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Hitchcock, Osama, Obama und andere Komödien

Seit ich in die Politik gekommen bin, haben sich mir immer wieder Männer anvertraut. Einige der größten Unternehmer der Vereinigten Staaten haben vor etwas Angst. Sie wissen, das es da irgendwo eine Macht gibt, die so organisiert, so subtil, so wachsam, so verzahnt, so vollständig, so durchdringend ist, dass sie besser nur flüstern, wenn sie darüber sprechen. Since I have entered politics, I have chiefly had men’s views confided to me privately. Some of the biggest men in the United States, in the field of commerce and manufacture are afraid of something. They know there is a power somewhere so organized, so subtle, so watchful, so interlocked, so complete, so pervasive, that they better not speak above their breath when they speak in condemnation of it.

Woodrow Wilson
28. Präsident der  USA (1913 bis 1921)
Friedensnobelpreisträger

Ich bin Schriftsteller und habe eine blühende Phantasie. Wirklich. Ich kann mir also die Absurdität, in der die gegenwärtige Weltpolitik herumstolpert, gut vorstellen. Eigentlich wäre es zum Totlachen, wenn es nicht so schlecht um die Zukunft stünde. Andererseits, Lubitsch, Charlie Chaplin und Mel Brooks machten sich einen ernsthaften Spaß aus Hitler – vermutlich ist Humor die letzte Bastion gegen den kollektiven Wahnsinn, der 24/7 an unsere Tür klopft.

Dass Osama bin Laden – kurz OBL – nun seinen Tod gefunden hat, hätte Hitchcock nicht goutiert. Er wusste, will man das Publikum in Angst und Schrecken versetzen, durfte man das Grauen nicht zeigen. Die Phantasie des Zuschauers malt jedes Monster, jeden Psychopathen schrecklicher und grausamer als es ein Maskenbildner oder ein Spezialeffekte-Team  je könnte – ausgenommen vielleicht Giger und seine Alien-Kreation. Auf der anderen Seite wusste Hitchcock, um eine Handlung voranzutreiben, brauchte es ein Objekt, um das sich alles dreht. Dieses Objekt war in Wirklichkeit völlig nebensächlich, aber notwendig, um die Motivation des Protagonisten (und seiner Verfolger) dem Publikum zu erklären. Hitchcock nannte dieses Objekt einen MacGuffin (Schwarzkopf-Leser werden jetzt vielleicht ein aha-Erlebnis haben). Ein Koffer voller Geheimdokumente wäre zum Beispiel so ein MacGuffin. Oder eine Person, die wichtige Informationen zu haben scheint. Oder der Kopf einer Terror-Organisation, die für viele Anschläge verantwortlich gemacht wird. Man kann sagen, OBL ist der MacGuffin der US-Regierung. Es spielt keine Rolle, dass OBL im Dienste der CIA stand und US-Gelder und US-Waffen an die Afghanischen Freiheitskämpfer verteilte, damit sie den Russen ordentlich den Hintern versohlen konnten. Ach ja, die angeworbenen Söldner wurden auch mit US-Steuergelder (bzw. Drogen-Gelder) bezahlt. Als die Russen abzogen, haben sich die Clans um die Vorherrschaft in Afghanistan gestritten und so nebenbei ihre eigenen Städte mit den US-Waffen in Schutt und Asche gelegt. Das hat die Amerikaner nicht sonderlich gejuckt.

Mit dem OBL-MacGuffin konnten die Neocons (Bush jr., Cheney, Rumsfeld, Wolfowitz, Rice …) ihre Visionen eines Pax Americana in die Tat umsetzen. Oder sagen wir: sie konnten das Fundament legen. Zum Einen haben sie die Staatskassen geleert, ihre Taschen gefüllt, Günstlinge (Großunternehmer, Banker und die Top-1%-Elite) beschenkt und Schulden gemacht, in einem Ausmaß, das unvorstellbar ist: 14,5 Billionen USD as of today. Zum anderen haben sie die US-Bevölkerung (eigentlich die gesamte westliche Welt) ordentlich Angst eingejagt. Und mit Angst lässt sich herrlich Politik und Schulden machen. Wirklich. Man muss sich nur anschauen, wie leichtfertig die Bürger ihre Freiheit abgegeben haben, um sich dafür Sicherheit zu erkaufen. Am Ende werden wir allesamt weder das eine noch das andere haben. Das wusste schon Benjamin Franklin.

John Pilger -The War You Don't See
John Pilger -The War You Don't See

Mit Barack Obama und seinen Mentoren ist hingegen nicht zu Spaßen. Wirklich nicht. Sie lassen die Neocons wie eine lächerliche Schauspielertruppe aussehen (die sie auch waren). Ja, Bush jr. spielte die Rolle des einfältigen, aber zu allem bereit seienden Cowboys besser als Reagan (und der war ja tatsächlich berühmt für diese Rolle im TV). Rückblickend betrachtet wusste man, woran man bei der Cheney-Rumsfeld-Clique war. Man konnte es ihnen ansehen, wie sie Spaß hatten, die Leute für Dumm zu verkaufen. Die Pressekonferenzen mit Rumsfeld waren durchaus amüsant, der Mann hatte Sinn für Humor. Und Bush jr. konnte auch witzig sein (zumeist unfreiwillig – aber auch da ist die Frage, ob er das nicht einstudierte). Humor in Machtpositionen zeigt eine gewisse Menschlichkeit. Diktatoren, die etwas auf ihre Grausamkeit halten, machen keine Witze. Jedenfalls nicht in der Öffentlichkeit.

Zurück zu Barack Obama und seine Entourage. Als er 2008 zum Präsidenten der USA gewählt wurde, war ich live dabei. Also vor dem TV-Schirm. Ich war in der Tat von der Euphorie hin- und hergerissen, wenn gleich ich (gottlob) relativierte und meinte, dass auch ein braver, mutiger Präsident sich den politischen Gegebenheiten anpassen wird müssen. Aber nicht im Traum hätte ich gedacht, dass Obama den letzten Akt einläuten werden würde. Klingeling! Alles oder nichts.

Machiavelli wusste schon um 1513, dass ein kluger Fürst dafür sorgen müsse, dass die Bürger ihn für nötig hielten, dann würden sie ihm treu bleiben. Eine politische Clique, die sich behaupten will, muss also weiterhin auf die Kriegstrommel schlagen. Krieg ist Frieden. George Orwell hat das Script dazu geschrieben. Ein anderes Script ist von Stanley Kubrick. 1999. Eyes Wide Shut. Die Verfilmung von Arthur Schnitzlers Traumnovelle. Ich habe mich ja immer gefragt, warum gerade Kubrick diese Novelle für seinen letzten Film, für sein Vermächtnis gewählt hat. Das war mir nicht einsichtig. Bis ich gestern begonnen habe, das Script zu lesen. Tja. Und da sind wir wieder beim Eingangszitat eines Woodrow Wilson. More to come.

33 Conspiracy Theories that turned out to be true.

Bitte dein Weltbild einmal auf den Kopf stellen. Danke.

update: umfassende Artikelsammlung über 9/11 von Matthias Broecker – Journalist und Kolumnist in der TAZ

update: It all could have been so easily avoided in TAKI’s Magazine  //  This is the fundamental truth: Rome needed wars. The US is the Roman Empire of today. in RT Network  // No human illusion is as persistent and resilient as the belief in objective good. Helian Unbound // In November 2007, one month after a failed assasination attempt on her life, Benazir Bhutto gave an interview to David Frost of Al Jazeera news, in which she stated »Omar Sheikh; the man who murdered Osama Bin Laden«. One month later, on December 27th 2007, Benazir Bhutto was assasinated in Rawalpindi, Pakistan. Wiki  // Interview with Lydon LaRouche on 18/09/2001 about the situation in US: but the operation is very sophisticated, and no one could do an operation like this, from outside the United States at present; there’s no one who could do what was done here then.

In einem netten Pakistanischen Universitätsstädtchen namens Attobad, das laut Wiki zu einer der schönsten Städte Pakistans gehört, ist also besagter Osama bin Laden offiziell gezielt getötet worden. Wer hätte gedacht, dass es in Pakistan auch solche netten, beschaulichen Orte gibt? Vermutlich liegt es daran, dass man uns immer nur solche Gegenden zeigt, wo ein wütender Mob auf ein schießwütiges Militär trifft, die zusammen am Ende alles in Schutt und Asche legen. Die Kamerabilder sind zu meist verwackelt und unscharf, man sieht zumeist Leute, die hektisch gestikulieren oder hysterisch schreien. Es entsteht für den TV-Zuseher der Eindruck, dass man es in Pakistan mit einer supergefährlichen Gegend zu tun hat, voll mit Terroristen und korrupten Militärs. Aber beschaulich? Ruhig? Nett? Sauber?Und mit einer Universität? Da sieht man wieder die eindringliche Macht von Bildern in unseren Köpfen und welche Vorstellung sie in uns auslösen. Beängstigend ist das. Weil man sich dagegen nicht wehren kann. Wirklich.

Trau schau wem?

Es stellt sich immer mehr die Frage: Wem kann man überhaupt noch trauen? Welche Informationen sind – soweit überhaupt möglich – wahr, oder wenigstens nicht erfunden und völlig aus der Luft gegriffen? Obwohl wir in einer Zeit leben, in der wir Zugriff auf unfassbare Mengen an Informationen haben, dank dem Web, werden wir deshalb auch nicht klüger. Das Informationsmeer verschlingt den Tropfen Wahrheit, könnte man in einer netten Analogie sagen. Ja, der durchschnittlich gebildete Bürger hält sich für ausreichend informiert. Eine seltsame Paradoxie fällt mir dabei auf: je unterschiedlicher die Erklärungen und Informationen zu einem Ereignis sind, die durch die vielen Medien-Kanäle geistern, desto verstärkt tendiert der Mensch zu der einen offiziellen Wahrheit oder zu einer der vielen inoffiziellen Wahrheiten. Der Mensch ist bestrebt, Ereignisse zu vereinfachen. Punkt. Wie sonst sollen wir damit klar kommen? Der menschliche Verstand ist nun mal so aufgebaut, dass er Informationen in Schubladen steckt. Da bleibt kaum Spielraum für Graubereiche. Das verkompliziert die Sachlage und führt nur zu Kopfschmerzen.

Explosionen? Nein, nein.

Apropos Kopfschmerzen. Man sehe sich mal diesen youtube-clip an. Darin sind TV-Bilder von 9/11 zusammengeschnitten, die zeigen, dass es Explosionen in den beiden WTC-Türmen gab. Aha. Was sagen die offiziellen Stellen dazu? Nada. Aha. Was sagen die Mainstream-Medien dazu (deren Reporter zumeist die Interviews führten oder sogar selbst Zeuge wurden)? Nada. Aha. Zugegeben, die dramatische Musik und diese creepy Fonts sind, nun ja, ein wenig überzogen, aber der Inhalt, der ist okay.

Kommen wir demnach zu der wohl alles entscheidenden Frage: Was ist heutzutage überhaupt ein Beweis? Wenn am TV-Schirm ein Passagier-Flugzeug in die Türme rast und explodiert, ist für jeden Zuseher die Sachlage sonnenklar. Da braucht es keine weiteren Erklärungen. Die Macht der Bilder, you know. Aber es gibt einen entscheidenden Punkt: die Bilder, die der ahnungslose und gutgläubige Zuseher am TV-Schirm verfolgt, ergeben in seinem Schubladen-Denken Sinn! Und nur, wenn eine Story Sinn macht, wird sie als Wahrheit akzeptiert. Deshalb ist es so einfach, gutgläubige Bürger zu manipulieren. Ich nehme mich davon nicht aus. Ich weiß nur einen Bruchteil und kann nicht durch Beton sehen. Wirklich. Mit anderen Worten: jedes Ereignis braucht eine Tagline, eine Story, die in das bestehende Weltbild des Bürgers passt und dieses nicht in Frage stellt.

Zwei Wahrheiten! Bitte wählen Sie jetzt.

Also, wenn wir ein hypothetisches Beispiel durchspielen und einem gutgläubigen Bürger von zwei Wahrheiten eine wählen lassen, welche würde er wohl aussuchen? Die offizielle Wahrheit ändert sein Weltbild nicht. Gut und Böse gab es ja bekanntlich schon immer. Jedenfalls wird ihm das ja seit seiner Kindheit ständig eingeprägt. Der Terrorismus passt demnach in dieses Schema sehr gut hinein: Hier die westliche Welt der Gegenwart, dort der religiöse Fanatismus des Altertums. It’s that easy, folks! Eine andere Wahrheit könnte sein, dass dieses vermeintlich Böse nur eine Erfindung der guten Jungs sind. Huh. Vielmehr, die guten Jungs tun alles, damit verwirrte Typen böse Dinge tun. Diese Wahrheit würde nicht in das bestehende Weltbild eines gutgläubigen Bürgers passen und muss abgelehnt werden. Ich meine, warum sollten wir annehmen, dass unsere Regierung lügt und betrügt und über Leichen geht? Okay, die Vergangenheit zeigt es, immer wieder, dass es so ist, aber wollen wir so eine monströse Wahrheit wirklich akzeptieren? Können wir das überhaupt? Geht das?

Zufall oder Kalkül?

Kommen wir nun zurück, zu Attobad, unserem Ausgangspunkt. Warum wurde gerade jetzt die Tötung von Osama bin Laden verlautbart? Was steckt dahinter? Politisches, militärisches Kalkül? Wer jetzt meint, es hätte sich eben so durch Zufall ergeben, äh, ja, den muss ich leider enttäuschen. In einer Trillion-Dollar-Unternehmung – und das ist nun mal der Umsatz, den dieses Kriegsbiz bis jetzt gemacht hat – soll es also Zufälle geben? Haha. Selten so gelacht.

Interessante Probleme tauchen vor uns auf.

Machen wir uns nichts vor. Die nahe Zukunft stellt uns vor interessante, herausfordernde Probleme. Wollen wir es einmal so ausdrücken. Das Erdöl wird knapp. Wesentliche Ressourcen, zum Beispiel seltene Metalle für die Elektronik in unseren Computer und Mobiles, werden ebenfalls knapp. Die Umweltzerstörung nimmt zu (Fukushima, Deep Water Horizon sind ja nur die Spitze eines Eisberges und signalisieren, dass unsere Einstellung ein Schulterzucken ist!). Die Erde erwärmt sich stärker als angenommen (ob nun der Mensch daran Schuld ist oder doch „nur“ Sonnenwinde, ist ja primär egal), was dramatische Folgen haben wird. Der Wassermangel in vielen stark bevölkerten Gebieten wird zu einer Abwanderung führen – aber wohin? Die AKWs, die langsam in ein gefährliches Alter kommen. Die Folgen der industrialisierten Ernährung – durch die schleichende Vergiftung nehmen Krankheiten zu und Bevölkerungsgruppen degenerieren. Landwirte verschwinden – und damit steigt die Abhängigkeit der Bevölkerung an industriell hergestellten Lebensmittel, deren Inhaltsstoffe bereits jetzt nicht mehr geprüft werden können und für deren Produktion große Mengen an Erdöl und Wasser benötigt wird. Das gesellschaftliche System verstärkt den Druck auf den Einzelnen immer mehr – Depressionen und Burn-out und psychosomatische Krankheiten sind die Folge. Das Internet wird immer mehr Familien-Ersatz, erschafft Illusionen und führt weg von der Aufklärung. Die freie Marktwirtschaft hat sich durch exorbitante Finanzbetrügereien in die Ecke drängen lassen, nun kämpft eine Bizness-Elite mit Trillionen-Budgets gegen den Exodus und versucht noch einmal von den wesentlichen Dingen abzulenken. Habe ich etwas vergessen? Vermutlich.

Lösungen? Äh, ja.

Gibt es Lösungen? Hm. Wie wäre es, wenn wir das Geld abschaffen? Oder jedem Bürger so viel davon geben, dass er nicht mehr abhängig ist, von einem System, das Menschen ausnutzt und in ihnen nur das Schlechteste hervorholt? Wir brauchen radikale Lösungsansätze. Innerhalb des bestehenden Systems werden wir den Karren nicht aus dem Dreck ziehen können. Wirklich. Ich weiß, das würde unser Weltbild ziemlich auf den Kopf stellen. Aber besser, es steht Kopf, als dass es uns auf den Schädel fällt, nicht?