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Meine Quellen in Sachen Ernährung und Gesundheit

Falls Sie meine Beiträge zum Thema Ernährung durchgesehen haben und sich nun eingehender informieren möchten, habe ich hier meine verwendeten Quellen zusammengestellt. Beachten Sie, dass diese Quellen vorwiegend dem englischsprachigen Raum entnommen sind. Diese Auflistung wird ständig erweitert.

Broschüre mit zahlreichen Quellangaben des Credit Suisse Research Institutes Fett, das neue Gesundheitsleitbild (Manuel Hörl), publiziert September 2015, als PDF abrufbar; darin heißt es gleich zu Beginn: 

„Fett ist ein komplexes Thema und diese [behördlichen] Empfehlungen [Fett nur moderat zu konsumieren] wurden in den letzten 30 Jahren überprüft und infrage gestellt. Einige Experten glauben, dass diese Ernährungsempfehlungen – die von der US-Bevölkerung streng befolgt wurden – der Hauptgrund für die hohe Zahl adipöser Menschen und die steigende Zahl an Personen mit metabolischem Syndrom sind.“

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die PURE Studie [Associations of fats and carbohydrate intake with cardiovascular disease and mortality in 18 countries from five continents (PURE): a prospective cohort study]: Eine erhöhte Kohlehydrateinnahme wurde mit einem erhöhten Sterberrisiko assoziiert (in Verbindung gebracht) ; die Einnahme von Fett wurde mit einem geringeren Sterberisiko assoziiert; eine erhöhte Einnahme von gesättigten Fetten [bsp. Butter, Ei, Fleisch, Käse, Joghurt, …] wurde mit einem geringeren Herzinfarktrisiko assoziiert.  // „Higher carbohydrate intake was associated with an increased risk of total mortality — Intake of total fat and each type of fat was associated with lower risk of total mortality — Higher saturated fat intake was associated with lower risk of stroke.“

Siehe Beitrag auf youtube The Truth of Fat (Credit Suisse Research Institute)

Die größte Ernährungsstudie in Europa, die European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC), die zeigen sollte, dass der Verzehr von Obst und Gemüse 5 Mal am Tag gegen Krebs schützt, konnte dies nicht beweisen. Der zynische Kommentar im Deutschlandfunk:

„Die Fünf-am-Tag-Kapagne war also nicht eine Gesundheitsmaßnahme, sondern eine Marketingidee mit ungewissem Ausgang.“

Eine recht ausgewogene, aber nicht völlig repräsentative Studie des Humane Research Council in den USA mit über 11.000 Teilnehmern zeigt, dass etwa 2 % kein Fleisch essen (0,5% bezeichnen sich als Veganer, der Rest Vegetarier). Von diesen Nicht-Fleisch-Essern kehren 84 % im Laufe der Zeit wieder zum Konsum von tierischen Produkten zurück – bei Veganer sind es 70 %.
Ich gehe davon aus, dass die Zahlen in der restlichen westlichen Welt ähnlich sind, weshalb man sich fragen muss, warum das Thema „Vegan“ in den Medien oftmals im Mittelpunkt steht. Womöglich, weil die Zielgruppe relativ jung und aktiv ist und aus einem guten sozialen Umfeld stammt – mit anderen Worten: bestes Marketing-Futter für Konzerne.

Dr. Annette Bosworth ist eine sympathische Ärztin, die mit einer ketogenen, d.h. kohlehydratarmen Ernährung ihre krebskranke,  rund 70-jährige Mutter heilen konnte. Die Geschichte dieses langwierigen Heilungsprozesses hat sie in ihrem im Eigenverlag erschienen Buch Anyway you can festgehalten. Sie ist eine Befürworterin von zwischenzeitlichem Fasten (intermitten fasting) und erklärt in kurz gehaltenen Vorträgen (youtube) die Vorteile dieses Ernährungsmodells und dazugehörigen Lebensstils. In ihrer Praxis ermuntert sie Patienten, die an chronischen Krankheiten leiden, zu einer Umstellung, um damit die Heilungsschancen zu verbessern.

Mit Dr. Shawn Baker hat meine Reise in die Welt der Ernährung begonnen. Durch Zufall hörte ich in einem Interview, dass sich der orthopädische Chirurg seit über einem Jahr ausschließlich von Fleisch ernährt haben soll. Da ich dies nicht für möglich hielt – sollte es nicht nach medizinischen Gesichtspunkten in relativ kurzer Zeit zu Mangelerscheinungen kommen? – forschte ich nach und musste recht bald feststellen, dass die Mainstream-Meinung über eine ausgewogene Ernährung – Gemüse, Obst, Kohlehydrate, mäßig Fleisch – sprichwörtlich aus der Luft gegriffen ist und es diesbezüglich keine ausreichend dokumentierten Studien gab. Der 52-jährige Chirurg konnte in seiner Klinik eine Reihe von Patienten von ihren Gelenkschmerzen befreien, in dem er ihnen empfahl, auf Kohlehydrate zu verzichten und mehr tierische Produkte zu sich zu nehmen. Diese profitschmälernde Vorgehensweise löste einen Konflikt mit dem Management der Klinik aus. Dr. Baker wurde entlassen und verlor seine Zulassung . Ein Prozess ist anhängig. Er ist im Moment das „Vorzeigemodell“ für eine morderne Carnivore Diet, also einer rein fleischlichen Ernährung. Seit seiner Umstellung hat er eine Reihe persönlicher sportlicher Rekorde aufgestellt und fühlt sich so wohl wie schon lange nicht.

Der ehemalige Marathonläufer Dr. Tim Noakes aus Südafrika war einer der ersten Wissenschaftler, der zeigte, dass ein Extremsportler auch mit kohlehydratarmer, dafür fettreicher Ernährung sein Leistung abrufen kann. Bei Vorträgen entschuldigt er sich beim Publikum für seine in den 1970er Jahren publizierten Bücher, in denen er für Sportler carb loading, d.h. die reichliche Einnahme von Kohlehydraten vor einem sportlichen Event, empfahl. Seine Wandlung vom Saulus (high carb) zum Paulus (low carb) machte ihn zur Zielscheibe der südafrikanischen Ärzteschaft, die ihn kurzerhand vor Gericht stellte, weil er auf twitter einen „medizinischen Ratschlag“ erteilte (der Freispruch erfolgte dieses Jahr). In einer eidesstattlichen Darlegung (Deposition to the Health Professions Council of South Africa) erklärte er, warum die 1977 in den USA lancierte Ernährungspyramide auf keinerlei Fakten, sondern vielmehr auf wirtschaftlich-politischen Erwägungen beruht. Mit Einführung dieser Pyramide (high carb, low fat) stiegen über die Jahre die neuen Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Fettleibigkeit, Depression, Krebs, chronische Entzündungen usw. rasant an. Bitte beachten Sie, dass in der selben Zeitspanne die Mobilfunktechnologie flächendeckend ausgebaut wurde, Pestizide (u.a. Glyphosat) verstärkt eingesetzt und immer mehr industriell hergestellte denaturierte Lebensmittel entwickelt wurden. Ein Zusammenspiel all dieser Faktoren für den steilen Anstieg von Zivilisationskrankheiten ist für mich sehr wahrscheinlich, aber nicht beweisbar.

Dr. Robert Lustig ist der medizinische Kreuzritter gegen Zucker in jeglicher Form und fordert politische Einflussnahme, um diese gesellschaftlich akzeptierte Droge, die krank und abhängig macht, einzudämmen. Er zeigt, dass Zucker und Alkohol ähnlich auf den Organismus wirken und gerade bei Heranwachsenden eine verheerende Folge haben können.

Dr. Zach Bush macht das chemische „Antibiotikum“ Glyphosat für die Explosion zivilisatorischer Krankheiten verantwortlich und zeigt, dass die Anwendung des „Pflanzenschutzmittels“, beginnend in den 1970er Jahren durch Round Up des US-Unternehmens Monsanto (jetzt eine Bayer-Filiale), extreme Folgen nicht nur für die menschlichen Zellen, sondern vor allem auf das Mikrobiom (veralternd: Darmflora) im gesamten Körper hat. Zur Erinnerung: während der menschliche Körper aus rund 10 Trillionen Zellen besteht, machen die „Fremdkörper“ in uns 100 Trillionen aus. Glyphosat soll laut Dr. Bush unter anderem die Zellmembrane, die dünner als ein Haar ist und unseren Magen vor der Außenwelt schützt, zerstören. Dadurch sind seiner Meinung nach die Autoimmunkrankheiten massiv angestiegen, da das Immunsystem des Körpers nicht mehr zwischen innen und außen unterscheiden kann. Dadurch das Glyphosat nicht nur im Wasser und in der Erde nachgewiesen werden kann, sondern auch in der Atmosphäre, ist es kaum noch möglich, diesem „Antibiotikum“ zu entgehen. Beachten Sie, dass genetisch veränderte Pflanzen so konzipiert wurden, dass sie gegenüber einem Pestizid (beispielsweise Glyphosat) resistent(er) sind. Die Chemieindustrie bestreitet, dass der Einsatz von Pestiziden („Antibiotikum“) negative Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen hat. Faites vos jeux.

Die Psychiaterin und Ernährungsberaterin Dr. Georgia Ede stellt das Ergebnis einer Studie der WHO in Frage, in der der Konsum von rotem Fleisch mit erhöhtem Krebsrisiko in Verbindung gebracht wurde. Das Resultat der Studie wurde 2015 in einem zweiseitigen Artikel zusammengefasst, die Beweisführung jedoch (noch) nicht veröffentlicht.

Der australische orthopädische Chirurg Dr. Gary Fettke erklärt in seinem Vortrag, dass Früchte für eine gesunde Ernährung nicht notwendig sind und eher als saisonales Konfekt angesehen werden sollten. Generell ist festzuhalten, dass Früchte (sowie Gemüse) Zucker (Fructose) enthalten und sich beispielsweise Krebszellen ausschließlich von umgewandelten Zucker (Glucose) ernähren können.

Der klinische Psychologe Dr. Jordan Peterson und seine Tochter Mikhaila Peterson haben ihre Ernährung auf eine rein fleischliche (bzw. zero carb) umgestellt, um ihre gesundheitlichen Probleme zu kurieren. Mikhaila beschreibt in ihrem Blog ihren Leidensweg, der bereits im Kindesalter begonnen und sich in ihrer Jugend fortsetzt hat. Mit 17 Jahren mussten bereits Gelenke ersetzt werden (Arthritis), sie litt an schwerer Depression, Schlafstörung und war anfällig für Infektionskrankheiten. Seit der Ernährungsumstellung hat sie eine ständige Verbesserung ihres Zustandes erfahren. Freilich, manches klingt ein wenig zu gut um wahr zu sein, aber es ist wie es ist.

Sv3rige ist wohl auf seine Art und Weise extrem, dafür sehr unterhaltsam. Der junge Lette, der in Deutschland lebt, hat eine bewegende Geschichte hinter sich, die von einer veganen Ernährung, einem langwierigen Genesungsprozess und einem „Ausbruch“ aus einer Klinik erzählt. Er macht keine Anstalten, seine youtube-Beiträge politisch korrekt zu halten; er lobt eine rein fleischliche Ernährung (roh!) in den höchsten Tönen und verachtet jene, die sich rein pflanzlich ernähren. Bemerkenswert sind seine zahlreichen langen Interviews mit ehemaligen Veganern, die von allerlei gesundheitlichen Problemen erzählen und erst mit einer Ernährungsumstellung und der (Wieder-)Aufnahme tierischer Produkte in ihrem Speiseplan ihre gesunde mentale und körperliche Verfassung (sowie Libido) herstellen konnten.

Der kürzlich verstorbene Aajonus Vonderplanitz hat aus seiner Leidensgeschichte eine Erfolgsstory gemacht. Trotz schwerer mentaler und körperlicher Krankheiten in jungen Jahren, die dazu führten, dass er sein Leben beenden wollte, schlug ihm das Schicksal in Form von einer Gruppe Indianern ein Schnippchen. Durch den (ausschließlichen) Konsum roher Tierprodukte konnte er den Heilungsprozess in Gang bringen. Mit der Genesung kam auch sein Lebenswille zurück und die Überzeugung, die westliche Welt müsse dahingehend aufgeklärt werden. Die Medienschar lächelte über ihn, was ihn aber nicht davon abhielt, seine kontroversiellen Ansichten zu äußern.

Dr. Weston A. Price, der in den 1930er Jahren seine ausgedehnten Reisen machte, um Naturvölker, die mit der damaligen westlichen Ernährung (Weißmehl, Zucker, Konserven, Marmelade, Schokolade, usw.) noch nicht in Berührung kamen, zu studieren, habe ich in meinen Beiträgen immer wieder erwähnt. Für mich ist sein Buch Nutrition and Physical Degeneration: A Comparison of Primitive and Modern Diets and Their Effects (1939) die Grundlage für meine gegenwärtige Recherchearbeit und bezeugt auf eindringliche Weise, welch gravierende Auswirkung die westliche Ernährung seinerzeit auf einen gesunden Organismus hatte: Karies, Zahnfehlstellungen und eine steigende Anfälligkeit für Zivilisationskrankheiten, wie Arthritis, Tuberkulose, Herzkrankheiten, usw. Dr. Price fand auf seinen Reisen kein Naturvolk, das sich ausschließlich rein pflanzlich ernährte und hielt solch eine Ernährung für ungesund, da zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe nur in fleischlichen Produkten in ausreichender Menge vorhanden sind. Dr. Price machte die damalige westliche Ernährung für die zivilisatorische Degenerierung in Körper und Geist verantwortlich.

Der Anthropologe und Nordpolforscher Vilhjalmur Stefansson lebte um 1910 mehrere Jahre mit den Inuits (Eskimos) im Norden Kanadas und in Alaska und ernährte sich in dieser Zeit beinahe ausschließlich von Fisch und Fleisch. Seine Publikationen darüber führten schließlich zu einer Studie, in dem er und einer seiner Kollegen in New York ein Jahr lang unter medizinischer Aufsicht ausschließlich Fleisch zu sich nahmen. Das Endergebnis dieser Studie – zum Leidwesen der damaligen Vegetarierfront – zeigte keinerlei gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder Mangelerscheinungen. Die Blut-, Stuhl- und Urinwerte, die im Laufe der Studie ermittelt wurden, waren unauffällig. Beide Studienteilnehmer fühlten sich gesund und wohl. Sehr empfehlenswert ist sein Buch The fat of the land (1956). In diesem beschreibt er die Lebens- und Essgewohnheiten der Inuits und den Beginn der Verteufelung des Fleischkonsums in den USA.

„It is simply no longer possible to believe much of the clinical research that is published, or to rely on the judgment of trusted physicians or authoritative medical guidelines. I take no pleasure in this conclusion, which I reached slowly and reluctantly over my two decades as editor of The New England Journal of Medicine“
Dr. Marcia Angell, 2009 (Artikel)


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Der Tag, an dem dieser Scribent zum Skeptizismus konvertierte, Anno Domini MMXVI

Burckhardt_Gewesenes

An diesem 25. Tage des 5. Monats im Jahr des Herrn 2016 und 7888* Jahr nach Adam kommet dieser Scribent zur wahren Einsicht dahero die einzige Wahrheit niemand inne haben würd können. Die hocherwürdige Lieb zur Weisheit und zur Skepsis / geschuldet unserer Vorväter / fegt hinweg all Trug und Lug in der gelehrigen Geschichtschreiberei. Nur der einzig wahre Glaub an die göttlich Skepsis kann bringen Licht in die Finsterheit der alten und neuen Zeit. Der brave Heinrich Cornelius hat geschrieben die Wahrheit über die Historici in der Schrift Ungewissheit und Eitelkeit aller Künste und Wissenschaften, Anno Domini M.D.XXVI:

»Aber dass wir zur Geschichtschreiberei wieder kommen, obgleich von dieser eine zierliche Ordnung, Glauben, Einstimmigkeit und Wahrheit der Sachen am meisten erfordert wird, so tut sie doch hierin nichts weniger als dieses. Denn die Historienschreiber sind so diskrepant und schreiben so divers und auf unterschiedliche Arten untereinander, dass es unmöglich scheint, und man fast notwendig dafür halten muss, dass die meisten unter ihnen die allerverlogensten unter den Leuten sein müssen. Ich will jetzt nichts sagen vom Anfang der Welt, von der allgemeinen Sündflut und Gründung Roms, denn davon schreiben sie, und ist doch das erste ihnen alles verborgen, das andere glauben nicht alle, und das dritte ist bei ihnen ganz ungewiss. Derowegen, weil dieses Sachen sind so weit entfernt, und mit gleicher Vernunft von allen nicht können begriffen werden, so verdienen sie noch etlichermassen Vergebung ihrer Irrtümer, aber von andern darauffolgenden Geschichten muss ihnen die Schuld der Lügen beigemessen werden. Der Ursachen aber solcher Nichtübereinstimmung gibet es gar viel, denn die meisten, weil sie nicht zu derselben Zeit gelebt oder an demselben Ort, oder bei denselben Personen und Geschichten gewesen[43] sind, so haben sie ihre Schriften aus andern Relationen zusammentragen müssen und können dahero nichts Gewisses und Beständiges schreiben.«

»So sind auch andere, die entweder aus Furcht oder aus Heuchelei, oder aus Hass der Wahrheit derselben etwas abzwacken; andere, indem sie die Taten ihrer Landsleute in den Himmel heben, verkleinern sie der andern ihre und machen sie gering, schreiben also nicht, wie die Sache an sich selber ist, sondern wie sie es gerne hätten, dass sie sein sollte, und wie es ihnen beliebt, und haben dabei die Zuversicht, dass diejenigen, welche sie so artig geschmeichelt haben, ihren Lügen nicht werden widersprechen oder Zeugnis wider sie geben. Dieses Laster, welches vor Zeiten bei den griechischen Skribenten gemein gewesen, ist heutiges Tages fast bei allen Völkern eingerissen, und werden diese Historienschreiber von den Fürsten zu keinem andern Ende unterhalten, als dass, wie Plutarchus sagt, sie durch ihre nachsinnigen Köpfe anderer Leute Tugenden unterdrücken, ihre Taten aber mit lauter unnützem Geschwätz und Erdichtungen durch ihre historische Autorität erheben. Also, wenn die griechischen Historici von Erfindung der Sachen schrieben, so massten sie sich selbst alle Erfindung bei. So ist auch eine andere verderbte Art der Historienschreiber und Schmeichler, wenn sie sich unterstehen, den Ursprung ihrer Fürsten auf die ältesten Könige zu extendieren, und wenn sie mit Deduzierung ihres Geschlechtes nicht können fortkommen, so muss ein fremder Urstamm und weithergeholte Fabeln herhalten, dichten den Königen neue Namen an und lügen nicht wenig dazu.«

*) Pierer Universallexikon 1859 – Die Jahrrechnung: Ära von Erschaffung der Welt (A. M., d.h. anno mundi, im Jahre der Welt). Die Juden fingen zu Ende des 13. Jahrh. nach ihnen zu zählen an, u. die Epoche der Erschaffung der Welt fällt nach ihrer, von dem Rabbi Hillel bestimmten Rechnung in das 3761. Jahr v. Chr. Sie fangen ihr bürgerliches Jahr (ein Mond-Sonnenjahr, s.u. Jahr) mit einem Neumonde, gewöhnlich Ende September, an, u. das Jahr 1859 unserer Zeitrechnung ist das 561 9/20. der ihrigen. Ehemals bediente man sich dieser Ära bei der alten Geschichte u. zählte durchgängig bis auf Christus nach Jahren der Welt. Die Bestimmungen hierüber weichen aber bedeutend von einander ab (man zählt 800 verschiedene Arten der Bestimmung der Epoche dieser Ära). So sollen nach Alfons v. Castilien von Erschaffung der Welt bis zu Christi Geburt 648 3/4 Jahr, nach Suidas 6000 Jahr, nach Lactantius u. Philastrius 5801, nach Nicephorus 5700, nach Julius Africanus u. A. 5500, nach Eusebios 5200 3/4. nach Metrodorus 5000, nach Frank 4182, nach Thom. Lydiat u. Laurent. Eichstadt 4004, nach M. L. Capellus u. Usher 4000, nach Dionysios dem Kleinen, Kepler, Petavius 3984, nach Scaliger u. A. 3950, nach Hieronymus von Santavide u. A. 3760, nach R. Lippmann 3616 Jahre verflossen sein. In Rußland rechnete man bis zum J. 1700 nach der Weltära, deren Epoche 5508 v. Chr. fiel. Allein da sich die Erschaffung der Welt gar nicht historisch-chronologisch angeben läßt, so kann man diese Berechnungsart nicht zur Zeitbestimmung der Begebenheiten brauchen, u. ihre historische Anwendung ist um so unsicherer, da die Chronologen selbst nicht wissen, in welchem Jahre der Welt Christus geboren ist. Es lassen sich daher, bei der Verschiedenheit der Meinungen u. Hypothesen hierüber, u. bei der völligen Ungewißheit der Epoche, die Weltbegebenheiten der frühesten Zeit nur nach Jahrtausenden, weniger nach Jahrhunderten, am wenigsten nach einzelnen Jahren bestimmen.