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Montaigne und das Mädchen, das in Mannskleidung in die Welt hinein ging, anno 1580

Im Jahre 1580 – eine gute Weile ist das schon her – hat sich der gute Michel de Montaigne auf den langen Weg gemacht. Von Frankreich reiste er nach Italien, die „Fahrt“ ging dabei über Deutschland, die Schweiz und Tirol. Auf dieser langen Reise – vorwiegend zu Pferd zugebracht, während das Gepäck mit dem Wagen transportiert wurde – notierte er in seinem Reisetagebuch die eine oder andere merkwürdige Anekdote. Eine handelt von einem „seltnen Ehepaar“. Die Übersetzung ist von 1777, deshalb muthet die Rechtschreibung ein wenig eigen an. Aber so ist das. Andere Zeiten, andere Schreibweisen.

„Sieben oder acht Mädchen, aus der Gegend von Chaumont in Basigny, verabredeten sich vor einigen Jahren unter einander, in Mannskleidung in die Welt hinein zu gehen, und sich etwas zu versuchen. Eine von ihnen kam nach Vitry unter dem Namen Mary. Sie bekam bald bey einem Leinweber Arbeit, da sie wohl gewachsen war, und die Kunst verstand, sich eines jeden Liebe und Freundschaft zu erwerben. Sie verlobte sich in Vitry mit einer Frau, die noch am Leben ist; da sie aber in einige Mishelligkeiten geriethen, so gieng der ganze Handel aus einander. Darauf gieng sie nach Montirendet, und verdiente auch da als Leinweber ihr Brod. Hier ward sie von neuem in ein Frauenzimmer verliebt; die sie heirathete. Vier bis fünf Monate lebte dieß seltne Ehepaar in der stolzesten Zufriedenheit; bis sie von einem Bürger aus Chaumont entdeckt und der Obrigkeit angezeigt wurden. Mary ward zum Galgen verurtheilt, weil sie eine ihrem Geschlechte unanständige Sache erfunden hatte. Diese Strafe übernam sie mit Gelassenheit. Ich will lieber den Tod leiden, sagte sie, als in der Gestalt eines Mädchens mein Leben fortsetzen.“ [S. 119f]

Reisen durch die Schweiz, Deutschland und Italien.
In den Jahren 1580 und 1581
Michel de Montaigne

Die weltmeisterliche Reise in den Osten

Der gute Aleksandr Puskin machte sich im Jahre 1829 auf, um bei der Finalbegegnung Russland gegen Türkei leibhaftig dabeizusein – vielleicht war es die erste Fan-Reise, die auf diese Weise Eingang in die Weltliteratur gefunden hat. Die Schlachten wurden damals an verschiedenen Heimstätten ausgetragen, mustergültig kommentiert und niedergeschrieben vom großen Dichter. 189 Jahre später fährt meine Wenigkeit zwar nicht in den Kaukasus bzw. an die russisch-türkische Grenze, aber in den Osten, in die Heimat des Dichters, um ebenfalls von Schlachten, die auf grünen Rasenflächen friedlich und vielleicht sogar freundschaftlich geschlagen werden – zu berichten. Da jedoch der Hund im Detail liegt und Unvorhergesehenes einen recht häufig ins Gesicht lacht, wie jeder meiner erfahrenen Leser sicherlich längst weiß, folgen die näheren Umstände dieses Aufbruchs gen Osten zu gegebener Zeit, kurz, wenn das quengelnde Kind in staubtrockenen Tüchern gewickelt ist. До свидания!

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Ein Fan ist ein Fan ist ein Fan …

 

 

Finding Joe oder Können wir nicht alle Helden sein?

Jetzt habe ich eine halbe Stunde lang nach diesem Trailer gesucht. Gar nicht einfach, wenn man sich nur dahingehend erinnern kann, dass ein Kind im Ritterkostüm einen imaginierten Drachen bezwingen möchte. Freilich geht es im Dokumentarfilm um die Frage, was es braucht, um ein Held zu werden bzw. um sein Leben in die Hand  zu nehmen. Der Drachen, yep, der sitzt in unserm Kopf. Punkt. Warum ich diesen Clip gerade heute poste, nun, sagen wir »aus Gründen«. Enjoy.

Eine autobiographische Suppe zum Auslöffeln und zum Lesen

Ich habe nun die beiden Print-Bücher von Chrys Punzengruber zu E-Books fabriziert. Der interessierte Leser sollte in den bekannten E-Book-Shops, allen voran amazon-kindle, in die virtuellen Bücher hineinlesen und natürlich diese erstehen können. Der Text ist eine autobiographische Tour de Force nach Los Angeles und zurück. Wer sich also für das echte Innenleben eines jungen Mannes interessiert, der sich äußerlich wie innerlich auf eine Reise begeben hat, dem sind die beiden Texte natürlich ans Herz zu legen.