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Anatomie eines merkwürdigen Anschlags auf einem Weihnachtsmarkt in Berlin, 2016

update: Ein Jahr später. Meine Gedanken dazu.

update: User WoodyBox macht sich in seinen Blog-Beiträgen komplexe Gedanken über allerlei Details zum (vermeintlichen) Anschlag. Ein wenig habe ich ja die Befürchtung, dass diese berufenen Forensiker gar nicht mehr in der Lage sind, den Wald vor lauter Bäumen zu sehen, trotzdem sind die Analysen und Gedankengänge empfehlenswert.

update: Empfehlenswertes Video eines besorgten Berliner Bürgers, der einen Rundgang am Weihnachtsmarkt macht, Tage nach dem vermeintlichen Terroranschlag mit einem Lkw. Er weist dabei auf allerlei Merkwürdigkeiten hin.

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Der gewöhnliche Medienkonsument ist recht leicht an der Nase herumzuführen. Er hat keine Vorstellung, nicht die kleinste, wie oft er angelogen wird, von den Medien, von den Behörden, von den Politikern und von all den bezahlten Schaustellern auf der Straße oder im virtuellen Netz. Jeder, der sich mit der näheren Vergangenheit beschäftigt hat, ist sich im Klaren, dass nichts ist wie es uns in der Schule gelehrt wurde. Es ist nicht leicht, dem gewöhnlichen Bürger zu erklären, dass da draußen Leute am Werke sind, deren einzige Aufgabe es ist, die Geschichte eines Ereignisses in Echtzeit zu verändern. Der (vermeintliche) Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin macht da keine Ausnahme. Sieht man sich die Sache an, ohne dabei seinen Verstand einzuschalten, kann man mit der offiziellen Lesart der Medien, dem Sprachrohr der Behörden, ganz gut leben. Aber wehe, man schaltet sein Hirn ein und beginnt, in den Details zu stochern. Ehe man sich versieht, glaubt man sich im Film, im falschen Film.

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Die Schattenseiten der Social Media Revolution!

Man könnte sagen, ich bin von Anfang an dabei gewesen. Als die ersten Blog-Portale entstanden. Als die ersten großen Communitys im Netz entstanden. Ich war dabei. Weil es mir ein Bedürfnis war und ist. Die Stärke des (Mai)Zwillings, so habe ich erst vor Kurzem gehört, läge in der Kommunikation, das Medium sei dabei nur Mittel zum Zweck. Yep. So seh ich das auch. Jedenfalls, wenn man sich heute im Social Media Pool tummelt, bemerkt man seltsame dunkle Flecken, die sich rasch ausbreiten können. Von der (geschützten) virtuellen Welt in die reale. Einfach so.

Wir können nicht nicht kommunizieren hat einmal ein kluger Kopf gesagt. Mit anderen Worten, alles was du sagst, tust oder unterlässt, definiert dich, besser: dein Gegenüber definiert dich. Darin liegt die Wurzel aller Problematik. Was weiß denn der andere von deiner Welt, was weißt du von seiner Welt? Und wenn wir nicht Zeit und Muße haben, etwaige Unstimmigkeiten bzw. Missverständnisse im Vorfeld aus dem Weg zu räumen, wird unsere Kommunikation darunter leiden und später dann wir Menschen. So ist das.

Jeder Mensch hat seinen wunden Punkt. Vielleicht sogar mehrere. Manch einer kennt sie selber nicht. Ein anderer lebt damit. Und dann, dann klickt einer auf deinen wunden Punkt. In der (virtuellen) Öffentlichkeit, im sozialen Netz. Es ist, als würde man dir einen Gemüts-Cocktail aus Enttäuschung, Wut, Frust, Niedergeschlagenheit und noch ein paar mehr Ingredienzen reichen. Du kippst ihn runter. In einem Zuge. Was bleibt übrig? Eben. Gewiss, es wurde und wird alles nicht so ernst gemeint. Und der „Content“ im Netz ist flüchtig (und doch kannst du die ältesten Gespräche ausgraben, wenn du das möchtest). Weil der virtuelle Inhalt per se keine Wichtigkeit hat. Nur für jenen, der seinen wunden Punkt getroffen sieht, rumort es für eine längere Zeit in Kopf und Magen.

Freund A. hat mir erzählt, dass er seine virtuelle Bekanntschaft X. getroffen hat. Ein nettes, unverfängliches Geplauder. Vielleicht hat er übertrieben und das eine oder andere Posting auf ihrem Profil zu schwärmerisch fabuliert, Fakt ist jedenfalls, dass sich Y., der Ehemann von X., eingemengt hat. Dumm gelaufen, wenn Eifersucht die virtuelle Party stört. Ich habe darüber länger nachgedacht. Vielleicht verhält sich Social Media tatsächlich analog einer Party.

Okay. Zuerst braucht es Gäste für die Party. Je weniger, desto shit (sieh dir nur die Konkurrenten zum Zuckerberg-Buch an, die allesamt nicht mithalten können, wenn es um die Anzahl der Party-Gäste geht). Und je hipper die Leute, desto Wow! Keiner will auf ne Party mit grauen Mäusen, richtig? Eben! Also wirft jeder seinen grauen Anzug in die (reale) Ecke und stülpt sich ein schrilles Kostüm über. Es ist wie im Karneval. Vieles ist erlaubt. Eine kleine Übertreibung hier, eine kleine Weglassung dort. Was soll’s? Ist ja sowieso nicht wirklich. Yeah. Und weil es ja ne tolle Party ist , geht es auch um das andere Geschlecht. Stark. Schwach. Dazwischen. Jeder ruft in den Profil-Wald. Es wird geflirtet, provoziert, geneckt. Alles im grünen Bereich, freilich. Die Party ist ja noch jung. Man ist fröhlich, ausgelassen. Die Nacht (und der Gedanke an den grauen Anzug, der in der Ecke liegt) ist noch nicht über einen hereingebrochen. Zukunft? Nicht jetzt. Man will sich gehen lassen. Ein wenig. Ein wenig mehr. Weil es gar so schön ist. Tja. Aber jeder, der schon mal auf Partys war, der bemerkt diesen Bruch. Wenn plötzlich die einen oder anderen Gäste abhauen oder sich verdrücken und plötzlich stehst du da mit nem Typen, der dich volle Kanne bequatscht und ein anderer übergibt sich vor deinen Füßen und wieder ein anderer folgt dir auf Schritt und Tritt und kommentiert amüsiert schadenfreudig deine Fettnäpfchen. Die Party hat ihre Leichtigkeit verloren. Du würdest den einen Kerl am liebsten durchschütteln und den anderen wegzaubern. Ja, und dann merkst du, wie sich manche der Partygäste öfters umsehen, wie sie öfters die Plätze und ihre Drinks wechseln. Man könnte beinahe zur Überzeugung kommen, sie würden etwas sehnsüchtig suchen.