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BuchQuartier 2019 Resümee und die Lisafizierung meines Wellenlängen-Receivers

Am Wochenende im MuseumsQuartier meine Bücher ausgestellt und – so es jemand ernsthaft darauf anlegte – verkauft. Das milde Herbstwetter am Sonntag war wohl dafür verantwortlich, dass die Besucherzahl unter den Erwartungen blieb. Exakte Zahlen hab ich freilich keine, das ist einfach eine persönliche Einschätzung. So ich nicht gerade den einen oder anderen Besucher über meine Publikationen aufgeklärt habe („Historische Roman-Reihe … Agatha Christie Krimi … Wiener Krimikomödie … Kennen Sie den Film ‚Der dritte Mann‘? …), besuchte ich meinen Tischnachbar und Spezi Jürgen (Septime Verlag) und fachsimpelte mit ihm über Gott und die Verlagswelt. Als aufstrebender Quereinsteiger-Verleger hat er zahlreiche Anekdoten und viele amüsante Erlebnisse im Repertoire. Das verkürzte uns die Wartezeit auf den nächsten Besucheransturm.

Ja, ich war ziemlich früh da. Der frühe Vogel …
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besuch mich im BuchQuartier 2019: 7./8.Dezember im MQ

Dieses Wochenende, 7. und 8. Dezember, werde ich meinen Mann respektive Autorverleger im Wiener MuseumsQuartier stellen. Das BuchQuartier ist von 11 Uhr bis 19 Uhr geöffnet. Bücher können für bare Münze bei den Ausstellern erworben werden.

Nebenbei bemerkt, wenn alles klappt, werde ich am Sonntag die letzte Lesung halten (18h30). Ich werde aus Erik lesen. Natürlich nur die jugendfreien Passagen 😉

Und ja, über Besuch würd ich mich sehr freuen. Nur dass du es weißt.

BuchQuartier 2017 und ein Gespräch über Gott und die Welt

Das war es also, das BuchQuartier 2017. Der Markt der Independent- & Kleinverlage im Wiener MuseumsQuartier ist Geschichte. Samstag und Sonntag gesellte ich mich zu all den kleinen und kleinsten Verlagen mit einem Verkaufstisch in den sogenannten Freiraum, während die Platzhirschen der österreichischen Verlagsszene in der Ovalhalle Aufstellung nehmen durften. Es fühlte sich an, als würde man wieder zur Schule gehen. Dort die lässig coolen Maturanten, die bereits per Du mit der Lehrerschaft sind und da die Erstklässler, die bereits zufrieden sind, wenn sie von den Älteren nicht angepöbelt werden. So mag es auch nicht weiter verwundern, wenn auf der einen Seite der Rubel rollte, auf der anderen der Trubel sich trollte. Das Wortspiel dürfen Sie gerne mit nach Hause nehmen.

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Psst! Ich will dir nur etwas verkaufen.

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Können Sie Rotkäppchen sehen?

Sie werden es wohl schon bemerkt haben, dass sich das Web immer mehr von einer Präsentations- zu einer Verkaufsplattform verwandelt hat. Als ich 2006 mein erstes Buch in einer Privatauflage veröffentlichte und eine Party schmiss, war Social Media kein Thema. Es reichte, E-Mails zu verschicken, um die Leute neugierig zu machen. Ja, damals klickten die Damen und Herren tatsächlich noch in eine Nachricht, überflogen den Inhalt und bildeten sich eine Meinung. Heute ist das nicht mehr möglich. Die digitale Quelle sprudelt reichlich und lässt einen beinahe in der Informations-, Newsletter-, Spam- und Werbeflut ertrinken. Wir dürfen bei alledem nicht vergessen, dass unser Gehirn jede Nachricht abarbeiten muss. Dummerweise verbraucht Gehirnleistung dermaßen viel Strom, dass unser „Betriebssystem“ bemüht ist, Tätigkeiten ins Unbewusste auszulagern oder gleich gänzlich abzustellen. Deshalb klicken wir viele E-Mails und Postings ungelesen weg. Der Betreff reicht aus, um zu verstehen, dass hier wieder jemand unsere Zeit oder unser Geld oder beides möchte. Die wirklich persönlichen Nachrichten, sie werden seltener und seltener.

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Die hohe Kunst, sich zu befreien!

Der Schriftsteller Julien Green wird von einem österreichischen Kollegen 1931 besucht. Dieser meinte, dass er nicht an die großdeutsche Gefahr glaube, wohl aber an das Ende der Welt, so wie sie die beiden noch kannten. „Sie werden sehen“, meinte der Österreicher zu Julien Green, „alles wird fabriksmäßig erzeugt werden. Es wird keine kleinen Buchbinder mehr geben, keine Porzellanflicker.“ Wenn das wahr ist, schreibt Green in sein Tagebuch, dann möchte ich nicht mehr leben.

Wer sich in seiner Wohnung oder Heimstätte oder in seinem Haus oder Zimmer oder auf seinem Schreibtisch umsieht, der wird bemerken, dass wir uns mit allerlei Sachen umgeben. Unmengen von kleineren und größeren Gegenständen. Schon alleine der Versuch, alle Sachen auf dem Schreibtisch zu zählen, scheitert. Noch vor hundert Jahren, vielleicht, konnte der (gewöhnliche) Einzelne sein Eigentum benennen, aufzählen. Heute ist es nicht mehr möglich.

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass uns das System, in dem wir leben, mit einem freundlichen Lächeln einlädt, neue Sachen zu erstehen? Aber wenn es darum geht, diese einstmals neuen Sachen weiterzugeben, sei es für Geld, sei es umsonst, dann knurrt uns das System drohend ins Gesicht. Man hat sich mit viel Mühe und Ausdauer herumzuschlagen, um Gegenstände nicht einfach auf die Müllkippe zu werfen, sondern ihnen ein neues Heim zu verschaffen. Je größer, schwerer und unhandlicher der Gegenstand, umso schwieriger, jemanden zu finden, der bereit wäre, Energie und Kosten für den Abtransport aufzubringen. Verständlich, nicht?

Wir leben in einer seltsamen Epoche, meinen Sie nicht? Wir können ein hochwertiges Hightech-Gerät, das wiederum aus unzähligen Hightech-Komponenten besteht, in Südostasien fertigen lassen, nach Europa verschicken und dort in einem Ladenlokale mit hundert anderen Geräten stapeln. Aber will man dieses funktionstüchtige Gerät, das man mit viel Vorfreude kaufte, später loswerden, gibt es keinen üblichen und einfachen Weg – man kann nicht in das Ladenlokal gehen und das Gerät abliefern. Warum eigentlich nicht?

Ich würde vorschlagen, in Zeiten, in denen Ressourcen jedweder Art knapper werden – auch wenn es keiner wahrhaben will – dass die Gemeinschaft die Verpflichtung eingeht, dafür zu sorgen, dass Gegenstände nicht einfach entsorgt, sondern im Kreislauf  belassen werden.  Eine gemeinnützige Internet-Plattform zu installieren mag nur ein erster, sehr kleiner Schritt sein. Vielmehr müssen Filialen geschaffen, Handwerker und Transporteure beschäftigt werden, die in der Lage sind, die Geräte, Produkte, Sachen zu prüfen, zu reinigen und zu reparieren. Würde man damit nicht gleich notwendige und sinnvolle Arbeitsplätze schaffen?

Aber die Wirtschaftsleutchen rümpfen dahingehend natürlich die Nase. Es geht um Verkaufszahlen. Das Rad muss sich immer schneller drehen. Ja, wir haben uns ein Wirtschaftssystem ausgesucht (freilich, es war schon da, als wir das Licht der Welt erblickten), das nur dann funktioniert, wenn konsumiert und verbraucht wird. Das mag bei Lebensmittel und nachwachsenden Rohstoffen noch angehen, aber sonst? Wie kann es sein, dass wir nur mit der Schulter zucken, wenn wir hören, dass eine Firma wie Apple jedes Jahr gezwungen ist, ein yFon, ein yPat oder einen yMäk auf den Markt zu werfen? Nur um Bilanz-Kennzahlen und Umsatz- und Profitmaximierung zu erreichen?

Die Ansicht der alternativen Leutchen, wir Bürger, wir Konsumenten, müssten weniger konsumieren, um ein Zeichen zu setzen, ist ein wenig hanebüchen. Es wäre, als würde man jemanden sagen, der sich Sorgen um den CO2-Ausstoß seines Autos macht, dass er weniger Benzin tanken soll. Das besänftigt vorderhand das Gewissen, aber irgendwann steht das Auto und bewegt sich keinen Schritt vorwärts. Besser, wir steigen vom Auto auf das Rad oder in den Zug. Aber davon will keiner etwas wissen, der genug weiß. Ja, das gegenwärtige System reißt uns in eine Abwärtsspirale. Mit dem (virtuellen) Geld fängt es an. Geld, wie wir wissen, entsteht nur durch Schuld/Kredit. Würde man alle Schulden und Kredite sofort tilgen, gäb’s kein Geld mehr auf dieser Welt. Vielmehr würde man bemerken, dass die offenen Zinsen gar nicht zurückgezahlt werden können. Wenn also Griechenland im März den Bankrott anmeldet, wenn Portugal, Irland, Spanien folgen, was ist die Quintessenz dieser Misere?

Falls Sie hören oder lesen, dass die Staaten über ihre Verhältnisse gelebt haben, so ist es leider nur die halbe Lüge. Aber wenn die Menschen eines können, dann ist es, sich in einem Lügengebäude wohnlich einrichten.