richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Schlagwort-Archiv: verschwörungstheorien

Die Hörigkeit der klugen Leute bezüglich 9/11

Die letzten Tage ist das Gespräch auf den Anschlag vom 11. September 2001, sprich 9/11, gekommen. Kluge Leute saßen da mit mir am gemütlichen Tisch. Abitur. Studium. Technisch durchaus versiert. Liberal. Aufgeklärt. Und doch verteidigen sie mit Händen und Füßen die offizielle Version des Anschlags. Warum?

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Das Ende der Qualitätszeitung ist nah

Es gab eine Zeit, als der Leser eine Qualitätszeitung als Leuchtfeuer für Wahrheit und Freiheit gesehen hat. Doch diese Epoche geht nun dem Ende zu.

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Der Standard, Album A3, 11.Februar 2017

 

Dank dem allwissenden und nicht so leicht vergessen könnenden Internet vermutet der aufgeklärte Bürger, dass hinter dem gedruckten Zeitungspapier eine Redaktion steht, die von einem Management ausgesucht und ausgewählt wurde, um eine ‚von oben‘ vorgegebene politisch-wirtschaftliche Richtung (Agenda) umzusetzen. Mit anderen Worten, eine Zeitung (besser: Medienkonzern) wird niemals bereit sein, sich mit einer unangenehmen Wahrheit auseinanderzusetzen, die der Agenda widersprechen könnte. Vielmehr wird die Redaktion alles tun, um den Leser in seiner Unwissenheit (besser: konditionierten Wissensblase) gefangen zu halten. Was wir Qualitätsjournalismus nennen, ist heutzutage nur eine intelligentere Ausprägung der Propaganda, deren Aufgabe es ist, die breite Masse zu formen und zu führen. Diesbezüglich ist es Aufschlussreich, das Buch Propaganda von Edward Bernays, Sigmund Freuds Neffe, zu kennen. Darin macht sich der in den USA lebende Bernays bereits in den 1920er Jahren Gedanken darüber, wie eine gebildete Elite die öffentliche Meinung steuern könne und müsse:

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Wenn Aliens Hakenkreuze tragen: eine Replik

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„When and if fascism comes to America it will not be labeled ‚made in Germany‘; it will not be marked with a swastika; it will not even be called fascism; it wil be called, of course, ‚Americanism'“, Prof. Halford E. Luccock, Divinity School of Yale University, New York Times vom 12.09.1938

Sehr geehrte Frau Sterkl,

wie ich dem allwissenden Internet entnehme, sind Sie zehn Jahre jünger als ich. Ja, vor zehn Jahren, ich gestehe es hier und heute, scherte ich mich nicht sonderlich um die Welt da draußen. Ich glaubte, zu wissen, wie der Hase läuft, ja, ich dachte, ich wäre gut informiert, zumal ich die Unterscheidung zwischen Boulevard- und Qualitätspresse machte. Später musste ich zum meinem Erschrecken feststellen, dass ich Zeit meines Lebens auf das falsche Pferd gesetzt wurde. Der Mainstream klärt nicht auf, nein, er verhüllt und lenkt ab. Ihr Artikel in der Wochenendausgabe Der Standard vom 5./6. September 2015 zeigt, wie es gemacht wird, die subtil-plakative Manipulation der gutgläubigen Leser.

Liest man den Artikel unter der Rubrik Agenda: Rechter Glaube, kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Zum Einen ist es der Versuch, die FPÖ als eine Ansammlung „rechter Esoteriker, die an UFOs glauben“ lächerlich zu machen. Zum Anderen – und da wird es persönlich – werden Verschwörungstheoretiker in die „rechtsextreme“ Ecke gestellt. Sie schreiben:

Rechtsextreme seien auf Verschwörungstheorien angewiesen, sagt der Berliner Schriftsteller und Musiker Daniel Kulla, der mit seinem Buch Entschwörungstheorie eine Systematik solcher Denkmuster erstellt hat. „Nazis und alle anderen Nationalisten nutzen und entwickeln Verschwörungserzählungen, um Risse im Weltbild zu kitten“, so Kulla.

Verehrte Frau Sterkl, was wissen Sie eigentlich von der Welt da draußen? Haben Sie sich schon einmal mit offenen Augen umgesehen? Gewiss, Sie werden dafür bezahlt, zu schreiben, was Chefredakteure und Ressortleiter lesen möchten. Aber vielleicht nutzen Sie die eine oder andere freie Minute und recherchieren geschichtsträchtige Ereignisse abseits der ausgetretenen Pfade. Sie werden alsbald erkennen, dass nichts ist wie es uns seit klein auf eingetrichtert wurde. Das ist eine schockierende Erfahrung – aber wenn Sie es ernst meinen, als Journalistin, dann darf Sie das nicht weiter bekümmern. Die Bürger dieses Landes vertrauen Ihnen und Ihrer Zunft. Sollten Sie weiterhin all die Silberlinge einstreichen und manipulative Artikel veröffentlichen, dann sollten Sie sich nicht wundern, wenn Ihre Kindeskinder nur noch die „Freiheit“ haben werden, sagen zu dürfen, dass „zwei plus zwei vier ist“. Sie machen sich hier und heute mitschuldig, nämlich daran, dass der Zug in eine totalitäre Richtung geht, eine Richtung, die Orwell recht genau vorgezeichnet hat. Ich empfehle deshalb, dass Sie 1984 ein weiteres Mal zur Hand nehmen.

Die Beeinflussung der Masse ist umso größer, je mehr sie von der gebildeten Schicht unterstützt und keine Kritik daran zugelassen wird. Diese Lektion haben Hitler und viele andere gelernt, bis auf den heutigen Tag.
Noam Chomsky
Media Control: Wie die Medien uns manipulieren
Piper, München 2006, S.30;

Falls Sie also noch guten Willens sind, Frau Sterkl, lade ich Sie ein, mein Sachbuch Con$piracy: Eine andere Wahrheit zu lesen. Keine Angst, darin kommen weder UFOs noch Chemtrails noch Zion-Manifeste vor. Vielmehr habe ich gut dokumentierte Ereignisse, die (mit Absicht) in Vergessenheit gerieten, behandelt, beispielsweise Guatemala 1954 oder Afghanistan 1979. Auch beschäftigt sich das Buch mit der Frage, wie Geld entsteht, wie es in Umlauf kommt und welche Auswirkungen der Zinseszins hat. Leider muss ich Ihnen aber für die 600-seitige Arbeitsunterlage (inkl. 1114 Fußnoten) einen Kostenersatz von € 20 in Rechnung stellen. Im Gegensatz zu Ihnen werde ich für mein Geschreibsel nicht bezahlt.

Falls Sie es ablehnen, in Eigenregie publizierte Bücher zu lesen, dann empfehle ich Ihnen die folgenden Vorträge, die (legal) auf youtube zu finden sind:

Univ.-Prof. R. Hausfeld:Warum schweigen die Lämmer?“: Hier erfahren wir, wie die Gesellschaft beeinflusst bzw. manipuliert wird.

Univ.-Prof. J. Kroth: Propaganda and Manipulation: How mass media engineers and distorts our perceptions: Hier erfahren wir, wie Massenmedien unsere Wahrnehmung (von Ereignissen) erzeugen bzw. verzerren.

Sehr empfehlenswert ist der Blog memoryhole von Univ.-Prof. James F. Tracy. Dort werden offizielle Erklärungen vergangener und gegenwärtiger Ereignisse auf den Prüfstand gestellt und Widersprüche und Ungereimtheiten dokumentiert. In einem Artikel mit dem Titel The CIA and the Media: 50 Historical Facts the World Needs to Know beleuchtet Prof. Tracy das Zusammenspiel des amerikanischen Auslandsgeheimdienstes CIA mit amerikanischen und europäischen Medienkonzernen. Man sollte sich also nicht wundern, wenn in so mancher Zeitung eine Anti-Russland-Stimmung geschürt wird.

Falls Sie sich für (asugewogene) Dokumentarfilme erwärmen können, empfehle ich die (in ARTE ausgestrahlte) Doku Why we fight – Amerikas Kriege von Eugene Jarecki aus dem Jahr 2005. Oder all die herausragenden epischen BBC-Dokumentarfilme von Adam Curtis, der sich beispielsweise in The Century of the Self mit Sigmund Freud und seinem amerikanischen Doppelneffen Edward Bernays, dem „Erfinder“ der PR, beschäftigt. Auch sehr erhellend ist die (im ZDF ausgestrahlte) Doku War made easy: Wenn Amerikas Präsidenten lügen – darin kommt der beeindruckende US-Senator Wayne Morse zu Wort, der als einer der wenigen damaligen Politiker versuchte, den Vietnamkrieg zu verhindern.

Ich denke, das sollte für den Anfang genügen. Falls Sie Fragen haben, nur zu, ich stehe aufgeklärten Bürgern gerne Rede und Antwort.

Wo eigentlich geht’s hier zur Wahrheit?

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‚Und selten zuvor fragten sich so viele Menschen verunsichert: Wo eigentlich geht’s hier zur Wahrheit?‘, heißt es in einem Kommentar in der FAZ. Der Autor macht sich Sorgen, dass sich das Internet in den »vergangenen Jahren zu einer gewaltigen Empörungsmaschine, einer Gerüchteschleuder, zu einem Propagandavehikel für jede noch so obskure Theorie« entwickelt hat. [Artikel] Aha.

Kurz und gut, es dünkt mir, der gute Mann möchte die Wahrheit auf seiner bzw. auf Seiten des Mainstreams wissen. Das ist freilich nicht möglich. Weil es DIE Wahrheit nicht geben kann. Philosophisch gesprochen. Politisch sieht die Sache anders aus, weil jene, die an den Hebeln der Macht sitzen, ob im Vorder- oder Hintergrund sei mal dahingestellt, DIE Wahrheit einerseits definieren und andererseits gesetzlich verankern können. Darin liegt die Crux, darin liegt die Gefahr. Der Autor in der FAZ sieht das freilich anders. Er macht sich vielmehr Sorgen, dass ‚Zehntausende‘ glauben könnten, dass die Mondlandungen inszeniert seien. Aber er dürfte kein Problem darin sehen, dass eine Obrigkeit in der Lage ist, mit Waffengewalt eine Sichtweise, eine Erklärung, eine Geschichtsauffassung als richtig, als wahr festzulegen, der Bevölkerung aufzuzwingen und jeden Kritiker ins Gefängnis zu werfen. Soll das die »bürgerliche Freiheit« sein? Ist es am Ende so, dass die »Presse- und Meinungsfreiheit« nicht für jeden Bürger gilt, sondern nur noch für kapitalintensive Institutionen mit behördlicher Legitimation?

Ich habe [dort] über unabhängige Presse gesprochen und die These vertreten, daß der Dämon des Geldverdienens nicht nur den bürgerlichen Idealismus im allgemeinen, sondern auch die Wahrheitsliebe der Presse zu zerstören begonnen habe und sie schließlich völlig zerstören werde.

Paul Sethe (1901-1967)
Mitherausgeber der FAZ
in einem Brief, Februar 1957

 

Übrigens, wie die letzten Tage in Paris gezeigt haben, ist es für die Obrigkeit ein Leichtes, die Masse nicht nur in Bewegung zu setzen, sondern diese auch für politische Zwecke zu benutzen.

»In der Vergangenheit versprachen Politiker eine bessere Welt zu schaffen. Um dies zu erreichen schlugen sie verschiedene Wege ein, aber ihre Macht und Autorität kam von optimistischen Visionen, die sie ihrem Volk anboten. Diese Träume sind gescheitert und heutzutage hat das Volk den Glauben an Ideologien verloren. Mehr noch, Politiker werden nur noch als Manager des öffentlichen Lebens gesehen. Doch nun haben sie eine neue Rolle entdeckt, die ihre Macht und Autorität wieder herstellt. Anstatt Träume anzubieten versprechen Politiker uns nun zu beschützen: vor Alpträumen. Sie sagen, dass sie uns vor den furchtbaren Gefahren, die wir weder sehen noch verstehen können, retten werden. Und die größte Gefahr von allen ist internationaler Terrorismus, ein machtvolles und dunkles Netzwerk mit Schläfern in Ländern auf der ganzen Welt, eine Bedrohung, die durch einen Krieg [gegen den Terrorismus] bekämpft werden muss. Aber der größte Teil dieser Bedrohung ist eine Fantasie, die von Politikern übertrieben und verfälscht worden ist. Es ist eine dunkle Illusion, die weder von Regierungen und ihren Geheimdiensten, noch vom internationalen Medienapparat hinterfragt wird. […] In einem Zeitalter, in dem alle großen Visionen ihre Glaubwürdigkeit verloren haben, ist die Angst vor einem phantomhaften Schreckgespenst alles, was den Politikern noch bleibt, um ihre Macht zu erhalten.«

Adam Curtis
The Power of Nightmares: The Rise of the Politics of Fear
BBC-Dokumentarfilm, 2004
[meine Übersetzung]

 

P.S.: Ich würde jedem Demonstranten raten, auf der Hut zu sein. Gewiss, der Einzelne lässt sich nicht vereinnahmen oder vor einen politischen Karren spannen, aber die Masse sehr wohl. Kurz und gut: Nach einer Kundgebung bleiben nur Fotos in den Medien übrig, die Bildunterschrift erledigen andere.

John F. Kennedy oder 50 Jahre und kein bisschen Weise

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In meinem bald 600-seitigen neuen Sachbuch Con$piracy, vollgepfropft mit Fakten, ist das Attentat auf John F. Kennedy nur eine Randnotiz. Freilich, es gäbe viel, sehr viel darüber zu schreiben. Aber das Dumme ist, dass es den Behörden, dank des Mainstream-Medienapparates, über die Jahre und Jahrzehnte gelungen ist, die löchrigste aller Theorien (= die offizielle Version) als DIE Wahrheit zu postulieren. Stellt man diese Version zur Diskussion, da man auf Ungereimtheiten, Widersprüche und Unmöglichkeiten stößt, wird einem die kalte Schulter oder der Vogel gezeigt.

Deshalb begehe nicht den Fehler, an dieser Stelle irgendeine Behauptung aufzustellen. Für mich liegt klar auf der Hand, dass heute, vor 50 Jahren, in Dallas/Texas ein globaler Staatsstreich durchgeführt wurde, der dem amerikanischen Präsidenten das Leben und kein Jahr später dem sowjetischen Regierungschef sein Amt kostete. Überhaupt, man muss sich nur ansehen, wie sich die geopolitische Welt nach 1963/64 verändert hat, um zu erkennen, dass an diesem sonnigen Novembertag eine Verschwörung größten Ausmaßes ihren Anfang nahm. Nun, nein, das stimmt so nicht. Die Verschwörung einer elitären Gruppe, wenn man so will, begann bereits viel früher. Ja, das Übel kam offiziell im Dezember 1913 in die Welt. Kein halbes Jahr später stand die Welt zum ersten Mal in Flammen und das „goldene Zeitalter der Sicherheit“ (Stefan Zweig) war endgültig dahin.

Wie dem auch sei, das Attentat rund um JFK wird man nicht mehr vollständig lösen können. Falls Sie anderer Ansicht sind, dann sehen Sie mit Sicherheit zu viele Kinofilme oder lesen die falschen Bücher. Ein historisches Ereignis ist ein Puzzle: Es gibt nun mal nicht DIE Wahrheit, sondern nur viele Interpretationen. Falls Sie jetzt meinen, ich hätte keine Ahnung, nun, dann lesen wir, was beispielsweise ein gewisser Thomas Jefferson im Jahr 1815 an John Adams schrieb, in Bezugnahme auf die Frage, wer die Historie der Amerikanischen Revolution von 1776 festhalten sollte:

On the subject of the history of the American Revolution you ask who shall write it? Who can write it? And who will ever be able to write it? Nobody; except merely its external facts; all its councils, designs, and discussions having been conducted by Congress with closed doors, and no member, as far as I know, having even made notes of them. These, which are the life and soul of history, must for ever be unknown.

Monticello, August 10, 1815
entnommen: ›Memoir, Correspondence, And Miscellanies, From The Papers Of Thomas Jefferson‹,
Gray and Bowen, New York 1830, link

Natürlich ist es nicht im Sinne einer (orwellschen) Obrigkeit, dass sich Bürger über vergangene geschichtsträchtige Ereignisse ihren Kopf zermartern, Nachforschungen anstellen und am Ende vielleicht einen Erklärungsversuch publizieren, welcher der „offiziellen Wahrheit“ konträr gegenübersteht. Deshalb werden solche Leute gemeinhin als „Verschwörungstheoretiker“ bzw. „Revisionisten“ gebrandmarkt, lächerlich gemacht und – wenn sie uneinsichtig sind – vor Gericht gestellt. Darüber sollte man sich vielleicht eher Gedanken machen, als darüber, was am 22. November 1963 auf der anderen Seite des Atlantiks vor sich ging. Sehen Sie, am Ende reduziert sich alles auf zwei Fragen, nämlich wann ein Beweis als Beweis gilt und – vor allem – ob man Vertrauen in die legitimierte Obrigkeit hat.

For the great enemy of the truth is very often not the lie – deliberate, contrived, and dishonest – but the myth – persistent, persuasive, and unrealistic. Too often we hold fast to the cliches of our forebears. We subject all facts to a prefabricated set of interpretations. We enjoy the comfort of opinion without the discomfort of thought.
John F. Kennedy
Yale University Commencement (June 11, 1962) link