richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Schlagwort-Archiv: polizei

Der inszenierte Terror: Einfach nur schlecht gemachte Werbefilme

Kabal-Wall

Haben Sie sich schon einmal Gedanken gemacht, warum uns seit 2001 die Terroranschläge nur so um die Ohren fliegen? Man glaubt sich in einem schlechten Film, schlägt man die Zeitung auf oder klickt sich durch die News im Web: Terror, Terror, Terror! Angst, Angst, Angst! Kein Tag vergeht, wo nicht das Thema aller Themen ausgeschlachtet wird – sei es von Medien, sei es von Behörden, sei es von Politikern. Doch wem nützen diese „Anschläge“ wirklich und welches Ziel wollen diese fanatischen „Gotteskrieger“ am Ende bloß erreichen?

Wer sich mit den Ereignissen der letzten Zeit näher beschäftigt, wird mehr Fragen als Antworten erhalten. Es gilt deshalb, über den Tellerrand zu blicken und sich bewusst zu werden, dass wir es hier mit viel Lug und Betrug, viel Täuschung und Manipulation zu tun haben. Nichts ist wie es scheint.

Mehr von diesem Beitrag lesen

Anatomie eines merkwürdigen Anschlags auf einem Weihnachtsmarkt in Berlin, 2016

pynchon_fragen

update: User WoodyBox macht sich in seinen Blog-Beiträgen komplexe Gedanken über allerlei Details zum (vermeintlichen) Anschlag. Ein wenig habe ich ja die Befürchtung, dass diese berufenen Forensiker gar nicht mehr in der Lage sind, den Wald vor lauter Bäumen zu sehen, trotzdem sind die Analysen und Gedankengänge empfehlenswert.

update: Empfehlenswertes Video eines besorgten Berliner Bürgers, der einen Rundgang am Weihnachtsmarkt macht, Tage nach dem vermeintlichen Terroranschlag mit einem Lkw. Er weist dabei auf allerlei Merkwürdigkeiten hin.

Der gewöhnliche Medienkonsument ist recht leicht an der Nase herumzuführen. Er hat keine Vorstellung, nicht die kleinste, wie oft er angelogen wird, von den Medien, von den Behörden, von den Politikern und von all den bezahlten Schaustellern auf der Straße oder im virtuellen Netz. Jeder, der sich mit der näheren Vergangenheit beschäftigt hat, ist sich im Klaren, dass nichts ist wie es uns in der Schule gelehrt wurde. Es ist nicht leicht, dem gewöhnlichen Bürger zu erklären, dass da draußen Leute am Werke sind, deren einzige Aufgabe es ist, die Geschichte eines Ereignisses in Echtzeit zu verändern. Der (vermeintliche) Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin macht da keine Ausnahme. Sieht man sich die Sache an, ohne dabei seinen Verstand einzuschalten, kann man mit der offiziellen Lesart der Medien, dem Sprachrohr der Behörden, ganz gut leben. Aber wehe, man schaltet sein Hirn ein und beginnt, in den Details zu stochern. Ehe man sich versieht, glaubt man sich im Film, im falschen Film.

Mehr von diesem Beitrag lesen

München & Ansbach, 2016: Schalten Sie doch endlich das Gehirn ein

Fake_2015

Glauben Sie nicht alles, was Sie lesen!

Im Moment spielen Behörden und Medien in Deutschland und Frankreich verrückt. Anschläge, Amokläufe und Attentate wechseln sich ab mit Geiselnahmen und Entweihungen – angeblich. Bevor Sie die Nerven endgültig wegwerfen und das Ende der zivilisierten Welt gekommen sehen, versuchen wir doch besser, die Ereignisse in Relation zu setzen. Sie sollten dann bemerken, dass irgendwer da oben Sie und mich und die westliche Welt in Angst und Schrecken versetzen möchte. Das geschieht natürlich nicht zufällig und es deutet alles darauf hin, dass hier eine Agenda verfolgt wird (schlag nach bei Orwell). Deshalb sollten Sie nicht Ihr Augenmerk auf die (vermeintlichen) Täter(gruppen) legen, sondern vielmehr auf Behörden und Medien. Lehnen Sie sich zurück, atmen Sie tief durch und haben Sie den Mut, sich Ihres Verstandes zu bedienen. Kant wäre sicherlich stolz auf Sie.

Also, stellen Sie sich vor, Sie hören in den Nachrichten, dass ein 53-Jähriger mit einer Pistole aus seinem Haus läuft, in sein Auto steigt und davonfährt. Beamte der Polizei, die herbeigerufen wurden, geben mehrere Schüsse auf das Auto ab, können aber den (Amokläufer-)Fahrer nicht aufhalten.

Nun? Wie reagieren die Behörden? Schickt der deutsche Innenminister 2000 Polizisten in die Gegend. Fordert er das österreichische Einsatzkommando an? Wird die Bundeswehr in Alarmbereitschaft versetzt? Wird der öffentliche Verkehr eingestellt? Gibt es großräumige Absperrungen? Werden die Bürger gebeten bzw. aufgefordert, nicht die Häuser zu verlassen? Ruft man den Notstand aus? Und wie reagieren die Medien? Gibt es Sondersendungen? Live-Schaltungen? Überschlagen sich die Medienhäuser mit neuen Informationen? Ruft ein CNN-Producer aus den USA auf gut Glück ein paar Häuser in der umliegenden Nachbarschaft an, um einen Augenzeugen ausfindig zu machen? Gerät Scoial-Media völlig außer Rand und Band? Werden Anspielungen auf vergangene Ereignisse gemacht? Zeigen die TV-Anstalten Panik-Szenen in Dauerschleife?

Antwort: Nope. Nada. Non. Die ganze Sache lief an den Medien und den Behörden vorbei. Der 53-jährige Amokfahrer wurde schließlich tot in seinem Auto aufgefunden. Selbstmord. Die ganze Chose hat sich in Kalchreuth, Landkreis Erlangen-Höchstadt (wo auch immer das sein mag) zugetragen. Drei Tage nach München. Kurz und gut, kein Schwein interessierte sich für den Amokläuferfahrer. Können Sie mir jetzt einen Grund nennen, warum nicht? Sagen Sie jetzt nicht, der 53-jährige hätte niemanden erschossen. Zum Zeitpunkt, als die Sache ins Laufen geriet, konnte niemand wissen, was der Kerl, neben seiner (geladenen?) Schusswaffe, in seinem Auto mitführte. Er hätte im Kofferraum ne Bazooka oder ein Scharfschützegewehr oder drei Benzinkanister oder sieben Rohrbomben mitführen und sein Auto als Waffe einsetzen oder Sperren durchbrechen können – Sie wissen schon: Nizza2.0. Niemand konnte es wissen. Und so weit ich weiß, sollte die Exekutive Verbrechen verhindern und nicht warten und schauen, was so passiert.

Nun? Was sagen Sie? Warum wird auf der einen Seite dem Event in München solch eine weltweite mediale Aufmerksamkeit zuteil, während das andere Ereignis nur zur Randnotiz verkommt? Fragen Sie doch mal CNN, was deren Meinung zu Kalchreuth ist? (vermutlich: Where the fuck is this shit on the map?) Fragen Sie doch mal den Innenminister, was er gegen labile Amokfahrer zu tun gedenkt? Sollten die Gesetze für die Führerscheinzulassung strenger werden? Sollten Polizisten nun mit autostoppenden Waffen ausgerüstet werden – beispielsweise mit ner Panzerfaust? Und sollte sich herausstellen, dass das Auto des Amokläuferlenkers mit einem Navigationsgerät ausgestattet gewesen ist, müssten dann die Behörden nicht auf die Hersteller dieser Geräte einwirken? Damit man in Zukunft durch eine Notabschaltung eine Amokfahrten verhindern kann?

Falls Sie noch immer nicht begreifen, worauf ich hinaus will, dann versuche ich es mit einem zweiten Beispiel – aber dann ist Schluss mit meiner Geduld.

Stellen Sie sich vor, in einer Wohnung in Niederbayern gibt es eine heftige Explosion. Feuerwehr und Polizei findet in der besagten Wohnung nicht nur eine Rohrbombe, sondern Waffen, Munition, sowie diverse Chemikalien und Explosivstoffe. Jetzt frage ich Sie, wie Medien und Behörden reagieren? Schlagen Sie Alarm? Ist hier vielleicht ein Waffendepot der IS gefunden? Wollte man mit den Bomben Terroristen ausstatten? Waren Anschläge geplant? Wer sind die Hintermänner? Woher stammen die Waffen? Aus dem Darknet? Woher die Chemikalien? Aus dem Supermarkt? Hatte der Bewohner Sprengstoffkenntnisse und wenn ja, wo hatte er sich diese angeeignet? Beim Militär? Ausbildungslager? Internet? Kindergarten? Oder hatte er das explosive Material nur übernommen – von wem? –  und in seiner Wohnung gelagert? Wer kam für die Miete der Wohnung auf? Soweit ich weiß, ist ein „Bewohner“ kein Mieter bzw. Eigentümer. Wer bezahlte für all die illegalen Sachen? Wie verdient der Bewohner seinen Lebensunterhalt? Ist er vorbestraft? Steht er in Verbindung mit kriminellen Organisationen, terroristischen Gruppierungen oder labilen Asylwerbern?

Nun? Was meinen Sie, wie die Antworten auf die obigen Fragen ausfallen? Richtig. Die Fragen wurden nicht gestellt. Weder von den Behörden, noch von den Medien. Der 53-jährige Bewohner besaß nicht die erforderlichen Erlaubnissen (so steht es tatsächlich in der „Qualitätszeitung“ Standard) und es wird nun wegen des Verdachts des fahrlässigen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion sowie wegen waffen- und sprengstoffrechtlicher Verstöße ermittelt. Ehrlich gesagt, wenn Sie jetzt noch mmer nicht begreifen, dass man Sie auf den Arm nimmt, dann weiß ich nicht mehr weiter. Eventuell habe ich doch noch eine klitzekleine Ergänzung, die Ihnen auf die Sprünge helfen könnte.

Zwei virtuelle Seiten weiter findet man in der schwachmatischen Qualitätszeitung den Artikel über den neuen deutschen Geheimdienstchef Bruno Kahl, der klar stellte „Geheimer Nachrichtendienst und totale Transparenz schließen sich aus“. Was hat das jetzt mit dem zuvor erwähnten Artikel zu tun, werden Sie jetzt vermutlich fragen. Nun, was denken Sie, wer Rohrbomben und Waffen zu Hause bis an die Decke stapeln darf, ohne, dass Medien und Behörden völlig ausflippen? Warum wird gegen den „Bewohner“ und nicht den Mieter ermittelt? Gibt es überhaupt eine Erlaubnis, Rohrbomben zu besitzen? Davon höre ich zum ersten Mal. Und wird in Zukunft gegen Terroristen, die glaubhaft machen können, dass die (Rohr)Bombenexplosion irrtümlich erfolgte, wegen fahrlässigen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion ermittelt?

Sind Sie jetzt noch immer der Meinung, dass Behörden und Medien noch alle Tassen im Schrank haben? Nehmen Sie noch immer Behörden und Medien in Schutz? Tun Sie es nicht. Die Leutchen wissen sehr wohl, was sie tun. Es gibt nur eine einzige Chance, um deren Agenda zu verhindern: Schalten Sie endlich Ihr Gehirn ein und bedienen Sie sich Ihres eigenen Verstandes. Falls Ihnen also das nächste Mal Behörden und Medien sagen, was Sie auf einem Foto oder Videoclip zu sehen und wie Sie das Nichtgesehene  zu interpretieren haben, lehnen Sie sich zurück, atmen Sie tief durch und sagen Sie laut:

Es reicht! Ich lasse mich nicht länger verarschen!

Amoklauf München, 2016: Merkwürdigkeiten in der medialen Berichterstattung

Munich_Kurier

Bevor ich mich für eine Weile mit einem literarischen Blutbad an der nordfranzösischen Küste im Jahr 1789 beschäftige, möchte ich noch ein paar Anmerkungen zu der medialen Berichterstattung in Bezug auf den (vermeintlichen) Amoklauf in München, 22.07.2016, festhalten. Als Ausgangsbasis dient mir der Sonntagskurier, 24.07. und der Artikel mit dem Titel: Der Todesschütze: Jung, labil und hasserfüllt.

Disclaimer
Dieser Artikel spiegelt die Meinung des Autors in Bezug auf das
Ereignis in München, 22.7.2016, wider und basiert auf publiziertes Foto- und Filmmaterial, sowie öffentlich zugängliche Zeugenaussagen.

Der 18-jährige Schüler mit iranischen Wurzeln habe, so der Artikel, seine Wahnsinnstat genau geplant. Ali David Sonboly, so der Name, lässt sich ironischerweise auf ADS abkürzen. Ja, das Leben spielt die sonderbarsten Streiche. Der „depressive Bursche“ hatte Jugendliche im Visier. Motiv: Mobbing in der Schule. Erinnert an Adam Lanza und den Event in der Schule von Sandy Hook. Yep. Da sollten bei einem skeptischen Bürger gleich mal alle Warnlampen angehen.

Die beiden Journalisten, die den Artikel im Kurier aufbereitet haben, tun, was alle Medienleute bei großen Events machen: Sie schalten das Hirn aus und stellen sich naiv. Deshalb ein paar Punkte, die man so nicht stehen lassen sollte:

GUN CONTROL
Waffengesetze würden Amokläufe verhindern, sagen die Medien, wenn in den USA wieder einmal einer durchdreht und wild um sich ballert. In Germany gibt es Gesetze und Auflagen und Überprüfungen – und trotzdem kann sich sogar ein Jugendlicher ne Glock und 300 Schuss Munition besorgen. Wäre es dann nicht besser, wir würden die Waffengesetze lockern, damit wir Bürger uns in Zukunft gegen Amokläufer und Terroristen verteidigen können? Die Polizei, wie man gesehen hat, rückt zwar in Kompaniestärke aus, wenn mal einer mit ner Waffe herumfuchtelt, aber im Ernstfall kommt das alles viel zu spät. Die Lösung der Behörden ist natürlich simpel: mehr Überwachung, mehr Polizei, mehr Eingriffe in unsere Freiheitsrechte. Und wenn es ernst wird, ist die Behörde so freundlich, uns aufzufordern, nicht das Haus zu verlassen. Das einzige Mal, als ich das von den Behörden in Österreich hörte, war gerade ein Atomkraftwerk in der Ukraine am Dampfen. Ist das jetzt die generelle Vorgehensweise der Polizei, ihre Bürger zum Zuhausebleiben zu bewegen? Wie sieht es dann rechtlich damit aus, wenn Arbeiter und Angestellte von ihren Arbeitsplätzen fern bleiben? Ist das gesetzlich gedeckt? Und wenn ein Handwerker deshalb seinen Termin nicht einhalten kann, wer zahlt die Pönale? Alles Fragen, die eigentlich schon längst geklärt hätten werden sollen, wo doch nun – laut Medien und Behörden –  Terroranschläge unser täglich Brot ist. Auch wenn es statistisch gesehen wahrscheinlicher ist, dass Sie an Ihrem Essen ersticken, als einen Terroristen oder Amokläufer zu begegnen. Steht im Kurier, unterhalb des Artikels. Leider vergessen diesen Umstand Behörden genauso wie Medienleute, wenn es darum geht, noch mehr Notfallsgesetze und Ausnahmezustände zu fordern.

Motiv
Wenn es stimmt, was ich in einem Kommentar gelesen habe, dann wäre ADS. in der Schule von Türken gemobbt worden und wollte sich an diesen rächen. Das würde natürlich ein stimmiges Motiv sein. Davon ist aber im Kurier nichts zu lesen. Er wollte sich nur an „Jugendliche“ rächen, hieß es, was per se ein Unding ist. Genausogut könnte man sich an der „Menschheit“ rächen wollen. Hass und Wut müssen kanalisiert werden, um eine explosive Wirkung zu erzielen. Deshalb funktioniert ja das sog. Aufhetzen gegen Andersartige, sei es Herkunft, Rasse, Religion, Geschlecht usw., weil sich der Täter von seinen Racheopfern unterscheiden will. Beispielsweise würde kein hier in Wien geborener Wiener auf die Idee kommen, sich an „alle Wiener“ rächen zu wollen. Denn dann müsste er sich ja gleich mal als erster „die Kugel geben“ – wie Wolfgang Ambros in Gezeichnet fürs Leben so melancholisch singt.

Facebook
ADS. habe sich „offenbar“ (!) in einen bestehenden Facebook-Account „gehackt„. Ach? Wie hat er das gemacht? Wenn es so einfach geht, sollte man dann Facebook nicht darauf hinweisen? Sicherheitsvorkehrungen verstärken und User informieren? ADS. soll im Namen eines Mädchens folgenden Satz gepostet haben: „Kommt heute um 16 Uhr Meggi* am OEZ. Ich spendiere euch was wenn ihr wollt, aber nicht zu teuer.“ War das alles? Ich weiß nicht, ob die Reporter schon mal bemerkt haben, was Jugendliche den ganzen langen Tag am liebsten tun: sich Nachrichten schreiben. Dieser Eintrag hätte sofort hunderte Kommentare ausgelöst. Hat ADS. auf diese geantwortet? Davon ist im Artikel nichts zu lesen. Keiner würde so einen Eintrag unkommentiert stehen lassen. Wirklich. Sie genauso wenig wie Ihr Nachbarskind. Mit diesem Hack und dem Kommentar konnte also ADS. eine Gruppe Jugendlicher in eine Fastfoodfiliale locken? Ich glaub ja wirklich viel, aber …

*) erst jetzt verstehe ich, dass es sich dabei um die Fastfoodkette handelt; und ich dachte immer, man würde die Kette mit Mäcki verballhornen, wie in Mac.

8-jähriger Zeuge
Wir lesen: „Kurz vor 18 Uhr beobachtete ein achtjähriger Bub in den WC-Anlagen des Lokals, wie der Schüler eine Pistole lud.“ Echt jetzt? Sind die Medienleute schon so verzweifelt, dass Sie sogar Kinder als Zeugen ins Rampenlicht stellen müssen? Ich meine, wir wissen doch, was Kinder so für Märchen erzählen, oder? Außerdem, woher soll ein 8-jähriger überhaupt erkennen, dass ADS. eine Pistole lud? Kennt er ne Glock? Eine echte, meine ich? Es gibt da draußen, in der Realität, Replikas, Softguns und Spielzeugpistolen – wie kann hier ein 8-jähriger die Unterscheidung treffen? Das können nicht mal Sie und ich. Und warum musste ADS. im WC seine Waffe  „laden“? Eine Glock ist ja keine Vorderladerpistole, sondern hat für gewöhnlich ein eingelegtes Magazin. Schussbereit! Oder gehen Polizisten bei Schießereien zuerst aufs WC um ihre Pistolen zu laden? Sie sehen, auch das macht keinen Sinn.

Illegaler Kauf einer Glock 9 mm mit 300 Schuss Munition
Wie wir in diesem Video aufgeklärt werden, ist die Glock eine der meistverkauften Schusswaffen in good ol‘ America. Ist drüben der große Renner. Polizeieinheiten verwenden Sie genauso wie gewöhnliche Bürger. Im Video hören Sie übrigens, wie es klingt, wenn man eine Glock abfeuert, dass die Waffe 17 Schuss im Magazin hat und dass es etwa 40 verschiedene Modelle gibt. Also, wie ist ADS. mit seinen 18 Jahren zu seiner Glock gekommen? Steht nicht im Artikel. Warum nicht? Ich meine, ist es wirklich so einfach, eine Schusswaffe illegal zu erwerben? In München? Mit welchem Geld? Sehen Sie, so ein Satz ist leicht hingeschrieben und der Leser stellt sich vor, dass der „Deal“ in einem dunklen Hinterzimmer einer zwielichtigen Bar über die Bühne ging. Freilich. Überlegen Sie mal. Wer sollte einem 18-jährigen Burschen eine funktionstüchtige Schusswaffe mit 300 Schuss Munition (!) verkaufen? Falls der junge Kerl um sich schießt, festgenommen wird, verrät er der Polizei natürlich, wer ihm die Waffe verkauft hatte. Mit anderen Worten: kein Ganove, der noch alle Tassen im Schrank hat, würde einem Kind ne Waffe verkaufen. Nicht für ne Million. Weil er ganz genau weiß, dass er dann schneller als ihm lieb ist, im Knast sitzt. Außerdem ist Waffenschieberei ein Ding des organisierten Verbrechens. Es geht hier – wie bei allen illegalen Geschäften – um Vertrauen. Ergo: Es gilt zu klären, wie ADS. zu dieser Waffe wirklich kam. Oder hat ihm jemand diese freundlicherweise zukommen lassen? Deshalb gehen die Behörden davon aus, dass er sich die Waffe im „Darknet“ gekauft haben soll. Ach. Das wäre ja dann so, als würde man behaupten, er hätte die Waffe im „Telefonnetz“ gekauft, weil er mit dem Händler telefonierte. Ein Kommunikationsmedium stellt eine Verbindung zwischen Käufer und Verkäufer her. Ob Darknet oder Postverkehr ist einerlei. Aber wie erfolgte die Zahlung? Wie die Lieferung? Und warum lieferte der Verkäufer wirklich ne funktionstüchtige Waffe? Wo hätte sich der Käufer beschweren sollen? Beim Darknet-Salzamt? Und wie kann die Behörde einen „Chatverlauf“ im „Darknet“ zurückverfolgen? Falls sie es kann, dann kann sie doch gleich mal den Verkäufer ausforschen und hops nehmen. Ich will Ergebnisse sehen!

Wer hat ADS. eigentlich gezeigt, wie man sich mit diesem Ding nicht ins Knie schießt? Ich meine, glauben Sie wirklich, man lernt das von Ego-Shootern am PC oder youtube-Videos? Wer zum ersten Mal eine Waffe abfeuert und keinen Gehörschutz trägt, bei dem Klingeln gleich mal die Ohren (knallt man in einer LKW-Kabine um sich, fallen einem die Ohren wahrscheinlich sogar ab). Kein Wunder also, wenn bei Übungen in einem geschlossenen Raum die Schauspieler, die Opfer einer Schießerei darstellen, einen Gehörschutz tragen – Kinder sogar noch zusätzlich Ohropax – wie hier bei einer blutigen Trockenübung in einer Mall in Manchester. In diesem Videoclip sehen Sie einen Kerl, der zum ersten Mal ne Glock 40 auf einem Waffenstand abfeuert und Instruktionen erhält – und hier erzählt uns ein Waffenexperte, dass man Leuten, die noch nie eine Pistole abgefeuert haben, zeigen muss, wie man sie hält. Im Videoclip, der ADS. (bzw. einen in schwarz gekleideten Mann) vor der Fastfoodfiliale zeigt (Warum hat da jemand überhaupt auf ihn draufgehalten? Filmen die Leute in München jeden, der aus nem Meggi kommt? Und ist es wirklich glaubhaft, dass ihn sein Vater auf diesem pixeligen Film erkennen konnte? Woran? An seiner Schießhaltung?), wie er um sich ballert, hat man den Eindruck, er hätte das geübt. Fragt sich nur, wo und wann er das gemacht haben soll. Zu Hause im Hartz-IV-Kinderzimmer? Im Park? Zwar trifft er niemanden auf kurze Distanz – das ist mein Eindruck – aber wer weiß, wohin bzw. auf wen er zielte. Da fällt mir ein. Was hat ADS. eigentlich gemacht, als er sein Magazin leer geschossen hatte? Hatte er Ersatzmagazine dabei? Oder musste er von Hand die 17 9mm Patronen aus seinem „roten Pokemon-Rucksack“ holen und in das Magazin stecken? Dazu braucht es freilich eine recht ruhige Hand. Sehr nervös dürfte er dann ja nicht gewesen sein. Beinahe abgebrüht.

Wortgefecht auf dem Dach
Wem fällt so etwas ein, frage ich mich. Würde im echten Leben wirklich einer sagen: „Ich bin hier aufgewachsen, in der Hartz-IV-Gegend …„? Für gewöhnlich sagt man den tatsächlichen Namen des Ortes zu erst, weil, dass dieser in einer Hartz-IV-Gegend liegt, weiß jeder, der dort wohnt. Dafür sagt er: „Ich war in Giesing in Behandlung!“ Ich meine, jetzt wirklich, wer würde im echten Leben so einen Satz von sich geben? Und der „Zeuge“, der ruft: „Er hat eine Waffe geladen!“ – Schon wieder geht es darum, dass ADS. seine Waffe lädt. Scheinbar hat er nichts anderes zu tun. Ich glaube, der „Zeuge“ verhaspelte sich und hätte wohl sagen sollen: „Er hat eine geladene Waffe!“, statt dessen vergaß er „geladen“ und setzte es deshalb ans Ende, was überhaupt keinen Sinn macht. Wäre es authentisch, würde er rufen: „Der hat ne Waffe!“ – aber auch da ist wieder die Frage, woher ein 57-jähriger Baggerfahrer, bereits in einem bierseligen Zustand, weiß, dass es sich bei dem Kerl in black um den gesuchten Täter gehandelt hatte? Die Medienberichte? Richtig, die hatten zu jenem Zeitpunkt genauso wie die Behörden ja den vollen Durchblick gehabt. Der Videoclip beginnt bereits im Wortgefecht und man kann nicht erkennen, was der Auslöser dieser Beschimpfungsorgie war bzw. wie sich ADS. zu erkennen gegeben hatte. Merkwürdigerweise ruft er „Hört zu filmen auf!“ – wollte er nicht mit dieser Tat berühmt werden? Ich meine, wenn es ihm nur darum gegangen wäre, willkürlich zu töten, hätte er das in einer unauffälligen Kleidung machen können und dann einfach im Panikgewühl untertauchen. Aber sein ganzes Gehabe und sein Anzug zeigen doch, dass er als Amokläufer wahrgenommen und gesehen werden wollte. Mit anderen Worten: Da passt etwas nicht zusammen. Oder war am Ende der Baggerfahrer gar nicht eingeplant, in der Szenerie? Oder hat man ihn hinzugefügt, weil ADL. auf dem Dach seine Strophe nicht singen wollte? Oder vom Script abgewichen ist? Seltsam auch seine beiden Sager: „Da muss ich mir eine Waffe kaufen!“ und „Ich habe (dir?) nichts getan!“ Da soll sich einer auskennen. Ist der Kerl am Dach vielleicht unschuldig zum Handkuss gekommen? Er hatte eine Waffe in der Hand, sagen Sie? Und hätte damit geschossen?  Tja. Ehrlich gesagt, das ist ein Videoclip und wenn Sie möchten, kann ich Ihnen den Abschuss der Dicken Bertha einfügen. Hieße es dann, er wollte mit der Dicken Bertha vielleicht die Hartz-IV-Gegend platt machen?

Es gilt natürlich auch zu klären, ob nicht einer der Augen- und Ohrenzeugen dieses Wortgefechts nicht nur gegafft, sondern die Polizei verständigt hat. Von einem Parkhausdach führen nicht gerade viele Ausgänge ins Freie – und man muss wohl die Stiegen oder Fahrbahnrampen nach unten nehmen. Warum er trotzdem rechtzeitig vom Dach flüchten konnte, obwohl die Gegend abgeriegelt wurde, ist wohl als Wunder von München zu bezeichnen – und wirft kein gutes Licht auf die Polizei, die mit über 2000 Mann und dem österreichischen Einsatzkommando Cobra angerückt kam. Bitte zum Mitschreiben: 2300 Mann! An manchen Frontabschnitten im 1.Weltkrieg gab es nicht so viele Soldaten. Was haben all die Polizisten gemacht? Für Fotografen und Kameraleute posiert? Oder für den Ernstfall trainiert? Und warum sagte ausgerechnet der Präsident der Vereinigten Staaten seine Hilfe zu? Wollte er ein paar Drohnen von Ramstein nach München schicken? Oder das Navy Seal Team 6 einfliegen lassen?

Was Augenzeugen gehört und gesehen haben
Ein Augenzeuge, so der Artikel, will den um sich schießenden ADS. schreien gehört haben: „Mir ist alles egal“ und „Ich töte euch alle.“ Und dann schließt der Artikel: „Als er Stunden später auf eine Streife traf zögerte er keine Sekunde und erschoss sich.“

Ist den Journalisten der Platz ausgegangen und mussten deshalb recht schnell zu einem Ende kommen? Während sie lang und breit die Vorgeschichte des Events aufrollen, bleibt für das Ende gerade einmal ein Satz übrig. Wo ist er aufgegriffen worden? War es Zufall? Oder gab es tatsächlich eine Rasterfahndung? Wie hat er sich erschossen? Hatte er noch Munition übrig? Und ist es nicht ein Widerspruch, wenn er zuerst schreit: „Ich töte euch alle!“ – und dann, warum weiß man nicht, es sich doch anders überlegt, weil er von einer Streife angesprochen wurde? Sie werden jetzt vermutlich einwenden, er sei eben geistig labil gewesen, nicht bei Sinnen. Stimmt. Aber in der Überschrift steht auch „hasserfüllt“. Und im Artikel heißt es, dass er die Tat genau geplant hätte. Ein Jahr lang, lesen wir an anderer Stelle. Und hatte er sich nicht an den Attentäter Andres Behring Breivik orientiert? So steht es im nächsten Artikel. Der ist aber lebend gefasst worden.

Eine Augenzeugin ist auf CNN zu hören: „People were running around, screaming, and people were scared. There were a lot of people, about 50 people, running towards our house to seek shelter, and sirens.“ Man könnte meinen, die gute Frau erzählt über den Event in Nizza. Apropos. @gutjahr war auch wieder vor Ort, um von diesem Amoklauf zu berichten. Zufällig, versteht sich. Wenn Sie Glück im Unglück haben, wie dieser amerikanische Mormone, dann laufen Sie sogar in drei Terroranschläge und überleben sie leicht verletzt. Die Wahrscheinlichkeit wollen wir uns besser nicht ausrechnen. Besser wir glauben an Vorsehung. Weil, das göttliche Schicksal setzt oft den Hobel an und der gute Nestroy hätte sicherlich eine herrliche Posse über diese himmlischen Schicksalsverknüpfungen auf die Bühne gebracht.

Loretta auf CNN
Oh. Was liest man im nächsten Artikel:»›Allahu akbar‹ schrie der Amokläufer laut Polizei nie. Einzig CNN berichtete eben das.« Hätte sich der Kurier-Journalist vielleicht die Zeit genommen, um festzustellen, warum CNN eigentlich diese Behauptung aufstellte, hätte er bemerkt, dass CNN eine Augenzeugin live auf Sendung hatte. Man hörte freilich nur ihre Stimme (in einem gebrochenen Englisch): „I hear – like an alarm, boom, boom, boom … and he’s still killing the children. They make nothing , the children were sitting to eat. They can’t run. … I Hear Allahu Akbar. Allahu Akbar. This I know because I’m muslim too. I hear this and I only crying.“
Die Entstehungsgeschichte des Interviews hört sich, nun ja, befremdlich an: Ein CNN-Producer, der fließend Deutsch spricht, habe einfach mal in den Geschäften der Mall angerufen. Und siehe da, eine Loretta, die sich versteckt hielt, soll das Telefon abgehoben haben und hätte ihm gesagt, sie wäre im Fastfoodrestaurant, nur zwei Zentimeter von dem Attentäter entfernt gestanden (I don’t make this up, folks!) – aber zu ihrem Glück drehte er ihr den Rücken zu. Ach ja, außerdem ist der 8-jährige Augenzeuge – Sie wissen schon, der Waffenexperte – ihr Sohn. Mit anderen Worten, man glaubt zwar der guten Loretta nicht, dass sie etwas gehört hätte, auf der anderen Seite nimmt man ihr aber die Geschichte mit ihrem Sohn ab: „My son saw in the toilet the man loading his gun … it was a pistol. I (sic!) came out of the toilet and I hear this like an alarm, boom, boom, boom …“

Das Loretta-Syndrom ist für Presse und Behörden natürlich ein Supergau. Weil, überlegen Sie einmal, welche Überlegungen damit einhergehen – zu mindest eine der folgenden Aussagen muss zutreffen (im schlimmsten aller Fälle sogar alle drei):

ZEUGIN LÜGT (= CNN/Medien überprüften die Zeugenaussage nicht!)
POLIZEI/BEHÖRDE LÜGT
PRESSE LÜGT (CNN und all jene Presseartikel mit dem 8-jährigen Waffenexperten)

Faites vos jeux, Mesdames et Messieurs.

P.S.: Äh, was machen wir jetzt eigentlich, wenn sich ISIS – natürlich in Absprache mit ihrer Marketingabeteilung in Washington – zu diesem „Anschlag“ bekennt? Wie wir bereits seit Nizza wissen, können die Täter sogar radikalisiert werden, wenn sie mit ihrem LKW im Stau stecken.

P.S.S.: Sollte es tatsächlich Opfer gegeben haben (heutzutage ist es bei all diesen Events leider nicht mehr so einfach festzustellen), dann tippe ich natürlich darauf, dass hier eine Profi-Truppe am Werke war und – husch, husch – wieder abgetaucht ist. Wer die Profi-Truppe geschickt hat und welches Motiv dahinterstecken könnte, tja, das ist dann wohl eine ganz andere Geschichte. More to come. Vielleicht.

Der Mord am Brunnenmarkt und was Ihnen die Medien verschweigen wollen

Kraus_Presse-Welt

Falls Sie es nicht wissen bzw. es bereits vergessen haben, in der Nacht auf Mittwoch (4.5.) wurde eine Frau auf dem Weg zur Arbeit (vermutlich) von einem 21-jährigen Kenianer mit einer Eisenstange erschlagen. Die Tathintergründe, so die Polizei, seien »völlig unklar«.

Tauchen wir in den medialen Blätterwald des Qualitätsjournalismus ein, erfahren wir, dass sich der Afrikaner seit 8 Jahren in Österreich illegal aufhält, bereits wegen 18 unterschiedlicher Delikte – u.a. Drogenhandel, Körperverletzung, schwere Körperverletzung – angezeigt worden ist und nebenbei als U-Boot (der Boulevard spricht auch schon mal von einer Obdachlosigkeit) in Wien gelebt hat. Der mutmaßliche Täter, so wird der Polizeisprecher zitiert, sei 2008  »legal mit einem Visum eingereist«, das er aber »nie verlängert« hatte.

Fällt Ihnen etwas auf? Nein? Keine Sorge, Sie sind nicht allein damit. All die gut bezahlten und bestens ausgebildeten Journalisten und Redakteure verlernen plötzlich die Grundrechnungsart der Subtraktion. Wenn also ein 21-jähriger Mann vor 8 Jahren nach Österreich mit einem Visum offiziell eingereist ist, wie alt war der »junge Bursche« (O-Ton Standard) zum Einreisezeitpunkt?

Die Antwort finden Sie in keinem der Medien – weder Boulevard noch Qualitätsblatt getrauten sich zu schreiben, dass der Afrikaner mit 13 Jahren nach Österreich kam. Mit einem Visum! Macht Sie das jetzt nicht ein klein wenig stutzig? Sollen wir uns jetzt vielleicht vorstellen, dass der 13-jährige Junge frech in die österreichische Botschaft stapfte, dort sein Visum verlangte und es von den Behörden ausgehändigt bekam? Und dass er sich dann, Reisepass (?) vorzeigend, ins Flugzeug (one way) setzen und nach Wien fliegen konnte? Bezahlt mit seinem Taschengeld? Und dass er dann, am Flughafen Schwechat am Ausgang stehend und kein Deutsch sprechend, sofort wusste, wie er sich in einer fremden Stadt, mit einer für ihn völlig fremden Kultur, jahrelang durchschlagen würde können. Mit 13 Jahren? Falls Sie das tatsächlich glauben, dann glauben Sie alles.

Deshalb versuchen Medien genauso wie Politiker mit aller Macht, diesen Umstand zu verschweigen. Auf der Webseite des Standard konnten Sie bereits einen Tag nach dem Verbrechen den relevanten Artikel nur noch mittels Suchbegriff finden, obwohl das Interesse der Leser außerordentlich groß ist. 3000 Kommentare sprechen eine klare Sprache, meinen Sie nicht auch?

Also, warum will man dem Leser verschweigen, dass der mutmaßliche Täter mit 13 Jahren offiziell nach Österreich eingereist ist? Weil es die Frage aufwirft, wer sein Visum beantragt, wer ihn ins Flugzeug gesetzt, wer den Flug bezahlt und wer sich in Wien um ihn gekümmert hat. Diese Fragen liegen klar auf der Hand. Kein Kind, kein Minderjähriger, mag er auch noch so ausgefuchst und altklug sein, ist in der Lage, diese Hürden allein zu meistern.

Die (spekulative) Antwort kann nur sein, dass wir es hier mit einer kriminellen Organisation zu tun haben, die (bereits in ihrem afrikanischen Heimatland) indoktrinierte Kinder nach Europa schickt, um sie dort für verbrecherische Handlangertätigkeiten zu missbrauchen. Deshalb konnte der mutmaßliche Täter 18 Straftaten begehen, ohne ernstliche Folgen befürchten zu müssen. Deshalb konnte er als U-Boot untertauchen und sich der Justiz entziehen – weil es ihm die Organisation ermöglichte. Deshalb stellte er erst gar keinen Asylantrag. Deshalb sah man ihn schließlich am Brunnenmarkt stehen. Nicht, weil er dort hauste, sondern weil er dort zu »arbeiteten« hatte. Ähnliches können Sie beispielsweise bei der U6 Station Handelskai – Ausgang Donauufer – beobachten. Dort chillen eine Reihe von Leutchen herum, die auf Kundschaft warten. Das Suchtmittelangebot von ihnen kenn ich natürlich nicht, gehe aber davon aus, dass es sich dabei nicht um Schokolade aus Afrika handelt. Freilich werden die Deals nicht in der Nacht, sondern am frühen Vormittag abgewickelt. Angst vor einer polizeilichen Untersuchung müssen diese Leutchen nicht haben, schließlich steht chillen in der Öffentlichkeit am helllichten Tage noch nicht unter Strafe.

Wie dem auch sei, ich gehe davon aus, dass es in Wien und Österreich (zumindest) eine kriminelle Organisationen gibt, die international agiert und nach oben und unten gut vernetzt zu sein scheint, die junge Menschen aus dem Ausland rekrutiert und hier für kleinere und größere illegale Taten einsetzt: sei es der Drogenverkauf oder die (körperliche) Einschüchterung der Konkurrenz oder die simple Schutzgelderpressung. Deshalb ist nicht die Frage der Abschiebung von abgeurteilten Asylwerber relevant, sondern vielmehr, wie man gedenkt, gegen diese Organisationen vorzugehen, die, ich gehe davon aus, den Behörden bekannt sind.

Bitte beachten Sie, dass ein echter Asylwerber, der es ehrlich meint, alles tun wird, um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten, schließlich will er sich hier eine neue Existenz aufbauen. Das heißt, all jene Eingereisten, die bewusst unbewusst ein Verbrechen begehen, gehen davon aus, dass eine schützende Hand über sie wacht. Und diese schützende Hand ist es, die uns Sorgen bereiten sollte. Große Sorgen.