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Was uns die TV-Serie Wayward Pines über die Welt verrät

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Haben Sie bereits von der US-TV-Serie Wayward Pines gehört? Kein geringerer als M. Night Shyamalan zeichnete für die erste Staffel (10 Episoden) verantwortlich. Ja, das ist jener Filmemacher, der vor vielen Jahren mit Filmen wie The Sixth Sense, Unbreakable und The Village für Furore sorgte. Tja, aber  der Hype hielt nicht lange an und die Flops sind heute bereits Legende (The Last Airbender, After Earth).

Wie dem auch sei, wer sich für ein unheimliches Katz-und-Maus-Spiel in einer amerikanischen Kleinstadt interessiert, in der nichts ist wie es scheint und der Protagonist (Matt Dillon) anfänglich genauso im Dunkel tappt wie der Zuseher, der ist mit der TV-Serie bestens bedient. Freilich, ein Meisterwerk darf man sich bei alledem nicht erwarten, aber die Spannung reicht, um hängen zu bleiben. Nur gegen Ende schlägt die Serie über die üblichen Genre-Klischee-Stränge und enttäuscht.

Nichtsdestotrotz würde ich die TV-Serie empfehlen. Aber schalten Sie dabei Ihr Gehirn nicht aus, nein, vielmehr verstehen Sie das Ganze als eine Parabel auf die Zeit des Kalten Krieges und des (gegenwärtig andauernden)  War on Terror. Stellen Sie sich nur mal vor, die Filmemacher und die Produzenten und das Studio hätten Eier in der Hose gehabt, die Serie hätte ein Meilenstein in der Geschichte der Mainstream-TV-Literatur werden können. Aber da niemand die Hand beißt, die ihn füttert, bleibt es Ihnen und mir überlassen, die Parabel in allen Details weiterzuspinnen.

Falls Sie nun angebissen haben, dann gucken Sie sich die Serie an und kommen dann an diese Stelle wieder zurück – denn nun beginnen die Spoiler. Sagen Sie nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt.

Will man den Plot auf den Punkt bringen, dann ist es, dass ein (größenwahnsinniger / menschenfreundlicher ?) Wissenschaftler gesunde Menschen in der Gegenwart auswählt, diese entführt und in einen Tiefschlaf versetzt, um sie tausende Jahre später für ein neues Zivilisationsprojekt heranziehen zu können, da die Menschheit und die Zivilisation, so wie wir sie kennen – dank Umweltverschmutzung und Krankheiten -, aufgehört hat, zu existieren.

Der Wissenschaftler und sein Team sorgen in der Abgeschiedenheit Iowas dafür, dass eine Kleinstadt namens Wayward Pines, umgeben von Bergen und Zäunen, zur letzten Insel der Zivilisation im Jahr 4028 wird. Es steht viel auf dem Spiel, weshalb der Wissenschaftler und seine Helfer danach trachten, die Bewohner zu täuschen, zu beobachten und eventuelle Verfehlungen gegenüber der Gemeinschaft streng zu ahnden. Zusätzlich werden die jüngsten Bewohner in der Schule indoktriniert und darauf vorbereitet, in den kommenden Jahren eine Führungsrolle einzunehmen. Gäbe es da nicht eine Untergrundbewegung, die mittels Anschlägen die „Wahrheit“ ans Licht bringen und flüchten möchte, wäre die Kleinstadt tatsächlich der friedliche Himmel auf Erden.

Nun, in der Serie wird einem bald klar gemacht, dass es eine tatsächliche Gefahr außerhalb der Stadt gibt und die Zivilisation aufgehört hat zu existieren. Aber nehmen wir nur mal an, dem ist nicht so. Mit anderen Worten, wir befinden uns noch immer in der Gegenwart und das Ganze ist nichts anderes als ein behördliches Geheimprojekt (Black Ops). Die Aufgabe der „Kontrolleure“ würde nun darin liegen, den Einwohnern die Illusion einer großen Gefahr, die vor der Stadt lauert, zu verdeutlichen (Ja, das erinnert natürlich an The Village). Dabei könnte sogar der Wissenschaftler selbst ein Getäuschter sein.

Jedenfalls, wenn die Bürger an die Illusion einer Gefahr vor der Stadt glauben, werden sie bereit sein, alles zu tun, um diese „Gefahr“ abzuwenden. So funktioniert Massenbeeinflussung. Damals wie heute. Gestern waren es Kommunisten, die die Welt unterjochen wollten, heute sind es Terroristen, die die westliche Zivilisation in ein blutiges Chaos stürzen möchten und übermorgen sind es Gestaltwandler, die danach trachten, die Menschheit auszurotten. Der Phantasie sind bei alledem keine Grenzen gesetzt – den für gewöhnlich vertauensseligen Menschen muss nur ordentlich Angst eingejagt werden, der Rest ist ein Kinderspiel.

Und jetzt spinnen wir die Sache weiter. Also, die ganze Angelegenheit ist ein behördliches „Forschungsprojekt“ in der Größenordnung des Manhattan-Projekts*. Die Filme-Macher hätten nun Schicht für Schicht die Befehls-Struktur freilegen können, hätten zeigen können, wie geheime (und illegale) Operationen geplant, ausgeführt und geleugnet werden, hätten andeuten können, mit welchen Werkzeugen die Verantwortlichen arbeiten, um beteiligte Leute, die Bescheid wissen („in the know„) bei Stange zu halten: Manipulation, Erpressung, Militärbefehl, Bestechung, Drohung, Schmierkampagne, Mord, usw.

Bei wichtigen geheimen Projekten legen die Verantwortlichen zu mindest drei „Wahrheits“-Schichten fest. Die erste Schicht ist die offizielle Version. Nehmen wir die Ereignisse von 9/11 als Beispiel. Hier ist die erste Wahrheit jene, dass 19 muslimische Selbstmordattentäter vier Flugzeuge entführten und damit in Gebäude flogen bzw. fliegen wollten, um diese zum Einsturz zu bringen. Mit dieser „Wahrheit“ werden nun die Menschen – ob klein, ob groß – tagein tagaus von den Mainstream-Medien gefüttert, sozusagen konditioniert.

Nun gibt es aber Personen, die Fakten kennen, die der offiziellen Version widersprechen. Beispielsweise, dass zwei, der vier „entführten“ Flugzeuge gar nicht erst in der Luft waren. Oder dass alle vier Passagierflugzeuge in den Datenbanken der Fluglinien noch für eine ganze Weile als „aktiv“ gekennzeichnet waren. Oder dass die (Mobil)Telefonanrufe der Passagiere bzw. der Flugbegleiterinnen zu jener Zeit technisch nicht möglich gewesen sind oder dass die Flugzeuge noch keine Telefone im Rücken der Sitze hatten. Mit anderen Worten, die Manager, Direktoren und höheren Bereichsleiter der beiden Fluglinien, die Zugriff zu den relevanten Informationen hatten, wissen, dass die offizielle Version so nicht stimmen kann. Ähnliches trifft auch für die Verantwortlichen in den TV-Stationen zu, die bereit waren, die Flugzeuge in die „Live“-Bilder einzufügen und Anweisung zu geben, was von wem gesagt werden durfte und was nicht.

All diesen Leuten „in the know“ (dazu zählen auch Politiker und Abgeordnete) muss die Behörde also „die Wahrheit“ erzählt haben, die in Wirklichkeit nur eine zweite „offizielle Version“ ist. Beispielsweise könnte man ihnen gesagt haben, dass die Angriffe mit Marschflugkörper erfolgten, die von einem „entführten“ U-Boot, das an der Atlantikküste aufgetaucht ist, abgeschossen wurden.

Was auch immer an diesem Tag geschehen bzw. nicht geschehen ist, auch nach 14 Jahren tappt der Bürger im Dunkel. Während der Gutgläubige all die Widersprüche zur offiziellen Version in den Wind schlägt, wird der Skeptiker das unangenehme Gefühl nicht mehr los, von Politikern, Behörden und Medienhäusern getäuscht worden zu sein. Aber noch unangenehmer für ihn ist die Befürchtung, dass es diese behördlich-mediale Täuschung seit vielen, sehr vielen Jahren gibt. Ja, nichts ist, wie es scheint, in Wayward Pines

update: Die bisher letzte [große Krisen- und Verschwörungsepoche] habe mit den Anschlägen auf Amerika vom 11. September 2001 begonnen. In manchen Kreisen – nicht nur bei Rechtsradikalen – ist wider alle Fakten die Idee sehr populär, die USA (respektive „die Juden“) hätten den Angriff vom 11. September selbst inszeniert.

Wo dunkle Mächte wirken
Süddeutsche Zeitung, 1. Jänner 2016

*) ehrlich gesagt, ich frage mich, was in der „Forscherstadt“ Los Alamos wirklich vor sich gegangen ist

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Die Grenze des Erlaubten in der Presse: Der Tod von Osama bin Laden

We came, we saw, he died, sozusagen.
We came, we saw, he died, sozusagen.

Falls Sie einmal wissen möchten, wo die Grenzen des Erlaubten in der Mainstream-Presse liegen, anno 2015, nun, dann lade ich Sie ein, die folgenden zwei Artikel* zu lesen und zu bestaunen.

Im New York Times Magazine vom 18. Oktober 2015 erschien der lange Artikel What Do We Really Know About Osama bin Laden’s Death? The history of Obama’s most important foreign-policy victory is still being written von Jonathan Mahler. Darin geht Mahler der Frage nach, was wir, die gewöhnlichen Bürger, über den Tod von „Terror-Mastermind“ Osama bin Laden im Mai 2011 wissen.

Nun, es war, wie so oft, Hollywood, die die offizielle Version des historischen Ereignisses, der größten Fahndung in der Geschichte der USA, im Jahr 2012 in bunten Farben auf die Leinwand brachte. Vielleicht haben Sie ja den Film Zero Dark Thirty gesehen, oder die Bücher gelesen, die allesamt auf „wahre Begebenheiten“ beruhen, dann wissen Sie, wie das Ganze abgelaufen ist und sind im Bilde, sozusagen. Doch dann, im Mai 2015, kam der unbequeme investigative Journalist Seymour Hersh und publizierte in der London Review of Books einen Essay mit dem nüchternen Titel The Killing of Osama bin Laden, der die offizielle Version kurzerhand anzweifelte. Naturgemäß, wenn respektable Journalisten in einem respektablen Medium die offizielle Version eines Ereignisses in Frage stellen, ist Feuer am Dach. Es brauchte nicht lang, bis die medialen Fetzen flogen.

Senator Dianne Feinstein, die als Vorsitzende des Geheimdienst-Ausschusses die Erstellung des Berichts [über die Ausschaltung bin Ladens] überwachte, sagte, dass sie die Vorführung des Films vorzeitig verließ: „Ich konnte das nicht mehr ertragen“, sagte sie. „Weil alles [im Film] so falsch ist.“ Die Absicht der Filmemacher dürfte jene gewesen sein, eine ausgewogene Geschichte zu erzählen – die hässliche Wahrheit wie wir bin Laden fanden – aber in dem sie das taten, haben sie wohl eine Lüge verewigt.

Senator Dianne Feinstein, who oversaw the report as the committee’s chairwoman, said she walked out of a screening of the film. ‘‘I couldn’t handle it,’’ she said. ‘‘Because it’s so false.’’ The filmmakers’ intent had presumably been to tell a nuanced story — the ugly truth of how we found bin Laden — but in so doing, they seem to have perpetuated a lie.

Aber all die medialen Vorwürfe, Schuldzuweisungen und Verunglimpfungen lösten nur noch mehr Verwirrung und Konfusion in der Bevölkerung aus. Das Faszinierendste an der ganzen Sache ist der Umstand, dass der gewöhnliche Bürger noch immer nicht weiß, was damals in Pakistan geschah, aber er weiß jetzt wenigstens, dass das offizielle Narrativ, vorsichtig formuliert, größere Lücken aufweist.

Sehen Sie, genau darin liegt die Aufgabe einer freien und unabhängigen Presse, nämlich Lücken, ob klein, ob groß, in einer Geschichte zu finden und darauf hinzuweisen. Erschreckend bei alledem ist, dass es 4 Jahre brauchte, bis Zweifel an der offiziellen Version in der Qualitätspresse formuliert wurden. Der von mir so überaus geschätzte Artikel im New York Times Magazine geht sogar noch einen Schritt weiter und erklärt dem Leser, dass die Behörden oftmals gar nicht erst versuchen, Informationen zu Ereignissen geheimzuhalten, sondern gewillt sind, das bestehende Vakuum mittels eines leicht verständlichen Narrativs auszufüllen. Je simpler die Story, desto eher wird die Masse die Erklärung akzeptieren – und da der Mainstream noch selten Ambitionen gezeigt hat, seiner Aufgabe nachzukommen, müssen sich die Behörden und Regierungsstellen gar keine Sorgen machen, entlarvt zu werden. Schlag nach bei 9/11.

Es ist nicht so, dass die Wahrheit über bin Ladens Tod völlig unbekannt wäre; es ist nur so, dass wir darüber nichts wissen. Und wir können uns auch nicht damit hinwegtrösten, mit der Hoffnung, dass wir eines Tages mehr Antworten erhalten; bis zum heutigen Tage hält die CIA ihre offizielle Geschichte der Schweinebucht-Affäre unter Verschluss. Wir wissen nicht, was sich vor mehr als einem halben Jahrhundert ereignet hat, noch weniger im Jahr 2011.

[…]  Es gibt verschiedene Möglichkeiten das Narrativ zu kontrollieren. Da ist die althergebrachte: Halte Dokumente, die du nicht in die Öffentlichkeit bringen möchtest, unter Verschluss, in Worten des ehemaligen CIA-Direktors Gates: „wenn es um die Details geht, halte den Mund“. Aber es gibt auch noch eine modernere, social-media-sichere Herangehensweise: Erzähl die Geschichte, die du ihnen glauben machen möchtest. Schweigen ist eine Möglichkeit ein Geheimnis zu bewahren. Plaudern eine andere. Und diese beiden Möglichkeiten schließen sich nicht gegenseitig aus.

It’s not that the truth about bin Laden’s death is unknowable; it’s that we don’t know it. And we can’t necessarily console ourselves with the hope that we will have more answers any time soon; to this day, the final volume of the C.I.A.’s official history of the Bay of Pigs remains classified. We don’t know what happened more than a half-century ago, much less in 2011. […] There are different ways to control a narrative. There’s the old-fashioned way: Classify documents that you don’t want seen and, as Gates said, ‘‘keep mum on the details.’’ But there’s also the more modern, social-media-savvy approach: Tell the story you want them to believe. Silence is one way to keep a secret. Talking is another. And they are not mutually exclusive.

Ich denke, dieser langatmige Artikel ist das Ende der Fahnenstange im Mainstream. Mehr Zweifel sind nicht erlaubt. Denn bei einem bin ich mir sicher, nämlich dass der Autor auch vom vorzeitigen natürlichen Ableben Osama bin Ladens Ende 2001 hörte – beispielsweise auf FOX News. Gewiss, das klingt nach einer Verschwörungstheorie, aber am Ende ist es für mich die einzige sinnvolle Erklärung, wie es möglich gewesen sein soll, dass ein einzelner, von Krankheit gezeichneter Mann die größte Geheimdienstallianz, die die Welt je gesehen hat, für zehn Jahre an der Nase herumzuführen. Das mag sehr weit hergeholt sein, gewiss, aber falls Sie George Orwells Zukunftsroman 1984 gelesen haben, dann werden Sie hoffentlich noch wissen, was es mit Emmanuel Goldstein und seiner „Terrorgruppe“ The Brotherhood auf sich hat, oder?

Eine weitere Lektion hat New York Times Kolumnist Thomas Friedman erteilt. Da Bin Laden jetzt endgültig Geschichte sei, sagte er CNN, sei es nun an der Zeit Bin Ladenismus auszumerzen. Er definierte Bin Ladenismus als die Anwendung von Gewalt um politische Veränderungen herbeizuführen. Als ein Befürworter des extrem gewalttätigen Staates von Israel und der US-geführten Invasion des Irak, dürfte es Friedman egal sein, dass es die USA ist, die den ersten Platz in der Welt einnimmt, wenn es darum geht, Gewalt für politische und wirtschaftliche Ziele anzuwenden. Sogar vor 9/11 hatten die Taliban wiederholt angeboten, bin Laden an die USA auszuliefern, aber Amerika wollte davon nichts wissen. Unsere Absicht, damals wie heute, war und ist zu bombardieren, zu bombardieren, zu bombardieren!

An additional lesson was provided by New York Times columnist Thomas Friedman. With Bin Laden gone, he said to CNN, it was time to eradicate Bin Ladenism, which he defined as using violence to affect political changes. An apologist for the ultra violent state of Israel and America’s invasion of Iraq, Friedman did not seem to care that it is the US that leads the world in violence for political and economic ends. Even before 9/11, the Taliban made repeated overtures to hand Bin Laden over to the US, but America would have none of it. Our intention, then as now, was to bomb, bomb and bomb!

Lin Dinh
The Strange Death of Osama Bin Laden
18. Mai 201

* der zweite Artikel wird in einem separatem Blog-Beitrag abgehandelt.

14 Jahre später und kein bisschen schlauer: Das Mysterium 9/11

Cover of the New York Magazine 1974 May 27
Was sind die Chancen, ein ausgebrochenes Feuer in einem Wolkenkratzer zu überleben?, fragte das New York Magazine im Mai 1974.

Heute, vor 14 Jahren, wurden die Weichen für den immerwährenden Krieg gestellt: War is Freedom. Die Anschläge vom 11. September 2001 markieren das Ende eines Frühlings. Der Kalte Krieg ging schleichend in einen asymmetrischen Krieg über, der weder Grenzen noch Menschlichkeit kennt und der weder Feind noch Freund schont. War on Terror, wie es im orwellschen Newspeak heißt.

Sind Sie noch immer der Meinung, dass die offizielle Erklärung zu den Anschlägen der Wahrheit entspricht? Kurz, dass es eine Hand voll muslimische Selbstmordattentäter waren, die Passagierflugzeuge in ihre Gewalt brachten und damit in die Gebäude flogen? Was müsste geschehen, um Sie umzustimmen? Welche Fakten, Beweise und Indizien würden Sie benötigen, um Ihre Meinung zu ändern? Nun?

Gewiss, alle Welt hat es gesehen. Mit eigenen Augen. Andererseits, die Leute vor den TV-Geräten – ich war einer von ihnen – hatten damals nur ein Abbild gesehen. Wir gehen davon aus, dass dieses Abbild „real“ ist. Natürlich. Und doch, wenn wir beispielsweise ins Kino gehen, wissen wir, dass das gezeigte Abbild nicht real ist, obwohl sich die Bilder nicht sonderlich unterscheiden. Bürotürme stehen in Flammen, Hochhäuser explodieren. Woher wissen wir, wann etwas wirklich und wann etwas unwirklich ist? Am Ende ist es nur unser Vertrauen gegenüber den Medienleuten. Wir vertrauen darauf, dass wir nicht angelogen werden. Wenn die Medienleute sagen, dass das Gesendete „real“, also „live“ ist, dann ist es das auch. Punktum. Und doch können auch Medienleute in die Irre geführt werden. Was wissen die Redakteure in den Zentralstellen, weitab vom Geschehen, was gerade geschieht und was nicht geschieht? Woher erhalten diese ihre Informationen? Und woher bekommen die TV-Sender ihre Live-Bilder?

Falls Sie viel Zeit und Muse haben, dann empfehle ich Ihnen die damaligen 9/11-Live-Bilder der TV-Sender ABC, NBC, CBS, FOX5, CNN und BBC anzugucken. So, wie sie damals in die Wohnzimmer gesendet wurden. Im Internet-Archive können Sie noch einmal „live“ dabei sein. All die Konfusion. All die Vermutungen. All die Behauptungen. All die Interviews. All der Informationsmischmasch. Und doch einigten sich die Medienleute recht bald auf eine Erklärung, die sich im Zirkelschluss selbst erklärt: Terroranschlag – al-Qaida – Osama bin-Laden – Attentäter – Flugzeugentführungen – Terroranschlag.

Hier eine synchrone Zusammenstellung der 5 US-TV-Sender und ihre seltsame „live“-Berichterstattung am Morgen des 11. Septembers 2001. Die Schlüsse, die der Macher SimonShack am Ende des Clips zieht, lasse ich einmal im Raum stehen. Wichtig ist für mich lediglich, dass Sie die damaligen „Live-Bilder“ noch einmal in kompakter Form sehen können.

*

Die Stärke der offiziellen Erklärung ist ihre Einfachheit. Jedes Kind versteht die Abfolge. Jeder Greis die Auswirkungen. Deshalb stehen all die Wahrheitssucher auf verlorenem Posten. Sie wissen, dass die offizielle Erklärung nicht stimmen kann, aber sie können dem misstrauischen Publikum keinen Erklärungs-Ersatz anbieten, der ebenfalls einfach zu verstehen ist. Und so bleibt der gewöhnliche Bürger Gefangener einer für ihn konstruierten Fiktion, während sich die Schlinge um seinen Hals enger zieht.

Als Einführung in das rabbit hole 9/11 empfehle ich die im ORF ausgestrahlte Doku: ZERO: An investigation into 9/11 – Was steckt wirklich dahinter? Gewiss, der Film bietet keine Antworten, aber er wirft viele Fragen auf. Immerhin.