richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Schlagwort-Archiv: politik

Donald Trump und die Korruption der Medien

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Wer die Zeitungen gegenwärtig aufschlägt und all die Artikel über Donald Trump liest, muss zum Schluss kommen, dass der neue US-Präsident ein narzisstischer Diktator ist, der mit seinem Größenwahn die heile Welt in den Abgrund reißen will. Die Apokalypse, so dünkt einem, muss wohl knapp bevorstehen. Wie sonst ist es zu erklären, dass die westlichen Medien allesamt in ein Horn blasen? Die Lautstärke ist übrigens beträchtlich.

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Wenn Fake News zum kometenhaften Bumerang wird

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Im Moment geht es ja in den mit Gewinnabsicht geführten Medienkonzernen drunter und drüber. Vor allem in den USA, aber generell ist der meltdown, der Niedergang der Presse, in den westlichen Ländern zu bemerken. Deren Glaubwürdigkeit ist seit dem überraschenden Wahlsieg von Donald Trump im Keller. Und dort versteckt man bekanntermaßen die Leichen bzw. Falschnachrichten.

Die gut und weniger gut bezahlten Presseleute versuchen zu retten, was noch zu retten ist. Vor allem in Europa sind die Mainstream-Lichter noch lange nicht ausgegangen. Dort werden die elitären Qualitätsmedien Washington Post und New York Times oder die über alle Zweifel erhabene britische Rundfunkanstalt BBC auf ein Podest gehoben und angebetet. Falschnachrichten aka fake news gibt es bei diesen Säulen der vierten Gewalt nicht. Wer das hingegen in Zweifel zieht, macht sich verdächtig. Im Moment ist es gerade hip, zu behaupten, dass es die russische Regierung geschafft haben soll, über Umwege des weltweiten Netzes und mit brachialer Propaganda die US-Wahl zu Gunsten von Donald Trump manipuliert zu haben. Ach? Wie hat das die Kreml-Mannschaft gemacht? In einem Artikel der Die Presse, der sich wiederum auf die von amazon.com-Gründer Jeff Bezos gekaufte  Washington Post bezieht, seien »vertrauliche E-Mails aus der Parteizentrale der Demokraten sowie aus dem Mailkonto von Clintons Wahlkampfmanager John Podesta ans Licht« geholt worden.

Warum, müsste man sich jetzt fragen, haben diese Leaks überhaupt zur Niederlage von Hillary Clinton beigetragen? Hätte die Clinton-Wahlkampftruppe und Hillary selbst eine weiße Weste, die geleakten E-Mails hätten ihr nicht schaden können. Bis heute hat übrigens niemand die Authentizität der ans Licht gebrachten E-Mails in Frage gestellt. Es erinnert frappant an jene dunkle Episode, in der die Ehefrau (oder Ehemann) von einem guten Freund über die Seitensprünge des Partners aufgeklärt wird. Wenn der Fremd gehende Ehepartner zur Rede gestellt wird, weist er mit dem Finger erbost auf den guten Freund und bezichtigt ihn, etwas im Schilde zu führen. Kommt es schließlich zur Scheidung, glaubt sich der betrügende Ehepartner betrogen und gibt die alleinige Schuld dem hinterlistigen Freund, weil der ihn verraten hätte. Sie sehen, im zwischenmenschlichen Bereich würden wir klar und deutlich sehen, was hier gespielt wird. In der Politik hingegen, da wird uns von den Medien oftmals ein X für ein U vorgemacht. Insider Craig Murray weiß davon ein Lied zu singen.

Bezüglich #PizzaTürUndTor schlagen die erbosten Wellen medial hoch. Sowohl von der einen als auch von der anderen Seite. Man kann gut erkennen, wie die einen alles, die anderen nichts sehen. Wie so oft liegt die Wahrheit dazwischen. Falls Sie ein wenig Starthilfe in dieses Verbrechensgenre benötigen, empfehle ich Ihnen die TV-Doku Conspiracy of Silence. Gucken Sie sich das an, so lange es noch erlaubt ist.

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Unnützes Wissen 2.0: »Die unterlegene Präsidentschaftskandidatin [Hillary Clinton] bezeichnet Falschmeldungen im Internet als Epidemie. Sie warnt mit drastischen Worten: Menschenleben seien in Gefahr«, heißt es in einem Artikel der Wochenzeitung Die Zeit. Dem kann man freilich nur zustimmen. Wir erinnern uns an die Falschmeldung bezüglich Saddam Husseins Massenvernichtungswaffen im Irak. Der dadurch entstandene Krieg kostete Millionen Menschen nicht nur die Existenz, sonder auch das Leben. Oder der Zwischenfall im Golf von Tonkin, der zwar niemals stattgefunden hat, aber trotzdem medial ausgeschlachtet wurde, um den Krieg in Vietnam vom Stapel zu lassen. Oder die Sache mit den kuwaitischen Babys, die von irakischen Soldaten aus den Inkubatoren gerissen und zu Boden geworfen wurden. Eine klassische Propaganda-Arbeit Washingtons, die den Weg für den ersten Irak-Krieg frei machte. Sie sehen, all diese Falschmeldungen (und noch viel, viel mehr), die der breiten Masse von gewählten Politikern und glaubwürdigen Medienhäuser als „Wahrheit“ bzw. „Tatsache“ verkauft wurden (und weiterhin werden), haben viele Menschenleben in Gefahr gebracht. Ich denke, das wollte uns Hillary Clinton zwischen den Zeilen sagen. Meinen Sie nicht auch?

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Unnützes Wissen 2.0: In der im Sommer 1995 ausgestrahlten Folge 6 (Staffel 12) von The Simpsons werden die Machenschaften einer Geheimgesellschaft amüsant aufs Korn genommen. Wirklich spaßig. Besonders jene Stelle, als der Hohepriester seine offizielle Ansprache beendet und die Initiierten laut jubelnd rufen:

»Und jetzt gehen wir Ping Pong spielen!«

Trump vs. Clinton – Die erste Debatte

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As seen on twitter.

Das war sie also, die erste Debatte der beiden Präsidentschaftsanwärter: Donald Trump und Hillary Clinton. Dafür bin ich um 3 Uhr früh aus dem Bett gekrochen. Ich denke, Sie werden alles Wesentliche und Unwesentliche aus den Medien erfahren. Clinton, die sich streberhaft auf diese TV-Debatte vorbereitete, machte über die 90 Minuten einen sicheren Eindruck. Es erinnerte an einen Schüler, der sich gewissenhaft für die Prüfung gelernt hat und sich deshalb keine Sorgen macht, dass er scheitern könnte. Trump hingegen wirkte wie ein überheblicher Schüler, der von sich überzeugt ist, den Lernstoff im kleinen Finger zu haben und deshalb bei manchen Fragen aufs Glatteis geriet. Aber am Ende muss man Trump zustimmen, wenn er über seine Gegnerin sagt und damit alle Politiker meint: »All Talk, No Actions!« Ja, sie reden alle heiße Luft. Geht auch gar nicht anders. Politiker reduzieren das Politische auf ein paar Schlagwörter, auf hübsch anzuhörende Slogans. Das hat mit dem Führen eines Landes nichts zu tun. Gar nichts. Aber wie sonst soll man sich und seine Partei verkaufen?

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Die Faschismuskeule 2.0

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Durch Zufall über den Artikel Das ist wie ein Stammtisch, der total eskaliert auf Jetzt.de gestolpert. Dieses Online-News-Portal ist der Versuch der SZ, junge Leute ins Boot zu holen und ihnen ordentlich das Gehirn zu waschen. Das Übliche halt.

Im besagten Artikel geht es um die Hooligans gegen Satzbau, die „täglich auf menschenverachtende Inhalte auf Facebook hinweisen“ und die – man lese und staune – für ihren „engagierten Kampf für eine bessere Welt“ den Social Hero Awards erhalten haben. Im Interview erklärt eine Skimaske tragende Mitkämpferin der Hooligans mit Namen Kiki Klugscheißerhool, was denn da so abgegangen ist, während der Preisverleihung.

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Analyse: Der um sich greifende Antisemtismus auf Twitter beim Anschlag in Nizza, 14. Juli 2016

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Ein Twitter-User mit Namen @IsraelBreaking hat sich die Mühe gemacht, am 15. Juli, also einen Tag nach dem Ereignis in Nizza, die relevanten Twitter-Meldungen nach antisemitischen Vorwürfen zu durchsuchen und diese, hübsch aufbereitet, der Welt zu präsentieren. Hier die gut lesbare Zusammenstellung.

Disclaimer
Dieser Artikel spiegelt die Meinung des Autors in Bezug auf das
Ereignis in Nizza, 14.7.2016, wider und basiert auf publiziertes Foto- und Filmmaterial, sowie öffentlich zugängliche Zeugenaussagen.

Wer sich zum ersten Mal als Skeptiker mit der näheren Historie beschäftigt, wird bald feststellen müssen, dass Kommentare und Erklärungen mit antisemtischen Vorwürfen und Gegendarstellungen durchzogen sind. Man hat den Eindruck, dass sich die letzten hundert Jahre vorrangig um ein (geheiligtes) Fleckchen Erde drehte, das die Größe von Slowenien (bzw. Niederösterreich mit Burgenland) hat. Das größte Problem für einen Skeptiker, der sich der Außenwelt vorurteilsfrei mitteilen möchte, ist dabei der sogenannte Spin der Begriffe. Jeder Begriff ist – mehr oder weniger – mit einer unterschwelligen Wahrnehmung durchsetzt, die freilich nicht auf einem Baum gewachsen, sonder vielmehr viele Jahre „gereift“ ist. Man könnte auch sagen, dass Begriffe „gesponnen“ und „geschmiedet“ werden. Wer die Oberhand über einen Begriff hat, dominiert die Diskussion. Deshalb vermeide ich beispielsweise in meinen historischen Analysen das Wort „jüdisch“ bzw. „Judentum“ wie der Teufel das Weihwasser und verwende diese nur dort punktgenau, wo sie auch bewiesenermaßen hingehören. Als deutschsprachiger Bürger hat man, so könnte man meinen, eine Erbschuld zu tragen, weshalb man äußerst vorsichtig zu Werke gehen muss, sollte ein Sachverhalt in Richtung des Ausnahmestaates im Nahen Osten zeigen. Kurz, will man nicht dem Vorwurfs des Antisemitismus ausgesetzt sein, muss man äußerst spitzfindig und pointiert seine Worte wählen, darf niemals generalisieren oder Gläubige einer Religion in einen Topf werfen (das gilt freilich generell).

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