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Die österreichische Bundespräsidentenwahl 2016: Kafka vs. Rosegger

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Das war sie also, die (zweite) Stichwahl zwischen Alexander van der Bellen und Norbert Hofer. Ich schätze, die einen Wähler haben das Kreuzerl an der richtigen, die anderen an der falschen Stelle gemacht. Gewonnen haben die einen. Verloren die anderen. Nichts Neues unter der demokratischen Sonne, wenn man so will.

Möchte man die politischen Anschauungen der beiden Kandidaten in extremis überhöhen, dann steht der eine für USE (United States of Europe) und der andere für Öxit (Austritt Österreichs aus der EU). Möchte man die beiden Politiker in eine literarische Gussform pressen, würde ich meinen, der eine erinnert an Kafka, der andere an Rosegger. Gerade kommt mir der Gedanke, dass George Orwell von Kafka inspiriert sein muss. Beide zeichneten in ihren Büchern eine bürokratisch-pyramidale Hierarchie, die so mächtig ist, dass sie der Einzelne gar nicht mehr fassen, gar nicht mehr begreifen kann und ihr ohnmächtig ausgeliefert ist. Wenn Sie sich fragen, worauf ich hinaus will, dann versuchen Sie doch mal EU-Verordnungen durchzusehen oder die verschiedenen EU-Einrichtungen in Brüssel aufzuzählen. Wir haben es mit einem Moloch zu tun. Einem gefräßigen Monster, das keine Ruhe gibt, so lange es nicht mit Einfluss und Macht gefüttert wird. Am Ende ist Brüssel ein kafkaeskes Schloss der Bürokratie, irgendwo im Hinterland.

Im Gegensatz dazu steht Roseggers Waldheimat. Bergbauernidylle? Man kann sich wohl keine Vorstellung machen, wie „idyllisch“ das Leben der kleinen Bauern damals war. Kein Zuckerschlecken. Wahrlich nicht. Doch die Leut, die einfachen Leut, sie waren zäh, gottesfürchtig, ja, sie lebten im Einklang mit der Natur und traten in die Fußstapfen ihrer Vorväter. Die Moderne erreichte sie nur langsam und auf seltsam verschlungenen Pfaden. Werfen Sie einen Blick in das Volkskundemuseum in Wien, um zu erspüren, welch Geisteshaltung über die letzten Jahrhunderte beinahe vollständig ausradiert wurde und wie das Weltgift die letzten Hirnwinkel der Bevölkerung zersetzte. Die einen finden das freilich gut. Die anderen haben keine rechte Vorstellung. Sehen zumeist nur das Dunkle, das Schreckliche oder das Banale, Lächerliche. Vergessen Sie nicht, dass unser Leben nicht gut, nicht bös ist. Es ist einfach wie es ist. Punktum.

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FAKE-News und das Ministerium der Wahrheit

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Glauben Sie nicht alles, was Sie sehen, was Sie lesen!

»Gefälschte Nachrichten und Hassbotschaften verbreiten sich immer rasanter im Netz und stellen eine Herausforderung für die Demokratie dar«, heißt es in einem Kommentar der österreichischen Tageszeitung Der Standard mit dem Titel:Es braucht staatliche Auflagen für Facebook & Co‹

Doch wann ist eine Nachricht fake? Leider ist die deutsche Übersetzung von fake mit ›gefälscht‹ äußerst schwach, ja, in manchen Fällen geradezu unpassend. Im Duden finden wir folgende Synonyme für Humbug: Blödsinn, Fez, Firlefanz, Käse, Kokolores, Larifari, Mist, Nonsens, Quatsch, Scheiße, Schmarren, Schmu, Schwindel, Stuss, Tinnef, Unfug, Unsinn. Aus diesen Substantiven ein funktionierendes Adjektiv zu finden, ist die Herausforderung. Besser, man entlehnt das Wort dem Englischen und hört auf, Nachrichten als ›gefälscht‹ zu bezeichnen, wenn sie einfach nur falsch und unwahr sind.

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Olympische Spiele 1936 im Rückblick und die historische Einseitigkeit im Kurier

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Gestern stolperte ich über den Kurier-Artikel der Printausgabe: 16 Tage heile Sportwelt: Olympische Spiele 1936 – Während die Nazis der Welt Toleranz vorspielen, bereiten sie im Hintergrund den Krieg vor.

Die Autorin versucht erst gar nicht, objektiv an historische Tatsachen heranzugehen, vielmehr übt sie sich in peinlicher Schuldzuweisungsmalerei. Natürlich ist es einem Kurier oder einem anderen deutschsprachigen Medium nicht erlaubt, die Zeit zwischen 1914 und 1945 akkurat darzustellen. Ist es die große Angst, das rechte Lager zu befeuern? Was auch immer die Gründe dafür sind, Tatsachen schafft man aber nicht aus der Welt, in dem man sie ignoriert. Sagte bereits Aldous Huxley.

Da ich mich aber nicht in gefährliche Untiefen begeben möchte – die Sittenwächter schlagen unbarmherzig zu -, greife ich einen zentralen Punkt des Artikels auf, nämlich die Behauptung, die „Nazis“ hätten bereits im August 1936 im Hintergrund den Krieg vorbereitet. Gibt es dafür Beweise? Die würde ich gerne hören.

Jemand, der sich mit der Historie objektiv auseinandersetzen möchte, könnte beispielsweise beim US-Historiker John Moser und seinem Buch The Blitzkrieg Myth (Harper Collins, 2003) nachlesen, dass beispielsweise in der Zeit zwischen 1935 und 1940 die Franzosen mehr Panzer als die Deutschen produzierten. Auf der selben Seite 51 lesen wir, dass die Produktionszahlen die Behauptung, Deutschland bereite sich auf eine revolutionäre Kriegführung vor, widerlegen: „Whatever German generals later claimed, no matter how brilliant  their theories of warfare, German production statistics give the lie to the claim that the German army was preparing for some revolutionary kind of warfare or had developed the weaponry to suit their ideas.“ Auch wenn Sie es nicht glauben möchten, aber es ist eine Tatsache, dass die deutschen Panzer in den ersten Kriegsjahren den gegnerischen in jeder Hinsicht unterlegen waren. Nur für den Fall, dass Sie noch immer von der technischen Überlegenheit der Deutschen Armee phantasieren.

Wie dem auch sei, bleiben wir bei der Olympiade 1936 in Berlin und hören uns an, was der große Jesse Owens zwei Monate später, darüber zu sagen hatte:

»While at the Olympic Games, I had the opportunity to meet the King of England. I had the opportunity to wave at Hitler, and I had the opportunity to talk with the King of Sweden, and some of the greatest men in Europe. Some people say Hitler snubbed me. But I tell you, Hitler did not snub me. I am not knocking the President. Remember. I am not a politician, but remember that the President did not send me a message of congratulations because people said, he was too busy. […] Now, I will talk about athletics. The Olympic Games were the greatest thing in my life and in the lives of other athletes that went over there. As to the races, my first one was the greatest, the 100-meter. Berlin is a wonderful city. The stands at the Olympics were crowded. There were 125.000 people. They had flags of the country of every person entered in the contests. The track was of a red texture with green around it. And the starters were there on the scene, men in white caps who stood ready with the guns in their hands.« [Artikel]

Mit anderen Worten, Jesse Owens fühlte sich nicht vom Deutschen Reichskanzler, sondern von seinem eigenen (demokratisch gewählten) Präsidenten brüskiert, der es nicht der Mühe wert fand, dem überragenden Athleten seiner Zeit ein Glückwunschtelegramm zu schicken. Es sollten 18 Jahre vergehen, bis die gesetzliche Rassentrennung in den USA per Gerichtsentscheid im Jahr 1954 aufgehoben wird.

Der Kurier-Artikel, der sich als geschichtliche Darstellung der Olympiade 1936 versteht, ist in seiner Einseitigkeit und Doppelbödigkeit ein Paradebeispiel für die Politisierung der Historie. Auf fiese Weise wird die schöne Oberfläche einer Objektivität inszeniert, während im Hintergrund die orwellsche Gedankenpolizei vorbereitet wird. Ja, die ungehemmte Neigung zum Monetären, zum Schönheits- und Gewaltkult bricht in unserer westlichen Gesellschaft durch.

Übrigens, der Boykott der olympischen Spiele von Moskau im Jahr 1980 war ebenfalls eine große Propagandatat, zwar nicht mehr von Josef Goebbles, sondern von Zbigniew Brzezinski, dem nationalen Sicherheitsberater Jimmy Carters. Darüber spricht natürlich kein linientreuer Historiker. Besser, man setzt die Scheuklappen auf und blickt starr auf 1936, weil ignorance is strength.

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Text of Jesse Owen’s Adress, Afro-American, October 10, 1936

 

 

Märchenhafte Flüchtlingsroute oder Wenn sich vier Jihadisten mit einem Schlauchboot auf den Weg machen

Schön langsam sollten wir wissen, dass den Medienhäusern kein bisschen mehr zu trauen ist. Journalisten schreiben gegen Bezahlung, was ihnen vorgegeben wird. Die gut bezahlten Redakteure hinterfragen keine behördliche Aussendung, mag sie noch so widersprüchlich sein. Regierungsgewäsch über mehr Überwachung, mehr Polizei, weniger Bürgerrechte, mehr Zentralisierung in Brüssel, all das wird sakrosankt in den Himmel gelobt bzw. im Namen der Wählerschaft gefordert. Jeder, der einen Schreiberling in einen der Medienhäuser persönlich kennt, sollte ihn darauf aufmerksam machen, dass er mit seinem Schweigen, seiner Duldung und seiner Komplizenschaft genauso Mitschuld trägt wie Politiker und Beamte, wenn in Zukunft der Stiefel des Großen Bruder in das Gesicht unserer Kindeskinder tritt. Immer und immer wieder. Schlag nach bei Orwell.

In der ›Qualitätszeitung‹ Der Standard lesen wir folgende Geschichte:

»Österreich hat zwei mutmaßliche Jihadisten, den Algerier AH. (29) und den Pakistaner MU. (35), heute, Freitag, an französische Behörden am Flughafen Salzburg übergeben. [Die beiden] waren im Oktober 2015 als Flüchtlinge getarnt und gemeinsam mit zwei der späteren Paris-Attentäter – AM. und MM. – in den Schengenraum gereist. Das Quartett gelangte mit einem Flüchtlingsboot am 3. Oktober auf die griechischen Insel Leros. Im Gegensatz zu den zwei späteren Attentätern wurden der Algerier und der Pakistaner von der griechischen Justiz wegen falscher Dokumente festgenommen. Ende Oktober wurden  AH. und MU. jedoch freigelassen. Als sie Ende November in Österreich landeten, waren die Pariser Anschläge schon ausgeführt. Aufgrund der in Griechenland genommenen Fingerabdrücke wurden sie in einem Salzburger Flüchtlingslager am 10. Dezember festgenommen – abermals wegen falscher Dokumente.«

Der Artikel wurde von der Austria Presse  Agentur (APA) übernommen. Kein Standard-Journalist hat sich die obigen Zeilen jemals angesehen. Kein Wunder also, wenn Behörden und Politiker leichtes Spiel haben. Es braucht gerade einmal die Gehirnleistung eines Apfelstrudels, um bei der obigen Story nachdenklich zu werden.

Also! Wie kommen ein Algerier und ein Pakistani in ein Flüchtlingsboot? Wo hat das Boot abgelegt? Davon ist im Artikel nichts zu lesen. Wir können nur annehmen, dass es an der türkischen Küste war. Die griechische Insel ist etwa 40 km vom türkischen Festland entfernt. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie sind AH. und MU. in die Türkei gekommen? Sie sollen sich ja als Flüchtlinge getarnt haben und müssten demnach von Syrien in die Türkei „geflüchtet“ sein. Gut. Aber wie sind sie nach Syrien gelangt? Kann man eine ISIS-All-Inclusive-Syrien-Rundreise im Reisebüro buchen? Wie kann diese Terror-Miliz Reisebüros in Pakistan und Algerien unterhalten?

Vermutlich sind die beiden Terroristen in spe in die Türkei geflogen. Und von dort dann – über versteckte Landwege – zu einem der Flüchtlingslager. Glauben Sie, das geht so einfach? Glauben Sie, die türkischen Behörden – immer in Alarmbereitschaft, immer ausforschend, immer suchend, immer schnüffelnd – sehen sich nicht die „Touristen“ an, die sich da so auf ihrem hübschen Boden tummeln? Die Medienhäuser, genauso wie Regierungen und Behörden, versuchen Sie für blöd zu verkaufen – das ist deren Geschäft. Sie können davon ausgehen, dass in Zeiten von Putschversuchen und Kurdenaufständen keine Menschenseele so einfach in die Türkei reisen, herumfahren und und wieder verschwinden kann. Jene „Flüchtlinge“, die in Schlauchboote sitzen, wurden von den türkischen Behörden natürlich ausgewählt und für die TV-Leute und Foto-Reporter in Szene gesetzt. Oder glauben Sie wirklich, dass es da einen (geheimen) Schlauchboot-Fährverkehr zwischen Griechenland und der Türkei gibt? Zwischen jenen zwei Staaten, die sich am liebsten an die Gurgel springen wollen? Pulverfass Zypern, you know!

Auf der griechischen Insel Leros werden die mit dem Schlauchboot Ankommenden unter die Lupe genommen. Siehe da, man nimmt AH. und MU. wegen falscher Dokumente fest. Bei diesem Satz müssen alles Warnlampen angehen. Die Flüchtlinge wurden demnach kontrolliert? Und nicht nur das, die griechischen Behörden stellten fest, dass die beiden mit „falschen Dokumenten“ reisten. Warum hatten sie überhaupt Dokumente mitgeführt, fragt man sich. Sie hätten doch sagen können, sie seien Syrer, oder? Das wurde uns doch laufend von den Medien gesagt, dass die Flut an Flüchtlingen jegliche Konrolle unmöglich machte? Die griechischen Behörden nahmen den beiden sogar Fingerabdrücke ab – man will es nicht für möglich halten, wie korrekt die griechischen Behörden gearbeitet haben. Demnach muss es eine europäische „Flüchtlings-Datenbank“ gegeben haben – bereits im Oktober 2015. Wo sonst hätten die österreichischen Behörden im Dezember 2015 die Fingerabdrücke von AH. und MU. finden sollen? Sie werden ja wohl kaum die griechische Botschaft in Wien angerufen und die Fingerabdrücke gefaxt haben.

In der ›Qualitätszeitung‹ SZ schlägt ein Artikel in eine ähnliche Kerbe. Darin heißt es: »Hunderttausende Flüchtlinge sind im vergangenen Jahr von Griechenland aus nach Westen gelangt. Inzwischen ist die Balkanroute dicht. Bilder zeigen: Wo die Flüchtlinge unterwegs waren, herrscht nun Leere.«

Im Artikel sieht man nun eine Fotostrecke. Damals. Heute. Sehen Sie sich dieses Foto und diese Foto an. Was fällt Ihnen auf? Dieser Flüchtlingsstrom, so wird es angedeutet, soll die Strecke von Griechenland nach Slowenien zu Fuß gegangen sein. Wirklich? Das sind etwa 1400 Kilometer. In den beiden Fotos kann man Kinder sehen – davon ein kleines Dickerchen! Allesamt sind die Flüchtlinge recht casual angezogen und wirken nicht gerade entkräftet. Falls Sie jetzt fragen, wie all die Flüchtlinge sonst an die Grenze zu Slowenien gelangen hätten können, dann gibt es ja nur eine mögliche Antwort: Sie wurden dorthin gefahren. Knapp vor den jeweiligen Grenzen hat man sie aus dem Bus steigen, ein paar hundert Meter gehen und dann in den nächsten bereitgestellten Bus steigen lassen – dazwischen durften die bezahlten Fotoreporter ihre Bilder für die Presseagenturen machen. Voilà, schon war die »Flüchtlingskatastrophe« in den Köpfen der gutgläubigen Leser verankert.

Falls Sie nun wissen wollen, was es mit dem Konflikt in Syrien wirklich auf sich hat, dann lesen Sie doch einfach meine Analyse: Afghanistan 1980 vs. Syrien 2015: Der Vergleich macht Sie sicher.

Ja, nichts ist, wie es in Ihrer  Zeitung geschrieben steht! Gewöhnen Sie sich daran.

Wenn Behörden im Chat Antworten suchen und Terroristen mit einem Konventionsreisedokument reisen, Ansbach 2016

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Hier die eine oder andere Merkwürdigkeit bezüglich des (vermeintlichen) Bombenanschlags in Ansbach, 24. Juli 2016.

Disclaimer
Dieser Artikel spiegelt die Meinung des Autors in Bezug auf das
Ereignis in Ansbach, 24.7.2016, wider und basiert auf publiziertes Foto- und Filmmaterial, sowie öffentlich zugängliche Zeugenaussagen.

Auf orf.at lesen wir, dass es nach den derzeitigen Ermittlungen unklar sei, »ob der Attentäter die Bombe tatsächlich in diesem Moment am Sonntagabend zur Explosion bringen wollte. ›Es gibt aufgrund der ganzen Zeugenaussagen des Geschehens und übrigens auch des Chatverlaufs in der Tat Fragen, ob das in dem Moment von ihm beabsichtigt war, in dieser Minute die Bombe zu zünden‹, sagte Bayerns Innenminister Herrmann.«

Vielleicht könnte jemand den Innenminister aufklären, dass es Aufgabe der Forensiker ist, herauszufinden, um welche Bombe es sich gehandelt hatte, woher der Sprengstoff stammte und wie die Zündung erfolgte. Bis jetzt warte ich noch auf diese Information. Es steht zu befürchten, dass es noch eine Weile dauert, bis der Pressesprecher der Behörde so freundlich sein wird, die Fakten bekannt zu geben. Gut möglich, dass die wesentlichen Informationen aus Gründen der Staatssicherheit unter den Teppich gekehrt werden müssen. Die übliche behördliche Leier, um die Bürger weiterhin im Dunkeln tappen zu lassen, Ängste zu schüren und die orwellsche Agenda War on Terror ist Frieden und Freiheit ist Unsicherheit zu befeuern. »Wenn Sie ein Bild von der Zukunft haben wollen, so stellen Sie sich einen Stiefel vor, der auf ein Gesicht tritt. Unaufhörlich

Liest man die Medienberichte, könnte man zum Schluss kommen, dass jeder Volksschüler Sprengsätze bauen kann. Im Kinderzimmer, ein paar Chemikalien aus dem Experimentierkasten, eine Schachtel Nägel, ein Druckkochtopf und schon hat man einen explosiven Cocktail. Also, früher einmal, in den 1970er und  1980er Terrorjahren, als den Bürgern in Westeuropa noch professionelle Bomben um die Ohren flogen, kamen Bestandteile auf die eine oder andere Weise aus Militär- bzw. Geheimdienstdepots. Wundern Sie sich besser nicht, sondern informieren Sie sich über Operation Gladio.

In einem SZ-Artikel heißt es: »Seine Bombe war nach Informationen der SZ dilettantisch gebaut und entfaltete nicht die volle Wirkung. Sonst wäre seine Leiche noch stärker zugerichtet gewesen, da er den Rucksack mit der Bombe am Leib trug.« Äh, vielleicht könnte jemand die Redakteure der SZ darauf aufmerksam machen, dass MD. den Rucksack nicht am Körper trug, als der Sprengsatz detonierte. Auf einem Foto sieht man doch einen Polizisten, wie er über den leeren Rucksack gebeugt ist. Hat demnach die SZ. Bilder der Leiche gesehen? Wer hat diese Aufnahmen gemacht und der Zeitung zur Verfügung gestellt? Und woher weiß die SZ wie die volle Wirkung der Bombe hätte aussehen müssen? Könnten die SZ demnach herausgefunden haben, wie die Bombe im Detail geplant war? Eventuell sollte Innenminister Herrmann mal bei der SZ-Redaktion vorbeischauen und sich aufklären lassen.

Der Spiegel wiederum möchte seine Leser im Unklaren lassen, ob MD. überhaupt in der Lage war, die Bombe herzustellen: »In einer Flüchtlingsunterkunft hat die Polizei mehrere Gegenstände beschlagnahmt. Mitarbeiter der Spurensicherung hatten am Morgen mehrere Kisten, Säcke und Tüten unbekannten Inhalts aus dem Gebäude getragen (und wer hat sie zuvor hereingetragen?). Die Ermittler fanden einen Benzinkanister mit Diesel sowie Salzsäure, Alkoholreiniger, Lötkolben, Drähte, Batterien und Kieselsteine, außerdem einen Laptop mit gewaltverherrlichenden Bildern, die in Verbindung zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) stehen.«

Okay, damit ist ja alles klar, nicht wahr? Nope. Natürlich nicht. Es stellt sich gleich mal die Frage, um welche Flüchtlingsunterkunft es sich gehandelt hat („in einer …“) und ob Asylwerber Einzelzimmer haben, die groß genug sind, um allerlei Kisten, Säcke und Tüten ungesehen zu lagern. Was mögen wohl seine Mitbewohner gedacht haben, als MD. seine Experimente machte? Haben Sie ihm geholfen? Wollten sie ihn daran hindern? War es ihnen egal? Haben sie es gemeldet? Wurde die Meldung vielleicht nicht an die Polizei weitergeleitet? Warum wurde die Meldung nicht weitergeleitet? Und wie konnte sich MD. die Chemikalien überhaupt besorgen? Woher wusste er, wo man Salzsäure in Großmenge kaufen kann? Verhielt er sich beim Kauf nicht ein wenig verdächtig? Haben Sie in jungen Jahren mal eine Packung Präservative in der Drogerie kaufen wollen? Mit rotem Gesicht haben Sie dem Verkäufer Ihren Wunsch geäußert. Sie haben gestottert und wirkten unsicher. Was meinen Sie, wenn ein Asylwerber, der noch nicht lange in Deutschland ist, mit ungenügenden Deutschkenntnissen, all die Ingredienzen verlangte? Und wer auch immer MD. diese Chemikalien verkauft hat, wäre dieser nicht ein wenig misstrauisch geworden? Ansbach ist ja nicht gerade eine Großstadt.Und hat er dann jeden der Einkäufe zu Fuß erledigt? Niemand, der ihn gesehen hat, wie er an manchen Tagen schwer beladen ins Flüchtlingsheim stapfte? Niemand, der ihn nach dem Grund seiner Einkäufe fragte? Niemand, dem dieses Verhalten verdächtig vorkam? Ach so. ›Rambo‹ hatte natürlich ein Einzelzimmer in einem ehemaligen Hotel und war unauffällig. Niemand, der Verdacht schöpfte. Dabei war er mit dem Laptop und dem Darknet nur ein paar Klicks von einer Mini-Nuke entfernt. Was für ein Glück, dass er nur »eine große Menge Bargeld in Rollen von 50-Euro-Scheinen«, aber keine Bitcoins hatte.

Woher das Geld für all diese Einkäufe stammte, weiß die Polizei natürlich noch nicht. Werden wir es je erfahren? Wohl kaum. Aus Gründen. Na, Sie wissen schon, warum. Aber Sie können sicher sein, dass der Chatverlauf bis ins letzte Detail ausgewertet und die Spur, die in den Nahen Osten führt, im Sand verlaufen wird.

Im Spiegel heißt es: »Ein Video auf dem Handy von MD. zeigt einen Vermummten, der MD. sein soll. Er droht mit einem Anschlag.« Übrigens liest man in einem anderen Spiegel-Artikel, dass die Behörden zwei Handys, mehrere Sim-Karten und einen Laptop fanden. Stellt sich jetzt die Frage, warum sich MD. vermummte und das Drohvideo nicht auf eine Social-Media-Plattform hochlud – immerhin hatte er 6 facebook-accounts (ich habe einen Account und drei Seiten und komme da schon nicht hinterher). War es ein Selfie-Drohvideo? Oder war jemand so freundlich und unterstützte ihn bei der Aufnahme? Ist es möglich, dass das Video nur der Scherz anderer Asylwerber gewesen war? Vergessen wir nicht, dass MD. des Nächtens verschwand, ohne seine beiden Handys mitzunehmen – durchaus möglich, dass er öfters seine (?) Handys zu Hause liegen ließ. Hatte nun MD. noch ein anderes  (unzerstörbares?) Handys bei sich, als der Sprengsatz sprengte? Man glaubt gar nicht, dass dieser simple Fakt in den zahlreichen Berichten nicht herauszulesen ist. Beinahe scheint es, dass die Reporter gar keine Ahnung haben, worüber sie schreiben sollen, da sie all die Informationen von den Behörden erhalten – mit Ausnahme der SZ, die sogar Zugriff auf das bulgarischen Attest des Hausarztes von MD.erhielt – fragen Sie mich nicht, wie das in der kurzen Zeitspanne überhaupt möglich ist. Im selben Artikel erfahren wir:

»Nun allerdings habe ihn auch sein Vater nicht mehr mit Geld unterstützen können, gab D. später an. In dieser verzweifelten Situation ist dann etwas geschehen, was im Nachhinein aufhorchen lässt: ›Also wollte ich es doch riskieren und weiter nach Deutschland gelangen. Zu meinem Glück fand ich einen Syrer, der mir einen Flug nach Österreich spendierte‹, gab Mohammad D. gegenüber von Maltitz an. Handelte der angebliche Spender aus reiner Menschenliebe? Oder nutzte hier der IS bewusst eine Notlage?«

Was sagt man dazu? Die SZ und all die anderen Medienhäuser, genauso wie Behörden, deuten mal subtil, mal mit dem Holzhammer an, dass die Terrormiliz IS MD. auswählte und nach Deutschland schleuste, um ihn dort für einen Anschlag in kleine Konfetti zu zerlegen. Aber es stellt sich doch die Frage (nicht für die Behörden, nicht für die Medien) wie der gute Mann von Bulgarien nach Österreich fliegen konnte? Mit welchen Papieren? Hätte er nicht am Flughafen Wien Schwechat Asyl ansuchen müssen? Und wie ist er dann von dort nach Deutschland gekommen, mit einem in Wien operierten Knie? Manchmal hat man den Eindruck, Europa wäre ein unkontrolliertes und chaotisches Durchhaus, wo Asylwerber und Flüchtlinge kreuz und quer und ungeprüft herumreisen, um schließlich radikalisiert ihre Anschläge auszuführen. Glauben Sie das wirklich? Ein Flughafen ist mit Sicherheit der letzte Ort, wo sich ein Asylwerber, der bereits in Bulgarien um Asyl angesucht hatte, aufhalten möchte. Die österreichischen Behörden müssen demnach in gewisser Weise involviert sein. Und siehe da, auf orf.at lesen wir: »›Der Syrer sei nicht aus Österreich ausgewiesen worden, weil er über ein von Bulgarien ausgestelltes Konventionsreisedokument verfügte, das einen 90-tägigen Aufenthalt im Schengen-Raum erlaubt‹, fügte Innenministeriumssprecher Grundböck hinzu.« Ach so. Scheinbar wollte jemand, dass sich MD. ohne Probleme im Schengen-Raum bewegen durfte. Wer könnte das wollen? Wir erfahren weiters in der SZ, dass MD. am 18.09.2013 in Bulgarien freigelassen wurde und etwa ein Jahr später, am 21.08.2014, einen Asylantrag beim BAMF stellte. Wer kümmerte sich in jener Zeit um sein Wohlergehen in Bulgarien, Österreich und Deutschland?

Also, wenn Sie mich fragen, dann ist das Einzige, was die Terrormiliz IS bei diesem Anschlag zu verantworten hat, das Bekennerschreiben. Für den Rest würde ich den neuen BND-Chef Bruno Kahl sowie den Bundestagsabgeordnete Harald Weinberg (Linke) interviewen – eventuell könnte die SZ dann auch gleich mal den bulgarischen Geheimdienstchef ausfindig machen und zu MD. befragen. Ach so. Stimmt. Alle drei werden natürlich keine Aussagen tätigen. Aus Gründen der Staatssicherheit. Gähn.

P.S.: Bis jetzt konnte ich noch keine authentischen Fotos vom Tatort ergoogeln – falls Sie welche gefunden haben, vielleicht können Sie mir die Links zukommen lassen. Bitte keine Bilder von einem Rucksack oder einer weißen Rose oder vermummten Polizisten bei Sonnenaufgang oder rotweißroten Absperrbändern oder einer eingeschlagenen Fensterscheibe oder Clips von Polizeiautos, die mit Blaulicht durch Gassen brausen. Davon habe ich nämlich bereits genug gesehen. Dabei würde es mich brennend interessieren, welche Zerstörungskraft so ein Bömbchen hat. Von den Verletzten fehlt freilich auch jede fotographische Spur. Man könnte den Eindruck haben, es sei in Ansbach gar nichts geschehen.

 

München & Ansbach, 2016: Schalten Sie doch endlich das Gehirn ein

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Glauben Sie nicht alles, was Sie lesen!

Im Moment spielen Behörden und Medien in Deutschland und Frankreich verrückt. Anschläge, Amokläufe und Attentate wechseln sich ab mit Geiselnahmen und Entweihungen – angeblich. Bevor Sie die Nerven endgültig wegwerfen und das Ende der zivilisierten Welt gekommen sehen, versuchen wir doch besser, die Ereignisse in Relation zu setzen. Sie sollten dann bemerken, dass irgendwer da oben Sie und mich und die westliche Welt in Angst und Schrecken versetzen möchte. Das geschieht natürlich nicht zufällig und es deutet alles darauf hin, dass hier eine Agenda verfolgt wird (schlag nach bei Orwell). Deshalb sollten Sie nicht Ihr Augenmerk auf die (vermeintlichen) Täter(gruppen) legen, sondern vielmehr auf Behörden und Medien. Lehnen Sie sich zurück, atmen Sie tief durch und haben Sie den Mut, sich Ihres Verstandes zu bedienen. Kant wäre sicherlich stolz auf Sie.

Also, stellen Sie sich vor, Sie hören in den Nachrichten, dass ein 53-Jähriger mit einer Pistole aus seinem Haus läuft, in sein Auto steigt und davonfährt. Beamte der Polizei, die herbeigerufen wurden, geben mehrere Schüsse auf das Auto ab, können aber den (Amokläufer-)Fahrer nicht aufhalten.

Nun? Wie reagieren die Behörden? Schickt der deutsche Innenminister 2000 Polizisten in die Gegend. Fordert er das österreichische Einsatzkommando an? Wird die Bundeswehr in Alarmbereitschaft versetzt? Wird der öffentliche Verkehr eingestellt? Gibt es großräumige Absperrungen? Werden die Bürger gebeten bzw. aufgefordert, nicht die Häuser zu verlassen? Ruft man den Notstand aus? Und wie reagieren die Medien? Gibt es Sondersendungen? Live-Schaltungen? Überschlagen sich die Medienhäuser mit neuen Informationen? Ruft ein CNN-Producer aus den USA auf gut Glück ein paar Häuser in der umliegenden Nachbarschaft an, um einen Augenzeugen ausfindig zu machen? Gerät Scoial-Media völlig außer Rand und Band? Werden Anspielungen auf vergangene Ereignisse gemacht? Zeigen die TV-Anstalten Panik-Szenen in Dauerschleife?

Antwort: Nope. Nada. Non. Die ganze Sache lief an den Medien und den Behörden vorbei. Der 53-jährige Amokfahrer wurde schließlich tot in seinem Auto aufgefunden. Selbstmord. Die ganze Chose hat sich in Kalchreuth, Landkreis Erlangen-Höchstadt (wo auch immer das sein mag) zugetragen. Drei Tage nach München. Kurz und gut, kein Schwein interessierte sich für den Amokläuferfahrer. Können Sie mir jetzt einen Grund nennen, warum nicht? Sagen Sie jetzt nicht, der 53-jährige hätte niemanden erschossen. Zum Zeitpunkt, als die Sache ins Laufen geriet, konnte niemand wissen, was der Kerl, neben seiner (geladenen?) Schusswaffe, in seinem Auto mitführte. Er hätte im Kofferraum ne Bazooka oder ein Scharfschützegewehr oder drei Benzinkanister oder sieben Rohrbomben mitführen und sein Auto als Waffe einsetzen oder Sperren durchbrechen können – Sie wissen schon: Nizza2.0. Niemand konnte es wissen. Und so weit ich weiß, sollte die Exekutive Verbrechen verhindern und nicht warten und schauen, was so passiert.

Nun? Was sagen Sie? Warum wird auf der einen Seite dem Event in München solch eine weltweite mediale Aufmerksamkeit zuteil, während das andere Ereignis nur zur Randnotiz verkommt? Fragen Sie doch mal CNN, was deren Meinung zu Kalchreuth ist? (vermutlich: Where the fuck is this shit on the map?) Fragen Sie doch mal den Innenminister, was er gegen labile Amokfahrer zu tun gedenkt? Sollten die Gesetze für die Führerscheinzulassung strenger werden? Sollten Polizisten nun mit autostoppenden Waffen ausgerüstet werden – beispielsweise mit ner Panzerfaust? Und sollte sich herausstellen, dass das Auto des Amokläuferlenkers mit einem Navigationsgerät ausgestattet gewesen ist, müssten dann die Behörden nicht auf die Hersteller dieser Geräte einwirken? Damit man in Zukunft durch eine Notabschaltung eine Amokfahrten verhindern kann?

Falls Sie noch immer nicht begreifen, worauf ich hinaus will, dann versuche ich es mit einem zweiten Beispiel – aber dann ist Schluss mit meiner Geduld.

Stellen Sie sich vor, in einer Wohnung in Niederbayern gibt es eine heftige Explosion. Feuerwehr und Polizei findet in der besagten Wohnung nicht nur eine Rohrbombe, sondern Waffen, Munition, sowie diverse Chemikalien und Explosivstoffe. Jetzt frage ich Sie, wie Medien und Behörden reagieren? Schlagen Sie Alarm? Ist hier vielleicht ein Waffendepot der IS gefunden? Wollte man mit den Bomben Terroristen ausstatten? Waren Anschläge geplant? Wer sind die Hintermänner? Woher stammen die Waffen? Aus dem Darknet? Woher die Chemikalien? Aus dem Supermarkt? Hatte der Bewohner Sprengstoffkenntnisse und wenn ja, wo hatte er sich diese angeeignet? Beim Militär? Ausbildungslager? Internet? Kindergarten? Oder hatte er das explosive Material nur übernommen – von wem? –  und in seiner Wohnung gelagert? Wer kam für die Miete der Wohnung auf? Soweit ich weiß, ist ein „Bewohner“ kein Mieter bzw. Eigentümer. Wer bezahlte für all die illegalen Sachen? Wie verdient der Bewohner seinen Lebensunterhalt? Ist er vorbestraft? Steht er in Verbindung mit kriminellen Organisationen, terroristischen Gruppierungen oder labilen Asylwerbern?

Nun? Was meinen Sie, wie die Antworten auf die obigen Fragen ausfallen? Richtig. Die Fragen wurden nicht gestellt. Weder von den Behörden, noch von den Medien. Der 53-jährige Bewohner besaß nicht die erforderlichen Erlaubnissen (so steht es tatsächlich in der „Qualitätszeitung“ Standard) und es wird nun wegen des Verdachts des fahrlässigen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion sowie wegen waffen- und sprengstoffrechtlicher Verstöße ermittelt. Ehrlich gesagt, wenn Sie jetzt noch mmer nicht begreifen, dass man Sie auf den Arm nimmt, dann weiß ich nicht mehr weiter. Eventuell habe ich doch noch eine klitzekleine Ergänzung, die Ihnen auf die Sprünge helfen könnte.

Zwei virtuelle Seiten weiter findet man in der schwachmatischen Qualitätszeitung den Artikel über den neuen deutschen Geheimdienstchef Bruno Kahl, der klar stellte „Geheimer Nachrichtendienst und totale Transparenz schließen sich aus“. Was hat das jetzt mit dem zuvor erwähnten Artikel zu tun, werden Sie jetzt vermutlich fragen. Nun, was denken Sie, wer Rohrbomben und Waffen zu Hause bis an die Decke stapeln darf, ohne, dass Medien und Behörden völlig ausflippen? Warum wird gegen den „Bewohner“ und nicht den Mieter ermittelt? Gibt es überhaupt eine Erlaubnis, Rohrbomben zu besitzen? Davon höre ich zum ersten Mal. Und wird in Zukunft gegen Terroristen, die glaubhaft machen können, dass die (Rohr)Bombenexplosion irrtümlich erfolgte, wegen fahrlässigen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion ermittelt?

Sind Sie jetzt noch immer der Meinung, dass Behörden und Medien noch alle Tassen im Schrank haben? Nehmen Sie noch immer Behörden und Medien in Schutz? Tun Sie es nicht. Die Leutchen wissen sehr wohl, was sie tun. Es gibt nur eine einzige Chance, um deren Agenda zu verhindern: Schalten Sie endlich Ihr Gehirn ein und bedienen Sie sich Ihres eigenen Verstandes. Falls Ihnen also das nächste Mal Behörden und Medien sagen, was Sie auf einem Foto oder Videoclip zu sehen und wie Sie das Nichtgesehene  zu interpretieren haben, lehnen Sie sich zurück, atmen Sie tief durch und sagen Sie laut:

Es reicht! Ich lasse mich nicht länger verarschen!

Nizza, Paris, Charlie, San Bernardino, Boston und der Krieg gegen deine Wahrnehmung

Der obige Video erzählt von einer kleinen australischen Filmgesellschaft, die in zwei Jahren acht Clips produzierte, diese für echt und authentisch ausgegeben und über Umwege ins Netz gestellt hatte. Einige der Clips gingen viral und wurden sogar von großen Medienhäusern aufgegriffen und im TV gezeigt. Allerhand, nicht? Im Video hören wir, was Forensiker David McKay zu sagen hat, wenn es darum geht, zwischen echtem und unechtem Filmmaterial zu unterscheiden:

„Unsere Augen sind ziemlich komplex. Wenn sich etwas nicht richtig anfühlt, dann ist es wahrscheinlich auch der Fall.“ [meine Übersetzung:] Our eyes are pretty complex.  If something does’t feel right, that’s probably the case.

Was hat das jetzt mit Nizza, Charlie Hebdo, Brüssel, Paris, Boston, San Bernardino und anderen Terroranschlägen zu tun? Nun, wenn man die behördlichen und medialen Verlautbarungen überprüfen möchte, bleibt einem nichts anderes übrig, als Außenstehender, überliefertes Bildmaterial sowie Augenzeugenberichte zu sichten und mit dem Narrativ in Einklang zu bringen. Gewiss, Sie können Behörden und Mainstreammedien vollkommen vertrauen und diesen einen Persilschein ausstellen. Aber ehrlich gesagt, ich möchte noch für eine Weile skeptisch und kritisch bleiben, weil früher oder später werden wir so oder so vor vollendeten Tatsachen gestellt. Sie wissen schon, die Sache mit dem Stiefel und dem Gesicht und George Orwell.

Egal welches Ereignis der letzten Jahre ich zur Überprüfung heranziehe, das Bildmaterial und die Aussagen der Augenzeugen fühlen sich nicht richtig an. Könnte ich mich irren? Natürlich. Schließlich ist es ja nur ein Bauchgefühl – aber eine andere Möglichkeit der Überprüfung gibt es für mich (und auch für Sie) nicht.

Nehmen wir Nizza und die (vermeintliche) Tatsache, dass ein LKW in eine und durch eine Menschenmenge gerast sei. Hier der Bildausschnitt aus einem Videoclip, der die Menschenmenge vor einer der vier Bühnen zeigt. Die Aufnahme entstand letztes Jahr, 2015.

Nizza_PromPartyCrowd_2015

Versuchen Sie sich jetzt vorzustellen, ein LKW käme von links ins Bild und pflügte durch die Menge. Was meinen Sie, wie sich das Szenario abspielen würde? Ich will es an dieser Stelle nicht im Detail schildern, aber wenn man sich das bisherig überlieferte Bildmaterial ansieht, kann man nur zum Schluss kommen, dass ein LKW nicht durch solch eine Menge gefahren sein kann. Im obigen Bild gäbe es tausende Augenzeugen, tausende Ohrenzeugen – die meisten von ihnen würden vermutlich einen Schock, jene, die nahe am Geschehen waren, mit Sicherheit eine posttraumatische Belastungsstörung davontragen. Die Umstehenden würden sich mit Sicherheit die Seele aus dem Leib kotzen, so sie das viele Blut, die Körperteile, die Eingeweide, die zerquetschten Leichen usw. sehen. Niemand der auch nur im Ansatz begreifen könnte, was hier gerade geschehen ist. Dann ist da noch die ohrenbetäubende Kakofonie an Schreien. Kein Mensch kann jemals den Hilfeschrei einer Mutter vergessen, die ihr Kind im Blut liegen sieht. Kein Mensch würde sich davon in kurzer Zeit erholen können. Viele in Schock geratene Leute würden ihre verletzten oder toten Angehörigen aufhelfen wollen, andere würden mit glasigem Blick wie ferngesteuert herumgehen und andere würden sich auf den Boden setzen und in eine Leere starren. Nichts von alledem ist in den Clips und Fotos zu sehen. Nichts von alledem ist in den Zeugenaussagen herauszulesen – man höre sich das Interview der SWR-Reporterin Janine Konopka an, die privat mit ihrer Mutter in Nizza weilte und das Fest besuchte: Die beiden entgingen nur knapp dem LKW-Anschlag: „Der LKW hat ja sämtliche Menschen mitgerissen … wir waren, wirklich, ein paar Millimeter von ihm entfernt … die Menschen lagen ja schwer verletzt am Boden …“. Jener Ägypter, der sich heldenhaft vor den LKW stellte, als der Fahrer anhielt, meinte, er hätte zuerst an einen Unfall gedacht [während Konopka sofort an einen Terroranschlag dachte]. Der Platz, an dem der Showdown stattfindet, sollte eigentlich mit Leuten gefüllt sein – tatsächlich aber gibt es nur ein paar Polizisten und den ägyptischen Zeugen. Wo sind all die Leute hin? Das Festival mit den Musikeinlagen hat gerade erst begonnen, niemand, der schon jetzt nach Hause gegangen wäre. Und warum sieht der ägyptische Zeuge nicht, wie der LKW durch die Menge pflügte, sozusagen die „Menschen mitriss“?

„Ich habe dem Fahrer gewunken, ‚Stop! Da ist ein Mädchen unter dem LKW‘, sagt Nader El Shafei, ein ehemaliger Bankier dem französischen Sender BFM-TV. „Wir dachten, er hätte die Kontrolle über das Fahrzeug verloren“, ergänzt Nader.

Echt jetzt? Im Hintergrund müssten sich Horrorszenarien abgespielt haben [Frage: ‚Brach Panik aus?‘ – Konopka: ‚Ja, absolut!‘], die jegliches Vorstellungsvermögen sprengen und der gute Mann sieht ein Mädchen unter dem LKW. Wie kann er überhaupt das Mädchen unter dem LKW gesehen haben? Wurde sie mitgeschleift? Stand er seitlich zum LKW? Und wie schnell oder langsam ist der LKW überhaupt gefahren, dass er das sehen konnte? Auf Konopka wirkte es, wie das „Überrollen von 200 Stundenkilometer“. Sich vor einen fahrenden LKW zu stellen und zu winken, also, das macht man nur, wenn man auch davon ausgehen kann, dass der Fahrer das Fahrzeug rechtzeitig zum Stehen bringen kann.Sie dürfen jetzt Ihre Physik-Schulbücher abstauben und sich die Seite mit den Formeln für Anhalte- und Bremsweg zu Gemüte führen. Sollte der LKW nämlich – wie es offiziell heißt – mit satten 90 km/h dahergekommen sein, müsste der ägyptische Zeuge rund 100 Meter weit wegstehen – ansonsten wäre er wohl – wie das Mädchen – auch unter den LKW gekommen. Und wenn wir vom Endpunkt des LKWs die 100 Meter zurückgehen, dann hätte der Fahrer eigentlich bereits nach dem @gutjahr-clip die Bremsung einleiten müssen – aber er fuhr, wie man eindeutig sieht, anfangs Schrittgeschwindigkeit und beschleunigte aus dem Bild hinaus. Ich hätte ja gerne gewusst, wie schnell so ein 19-Tonner auf 90 km/h beschleunigt, aber es ist mir nicht möglich gewesen, das herauszufinden. Die Strecke, die der LKW nach dem @gutjahr-clip noch bis zu seinem Haltepunkt zurücklegte: ca. 200 Meter. Warum der Fahrer schlussendlich anhielt, bleibt wohl für immer ein (weiteres) ungelöstes Rätsel in der Historie der Terroranschläge.

Sehen Sie, all das (und noch vieles mehr) macht für mich keinen Sinn. Deshalb zweifle ich am offiziellen Narrativ. Dabei wäre es recht simpel, die Behörden müssten nur die Bilder der Überwachungskameras mit Zeitstempel freigeben – dann sollten sich die Puzzleteile wie von selbst zusammenfügen. Vorausgesetzt, man schnippelt nicht an ihnen herum – Pentagon 9/11, you know – oder gibt einen Kurzfilm der Filmhochschule mit dem Titel Sternenspritzer als authentische Aufnahme einer Überwachungskamera in einem Pariser Café aus. Mon Dieu.

So lange Behörden und Regierungen den Bürgern die Fakten vorenthalten, so lange darf jeder glauben, was er möchte. Ist ja auch schön, nicht? Oder wollen Sie mir am Ende sagen, dass 2 +2 = 5 ist und der Kaiser sehr wohl ein Kleid trägt?

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Falls Sie wissen wollen, wie ein echter Anschlag und eine echte Untersuchung aussieht, empfehle ich Ihnen, dass Sie sich mit den Bombenanschlag in Bologna, 1980 auseinandersetzen. Die Hintermänner dieses Anschlags wurden nie aufgedeckt, während der italienische Geheimdienst und die Freimaurerloge P2 (die wiederum mit dem CIA und dem Vatikan in Verbindung stand – siehe Gladio) die Untersuchungen mit allen Mitteln sabotierten. Die Opfer des Anschlags können auch nach über 20 Jahren kein normales Leben führen. Im Gegensatz dazu lächeln uns gegenwärtig immer wieder hübsche Gesichter aus dem TV entgegen, die blumig und wortreich beschreiben, wie Leute von den Terroristen erschossen, von Bomben zerrissen oder von einem LKW wie Bowlingkugeln umgeworfen wurden. Authentisch, my ass.