Schlagwort-Archive: presse

Gedanken zur Netflix-Serie ‚Messiah‘ (2020)

Stellen Sie sich vor, in unsere verrückte Welt würde ein Messias herabsteigen und das Wort Gottes verkünden. Aber ist er der wahre Prophet – oder doch nur ein Schwindler, der die gutgläubigen Menschen täuschen und sinistre politische Pläne verfolgen will? Mit dieser Prämisse geht die empfehlenswerte Netflix-Serie Messiah an den Start und lässt nichts unversucht, den Zuschauer an diesem verworrenen Glaubensdilemma teilzuhaben. So fragt man sich immer wieder, ist er es oder ist er es doch nicht. Und hat uns Matthäus nicht gewarnt, vor falschen Propheten, die es faustdick hinter ihren Ohren und sicherlich nichts Gutes im Sinne haben?

Wenn dann einer zu euch sagt: Da ist der Messias oder dort, so glaubt es nicht. Denn es wird mancher falsche Messias und mancher falsche Prophet aufstehen, und sie werden große Zeichen und Wunder tun, um wenn möglich sogar die Erwählten in die Irre zu führen. Matthäus 24

Gedanken zur Netflix-Serie ‚Messiah‘ (2020) weiterlesen

Der sogenannte Anschlag von Nizza, 2016 und die mediale Feigheit vor der Wahrheitssuche

Ich traf X. zwei Mal. Sie war eine erfahrene Medienfachfrau, arbeitete bereits jahrelang im Pressewesen und war davon überzeugt, dass die Dinge so sind wie sie uns von den Fachleuten in den Redaktionen erzählt werden. Sie war eine selbstsichere Frau, die nicht mit sich Spaßen ließ. Sie wirkte kühl, distanziert und suchte in ihrer Arbeit die Bestätigung für ihr in Schieflage geratenes Leben. Wir blieben auf Distanz, kamen uns gedanklich keinen Schritt näher. Sie kannte meinen Twitter-Account und wusste von meinem Blog bevor wir uns zum ersten Mal trafen. Warum also wollte sie sich mit mir abgeben? Sie musste annehmen, dass wir diametral verschiedene Weltanschauungen haben würden. Glaubte sie am Ende, sie würde mich von ihrer überzeugen können? Oder wollte sie einmal einem echten „Verschwörungstheoretiker“ gegenüber sitzen, in der Hoffnung, diese sonderbare Spezies besser verstehen zu lernen?

Vielleicht war das Interesse auch gegenseitig. Ich wollte unbedingt das Rätsel wenigstens eines Pressemenschen lösen. Für mich stellte sich damals wie heute die Frage, ob sich Presseleute mit Absicht dumm bzw. blind stellen – immerhin hängt ihr Gehalt davon ab – oder ob sie fest und unverrückbar am Wahrheitsgehalt von Agenturmeldungen und Pressekonferenzen glauben.

„It is difficult to get a man to understand something, when his salary depends upon his not understanding it!“ Upton Sinclair

Was hat das jetzt mit dem „Anschlag“ von Nizza zu tun? Nun, ich erzählte ihr über meine Recherche und darüber, dass der (medial) wichtigste Augenzeuge, der deutsche Journalist Richard Gutjahr, der damals zufällig auf Kurzurlaub in der südfranzösischen Stadt weilte, im Live-TV mehrmals falsche Zeitangaben bezüglich seiner so wichtigen Beobachtung machte – obwohl er den Zeitpunkt genau wissen hätte müssen, filmte er doch mit seinem Smartphone die Fahrt des Lkws von seinem Hotelbalkon. Ein Blick auf die Meta-Daten des Videos und er hätte die relevanten Daten ablesen können. Warum also gab er Uhrzeiten an, die nicht stimmen konnten, schon gar nicht, wenn man sie mit der geleakten Timeline der Polizei vergleicht?

Die gute X. zuckte dahingehend nur mit der Schulter, packte sogleich ihr journalistisches Rüstzeug aus und fragte mich, ob ich beim Bayrischen Rundfunk nachgefragt hätte, bezüglich dieser zeitlichen Diskrepanz. Ich meinte, dass sich der BR für einen kleinen Wiener Schlaumeier nicht sehr weit aus dem Fenster lehnen würde, weil, es gab so oder so keine Antwort, die alle Beteiligten hätte zufriedenstellen können. Aber X. las mir die Leviten, während ich in meiner Verlegenheit einen Schluck nach dem anderen nahm. Für sie war ich das Sinnbild all jener Verschwörungstheoretiker, die sich die tollsten Theorien einfallen lassen, aber nicht bereit sind, diese nach journalistischen Prinzipien zu überprüfen. Gewiss, sie hatte Recht. Und auch wieder nicht.

Wenige Tage später habe ich mich dazu durchgerungen, an den Bayrischen Rundfunk eine Anfrage zu richten. Antwort habe ich bis heute nicht erhalten. Verständlich. Die Verantwortlichen im BR hätten nachfragen, vielleicht sogar einem Kollegen nachforschen müssen und wären womöglich zwischen die Fronten geraten. Besser, man ignoriere eine lästige Anfrage und alles wird gut.

Als ich heute, am 14. Juli, die aufliegenden Zeitungen im Kaffeehaus so durchsah – zumeist erfasst mich körperlicher Ekel, wenn ich darin blättere – musste ich bemerken, dass der sogenannte Anschlag von Nizza mit keinem Wort erwähnt wird. Eine österreichische Qualitätszeitung, die sich auf vielen Extra-Seiten mit der Grande Nation beschäftigt, findet zwar Worte für Charlie Hebdo *) aber kein einziges für Nizza. Seltsam, finden Sie nicht?

Jedenfalls, die Sache mit X. endete damit, dass wir uns dahingehend verstanden, dass wir uns niemals verstehen werden würden. Und so weiß ich noch immer nicht, ob man bei Presseleuten nach Scheuklappen oder Eselsmützen Ausschau halten muss.

Zuguterletzt stelle ich mir die Frage, was diese Medienjobs auf lange Sicht mit der menschlichen Seele anstellen. In unserer christlichen Wertegemeinschaft, in unseren alten Traditionen, geht es nämlich vor allem um Wahrheit, Wahrhaftigkeit und Wahrheitsfindung. Ob wir wollen oder nicht, wir streben das Gute und das Richtige an. Wäre dem nicht so, würden wir in Chaos und Unordnung versinken. Deshalb, werte Leser, achtet mir Logos.

***

*) Stunden nach dem sogenannten Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo versammelten sich Tausende Pariser um für Rede- und Pressefreiheit einzutreten. Jahre später wird rechts und links zensiert, ist Meinungsfreiheit nur noch eine Worthülse. Hassredewird zu einem Gummiparagraph – und jeder, der eine unangenehme Meinung vertreten, der historische Tatsachen untersuchen, der biologische Grundsätze festhalten, der den (von Menschen verursachten) Klimawandel anzweifeln oder der die von oben festgelegte Ernährungspyramide ablehnen möchte, kann jederzeit vor Gericht gezerrt oder wenigstens zum medialen Bußgang gezwungen werden. Ist das noch Freiheit? Oder bereits Feigheit?

John F. Kennedy und das 55-jährige Schweigen

Letzte Woche jährte sich der Tod des damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy zum 55. Male. Ich habe mir nicht die Mühe gemacht, die obligaten Wiederholungen der Wiederholungen im Mainstream zu lesen oder zu hören. Für Presse und Politiker ist die Sache klar und längst zu den Akten gelegt. Der „lone gunman„, der Einzeltäter namens Lee Harvey Oswald, hat exakt drei Schüsse mit einem Gewehr abgegeben – zwei davon trafen den Präsidenten in der offenen Limousine und verletzten ihn tödlich. Die Treffer sind auch – mehr oder weniger – im Zapruder-Film zu sehen, der freilich Veränderungen im behördlichen Labor erfahren hat (Schnipp Schnapp) und den die Bevölkerung erst in den 1970er Jahren zu Gesicht bekam. Warum wurde dieser kurze Filmclip so lange unter Verschluss gehalten? Wovor hatten die Verantwortlichen Angst?

Zwei Monate vor seinem Tod sprach Kennedy vor den Vereinten Nationen über eine friedliche Kooperation mit der UdSSR und dem Wunsch, die Raumfahrt gemeinsam voranzutreiben. Nebenbei bemerkt, hatte Kennedy eine private Korrespondenz mit dem damaligen Regierungschef der Sowjets Nikita Chruschtschow. Wollten die beiden am Ende den Kalten Krieg beenden?

John F. Kennedy und das 55-jährige Schweigen weiterlesen

BBC TV-Serie ‚Bodyguard‘ – gut gemachter Nonsens

Die 6-teilige TV-Serie Bodyguard der BBC zeigt wieder einmal, wie der gewöhnliche Bürger an der Nase geführt und für Dumm verkauft wird. Spannende Unterhaltung auf der einen Seite, Mainstream-Propaganda – mit political correctness gemixt – auf der anderen. Die sattsam bekannte War-on-Terror-Panikmache dient(e) als Grundelement der fiktiven Filmrealität. Die wesentlichen Fragen – wohl viel zu heiß für ein staatliches Medienkonglomerat – werden nur kurz und beiläufig angeschnitten und gleich wieder vergessen.

BBC TV-Serie ‚Bodyguard‘ – gut gemachter Nonsens weiterlesen

9/11 – 17 Jahre und kein bisschen klüger

Vielleicht begann das orwellsche Zeitalter an diesem Dienstag Morgen, dem 11. September 2001, in New York City. Nichts sollte mehr so sein wie es vorher war. Der Kalte Krieg ging mit dem Zusammenbruch der UdSSR und dem Fall der Berliner Mauer zu Ende. Anfang der 1990er Jahre sah es so aus, als würde die Menschheit endlich in ein friedlicheres Zeitalter eintreten können. Der nukleare Holocaust – so durfte man diesen besonderen Begriff in jener Epoche noch gebrauchen – war damit so gut wie Geschichte und die amerikanischen Lehrfilme der 1950er Jahre, die Kinder in den Schulen belehrten, wie sie sich im Falle einer atomaren Explosion verhalten sollten (»duck and cover«), nur noch eine amüsante Anekdote. [Alles Wissenswerte zu 9/11 gibt es auch hier]

9/11 – 17 Jahre und kein bisschen klüger weiterlesen