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EM 2012 Spieltag 1 – POL : GRE – Eine Griechische Tragikomödie

POLEN : GRIECHENLAND 1:1

Eröffnungsspiele sind ja primär eine laue Angelegenheit. Abtasten. Sicherheit. Nur nix anbrennen lassen, heißt es da. Man will sich ja nicht vor eigenem Publikum gleich blamieren, obwohl die einen immer wieder keck nach vorne peitschen. Ja, an der lautstarken Begleitmusik mangelte es nicht für die Co-Gastgeber POLEN, die mit Heimvorteil und vollem Stadion die GRIECHEN mit Haut und Haaren verschlingen wollten. Anfänglich sah es danach aus, als würden die griechischen Spieler angenommen haben, dass das Eröffnungsspiel eine laue Partie werden würde. Tja. Scheinbar hatten sie nicht vorhergesehen, zu welchem Sturmlauf die Polen fähig sind – hätten die Griechen in der Historie nachgeblättert, dann hätten sie festgestellt, dass es das polnische Entsatzheer war, vom Leopoldsberg herabgaloppierend, das die Türken vor Wien 1683 in die Flucht trieb. Und die Türken, die sind ja auch nicht gerade ein Zuckerschlecken gewesen. Damals. Diesmal sind sie bei der EM nicht dabei. Schade eigentlich. 2008 sorgten sie für die unglaublichsten Spiele, die sich nur denken lassen. Noch jetzt läuft mir die Gänsehaut über den Rücken, wenn ich daran denke. Diese Aufholjagt, dieser Ausgleich in der letzten Minute. Dieser Siegestreffer in der letzten Minute. Diese last-minute-goals, die nur einem Einfaltspinsel als Drehbuchautor einfallen würde, weil man den Kopf schütteln müsste, ob dieser Unwahrscheinlichkeiten. Aber damals, livehaftig am Bildschirm zu sehen, war es so und nicht anders.

Zurück in die Gegenwart, in der es schlecht um die Griechen und ihrem Ersatz-Jesus-Stürmer „welche-Position-spiele-ich-jetzt-eigentlich“-Samaras standh. Das Tor der Polen war nur eine logische Konsequenz. Klammheimlich freute es mich. Weil ich noch diese „Hinten-hineinstellen-und-vorne-auf-ein-Wunder-hoffen“- Rehakles-Taktik von der EM 2004 gut im Kopf habe und das machte mich damals wie heute rasend vor Ärger und Wut. Schließlich geht es um Fußball, nicht um einen Beton-Mischmaschinen-Kurs, nicht? Jedenfalls, nach dem Führungstreffer geschah etwas Sonderbares (wobei, wir Österreicher kennen es nur zu gut): Die Polen bekamen es mit der Angst zu tun. Die Angst vor ihrer Überlegenheit. Ich bin sicher, hätten sie kein Tor gemacht, sie hätten bis jetzt gestürmt und geschossen und geflucht. Aber so, mit diesem einen Tor („Hey, das ging aber leicht!“) im Rücken, ließ ihre Wut im Bauch nach und sie nahmen das Spiel auf die leichte Schulter. Noch mehr, als ein Grieche mit Gelb-Rot vom Platz flog. Ja, man soll nicht sagen, dass es sich die Griechen leicht machen wollten.

Während der Halbzeit gab es die ORF-Analyse von unserem Pepi Hickersberger, der in seiner gewohnt mieselsüchtigen Art einen dummen, ja beinahe beleidigenden Scherz auf Kosten der Griechen machte. Dafür hätte er gleich mal mit Perikles in den Ring steigen sollen. Wie dem auch sei, in der zweiten Halbzeit strafte ihn die griechische Mannschaft Lügen und gab ordentlich Gas. Die Folge war der Ausgleich, den eigentlich niemand für möglich hielt. Von da an glaubte sich die polnische Nationalmannschaft (und vermutlich ganz Polen) in einem bösen Traum – aber aufgewacht sind sie erst, als die Griechen brav ihre Tragödie ablieferten.

Schlag auf Schlag ging es dahin. Ein Grieche allein vor dem polnischen Torhüter, der die Notbremse zog, dafür natürlich Rot kassierte und s0 seinem unaufgewärmten Kollegen Platz machen musste. Ja, da lag die griechische Sensation in der Luft und man fühlte sich ins Jahr 2004 zurückversetzt (wobei, diesmal spielten sie beherzt, nicht mauernd). Doch dann geschah, was sich wieder dieser unbegabte Drehbuchschreiber im ersten Stock wohl ausgedacht haben musste: die Griechen (eigentlich war’s ja nur einer, aber wollen wir mal nicht so sein und den Schwarzen Peter der ganzen Mannschaft zuschieben) verschossen den Strafstoß (besser: der polnische Ersatztorhüter hielt den Schuss). Tja. Somit sind zwei Dinge gleichzeitig geschehen: Den Polen rutschte das Herz in die Hose. Den Griechen rutschte das Herz in die Hose. Und mit so viel Schiss in all den Hosen kann man nicht befreit Fußball spielen. Damit lief eigentlich nicht mehr viel – auch wenn es die Griechen hin und wieder versuchten. Am Ende waren beide Mannschaften froh, nicht in eine vollkommene Tragödie abgeglitten zu sein. Die Hoffnung lebt. Und mit den Griechen, ich weiß nicht, mit denen muss zu rechnen sein. Die Polen? Wünschten sich wohl ins Jahr 1683 und die Türken herbei.

EM: Spieltag 3 – Gruppe B

Montag, 16. Juni 2008

Spieltag 3 – Gruppe B: ausgeträumt

Gruppe B, in Wien (20:45): Österreich – Deutschland 0:1

Das war natürlich bitter. So viel Hoffnung. So viel Geträume. In Österreich. In Wien. Am Sprung zur grenzenlosen Euphorie, die dann doch nicht ausgebrochen ist, weil wieder einmal die Deutschen am Spielfeld standen. Weil sie das Glück zumeist auf ihre Seite zwingen können. Nicht immer. Aber sehr oft. Öfter als jede andere Mannschaft. Das macht sie in meinen Augen so unbeliebt. Wir erinnern uns: WM 2006 – Eröffnungsspiel: der kleine wuselige Philipp Lahm zirkelt den Ball ins Kreuzeck. Wundertor. EM 2008 – gestern: Ballack knallt den Ball mit Überlichtgeschwindigkeit ins Kreuzeck. Wundertor. Warum schießen sie immer dann diese Wundertore, wenn sie diese am Notwendigsten brauchen? Und wir nicht?

Zugegeben, die Deutschen waren wohl um die Spur besser, aber von einem guten Spiel waren sie weit entfernt. Die Österreicher waren nicht abgebrüht genug. Vermutlich war die Ehrfurcht doch um die Spur zu groß. Und hätte Gomes gleich nach Beginn den Ball hinter die Torlinie gedrückt, die Deutschen hätten uns wohl (im Konter) überrannt. Sei’s wie’s sei. Die Chance hat gelebt. 90 Minuten lang. Mehr darf man nicht erwarten. Schauen wir uns jetzt an, wie die Portugiesen gegen die Deutschen auftreten. Wie deren Rezept aussieht, um die germanischen Verteidigerpflöcke auszuspielen.

Ist übrigens schon jemanden aufgefallen, dass nicht Österreich, sondern Deutschland ein Stürmerproblem hat? Nachdem Gomes nicht in der Lage war, den Ball aus zwei Metern über die Torlinie zu bringen, dürfte er damit sein letztes Spiel für Deutschland in der EM gespielt haben. In den vorigen zwei Partien war nämlich überhaupt nichts zu sehen. Und sein Kollege? Klose ist kein „Knipser“, er ist ein Vorbereiter. Das hat er sich bei den Bayern angelernt. Weil ein Luca Toni nun mal Brecherqualitäten hat. Also legt er diesem die Bälle torgerecht auf. Sehr zum Wohle für die bayrische Mannschaft. Sehr zum Wohle von Luca Toni. Aber das Toreschießen (besser: den Riecher) verlernt man mit der Zeit. Da ist er jetzt, der gute Klose. Und wenn nicht ein Luca Toni, sondern ein Gomes an der Seite spielt, dann …

Gut, Podolski hat drei Tore gemacht. Aber von der Position war er auf der linken Mittelfeldposition eingesetzt, ist also aus der Etappe gekommen und fand so viele Freiräume. Gegen Polen. Bei den Kroaten war schon nicht mehr viel zu sehen (obwohl er ein Tor machte). Und gegen Österreich so gut wie gar nichts mehr (obwohl er einmal Macho mit einem knallharten Schuss prüfte). Die Frage ist also, kann ein Podolski, der in der Spitze stürmt, gefährlich werden? Es ist zu bezweifeln. Alternativen? Ein Neuville vielleicht? Aber hat der nicht schon die beste Zeit hinter sich? Wirkt er nicht wie ein Fremdkörper in der Mannschaft? Sei’s wie’s sei, gegen die Portugiesen werden sie sich steigern müssen. Und wehe, sie machen denen wieder ein Wundertor rein. Dann bin ich sauer. Sehr sauer!

Gruppe B, in Klagenfurt (20:45): Kroatien – Polen 1:0

Hui. Die „B-Mannschaft“ der Kroaten fertigt die Polen ab. Schön langsam gefallen sie mir, die Kroaten. Sie spielen erfrischend, mit Herz und Technik. Man könnte sagen, sie sind türkische Portugiesen. Dass die Kroaten über einen hervorragenden Kader verfügen, wo jeder Spieler ersetzt werden kann, spricht eindeutig für sie. Während die Türken mehr einem Lazarett, als einer Fußballmannschaft gleichen. Mal schauen, wann sich der türkische Masseur aufwärmen muss.

EM: Spieltag 2 – Gruppe B

Donnerstag, 12. Juni 2008

Spieltag 2 – Gruppe B: die Wunder meiner Seligkeit

Gruppe B, in Klagenfurt (18:00): Kroatien – Deutschland 2:1

Keiner hat damit gerechnet. Nicht nach der inferioren Leistung der Kroaten gegen die Österreicher. Rückblickend betrachtet, könnte man sich (als Österreicher) fragen, ob wir vielleicht wirklich so gut waren – immerhin spielten wir die Kroaten 60 Minuten lang schwindlig und an die Wand. Bei den Deutschen hatte man nicht gerade den Eindruck, dass sie das Spiel drehen hätten können (wobei, wenn man eine Mannschaft nicht abschreiben sollte, dann ist es Deutschland). Da fehlte der Biss. Lustlosigkeit wohin man sah. Und Ideen gab es auch keine. Bezeichnend die rote Karte für Schweini. Lässt sich provozieren. Rastet aus. Unverständlich! Als würde er zum ersten Mal in einem internationalen Bewerb spielen („äh, ich dachte, es ist okay, wenn ich meinem Gegner einen Stoß versetze … war ja auch kein Ball in der Nähe“). Für mich war es das erste Wunder des heutigen Abends. Weil am Ende die Deutschen immer noch das Unentschieden oder den Sieg erreichen. Das ärgert. Das nagt. In der österreichischen Verliererseele. Welche Wonne, welch Freude, die deutschen Nachbarn auf der Verliererseite zu sehen. Und plötzlich werden die Kommentatoren im deutschen Fernsehen ein wenig ruhiger, besonnener, kritischer. In der Haut eines deutschen Fans möchte ich jetzt nicht stecken. Denn wenn sie im Entscheidungsspiel gegen die Österreicher verlieren, haben sie nicht nur den Schaden, sondern auch den Spott. Weltweit.

Gruppe B, in Wien (20:45): Österreich – Polen 1:1

Gibt es eine ausgleichende Gerechtigkeit? Vermutlich nicht. Fußball ist wie das Leben, das ist auch nicht immer gerecht (sagte gerade der „geadelte“ Josef von Hickersberger – hätten wir verloren, wäre er der „Färöer-Pepi“ geblieben). Recht hat er. Hauptsache, wir haben glücklich, aber verdient den Elfer in der letzten Minute bekommen und verwandelt (ist auch eine Leistung. Schlag nach bei C. Ronaldo). Wie viele österreichische Fans haben da gezittert? Also, ich wusste nicht, was ich tun sollte. Hinschauen? Wegschauen? Hinschauen? Wegschauen?

Die ersten 25 Minuten im Kroatienspiel waren ein Jammer. Da hat nix gepasst. Die ersten 25 Minuten im Polenspiel waren eine Freude. Da hat alles gepasst. Sonderbare Verwandlung. Wieder dieses „was-wäre-wenn“-Spielchen: Harnik läuft alleine aufs Tor zu und vergibt. Leitgeb läuft aufs Tor zu und vergibt. Harnik kommt am Fünfer frei zum Schuss und vergibt. Wir kombinieren. Wir spielen die Polen an die Wand. Korkmaz überläuft mehrmals die Gegner, spielt Katz und Maus mit ihnen. Eine Freude. Wahrlich. Aber in jeder österreichischen Fußballerseele wohnt die Angst (bei den Deutschen: die Zuversicht), dass ein Spiel 90 Minuten dauert und am Ende die Österreicher verlieren. Wundert es einen, dass die Polen mit ihrem ersten Angriff nach über 30 Minuten das Tor machen? Sehr glücklich. Weil es irregulär war. Weil der Torschütze einen Meter im Abseits stand. Wie das die Schiedsrichter übersehen konnten, bleibt wohl das größte Geheimnis dieses Turniers. Langsam beschlich dem österreichischen Fan ein ungutes Gefühl: könnte es sein, dass höhere Mächte nicht wollten, dass Österreich weiterkommt? Ist es eine Verschwörung? Als Ivo Vastic den Elfer in der 93. Minute bombensicher verwandelt (hui, was für eine Erleichterung!), was dachten sich da wohl die polnischen Fans? Könnte es sein, dass höhere Mächte nicht wollten, dass Polen weiterkommt? Ist es eine Verschwörung?

Jetzt heißt es am Montag: alles oder nichts. Gegen die Deutschen. 30 Jahre nach Cordoba („i werd narrisch“). Wie auch immer das Spiel ausgehen wird, ich bin wahrlich stolz darauf, dass sich die Deutschen ein bisserl fürchten. Oderrr?

EM: Spieltag 1 – Gruppe B

Sonntag, 8. Juni 2008

Spieltag 1 – Gruppe B: Was zu erwarten war.

Gruppe B, in Wien (18:00): Österreich – Kroatien 0:1

Erstens kommt es anders und zweitens genau so, wie man es befürchtet hat. Die Kroaten dachten sich: Den lächerlichen Sonnenscheinkicker aus Österreich, die nichts bei der EM verloren haben, werden wir zeigen, was es heißt, unter die kroatische Dampfwalze zu kommen. Mit diesem Druck hatte keiner gerechnet. Den Österreichern blieb kurz die Luft weg, während die Kroaten mit einer Menge Selbstvertrauen in den nächsten Gang schalteten. Die Österreicher traten auf die Bremse und zogen sich verschreckt zurück. So passierte, was nicht passieren durfte: ein Tackling im Strafraum. Ungestüm. Ungeschickt. Unnötig. Aber, und das hätte alle beruhigen sollen, noch war nichts verloren, noch hätte man 85 Minuten Zeit gehabt, das Elfmeter-Tor aufzuholen. Ein Frage am Rande: wer hat Pogatetz von der Kette gelassen? Für einen Moment hätte man glauben können, er schlägt den Schiedsrichter nieder. Die Folge: Gelbe Karte im roten Bereich! Dass er wenig später nicht vom Platz gestellt wurde, als er einen Kroaten am Trikot hinderte, in den Strafraum zu kommen, ist wiederum der Gnade des Unparteiischen zu verdanken.

Also gut. Die ersten 30 Minuten müssen wir abhaken. Da ging nicht viel. Tor kassiert, unsicher geworden, Ordnung verloren. Kurz: es hätte schlimm(er) kommen können. Aber die Kroaten machten den Fehler (am Ende war es natürlich keiner), zu glauben, dass es in dieser Tonart weiterginge und dachten schon an ihr Spiel gegen Deutschland. Vermutlich fiel der eine oder andere in einen Tagtraum, der von einem Sieg gegen die Deutschen handelte. Mit der Unkonzentriertheit verloren die Kroaten den Schwung, kamen wir wieder auf. Ja, von da an durfte man sich als Österreicher freuen. Da wurde herzhaft gespielt, viel riskiert und Druck gemacht. Die letzten 15 Minuten des Spiels waren die Kroaten stehend Ko, verteidigten mit Mann und Maus ihr Tor und die Österreicher zeigten, was sie konnten. Korkmaz, ein Genuss ihm zuzuschauen, wie er, ungestüm, die Verteidiger links oder rechts liegen ließ. Harnik auf der anderen Seite nicht minder effizient und gefährlich. Nur für ein Tor wollte es nicht reichen. Schade. Aber was soll’s. Dann muss eben ein Sieg gegen die Polen her. Und danach gegen die Deutschen. Ja, nicht nur die Kroaten können Tagträumen!

Gruppe B, in Klagenfurt (20:45): Deutschland – Polen 2:0

„Ein Spiel dauert 90 Minuten und am Ende gewinnen die Deutschen.“
Gary Lineker

Was, wenn Kryznowek den Volley in der zweiten Minute ins deutsche Tor versenkt hätte? Ja, die deutsche Mannschaft war anfänglich unsicher und stand viel zu weit vom Gegner weg. Aber die Polen, in guter österreichischer Manier, überschätzten sich, rückten zu weit auf und gaben den Deutschen den Platz, den sie brauchen. Der Rest ist die Wiederholung des Wiederholten.

EM: Vorschau Spieltag 1 – Gruppe B

Gruppe B, in Wien (18:00): Österreich – Kroatien

Meine Herren, im Magen kribbelt es bereits merklich. Beim Anstoß, um 18 Uhr, werde ich nur ein zuckendes Nervenbündel sein. Hoffe, die Spieler haben ihre Nerven besser im Griff. Denn daran ist Österreich noch immer gescheitert. Nicht die Technik, nicht die Spielpraxis, nicht die Kraft, nicht die Ausdauer waren Faktoren, die eine Niederlage herbeiführten, sondern schlicht und einfach das flatternde Nervenkostüm (vulgo: Beistrich in der Hose).

Deutschland oder Holland hätten wir vom Feld schießen müssen, wären wir nur abgeklärter, ruhiger, besonnender, wenn die anderen ihren Sturmlauf beginnen. Statt dessen verlieren wir die Ordnung, sucht jeder sein Heil in der Flucht („rette sich wer kann“). Was als kleine Unachtsamkeit beginnt, weitet sich zu einer immensen Nervosität aus, die ansteckender ist, als die Spanische Grippe. Schließlich taumeln alle wie verblödet am Spielfeld herum, vergessen, was man ihnen noch zur Halbzeit eingeimpft hatte („jeder spielt auf seiner Position“). Was folgt ist Schülerliganiveau: wo der Ball ist, da müssen wir hin. Rudelbildung in seiner schlimmsten (und peinlichsten) Form. Lücken tun sich auf. Freiräume. Und so manche gegnerische Mannschaft traut ihren Augen nicht. Glauben anfänglich noch an einen Trick. Aber nicht lange. Ja, dann fängt deren „Trainingsspiel“ an, werden Tore geschossen, die einfach nur passieren, weil im österreichischen Spiel gar nichts mehr passiert. Ein Jammer!

Heute soll alles anders werden. Haben wir das nicht schon so oft gehört? Und so oft geglaubt? Freilich, das ist eben Hoffnung! Und die stirbt bekanntlich erst nach 90 Minuten. Davor darf man träumen. Viel träumen. Ich mach jetzt ein Mittagsschläfchen.

Ach ja, über die Deutschen brauchen wir keine Zeile verlieren. Weil sie sowieso nicht verlieren. Nicht gegen Polen. Nicht gegen diese Polen. *schnarch*