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Nur ein Musterbuch von der Druckerei #Schwarzkopf

Heute ist also endlich das Musterbuch von der Druckerei gekommen. Es ist schon faszinierend, dass es immer noch in der Magengegend kribbelt, wenn das Päckchen geöffnet wird. Wie oft habe ich diese Prozedur schon erlebt und erfahren? Mal nachdenken. Also, wenn ich richtig nachgezählt habe, dann ist es bereits das 15. Mal, dass ich in einem Musterbuch blättern durfte. Ja, über die Jahre kommt da schon einiges zusammen.

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Madeleine – Das Ende einer Druckfahnenodysee

es läppert sich zusammen: acht eigene, drei fremde, vier geplante Bücher

Heute ist es also wieder so weit. Die Druckerei liefert die Taschenbücher zu Madeleine, dem dritten Teil der Tiret-Saga. Zu guter Letzt. Zwei Jahre verstaubte die Druckfahne in der Lade. Weil ich herausfinden wollte, wie einfach oder schwierig es ist, die Druckkosten über Crowdfunding finanziert zu bekommen. 99 Förderer für je € 25,- war das Ziel. Schlussendlich sind es 58 geworden. Das zeigt, dass man ohne Forcierung (sprich: konsequenter Anbiederung) der Sache nicht weit kommt. Vereinfacht gesagt: Wenn man nicht selbst den Leutchen einen Tritt gibt, rührt (kaum) einer einen Finger. Wobei, das stimmt so nicht. Manch einer hat es dann doch versucht, die Meldung in den Äther zu rufen. Manch eine(r) durchaus mit Erfolg. Eine Kettenreaktion oder Lawine blieb freilich aus. Das war natürlich vorherzusehen. Nicht vorherzusehen war, dass es einer großen Anstrengung bedurfte, um auf etwa mehr als die Hälfte an Förderer zu kommen. Ich hätte mich natürlich noch mehr anstrengen können, um die 99 voll zu machen, aber dann wäre ich wohl der dunklen Seite der Anbiederung und Bettelei verfallen. Wer in solch niederen Angelegenheiten bereits seinen Stolz verbrät, der darf sich nicht wundern, wenn er nur noch als Abziehbild eines Künstlers wahrgenommen wird. Andererseits, der junge Goethe lehnte sich auch weit aus dem Fenster, um die Unmengen an gedruckten Exemplare des Götz, die in seiner Stube lagerten, an den Mann oder Frau zu bringen.

Ein kurzer Blick zurück: Im Juni 2006 erhielt ich mein erstes Buch von der Druckerei. Es hatte keine ISBN und das Cover wurde noch mit bescheidenen grafischen Mitteln erstellt. Freilich, mit InDesign und typografischen Exzessen konnte ich damals schon aufwarten. Es folgten sechs Taschenbücher für mich, drei Bücher für Verlage, zwölf Hochglanz-Spielmagazine, zwei Ausgaben eines Buch-Magazins und eine Vielzahl an Flyern, Foldern und Plakaten. Aufregend ist es freilich noch immer, die Pakete zu öffnen und zumeist ertappt man sich, ein kleines Stoßgebet gen Himmel zu senden, dass man nichts verkehrt gemacht hat.

Wie dem auch sei, die Lieferung kommt ein wenig ungelegen, reißt es mich doch aus meiner Conspiracy-Überarbeitung heraus. Vielleicht hätte ich die gute Madeleine erst im Frühjahr 2013 aus dem Hut zaubern sollen, andererseits, was man erledigt hat, ist erledigt. Vielleicht trifft es sich ja, dass die Verfilmung des Musicals Les Misérables in die Kinos kommt. Gut, der bürgerliche Aufstand in Victor Hugos Novelle findet etwa 40 Jahre nach der allseits bekannten Französischen Revolution von 1789 statt. Faszinierend ist jedenfalls, dass sich einer der Hauptcharaktere Monsieur Madeleine nennt. Wenn das mal kein gutes Zeichen ist. In den USA wird man noch dieses Jahr mit dem frankophilen Epos beglückt, die deutschsprachigen Fans werden sich wohl noch bis Mitte Februar gedulden müssen.

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Der Preis eines E-Books, geadelte Piraten und trotzige Verlage

Natürlich hat jeder Hersteller eines Produkts das gute Recht, einen beliebigen Preis festzusetzen. Der Markt, so heißt es, würde schon dafür sorgen, dass der fairste Preis ermittelt und verlangt wird. Tja. Das war wohl zu einer Zeit, als noch niemand wusste, dass es mal digitale Produkte geben würde, die prinzipiell unendlich vervielfältigbar sind, ohne dass es zu weiteren Herstellungskosten kommt. De facto bedeutet dies, dass  jedes digitale Produkt, sei es E-Book, sei es ein MP3-Musikstück oder ein MPEG-Film oder ein JPG-Foto, immer und zu jeder Zeit verfügbar sein müsste. Es kann demnach keinen Engpass in der Produktion geben. Wenn man den Sachverhalt weiterspinnt, kommt man zum Schluss, dass jedes digitale Produkt ein unendliches Überangebot darstellt und somit der marktkonforme Preis eigentlich gegen 0,- streben müsste.

Ja, das müsste er, gäbe es da nicht eine Besonderheit zu berücksichtigen: das Urheberrecht. Dadurch wird Text, Musik, Bild und Film geschützt. Aber wenn man es sich so überlegt, dann ist das Erstaunliche, dass der Urheber sein geistiges Erzeugnis nur einem Verwerter vertraglich überantwortet, der wiederum dieses Erzeugnis gegen Geld verkaufen kann. Gut. Das war schon immer so. Aber wäre es nicht vorstellbar, dass der Urheber mehreren Verwertern das Recht einräumt, sein geistiges Erzeugnis zu verkaufen? Dann würde vielleicht ein Buch, ein Musik-Album von zwei oder drei Verlagen angeboten werden, die  in direkter Konkurrenz treten müssten und erst dann wäre ein fairer Wettbewerb gegeben. Aber im gegenwärtigen System gibt es keine Konkurrenz und damit haben wir es mit einer Monopolstellung zu tun, was in einem kapitalistischen System verhindert werden muss. Ich denke, das steht schon in der Bibel. Yep.

Gut. Wollen wir uns zum springenden Kern begeben. Immer öfter fällt mir auf der US-Seite von amazon auf, dass die kindle-E-Books ein wenig teurer als die gedruckten Taschenbücher sind. Seltsam nicht? Aber aus Unternehmersicht natürlich verständlich: die auf Lager liegenden Bücher verschlingt Kosten, das eingesetzte Schuld-Kapital verursacht natürlich Zinsen  – Woher kommt es eigentlich, dass jemand Zinsen verlangen darf? Jedes Buch, das nicht verkauft wird, ist ein Verlust. Würde also der Kunde ein E-Book dem Taschenbuch vorziehen, so würde es bedeuten, dass im Kaufpreis des E-Books auch die Kosten für das nicht verkaufte Taschenbuch eingerechnet werden müssten. Das ist natürlich Theorie. Dachte ich bis heute.

Finde den Fehler!

Im Web bin ich gestern auf ein Buch gestoßen, das mich zu interessieren begann: Ein populäres Sachbuch, wie es nur die Amerikaner schreiben können. Also klickte ich mich auf amazon.com ein. Huh. Was musste ich feststellen? Der vom Verlag festgelegte Ladenpreis für das digitiale E-Book orientierte sich am Hardcover-Preis und beträgt schlappe $ 27,- während das Taschenbuch auf $ 18,- kommt. Zwar ist amazon so freundlich, den Preis des Verlages zu reduzieren (der Verlag erhält trotzdem den Rabatt vom veranschlagten Listenpreis), interessanterweise ist die Reduktion für das Hard-Cover größer als für das E-Book. So kostet nun das Hardcover $ 17,82 während das E-Book $ 21,06 und das Taschenbuch $ 12,24 zu Buche stehen.

Wie auch immer man zur Preispolitik der großen Publikumsverlage stehen möchte, es zeigt eine verbohrte Haltung, die man vielleicht auch als Trotz deuten kann: „Ihr wollt E-Books? Okay, meinetwegen, die sollt ihr haben. Aber dafür zahlt ihr ordentlich! Und jetzt trollt euch!“

Kein Wunder also, wenn sich die kritischen Stimmen der kindle-Benutzer mehren. Sie kauften sich den E-Reader im Glauben, die digitalen Bücher wären günstiger als die gedruckten. Tja. Sieht nicht so aus. Und jetzt kommen die Indie-Autoren, die ihre E-Books um 99 Cent anbieten. Etabliertere Autoren vielleicht um ein paar Dollar mehr. Gut möglich, dass Verlage alsbald feststellen müssen, dass ihnen die profitable Monopolstellung auf Dauer nicht mehr helfen wird. Zum Einen gibt es kostengünstigste Alternativen durch die vorher genannten Indie-Autoren und Kleinverlage  (primär gilt es natürlich im belletristischen Bereich, nicht unbedingt im Fach/Sachbuch-Bereich), zum anderen gibt es das E-Book vielleicht um billig Geld, da draußen irgendwo. Billig Geld? Umsonst. Dass nennt man dann Piraterie. Ja, das ist hässlich. Aber es gab mal eine Zeit, da wurden Piraten von der Krone geadelt – oder gehängt. Somit muss es einen Unterschiede gegeben haben, zwischen den Gehängten und den Geadelten, nicht wahr? Ach ja, je nach dem, welches Handelsschiff aufgebracht und versenkt wurde. Hm. Ein Glück, dass wir jetzt in aufgeklärten Zeiten leben.

Schwarzkopf goes FALTER

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Falter Buchbeilage 42/09

Vor wenigen Tagen war es, als mich EH. anrief. Sie fragte mich, ob ich wüsste, dass ich im FALTER sei. In der Buchbeilage. Mit Schwarzkopf. Äh. Nein, wusste ich nicht. Hat mir niemand gesagt, dass es eine Buchbesprechung gegeben hat. Ein Glück, dass mich EH. darauf aufmerksam machte. Hier der Link zu jener welchen Besprechungsseite: FALTER 42/09 – MD. aus A. meinte, übrigens dass die Kritik nichts Gutes über Schwarzkopf zu sagen hätte; nun, ich sehe das freilich anders; weil in der Kritik auf den Inhalt eingegangen wird und nicht auf den Sachverhalt, dass ich z.B. ein „eigenbrötlerischer Selbstverleger“ sei; es kommt leider immer wieder vor, dass sich manch einer der potenziellen Rezensenten gar nicht erst die Mühe macht, das Buch aufzublättern, wenn es heißt „Ich gebe meine Bücher selber heraus.“ Deshalb erachte ich die Besprechung im Falter als ein großes Lob, ob der  äußeren Qualität des Machwerks, werde ich doch mit drei Verlagstiteln in einem Beitrag  genannt. Wer noch andere Meinungen zum Inhalt einholen möchte, bitte sehr, bitte gleich, der sei auf die Feedback.Site verwiesen.

Dass sich die Literaturkritikerin der Leipziger Volkszeitung, Janina Fleischer, ebenfalls für „Schwarzkopf“ interessiert, freut mich besonders, da der Prophet im eigenen Land ja nichts gilt (das trifft vor allem auf Wien zu; ja, diese Stadt hat schon so manche Künstlerseele auf dem Gewissen; woran es liegt, dass hier Neid & Missgunst so ausgeprägt sind, nun, da müssten wir wohl beim guten Freud nachfragen).

Bei genauerer Betrachtung war es eigentlich M. D. aus A. („Radiotin“), die sich als erste „Schwarzkopf“ auf eine kritsiche Weise genähert hat („Marijkes Schwarzkopfgedanken„). Im Dezember möchte sie daraus vorlesen. Im Rahmen des SUBKULTUR-Winter-Abends, veranstaltet vom Hochschulradio Aachen. Jetzt muss M. nur noch den einen oder anderen Wiener finden, der sich bereit erklärt, die Charaktere in der Wiener Mundart zu sprechen. Andererseits, man hätte etwas zum Lachen, würde ein Germane oder Germanin sich am Wienerischen versuchen. „Peitscherlbub“ wurde erst unlängst freudigst zur Kenntnis genommen. Falsch betont, aber immerhin.

In der Komunity der Berliner Zeitung Der Freitag habe ich nun einen Beitrag geschrieben („RezensentInnen gesucht“), in dem ich mitteilte, nach weiteren KritikerInnen Ausschau zu halten („hereinspaziert“). Das Dumme ist: wer sein eigenes Sprachrohr ist, wird zwar gehört, aber zumeist überhört. Das Web2.0 ist ja voll von Selbstbeweihräucherungsfantasten („Willkommen im Club“). Zwar vermeinte ich, mit dem Falter und der LVZ einen guten Köder ausgeworfen zu haben (und hat nicht  der Zeitungs-Herausgeber JA. mit mir kurz geplaudert?), aber das zählt bekanntlich 11 (also nix).

Die Bloggerin Gunwoman ist erst jetzt wieder auf ihr Rezi-Exemplar „Schwarzkopf“ gestoßen (lag unter einem Berg Uni-Lektüre). Nach dem sie Tiret klammheimlich in ihrem Blog besprochen hat, wird sie mir jetzt hoffentlich Bescheid geben, wenn sie über „Schwarzkopf“ herzieht.

2 Auflagen 1 Buch

Bezüglich der 2. Auflage wird es eine Änderung des Umschlags (vulgo Cover) geben. Aus weiß mach schwarz. Passend zum Namen, nicht? Ich spekuliere, dass all jene, die bereits die 1. Auflage ihr eigen nennen, unbedingt auch das Exemplar zur 2. Auflage haben müssen. Das klingt nach Marketing-Hokuspokus und ist es auch. Ich finde jedenfalls das schwarze Cover cool. Jetzt müssen wir nur noch eine Druckerei finden, eine Auslieferung (soll ich vielleicht 1.000 Stück zu Hause stapeln?), viele Buchhandlungen und noch mehr Käufer. Und schon kann’s los gehen. Jetzt würde ich natürlich diesen Beitrag damit schließen, dass ich anmerke (dezent), Vorbestellungen zur 2. Auflage bereits entgegen  zu nehmen. Aber ohne PR und virale Marketing-Aktionen ist das herzlich sinnlos. Warum sollte jemand bereits jetzt das Buch vorbestellen? Gibt ja genügend. Stimmt. Aber wer weiß, ob der Autor und Eigenverleger noch in einer Woche höchstpersönlich das Buch signiert. Und das Kuvert ableckt (Schuhe nur gegen Barzahlung).