Schlagwort-Archive: pc

Star Wars: Die letzten Jedi und das Erwachen der bürgerlichen Macht

Ich war gerade mal 10 Jahre alt, als ich mit M. und seiner Mutter dieses phantastische Weltraummärchen Star Wars sehen durfte. Die Kinokarte kostete damals 50 Schillinge und die Klappstühle waren aus Holz. Die Währung und das Kino, welches über der Donau gelegen war, gibt es längst nicht mehr. Was bleibt sind nur noch vage Kindheitserinnerungen an eine längst versunkene Epoche.

Nun habe ich den 8. Film der Sternenkrieg-Saga Die letzten Jedi gesehen und dachte mir, ich mache mir mal so meine ausschweifenden Gedanken darüber. Falls du den Film ebenfalls gesehen hast, lass mich und andere mit einem Kommentar wissen, wie er dir gefallen/missfallen hat. Hier der Link zu den gesammelten Filmkritiken auf Rotten Tomatoes und Metacritic.

Star Wars: Die letzten Jedi und das Erwachen der bürgerlichen Macht weiterlesen

Advertisements

Revolutionäre Banalitäten

Plakat_Tiret_Brouille_Madeleine_PenlyWie jedes Jahr greife ich zum 14. Juli zur virtuellen Feder und kritzle ein paar Gedankengänge aufs Blogpapier. Wie es der Zufall so möchte, lese ich gerade Vincent Cronins ›ausgewogenes Doppelporträt‹ Ludwig XVI. und Marie Antoinette. Cronins Buch sympathisiert mit dem Königspaar und zeigt – nicht unähnlich Stefan Zweigs Marie Antoinette – wie eine bestehende alte Ordnung durch den ausufernden Hass und die grenzenlose Wut des Pöbels zerbricht. Dass dieser Hass und diese Wut von intellektuellen Berufsrevolutionären geschürt wurden – dank einer der wohl ersten großen Propagandaleistungen der Neuzeit – muss unbedingt erwähnt werden. Weil mein konspirativer Ansatz davon ausgeht, dass eine kleine elitäre Gruppierung die Finger im Spiel hatte. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass noch jede Revolution – damals wie heute – von einem gebildeten, bestens vernetzten und äußerst finanzstarken Establishment in die Wege geleitet wurde. Wie sagte Goethe einst zu Eckermann:  »Es ist in Frankreich alles durch Bestechungen zu erreichen, ja die ganze Französische Revolution ist durch Bestechungen geleitet worden.«

Zurück in die Gegenwart, in der auch eine Art von Revolution stattfindet – eine unblutige und unlustige, wenn man so will. Es ist die allgemeine Hinwendung des Pöbels genauso wie der Intellektuellen zur politischen Korrektheit, einhergehend mit dem strengen, zuweilen inquisitorischen Eifer jedwede Verfehlung streng zu ahnden. Somit bleibt dem gewöhnlichen Bürger nichts anderes übrig, als in den vorgegebenen Bahnen zu denken. Möchte er jegliches Risiko vermeiden, wiederholt er in einer Diskussion nur die Schlagworte der freien Presse – die natürlich ein Leuchtfeuer politischer Korrektheit ist. Alles in allem, davon können wir ausgehen, ist der Bürger in unserer Zeit so (un)frei und so (des)informiert wie niemals in der Geschichte der Menschheit – und trotzdem scheint es, als würden wir, wenigstens im Westen, in der banalsten aller Epochen leben. Gottlob finden sich im weiten Web hin und wieder Perlen politisch unkorrekter Gedanken – ob sie richtig  sind oder nicht, steht an dieser Stelle nicht zur Diskussion. Ja, diese gefährlichen Gedanken, sie sind Balsam auf den geschundenen Gehirnwindungen eines Verschwörungstheoretikers und erregen sein Zwerchfell auf angenehmste Weise. Vivre livre ou mourir* stand um 1790 auf den Messingknöpfen der Revolutionäre und jene, die sich dafür hielten. Welchen Slogan würden man wohl heute auf die Knöpfe, vulgo Buttons, prägen? Vielleicht La révolution donne des ailes** ?

*) »frei leben oder sterben«

**) Die Ironie funktioniert freilich nur, wenn man weiß, dass sich hinter dieser Phrase ein sehr bekannter Werbeslogan verbirgt. Aber da ich hier nicht unbezahlte Werbung machen möchte, noch dazu für ein Produkt, dass ich nicht goutiere, belasse ich es bei diesem Hinweis. Man möge es mir nachsehen.