revolution von 2017

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Es mag absurd und für manch einen völlig widersinnig klingen – im Besonderen wenn man sich nur auf die Berichte in den Mainstream-Medien verlässt -,  aber ich gehe trotz allem davon aus, dass US-Präsident Donald J. Trump die Karten neu mischen und eine Revolution auslösen wird, die das Althergebrachte hinwegfegt. Es mag freilich seine Zeit brauchen. Weil jene Schweine, die es sich bis dato am Trog gemütlich gemacht, sich die Bäuche vollgeschlagen und die eigenen Taschen gefüllt haben, alles in ihrer Macht stehende tun werden, um diese Revolution zu verhindern. Mit anderen Worten, es ist die Konter-Revolution des Ancien Règimes. Wir wissen wie es bei JFK, wie es bei Richard Nixon ausging, die ebenfalls die Alte Garde in Washington und New York austauschen bzw. im Zaum halten wollten, nicht wahr?

Falls Sie noch immer Hillary Clinton eine Träne nachweinen, dann sind Sie entweder völlig verblendet oder einfach nur schwer desinformiert. Dank der Gatekeepers in den Medien weiß der gewöhnliche Bürger zwar alles über Trumps Verfehlungen und Aussetzer, aber über die kriminellen Machenschaften der Clintons, darüber weiß er nichts zu sagen. Hillary hätte als Präsidentin noch mehr blutige Konflikte und Kriege angezettelt (im Namen der Menschlichkeit), hätte der Korruption in Washington nicht Einhalt geboten (weil sie Teil dieser Gelddruckmaschine war), hätte den Kalten Krieg wieder auf die Tagesordnung gebracht, hätte ihren Wall Street Buddies unter die Arme gegriffen und die USA in die Depression schlittern lassen. Man kann dem Schicksal und den Wählern danken, dass dieser toxic Kelch an der Welt vorüberging.

Falls Sie sich in Zukunft für die politische Welt da draußen interessieren, rate ich dringend, den Mainstream-Medien-Konsum zu reduzieren. Achten Sie auf Ihr Bauchgefühl und schalten Sie einfach Ihren Hausverstand ein (und die TV-News aus). Das sollte vollkommen ausreichen, um zu verstehen, was in der Welt schief läuft. Das ist ja der Trick der orwellschen Schweine, die es sich auf Kosten der anderen gut gehen lassen: Man verkauft den gewöhnlichen Bürger für dumm, man redet ihm ins Gewissen (siehe z. B. Finkelsteins Holocaust-Industrie), predigt Toleranz (nur für die einen, nicht für die anderen), beruft sich auf die Menschlichkeit (um blutige Kriege zu führen, die ordentlich Profit abwerfen) und macht tödliche Jagd auf all jene, die den vorgegebenen Pfad verlassen wollen (z.B. al-Gaddafi, al-Assad, Saddam Hussein, Aaron Swartz, usw.) Mit Donald Trump gibt es für die Schweine zum ersten Mal einen ernstzunehmenden Gegner, der sich nicht einschüchtern lässt oder zum Schweigen gebracht werden kann.

Was auch immer in naher und ferner Zukunft geschieht, in dieser Welt, Donald J. Trump ist wohl unsere letzte Hoffnung, um wieder zu einem gesunden gesellschaftlich-politischen Klima zurückzukehren und um all die Soros, Kissingers, Blairs, Cheneys, Bushes und Clintons auf die Müllhalde der Historie bzw. als Kriegsverbrecher auf die Anklagebank zu werfen. Die Ära der liberalen Political-Correctness-Mainstream-Kultur-Wissenschaft-Diktatur und die Ära der War-on-Terror-Kriegstreiberei würden damit endlich zu Ende gehen.

P.S.: Ich gehe übrigens davon aus, dass hinter Trump der loyale Teil des US-Militärapparates (mit seinen Geheimdiensten/Wikileaks) steht. Ansonsten hätte Trump niemals eine Chance gehabt, sich gegen die CIA-Mainstreammedien-Wall-Street-Clinton-Gang durchzusetzen und am Leben zu bleiben. Barack Obama, wenn man so will, war eine Erfindung dieser CIA-Gang. Oink.

Die Feinde einer stabilen Gesellschaft oder Wie Nixon die Welt sah

»Homosexualität, Drogen, Sittenlosigkeit im Allgemeinen. Dies sind die Feinde einer stabilen Gesellschaft.«

US-Präsident Richard Nixon im Jahr 1971 [meine Übersetzung]

Vor wenigen Tagen hat der US-Bezahl-Sender HBO die Doku Nixon by Nixon: In His Owen Words gezeigt. In den rund 70 Minuten wird dem (vermutlich unbedarften) Zuseher ein zynisch-realpolitischer Blick hinter die Kulissen des Oval Offices gewährt. Der damalige Präsident Richard Nixon (1969 – 74) ließ nämlich mehrere Amtsräume im Weißen Haus heimlich abhören und auf Tonband aufnehmen. Diese Tonbänder, die – dank des Watergate Skandals – in die Öffentlichkeit gelangten, sind nun zur Gänze public domain, also für jedermann und jederfrau einseh- und abhörbar. Starker Tobak, was wir da zu hören bekommen. Nichts für zarte Gemüter. Freilich, der gewöhnliche Bürger sollte längst wissen, dass jeder, der sich für die allerhöchste Politik entscheidet, mit Sicherheit eine – pardon – Schraube locker haben muss. In meinem Buch widmete ich Nixon und seinem Watergate Skandal jeweils ein großes Kapitel, vor allem deshalb, um dem Leser zu zeigen, was Macht mit Menschen anstellt und umgekehrt. Eine Ausnahme stellt Nixon in keinem Fall dar. Er ist die Regel eines Systems, das nur ein Ziel kennt: Kontrolle! Aber Nixon zu den bösen Halunken zu zählen, also, nein, so einfach ist es nicht. Bis dato bin ich noch nicht dahintergekommen, was es mit ihm und dem Watergate Skandal auf sich hat. Vermutlich bleibt es eines der größten Rätsel der hohen Politik der Nachkriegszeit. Hier nun eine ausgewählte Kostprobe Richard Nixons im O-Ton:

 »Homosexuality, dope, immorality in general. These are the enemies of strong societies. Goddammit,  we have got to stand up to these people. I do not mind the homosexuality. I understand it. Nevertheless, the point that I want to make is that goddammit, I do not think that you glorify the homosexuality. Any more than you glorify whores. Now we all know we have weaknesses and so forth and so on. But, goddammit, what do you think that does to kids? You know what happend with the greeks. Homosexuality destroyed them. Sure, Aristotle was a homo; we all know that, so was Socrates. You know what happend to the Romans? The last six Roman emperors were fags. You know what happend to the Popes? The Po-po popes were laying the nuns. That’s been going on for years, centuries. But when the Popes — When the Catholic Church went to hell it was homosexuality. And finally had to be cleaned out.« [HBO Documentary]

Es scheint, dass die Macher der Doku die Tonband-Aufzeichnungen ein wenig geglättet haben. Im Original (das ich nicht verifizieren konnte!) heißt es laut der NGO Common Sense for Drug Policy wie folg:

Nixon: »But, nevertheless, the point that I make is that God damn it, I do not think that you glorify on public television homosexuality. The reason you don’t glorify it, John, anymore than you glorify, uh, uh, uh, whores. Now we all know people who have whores and we all know that people are just, uh, do that, we all have weaknesses and so forth and so on, but God damn it, what do you think that does to kids? What do you think that does to 11 and 12 year old boys when they see that? Why is it that the Scouts, the, why is it that the Boys Clubs, we were there, we constantly had to clean up the staffs to keep the Goddamned fags out of it. Because, not because of them, they can go out and do anything they damn please, [unintelligible] all those kids? You know, there’s a little tendency among them all. Well by God can I tell you it outraged me. Not for any moral reason. Most people are outraged for moral reasons, I, it outraged me because I don’t want to see this country go that way. You know there are countries — You ever see what happened, you know what happened to the Greeks. Homosexuality destroyed them. Sure, Aristotle was a homo, we all know that, so was Socrates.«

Ehrlichman: »He never had the influence that television had.«

Nixon: »Do you know what happened to the Romes, Romans? The last six Roman emperors were fags. The last six. Nero had a public wedding to a boy. Yeah. And they’d [unintelligible]. You know that. You know what happened to the Popes? It’s all right that, po-po-Popes were laying the nuns, that’s been going on for years, centuries, but, when the popes, when the Catholic Church went to hell, in, I don’t know, three or four centuries ago, it was homosexual. And finally it had to be cleaned out. Now, that’s what’s happened to Britain, it happened earlier to France. And let’s look at the strong societies. The Russians. God damn it, they root them out, they don’t let them around at all. You know what I mean? I don’t know what they do with them. Now, we are allowing this in this country when we show [unintelligible]. Dope? Do you think the Russians allow dope? Hell no. Not if they can allow, not if they can catch it, they send them up. You see, homosexuality, dope, immorality in general: These are the enemies of strong societies. That’s why the Communists and the left-wingers are pushing the stuff, they’re trying to destroy us.«

May 13, 1971, between 10:30am and 12:30pm — Oval Office Conversation 498-5– meeting with Nixon, Haldeman and Ehrlichman [The President and his advisors were discussing a recent episode of „All in the Family,“ a television show on CBS. President Nixon was offended by the show’s favorable treatment of homosexuals.]

 

Watergate, Haider, Stronach und der Abgesang der Demokratie

Churchill, so hört man es immer wieder, soll ja einmal gesagt haben, dass Demokratie die schlechteste aller Regierungsformen sei, aber es gäbe keine bessere. Tatsächlich sagte er 1947, dass eine Demokratie nicht perfekt oder allwissend sei und womöglich die schlechteste Regierungsform sei, mit Ausnahme all jener, die von Zeit zu Zeit ausprobiert wurden. Gut. Was sagte er noch? In der selben Rede:

›Die Regierung des Volkes, durch das Volk, für das Volk‹,
bleibt noch immer die unumstößliche Definition von Demokratie.
Winston Churchill
House of Commons
11 November 1947
[vol 444 cc203-321]

*

Die letzten Tage mich intensivst mit Präsident Richard Nixon und der Watergate-Affäre befasst. So intensiv habe ich die Bausteine herumgeschoben, dass mir heute der Schädel brummt. Dafür bin ich zum aberwitzigen [vorläufigen] Schluss gekommen, dass die US-Affäre, die sich zwischen 1972 und 1974 zutrug, durchaus vergleichbar ist mit einer Affäre, die zwischen 1787 und 1789 in Frankreich stattfand. Mit dem nicht unwesentlichen Unterschied, dass es in Washington keine Guillotinen gab. Trotzdem kostete es manchen der hochrangigen politischen Akteure den Kopf. Ja, auf der einen Seite eine Demokratie, auf der anderen Seite eine Monarchie. Heute würde ich sagen, Ludwig XVI. hätte sich zum Präsidenten einer Demokratie machen und verlautbaren müssen, dass alle Macht vom Volke ausginge. Ich schätze, dann hätten wir heute noch einen Bourbonen am Präsidenten-Thron sitzen.

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Als die FPÖ im Jahr 2000 in die Regierung »gewählt« wurde, gab es einen öffentlichen Aufschrei. Wie konnte ein »rechstradikaler« Politiker mit seinen Günstlingen an die Spitze eines demokratischen Landes kommen? Über die schüsseligen Hintergründe will ich nicht sprechen, weil es kein Verbot dafür gibt, als Politiker Macht an sich zu reißen, wenn es opportun scheint und im Einklang mit dem Recht geschieht. Wäre es damals nicht mit gesetzlichen Dingen zugegangen, hätte man in der Justiz und in der Exekutive die Schuldigen suchen und verurteilen müssen. Das hat man nicht. Statt dessen sorgte ein ordentlicher außenpolitischer Wirbel für einen diplomatischen Eklat nach dem anderen. Österreich war eine Demokratie. Die Wähler haben gewählt. Die Politiker haben das Wahlergebnis nach ihren Wünschen interpretiert. Auch an dieser Stelle entsprach es dem gesetzlich Erlaubten. Trotzdem wollte ein Teil der weltpolitischen Elite diese schüsselige Interpretation der Wahl nicht zulassen. Auf den Punkt gebracht: die Demokratie hat gesprochen und eine politische Gruppe hat gesagt: Das gefällt uns nicht. Ist das Demokratie? Nope. Mit Sicherheit nicht. Gut. Man könnte natürlich sagen, dass die Mehrheit der Wähler nicht mit der schüsseligen Interpretation der Wahl einverstanden war. Fein. Wenn dem so wäre, hätte man nicht das Wahlgesetz, die Wahl und die Interpretationsmöglichkeiten einschränken müssen? Hätte man nicht als Wähler sagen können: »Ich gebe nur Partei X meine Stimme, wenn sie jedoch mit Partei Y oder Z koaliert, entziehe ich ihr meine Stimme, mein Mandat!« – Ja, das wäre womöglich die einzige Lösung gewesen, neben der Änderung von einer indirekten zu einer direkten Wahl. Hat man es gemacht? Nope. Eine politisch-elitäre Gruppe verhinderte demnach eine legale Interpretation einer demokratischen Wahl.

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Im Jahr 2012 besinnt sich Multimilliardär und Austrokanadier Stronach daran, dass er eine politische Aufgabe hätte. In den liberal-konservativen Qualitätsblättern wird er als »senil« und »machthungrig« dargestellt, der sich mit seinem Geld eine Partei erkaufen möchte. Tatsächlich, so lesen wir, traten bereits Parlamentsabgeordnete in seine Partei ein, wechselten also das Parteilager. Es wird gemunkelt, dass hier Geld im Spiel sei. Nein, keine Bestechung, keine Geldgeschenke – einfach nur die Aussicht auf einen gut dotierten Partei- bzw. Regierungsposten in naher Zukunft und die Aussicht auf ein gut dotiertes Jobangebot in der Privatwirtschaft in ferner Zukunft. Im Fußball sind solche Transfers nichts Ungewöhnliches. Schließlich wollen die Fußballer dort spielen, wo sie viel Geld verdienen können. Anders gesagt, mit Stronach stehen die Chancen gut, in die Champions League der Politik aufzusteigen. Aber auch hier vermisse ich wieder die Frage, ob Geld eine Partei oder Stimmen kaufen darf. Natürlich wird jeder Politiker darauf pochen, dass Geld in der Politik keine Rollen spielen darf. Ähnliches hört man auch im Fußball. Geld kauft keine Siege. Aber die Wahrscheinlichkeit steigt mit jedem Cent, der in die Mannschaft gesteckt wird (okay, Red Bull Salzburg scheint hier die Regel mit der notwendigen Ausnahme zu bestätigen). Weiters ist der Umstand zu berücksichtigen, dass, wenn jemand genug Geld in die Hand nähme, er zwei Drittel der Abgeordneten in sein Lager holen die Verfassung ändern und aus Österreich ein FKK-Club machen könnte. Halten Sie das jetzt für unwahrscheinlich? Die Frage ist eher, ob es dahingehend eine rechtliche Handhabe gäbe, das zu verhindern. Weil, wenn ich vor zwei Jahren Partei X meine Stimme gegeben habe und die gewählten Parlamentarier geschlossen zur Partei Y übertreten, dann war das nicht meine Intention, als ich die Stimme abgegeben habe. Scheinbar hat noch niemand darüber nachgedacht und bemerkt, dass hier ein demokratisches Prinzip sang- und klanglos unter den Teppich gekehrt wird. Jedenfalls hätte ich noch keine Diskussion darüber gehört – was vermutlich daran liegen könnte, dass ich der inländischen Presse nur mehr in Ausnahmefällen folge – mein Verstand verbietet es mir, mehr als fünf Minuten österreichischen Mainstream zu hören/lesen/gucken. Pro Woche.