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Der Hofnarr und das Geschrei am Hofe des Königs oder: Wer hat Angst vor 9/11?

rkb in NYC

Als ich 1993 New York City besuchte, da war ich dann doch überwältigt, von der Größe, aber auch enttäuscht, weil die (Electronic und Games) Stores gar nicht so supersized waren, wie ich mir erträumte. Immerhin konnte ich Filmplakate erstehen, die es in Österreich einfach nicht gab, genausowenig wie das Schnurlostelefon mit Anrufbeantworter (Huh, die damalige Post hätte mich an den Ohren aufgehangen, hätten sie mich mit dem nicht genehmigten Teil erwischt). Auch standen ein paar Kinofilme am Programm, die erst Wochen oder Monate später in die heimischen Kinos kommen sollten (wie zum Beispiel Jurassic Parc oder Posse oder Cliffhanger oder The Last Action Hero).

Beinahe 20 Jahre später, dank einer überbordernden virtuellen Informationsflut (wir nennen es Internet), wird mir Stück für Stück klar, dass die Dinge nicht so sind, wie sie auf dem ersten, vielleicht sogar zweiten Blick scheinen.

Manchmal, wenn ich mir so den Kopf über dies und das zerbreche, dann frage ich mich still und heimlich, ob es nicht besser gewesen wäre, ich hätte Pandoras Box nicht geöffnet und wäre dieser naive junge Kerl, der sich für Rollenspiele und Kinofilme interessierte und die Mediensicht auf die Welt für bare Münze nahm. Anders gesagt: Aus dem Internet vertrauenswürdige und gesicherte Informationen zu bekommen verhält sich analog eines Durstigen, der aus einem Feuerwehrschlauch trinken möchte. Am Ende ist er nass, aber noch immer durstig. Diese hübsche Analogie stammt leider nicht von mir.

Kommen wir nun zum eigentlich Thema. Zeit ist ein knappes Gut. Also, ich habe mir gedacht, dass ich vielleicht die nächsten Wochen hin und wieder ein paar Meinungs-Schnippel zu interessanten Verschwörungstheorien blogge. Schadet nichts, oder? Damit trete ich freilich in die Fußstapfen der amüsanten Hofnarren, die sich als Einzige erlauben durften, dem König und seinem Gefolge ein paar hässliche »Wahrheiten« an den Kopf bzw. die Köpfe zu werfen. In den Worten von Billy Wilder hört sich das dann so an: Wenn du Leuten die Wahrheit sagst, sei witzig, oder sie werden dich in der Luft zerreißen. Hm. Dummerweise geht den meisten Leuten aber der Humor ab, wenn es um historisch relevante Ereignisse geht. Oder es fehlt einfach das vitale Interesse, die hundertste Version einer „es war ganz anders“-Theorie zu hören oder zu lesen.

Die Frage, die sich jetzt stellt, ist, warum ich mir das antue? Werde ich mit Ru(h)m und Ehre überschüttet? Oder wenigstens mit klingenden Münzen? Werde ich bejubelt und beklatscht? Werde ich der Retter der Nation sein? Hm. Seien wir ehrlich. Ich werde mir höchstwahrscheinlich die Finger verbrennen und mich großartig lächerlich machen, weil, naja, weil manche Wahrheitswächter nur eine einzige Wahrheit zulassen können und das ist die Wahrheit der Masse und der Presse.

Ich will es heute für gut sein lassen, möchte aber nur einen klitzekleinen Seitenhieb ins Feld führen, das dem einen oder anderen vielleicht kurz die Stirn runzeln lässt. Hoffentlich. Dummerweise ist es nicht sonderlich lüstig. Okay, vielleicht schaffe ich es, die nächsten Male ein wenig Witz in die morbide Angelegenheit zu bekommen. Also, nehmen wir an, ein institutionelles Gebäude in der Hauptstadt würde lichterloh brennen und die Regierung und die Medien benennen die Schuldigen dieses offensichtlichen Brandanschlages innerhalb kurzer Zeit, ohne dass Beweise oder Fakten angeführt werden. Gewiss, es gibt eine Reihe von illustren Zeugenaussagen, die in eine Richtung zeigen. Würden Sie in den Chor der Mehrheit/Presse einstimmen? Oder würden Sie kurz inne halten und sich fragen, was zum Teufel da vor sich geht? Später wird dann von der Regierung gefragt, ob die Bürger den totalen Krieg wollen. Ich schätze, hier aufzustehen und die Frage zu verneinen, wäre sehr unpatriotisch gewesen. Und hätte wohl dazu geführt, dass man dem Slogan »Arbeit macht frei« am eigenen Leib erfahren hätte. Apropos Arbeit, da fällt mir ein, dass es tatsächlich progressive Vordenker gibt, die meinen, dass Arbeit in naher Zukunft ein wenig anders ausfallen wird. Einfach, in dem wir weniger arbeiten und dadurch mehr Lebensqualität zurückbekommen – oder weil Jobs, wie wir sie heute kennen, schlicht obsolet werden. Okay, klingt nach einem Witz, nicht? Na, bitte, jetzt haben Sie aber gelacht, nicht?

9/11 – von Terroristen und Hexenmeistern im Club der Inquisition2.0

»Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat.«
Voltaire (1694 − 1778)

»Wenn der Präsident etwas tut, dann heißt es, dass es nicht illegal ist.«
Richard Nixon, 1977

»Dieser War on Terrorism ist Schwindel«
Michael Meacher
Umweltminister von GB (1997 – 2003)
wurde wegen dieses Artikels im Guardian von Tony Blair gefeuert

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update: Der Schweizer Historiker Daniele Ganser schreibt im Schweizer Tagesanzeiger über WTC7 und andere Rätsel rund um 9/11. Ganser hält auch einen 60minütigen Vortrag über 9/11 (in Englisch).

update: Gute Zusammenfassung  «9/11 and the Conquest of Iraq» link

update: Gute Querverweise zw. JFK und 9/11 link

update: Darstellung von «Operation Northwood» – der Plan des US-Militärs in den 1960ern sah vor Anschläge in den USA zu verüben, um sie Fidel Castro in die Schuhe zu schieben und einen guten Grund zu bekommen, Kuba zu besetzen. Die Kennedy-Regierung lehnte den Plan ab. link

update: «Former chief economist for the Department of Labor during President George W. Bush’s first term Morgan Reynolds comments (2005) that the official story about the collapse of the WTC is “bogus” and that it is more likely that a controlled demolition destroyed the Twin Towers and adjacent Building No. 7.» – Washington Times/UPI, 6/13/05 link

update: Susan Lindauer was a U.S. Intelligence Asset covering Iraq and Libya at the United Nations from 1995 to 2003. «The New York media never investigated reports that security cameras in the parking garage had photographed mysterious trucks/vans arriving at the World Trade Center at about 3 a.m and departing at 5 a.m, before Type AAA personalities arrived to start their days on Wall Street. The vans were different than the janitorial trucks, in make, model and decal. They arrived at the World Trade Center from August 23 to September 3.» link

Am 11.September 2011 jährt sich die größte Verschwörungsaktion in der Geschichte der Menschheit. Runde Geburtstage sollte man ja unbedingt feiern. Am besten mit viel Alkohol. Erst wenn man sich die Birne einigermaßen weich gesoffen hat, ist man in der Lage, das offizielle Märchen von 9/11 zu akzeptieren. Hicks.

Ich habe nicht viel Zeit. Und ich gehe davon aus, dass Sie auch nicht den ganzen Tag mein Konvolut an Thesen und Meinungen und Anmerkungen und Hinweisen lesen möchten. Deshalb mache ich es mir einfach und verweise auf jene TV-Dokumentationen, die auf respektablen öffentlich rechtlichen Sendern gezeigt wurden, als da wären: ORF, WDR, BBC. Natürlich ist es nicht legal, diese Dokus hier zu posten, weil sie widerrechtlich auf youtube hochgeladen wurden. Gut möglich, dass ich mich dadurch ins Knie schieße und man mir die Hölle heiß macht. Andererseits, ich bin ja doch nur ein brotloser Schriftsteller, bei mir gibt’s nichts zu holen. Bitte bedenken Sie, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis youtube und google und wie sie alle heißen, Mittel und Wege finden werden, widerrechtlich hochgeladenes Material zu löschen oder wenigstens zu unterdrücken. Das gilt nicht nur für Kommerz-Dosen-Musik oder abgefilmte-Wackel-Hollywood-Filme, sondern auch für Material, an dem der aufgeklärte Bürger großes Interesse haben müsste.

Zu den Clips/Weiterlesen

Angela Merkel und ihre politischen Verbindungen oder: What the heck is going on?

Angela Merkel und ihre politischen Verbindungen

Essay des französischen Journalisten Thierry Meyssan

entnommen: www.voltairenet.org/Angela-Merkel-eine-Neokonservative (oder als PDF) »[…] Von nun an wird Angela Merkel von zwei wichtigen Pressegruppen offen unterstützt. Sie kann auf Friede Springer zählen, der Erbin der Axel-Springer-Gruppe (180 Zeitungen und Zeitschriften, darunter «Bild», «Die Welt»). Die Journalisten der Gruppe müssen eine Verlagsklausel unterschreiben, die festlegt, dass sie sich für die Entwicklung der Transatlantischen Verbindungen und für die Verteidigung des Staates Israel einsetzen. Angela Merkel kann auch auf ihre Freundin Liz Mohn zählen, Direktorin der Bertelsmann-Gruppe, Nummer 1 der europäischen Medien (RTL, Prisma, Random House usw.). Frau Mohn ist auch Vizepräsidentin der Bertelsmann-Stiftung, die den intellektuellen Stützpfeiler der euroamerikanischen Verbindungen bildet. Angela Merkel stützt sich auf die Ratschläge von Jeffrey Gedmin, der vom Bush-Clan speziell für sie nach Berlin geschickt wurde. Dieser Lobbyist hat zuerst für das American Enterprise Institute (AEI) [2] unter der Direktion von Richard Perle und der Frau von Dick Cheney gearbeitet. Er ermutigt sie sehr, den Euro dem Dollar anzupassen. In der AEI hat er zuvor die New Atlantic Initiative (NAI) geleitet, die alle wichtigen amerikafreundlichen Generäle und Politiker Europas vereinte. Er hat auch am Project for a New American Century (PNAC) mitgewirkt und das Kapitel über Europa in diesem Programm der Neokonservativen verfasst. Dort schreibt er, dass die EU unter der Kontrolle der NATO bleiben muss und dass dies nur möglich sein werde, wenn «die europäischen Forderungen nach Emanzipation» geschwächt werden können. [3] Gleichzeitig ist er auch Verwalter des CCD (Council for a Community of Democracies), [4] der eine UNO der zwei Geschwindigkeiten fordert, und er übernimmt die Leitung des Aspen-Instituts in Berlin. [5] Das Angebot seines Freundes John Bolton, [6] Stellvertretender Botschafter der USA bei der UNO zu werden, lehnt er ab, damit er sich ganz der Betreuung von Angela Merkel widmen kann. 2003 vertraut das State Departement Jeffrey Gedmin und Craig Kennedy ein ausgedehntes Programm für «öffentliche Diplomatie» an, das heißt für Propaganda, welches unter anderem die geheime Subvention von Journalisten und Meinungsbildungsstellen in Westeuropa beinhaltet. [7] 2003 widersetzt sich Gerhard Schröder der anglo-amerikanischen Operation im Irak. Angela Merkel veröffentlicht daraufhin eine Stellungnahme in der Washington Post, [8] in der sie die Chirac-Schröder-Doktrin der Unabhängigkeit Europas zurückweist, ihre Dankbarkeit und Freundschaft gegenüber «Amerika» betont und den Krieg unterstützt. […]«

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Wenn Sie vom obigen Wust an Informationen nichts verstehen, trösten Sie sich, Sie sind nicht allein. Und ich habe diesen Absatz nur deshalb gewählt, um Ihre Aufmerksamkeit auf diese Vielzahl an Organisationen zu richten, die hier explizit erwähnt werden. Gut, manche kennt man nur zu gut (oder glaubt sie, gut zu kennen) wie die gute alte NATO (»Yah, we are the good guys and bombing everything we want with everything we have in f***ing Libya!«) oder die UNO (»You mean, it’s not okay when Israel starve innocent people? Hm. Let’s discuss that point.«). Dann sind da natürlich die offiziellen Ämter und Institutionen. Okay. Und dann scheint es noch eine Reihe anderer, unbekannter Organisationen zu geben, die scheinbar eine Rolle am Polit-Parkett spielen. Hm. Klar. Das ist hohe Politik, davon versteht unsereins nichts.

Aber auch wenn wir nichts, rein gar nichts verstehen, so sollte uns eines klar sein: diese Organisationen brauchen Geld. Vermutlich viel Geld, um ihren Einfluss und ihre Propaganda geltend zu machen – gehen wir jetzt mal davon aus, dass sich alles im rechtlichen Rahmen abspielt, wobei ich dahingehend  natürlich leichte Zweifel habe, aber schieben wir diese mal beiseite, für den Moment. Nun, wer ist in der Lage viel Geld locker zu machen? Richtig. Leute die viel Geld haben. Oder staatliche Institutionen, die viel Geld haben. Oder Konzerne, die viel Geld haben.  Mit anderen Worten: weder ein, pardon, intelligenter Schlurf wie Sie, noch ein sich selbst verlegender Indie-Autor aus einer Provinz-Metropole im Herzen Europas (»Yah, it’s famous Lippizzaner-Vienna, Pal!«). An dieser Stelle muss uns eines wie Schuppen von den Augen fallen: WIR haben keinen Einfluss und werden auch nie einen haben. Warum? Weil uns das Geld fehlt. Und wer Geld hat, schafft an. Das wusste schon mein Großvater und ich schätze, der hat es wiederum von seinem Großvater und dieser … okay, Sie wissen, worauf ich hinaus will, oder?

Karl Marx – nein, sorry, ich habe nichts von ihm gelesen, vielleicht im nächsten Leben, wenn ich viel Geld habe; mein Wissen stammt von US Prof. Richard D. Wolff – Karl Marx hat sich Mitte des 19. Jahrhunderts Gedanken gemacht, wie es sein kann, dass diese neue Wirtschaftsordnung, die den Feudalismus abgelöst hat (»Bastille en 1789, tu sais?«) und Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit versprach, dass diese neue Wirtschaftsordnung die Menschen nicht frei und schon gar nicht gleich machte. Hm. Seltsam, nicht? Diese freie Marktwirtschaft (Kapitalismus ist ein Wort, das mir nur schwer über die Lippen kommt, weil ich im gleichen Atemzug eine demonstrierende Menschenmenge von jungen Leuten sehe, die sehr unangepasst wirkt und sich zumeist um das Wort Anti schart – das ist natürlich ein perfektes Beispiel wie Propaganda des elitären Establishments funktioniert: sie zeigen nicht mit den Fingern auf die linken Leutchen, sondern lassen andere, uns, diese mittige Mitte mit den Fingern auf diese zeigen), also, diese freie Marktwirtschaft hat die seltsame Angewohnheit, Geld und Marktmacht zu konzentrieren. Wer jemals Monopoly oder DKT gespielt hat, der weiß, was ich meine. The Winner takes it all, Baby!

Glücklicherweise gab es aber Politiker und Bewegungen, die diese ungünstige Machtkonzentration aufzuzeigen und zu zerbrechen wussten. Wobei, manche überspannten den Bogen und was die Russische Revolution hervorbrachte war eine unfreie Marktwirtschaft, kein Kommunismus im Sinne von Marx. Wie dem auch sei, das elitäre Establishment hat sich in die Hose gemacht, vor diesem roten russischen Wahnsinn und sich deshalb gedacht, ein braunes germanisches Reich würde sich schon mit dem Roten Bären ordentlich behaken. Naja. Wie das ganze ausging wissen wir (es sei denn, Sie haben im Geschichts-Unterricht gepennt).

Kommen wir wieder zurück. Zum Geld. Also. Wer Geld hat, schafft an. Gut. Das wissen wir, oder? Wenn wir also diesen Fakt akzeptieren, dann ist klar, dass wir diese Welt nur dann zum Guten (äh, die Definition wird nachgereicht) ändern, wenn wir, die Guten, das dafür nötige Geld haben. Und wenn Sie jetzt meinen, dass ich zu einem Spendenaufruf aushole, äh, nope, da muss ich Sie enttäuschen, weil, damit habe ich nichts am Hut. Was es braucht, wäre eine Veränderung der Herrschaftsstruktur in Bezug auf die Geldverteilung. Hm. Marx meinte, jeder, der einen Überschuss (Surplus) produziere, solle auch abstimmen dürfen, was mit dem Überschuss zu geschehen habe. Vereinfacht ausgedrückt: jeder Arbeiter, jeder Angestellte eines Unternehmens wird zu einem Mit-Geschäftsführer. Absurd?

Absurd ist es, dass es so abläuft, dass wir zwar in einer Demokratie leben, aber wenn es um die Wirtschaft geht, dann akzeptieren wir hierarchisch totalitäre Strukturen. Ist das schon mal jemanden aufgefallen? Was ist das also für eine aufgeklärte humane Scheiße, pardon, wenn wir Diktaturen und Regime in Konzernen akzeptieren. Ist Wirtschaft Krieg? Wer sagt das? Wo steht das? Bullshit, sage ich.

Genausowenig, wie mir, als Selbstständiger Indie-Autorenverleger, jemand sagt, was ich mit meinem Überschuss (gehen wir mal davon aus, okay?) zu tun habe. Ich kann entscheiden, ob ich es in eine Bar auf den Kopf schmeiße oder neue Bücher produziere oder neuen Autoren eine Chance gebe oder vielleicht eine Kindertagesstätte aus dem Boden stampfe oder ein Café mit gesunder Bio-Kost eröffne. Absurd? Nope.

Damit beende ich mal meinen kleinen Diskurs. Und möchte noch einmal dezent darauf hinweisen, dass am 8. September 2001 der US-Verteidigungsminister Rumsfeld (»We shot down the plane over Pensylvania.«) bei einer Pressekonferenz zugeben musste, dass das Pentagon einen Fehlbetrag von … äh 2,3 Billionen US Dollar oder 2300 Milliarden Dollar oder 2,3 Millionen Millionen Dollar habe. Okay, ich wiederhole mich. Aber ich mache es deshalb, weil die Mainstream-Medien es nicht der Mühe wert finden, darüber zu schreiben. Ich meine, für ein paar Milliarden fressen mir sicherlich alle Politiker aus der Hand, wenn ich sie füttern würde wollen. Und manche sehen ja ziemlich verfressen drein. Ich nenne keine Namen, nein, nein. Und den Circle/Kreis will ich auch nicht schließen. Google+ hin oder her.

Übrigens, mit diesem Fehlbetrag könnte man jedem US-Bürger rund 8000 US Dollar auszahlen. Und wer sagt mir jetzt, dass ein Bedingungsloses Grundeinkommen nicht finanzierbar ist?

Wie sich ein System finanziert oder Plündern wir die Offshore Steuerparadiese!

Gemäß dem Merriam-Webster Wörterbuch: Wenn ein Staat plündert, nennt man das Krieg. Hingegen, wenn Personen plündern, dann nennen wir sie Piraten. Aber manchmal können auch Staaten wie Piraten handeln. According to Merriam-Webster, when nations seize loot, it is called war.  However, when individuals seize loot, we call them pirates.  But sometimes nations can act like pirates too.  Jane Stillwater for Truthout – der Artikel ist wirklich funny 🙂

Hier ein Interview mit Nicholas Shaxson, Autor des Buches Treasure Islands: Uncovering the Damage of Offshore Banking and Tax Havens

Wenn wir wissen wollen, wie zum Beispiel die US Ölindustrie in Steuerfragen agiert, nun, dann kommt man nur zu einem Schluss: Steuern vermeiden auf Teufel komm raus und öffentlich immer wieder lancieren, dass man seinen gerechten Anteil einzahlt. Ja, so funktioniert das Spielchen:

Exxon zahlt weniger Steuern als ein US Bürger

The oil and gas industry pays its fair share in taxes, behauptet CEO von Chevron John Watson. Wie sieht die Wirklichkeit aus? Over the past five years Exxon has paid at a 3.6% rate (federal tax as a percentage of total pre-tax profits). Chevron was little better at 5.6%. link

Beinahe 1 Billion US-Dollar Profit in den letzten 10 Jahren!

Österreich auf dem 12. Platz. Gar net schlecht.
Banken sind da vielleicht sogar noch perfider, wenn sie sich ungeniert hunderter von Offshore-Filialen in Steuerparadiesen bedienen und sich auf Gesetze berufen, die ihnen genau das erlauben. Hm. Seltsam, nicht, was die Globalisierung so alles möglich gemacht hat? Während Güter von einem Ende der Welt zum anderen transportiert und verkauft werden kann, können das Finanztransaktionen schon längst. Innerhalb von wenigen Sekunden können Milliarden und Billionen herumgeschoben werden. Deshalb würde es nichts nutzen, ein Steuerparadies zu schließen – Schwuppdiwupp würden zwei oder drei neue entstehen, die sich gerne bereit erklären würden, die prall gefüllte Schatzkiste in Empfang zu nehmen. Hier die Liste der Länder, die recht verschwiegen sind: Financial Secrecy Index. Österreich liegt gar nicht schlecht am 12. Platz. Damit haben wir sogar Bahrain und Guernsey hinter uns gelassen. Deutschland befindet sich hier gar nicht auf der Liste. Riecht fast nach Cordoba.

Gier beibt Gier!
Machen wir uns bitteschön nichts vor. Steuern finanztechnisch zu umgehen, mag vielleicht legal sein, aber für das Gemeinwohl der Völker oder des Bürgers ist es abträglich. Es  geht schlicht und einfach um eine systemimmanente Gier, die hier befriedigt wird. Punkt. Und Vorsicht: Wenn wir, als gewöhnlicher Bürger, beginnen, die Konzerne in Schutz zu nehmen, haben wir de facto schon verloren. Eine freie Marktwirtschaft hatte noch nie das Gemeinwohl eines Staates im Sinn. Zwar wird uns das immer wieder von den PR-Agenturen verkauft (umsonst!), aber die Wirklichkeit (Company Tax Paying Rankings) sieht anders aus. Wir haben die letzten Jahre ja hinlänglich gesehen, wohin ein deregulierter Finanzmarkt führen kann, oder? Je gieriger die Marktteilnehmer werden, desto gieriger werden sie. Das ist eine logische Konsequenz. Und mit der Gier schwindet auch eine Hemmschwelle. Und mit Geld lässt sich viel Einfluss erkaufen. Wirklich.

Ein gefräßiges Monstrum!
Ich denke, der gewöhnliche Bürger kann unmöglich all die Zusammenhänge erkennen. Das politische und wirtschaftliche Geflecht ist so ineinander verwoben, das niemand mehr so recht weiß, an welcher Schraube noch gefahrlos gedreht werden kann, ohne dass ein System am anderen Ende kollabiert. Wir sitzen in der Scheiße. Das klingt jetzt natürlich nicht sehr schön, aber wir müssen es wohl so ausdrücken. Wir haben nämlich ein gefräßiges System erschaffen, ein Monstrum, das nur noch in einer gemeinsamen weltweiten Anstrengung zerstört werden könnte. Aber wie soll das gehen? Eben. Es geht nicht. Jedenfalls nicht bei Sonnenschein und einem gefüllten Teller. Das ist die Crux. Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Aus. Vorbei.

Also?
Ich habe keine Ahnung, wer meine Ausführungen hier liest. Es tut so gut wie nichts zur Sache. Ich würde es vermutlich auch nicht lesen. Wozu? Hilft es mir weiter? Nope. Macht es mich reicher? Nope. Klüger? Nope. Es ändert sich dadurch nichts. Life goes on. Je mehr wir versuchen komplexe Zusammenhänge aufzulösen, desto mehr Bürger fallen in eine lethargisch hedonistisch nihilistische Phase – oder um es Wienerisch zu sagen: »Was wülst machen? Is eh scho wurscht! Und jetzt gemma was trinken.«

Ach ja, eines noch: Geld wird tatsächlich aus dem Nichts geboren und Banken sind so freundlich, es mit Zinsen*) in Umlauf zu bringen. Im nächsten Leben möchte ich auch eine gut gehende Bank sein und kein brotloser Schriftsteller. Das gedruckte Papier mit Zahlen verkauft sich einfach besser als jede Lyrik oder jedes Epos.

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*) Wenn Sie jetzt meinen, naja, was machen schon ein paar Prozent, nun, dann sollten Sie schleunigst lernen, was es mit der Exponential-Funktion auf sich hat. Jedes stetige Wachstum kann in % ausgedrückt werden. Fein. Nehmen wir an, die Kriminalitätsrate steigt jedes Jahr um 7 %. Ist das schlimm? Klingt nicht so. Tatsächlich verdoppelt sich die Anzahl der Anzeigen alle 10 Jahre. Die Formel der Verdoppelung lautet demnach: 70 / Wachstumsrate in % pro Zeiteinheit

Wenn wir wissen wollen, wie mächtig ein stetiges Wachstum ist, so sollte man sich folgendes Beispiel vor Augen führen. Nehmen wir an zu Christi Geburt hätte jemand einen Pfennig oder einen Cent zu einem moderaten Zinssatz von 4,67 % angelegt. Somit verdoppelt sich der Betrag alle 15 Jahre. Im Jahre 15 nach Christi hätten wir somit 2 Cent. Im Jahre 30 somit 4 Cent und im Jahre 45 ganze 8 Cent. Was würde der Pfennig heute repräsentieren? Ein unvorstellbare Summe. Wirklich. Nicht einmal die Sonne aus purem Gold würde ausreichen, um den Wert darzustellen. Das Beispiel habe ich einem Manifest aus dem Jahre 1919 entnommen, das sich vehement gegen die Zinswirtschaft auf Kapital ausspricht. Namen möchte ich hier keine nennen. Man will sich ja nicht die Finger verbrennen. Yep. So funktioniert die Exponential-Funktion. Absurd, nicht?

Raten Sie mal! Verteilung des Reichtums in den USA: Realität und Wunschvorstellung

Gemäß einer im April veröffentlichten Studie Building a Better America (PDF) von Michael I. Norton (Harvard Business School) und Dan Ariely (Duke University) zeigen sich dreierlei Dinge:

  • Wie sich das Vermögen in den USA gegenwärtig verteilt;
  • Die Vorstellung des US-Bürgers, wie sich das Vermögen in den USA verteilt;
  • Der Wunsch des US-Bürgers, wie sich das Vermögen  in den USA verteilen soll;

Ich habe nun die Grafik ein wenig verändert, um daraus ein hübsches Ratespiel zu machen. Die Grafik zeigt drei Balken A, B und C. Einer steht für die gegenwärtige Verteilung, ein andere für die Vorstellung der US-Bürger, wie die gegenwärtige Verteilung aussieht und ein weiterer für die Wunschvorstellung, wie die Verteilung aussehen sollte. Es wurden 5.522 US-Bürger untersucht, die zufällig aus einem online-Panel von einer Million repräsentativen Amerikaner ausgewählt wurden und in allen Einkommensschichten zu finden sind.

Verteilung des Vermögens in den USA
Study Building a Better America (PDF) von Michael I. Norton & Dan Ariely

In Säule A würde das reichste Fünftel 84 % des gesamten Vermögens für sich haben; in Säule B  59 % und in C 32 %; das ärmste Fünftel hätte in Säule A 0,1 %, des gesamten Vermögens; in Säule B 2 % und in Säule C 11 %.

So. Jetzt dürfen Sie mal raten. Hier ist die Lösung (in weißer Hintergrundfarbe, also einfach die Zeile mit dem Cursor markieren und schon hat man die Lösung: A = tatsächliche gegenwärtige Verteilung; B = die Vorstellung der Bürger, wie die Verteilung wäre; C = der Wunsch der Bürger, wie die Verteilung sein sollte. Man schätzt, dass die Top-1%, also die Superreichen, rund 50 % des gesamten Vermögens besitzen. Coolio, ha?

Die Ergebnisse der Studie werden auf Alternet und einem US-Blog diskutiert. update: Beitrag mit tollen Infografiken über die ungleichmäßige Verteilung in den USA: It’s the Inequality, Stupid

Inequality in USA - Infografix
Inequality in USA - Infografix - klick for details!

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update: Diesbezüglich ist mein Text Der blaue Smaragd – ein Märchen ohne Hoffnung durchaus zu empfehlen, geht es darin um die Auswirkungen einer Konsumgesellschaft auf Mensch und Umwelt. Das rund 10seitige Märchen ist als PDF bzw. im Format epub gratis erhältlich.