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Raten Sie mal! Verteilung des Reichtums in den USA: Realität und Wunschvorstellung

Gemäß einer im April veröffentlichten Studie Building a Better America (PDF) von Michael I. Norton (Harvard Business School) und Dan Ariely (Duke University) zeigen sich dreierlei Dinge:

  • Wie sich das Vermögen in den USA gegenwärtig verteilt;
  • Die Vorstellung des US-Bürgers, wie sich das Vermögen in den USA verteilt;
  • Der Wunsch des US-Bürgers, wie sich das Vermögen  in den USA verteilen soll;

Ich habe nun die Grafik ein wenig verändert, um daraus ein hübsches Ratespiel zu machen. Die Grafik zeigt drei Balken A, B und C. Einer steht für die gegenwärtige Verteilung, ein andere für die Vorstellung der US-Bürger, wie die gegenwärtige Verteilung aussieht und ein weiterer für die Wunschvorstellung, wie die Verteilung aussehen sollte. Es wurden 5.522 US-Bürger untersucht, die zufällig aus einem online-Panel von einer Million repräsentativen Amerikaner ausgewählt wurden und in allen Einkommensschichten zu finden sind.

Verteilung des Vermögens in den USA
Study Building a Better America (PDF) von Michael I. Norton & Dan Ariely

In Säule A würde das reichste Fünftel 84 % des gesamten Vermögens für sich haben; in Säule B  59 % und in C 32 %; das ärmste Fünftel hätte in Säule A 0,1 %, des gesamten Vermögens; in Säule B 2 % und in Säule C 11 %.

So. Jetzt dürfen Sie mal raten. Hier ist die Lösung (in weißer Hintergrundfarbe, also einfach die Zeile mit dem Cursor markieren und schon hat man die Lösung: A = tatsächliche gegenwärtige Verteilung; B = die Vorstellung der Bürger, wie die Verteilung wäre; C = der Wunsch der Bürger, wie die Verteilung sein sollte. Man schätzt, dass die Top-1%, also die Superreichen, rund 50 % des gesamten Vermögens besitzen. Coolio, ha?

Die Ergebnisse der Studie werden auf Alternet und einem US-Blog diskutiert. update: Beitrag mit tollen Infografiken über die ungleichmäßige Verteilung in den USA: It’s the Inequality, Stupid

Inequality in USA - Infografix
Inequality in USA - Infografix - klick for details!

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update: Diesbezüglich ist mein Text Der blaue Smaragd – ein Märchen ohne Hoffnung durchaus zu empfehlen, geht es darin um die Auswirkungen einer Konsumgesellschaft auf Mensch und Umwelt. Das rund 10seitige Märchen ist als PDF bzw. im Format epub gratis erhältlich.

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EM: Spieltag 3 – Gruppe D

Mittwoch, 18. Juni 2008

Spieltag 3 – Gruppe D: russische Festspiele

Gruppe D, in Innsbruck (20:45): Schweden – Russland 0:2

So habe ich sie mir erwartet, die Russen. Spielerisch, läuferisch, technisch eine Augenweide. Die älteste Mannschaft des Turniers, Schweden, gegen die jüngste, Russland. Die Spanier konnten von der Unerfahrenheit der Russen noch profitieren, nutzten eiskalt ihre Chancen und ließen dem Gegner wenig Spielraum. Aber die Schweden, die noch an ihrem veralteten Spielprinzip festhielten (weil sie es gar nicht anders können: den Ball zu Ibrahimovic und hoffen, dass er einen guten Tag hat), waren den Russen hoffnungslos unterlegen. Keine Sekunde sah man ihnen an, dass sie das Spiel drehen wollten (schlag nach bei den Rumänen). So kam man in den Genuss eines russischen Offensiv-Spektakels. Herrlich. So  stellt man sich Fußball vor: schnell, exakt und der nötige Zug zum Tor. Die Holländer werden nun zum ersten Mal auf eine Mannschaft treffen, die ihnen in allen Bereichen ebenbürtig ist. Das wird ein Fußballfest. Nur eines müssen die Russen noch „lernen“: Effizienter zu werden. Denn da sind die Holländer im Moment eine Klasse für sich – man sehe sich nur das Tor von Robben an, der aus spitzem Winkel, von zwei Verteidigern bedrängt, über den Tormann ins kurze Eck knallt: so ein Tor dürfte es eigentlich gar nicht geben.

Gruppe D, in Salzburg (20:45): Griechenland – Spanien 1:2

Tja. Jetzt ist es passiert. Die Griechen sind neben den Franzosen die einzige Mannschaft, die mir Leid getan haben. Das soll etwas heißen. Mitleid ist so ziemlich die schlimmste Emotion, die eine Fußballmannschaft auslösen kann. Und Spanien? Die B-Mannschaft kann mit einer holländischen B-Mannschaft zwar nicht mithalten, aber für Griechenland reicht es allemal. Ich denke, das sagt wohl alles, oder?

EM: Spieltag 2 – Gruppe D

Samstag, 14. Juni 2008

Spieltag 2 – Gruppe D: Mattscheibe

Gruppe D, in Innsbruck (18:00): Schweden – Spanien 1:2

Das Spiel konnte ich leider nicht verfolgen. Aber vom Resultat sieht es danach aus, als hätte sich Spanien gegen Schweden schwer getan. Jetzt werden sie im Viertelfinale auf den zweiten der Gruppe C treffen. Das kann Rumänien, Italien oder Frankreich sein. Alle drei sind für ein gut aufspielendes Spanien keine Hürde.

Gruppe D, in Salzburg (20:45): Griechenland – Russland 0:1

Das Spiel konnte ich leider auch nicht verfolgen. Wenigstens sind die Betonkicker aus Griechenland raus aus dem Bewerb. Wir wollen leidenschaftlichen Fußball sehen. Kein ängstliches Herumgekicke. Der Sieg der Russen bedeutet ein Entscheidungsspiel gegen die Schweden. Also ich tippe auf die Russen.

EM: Spieltag 1 – Gruppe D

Dienstag, 10. Juni 2008

Spieltag 1 – Gruppe D: Spanische Kaltblütigkeit

Gruppe D, in Innsbruck (18:00): Spanien – Russland 4:1

Jetzt wird jeder von den Spaniern schwärmen. Die Quoten für einen EM-Sieg gehen nach unten. Aber waren sie wirklich so gut wie es das Resultat besagt? Hier haben wir wieder den klassischen „was-wäre-wenn“-Fall: Nach der 1:0 Führung der Spanier kommen die Russen gefährlich vors Spanische Gehäuse und knallen den Ball an die Stange. Hm. Wäre hier der Ausgleich geglückt, wir hätten ein anderes Spiel gesehen. Denn einmal, da brannten die Russen nicht Moskau, sondern ein Kurzpass-Spiel ab, dass man vor Bewunderung nur so zerfließen wollte. Beeindruckend. Wahrlich beeindruckend. Und hätte sie ins Spiel gefunden, die Spanier hätten sich warm anziehen müssen. Aber so ist es eben im Fußball: die Tore, die man nicht schießt, bekommt man (doppelt oder dreifach). So einfach ist das. Mussten ja bereits die Italiener schmerzhaft zur Kenntnis nehmen. Und die Schweizer. Und die Österreicher. Und jetzt eben die Russen. Willkommen im Club.

Gruppe D, in Salzburg (20:45): Griechenland – Schweden 0:2

Das Griechenland schon vor 4 Jahren mit dem unattraktivsten Fußball Europameister wurde, hat einerseits überrascht, andererseits eine böse Stimmung gemacht. Wir, also die Zuseher, wollen, dass Offensivfußball gespielt wird: schnell, schnörkellos, zielstrebig. Und die Griechen? Langsam, behäbig, planlos. Man konnte es nicht fassen: Da wurde der Ball von den Griechen Minutenlang hin- und hergespielt. Nicht nach vorne, sondern von einer Seite zur anderen. Erbärmliche Vorstellung. Und jetzt stelle man sich vor, die Schweden, die ziemlich ratlos wirkten („Wenn ihr nicht zum Fußballspielen anfangt, dann sag ich’s meiner Mami!“), hätten sich ein Tor eingefangen (Hansson, einer der Schweden, köpfelte den Ball aufs eigene Tor und nur wenige Zentimeter fehlten, um aus ihm einen griechischen Helden in einer schwedischen Tragödie zu machen). Das wäre ein Grund, an höherer Gerechtigkeit zu zweifeln. Gottlob gab und gibt es einen Zlatan Ibramhimovic, der uns und die Schweden erlöste. Prachtschuss aus dem Fuß geschüttelt. Minuten später lassen sich zwei griechische Abwehrspieler und der Torhüter Nikopolidis von Hansson düpieren und kassieren den zweiten Treffer (damit wurde er ein schwedischer Held in einer griechischen Tragödie). Kurz dachte ich (und Herbert Prohaska), dass vielleicht George Clooney im Tor stand. Er hätte es wohl nicht schlechter machen können. Sagenhafte Peinlichkeit. Also gut. Die Griechen können sich verabschieden. Die „griechische Atombunker“-Taktik (ORF-Moderator) wird den Spaniern mit Sicherheit viel Freude bereiten. Und die Russen, die haben ja schon vor 4 Jahren als einzige Mannschaft die Griechen bei der EM geschlagen. Reicht das? Ich weiß, im Fußball ist alles möglich und nichts vorhersehbar. Aber wenn die Griechen mit so einer Einstellung weiterkommen, dann laufe ich AMOK!