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Einsetzende Demenz in der Redaktion einer Qualitätszeitung #Syrien #Trump

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In einer österreichischen sogenannten Qualitätszeitung hat sich Redakteur RAU mit der „tobenden“ Schar professioneller und privater Trolle auseinandergesetzt, die behaupten würden, der Giftgasangriff in Syrien von letzter Woche sei „Fake“! Dann erwähnt er den Tweet eines Schweizer Kardiologen, der eine Verschwörungstheorie verbreitete, die sich später als unwahr herausstellte, aber trotzdem von tausenden Nutzern weiterverbreitet wurde. „So viel zur Bereitschaft vieler Leute die absurdesten Verschwörungstheorien zu glauben“, schließt RAU.

Sie dürfen jetzt klatschen. So lange solche Redakteure und Qualitätszeitungen über uns wachen – zu unserem eigenen Interesse versteht sich, wird die Welt ruhig schlafen können und wir brauchen keinerlei Angst haben, dass uns mal ein Marschflugkörper um die Ohren fliegt. Nicht doch. Unsere freie Presse hat alles im Auge und im Griff(el).

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Ein arabischer Frühling macht noch keinen Sommer

ein erster Entwurf

Gestern im Museum für Volkskunde Wien die Podiumsdiskussion* über den arabischen Frühling besucht und feststellen müssen, dass die renommierten Experten gefährlich an der Mainstream-Oberfläche schwimmen und beinahe fahrlässig mit Fakten und Wahrheiten umgehen. Dass der ausgewiesene Nahostexperte Lüders kein einziges Mal die Einflussnahme der USA und ihrer Verbündeten auf den arabischen Frühling erwähnt und noch mehr die NATO-Rebellion in Libyen befürwortet stimmt mich nachdenklich. Erst sein skeptischer Blick in Bezug auf die sich zuspitzende Lage gegenüber dem Iran und auf eine generelle Israelfreundliche Politik der Westmächte konnte mich wieder milder stimmen.

Alles in allem eine sehr enttäuschende Diskussion, die mir anzeigt, dass es immer wichtiger wird, die einen oder anderen Fakten einer interessierten Leserschaft näherzubringen – deshalb meine Anstrengung, dieses konspirative Buch so bald wie möglich zu veröffentlichen. Nur einen kleinen Ansatzpunkt, den man gemeinhin in den Mainstream-Medien in Bezug auf Libyen nicht erwähnt, will ich noch schnell anführen:

  • gemäß dem UN Arab Human Development Report 2005 (link) war der Fauenanteil in höheren Berufen in Libyen am höchsten in der arabischen Welt.  Libyen war das einzige arabische Land, das ein Protkoll zur UN Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination against Women (CEDAW) unterzeichnete, das jedem Individuum garantiert, Klage beim United Nations Committee on the Elimination of Discrimination against Women einreichen zu dürfen. Dass sich der Lebensstandard in Libyen durchaus mit der westlichen Welt vergleichen ließe, ist vielleicht auch erwähnenswert. Es gäbe noch mehr zu sagen, aber für mich klingt es nicht nach einem islamisch fundamentalistischen Regime, das seine Bürger ausbeutete und knechtete. Trotzdem wurde aus humanitären Gründen Libyen in die Steinzeit zurückgebombt. Somit ist der Weg frei für religiöse Hardliner, die der USA wieder eine Militärbasis und Frankreich/England viel Öl zum Geschenk machen werden müssen. Immerhin gilt es jetzt, Libyen aufzubauen. Das kostet Geld. Viel Geld. Enjoy the ride.

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* Gudrun Harrer/ DER STANDARD moderiert eine Podiumsdiskussion mit Michael Lüders, Stephan Procházka (Arabist), Cengiz Günay (Politikwissenschafter) und Helmut Krieger (Soziologe).