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Wenn Neue Erkenntnisse in der Krebsforschung ignoriert werden

Wir leben in einer zivilisierten Welt, die in erster Linie von steigenden Verkaufszahlen und einer immer größer werdenden Gewinnspanne angetrieben wird. Shareholder-Value nennt sich das im Fachjargon und ist de facto Carte blanche für das Management großer internationaler Konzerne. In der Krebsforschung ist es nicht anders. Milliarden und noch mehr Milliarden werden jährlich von Unternehmen genauso wie von Bürgern (!) bereitgestellt, um endlich einen Durchbruch im Kampf gegen die tödlichste aller Zivilisationskrankheiten zu erzielen. Ein wenig erinnert der War on Cancer an War on Terror – in beiden Fällen ist keine Ende in Sichtweite und die Kosten steigen mit jedem Jahr exorbitant an. Perfekte Rahmenbedingungen für eine skrupellose Geschäftemacherei. Der Mensch als Individuum bleibt dabei freilich auf der Strecke. Kollateralschaden, nennt sich das. So ist es eben, im Leben, anno 2018.

Unsere kurze Reise in die Welt der Krebsforschung beginnt mit dem im Jahr 1883 geborenen deutschen Wissenschaftler Otto Warburg, der im 1. Weltkrieg für Tapferkeit das Eiserne Kreuz und im Jahr 1931 den Nobelpreis erhielt. Sein Lebenslauf ist beeindruckend und würde mit Sicherheit Grundlage eines guten Buches sein. Warburg fand seinerzeit heraus, dass die Zellatmung von Krebszellen defekt ist. Anstelle von Sauerstoff würde in dem beschädigten Mitochondrion – dem Kraftwerk jeder Zelle – Zucker (Glucose) fermentiert.

Mit anderen Worten, die Ursache für Krebs ist nicht die genetische Veränderung der Zelle bzw. des Zellkerns (Somatic Mutation Theory), sondern die „Rückbesinnung“ des Mitochondrion zu einer urzeitlichen Zellatmung – als es noch keinen Sauerstoff in der Atmosphäre gab, mussten die Zellen fermentieren, um Energie zu gewinnen.

Prof. Thomas N. Seyfried vom Boston College (USA) hat die Forschungsergebnisse von Otto Warburg zum Anlass genommen, die bestehende Ansicht über die Krebsursache (Genetik) zu hinterfragen. Seyfrieds Studien bestätigen Warburgs Theorie,  erweitern sie (Fermentierung auch von Glutamin) und widerlegen die Somatic Mutation Theory. Doch die gut geölte Krebsforschung will von einer „Stoffwechselkrankheit“ (Cancer as metabolic disease) nichts wissen und ignoriert seine Studien. In einem empfehlenswerten Vortrag, gehalten im Silicon Valley Health Institute (2018), skizziert er seine Erkenntnisse und lässt dabei kein gutes Haar an jene Wissenschaftler und Mediziner, die mit Scheuklappen eine Krebszellen-DNA nach der anderen zu entschlüsseln versuchen – im festen und engstirnigen Glauben, dadurch den Stein der Weisen zu finden.  Währenddessen wird Patienten mit mittelalterlich anmutenden „Heilungsmethoden“ großes Leid zugefügt.

Ist Krebs tatsächlich eine Stoffwechselkrankheit, dann würde es bedeuten, dass der Patient großen Einfluss auf Genesung bzw. Verlängerung seiner Lebenszeit hat. Wäre das nicht erfreulich? Darüber möchte ich das nächste Mal im Detail befinden.


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