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Wie es sich anfühlt, die Welt zu verändern.

Heute werde ich also meine detaillierte Untersuchung zum vermeintlichen Amoklauf in Las Vegas online stellen. Mehr als zwei Wochen habe ich daran gearbeitet. Eine herrliche Zeit. Das Besondere an diesem Artikel? Er ist in Englisch verfasst. Auf diese Weise klopfe ich an die Tür der amerikanischen Truth Community. Werde ich mit meinem Beitrag etwas ändern können?

»As a citizen I must ask: What is true? What is false?«
Harold Pinter

Am Ende ist das Leben eine einzige Versuchsanordnung. Man tut, man probiert, man versucht sich. Im Hinterkopf all die Möglichkeiten, die sich auftun – oder auch nicht auftun. Die Illusion ist dein ständiger Begleiter, die Realität ein Wegelagerer, der dir deine Hoffnungen und Tagträume stiehlt, dich unter die Gürtellinie boxt und dir hämisch ins Gesicht lacht. Trotzdem lässt du dich dadurch nicht klein kriegen. Niemals.

Verlorene Chance: Der Widerspruch in Nizza, 14.Juli 2016

Ich schreibe diesen unbedeutenden Eintrag, um mich später zurück erinnern zu können. An diesen Dienstag, 14. November 2017. Vor einem Jahr war ich in einer vergleichbaren Situation, als ich meine detaillierte Untersuchung zum vermeintlichen Terroranschlag in Nizza online stellte. Das positive Ergebnis dieser Recherchearbeit war ein bezahlter zweiteiliger Artikel im deutschsprachigen Magazin NEXUS. Die Welt konnte ich dadurch freilich nicht ändern. Dabei hätte die europäische Truth Community alle Trümpfe in der Hand gehabt. Der Widerspruch zwischen dem deutschen Journalisten Gutjahr und den französischen Behörden ist zu offensichtlich als dass ihn Medien unter den Teppich kehren hätten können. Aber die Wahrheitsbewegung in Europa ist nur ein flüchtiger Schatten. Der Zug ist hier längst abgefahren, die Hoffnungen liegen jenseits des Atlantiks.

Bezüglich des vermeintlichen Amoklaufs in Las Vegas gibt es keine Smoking Gun, keinen Trumpf. Was es gibt sind unzählige Indizien, die darauf hindeuten, dass der Welt etwas vorgespielt wurde. In meinem Artikel breite ich diese Indizien vor dem gewöhnlichen Leser aus, in der Hoffnung, etwas in ihm auszulösen. Was will ich bewirken? Zweifel. Mehr ist nicht möglich. Wenn es mir gelänge, in dem einen oder anderen gutgläubigen Bürger Zweifel am offiziellen Narrativ, Zweifel an der medialen Berichterstattung zu säen, dann wäre schon sehr viel gewonnen. Aber bis dahin ist es ein weiter Weg. Zuvor gilt es, sich nicht von Ignoranz, Emotionen und Drohungen unterkriegen zu lassen. Keine leichte Aufgabe für einen bescheidenen Schriftsteller, irgendwo im Herzen Europas.

Uups. Jetzt macht doch glatt wordpress Probleme. Kruzitürken …

 

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Las Vegas Amoklauf: Nichts ist, wie es aus dem TV scheint

update: siehe Ende des Beitrags

Wieder einmal ein mass shooting in den USA. Amoklauf! Diesmal ist es ein glücksspielsüchtiger verschuldeter (?) Millionär, der mit halbautomatischen Sturmgewehren aus den beiden (eingeschlagenen) sturmsicheren Fenstern eines Hotels in Las Vegas wild um sich geschossen haben soll. Ausgerechnet Las Vegas. Diese Stadt gehört zu den am meisten überwachten Städten der Welt. Das mag jetzt nicht sonderlich verwundern, lagern in den Casinos und Hotels Millionenbeträge. Weiters sollten wir nicht außer Acht lassen, dass gambling, das Glücksspiel, immer schon die zwielichtigsten aller Zeitgenossen angezogen hatte und weiterhin anzieht. Hier ist viel Geld zu verdienen und noch mehr Geld zu waschen. Völlig legal, versteht sich. Den Betreibern der Casinos und Hotels geht es deshalb vor allem darum, eine bunte Idylle rund um Spieleinsätze und Glücksfaktoren zu schaffen. Jeder Versuch, diese Idylle zu stören, wird bereits im Ansatz zu verhindern versucht: sei es mit einer Vielzahl an Sicherheitsleuten in zivil und in Uniform, sei es mit Überwachungskameras, die an jeder Ecke und an jeder Decke installiert sind sowie einer Reihe von behördlichen Agenturen, die in der Stadt ihr investigatives ‚Unwesen‘ treiben.

Warum sollte also der (angebliche) Amokschütze Stephen Paddock, der die Stadt und die Casinos so gut kannte, ausgerechnet dort seinen Amoklauf planen? Und geplant muss er ihn haben. Oder ist es jetzt üblich mit rund zwei Dutzend Sturmgewehren und Munition für eine ganze Kompanie herumzureisen und diese in seinem Hotelzimmer heimlich (?) zu deponieren? Das Zimmermädchen dürfte jedenfalls nicht über die Gewehre gestolpert oder auf die Munitionskisten gefallen sein.

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Das Trauma eines Anschlags oder Die merkwürdige Gefühllosigkeit des Betrachters

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Seltsam, dass mir gestern Abend wieder einmal dieses unangenehme Thema zu Herzen ging. Hin und wieder – zu meist nach einem weiteren Anschlag in Europa oder den Vereinigten Staaten – bemerke ich, wie Medienkonsumenten publizierte Bilder und Videoclips des Ereignisses für bare Münzen nehmen. Sie sind der festen Überzeugung, etwas Authentisches, Echtes, Reales gesehen und gehört zu haben. Woher Sie den Unterschied kennen, zwischen Echtem und Unechtem, bleibt schleierhaft. Niemand, der für gewöhnlich solch traumatische Szenen mit eigenen Augen gesehen, mit seinem eigenen Körper erspürt hat. Würde man ihnen Ausschnitte aus dem Film Blair Witch Project zeigen, würden sie überhaupt erkennen können, dass es sich bei den gezeigten Bildern nur um die low budget Produktion eines Filmstudios handelte?

Der kritiklose Bürger akzeptiert das ihm Gesagte, das ihm Gezeigte. Er hinterfragt nicht. Er nimmt es at face value, weist skeptische Einwände zurück und schlägt Widersprüche in den Wind. Woher kommt diese Leichtgläubigkeit? Erinnert all das nicht an Hans Christian Andersens Märchen Des Kaisers neue Kleider? Wenn ›alle‹ das prachtvolle Kleid des Kaisers sehen, dann muss es doch existent sein, nicht wahr? Oder möchten Sie am Ende behaupten, der Kaiser würde sich tatsächlich nackt dem Volke zeigen? Diese Verschwörungstheorie ist grotesk, geradezu lächerlich. Wir sind demnach in einer Epoche angelangt, in dem die Mehrzahl der Bürger der westlichen Gesellschaft nicht mehr zwischen Echtem und Unechtem unterscheiden wollen. Zukünftige Generationen werden deshalb in eine Welt geboren, die sich – medial betrachtet – künstlich anfühlt. Junge Menschen werden keinen Unterschied mehr machen können, zwischen verordneten und erlebten Gefühlsausbrüchen. Diese Bilder, wird ihnen eindringlich gesagt, sollen Trauer und Mitleid auslösen – und jene Entsetzen und Angst. Mit jeder medialen Berichterstattung über ein weiteres ›traumatisches‹ Ereignis werden die jungen Menschen konditioniert, sozusagen wie der Pawlowsche Hund, abgerichtet. Auf ein bestimmtes in Szene gesetztes filmisches Konstrukt hin – für gewöhnlich sind die Bilder verwackelt, unscharf und von kurzer Dauer – soll der Bürger jeglichen kritischen Gedanken fallen lassen und den Behörden uneingeschränkte Machtbefugnisse zugestehen; nebenbei darf er in Trauer und Agonie die Opfer beweinen, sich mit ihnen solidarisieren, aber niemals dürfe er auch nur daran denken, über den medial-behördlichen Tellerrand zu sehen.

Noch hat der aufgeklärte skeptische Bürger die Möglichkeit, sich mit der Faktenlage vergangener und gegenwärtiger Events vertraut zu machen. Im Web kann jeder eine Vielzahl an Zeugenaussagen finden – seien sie Opfer, seien sie Helfer, seien sie zufällige Bystanders – mal mit, mal ohne Kamera. Man ist erstaunt, was man da zu hören – und vor allem nicht zu hören – bekommt. Beispielsweise sei an dieser Stelle das einstündige Interview einer jungen und hübschen Australierin erwähnt, die im Pariser Bataclan Event mit einer AK 47 in den Allerwertesten geschossen wurde. Eine Woche war gerade einmal vergangen, da sitzt sie bereits strahlend im Studio und lächelt verschämt über ihre Verwundung. Wahrlich, könnte man zur Ansicht gelangen, vielleicht sollte jeder solch eine traumatische Prüfung am eigenen Leib erfahren, um gestärkt und optimistisch in die Zukunft blicken zu können.

Wenn wir uns mit echtem Leid, echten Verwundungen, echten Menschen, echten Kämpfen, echten Kugeln, echten Todesfällen, echten Verlusten auseinandersetzen, bekommen wir einen ganz anderen Eindruck. Gefühle können weder die Beteiligten noch die Unbeteiligten aus dem Nichts erschaffen. Der Mensch erkennt im Gesicht, in der Haltung, in der Aura seines Gegenübers wahre Trauer, wahren Schmerz, wahres Leid, wahren Schock. Noch sind wir nicht gänzlich abgestumpft, noch sind wir empathisch genug, um zwischen Schauspielerei und echtem Leben zu unterscheiden. Aber je öfter wir der Schauspielerei im echten Leben ausgesetzt sind, umso öfter verschwimmen auch für uns die Grenzen. Deshalb ist es wichtig, wirklich wichtig, dass wir uns mit dem Authentischen befassen – so unangenehm und abstoßend es auch sein mag. Es führt kein Weg vorbei, leider. Weil Behörden und Medien alles daransetzen, und ich meine wirklich alles, um Sie und mich in einer Illusionsblase gefangen zu halten. Ein gutes Gegenmittel gegen diese Einlullung ist beispielsweise die gut gestaltete interaktive Webseite über das Attentat auf dem Oktoberfest von 1980 des Bayrischen Rundfunks. Leider sind einige der Videos nicht mehr abspielbar, trotzdem geben all die Clips, Bilder, Interviews und Dokumente einen guten Eindruck, was geschieht, wenn das Unvorstellbare blutige, sehr blutige Realität wird. Die Folgen sind Chaos, Ungläubigkeit, Wahnsinn, Schock, Apathie, Verzweiflung, Hysterie, Scham, Angst, Furcht, Leere, Schmerz, Hilflosigkeit, Stress, Ungewissheit, Ahnungslosigkeit, Ratlosigkeit, Ruhelosigkeit, Sinnestaumel, Gehörsturz, Taubheitsgefühle in Glieder und Seele, Kopflosigkeit und vieles mehr. Mit Sicherheit ist allen Beteiligten – seien sie Opfer oder Zeugen – das so einschneidende Erlebnis im Gesicht, in den Augen, in der Haltung abzulesen; wir spüren es (noch) instinktiv.

Gut. Kommen wir nun zum Punkt. Ich zitiere hier Stimmen, die wissen, was es heißt, wenn Menschen in einen blutigen Konflikt geraten und wie es ihnen dabei ergangen ist.

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»Es gibt kein Ding wie ›sich an den Kampf gewöhnen‹ … Jeder Moment eines Kampfes verursacht eine so große Belastung, dass Männer – in Relation von Intensität und Dauer – zusammenbrechen. Psychische Verletzungen sind im Kriegsfall genauso unvermeidlich wie Schuss- und Splitterwunden …« [meine Übersetzung:] There is no such things as ‚getting used to combat‘ … Each moment of combat imposes a strain so great that men will break down in direct relation to the intensity and duration of their exposure … psychiatric casualities are as inevitable as gunshot and shrapnel wounds in warfare … S. 329, The Face of Battle, John Keegan

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» … ist fünf Minuten einer Schlacht verrichten die Organe im Körper des Soldaten die Arbeit von 24 Stunden. Bean, Australiens offizieller Historiker, beobachtete dass ›die Überlebenden, auch noch nach einem Tag Ruhe, ausgesehen haben, als würden sie in der Hölle gewesen sein. So gut wie ohne Ausnahme sah jeder Mann ausgezehrt und todmüde aus und wirkte so benommen, dass man meinte, die Männer würden schlafwandeln und ihre Augen waren glasig und leer. … Sie waren wie Jungs, die nach einer langen Krankheit ihr Bett verließen.« [meine Übersetzung:] … in five minutes of battle, the physical organs performed the work of twenty-four hours. Bean, Australia’s official historian, observed that »the survivors, even after a day’s rest, looked like men who had been in hell. Almost without exception, each man look drawn and haggard  and so dazed that the men appeared  to be walking in a dream and their eyes looked glassy and starey. … They were like boys emerging from a long illness« S. 186f., Death’s Men: Soldiers of the Great War, Denis Winter

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»Ich liege wie versteinert. Jeder Pulsschlag schwemmt eine neue Welle Todesangst in meine vom Übermaß gereizten Sinne. Ich habe einmal Dantes ›Divina Commedia‹ gelesen. Wie konnte er das Grauen der tiefsten Hölle beschreiben, wenn er dies hier nie erlebte?! [S. 45f.] Dem Bordmechaniker muß das zerschossene Bein heute doch amputiert werden. Er war die ganze Nacht vor Schmerzen nicht mehr recht bei Sinnen und wollte immerzu aufstehen. Sie haben ihn eben aus dem Operationssaal wieder hergebracht. Er liegt mit offenen Augen in dem Bett drüben an der Wand und spricht kein Wort. Ich spüre, wie er sich innerlich quält. Ich würde ihm gern helfen, aber welche Trostworte nützen in einer solchen Lage? [S.35]  Drüben an der Wand liegt einer mit einem schweren Bauchschuß. Er stirbt langsam und ich muß immer wieder zu ihm hinschauen. Mit großen, angsterfüllten Augen schaut er immerzu in der Runde umher, fassungslos. Er kann nicht begreifen, daß er nun sterben soll. Sein stummer Blick scheint uns alle zu fragen, was seine Schuld wohl sei, daß es gerade mit ihm jetzt zu Ende geht. Er ist zu einem lebenden Skelett abgemagert; aber was die Schwester ihm auch zu essen reicht, er würgt und bricht es wieder heraus. Einmal sehe ich, wie er die Hand der Schwester ergreift und fest umklammert hält. Mit seinem todtraurigen Blick fleht er sie wortlos an, ihm doch zu helfen, daß er nicht sterben müsse. Aber es gibt ja keine Hilfe mehr.« S. 47f., Besiegt und Befreit, Gert Naumann

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»Im Kasemattblock verursacht der Durchschlag einen gewaltigen Luftstoß, der die Türen aufreißt und alles durcheinanderwirbelt. Da gleichzeitig die Lampen verlöschen, entsteht eine heillose Verwirrung. Flüche, Schreie, Hilferufe gellen durch die Finsternis, Taschenlampen zucken auf, jemand schreit fortwährend: „Sanität! Sanität!“ Tragbahren werden vorbeigeschleppt, die ratlos Umherstehenden kommen erst zur Besinnung, als einer den Einfall hat, die Alarmglocke zu läuten. Der Drill ist so groß, daß dieses Signal das Chaos überwindet … Nun flammt das Licht wieder auf. Aus dem Verbindungstunnel zum Batteriegang quillt schwarzer Rauch, auf dem Boden liegen ohnmächtig gewordene Kameraden. Trappelnde, schleifende Schritte sind zu hören, Sanitäter mit Rauchmasken kommen aus dem verqualmten Loch. Was sie auf ihren Bahren daherschleppen, sind formlose, verbrannte Massen. Als letzten bringen sie einen, dem Kopf und Rumpf völlig plattgequetscht sind. Sie sagen, es sei Valentiner … Während dieser schrecklichen Minuten sitze ich auf den Stufen der Eisentreppe, die zur Flankierbatterie führt. Dorthin hat es mich geworfen. Es ist schwierig, sich später über den Hergang solcher Geschehnisse genaue Rechenschaft abzulegen. Der betäubende Schlag, die Finsternis, das Durcheinander erfolgten zu rasch, um tiefer ins Bewußtsein zu dringen.« S. 86f., Sperrfort Rocca Alta, Luis Trenker

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»Und während wir für gewöhnlich hören konnten, wenn eine Granate angeflogen kam und wir in Deckung gingen, gab es bei einem Gewehrschuss keine Vorwarnung. Und obwohl wir mit der Zeit lernten, dass wir uns vor einer Gewehrkugel nicht zu ducken bräuchten, weil, wenn man den Schuss einmal gehört hatte, musste die Kugel einen bereits verfehlt haben, so machte uns Gewehrfeuer weit nervöser.« [meine Übersetzung:] And whereas we could usually hear a shell approaching, and take some sort of cover, the rifle-bullet gave no warning. So, though we learned not to duck a rifle-bullet because, once heard, it must have missed, it gave us a worse feeling of danger. S. 83, Goodbye to All That, Robert Graves.

Die Presse und die alternativen Medien: Hasch mich, in bin ein Lügner

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Ich beschäftige mich nun seit rund fünf Jahren mit der Wahrheit. Besser gesagt, ich versuche die falsche Spreu vom wahren Weizen zu trennen. Manchmal ist es einfach, manchmal ist es schwierig und dann wieder, dann ist es schier unmöglich, aber eines steht fest: Nichts, aber auch gar nichts, ist so, wie es überliefert oder berichtet wurde und wird. Auf der anderen Seite bewahrheitet sich dann das Paradoxon: Je mehr du weißt, desto weniger weißt du.

Sehen Sie, der gewöhnliche Mensch hat ein tief sitzendes Verlangen nach Informationen und Neuigkeiten, ja, er möchte wissen, was um ihn herum geschieht. Diese neu gewonnenen Informationsbruchstücke setzt er nun in einen Kontext zu seinem angehäuften Wissen und Erfahrungsschatz. Er beginnt, jede Nachricht mit seinem gegenwärtig bestehenden Weltbild abzugleichen und in eine der vielen Schubladen einzuordnen. Ja, der gewöhnliche Mensch ist einfach gestrickt – geht auch gar nicht anders, weil, früher einmal, also, sehr viel früher, Jäger und Sammler ihr Überleben in der Wildnis nicht durch philosophische Wertediskussionen erhöhen konnten. Das Gehirn unserer Vorfahren war nicht dazu da, zwischen Boulevard und Qualitätspresse zu unterscheiden, sondern um simple Schlüsse zu ziehen. Heutzutage ist es nicht anders. Falls Sie mir nicht glauben, dann empfehle ich einen nächtlichen Ausflug in die tiefste Wildnis. Das reinigt Körper und Geist, sozusagen.

Die Pressefreiheit, sagte einst der Mitherausgeber der FAZ Paul Sethe im Jahr 1965, ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten. Daran hat sich nichts geändert. Der Staat – also Sie und ich und noch ein paar andere Bürger – scheint seltsamerweise kein Interesse daran zu haben, die Presse zu demokratisieren, ganz im Gegenteil. Da jedermann und jedefrau einen Blog (ohne finanziellen Aufwand) betreiben und Artikel schreiben kann, wird diese „Presse-Arbeit“ nicht als solche angesehen. Für das Verwaltungsgericht in Deutschland fallen nur Verlage unter das Presserecht, die ihre Neuigkeiten auf Papier drucken lassen. Weil, da könnte ja jeder kommen …

In letzter Zeit musste ich feststellen, dass man auch durch alternative Medien – seien diese Blogger, Webzines, News-Portale oder Foren – auf eine falsche Fährte geschickt werden kann. Das muss jetzt nicht mit Absicht geschehen, ist aber andererseits nicht auszuschließen. Generell habe ich für alternative Medien die folgende Prüfroutine in meinem Oberstübchen verankert:

Je populärer ein alternatives Medium ist, desto eher ist davon auszugehen, dass es (früher oder später) von den Sittenwächtern unterwandert wird und dass die Betreiber manipuliert, erpresst oder korrumpiert werden.

Je „unglaublicher“ der (rasche) Aufstieg eines alternativen Mediums (bzw. Medien-Stars) ist, desto wahrscheinlicher ist die Sache als „kontrollierte Opposition“ einzustufen (beispielsweise Wikileaks und Julian Assange – oder Edward Snowden und Glen Greenwald).

Ein alternatives Medium, das erfolgreich eine spezielle Nische besetzt, wird alles daransetzen, seine sensationshungrige Klientel zu befriedigen – Widersprüche werden ignoriert oder emotional diskreditiert.

Je populärer ein alternatives Forum ist, desto wahrscheinlicher werden Sittenwächter in Diskussionen störend eingreifen, um eine vernünftige Diskussion zu verhindern.

Je weiter lechts und rinks ein alternatives Medium steht, desto wahrscheinlicher ist diese als „kontrollierte Opposition“ einzustufen, um durchaus sinnvolle Fragestellungen zu diskreditieren.

Nur ein toter Whistleblower ist ein echter Whistleblower (beispielsweise Aaron Swartz oder Dr. David Kelly oder Garry Webb oder James Traficant oder Roberto Calvi).

Ein alternativer Blogger, der nicht anonym veröffentlicht, wird sich nur solcher Themen annehmen, die keine Gefahr für seine Existenz darstellen. Eventuell müssen für die Sittenwächter unliebsame Wahrheiten zwischen den Zeilen versteckt werden.

Ein alternativer Blogger, der anonym veröffentlicht, wird sich nur solcher Themen annehmen, die keine Gefahr für seine Existenz darstellen – da er sich niemals vor Entdeckung sicher sein kann.

Absolut niemand ist gegen Manipulation gefeit.

Jeder Mensch wehrt sich, sein bestehendes Weltbild hinterfragen bzw. auf den Kopf stellen zu müssen – auch und im Besonderen Journalisten und Wahrheitssucher.

[meine Übersetzung:] Beinahe unbewusst zeichnete er mit seinem Finger im Staub des Tisches: 2 + 2 = 5
„Sie können nicht in dein Innerstes dringen“, hatte sie gesagt.
Aber sie konnten in dein Innerstes dringen.

Almost unconsciously he traced with his finger in the dust on the table: 2+2=5
‚They can’t get inside you,‘ she had said.
But they could get inside you.

Nineteen Eighty-Four, George Orwell

Was uns die TV-Serie Wayward Pines über die Welt verrät

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Haben Sie bereits von der US-TV-Serie Wayward Pines gehört? Kein geringerer als M. Night Shyamalan zeichnete für die erste Staffel (10 Episoden) verantwortlich. Ja, das ist jener Filmemacher, der vor vielen Jahren mit Filmen wie The Sixth Sense, Unbreakable und The Village für Furore sorgte. Tja, aber  der Hype hielt nicht lange an und die Flops sind heute bereits Legende (The Last Airbender, After Earth).

Wie dem auch sei, wer sich für ein unheimliches Katz-und-Maus-Spiel in einer amerikanischen Kleinstadt interessiert, in der nichts ist wie es scheint und der Protagonist (Matt Dillon) anfänglich genauso im Dunkel tappt wie der Zuseher, der ist mit der TV-Serie bestens bedient. Freilich, ein Meisterwerk darf man sich bei alledem nicht erwarten, aber die Spannung reicht, um hängen zu bleiben. Nur gegen Ende schlägt die Serie über die üblichen Genre-Klischee-Stränge und enttäuscht.

Nichtsdestotrotz würde ich die TV-Serie empfehlen. Aber schalten Sie dabei Ihr Gehirn nicht aus, nein, vielmehr verstehen Sie das Ganze als eine Parabel auf die Zeit des Kalten Krieges und des (gegenwärtig andauernden)  War on Terror. Stellen Sie sich nur mal vor, die Filmemacher und die Produzenten und das Studio hätten Eier in der Hose gehabt, die Serie hätte ein Meilenstein in der Geschichte der Mainstream-TV-Literatur werden können. Aber da niemand die Hand beißt, die ihn füttert, bleibt es Ihnen und mir überlassen, die Parabel in allen Details weiterzuspinnen.

Falls Sie nun angebissen haben, dann gucken Sie sich die Serie an und kommen dann an diese Stelle wieder zurück – denn nun beginnen die Spoiler. Sagen Sie nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt.

Will man den Plot auf den Punkt bringen, dann ist es, dass ein (größenwahnsinniger / menschenfreundlicher ?) Wissenschaftler gesunde Menschen in der Gegenwart auswählt, diese entführt und in einen Tiefschlaf versetzt, um sie tausende Jahre später für ein neues Zivilisationsprojekt heranziehen zu können, da die Menschheit und die Zivilisation, so wie wir sie kennen – dank Umweltverschmutzung und Krankheiten -, aufgehört hat, zu existieren.

Der Wissenschaftler und sein Team sorgen in der Abgeschiedenheit Iowas dafür, dass eine Kleinstadt namens Wayward Pines, umgeben von Bergen und Zäunen, zur letzten Insel der Zivilisation im Jahr 4028 wird. Es steht viel auf dem Spiel, weshalb der Wissenschaftler und seine Helfer danach trachten, die Bewohner zu täuschen, zu beobachten und eventuelle Verfehlungen gegenüber der Gemeinschaft streng zu ahnden. Zusätzlich werden die jüngsten Bewohner in der Schule indoktriniert und darauf vorbereitet, in den kommenden Jahren eine Führungsrolle einzunehmen. Gäbe es da nicht eine Untergrundbewegung, die mittels Anschlägen die „Wahrheit“ ans Licht bringen und flüchten möchte, wäre die Kleinstadt tatsächlich der friedliche Himmel auf Erden.

Nun, in der Serie wird einem bald klar gemacht, dass es eine tatsächliche Gefahr außerhalb der Stadt gibt und die Zivilisation aufgehört hat zu existieren. Aber nehmen wir nur mal an, dem ist nicht so. Mit anderen Worten, wir befinden uns noch immer in der Gegenwart und das Ganze ist nichts anderes als ein behördliches Geheimprojekt (Black Ops). Die Aufgabe der „Kontrolleure“ würde nun darin liegen, den Einwohnern die Illusion einer großen Gefahr, die vor der Stadt lauert, zu verdeutlichen (Ja, das erinnert natürlich an The Village). Dabei könnte sogar der Wissenschaftler selbst ein Getäuschter sein.

Jedenfalls, wenn die Bürger an die Illusion einer Gefahr vor der Stadt glauben, werden sie bereit sein, alles zu tun, um diese „Gefahr“ abzuwenden. So funktioniert Massenbeeinflussung. Damals wie heute. Gestern waren es Kommunisten, die die Welt unterjochen wollten, heute sind es Terroristen, die die westliche Zivilisation in ein blutiges Chaos stürzen möchten und übermorgen sind es Gestaltwandler, die danach trachten, die Menschheit auszurotten. Der Phantasie sind bei alledem keine Grenzen gesetzt – den für gewöhnlich vertauensseligen Menschen muss nur ordentlich Angst eingejagt werden, der Rest ist ein Kinderspiel.

Und jetzt spinnen wir die Sache weiter. Also, die ganze Angelegenheit ist ein behördliches „Forschungsprojekt“ in der Größenordnung des Manhattan-Projekts*. Die Filme-Macher hätten nun Schicht für Schicht die Befehls-Struktur freilegen können, hätten zeigen können, wie geheime (und illegale) Operationen geplant, ausgeführt und geleugnet werden, hätten andeuten können, mit welchen Werkzeugen die Verantwortlichen arbeiten, um beteiligte Leute, die Bescheid wissen („in the know„) bei Stange zu halten: Manipulation, Erpressung, Militärbefehl, Bestechung, Drohung, Schmierkampagne, Mord, usw.

Bei wichtigen geheimen Projekten legen die Verantwortlichen zu mindest drei „Wahrheits“-Schichten fest. Die erste Schicht ist die offizielle Version. Nehmen wir die Ereignisse von 9/11 als Beispiel. Hier ist die erste Wahrheit jene, dass 19 muslimische Selbstmordattentäter vier Flugzeuge entführten und damit in Gebäude flogen bzw. fliegen wollten, um diese zum Einsturz zu bringen. Mit dieser „Wahrheit“ werden nun die Menschen – ob klein, ob groß – tagein tagaus von den Mainstream-Medien gefüttert, sozusagen konditioniert.

Nun gibt es aber Personen, die Fakten kennen, die der offiziellen Version widersprechen. Beispielsweise, dass zwei, der vier „entführten“ Flugzeuge gar nicht erst in der Luft waren. Oder dass alle vier Passagierflugzeuge in den Datenbanken der Fluglinien noch für eine ganze Weile als „aktiv“ gekennzeichnet waren. Oder dass die (Mobil)Telefonanrufe der Passagiere bzw. der Flugbegleiterinnen zu jener Zeit technisch nicht möglich gewesen sind oder dass die Flugzeuge noch keine Telefone im Rücken der Sitze hatten. Mit anderen Worten, die Manager, Direktoren und höheren Bereichsleiter der beiden Fluglinien, die Zugriff zu den relevanten Informationen hatten, wissen, dass die offizielle Version so nicht stimmen kann. Ähnliches trifft auch für die Verantwortlichen in den TV-Stationen zu, die bereit waren, die Flugzeuge in die „Live“-Bilder einzufügen und Anweisung zu geben, was von wem gesagt werden durfte und was nicht.

All diesen Leuten „in the know“ (dazu zählen auch Politiker und Abgeordnete) muss die Behörde also „die Wahrheit“ erzählt haben, die in Wirklichkeit nur eine zweite „offizielle Version“ ist. Beispielsweise könnte man ihnen gesagt haben, dass die Angriffe mit Marschflugkörper erfolgten, die von einem „entführten“ U-Boot, das an der Atlantikküste aufgetaucht ist, abgeschossen wurden.

Was auch immer an diesem Tag geschehen bzw. nicht geschehen ist, auch nach 14 Jahren tappt der Bürger im Dunkel. Während der Gutgläubige all die Widersprüche zur offiziellen Version in den Wind schlägt, wird der Skeptiker das unangenehme Gefühl nicht mehr los, von Politikern, Behörden und Medienhäusern getäuscht worden zu sein. Aber noch unangenehmer für ihn ist die Befürchtung, dass es diese behördlich-mediale Täuschung seit vielen, sehr vielen Jahren gibt. Ja, nichts ist, wie es scheint, in Wayward Pines

update: Die bisher letzte [große Krisen- und Verschwörungsepoche] habe mit den Anschlägen auf Amerika vom 11. September 2001 begonnen. In manchen Kreisen – nicht nur bei Rechtsradikalen – ist wider alle Fakten die Idee sehr populär, die USA (respektive „die Juden“) hätten den Angriff vom 11. September selbst inszeniert.

Wo dunkle Mächte wirken
Süddeutsche Zeitung, 1. Jänner 2016

*) ehrlich gesagt, ich frage mich, was in der „Forscherstadt“ Los Alamos wirklich vor sich gegangen ist