richard k. breuer

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EM 2016: Viertelfinale 1 – POL : POR

EM-2016-VF-1

Gedanken zum Viertelfinale der Europameisterschaft in Frankreich 2016

POLEN : PORTUGAL 1:1   3:5 n. E.

Ojemine. Portugal hat nun auch den Effizienzfußball für sich entdeckt. Viele Jahre lang spielte die Selecao einen wunderbaren Offensivfußball, ja, die goldenen Generation, rund um Figo, Conceição oder Rui Costa, verzückte Fans und Fußballgourmets auf der ganzen Welt. Aber wie so oft, wenn eine Mannschaft ›für die Galerie spielt‹, bleiben die Resultate aus. Die bitterste Niederlage für die portugiesische Nationalmannschaft (und für den schönen Fußball selbst) war die Finalniederlage bei der Heim-EM gegen die Antithese des Offensivfußballs Griechenland. Damals zeichnete sich am Horizont bereits ab, dass spielschwache Teams erst gar nicht versuchen würden, in Zukunft spielerisch besser zu werden, sondern vielmehr Mittel und Wege suchten, um das Offensivspiel der Gegner mit einer disziplinierten und geordneten Defensivtaktik zu neutralisieren. Die Auswüchse können wir nun bei jeder Europa- oder Weltmeisterschaft beobachten – interessanterweise sind es vor allem die europäischen Mannschaften, die vergessen haben, worum es in erster Linie geht: schönen Fußball zu spielen. Falls Sie nicht meiner Meinung sind, gut, dann dürfen Sie sich auch nicht wundern, wenn eine Partie wie Kroatien : Portugal nicht die Ausnahme, sondern die Regel in zukünftigen Bewerben darstellen wird. Man muss sich dann freilich fragen, warum überhaupt noch Turniere abgehalten werden sollen, wenn Mannschaften einfach aufhören, Fußball zu spielen. Früher einmal – es mag lange her sein – als noch nicht Millionen- und Milliardenbeträge die Seele des Fußballs aufgefressen haben, wollten die Spieler am Rasen in erster Linie nur eines machen, die Fans nur eines sehen: Tore! Außerhalb Europas ist dies tatsächlich noch der Fall – jedenfalls so lange, bis ein europäischer Trainer das kontrollierte Defensivsystem einführt und damit den Spielern jede offensive Spielfreude nimmt. Kurz, wenn es nur noch um Ergebnisorientierung und -verwaltung geht, wenn also die wichtigste Nebensache der Welt mit dem seelenlosen Händlergeist durchsetzt ist, was bleibt dann noch?

Das erste Viertelfinalspiel dieser EM zwischen Polen und Portugal hatte wenig zu bieten. Es fehlte die Dramatik – weil keine der beiden Mannschaften den Sieg während der 90 bzw. 120 Minuten mit allen spielerisch-kämpferischen Mitteln erzwingen wollte. So musste am Ende – wieder einmal – das Elfmeterschießen herhalten, in dem Portugal das glücklichere Ende für sich hatte. Wird sich Portugal im Halbfinale an ihre alten Tugenden erinnern und endlich Fußball spielen? Ich bezweifle es. Für Ronaldo & Co steht zu viel auf dem Spiel. Vor zwölf Jahren wurde der Selecao mit griechisch-grottigem Defensivkick der Europameistertitel entrissen. Es wäre demnach ausgleichende Gerechtigkeit, würden sich nun die Portugiesen den Titel mit lähmenden Schlafwagenfußball zurückholen. Aber man möchte sich gar nicht erst vorstellen, welche Botschaft damit in die weite Fußballwelt gesendet werden würde.

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EM 2016: Gedanken vor den Viertelfinalspielen

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Gedanken zum Viertelfinale der Europameisterschaft in Frankreich 2016

POLEN : PORTUGAL
WALES : BELGIEN
DEUTSCHLAND : ITALIEN
FRANKREICH : ISLAND

Das sind sie also, die 8 besten Nationalmannschaften Europas. Durch den neuen Modus – 24 statt bisher 16 Teilnehmer – schafften es drei Underdogs ins Rampenlicht des Viertelfinales. Allen voran Island, das mit England eines der großen Fußballnationen eliminierte und sich nun daran macht, ausgerechnet Gastgeber Frankreich ein Bein zu stellen. Die Niederlage der Engländer hat enorme Wellen geschlagen. Trainer Roy Hodgson (Jahresgage: 5 Millionen Euro) nahm freiwillig den Hut – er wusste, dass man in der Heimat sowieso seinen Kopf gefordert hätte – und schert sich deshalb nicht mehr um die Sintflut, die er mitverschuldet hatte. Auf der gestrigen Pressekonferenz murrte er gleich zu Beginn ins Mikrofon: »I don’t really know, what I am doing here.« Am Ende dieser verkorksten Europameisterschaft müssen nun die englischen Nationalspieler die Krot fressen und sich mit dem wütenden Medienmob auseinandersetzen, der nicht gerade dafür bekannt ist, blamable Niederlagen – seien sie sportlich, seien sie politisch – zu verzeihen. Die englischen Fans wiederum pendeln zwischen phlegmatischem Schulterzucken und cholerischer Zerstörungswut. Während die einen es längst aufgegeben haben, vor einem Turnier Hoffnung auf ein gutes Ergebnis zu hegen, wetzen die anderen nach dem Ausscheiden die Messer und fordern einen radikalen Einschnitt in allen Bereichen des geldgierigen und seelenlosen Kommerzfußballs. Nur wenige Engländer können sich damit abfinden, dass das Geburtsland des Fußballs, mit der teuersten Liga in der Geschichte des Sports, auf nationaler Ebene nur noch eine Randfigur darstellt. Die Erinnerungen an den Weltmeistertitel von 1966 verblassen mit jeder weiteren fußballerischen Enttäuschung und werden doch immer und immer wieder aus dem hintersten Winkel des gesellschaftlichen Bewusstseins geholt, abgestaubt und auf ein verklärend sentimentales Podest gestellt. Die Parallelen zu Österreich sind unverkennbar. Auch wir zehren von der Erinnerung an das Wunderteam der 1930er Jahre, das für kurze Zeit die Fußballwelt auf den Kopf stellen und die Masse begeistern konnte. Der Einzelne sehnt sich bekanntlich, in der Gruppe oder Sippe oder Nation aufzugehen und Großes zu leisten und Sport, wenn man so will, ist die Fortsetzung des nationalen Kräftevergleichs mit fairen und friedlichen Mitteln. Gut möglich, dass die Sittenwächter deshalb bestrebt sind, dem Fußball das nationalistische auszutreiben. Der Erfolg der homogenen isländischen Mannschaft ist natürlich für die Prediger des multikulturellen und entwurzelten Einheitsmenschengebräu ein Schlag ins Gesicht. Sollte das kleine Island auch noch gegen die französische Kolonialmannschaft gewinnen, würden die politischen Folgen unabsehbar sein – jedenfalls für Island. So könnte der Druck der europäischen Gemeinschaft auf die isländische Regierung erhöht werden, mehr Asylsuchende im Land und in der Nationalmannschaft aufzunehmen. Im letzten Jahr wurden 159 der 171 Asylanträge abgelehnt.

Wales? Wird unter die belgischen Räder kommen. Eine Überraschung halte ich für ausgeschlossen. Könnte ich mich irren? Natürlich. Gegen welche starken Gegner hat Wales gleich noch mal gespielt? Russland? Haha. Slowakei? Haha. Nordirland? Haha. England? Hahaha. Sie sehen, die Waliser wissen noch nicht mal, was im Viertelfinale auf sie zukommen wird, wenn sie meinen, sie hätten bisher überzeugenden Fußball gespielt. Hahaha.

Polen? Hm. Gegen Deutschland, den amtierender Weltmeister, haben sie eine taktisch und kämpferisch überzeugende Partie abgeliefert. Gegen die Schweiz – ein zäher Brocken – haben sie sich schlussendlich im Elfmeterschießen durchgesetzt und Nervenstärke bewiesen. Sie werden Portugal sicherlich fordern – gewinnen werden sie nicht.

Frankreich? Ich sehen dunkle Wolken am Horizont auftauchen. Die erste Hälfte gegen Irland hat gezeigt, dass die Equipe von Trainer Deschamps mit einfachen, freilich kräfteraubenden Mitteln, unter Druck gesetzt und damit aus dem Spiel genommen werden kann. So wird wohl am Ende das Nervenkostüm der Franzosen über Sieg oder Niederlage entscheiden – und wenn wir eines wissen, dann gibt es bei ihnen nur Extreme. Läuft es gut, walzen sie jeden Gegner nieder. Läuft jedoch nichts zusammen, bricht die Mannschaft auseinander und reibt sich in Schuldzuweisungen auf. Siehe Weltmeisterschaft 2002, als Frankreich als amtierender Weltmeister sang-, klang- und torlos in der Gruppenphase ausschied. Oder Europameisterschaft 2008. Oder Weltmeisterschaft 2010 und der Aufstand der rebellischen Spieler gegen Trainer Domenech – das scheint lange her zu sein und doch finden sich noch drei Spieler im jetzigen Kader, die diese Blamage miterleben mussten. Kurz und gut, eine Niederlage gegen Island ist für die Grande Nation unvorstellbar. Ah, mon Dieu, man möchte sich erst gar nicht vorstellen, was der Mob alles kurz und klein schlagen wird, wenn Frankreich gegen Island ausscheidet.

Belgien? Sollten sie gegen Bale & Co wirklich straucheln? Ist es vorstellbar? Zugegeben, gegen sattelfeste Schweden, die recht konventionell zu Werke gingen, taten sie sich schwer, ein Tor aus dem Spiel zu machen – so musste ein Tausendguldenschuss die Entscheidung herbeiführen. Die belgische Mannschaft zählt mit Sicherheit zu den besten, wenn der Gegner Räume lässt und in der Defensive ungeordnet steht – sollten die Belgier demnach in einem Spiel in Führung gehen, hat die gegnerische Mannschaft so gut wie verloren – siehe Irland, siehe Ungarn. Auf der anderen Seite, wie bereits erwähnt, haben die Belgier große Probleme ihr Offensivspiel gegen eine geordnete und disziplinierte Defensive ins Laufen zu bringen – siehe Italien, siehe Schweden. Sollte es also Gareth Bale ein weiteres Mal mittels einer Einzelaktion gelingen, die Waliser in Führung zu bringen, ist eine Überraschung durchaus möglich. Vorstellbar ist es freilich nicht.

Portugal? Wenn die Mannschaft weiterhin so trocken und lustlos – aber diszipliniert und ergebnisorientiert – ihre Spiele abspult wie gegen Kroatien, dann ist der Finaleinzug sicher.Technisch und spielerisch zählten die Portugiesen zum Besten, was der Fußball zu bieten hatte, aber Disziplin und Defensivbemühungen führten ein Schattendasein im von vielen Egos getriebenen Offensivspiel. Mit Trainer Santos hat sich das geändert. Nun sind sich Ronaldo & Co nicht zu schade, die einschläferndste Partie dieser EM abzuliefern, um ein starkes Kroatien aus dem Bewerb zu werfen. Sollte das Halbfinale Portugal : Belgien heißen – was recht wahrscheinlich ist – wird Schlafwagenfußball eine neue Dimension erreichen. Warum ich nicht an einen Schlagabtausch glaube? Sehen Sie sich die beiden Superpärchen beider Mannschaften an: Ronaldo & Nani – Hazard & De Bruyne! Jeder dieser vier Spieler, so man ihm Platz und Raum gewährt, kann ein Match entscheiden. Ungarn hat versucht, das Spiel offen zu halten (Danke, dafür!), und geriet unter die Räder. Kroatien hat es gegen Portugal gar nicht erst versucht – obwohl es das Spielermaterial dazu gehabt hätte. Der Respekt vor Ronaldo & Co war wohl doch zu groß. Kurz und gut: Mit Portugal und Ronaldo ist diesmal zu rechnen. Punktum.

Deutschland? Ist bisher noch nicht ernsthaft gefordert worden. Freilich, das Spiel gegen Polen hat gezeigt, dass auch der amtierende Weltmeister unter Druck gesetzt und zu Fehlern gezwungen werden kann. Müller, Götze und Özil sind noch nicht in Form, Kimmich und Mustafi müssen sich beweisen und der rekonvaleszente Schweinsteiger scheint mehr Maskottchen als spielerische Stütze zu sein. Trotzdem ist Deutschland ein Anwärter auf den Finaleinzug – taktische Ausrichtung, Disziplin und Kämpferherz sowie die Qualität einzelner Spieler stellen jeden Gegner vor größte Probleme. Auf den spitzfindigen Punkt gebracht: Die Angst in den Köpfen der gegnerischen Spieler und Trainer ist der zwölfte Mann der deutschen Mannschaft. Bestes Beispiel dafür ist die Selbstaufgabe der Slowaken bereits nach Anpfiff des Achtelfinalspiels gegen Deutschland. Die Frage aller Fragen lautet demnach: Wer hat (keine) Angst vor the national Meister?

Italien? Die wundersame Heilung eines Todgeweihten. Längst abgeschrieben, hat die italienische Mannschaft in den letzten Spielen gezeigt, was in ihr steckt – und das ist eine ganze Menge. Mit ihren Siegen gegen Belgien, Spanien und Schweden haben sie ein lautes Ausrufezeichen gesetzt, das auch Löw und seine Spieler nicht überhören konnten. Ausgerechnet Italien!, wird sich der deutsche Fan denken und all die schmerzlichen Niederlagen, die sich längst im kollektiven Bewusstsein eingebrannt haben, ziehen wie ein Film vor dem geistigen Auge vorüber. Ausgerechnet Italien hat bei dieser EM mit Antonio Conte einen Trainerfuchs auf der Bank sitzen, der sein deutsches Gegenüber locker in die Tasche steckt – nicht nur, dass Conte besser gekleidet ist und sich in der Öffentlichkeit zu benehmen weiß, auch ist er Ausdruck gelebter Fußballleidenschaft. Seine taktischen Vorgaben gegen die beiden Schwergewichte Belgien und Spanien waren nicht nur erfolgreich, sie beeindruckten auf ganzer Linie. Können die Italiener ihren Erfolgslauf fortsetzen, auch gegen den amtierenden Weltmeister? Definitiv. Die Azurris müssen nur achtgeben, nicht übermotiviert zu Werke zu gehen und zu viel zu wollen. Bezüglich der Taktikvorgabe gehe ich davon aus, dass Conte ähnlich verfahren wird, wie im Match gegen Spanien: Da die Deutschen ihre Stärke ebenfalls im Ballbesitz-Kombinationsspiel haben, müssen die Passwege zugestellt, die ballführenden Spieler unter Druck gesetzt und bei Ballgewinn schnell in das Offensivspiel umgeschaltet werden. Diese Taktikvorgabe ist freilich kräfteraubend und fordert ein Höchstmaß an Konzentration – gegen Spanien reichten die Kräfte für etwa 70 Minuten und deshalb verwundert es nicht, dass in der letzten Viertelstunde des Spiels die Spanier zu den größten Torchancen kamen. In Sachen Kondition haben die Deutschen deshalb einen klaren Vorteil – während sie gegen die Slowaken eine Form von beweglichem Stehfußball praktizierten, mussten sich die Italiener gegen die Spanier die Hacken ablaufen. Ein Sieg gegen Deutschland, so viel ist mal sicher, wäre für ganz Italien der Anfang eines SommermärchensCredi alle fiabe e vivrai fiabe, trovando quella scritta solo per te.

EM 2016: Spieltag 14 – Achtelfinale

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Spieltag 14 der Europameisterschaft in Frankreich 2016
Achtelfinale

SCHWEIZ : POLEN 1:1  4:5 i. E.
WALES : NORDIRLAND 1:0
KROATIEN : PORTUGAL 0:1 n. V.

Gähn. Die ersten drei Achtelfinalpartien waren eine äußerst müde Angelegenheit. Fulminante Fußballspiele sehen anders aus. Der vermeintliche Kracher am Abend zwischen Kroatien und Portugal erwies sich als einschläfernder Flop. In den ganzen 120 Minuten gab es sage und schreibe zwei Schüsse, die aufs Tor gingen: in der 116. Minute köpft Peresic an die Stange, im Gegenzug köpft Quaresma ins leere Tor. Mit anderen Worten, 115 Minuten lang wurde nicht Fußball gespielt, sondern Rasenschach betrieben. Obwohl es anfänglich so aussah, als würde Kroatien eine Entscheidung im Spiel suchen, als könne Portugal dem kroatischen Kombinationsspiel nichts entgegensetzen, wurde man bald eines Besseren belehrt. Kroatien agierte vorsichtig und war stets bemüht, weder Ronaldo noch Nani die Räume zu geben. Der Respekt vor Ronaldo war scheinbar zu groß – nach den beiden Toren gegen Ungarn natürlich verständlich. Unverständlich, warum es die Kroaten nicht trotzdem probierten. War es, weil Trainer Fernando Santos den Portugiesen das Defensivspiel beibrachte? Die kroatischen Taktgeber – Modric und Rakitic – wurden jedenfalls vorbildlich aus dem Spiel genommen! Santos, wir dürfen es nicht vergessen, war 4 Jahre lang Trainer der griechischen Nationalmannschaft – dort perfektioniert bekanntlich jeder Trainer seine Baumeisterkunst im Beton anrühren. Im Viertelfinale bekommen es die Portugiesen mit Polen zu tun, die sich gegen die Schweiz im Elfmeterschießen durchsetzen konnten. Auch in diesem Spiel versuchte jede Mannschaft mit kontrollierten Vorstößen ihr Glück. Die Polen waren über lange Strecken die bestimmendere Mannschaft, aber die Schweiz zeigte, dass sie dagegenhalten konnte. Der Ausgleichstreffer Minuten vor dem Schlusspfiff von Xherdan Shaqiri war aus der Rubrik Traumtor. Mit anderen Worten: glücklich. Gottlob sind die biederen Schweizer aus dem Rennen. Mit Schaudern erinnert man sich an ihr mittelalterliches Abwehrbollwerk in den WM-Spielen von 2014 – es hätte nicht viel gefehlt und der spätere Vizeweltmeister Argentinien wäre an der eidgenössischen Zerstörungsarbeit zerschellt. In den letzten 10 Jahren hat sich abgezeichnet, dass eine geordnete Defensivleistung gegen spielstärkere Mannschaften das Maß aller Dinge, wenigstens in einem Turnier, sein kann. Griechenland hat es bei der EM 2004 als erste Mannschaft vorgezeigt, wie man mit einer Betonmauer und glücklichen Toren aus Standardsituationen Europameister werden kann. Die Holländer der WM 2014 haben die Sache sogar noch auf die Spitze getrieben, in dem sie Härte und allerlei untergriffige Tricks dem Zerstörungswerk hinzufügten. Zurück ins Jahr 2016: Ich hoffe inständig, dass in den restlichen Achtelfinalpartien Fußball gespielt wird. Schließlich ist es ja die Fußball- und nicht die Schach-Europameisterschaft, oder?

 

 

EM 2016: Spieltag 12 – Entscheidung Gruppe C und D

EM-2016-Spieltag12

Spieltag 12 der Europameisterschaft in Frankreich 2016
Entscheidung Gruppe C und D

NORDIRLAND : DEUTSCHLAND 0:1
UKRAINE : POLEN 0:1

Die Fakten sprechen eine klare Sprache. Ballbesitz für Deutschland 70 : 30. Schüsse in Richtung gegnerisches Tor 28 : 2 – davon gingen 20 aufs Tor. Zwei Stangenschüsse von Pechvogel Müller und eine Reihe an ungenutzten, vernebelten, verstolperten Torchancen. Auch bei diesem Spiel sieht man wieder, wie schwer es ist, den Ball über die Torlinie zu bringen. Im Besonderen, wenn das Quäntchen Glück fehlt. Die Nordiren waren freilich weit davon entfernt, auch nur annähernd eine Gefahr für Manuel Neuer darzustellen. Obwohl es in den ersten Minuten nach dem Anpfiff so aussah, als hätte Trainer Michael O’Neill das Match gegen Polen eingehend studiert und versucht, mit Pressing die Deutschen in ihrer eigenen Hälfte in Verlegenheit zu bringen. Doch der Eindruck täuschte. Die Nordiren praktizierten, was sie am besten konnten: den Laden dicht machen und den Bus im Strafraum parken. Und die Deutschen praktizierten, was sie am besten konnten: Kurzpassspiel rund um den gegnerischen Strafraum, so lange, bis sich eine Gelegenheit zum gefährlichen Pass in die Tiefe oder zu einer Hereingabe von der Seite anbietet. Da Joachim Löw diesmal mit Mario Gomez auf einen Stoßstürmer setzte und mit dem offensiven Außenverteidiger Kimmich die Richtung vorgab, war das Spiel der deutschen Mannschaft geradliniger und torgefährlicher ausgerichtet – in der ersten Halbzeit brannte es im nordirischen Strafraum lichterloh. Nach einer halben Stunde nahm sich Müller ein Herz, marschierte mit dem Ball in den Strafraum und legte für Gomez auf, der staubtrocken das Tor machte. Der Führungstreffer ließ die Deutschen natürlich noch gelöster zu Werke gehen – vielleicht zu gelöst, sieht man sich an, welche Chancen sie leichtfertig vergeben haben. Aber am Ende hat es für den Gruppensieg gereicht – vor allem deshalb, weil Polen es verabsäumte, gegen die bereits ausgeschiedenen Ukrainer höher zu gewinnen.

Wie so oft bei großen Turnieren, stellt sich auch hier die Frage, welche Aussagekraft die Gruppenspiele haben. Hat der amtierende Weltmeister das Zeug, auch gegen große Mannschaften zu bestehen? Polen – kein überragendes, aber gut eingespieltes Team – zeigte den Deutschen bereits die Grenzen ihres Offensivspiels auf. Die Ukraine – das wohl schwächste Team in der Gruppe – brachte die deutsche Hintermannschaft das eine und andere Mal in eine peinliche Verlegenheit. Ich denke, dass die deutsche (genauso wie die spanische) Defensive vor allem von der gegnerischen Ängstlichkeit zehrt, den Deutschen (bzw. Spaniern) zu viel Raum in ihrem Angriffsspiel zu gewähren. Deshalb sind die gegnerischen Angriffsbemühungen nicht Fisch, nicht Fleisch – und zumeist eine leichte Beute für Boateng und Hummels. Somit bewahrheitet sich die geflügelte Phrase, dass der (vermeintliche) Angriff die beste Verteidigung ist. Könnte es nun den Fall geben, dass auch die deutsche Mannschaft in ihren Offensivbemühungen verhaltener agiert? Definitiv. Im Spiel gegen Polen konnte man gut bemerken, dass die deutschen Spieler einen gehörigen Respekt vor Lewandowski hatten und deshalb ihr besonderes Augenmerk auf ihn richteten. Ja, Fußballspiele entscheiden sich bei den besten Teams vor allem im Kopf. Im Viertelfinale, wenn die Deutschen gegen Italien oder Spanien antreten, wird man sehen, welche Mannschaft die mental stärkere ist.

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KROATIEN : SPANIEN 2:1
TSCHECHIEN : TÜRKEI 0:2

Schlapperlot. Die Kroaten haben tatsächlich die Spanier am falschen Fuß erwischt. Wie so oft, wenn die spielbestimmende Mannschaft meint, sie hätte alles im Griff und würde den Gegner kontrollieren, bricht wie aus heiterem Himmel das Ungemach herein. Die selbstbewussten Spanier – zwei ungefährdete Siege ließen die Brust schwellen – zogen wieder ihr Ballgeschiebe in der gegnerischen Hälfte auf. Es erinnerte an die Tiki-Taka-Trainingseinheiten vergangener Tage. Gottlob sind die Zeiten vorbei. Weil sich hundert Mal den Ball von rechts nach links und von links nach rechts zuzuscheiberln und dabei den Gegner ins Leere laufen  zu lassen nun mal nichts mit einem Fußballspiel zu tun hat. Gewiss, die Experten sehen das anders und schnalzen mit der Zunge. Aber da es mir in erster Linie um spannende und ausgewogene Begegnungen geht, ist Tiki-Taka Gift für meine empfindliche Seele. Deshalb freut es mich natürlich, dass am Ende die Kroaten doch noch das Siegestor schossen – der Antritt von Ivan Perišić Minuten vor Schluss beweist, dass Kondition und Laufbereitschaft spielentscheidende Faktoren sein können. Dabei hätten die Spanier – mit dem Führungstreffer im Rücken – bereits lange vorher alles klar machen können, waren aber zu lässig, vielleicht sogar zu hochnäsig, mit ihren Chancen umgegangen – ein vergebener Elfmeter – mäßig geschossen von Kapitän Sergio Ramos – unterstreicht es. Auf der anderen Seite nutzte die kroatische Mannschaft die wenigen Chancen, die sie vorfand. Die Spieler von Trainer Ante Cacic stemmten sich bissig und aggressiv gegen den Ballbesitz der Spanier und zeigten, dass sie sich nicht mit dem Unentschieden abfinden wollten. Gewiss, für die einen ist es effizienter, für die anderen einfach nur ungerechter Fußball. Aber so ist das. Mit der Niederlage treffen nun die Spanier im Achtelfinale ausgerechnet auf Italien, während die Kroaten den Dritten der Gruppe F empfangen werden – gehen wir mal davon aus, dass es Österreich sein wird, nicht wahr? Die Niederlage der Spanier im letzten Gruppenspiel tut demnach doppelt weh – wer möchte schon gegen eine italienische Mannschaft spielen, die Blut geleckt hat?

Die Türken – wie bereits bei der EM 2008 – überraschen auch diesmal wieder den unbedarften Zuschauer. Mit einem klaren Sieg haben sie sich aus dem (Medien)Sumpf ziehen und die Chance auf einen Achtelfinalplatz aufrecht erhalten können. Wer hätte das gedacht – nach den zwei äußerst schwachen Vorstellungen in der Vorrunde? Die Tschechen wiederum haben gänzlich enttäuscht. Die Zeiten, als sie jede Mannschaft ärgern und schlagen konnten, sind längst passé. Wie die Schweden, wie die Russen, sind die Tschechen in die Jahre gekommen und spielen einen antiquierten Fußball. Für die Zukunft braucht es wohl einen totalen Umbau – so das Spielermaterial vorhanden ist. Das Dilemma ist ja, dass all die Ligen der kleinen Länder kaum noch Anreize für junge Menschen bieten und der wenige Nachwuchs mit gutem Geld gehegt und gepflegt werden muss. Keine leichte Aufgabe. Auf der anderen Seite braucht es nicht viele Fußballer, um eine Mannschaft zu formen und zur Europameisterschaft zu bringen. Siehe Island, das beinahe um die Hälfte weniger Einwohner hat als Luxemburg (320.000 : 540.000).

 

EM 2016: Spieltag 7

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Spieltag 7 der Europameisterschaft in Frankreich 2016

ENGLAND : WALES 2:1

Das soll also die Battle of Britain gewesen sein? Die erste Halbzeit war wohl mehr Krampf denn Kampf. Folgerichtig gelang das erste Tor des Spiels aus einer Standardsituation. Freistoß für Wales. Über 30 Meter vom englischen Tor entfernt. Bale. Natürlich Gareth Bale. Hart. Natürlich Joe Hart. Der eine mit unnachahmlicher Schusstechnik. Der andere mit eigentümlicher Bahnschrankenmentalität. ORF-Analyst Helge Payer meinte, Hart hätte alles falsch gemacht, was ein Torhüter falsch machen kann – was man mit laienhaften Auge freilich auch sehen konnte. England und seine Torhüter – eine langjährige Komödie mit tragischen Elementen.

In der ersten Halbzeit gab es jedenfalls kaum flüssige Kombinationen zu beklatschen. Spielzerstörende Fouls hüben wie drüben. Die Engländer waren bemüht, aber gegen die tief gestaffelte Abwehrreihe der Waliser fiel ihnen nicht viel ein. Außenverteidiger Walker beackerte zwar die rechte Seite und Routinier Rooney versuchte hin und wieder einen gefährlichen Pass in die Tiefe anzubringen, aber alles in allem waren die ersten 45 Minuten nur ein laues Offensivlüftchen. Das sollte sich mit der Hereinnahme von Jamie Vardy und Daniel Sturridge ändern – jene zwei Spieler, die von den Fans bereits im ersten Match gefordert, aber nicht von Trainer Roy Hodgson gebracht wurden. Zehn Minuten nach seiner Einwechselung stand Vardy genau dort, wo ein Stoßstürmer zu stehen hat und haute einen missglückten Klärungsversuch in die Maschen. Der Ausgleich beflügelte nun die Engländer und paralysierte die Waliser. Mit jeder Minute wurden die englischen Spieler selbstbewusster, ballsicherer – Sturridge konnte es sich sogar leisten, immer wieder mit (eigensinnigen) Dribblings hängen zu bleiben. Minuten vor Schluss, bereits in der Nachspielzeit, war es schließlich Sturridge, der sich im Strafraum überraschend behaupten und den Ball ins Netz spitzeln konnte. Zugegeben, die Waliser Verteidigung – mit den Kräften merklich am Ende  – dürfte mit den Gedanken bereits in der Kabine gewesen sein. Mit dem Gegentreffer war die Niederlage besiegelt, zerplatzte der walisische Traum. Nichtsdestotrotz hat es Bale & Co in der eigenen Hand, gegen Russland den Aufstieg zu fixieren.

Mit dem heutigen hart erkämpften Sieg der Three Lions dürften die Weichen endgültig für Jamie Vardy und Daniel Sturridge gefallen sein. Haben am Ende die Fans immer recht? Das  letzte Spiel gegen die Slowakei wird freilich kein Spaziergang für die Engländer werden, können Hamšík & Co nur mit einem Sieg fix ins Achtelfinale aufsteigen. Es riecht hier also nach einem Schlagabtausch. Leider verfügt das slowakische Team nicht über die notwendigen spielerischen Qualitäten um England aus dem Spiel heraus unter Druck setzen zu können. Es deutet demnach alles auf eine Kopie des Wales-Spiels hin: Die Slowaken werden tief stehen und auf eine Konterchance lauern, während die Engländer aus einer gesicherten Abwehr das Spiel zu kontrollieren versuchen. Aber eines ist klar: Fällt ein Tor, geht’s rund!

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UKRAINE : NORDIRLAND 0:2

Also, die erste Halbzeit können wir mal abhaken. Da gab es nicht viel zu sehen. Keine der beiden Mannschaften wollte aus sich herausgehen. Die Ukrainer versuchten zwar das Spiel zu machen, aber die Nordiren versperrten ihnen geschickt den Laufweg. Die zweite Halbzeit war dann schon dramatischer. Im stetig heftig werdenden Regen blühten die Nordiren förmlich auf. Keine fünf Minuten nach Wiederanpfiff köpfte der 36-jährige Gareth McAuley eine Freistoßflanke wunderbar gegen die Laufrichtung von Goalie Pyatov ins lange Eck. Der Führungstreffer weckte die Ukrainer zwar auf, aber sie taten sich dann doch recht schwer, das offensive Spiel zu machen. Die Nordiren riegelten den Strafraum konsequent ab – und die wenigen Verlegenheitsschüsse der Ukrainer trafen selten ihr Ziel. Eine kurze Spielunterbrechung – es hagelte für einige Minuten – änderte nichts am Status Quo. Das Team der Ukraine versuchte immer wieder den Ball in die gefährliche Zone zu bringen, aber die Nordiren machten die Räume eng und stellten die Räume zu. Bemerkenswert, dass sie noch gegen Ende der Spielzeit recht hoch verteidigten und so ein gegnerisches Powerplay am eigenen Strafraum gar nicht erst zuließen. In der Nachspielzeit – die Ukrainer waren mit ihren Kräften sichtlich am Ende – machten die pferdebelungten Nordiren schließlich das zweite Tor. Respekt. Ich schätze, in Nordirland wird die nächsten Tage das Bier knapp werden. Tröööt.

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DEUTSCHLAND : POLEN 0:0

Das war sie also, die erste Nullnummer bei der Europameisterschaft. Man könnte meinen, es wäre eine träge und langweilige Partie gewesen. Mitnichten. Jedes Spiel Der Mannschaft ist ein intensives, emotionsgeladenes und keine Sekunde lang darf man als Zuschauer (oder Gegner) glauben, die Löw-Truppe würde im Spiel kein Tor mehr erzielen. Ja, unsere großen Nachbarn sind immer für ein Tor gut – egal wann, egal wo, egal wer. Die Polen wussten das natürlich und stellten sich deshalb recht defensiv auf. Trotzdem war es keine ukrainische Abwehrschlacht – vielmehr waren die Polen sogar bereit, das eine oder andere Mal die Deutschen in ihrer eigenen Hälfte anzupressen, unter Druck zu setzen und sie so zu – man kennt es sonst nicht von ihnen – Abspielfehlern zu zwingen. Tatsächlich, wenn die Polen durch Pressing den Ball erkämpfen und eine Offensivaktion gegen die noch ungeordnete deutsche Hintermannschaft einleiteten konnten, waren sie brandgefährlich. Man muss jetzt kein Freund der Polen sein, aber die zwei Großchancen von Milik waren die besten im Spiel – somit hätten sich Löw & Co nicht über eine Niederlage beschweren dürfen. Ach, der gute Milik – warum er wenige Meter vor dem Tor so stümperhaft agierte, bleibt ein ungelöstes Rätsel. Und Superstar Lewandowski ließ sich bei einem Schussversuch dann doch (ungewöhnlich) viel Zeit, weshalb Boateng gerade noch rechtzeitig den Schuss blocken konnte. Aber gehen wir mit den polnischen Spielern nicht zu hart ins Gericht, spielten sie doch gegen den amtierenden Weltmeister. Da können schon mal die Nerven flattern.

Das polnische Team war also perfekt auf das deutsche Spiel eingestellt und konnte die taktische Vorgabe ihres Trainers Adam Nawałka über 90 Minuten lang umsetzen. Nach den letzten beiden Gruppenspielen scheint man nun ein Rezept gegen die Deutschen gefunden zu haben: Das Zentrum mit zwei Defensivketten absichern, überfallsartige Pressingaktionen einleiten und den daraus resultierenden Ballgewinn für eine gefährliche Offensivaktion – die deutsche Defensive sollte noch in Unordnung sein – nützen. Gewiss, ein Konzept zu haben und es am Rasen umzusetzen sind zwei Paar Schussstiefel.

Für die Polen ist sogar der Gruppensieg in greifbare Nähe gerückt, geht es doch im letzten Spiel gegen die bereits ausgeschiedene Ukrainer, während die Löw-Truppe gegen unangenehm motivierte Nordiren antreten müssen, die noch alle Chancen haben, ebenfalls das Achtelfinale zu erreichen. Sollte es für den Weltmeister knüppeldick kommen, könnte es am Ende nur für den dritten Platz reichen. Aber wer mag ernsthaft glauben, dass sich Deutschland gegen Nordirland eine Blöße geben wird? Eben. Das Match – ich sehe es bereits vor mir – wird ein Geduldsspiel: Die Nordiren werden mit Mann und Maus rund um ihren Strafraum stehen und versuchen, die Räume eng zu machen, sie werden mit langen Bällen ihre wenigen Offensivaktionen einleiten und auf Standardsituation hoffen. Die Deutschen wiederum werden ein 90-minütiges Powerplay in der gegnerischen Hälfte aufziehen. Alles wie gehabt.

Zurück zum gestrigen Spiel. Man stellt sich die Frage, ob Löw nicht bereits von Anfang an mit Stoßstürmer Gomez beginnen hätte sollen? Götze war als Solospitze zwar bemüht, fand sogar eine der besseren Chancen vor (die er vermutlich vor zwei Jahren genutzt hätte), war aber – wie seine Kollegen – mit dem polnischen Abwehrbollwerk überfordert und für ein Kopfballtor zehn Zentimeter zu klein. Im Besonderen rächt es sich, dass noch immer kein adäquater Ersatz für Philipp Lahm gefunden worden ist. Höwedes strahlt auf der rechten Seite keine Torgefahr aus, kann auch – als gelernter Innenverteidiger – kaum offensive Akzente setzen. Wir sollten aber nicht vergessen, dass noch nicht alle Spieler zur Normalform gefunden haben: Khedira war anfänglich geistig abwesend, kassierte auch gleich eine gelbe Karte für ein taktisches Foul, fand aber dann doch mit Einsatz zurück ins Spiel. Hummels, nach seiner Verletzungspause, wirkte zuweilen unsicher. Özil war/ist eine schattenhafte Erscheinung – zuerst weiß man gar nicht, ob er aufgestellt wurde und dann prüft er Torhüter Fabianski mit einem prächtigen Volleyschuss. Müller müllerte noch immer nicht. Götze suchte seine Torgefährlichkeit von anno 2012. Hector spielte brav mit,  Ausnahmetalent ist er keines. Aber auch, wenn viele Spieler noch nicht die Normalform erreicht haben, den Halbfinaleinzug sehe ich nicht in Gefahr, dazu muss man sich nur all die anderen Favoriten angucken, die bei weitem noch nicht überzeugen konnten. Und wenn Die Mannschaftsmaschine schließlich und endlich ins Laufen kommt, dann ist sie für gewöhnlich nicht mehr zu stoppen: There is nothing new under the sun and on the pitch.

Moment, Italien und Spanien sind ja noch gar nicht ausgeschieden …