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Der Traum eines Gottesleugners

Vor wenigen Tagen war es, als mir X. von einem sonderbaren Traum erzählte, den er hatte und der ihm in gewisser Weise unterschwellig bewusst machte, dass er starke Zweifel gegenüber dem vorherrschenden Glauben hegt. Tja. Da saß er also im Bett, grübelte und sinnierte, suchte einen Ausweg aus diesem gedanklichen Irrgarten und fand ihn einfach nicht. Wie oft er auch die vielen Argumente der klugen Leute gegen sein Innerstes warf, der Zweifel ließ sich weder klein reden noch davonjagen. Dieser Kampf zwischen innerer Überzeugung und äußerer Gewalt ist freilich so alt wie die Zivilisation selbst. Die Atheisten, die seinerzeit Gottesleugner genannt wurden, hatten einen schweren Stand gegenüber der gläubigen Masse. Im Geheimen mussten sie ihre Gespräche führen, ihre Tagebücher schreiben, immer der Gefahr ausgesetzt, verraten und denunziert zu werden. Die Strafe, damals wie heute, ist im günstigsten Falle die Verbannung aus der Gemeinschaft, im schlimmsten Falle der Scheiterhaufen, der die Existenz in Flammen aufgehen lässt. Ich habe X. gut zugeredet, ihm gesagt, dass es sich nur um eine Phase handeln und er vielleicht schon in ein paar Tagen wieder in der gewohnten Spur sein würde. Ich klopfte ihm schließlich bei der Verabschiedung auf die Schulter und meinte, er solle sich keine Sorgen machen, schließlich würden wir ja nicht mehr im finsteren Mittelalter leben. Mit hängendem Kopf ging er davon. Ich sah ihm eine Weile nach – bis sein Schatten im Dunkel der Nacht verschwand. Wenn er Glück hat, sagte ich zu mir, wird er sich nicht verraten und im Stillen die ketzerischen Gedanken aussprechen. Aber die Angst, so viel ist mir klar, würde von nun an sein ständiger Begleiter sein.

 

Atheïsmus

(auch) Zweifel u. Unglaube an die Volksreligion in einer geordneten Form; so hatten mehrere griechische Philosophen den Beinamen Atheos, weil sie an die Wahrheit u. Richtigkeit des populären Gottesglaubens nicht glaubten, so Diagoras Melios, Theodoros Kyrenios, Euemeros, Bion u. A.;

Pierer’s Universal-Lexikon, Band 1. Altenburg 1857

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Die Furcht vor dem Flüchtling oder Masse und OhnMacht

Ein Thema, keine Lösung
Ja, hier ist der Westen.

Die sogenannte Flüchtlingskrise ist in aller Munde. Die Qualitätszeitung Der Standard hat seine Wochenendausgabe primär diesem Thema gewidmet. Recht optimistisch berichtet man über Flüchtlinge und die Flüchtlingshilfe der Österreicher. Natürlich. Wer hilft, darf sich moralisch zu den Guten zählen und stolz darauf sein. Wer möchte nicht zu den good guys gehören? Trotzdem gilt es, den Hausverstand einzuschalten. Wir haben es nämlich seit Jahren und Jahrzehnten mit Presseleuten und Politikern zu tun, die den wichtigsten Fragen ausweichen oder diese einfach ignorieren. „Augen zu und durch“, heißt deren Devise, die für gewöhnlich von Unfähigkeit oder von Verrat spricht. Scheinbar sollen die Bürger vor vollendete Tatsachen gestellt werden.

. Wer gilt als Flüchtling?

Wissen Sie es? Ich meine Osama bin Laden, Saddam Hussein und Muammar al-Gaddafi waren einst auch auf der Flucht. Würden diese nun als Flüchtlinge gelten? Und falls nicht, warum nicht? Wer entscheidet das? Und wie können wir – ohne Grenzkontrollen – diese Unterscheidung überhaupt treffen? Falls wir keine Grenzkontrollen einführen wollen, wann ist das Flüchtlings-Zielland-Boot „voll“? Und falls die Gefahr im Heimatland der Flüchtlinge gebannt ist, würden die Flüchtlinge wieder zurückkehren? Falls nicht, kann das so schwer zerrüttete Heimatland dann überhaupt wieder aufgebaut und sicher gemacht werden? Man sehe sich die Demokratisierung Libyens als Musterbeispiel an: chaotisch-blutige Zustände wohin man schaut. Am Ende bringen verarmte Gesellschaften, die ihre Söhne nicht mehr ernähren können, nur eines hervor: Söldner. Schlag nach bei der Schweizer Nation während der Renaissance.

. Masse und Macht

Literaturnobelpreisträger Elias Canetti hatte sich in jungen Jahren intensiv mit den Gefahren von großen Menschenansammlungen beschäftigt. Würde Canetti heutzutage den u.a. Absatz veröffentlichen, würde er dann nicht von der politisch korrekten Clique der Verhetzung für schuldig befunden werden?

Einzig in der Masse, diesem von „Affekten“ geleiteten Gebilde, verliere der Mensch seine Furcht vor der Berührung, könne es zu einem Zustand der „Entladung“ kommen, zu dem Moment, an dem alle „ihre Verschiedenheiten loswerden und sich als gleiche fühlen“. Der Verlust jeder Individualität werde dabei als befreiender Akt betrachtet, da der Einzelne nicht mehr alleine der chaotischen Welt gegenüber stehe. Jetzt, da sich alle gleich fühlten, sei die Furcht vor dem Fremden innerhalb der Masse zwar aufgehoben, doch das Andersartige der Welt da draußen werde der Masse umso deutlicher bewusst. Das Andersartige gefährde das „Überleben“ der Masse, da es Alternativen zu dem Zustand der Gleichheit aufzeige. Und so sei die auffälligste Eigenschaft einer Masse die „Zerstörungssucht“. Um ihr eigenes Überleben zu sichern, wolle sie das Andere vernichten.

Wiki-Eintrag

. Fakt und Fiktion

Was, wenn in Zukunft negative Ereignisse stattfinden, die dem politischen und medialen Optimismus widersprechen? Werden diese negativen Ereignisse medial ignoriert und politisch abgeschwächt? Wie gehen Politiker und Medienleute mit den Opfern um? Werden am Ende die Opfer zu Tätern gemacht? Weil nicht sein kann, was nicht sein darf – in einem politisch korrekten Sinne?

. Eier in der Hose

Im Der Standard-Kommentar von RAU heißt es:

Wenn tausende Syrer oder Iraker neu hinzukommen, wird man diesmal von Anfang an klar sagen müssen: Hier ist es anders, hier gelten die Werte der Aufklärung und der Moderne. Hier geben einander Frauen und Männer die Hand, hier sind arrangierte Ehen nicht in Ordnung. Hier steht der Clan nicht über dem Recht. Hier ist der Westen.

Da stellt sich für mich die Frage, ob sich Journalist RAU getraut, ohne Polizeischutz, einer Gruppe junger Männer unbekannter Herkunft persönlich zu erklären, dass „hier der Westen“ sei. Ist denn der europäische Mann nicht längst „ruhig gestellt“ worden? Ist Zivilcourage nicht bereits zu einem Fremdwort geworden?

. Demokratischer Wille?

Darf sich die Mehrheit eines Volkes für ihr (kulturelles) Überleben aussprechen? Oder ist die Sorge um das eigene (kulturelle) Wohlbefinden politisch inakzeptabel? Am Ende wird man sich fragen müssen, was eine Nation, was ein Volk, was eine Kultur überhaupt ausmacht und welche Gesellschaft der Eine oder Andere seinen Kindern vererben möchte.

Würden Sie alles auf Albert Einstein setzen?

 

Lichtenberg_Zitat

Jetzt mal Hand aufs Herz! Was wissen wir wirklich, von dieser Welt, von unserem Sonnensystem, von diesem einen Kosmos, unserem Universum? Wir plappern nach, was man uns – beinahe täglich – vorsetzt. Jeder, der die (all-)gemeinsten Meinungen mit einem kritischen Blick, mit einer gesunden Skepsis betrachtet, macht sich verdächtig. Ist es nicht seltsam, dass wir zwar in einem aufgeklärten Zeitalter leben, aber noch immer von einer Religion dominiert, ja förmlich eingeschüchtert werden: Es ist die Religion der Scheinheiligkeit.

Also, ist Albert Einstein am Ende mit seiner Theorie falsch gelegen? Hat er – konspirativ gesprochen – nur eine Rolle auf der Bühne gespielt, weil man sie ihm spielen ließ? Ehrlich gesagt, ich bin weder Mathematiker noch Physiker, ich verstehe von all diesen Theorien und Formeln wenig bis gar nichts. Ich gehe davon aus, dass es Ihnen genauso geht. Mit anderen Worten, wir beide sind auf Experten angewiesen, die uns zur (vermeintlichen) Wahrheit führen. Die Frage ist demnach, welchem Wissenschaftler wir unser Vertrauen aussprechen. Das ist alles, was Sie und ich tun können.

Wäre die Wissenschaft ein Casino, ich würde all mein Hab und Gut auf das österr.-ungarischen Erfindergenie Nikola Tesla setzen (1856-1943). Seine zahlreichen Erfindungen haben die moderne Welt begründet. Yep. Daran gibt es keine Zweifel. Während also das Establishment seinerzeit – dank medialer Unterstützung – einen Edison und einen Einstein auf Podeste emporhob, kehrte man Tesla unter den Teppich. Ja, man ging so gar so weit, seine Projekte mit allen Mitteln zu sabotieren. Am Ende starb Tesla einsam und verlassen in New York, hinterließ aber eine Unmenge an Aufzeichnungen, Plänen und Erkenntnissen. Diese Unterlagen, Sie ahnen es sicherlich, wurden von den amerikanischen Behörden kurzerhand beschlagnahmt. Ja, so einfach geht das, weil, wer die Macht hat, hat auch das Recht auf seiner Seite. Wie dem auch sei, acht Jahre vor seinem Tod teilte er in einer Pressekonferenz mit, dass die Relativitätstheorie, im Lichte seiner [experimentellen] Beobachtungen der kosmischen Strahlung, zu dem geworden ist, was er längst vermutet hatte, nämlich ein ‚Bettler, der in Purpur gekleidet ist und den die Unwissenden fälschlicherweise für einen König halten‚.

Dr. Tesla asserted that relativity, in the light of his observations of cosmic rays, becomes what he long has considered it – „a beggar dressed in purple which the ignorant mistake for a king.“
St. Petersburg Times vom 11. Juli 1935, link

Lesen Sie Orwell, so lange es die Schweine noch zulassen

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Beware! Der Kampf zwischen West und Ost steht bevor. Bitte sich warm anzuziehen.

Wer keine Zeit hat, längere Abhandlungen zu lesen, bitte sehr, ich bringe mein Geschwafel auf den berühmt-berüchtigten Nenner: Ich gehe davon aus, dass es in naher Zukunft zwei Achsen geben wird, die sich gegenseitig belauern und bekämpfen werden. Kalter Krieg 2.0, wenn Sie so wollen. Im Westen ist es Washington-Rom-Jerusalem und im Osten Moskau-Peking-Teheran. All das geschieht nicht zufällig. Natürlich nicht.

*

Wer wissen möchte, was die Zukunft für die Menschheit bereit hält, nun, der braucht nur Orwells Bücher zu lesen. Im Besonderen Die Farm der Tiere und 1984. Wie Orwell selbst gehe auch ich davon aus, dass es da draußen ein paar Schweine gibt, die den Bauernhof übernehmen und dessen Bewohner unterjochen wollen. Dabei ist dieser Gruppe jedes Mittel recht, weil nun einmal der Zweck die Mittel heiligt, jedenfalls in ihrer machiavellischen Weltanschauung: Lug, Betrug, Erpressung, ratfucking (Rufschädigung), Propaganda, Diebstahl, Mord, Sippenhaftung, Genozid, you name it. Die orwellschen Schweine schrecken vor nichts zurück um ihre Agenda zu verfolgen. Period! Also, lesen Sie die beiden Bücher, dann wissen Sie, was Sie wissen müssen, um die geopolitisch-spirituelle Welt – im Ansatz wenigstens – zu verstehen. Und Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.

Kommen wir zu Ernsterem. Am Horizont ziehen dunkle Gewitterwolken auf. Sehen Sie diese auch? Gewiss, ich kann mich auch irren, aber ich könnte schwören, dass sich da etwas zusammenbraut. Die Indizien sprechen eine klare Sprache: Russland und dessen Verbündete im Nahen Osten geraten immer stärker ins Kreuzfeuer Washingtons. Da werden von den westlichen Politikern vor Moskaus Haustür Revolutionen angezettelt und Wirtschaftssanktionen verhängt – all das unter dem Jubelgeschrei westlicher Medienhäuser – dass einem Hören und Sehen vergeht. Jeder, der nur ein Funken Verstand und die wirkliche Geschichte studiert hat, sollte doch wissen, dass Sanktionen und Boykotte einen simplen Erpressungsversuch darstellen. Kleine Länder (erinnern wir uns an die EU-Sanktionen gegen die ÖVP/FPÖ-Regierung im Jahr 2000) kann man dadurch in die Knie zwingen. Aber Russland? Und hegt hier jemand wirklich ernsthaft den Wunsch, dass den orwellschen Schweinen die geopolitischen Bühne überlassen werden soll? Die Resultate dieser machiavellischen Politik können Sie sich gerne vor Ort ansehen, falls Sie sich getrauen nach Libyen, Guatemala oder in den Irak zu reisen. Nicht von ungefähr nennt man diese brachiale Geopolitik Libanonisierung. In verständlichen Worten: Hetze die Minderheit gegen die Mehrheit auf, unterstütze beide Parteien mit Waffen, Gelder und Propaganda und beobachte, wie sich eine einst blühende multireligiöse Gesellschaft im Blutrausch eines Bruder- und Bürgerkrieges gegenseitig niedermetzelt. Die Stadt Beirut nannte man noch zu Beginn der 1970er das Paris des Nahen Ostens. Tja. All das ist nicht lange her und trotzdem im memory-hole der Medien verschwunden. Wer profitierte von dieser gesellschaftlichen Zerfleischung? Guess who.

Kurz und gut, Washington hat de facto Moskau den Krieg erklärt. Moskau hat diese Kriegserklärung zur Kenntnis genommen und versucht dagegenzuhalten. Aber mit jedem Tag zieht Washington die Schlinge enger – immer in der Hoffnung, dass Moskau den Bogen militärisch überspannt. Falls das geschieht, können Sie sicher sein, dass die westlichen Medien sofort wissen, was Sache ist und wer als Aggressor im Konflikt zu gelten hat. Das hat schon 1914 gegenüber Deutschland, das hat schon 1941 gegenüber Japan prächtig funktioniert.

Spirituell-religiös geht es wiederum darum, die christliche Orthodoxie weltweit und vor allem in Russland, zu zerstören. Die römisch-katholische und die evangelische Kirche, sie haben sich längst aus der Politik zurückgezogen und überlassen das Feld den elitären Befürwortern einer neuen Weltordnung, kurz den orwellschen Schweinen, die nicht zufällig ein System am Bauernhof eingeführt haben, das es ihnen ermöglicht, unsagbare Reichtümer anzuhäufen. Eine aktuelle Studie bestätigt, dass die reichsten 80 Personen so viel Vermögen wie die ärmsten 3,5 Milliarden Menschen haben. Dass diese Superreichen, die in der Auslage des Forbes-Magazins stehen, aber bei weitem nicht das Ende der Pyramide darstellen, äh, ja, das sage nur ich, darüber werden Sie in keiner Publikation etwas lesen. Oder glauben Sie ernsthaft, dass die reichsten Familien, die die Welt vor hundert Jahren gut gekannt hatte, zwischenzeitlich verarmt sind? Bedenken Sie, dass große Kriege und kleine Konflikte die besten Voraussetzungen sind, das Vermögen einiger weniger Schlüsselspieler ins Unendliche zu steigern (während die Agenda weiter vorangetrieben werden kann). Am besten, Sie lesen War is a racket von US-Generalmajor Smedley Butler aus dem Jahr 1935, dann erfahren Sie, was Sache ist:

Ich diente in allen Offiziersdienstgraden – vom Leutnant bis hin zum Generalmajor. Und während dieser Jahre verbrachte ich die meiste Zeit damit ein erstklassiger Muskelprotz für Big Business, für Wall Street und für die Bankiers zu sein. Kurz, ich war ein Gangster im Auftrag des Kapitalismus. [meine Übersetzung]

Was gibt es sonst noch zu sagen? Ich gehe davon aus, dass die Eliten eine NATO-Eingreiftruppe nach Griechenland schicken werden, um dafür zu sorgen, dass die Ordnung wieder hergestellt wird. Die Unordnung wurde natürlich von langer Hand geplant und wenn die orwellschen Schweine eines können, dann ist es Öl ins Feuer zu gießen. Die Militärpräsenz wird nicht nur für Ruhe auf den Straßen sorgen (mitnichten), sondern vielmehr die neue Regierung zwingen, alles Tafelsilber zum Spottpreis zu verschleudern. Geldschulden sind Ehrenschulden, nicht? Auf diese Weise werden die orwellschen Schweine nicht nur vermögender, nein, sie schaffen auch einen Präzedenzfall in der 1. Welt, der zeigt, wie Schulden in Zukunft eingetrieben werden: nämlich rücksichtslos und mit aller Härte. Die anderen Länder in der 2. und 3. Welt, sie haben diese Kredithai-Methode bereits zur Genüge kennengelernt. Und weil wir ja wissen (oder wissen sollten), dass in einem FIAT-Geld-Zinseszins-Schuldensystem am Ende immer der Bankrott kommt – es ist nur eine Frage der Zeit – ist jedes Land, jede Regierung, jedes Volk, jeder Bürger in der schweinischen Bredrouille, sprich Abhängigkeit, gefangen.

Also, lesen Sie Orwell, so lange Sie noch dürfen und so lange nicht die Bomben (ein weiteres Mal) auf uns herabregnen. Bald lässt man seine Bücher in einem memory-hole verschwinden und seinen Name aus der Geschichte tilgen.

Die Eckpfeiler der Gesellschaft oder Konspiratives am Vormittag

Die letzten Tage also – manchmal mehr, manchmal weniger – am Sachbuch Con$piracy gearbeitet. Ein neuer Ansatz. Der dritte. Alle guten Dinge, wie wir wissen, sind drei. Warum mühe ich mich dermaßen ab? Woran liegt es? Vielleicht, weil das Thema so ausufernd und breit ist, dass man es zwar fassen, aber nicht festhalten kann. Man beginnt hier, im Wiener Zuhause und findet sich hundert Seiten später in einem fernen Land wie Guatemala wieder. Wie jeder Kritiker – zu recht – die Nase rümpft, wenn er sieht, wie ich ahnungslos von einem historischen Ereignis zum nächsten stolpere – immer mit erhobenem Zeigefinger und dem Glauben, der Wahrheit am nächsten zu sein. Gewiss, ein lächerlicher Gedanke. Besser, jedenfalls verkaufsfördernder, man würde den ewig gleichen Kalauer wiederholen. Aber wenn ich eines auf den Tod nicht ausstehen kann, dann ist es, bereits gegangene Wege ein weiteres Mal gehen zu müssen.

Gut. Ein neuer Zugang also. Die Einführung geschrieben. Diesmal gleich in medias res gegangen und nicht lang und breit um den heißen Brei schwadroniert. So gehört sich das. Das nächste Kapitel über die Entwicklung des Geld- und Finanzadels und deren Einfluss ist stimmig und richtig. Die „Lösung“ (was soll eigentlich gelöst werden?) für die globale Misere fand ich in der Abschaffung des Geldes. Das klingt einfach, logisch und zwingend. Freilich, nicht durchführbar, ich weiß. Trotzdem muss es als Gedankenexperiment gedacht werden. Unbedingt. Aber bitteschön ernsthaft. Die lapidare Feststellung, dass die Gesellschaft dann wieder zum Tauschhandel degenerieren muss, lasse ich so nicht gelten. Im Übrigen, falls Sie es nicht wissen, gab es schon vor rund 5000 Jahren – ein „Geldsystem“, welches auf tönernen Schuldtafeln beruhte. Ja, so ist Geld (und vermutlich die Sprache) entstanden. Weil einer zu wenig hatte, es sich borgte und versprach, es später zurückzuzahlen. Mit einem entsprechenden Aufschlag. Wenn nun eine dieser tönernen Schuldtafeln als „Bezahlung“ einer fremden Leistung bzw. eines anderen Gutes verwendet wurde, dann, voilà, haben wir Geld. Vor 5000 Jahren hat sich vermutlich kaum jemand den Kopf darüber zerbrochen. Man hat getan, was die Logik und der Menschenverstand vorgaben. Heute sieht es dahingehend ja recht düster aus. Denn die Überlegung, die Sie nun anstellen müssten, wäre, dass Geld nicht durch eine hübsche Fee in die Welt geworfen wird. Die Druckerpresse, ja, die druckt die Scheine (wobei Barmittel sowieso nur noch einen Bruchteil des umlaufenden Geldes ausmacht – oder sind Sie der Meinung, dass Bauherren mit großen Geldkoffern herumlaufen?). Also? Wer bekommt die druckfrischen Scheine?

Zurück zur Gegenwart. Heute Morgen, noch am Küchentisch, habe ich versucht, die Eckpfeiler, auf der unsere Gesellschaft ruht, auszuformulieren. Ich bin ja der Meinung, dass auch die komplexesten Strukturen so lange aufgebrochen und reduziert werden können, bis am Ende der Kern, simpel und wahr, übrig bleiben muss (andererseits, haben sich dahingehend Physiker nicht auch schon ziemlich verrannt?). Wer sich in der Welt so umhört – vorrangig bedient er sich dabei anderer (Medien, Augenzeugen, Bücher, …) – erfährt nur das, was er erfahren soll. Die Zusammenhänge bleiben einem immer verborgen. Deshalb sind Mainstream-Medien tunlichst zu meiden – sie sind nur gut gemachte Propaganda der Obrigkeit (und damit meine ich nicht etwaige politische Gremien, sondern eine Klientel, das im Hintergrund Fäden zieht). Alternative Medien sind wiederum auch nur gut gemachte Gegen-Propaganda der Zukurzgekommenen. Wäre der Autor dieser Zeilen ein vielbeachteter und gefeierter Stern am Literatenhimmel, er würde sich vermutlich gerade mit seinem Manager über Gewinnmargen heftigst auseinandersetzen und die Welt mit einem Schulterzucken abtun („Läuft ja eh alles, nicht?“). Deshalb ist immer der erste Versuch einer Obrigkeit, den Dissidenten, der unangenehm auffällt, einen veritablen Erfolg zu verschaffen. Und Erfolg, wie wir wissen, korrumpiert. Das geht von ganz allein. Sollte er dann aber noch immer nicht mit der Agitation aufhören, naja, dann gibt es immer noch Überredungsmöglichkeiten. Zu guter Letzt, wenn nichts mehr fruchten will, wird auf die „9 Cent Lösung“ zurückgegriffen.

Also Zusammenhänge! Hier sind die Pfeiler, auf der die Gesellschaft tatsächlich ruht:

  • Finanz- und Geldwesen — die neue Religion, für die Menschen töten, Staaten in den Krieg ziehen und Könige abdanken; gegen sie ist de facto kein Kraut gewachsen. Man muss sich nur ansehen, was in Griechenland gerade abgeht. In Zeiten des Friedens gehören bereits finanzielle und polizeiliche Ausnahmezustände zur Tagesordnung. Das griechische Volk – eigentlich souverän – duckt sich unter den erpresserischen Wutausbrüchen der Finanz-Priesterschaft. Ja, der Gottglaube des Mittelalters nimmt sich dagegen beinahe kindlich aus.
  • Geheimdienste — nicht von ungefähr entwickelte und installierte der Papst einen geheimen Dienst, der in seinem Namen zu allerlei weltlichen  Taten bereit war. Die straff organisierten Jesuiten waren im Spanien des 16. Jahrhunderts sicherlich kein Kind von Traurigkeit. Deren Gründer, ein gewisser Ignatius von Loyola, konnte auf bestechende Erfahrungen zurückgreifen, war er doch ein Illuminaten-Schüler. Wir sehen, wie sich aus geheimen (und oft verbotenen) Bünden eine legalisierte Organisation entwickelte.  Kein Wunder, dass früher oder später auch die weltliche Obrigkeit auf diese geheime „Konfliktlösungsanordnung“ zurückgreifen würde. Der Erfolg gibt einem immer Recht, nicht? Heutzutage sind die weltweit agierenden Geheimdienste eine Gesellschaft in der Gesellschaft, die ihre eigenen Regeln, ihre eigenen Gesetze, ihre eigenen Riten haben. Wer auch nur an der Oberfläche geheimdienstlicher Machenschaften kratzt, müsste eigentlich die zivilisierte Welt für gescheitert betrachten. Keine Rebellion, keine Revolution, keine Aufstände, keine Konflikte, keine Kriege, keine Terrorakte sind ohne dieser Geißel der Menschheit vorstellbar. Teile der Geheimdienste bedienen sich höchst illegaler Methoden, kooperieren mit den Verbrechersyndikaten (die Trennlinie, zwischen Geheimdiensten und Syndikaten, ist schwerlich zu ziehen) und verfahren nach jener Rezeptur, die schon immer Tod und Verderben über die gewöhnlichen Menschheit gebracht hat: Der Zweck heiligt die Mittel! – oder heutiger ausgedrückt: Der Erfolg gibt einem im Nachhinein immer Recht! – oder zynisch formuliert: Die Geschichte schreibt der Gewinner! Seltsam ist nur, dass diese offiziellen Geheimgesellschaften den gewöhnlichen Bürger nicht die Bohne interessieren – während all diese obskuren, zum Mythos erhobenen illuminierten und vermauerten Geheimbünde, Gänsehaut erzeugen. Hollywood und Dan Brown sei Dank.
  • Militär — Eisenhower prägte den Begriff des „militärisch-industriellen Komplex“, der für allerlei weltpolitische Sauerein zu verantworten sei. Und jeder (demokratisch gewählte) „Führer“ muss sich im Klaren sein, dass dieser Komplex alles tun wird, um Konflikte nicht friedlich zu besänftigen. Es geht um viel, sehr viel Einfluss und noch mehr Geld. Noch hält sich das Militär und der industrielle Komplex zurück. Noch tut es brav, was man von ihm verlangt. Ein wenig erinnert es an die Legionen des Römischen Imperiums, die angehalten waren, nicht das Flüsschen Rubikon zu überschreiten – denn dann wäre das Hirn des Impierums (Rom) dem militärischen Führern hilflos ausgeliefert gewesen. Späthin war es vermutlich mehr Bauch und After, aber das ist natürlich eine andere Geschichte. Das Militär war schon seit jeher Garant für Freiheit oder Knechtschaft. Das wird sich in Zukunft nicht ändern.
  • Organisiertes Verbrechen — Verbrechen zahlt sich aus! Jedenfalls, so lange man sich mit den richtigen Leuten einlässt und ihnen nicht ans Bein pinkelt. Das organisierte Verbrechen wird – insgeheim – von den Geheimdiensten unterstützt – man weiß ja nie, wann man einen dreckigen Job zu erledigen hat. Als die Talibans Afghanistan überrannten, war die Opium-Produktion (Mohn!) zum Erliegen gekommen. Dann kamen die GIs, stocherten in Afghanistan herum, vertrieben die Taliban, besetzten das Land (eigentlich ist es umgekehrt: Afghanistan hat die Besatzungstruppe besetzt) und führten eine Fastfood-Demokratie ein. Heute ist Afghanistan der weltgrößte Opiumproduzent und die blutigen Konflikte gehen munter weiter.

Das sind also die Eckpfeiler unserer Gesellschaft. Nice, nicht? Um die Eckpfeiler herum finden sich dann Politik, Medien und große Unternehmen (multinationale Corporations), die dazu benutzt werden, um Ablenkung, „Wahrheit“ und Brot & Spiele frei Haus zu liefern.

So. Ich denke, damit habe ich meine Gedanken hübsch auf den hässlichen Punkt gebracht.