richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Schlagwort-Archiv: propaganda

Das Ende der Qualitätszeitung ist nah

Es gab eine Zeit, als der Leser eine Qualitätszeitung als Leuchtfeuer für Wahrheit und Freiheit gesehen hat. Doch diese Epoche geht nun dem Ende zu.

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Der Standard, Album A3, 11.Februar 2017

 

Dank dem allwissenden und nicht so leicht vergessen könnenden Internet vermutet der aufgeklärte Bürger, dass hinter dem gedruckten Zeitungspapier eine Redaktion steht, die von einem Management ausgesucht und ausgewählt wurde, um eine ‚von oben‘ vorgegebene politisch-wirtschaftliche Richtung (Agenda) umzusetzen. Mit anderen Worten, eine Zeitung (besser: Medienkonzern) wird niemals bereit sein, sich mit einer unangenehmen Wahrheit auseinanderzusetzen, die der Agenda widersprechen könnte. Vielmehr wird die Redaktion alles tun, um den Leser in seiner Unwissenheit (besser: konditionierten Wissensblase) gefangen zu halten. Was wir Qualitätsjournalismus nennen, ist heutzutage nur eine intelligentere Ausprägung der Propaganda, deren Aufgabe es ist, die breite Masse zu formen und zu führen. Diesbezüglich ist es Aufschlussreich, das Buch Propaganda von Edward Bernays, Sigmund Freuds Neffe, zu kennen. Darin macht sich der in den USA lebende Bernays bereits in den 1920er Jahren Gedanken darüber, wie eine gebildete Elite die öffentliche Meinung steuern könne und müsse:

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Anatomie eines Anschlags: Was geschah in Nizza wirklich? (VIDEO)

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Das Bild ist mit youtube verlinkt!

Wer sich für den (vermeintlichen) Anschlag in Nizza vom 14. Juli 2016 interessiert, sollte sich den ersten Teil des oben verlinkten Videos angucken. Zwar dauert der Beitrag rund eine Stunde, dafür erhält der Zuseher Einblick in all die Ungereimtheiten und Widersprüche der offiziellen Version. Es stellt sich die Frage, was am 14. Juli 2016 in Nizza wirklich geschehen ist.

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Was geschah in Nizza wirklich? Magazin Nexus No. 67 Okt/Nov

Das Video entstand in Zusammenarbeit mit dem NEXUS-Magazin, das meinen Blog-Artikel (in lektorierter Form) in zwei Teilen veröffentlichte.

Wenn Fake News zum kometenhaften Bumerang wird

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Im Moment geht es ja in den mit Gewinnabsicht geführten Medienkonzernen drunter und drüber. Vor allem in den USA, aber generell ist der meltdown, der Niedergang der Presse, in den westlichen Ländern zu bemerken. Deren Glaubwürdigkeit ist seit dem überraschenden Wahlsieg von Donald Trump im Keller. Und dort versteckt man bekanntermaßen die Leichen bzw. Falschnachrichten.

Die gut und weniger gut bezahlten Presseleute versuchen zu retten, was noch zu retten ist. Vor allem in Europa sind die Mainstream-Lichter noch lange nicht ausgegangen. Dort werden die elitären Qualitätsmedien Washington Post und New York Times oder die über alle Zweifel erhabene britische Rundfunkanstalt BBC auf ein Podest gehoben und angebetet. Falschnachrichten aka fake news gibt es bei diesen Säulen der vierten Gewalt nicht. Wer das hingegen in Zweifel zieht, macht sich verdächtig. Im Moment ist es gerade hip, zu behaupten, dass es die russische Regierung geschafft haben soll, über Umwege des weltweiten Netzes und mit brachialer Propaganda die US-Wahl zu Gunsten von Donald Trump manipuliert zu haben. Ach? Wie hat das die Kreml-Mannschaft gemacht? In einem Artikel der Die Presse, der sich wiederum auf die von amazon.com-Gründer Jeff Bezos gekaufte  Washington Post bezieht, seien »vertrauliche E-Mails aus der Parteizentrale der Demokraten sowie aus dem Mailkonto von Clintons Wahlkampfmanager John Podesta ans Licht« geholt worden.

Warum, müsste man sich jetzt fragen, haben diese Leaks überhaupt zur Niederlage von Hillary Clinton beigetragen? Hätte die Clinton-Wahlkampftruppe und Hillary selbst eine weiße Weste, die geleakten E-Mails hätten ihr nicht schaden können. Bis heute hat übrigens niemand die Authentizität der ans Licht gebrachten E-Mails in Frage gestellt. Es erinnert frappant an jene dunkle Episode, in der die Ehefrau (oder Ehemann) von einem guten Freund über die Seitensprünge des Partners aufgeklärt wird. Wenn der Fremd gehende Ehepartner zur Rede gestellt wird, weist er mit dem Finger erbost auf den guten Freund und bezichtigt ihn, etwas im Schilde zu führen. Kommt es schließlich zur Scheidung, glaubt sich der betrügende Ehepartner betrogen und gibt die alleinige Schuld dem hinterlistigen Freund, weil der ihn verraten hätte. Sie sehen, im zwischenmenschlichen Bereich würden wir klar und deutlich sehen, was hier gespielt wird. In der Politik hingegen, da wird uns von den Medien oftmals ein X für ein U vorgemacht. Insider Craig Murray weiß davon ein Lied zu singen.

Bezüglich #PizzaTürUndTor schlagen die erbosten Wellen medial hoch. Sowohl von der einen als auch von der anderen Seite. Man kann gut erkennen, wie die einen alles, die anderen nichts sehen. Wie so oft liegt die Wahrheit dazwischen. Falls Sie ein wenig Starthilfe in dieses Verbrechensgenre benötigen, empfehle ich Ihnen die TV-Doku Conspiracy of Silence. Gucken Sie sich das an, so lange es noch erlaubt ist.

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Unnützes Wissen 2.0: »Die unterlegene Präsidentschaftskandidatin [Hillary Clinton] bezeichnet Falschmeldungen im Internet als Epidemie. Sie warnt mit drastischen Worten: Menschenleben seien in Gefahr«, heißt es in einem Artikel der Wochenzeitung Die Zeit. Dem kann man freilich nur zustimmen. Wir erinnern uns an die Falschmeldung bezüglich Saddam Husseins Massenvernichtungswaffen im Irak. Der dadurch entstandene Krieg kostete Millionen Menschen nicht nur die Existenz, sonder auch das Leben. Oder der Zwischenfall im Golf von Tonkin, der zwar niemals stattgefunden hat, aber trotzdem medial ausgeschlachtet wurde, um den Krieg in Vietnam vom Stapel zu lassen. Oder die Sache mit den kuwaitischen Babys, die von irakischen Soldaten aus den Inkubatoren gerissen und zu Boden geworfen wurden. Eine klassische Propaganda-Arbeit Washingtons, die den Weg für den ersten Irak-Krieg frei machte. Sie sehen, all diese Falschmeldungen (und noch viel, viel mehr), die der breiten Masse von gewählten Politikern und glaubwürdigen Medienhäuser als „Wahrheit“ bzw. „Tatsache“ verkauft wurden (und weiterhin werden), haben viele Menschenleben in Gefahr gebracht. Ich denke, das wollte uns Hillary Clinton zwischen den Zeilen sagen. Meinen Sie nicht auch?

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Unnützes Wissen 2.0: In der im Sommer 1995 ausgestrahlten Folge 6 (Staffel 12) von The Simpsons werden die Machenschaften einer Geheimgesellschaft amüsant aufs Korn genommen. Wirklich spaßig. Besonders jene Stelle, als der Hohepriester seine offizielle Ansprache beendet und die Initiierten laut jubelnd rufen:

»Und jetzt gehen wir Ping Pong spielen!«

Wie Propaganda funktioniert am Beispiel von jetzt.de

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Im News-Portal jetzt.de, das für junge Leute gedacht ist, gibt es ein lehrreiches Propaganda-Stück unter folgendem Titel zu lesen: Tausch: American Dream gegen München-Neuperlach Der Cop, der vor Trump nach München fliehen will [link]

Es gilt, gerade nach dem US-Wahlkampf, zwischen Fakt und Fiktion zu unterscheiden und Fake-News im Mainstream zu entlarven. Nach dem überraschenden Sieg von Donald Trump versuchen die westlichen Mainstream-Medien Öl ins Feuer zu gießen und die Anti-Trump-Stimmung vor allem bei jungen und noch unerfahrenen Menschen weiter zu entfachen und diese zum Protest aufzurufen. Der vorliegende Artikel in jetzt.de ist als klassisches Propaganda-Werk einzustufen. Hier geht es nur um das Bauchgefühl eines einzelnen Bürgers und trotzdem wird es auf die Stimmung in ganz Nordamerika umgelegt. Würde man das auch mit dem Bauchgefühl eines Trump-Wählers machen? Wäre es nicht an der Zeit, endlich einmal jene Amerikaner vor die Kamera zu holen, die deshalb Trump wählten, weil sie mit dem politischen und wirtschaftlichen Status Quo unzufrieden sind? In diesem Artikel erzählt eine junge Schwarze, warum sie ihre Stimme Trump gab. Und bedenken Sie, dass 2008 eine Vielzahl der Trump-Wähler Barack Obama das Vertrauen aussprach. Übrigens, wenn richtig gezählt wurde, dann gewann Trump von 3137 Counties (Wahlsprengel) mehr als 2700.

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Präsident Trump und der ‚meltdown‘ der westlichen Mainstream Medien

cof

Fakten statt Emotionen?

Er ist nun eine Woche her, der Wahlsieg von Donald J. Trump, aber die Gemüter der ›unabhängigen‹ links-liberalen Mainstream-Medien in Europa und den USA haben sich noch immer nicht beruhigt. Bestes Beispiel mag die Kolumne des Chefredakteurs B. im KURIER vom Samstag, 12.11.sein. Als ich das abgehobene und realitätsferne Geschreibsel las, fragte ich mich, welche bewusstseinsverengenden Substanzen so Redakteure zu sich nehmen. Die Berichterstattung bzw. Meinungsmache in den Zeitungen, wenn es um Donald Trump geht, schießt dermaßen übers Ziel hinaus, dass man glauben könnte, hier handelt es sich um eine Persiflage auf die Artikel bornierter und stiefelleckender Günstlinge des Establishments. Ausgewogenheit? Fehlanzeige. Es ist, als würden die Medienleute in einer Blase sitzen, die sie von der Außenwelt abschirmt. Dabei handelt es sich bei ihnen um intelligente Menschen, die für gewöhnlich in der Lage sind, jedes Geschehnis zu reflektieren, zu relativieren und in einen Kontext einzuordnen. Doch wenn es um Donald Trump geht brennen bei den Redakteuren die Sicherungen durch und sie gebärden sich wie uneinsichtige Kinder, die nicht wahrhaben wollen, dass der Weihnachtsmann nur eine Erfindung der Kommerzkultur ist.

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