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Über Trotteln und Trantüten oder Warum dich Facebook depressiv macht und Google+ dich befreit.

»ich brauche geld. o_o ich muss einen bestseller schreiben. oder im lotto gewinnen.«
Statusmeldung von IV.
Facebook
18.Juli 2011 – 00:11

Wählen Sie Ihr soziales Netzwerk mit Bedacht!

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update: K. M. Blank bringt es in ihrem Beitrag auf den springenden Punkt.

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Es ist 6 Uhr 14. Das ist schon recht früh. Eine kreative Unruhe ließ mich nicht länger schlafen. Ein gutes Zeichen. Weil es mir anzeigt, dass gewisse Gedanken notiert gehören. Ob sie wichtig oder nebensächlich sind, steht freilich auf einem anderen Blatt Papier und muss der geneigte Leser für sich entscheiden. Ich schicke freilich die Warnung aus, dass dieser Blog-Beitrag die gesunde Länge bei weitem überschreiten wird. Ich weiß, ich weiß. Das ist nicht gut. Jedenfalls nicht, wenn ich mir wünschen würde, dass die nachfolgenden Zeilen gelesen werden. Aber warum sollte ich mich zurücknehmen? Ist das nicht der große Vorteil dieser virtuellen Bloggerei? Dass ich es niemanden Recht machen muss; dass ich mich nicht nach irgendwelchen Marketing-Vorgaben halten muss. Gewiss, würde ich mich knapp und kurz halten, ich würde mehr Leser ansprechen, mehr Interessierte locken. Aber das sollen die anderen machen. Ich will mir nicht vorwerfen müssen, den einen oder anderen Aspekt unter den Tisch fallen gelassen zu haben, nur weil ich hoffte, drei Leser mehr zu bekommen. Das ist hier ist meine Zeitung – und ich schreibe nicht nur den Artikel, sondern ich entscheide auch darüber, wie lang er sein darf. Punkt.

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Rückblick: ein Tag mit DIASPORA* #14jul

update: DIASPORA* Tutorial

update: Diskussion in Google+ über Klarname vs. Pseudonym #hui

Diese erste Zeile schreibe ich bereits am 14. Juli 2011 um 16:23 – auch wenn ich dann so tue, als würde ich brav bis um Mitternacht gewartet haben. Dann ist der 14. Juli um – und damit endet der revolutionäre Aufruf, sich doch auf dem dezentralen sozialen Netzwerk DIASPORA* herumzutreiben und die anderen beiden Platzhirschen – Facebook und Google+ – links oder rechts liegen zu lassen. Dem Aufruf sind tatsächlich ein paar Leute gefolgt. Aus meinem Dunstkreis konnte ich zwar das Dutzend nicht voll bekommen, aber es ging in die richtige Richtung (vor allem lobend zu erwähnen: @peterhellinger, @donbrandy und @doncish). Außerdem wurde ich zum ersten Mal auf das Portal Rivva aufmerksam. Rivva [river] filtert das Social Web nach meist empfohlenen Artikeln und debattierten Themen. Mein Blog-Beitrag zum revolutionären Aufruf hat immerhin auf diesem Portal Kreise gezogen. Das war ein erfreulicher Aspekt. Nebenbei hat es mir gezeigt, woher die Referrer (Verlinker) im Besonderen kommen – vorausgesetzt, es gibt den einen oder anderen, der den Link teilt oder twittert oder postet:

rivva 34 %
facebook 26 %
google+ 21 %
twitter 15 %
identi.ca 3 %
xing 1%

DIASPORA* sieht eigentlich Google+ ziemlich ähnlich (eigentlich ist es ja umgekehrt, weil Google+ erst vor wenigen Wochen das offizielle Licht der Welt erblickte). Wir dürfen davon ausgehen, dass die Google-Profis sicherlich die eine oder andere Idee dankend angenommen haben. Freilich, die Marketing-Leute (bestens bezahlt) hatten viel Zeit, um klingende Namen für ihr neues Netzwerk zu finden. Während es bei ihnen um Circles geht, geht es bei DIASPORA* um Aspects oder Aspekte, um seine Kontakte zu sortieren. Daran kann man schon erkennen, wer das Rennen machen wird, nicht? Aspects klingt hart und zackig. Circle hingegen klingt weich und rund.

Was DIASPORA* so unendlich zäh macht, ist der Fakt, dass es scheinbar sehr lange dauert, bis man jemanden findet, den man aspektieren kann (update: das Problem ist, dass die Benutzer ihre Kontakte nicht anzeigen lassen, weil es defaultmäßig so eingestellt ist – im Gegensatz zu Google+). Genauso wie bei Facebook, muss man deshalb mühsam die Leute zusammentrommeln. Immerhin gibt es ne Funktion, die bestehende Facebook-Bekanntschaften auflistet und ihnen eine Nachricht schickt, wenn man das möchte. Das sind nun mal die Nachteile eines geschlossenen Netzwerks, das davon ausgeht, dass man seine Leute kennt, mit denen man sich verbinden möchte. Sei es aus dem realen Leben, sei es aus anderen Netzwerken. Google+ hat hier einen anderen Weg eingeschlagen. Es versucht so viele Menschen wie möglich zusammenzubringen. Das kann man schon daran erkennen, dass das System einem ständig neue Gesichter als Kontakte vorschlägt. Ein Knopfdruck und schwupp ist das vorgeschlagene Profil schon in einem der Kreise aufgenommen und die Chose kann los gehen. Der Nachteil ist natürlich, dass man schon zu aller Anfang eine Idee haben muss, wie man seine Kontakte sortiert. Neue Kontakte, die fremd sind, müsste man demnach in einen Beobachter-Kreis „sperren“ und erst, wenn sich nach einer Weile die Qualität herausstellt, verschiebt man den neuen Kontakt in den richtigen Kreis. Wir sehen: eigentlich eine kleine Wissenschaft für sich, die Einkreisungstaktik. Google+ macht sich natürlich den Umstand zu nutze, dass durch diese Vielzahl an neuen Kontakten ein starker Impuls gesetzt wird. Ich schätze, die Party wird bald vorbei sein. Nämlich dann, wenn die erste Euphorie vorbei ist, kaum mehr neue Leute kommen und einem die Trillionen von nebensächlichen, sich zumeist wiederholenden Postings, den letzten Nerv rauben. Ich, für meinen Teil, habe auf Google+ in Bezug auf den Hauptstream schon längst resigniert (analog Twitter), wo ich einfach nur kurz draufschaue und dann, wenn mich kein Posting reizt, die relevanten Streams anschaue, die mit wichtigen und interessanten Leuten – für mich jedenfalls – gefüllt sind.

Google+ ist demnach ne Mischung aus Twitter und DIASPORA* und hat mit Facebook eigentlich so gut wie nichts gemein (freilich, ein paar Sachen hat man sich auch von dort abgeschaut).

Zurück zu DIASPORA*. In der Tat tummeln sich dort jene Leute herum, die sich Gedanken machen. Pseudonyme sind wohl in der Überzahl (das ist jetzt natürlich nur meine Einschätzung, kann also ganz anders sein) – Klarnamen (wobei Hans Müller oder Sepp Meier genauso ein Fake sein kann) mit Foto (damit die Gesichtserkennung gut funktioniert!) sind in Facebook und Google+ bereits üblich und an der Tagesordnung. In DIASPORA* herrscht da eine berechtigte Skepsis vor, was man daran erkennen kann, dass ich in der Tat eine kurze Diskussion über Pseudonym vs. Klarnamen auslöste. Solche ernsthaften Diskussionen sind in Facebook oder Google+ nur schwer zu finden (was nicht heißen soll, dass es sie nicht gibt). Mit anderen Worten: DIASPORA* hat nichts mit einer Spaßkultur zu tun. Wer sich mit dem dezentralen Netzwerk beschäftigt, wird es bald wohltuend zur Kenntnis nehmen. Aber das ist vielleicht auch wieder das Problem, warum es nicht so schnell wächst wie andere Netzwerke. Skeptische Köpfe mit Zeit und Muße sind rar gesät in den Weiten des Webs.

Jedes soziale Netzwerk ist immer nur so gut wie ihre Mitglieder. Das gilt in der realen Welt genauso wie in der virtuellen. Ich habe schon einmal den Vergleich mit einer Party gezogen und ich denke, der Vergleich ist noch immer angebracht. Vielleicht könnte man ihn auch erweitert oder ergänzen, nämlich mit einer Soirée oder einem Zirkel, in dem wichtige Themen und Fragen erörtert werden. Sind dort nur Dummköpfe und Mitläufer zu finden, kann man gleich zu Hause bleiben. Dass die Französische Revolution von solchen Clubs in den Jahren davor befeuert wurde, möchte ich noch schnell anführen. Man sollte also kleine Versammlungen nicht unterschätzen, wenn sich in ihnen die klügsten und interessantesten und kritischsten Köpfe befinden. Deshalb ist Twitter nicht totzukriegen – obwohl die Zahl der Twitteratis einigermaßen überschaubar ist (in Österreich sollen es rund 50.000 User sein – im Vergleich dazu gibt es etwa 2,5 Millionen Facebook-Nutzer). Aber wo hat man schon die Möglichkeit, an den Lippen eines TV-Moderators oder (durchgeknallten) Filmschauspielers zu hängen? Und wenn man Glück hat, re-tweetet sogar Sybille Berg eine deiner Meldungen. Kann man sich etwas darauf einbilden? Sagen wir, wenn man sich als kleiner Schlurf fühlt, ist es eine angenehme Ausnahme.

Hm. Wenn ich mir das Ganze so durchdenke, dann bin ich beinahe versucht, mir ein neues Profil in DIASPORA* anzulegen. Anonym. Kein Foto. Keine Infos. Und dann könnte ich endlich frank und frei über all jene Themen befinden, die ich mich sonst nicht getrauen würde, anzuleiern. Das hat Gründe. Gerade im Web gilt es mit ernsthaften Themen sehr vorsichtig umzugehen. Im Besonderen, weil ein Satz, eine Zeile ohne Weiteres aus dem Zusammenhang gerissen und groß aufgemacht werden kann. Wenn dir jemand ans Pein binkeln (sic!) möchte, ist schnell etwas gefunden. Wirklich. Das Internet, we know it, vergisst nie und mag es flashig und laut.

In Zeiten von Gesichtserkennung, Datenspeicherung, Vorratsdatenspeicherung, Datenbank-Auswertungen und Hacker-Tools, die die Welt noch nicht gesehen hat (jedenfalls wir beide nicht), ist es vielleicht besser, die Mütze tiefer ins Gesicht zu ziehen. Freilich, wer nichts zu verbergen hat, der … Bullshit. Leider. Die Vergangenheit zeigt es uns ja überdeutlich, wie man mit unschuldigen Leuten umzugehen pflegt. Ein Verdacht hier, ein anonymer Hinweis da und schon bist du in der Zwickmühle. Dahingehend gibt es ja den wunderbaren Artikel in der New York Times: »Who Is This Kafka That People Keep Mentioning?« Empfehlenswerter Artikel.  Übrigens erst heute darüber nachgedacht, dass Superhelden in den verschiedenen Comics zwei Identitäten haben. Eine bürgerlich konservative und eine, naja, progressiv fantastische. Interessant, nicht?

Übrigens, weil es gerade hierher passt, habe ich in DIASPORA* den Link mitgeteilt bekommen, in dem eine US-Künstlerin bemerken musste, dass ihr Video-Clip von youtube entfernt wurde, weil GEMA meinte, die Musik, die in dem Clip zu hören sei, nicht ordnungsgemäß lizenziert wäre. Die Künstlerin meint aber, alle Verträge ordnungsgemäß mit Sony Music abgeschlossen zu haben und diese Lizenz weltweit gelte. Hm. Die US-Künstlerin hat jetzt natürlich keine Ahnung, wie sie vorgehen soll und hat als einzige Möglichkeit mal ihren Unmut in einem Clip kundgetan:

Natürlich kann ich jetzt nicht sagen, ob die Dame wirklich die Künstlerin ist, ob sie wirklich die Verträge hat, die sie in die Kamera zeigt und so weiter und so weiter. Aber mir geht es vielmehr darum, dass wir uns (schon wieder) in einer kafkaesken Situation befinden. Es ist, als würde ein Musik- oder Text- oder Clip-Beitrag von Herrn K. vom Netz genommen, mit der Begründung, es sei nicht ordnungsgemäß. Aha. Nun versuche, zu deinem Recht zu kommen. Es ist, als würdest du das (virtuelle) Schloss aufsuchen müssen, um zu deinem Recht zu kommen, aber je näher du diesem kommst, um so weiter entfernst du dich. In einer Welt mit Bots und Automatismen gibt es kaum mehr Menschen am anderen Ende der Leitung, die in der Lage wären, etwas für dich machen zu können. Brave new world, kann ich da nur sagen. Wir reiten uns da schön langsam in eine hässliche Scheiße hinein. Wirklich.

Deshalb! Es braucht mehr als ein Netzwerk. Jeder von uns sollte zumindest in einem Back-up Netzwerk sein. Findest du lächerlich? Okay. Dann nehmen wir mal an, morgen würde dein Facebook-Account gelöscht oder nicht mehr auffindbar sein oder man verwehrt dir wegen Wartungsarbeiten den Zutritt oder es wurde gehackt. Tja. Dumm gelaufen. Wie willst du das dann deiner Community mitteilen? Mit dem Megaphon? Mit Papier und Bleistift? Ja, deshalb wäre zum Beispiel DIASPORA* eine gute Alternative. Man stelle sich vor, es gäbe ein Netzwerk, in dem sich die Menschen – hin und wieder – über die wirklich wichtigen Dinge austauschen können. Seien wir ehrlich, ein Katzenfoto ist ja niedlich und es versüßt uns vielleicht den Tag – aber es bringt die Welt kein Stück weiter. Gut, wenn du (Sie? Gab es darüber nicht eine Diskussion in Google+?) meinst, wir leben in der besten aller Web-Welten, dann empfehle ich natürlich eine harsche Kopfwäsche und Voltaires Candide.

Los geht’s: Marketing für Selbstverleger

Virenschleuder-Preis? Noch nie gehört? Bitte sehr: Leander Wattig und Carsten Raimann suchen die erfolgreichsten Marketing-Maßnahmen der Buchbranche im Social Web. Alles klar? Alle weiteren Informationen können auf der Webseite abgerufen werden.

Ich nehme am Wettbewerb teil. Wirklich. Auch wenn ich mit keinen Sensationen aufwarten kann. Meine mit geringen Budgets ausgestatteten Marketing-Aktionen beschränken sich auf kleine Versuchsanordnungen im virtuellen Raum. Vor allem dort. Wo sonst kann man zig Millionen Leutchen erreichen? Eben. Social Media ist ein Faktor, will man sich einen Namen machen. Einfach ist es nicht. Zeitaufwändig noch mehr. Keiner soll glauben, innerhalb von ein paar Tagen oder Wochen würde man den Olymp erklimmen. Weit gefehlt. Es geht bergauf, bergab, bergauf, bergab. Die Sache ähnelt mehr dem guten Sisyphus und der Ausgang ist ungewiss. Wirklich.

Wer sich also einen Überblick verschaffen möchte, über jene Menschen, die Social Media im Verlagsbereich bewusst einsetzen, der sollte sich die Bewerbungen durchsehen. Der eine oder andere mag noch etwas lernen. Oder bekommt wenigstens ein Gefühl, wie unterschiedlich die Herangehensweise sein kann, wenn es um die Generierung von Aufmerksamkeit geht.

So. Dann werde ich mal diesen Beitrag twittern. Auf facebook wird er sowieso automatisch gepostet. Das ist der einfache Part. Und der schwierige? Haha.

 

Ich hier, wer da? #meshed2

Bevor ich mich also mit Lektorin EJ. zusammen setze und wir über MADELEINE befinden, und ich später mit Freunden die Fußball-WM virtuell vorspiele („FIFA rulez, PES sux!“), noch schnell den gestrigen ereignislosen Abend Revue passieren lassen. Wofür hat man ein Blog? Eben.

Während des gestrigen Tages also mit Interesse die Twitteranten auf der #meshed2 verfolgt. Und weil dieses luxuriöse Barcamp (tatsächlich war es natürlich eine Soziale Medien Konferenz) die (kostenlosen) Pforte zur abendlichen Podiumsdiskussion öffnete, entschied ich mich, die Akademie der Wissenschaften in der Wollzeile einen Besuch abzustatten. Zuvor aber ins W3, Thalia-Buchhandlung, wo Claudia Toman in roter Pluderhose (passend zu ihrem virtuellen Alter Ego) aus ihrem neuen Roman Jagdzeit las und ich die gute Victoria Schlederer treffen durfte. Ei, was für eine herrliche Neckerei, ihr Buch Des Teufels Maskerade aus dem Bücherregal zu nehmen („Das einzige Buch im Fantasy-Genre, das ein weißes Cover hat“), es durchzublättern, während die Autorin betreten daneben steht und rötliche Gesichtsfarbe aufzieht („Ich bin schüchtern!“). Na, ich schätze, nach ihrem dritten Buch wird sie sich daran gewöhnen. Nebenbei fragt mich Vic, wie es denn mit Madeleine aussehe und wann der Ballon steige, da sie M. mit ins Boot holen möchte. Sehr schön.

Gegen 19h30, im leichten Nieselregen (apropos: Blade Runner, you know?), zur Aula der Akademie der Wissenschaften. Da ich ja die Konferenz durch die Twitter-Kommentare „live“ miterleben durfte, wurde mir alsbald eines schlagartig bewusst: ein Dutzend Twitteranten können nicht die Meinung, nicht die Stimmung von mehreren hunderten Besuchern wiedergeben. Ich unterschätzte die Konferenz und war erstaunt, ob der Größe. Dass ich die erste und wichtigste Regel außer Acht ließ („Immer mit Laptop oder Web-Phone, um ins Netz zu können“), rächte sich natürlich bitterlich. Jedenfalls lernte ich BM., einen Nicht-Twitterer kennen, der bei Albatros (Medien) tätig ist. Was sagt man dazu. Weil es ja auch zwei (!) Publikumsverlage mit gleichen Namen gibt (beim Wiener Ableger hat Peter Bosch sein Buch Der Spurenzeichner verlegt). Verwechslungen sind demnach nicht gänzlich ausgeschlossen. BM. leihte mir kurzerhand sein iPhone, so dass ich einen Twitter-Hilferuf absenden konnte. Der Titel dieses Postings ist jener welcher. Damit schaffte ich es tatsächlich auf die Twitterwall, während der Podiumsdiskussion. Überhaupt, diese Twitterwall, die sich im Rücken der Diskutanten befindet und lobende („der herr von der #voestalpine ist sehr nett und g’scheit“), ätzende ( „Feuerwehrkommandant bei PR-Schulung … cool … auch als Speaker für meshed#3?“) oder gänzlich off-topic-Twittermeldungen („#meshed2 goes germknödel! Juhu!“) abspult. Wer sich mal eine Kostprobe solch eines Twitter-Wirrwarrs gönnen möchte, der muss nur auf http://www.twitter.com und das Hashtag #meshed2 eintippen. Voilà, schon zeigt es penibelst alle Twittermeldungen dieses Abends auf. Hat durchaus Witz.

Irgendwie fühlte ich mich wieder in die Schulzeit zurückversetzt. Vorne saßen die Streber. Dann der große Block der Normalos (zu der man wohl gehörte) und in der letzten Reihe dann die coolen Hunde, die schwätzten und großen Spaß hatten. Ja, irgendwie wollte man damals zu ihnen gehören. Wollte auch cool sein. Bis man einsehen musste, dass sie einen nur benutzten, um ihren Spaß zu haben. Also suchte man bei den Normalos Anschluss. Man bemerkte bald, dass auch die Streber nette, umgängliche Leutchen waren – vielleicht ein bisserl steif und ernst, aber sonst okay. So bildeten sich Grüppchen hier, Grüppchen dort. So ist das auch heute noch, im sozialen Netz. Und ich, für meinen Teil, mache mir jetzt meine eigene Gruppe. Jawohl. Wo sind die Streber? Bitte aufzeigen.

UPDATE: Peter Jeschke hat sich die Mühe gemacht, ein „Best of“ der attraktivsten Twittermeldungen zusammen zu stellen. ENJOY!