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Las Vegas und die schauspielernden Krisenakteure

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Ursache und Wirkung eines AK-47 Geschosses am Beispiel eines Betonziegels. Siehe Doku.

Wer sich mit den zahlreichen „Terror“- und „Amok“-Events der letzten Jahre in Europa und den USA näher auseinandergesetzt hat – und ein wenig Englisch versteht – stolpert immer über eine Sache: TV-Interviews mit Krisenakteuren.

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Trump vs. Clinton – Die zweite Debatte

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update: transcript der Debatte von der New York Times

update: die Realitätsverweigerung der BBC

Nach der Debatte ist vor der Debatte. Im ersten Schlagabtausch war Donald Trump nicht auf seiner rhetorischen Höhe. Irgendwie schien er gesundheitlich angeschlagen, vielleicht war er auch einfach nur seiner Sache zu sicher. Hillary Clinton war wiederum perfekt vorbereitet und spulte eine einstudierte Phrase nach der anderen ab. Eine Politikerin mit Leib und Seele eben, die keine Skrupel hat, eine private und eine öffentliche Position gegenüber Wall Street einzunehmen und politisch zu vertreten. Hier sind interessante Ausschnitte aus ihren unveröffentlichten Reden, die von Wikileaks publiziert wurden.

In meinem Blog-Beitrag über die erste Debatte habe ich klar gemacht, dass es eine kleine Elite ist, die den Präsidenten der Vereinigten Staaten „wählt“, nicht das Volk. Donald Trump ist erfrischend anders, da politisch völlig unkorrekt, weshalb er immer wieder in kleinere und größere Fettnäpfchen stolpert. Er ist kein Politiker wie seine Gegnerin (die bereits als Studentin politisch aktiv war), sondern vielmehr ein Lebemann mit Geld, schlechten wie guten Visionen (und Manieren) und einer Vergangenheit, die ihn immer wieder einholt. Man könnte sagen, Trump ist menschlich, Clinton politisch. So oder so werden beide im Oval Office nach der Pfeife anderer tanzen.

Ich plädiere noch immer dafür, Donald Trump zu wählen. Er ist kritisierbar, angreifbar und absetzbar – man hat das Gefühl, immer wieder ein Auge auf seine Handlungen und Entscheidungen werfen zu müssen -, während Hillary Clinton durch den Frauen- und politischen Erfahrungsbonus nur schwerlich angreif- und kritisierbar ist. Mit ihrer Rhetorik kann sie politisch korrekten Gegnern das Heft ohne Probleme aus der Hand nehmen.

Die heutige zweite Debatte – Beginn: 3 Uhr früh – hätte eigentlich das Ende für Donald Trumps Präsidentschaftswahlkampf bedeuten sollen – so dachten Experten und Medien. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Hillary Clinton, wieder perfekt vorbereitet, teilte gleich zu Beginn ordentlich aus – das an die Öffentlichkeit gelangte „Sex Tape“ ließ Trump einknicken. Er, der große Donald, entschuldigte sich für seinen Sager, den er vor einigen Jahren tätigte. Während man(n) heutzutage für locker room banter (Stammtischgeschwätz) über Frauen bzw. das weibliche Geschlecht ziemlich in die Bredouille geraten kann, lösen Anordnungen für Mord und Totschlag und Bombardierungen nur ein Achselzucken aus. Es sei denn, es dreht sich um das „Assad Regime“ und die „russischen Aggressionen“, die eine humanitäre Katastrophe in Aleppo ausgelöst haben sollen. Hillary Clinton, ehemalige Außenministerin, weiß genau, wer dafür verantwortlich zu machen ist. Natürlich nicht das Pentagon bzw.die CIA und deren Versuche, Assad zu stürzen. Es ist immer die selbe dramatische Tragödie in mehreren Akten, die aufgeführt wird: Zuerst gibt das Weiße Haus heimlich grünes Licht für einen Staatsstreich, bewaffnet, finanziert, trainiert, indoktriniert „Rebellen“ und löst gleichzeitig eine internationale Medienkampagne gegen den amtierenden, aber unerwünschten Präsidenten aus. Die nahe Vergangenheit ist reich an Beispielen: von Chile bis Guatemala, von Libyen bis Ägypten. Die Ukraine sollte man freilich auch nicht vergessen.

Wahre Politiker wissen, wie man in der Öffentlichkeit aufzutreten hat, um ans Ziel zu kommen. Richard Nixon ist vermutlich eines der besten Beispiele dafür, A zu sagen und B zu tun. Er brachte es unter anderem zuwege, vier Jahre lang Kambodscha in aller Heimlichkeit durch das US-Militär bombardieren zu lassen. Das war freilich illegal, aber das bekümmerte niemand im Weißen Haus. In einem Gespräch zwischen Nixon und seinem Berater Henry Kissinger im April 1972 kann man gut erkennen, wie der Hase in der hohen Politik läuft. Um Zivilisten, um Wähler, um Bürger, um das gemeine Volk schert(e) sich kein Politiker.

Nixon: »Die Atombombe, bekümmert dich das? Ich möchte doch nur, dass du im großen Stil denkst, Henry, Herrgott noch mal! Die einzige Stelle, an der wir unterschiedlicher Meinung sind, hat mit der Bombardierung zu tun. Du bist so gottverdammt besorgt um die Zivilisten und mich scheren die einen Dreck. Die sind mir egal.« // „The nuclear bomb, does that bother you? I just want you to think big, Henry, for chrissakes. The only place where you and I disagree is with regard to the bombing. You’re so goddamned concerned about civilians, and I don’t give a damn. I don’t care.“

Da Trump nicht zum Politiker geboren ist, verwickelt er sich in Widersprüche und Blödsinnigkeiten. Er kann die Schieflage nicht mit einstudierten Phrasen unter den Teppich kehren. Das ist gut so. Auf diese Weise wird dem gewöhnlichen Weltbürger endlich mal klar, was denn da im Hintergrund tatsächlich so vor sich geht, was da so gespielt wird. Wenn Sie meinen, Trump ist nicht wählbar, dann haben Sie natürlich recht. Wenn Sie meinen, Hillary Clinton ist wählbar, dann liegen Sie leider falsch.

Wenn es nach Trump ginge, sollte seine Gegnerin längst im Gefängnis sein. Dreck am Stecken hat sie (und viele andere ehemalige Politiker) sicherlich genug. Es erinnert zuweilen an den damaligen Vizepräsident Lyndon B. Johnson, der beinahe seines Amtes enthoben und vor Gericht gestellt worden wäre, hätte es da nicht diese unsäglichen Schüsse in Dallas gegeben, damals im November 1963, die ihn zum neuen Präsidenten und damit unangreifbar machten.

Kurz und gut, eine Präsidentin Hillary Clinton würde am gegenwärtigen Status quo nichts ändern. Geopolitische Spielereien – ja, bewaffnen wir mal die Kurden – mit unabsehbaren Langzeitfolgen (Orwell, here we come)  wären an der Tagesordnung. Es wird hinter der Kamera weitere zynische „We came, we saw, he died“-Lacher geben, während vor der Kamera Demokratie und Freiheit in den blumigsten Farben gepriesen werden. Sollte Präsident Trump eine ähnliche geopolitische Strategie wählen, man würde die Scheinheiligkeit (Hypocrisy) ohne Schwierigkeiten erkennen und kritisieren und damit vielleicht verhindern können.

Das mag der große Unterschied zwischen den beiden Anwärtern sein: Der eine ist ein tölpelhaft daherkommender Wolf, der Schwierigkeiten hat, dem Polit- und Medien-Rudel zu folgen und die andere ist ein politisch erfahrener Wolf im Schafspelz, der weiß, wie man die Herde lenkt. Faites vos jeux.

***

Es ist jetzt 7 Uhr. Zeit fürs Bett. Auf Politico findet man übrigens die 7 unschönsten Attacken während der Debatte. Mein Favorit ist diese:

„Es ist wirklich gut, dass jemand mit dem Temperament von Donald Trump nicht die Gesetze in unserem Land macht“, entgegnete Clinton auf Trumps Versprechen, er würde als Präsident Anklage gegen sie erheben.

„Weil Sie sonst im Gefängnis sitzen würden“, gibt Trump zurück.

Gedanken zur ORF-TV-Serie Pregau

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Mit der Drehbuchversion meiner Wiener Krimikomödie Schwarzkopf habe ich vor einigen Jährchen zum ersten Mal Bekanntschaft mit der österreichisch-wienerischen Filmlandschaft gemacht. Es gibt natürlich viele heimische Produktionsfirmen, aber nur ganz wenige, die eine TV-Serie oder einen Spielfilm stemmen können. Nebenbei bemerkt sind die größten Player mit dem ORF auf die eine oder andere Art verbunden. Ohne Goodwill des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (und der heimischen Filmförderung) wird für gewöhnlich kein Film- oder TV-Projekt in Angriff genommen. Deshalb werden Quereinsteiger ohne den nötigen Verbindungen mit freundlichen Worten bereits am Eingang abgewiesen. Das Drehbuch spielt bei der Entscheidungsfindung keine Rolle und wird auch nur dann herangezogen, um zu zeigen, dass es nicht zur Umsetzung taugt. Man merkt recht bald, wie der Hase läuft und vor allem wohin, nämlich zum Küniglberg.

Die vierteilige Mini-TV-Serie Pregau: Kein Weg zurück war der Versuch des ORFs (mit Unterstützung der ARD), mit dem altmodischen Heimat-Fernsehen aufzuräumen und bei der jüngeren Generation zu punkten. So wurden Anleihen bei beliebten amerikanischen TV-Serien genommen (perhaps Breaking Bad), ließ man die Zuschauer mit ihrem Smartphone und einer speziell für die Serie entwickelten App („Lügendetektor“) interaktiv am Fernsehgeschehen teilnehmen und versuchte in den sozialen Medien für Stimmung zu sorgen. Löblich.

Die Filmemacher von Pregau und die Verantwortlichen in den ORF-Etagen pokerten mit hohem Einsatz und packten alles ins Drehbuch, was noch eine Fernsehgeneration davor für einen handfesten Skandal gesorgt hätte. Aber die Zeiten ändern sich. Nun scheint es sogar am Küniglberg en vogue zu sein, einen heißblütigen Pfarrer beim Liebesspiel zu zeigen oder den amoralischen älteren Bruder des Familienoberhaupts einen Satz in den Mund zu legen, der gläubige Menschen zutiefst schockieren musste. War es Kalkül? War es Provokation? Ist es einfach passiert? Oder is es eh scho wurscht?

Überhaupt, die Story! Die Ansätze waren gut. Die Ideen frisch. Die Cliffhänger spannend. Aber die Zusammenführung der offenen Stränge mit dem Holzhammer sowie die geistlose Inszenierung des Klimax im vierten und letzten Teil machten alles wieder zunichte. Hätten die Verantwortlichen einfach weniger gewollt, hätten sie sich auf das Wesentliche konzentriert, Pregau hätte durchaus etwas Besonderes (im deutschsprachigen TV-Wald) werden können. Stattdessen stolperte das Drehbuch von einer Exposition zur nächsten – kein Wunder, da viel zu viele Köder ausgelegt worden sind. Die Protagonisten wurden deshalb immer wieder zu Klischee-Figuren oder Drehbuch-Marionetten degradiert, die jenseits des echten Lebens agierten. Die Verantwortlichen hätten sich an der ersten Kottan-Folge orientieren können: Dort wurde die Komödie durch Übertreibung und Zuspitzung in einem realistischen Setting (mit den richtigen Dialekt- und Sprachfärbungen) erzielt. Auf ähnliche Weise hätte die Tragikomödie in Pregau funktionieren können. Vielleicht.

Positiv hervorzuheben ist die technische Umsetzung, die oftmals bei heimischen TV-Produktionen zu wünschen übrig ließ. So muss sich die Serie nicht vor ausländischen Produktionen verstecken: Kamerafahrten und die gewählten Bildausschnitte, sozusagen die Bildkomposition, sind als gelungen zu bezeichnen. Der Soundtrack in den ersten drei Folgen war für mich stimmig. An manchen Stellen gab es eine wunderbare Symbiose zwischen Ton und Bildfolge. Nur im letzten Teil, da haperte es mit der Musik-Auswahl, die mir nicht sonderlich gefiel. Negativ aufgefallen sind mir die sogenannten Action-Sequenzen, die beinahe stümperhaft in Szene gesetzt und äußerst lieb- und ideenlos montiert wurden. Man muss nicht gleich Hollywood nachäffen, aber ein Blick über den heimischen Gartenzaun und in die Film-Vergangenheit hätte nicht geschadet.

Was ist nun mein Schlussresümee? Wie bei so vielen heimischen Produktionen können sich die Verantwortlichen nicht entscheiden, was sie wollen. Oder ist es, weil zu viele Köche den Brei rühren? Ich gehe mal davon aus, dass die grundlegende Idee jene gewesen ist, eine moderne Mini-Serie zu machen und dabei zu zeigen, dass der ORF noch nicht zum alten Eisen gehört. Mission accomplished!

Pregau hat gezeigt, dass es in Österreich ein filmisches Serien-Potenzial gibt. Und es wäre jammerschade, würde man dieses Potenzial brach liegen lassen. Aber es gibt noch viel zu tun.

Was, wenn Inspektor Columbo den Event in Nizza, 14. Juli 2016, untersuchen würde?

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TV-Serie Columbo – 2.Staffel – Umschlag der DVD

Ehrlich gesagt, ich zermartere mir schon seit Wochen mein Hirn, bezüglich des Events in Nizza, 14. Juli 2016, und da erinnerte ich mich an die alte TV-Serie Columbo, in der Peter Falk die (fast) perfekten Morde am Ende doch noch aufklären konnte und den Mörder mit einem kleinen Detail zu überfuhren wusste. Ja, das war und ist großes Kino auf der kleinen Mattscheibe. Und wie Inspektor Columbo bin auch ich über ein Detail gestolpert, das keinen Sinn ergibt.

Also! Laut einem Bericht der Behörden, deren Grundlage die Auswertung der Überwachungskameras war, hat der LKW seine „Todesfahrt“ um 22 Uhr 32 und 33 Sekunden begonnen. Die Fahrdauer für die 2000 Meter betrug 3 Minuten und 14 Sekunden. Um 22 Uhr 35 und 47 Sekunden war der Spuk vorüber und der (vermeintliche) Fahrer des LKWs tot.

Mit anderen Worten, die ganze Chose lief gegen 22:30 ab. Hört man sich die Zeugenaussagen an, werden ganz andere Uhrzeiten genannt. Wie kann das sein? Allen voran der deutsche Journalist G., der von seinem Balkon einen Videoclip des vorbeifahrenden LKWs machte. Warum gab er drei verschiedene Uhrzeiten an? 22:45, 23 Uhr und 23:07? In seiner ersten Liveschaltung, um Mitternacht des 14.07., sprach er im deutschen TV von „gegen 23 Uhr“. Selbiges gilt für den Helden auf dem Motorscooter, der im Clip von Journalist G. zu sehen ist. Was gibt er für eine Uhrzeit an? „Gegen 23 Uhr“. Die Liste ließ sich noch beliebig fortsetzen, doch wollen wir es bei diesen beiden wichtigen Augenzeugen belassen.

Nun? Was mag die Erklärung für diese Widersprüche sein? Noch am nächsten Morgen, im Morgenmagazin des deutschen TV, blieb Journalist G. bei „gegen 23 Uhr“ bzw. „um genau 23 Uhr 07“. Warum gab es keine Abstimmung? Es liegt auf der Hand, dass Journalist G. die Uhrzeiten „eingeflüstert“ bekam. Ansonsten hätte er einfach jene Uhrzeit genannt, die ihm sein Smartphone anzeigte, als er den Clip abspeicherte. Wer könnte also einen deutschen Touristen, der sich zufällig mit seiner Familie in Nizza aufhielt, gebeten oder gezwungen haben, eine falsche Aussage zu tätigen? Vor aller Welt? Früher oder später mussten diese Falschaussagen ja ans Licht kommen. Und dann? Lässt man nun Journalist G. im Regen stehen? Schiebt man ihm den Schwarzen Peter zu? Oder versuchen nun Medien und Behörden dieses „Detail“ als unwichtig unter den Teppich zu kehren? Ich muss Sie hoffentlich nicht daran erinnern, dass das Tätigen einer falschen Zeugenaussage strafbar ist, oder? Vorausgesetzt, Journalist G. gab eine falsche Uhrzeit zu Protokoll. Gut möglich, dass er den Behörden die richtige Uhrzeit nannte, den Medien die falsche(n). Fragt sich nur, warum?

Sehen Sie, darüber zermartere ich mir meinen Kopf. Ich weiß einfach nicht weiter. Habe ich etwas übersehen? War dieser Widerspruch von Anfang an geplant? Könnte es sein, dass gewisse (lokale) Kreise in Nizza und Frankreich nicht mitspielen wollten und es deshalb zu diesen merkwürdigen Ungereimtheiten kam? Ein Indiz wäre die Aussage von Polizistin Sandra Bertin, die Anschuldigungen gegen den französischen Innenminister und seinem Kabinett erhob, da ihr Bericht in Bezug auf die Auswertung der Überwachungskameras, verfälscht wurde.

Wie dem auch sei, wäre ich Redakteur eines Medienhauses, das der Wahrheit verpflichtet ist, dann würde ich Journalist G. mit diesem Widerspruch konfrontieren. Der Rest, wie man so schön sagt, ergibt sich dann von ganz alleine – und vielleicht, wer weiß, können wir endlich einmal das (beinahe) perfekte Verbrechen aufklären. Als Belohnung dürfen wir uns dann eine Folge von Columbo in aller Ruhe angucken … aber eine Frage hätte ich noch, Sir.

Wann hat das Feuerwerk in Nizza, geplant für 22 Uhr, nun tatsächlich begonnen und wann hat es tatsächlich geendet? Als geplante Dauer war 20 Minuten angegeben. Sieht man sich die ersten Medienberichte vom 14.Juli an, so heißt es, dass der LKW während bzw. kurz vor dem Ende des Feuerwerks in die Menge fuhr. Es waren vor allem zwei Journalisten, der eine der Urlauber G. am Balkon des Westminster Hotels, der andere Damien Allemand, Reporter der Lokalzeitung Nice-Matin, die davon sprachen, dass das Feuerwerk vorbei war und die Leute auseinanderströmten, als der LKW kam. Erst am nächsten Tag wurde das offizielle Narrativ dahingehend angepasst. Ich weiß, es ist nur ein Detail, aber es muss doch jeden stutzig machen, dass es nicht möglich ist, aus den Medienberichten zu erfahren, wann das Feuerwerk tatsächlich anfing und wann es zu Ende ging. Und die Behörden üben sich in Schweigen. Wäre ich Redakteur eines Medienhauses, das der Wahrheit verpflichtet ist, dann würde ich in Nizza nachfragen. Oui, oui!

Nizza, Paris, Charlie, San Bernardino, Boston und der Krieg gegen deine Wahrnehmung

Der obige Video erzählt von einer kleinen australischen Filmgesellschaft, die in zwei Jahren acht Clips produzierte, diese für echt und authentisch ausgegeben und über Umwege ins Netz gestellt hatte. Einige der Clips gingen viral und wurden sogar von großen Medienhäusern aufgegriffen und im TV gezeigt. Allerhand, nicht? Im Video hören wir, was Forensiker David McKay zu sagen hat, wenn es darum geht, zwischen echtem und unechtem Filmmaterial zu unterscheiden:

„Unsere Augen sind ziemlich komplex. Wenn sich etwas nicht richtig anfühlt, dann ist es wahrscheinlich auch der Fall.“ [meine Übersetzung:] Our eyes are pretty complex.  If something does’t feel right, that’s probably the case.

Was hat das jetzt mit Nizza, Charlie Hebdo, Brüssel, Paris, Boston, San Bernardino und anderen Terroranschlägen zu tun? Nun, wenn man die behördlichen und medialen Verlautbarungen überprüfen möchte, bleibt einem nichts anderes übrig, als Außenstehender, überliefertes Bildmaterial sowie Augenzeugenberichte zu sichten und mit dem Narrativ in Einklang zu bringen. Gewiss, Sie können Behörden und Mainstreammedien vollkommen vertrauen und diesen einen Persilschein ausstellen. Aber ehrlich gesagt, ich möchte noch für eine Weile skeptisch und kritisch bleiben, weil früher oder später werden wir so oder so vor vollendeten Tatsachen gestellt. Sie wissen schon, die Sache mit dem Stiefel und dem Gesicht und George Orwell.

Egal welches Ereignis der letzten Jahre ich zur Überprüfung heranziehe, das Bildmaterial und die Aussagen der Augenzeugen fühlen sich nicht richtig an. Könnte ich mich irren? Natürlich. Schließlich ist es ja nur ein Bauchgefühl – aber eine andere Möglichkeit der Überprüfung gibt es für mich (und auch für Sie) nicht.

Nehmen wir Nizza und die (vermeintliche) Tatsache, dass ein LKW in eine und durch eine Menschenmenge gerast sei. Hier der Bildausschnitt aus einem Videoclip, der die Menschenmenge vor einer der vier Bühnen zeigt. Die Aufnahme entstand letztes Jahr, 2015.

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Versuchen Sie sich jetzt vorzustellen, ein LKW käme von links ins Bild und pflügte durch die Menge. Was meinen Sie, wie sich das Szenario abspielen würde? Ich will es an dieser Stelle nicht im Detail schildern, aber wenn man sich das bisherig überlieferte Bildmaterial ansieht, kann man nur zum Schluss kommen, dass ein LKW nicht durch solch eine Menge gefahren sein kann. Im obigen Bild gäbe es tausende Augenzeugen, tausende Ohrenzeugen – die meisten von ihnen würden vermutlich einen Schock, jene, die nahe am Geschehen waren, mit Sicherheit eine posttraumatische Belastungsstörung davontragen. Die Umstehenden würden sich mit Sicherheit die Seele aus dem Leib kotzen, so sie das viele Blut, die Körperteile, die Eingeweide, die zerquetschten Leichen usw. sehen. Niemand der auch nur im Ansatz begreifen könnte, was hier gerade geschehen ist. Dann ist da noch die ohrenbetäubende Kakofonie an Schreien. Kein Mensch kann jemals den Hilfeschrei einer Mutter vergessen, die ihr Kind im Blut liegen sieht. Kein Mensch würde sich davon in kurzer Zeit erholen können. Viele in Schock geratene Leute würden ihre verletzten oder toten Angehörigen aufhelfen wollen, andere würden mit glasigem Blick wie ferngesteuert herumgehen und andere würden sich auf den Boden setzen und in eine Leere starren. Nichts von alledem ist in den Clips und Fotos zu sehen. Nichts von alledem ist in den Zeugenaussagen herauszulesen – man höre sich das Interview der SWR-Reporterin Janine Konopka an, die privat mit ihrer Mutter in Nizza weilte und das Fest besuchte: Die beiden entgingen nur knapp dem LKW-Anschlag: „Der LKW hat ja sämtliche Menschen mitgerissen … wir waren, wirklich, ein paar Millimeter von ihm entfernt … die Menschen lagen ja schwer verletzt am Boden …“. Jener Ägypter, der sich heldenhaft vor den LKW stellte, als der Fahrer anhielt, meinte, er hätte zuerst an einen Unfall gedacht [während Konopka sofort an einen Terroranschlag dachte]. Der Platz, an dem der Showdown stattfindet, sollte eigentlich mit Leuten gefüllt sein – tatsächlich aber gibt es nur ein paar Polizisten und den ägyptischen Zeugen. Wo sind all die Leute hin? Das Festival mit den Musikeinlagen hat gerade erst begonnen, niemand, der schon jetzt nach Hause gegangen wäre. Und warum sieht der ägyptische Zeuge nicht, wie der LKW durch die Menge pflügte, sozusagen die „Menschen mitriss“?

„Ich habe dem Fahrer gewunken, ‚Stop! Da ist ein Mädchen unter dem LKW‘, sagt Nader El Shafei, ein ehemaliger Bankier dem französischen Sender BFM-TV. „Wir dachten, er hätte die Kontrolle über das Fahrzeug verloren“, ergänzt Nader.

Echt jetzt? Im Hintergrund müssten sich Horrorszenarien abgespielt haben [Frage: ‚Brach Panik aus?‘ – Konopka: ‚Ja, absolut!‘], die jegliches Vorstellungsvermögen sprengen und der gute Mann sieht ein Mädchen unter dem LKW. Wie kann er überhaupt das Mädchen unter dem LKW gesehen haben? Wurde sie mitgeschleift? Stand er seitlich zum LKW? Und wie schnell oder langsam ist der LKW überhaupt gefahren, dass er das sehen konnte? Auf Konopka wirkte es, wie das „Überrollen von 200 Stundenkilometer“. Sich vor einen fahrenden LKW zu stellen und zu winken, also, das macht man nur, wenn man auch davon ausgehen kann, dass der Fahrer das Fahrzeug rechtzeitig zum Stehen bringen kann.Sie dürfen jetzt Ihre Physik-Schulbücher abstauben und sich die Seite mit den Formeln für Anhalte- und Bremsweg zu Gemüte führen. Sollte der LKW nämlich – wie es offiziell heißt – mit satten 90 km/h dahergekommen sein, müsste der ägyptische Zeuge rund 100 Meter weit wegstehen – ansonsten wäre er wohl – wie das Mädchen – auch unter den LKW gekommen. Und wenn wir vom Endpunkt des LKWs die 100 Meter zurückgehen, dann hätte der Fahrer eigentlich bereits nach dem @gutjahr-clip die Bremsung einleiten müssen – aber er fuhr, wie man eindeutig sieht, anfangs Schrittgeschwindigkeit und beschleunigte aus dem Bild hinaus. Ich hätte ja gerne gewusst, wie schnell so ein 19-Tonner auf 90 km/h beschleunigt, aber es ist mir nicht möglich gewesen, das herauszufinden. Die Strecke, die der LKW nach dem @gutjahr-clip noch bis zu seinem Haltepunkt zurücklegte: ca. 200 Meter. Warum der Fahrer schlussendlich anhielt, bleibt wohl für immer ein (weiteres) ungelöstes Rätsel in der Historie der Terroranschläge.

Sehen Sie, all das (und noch vieles mehr) macht für mich keinen Sinn. Deshalb zweifle ich am offiziellen Narrativ. Dabei wäre es recht simpel, die Behörden müssten nur die Bilder der Überwachungskameras mit Zeitstempel freigeben – dann sollten sich die Puzzleteile wie von selbst zusammenfügen. Vorausgesetzt, man schnippelt nicht an ihnen herum – Pentagon 9/11, you know – oder gibt einen Kurzfilm der Filmhochschule mit dem Titel Sternenspritzer als authentische Aufnahme einer Überwachungskamera in einem Pariser Café aus. Mon Dieu.

So lange Behörden und Regierungen den Bürgern die Fakten vorenthalten, so lange darf jeder glauben, was er möchte. Ist ja auch schön, nicht? Oder wollen Sie mir am Ende sagen, dass 2 +2 = 5 ist und der Kaiser sehr wohl ein Kleid trägt?

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Falls Sie wissen wollen, wie ein echter Anschlag und eine echte Untersuchung aussieht, empfehle ich Ihnen, dass Sie sich mit den Bombenanschlag in Bologna, 1980 auseinandersetzen. Die Hintermänner dieses Anschlags wurden nie aufgedeckt, während der italienische Geheimdienst und die Freimaurerloge P2 (die wiederum mit dem CIA und dem Vatikan in Verbindung stand – siehe Gladio) die Untersuchungen mit allen Mitteln sabotierten. Die Opfer des Anschlags können auch nach über 20 Jahren kein normales Leben führen. Im Gegensatz dazu lächeln uns gegenwärtig immer wieder hübsche Gesichter aus dem TV entgegen, die blumig und wortreich beschreiben, wie Leute von den Terroristen erschossen, von Bomben zerrissen oder von einem LKW wie Bowlingkugeln umgeworfen wurden. Authentisch, my ass.