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Wahrheit und Lüge: Tulsi Gabbard vs. Hillary Clinton

Nur damit Sie wissen, woran Sie sind: Ich hatte im vorigen US-Wahlkampf Donald Trump die Daumen gedrückt. Nicht, weil er der beste aller Kandidaten war, sondern weil er einen (bereits sicher erscheinenden) Sieg von Hillary Clinton verhindern konnte. Diese Frau war in meinen Augen eine Gefahr für den Weltfrieden und – davon gehe ich aus – wäre in der Syrien-Frage auf Konfrontationskurs mit Putin und Russland gegangen. Wie die blutige Sache hätte ausgehen können, muss man nicht groß an die Wand malen. Ein sogenannter Proxy-Krieg, wie wir es schon so oft gesehen haben, wäre die Folge gewesen. Was freilich nicht heißen soll, dass Präsident Trump die amerikanischen Interventionen in kurzer Zeit beenden hätte können bzw. wollen. Die Weichen für einen gewalttätigen Umsturz der legitimen syrischen Regierung waren bereits unter Friedensnobelpreisträger (!) Barack Obama gestellt worden, der mit Außenministerin Hillary Clinton eines der fortschrittlichsten afrikanischen Länder, nämlich Libyen, zurück in die Steinzeit bomben ließ. Jahre später ist von Freiheit und Demokratie nicht viel zu sehen, vielmehr ist das Land ein „failed state“, ein Staatengebilde, das von Warlords und Kriminellen dominiert wird. Die Demokraten tun das das freilich als colleteral damage, als Kollateralschaden, ab. Ja, nicht umsonst ist das Credo der politischen „Weltverbesserer“, damals wie heute: You cannot make an omelette without breaking eggs.

Um hinter die Maske einer Hillary Clinton zu sehen – und sie ist bitteschön nur Teil einer geölten Maschinerie in Washington – reicht es, wenn man sich den kurzen Mitschnitt ihres Interviews ansieht, als sie die Nachricht erhielt, dass Muammar al-Gaddafi tot sei: We came, we saw, he died , lacht sie erfreut in die Kamera. Während im Wahlkampf Donald Trump an den Ohren gezogen wurde, weil er in einer privaten Männerplauderei, locker room talk, obszöne Ansichten zum Besten gab, erinnerte sich keiner mehr, wenigstens nicht in den Redaktionsräumen, an Clintons entlarvendes Gelächter.

Jahre später, im beginnenden Vor-Wahlkampf der Demokraten, zeigt sich, dass die Ära der Clintons langsam zu Ende geht. Eine der Kandidatinnen für den Wahlkampf 2020, die Abgeordnete Tulsi Gabbard, weiß, als ehemalige Soldatin, was es heißt, in blutige Konflikte geworfen zu werden. Deshalb vertritt sie – als eine der ganz wenigen US-Politiker – eine pazifistische Grundeinstellung und lehnt militärische Interventionen in souveränen Staaten ab („regime change wars“). Sie war es auch, die die Initiative #StopArmingTerrorists befürwortete (blog). Grund genug für Hillary Clinton, die Kongressabgeordnete aus Hawaii über Umwege als „Putin-Liebchen“ hinzustellen:

Hillary Clinton says she believes that the Russians have „got their eye on somebody who’s currently in the Democratic primary and are grooming her to be the third-party candidate.“ (NBC News)

Die Antwort kam prompt. Auf ihrem privaten Twitter-Account ließ Tulsi Gabbard die Welt wissen, dass Hillary Clinton „die Königin der Kriegstreiber“ („the queen of warmongers), die „Verkörperung von Korruption“ („embodiment of corruption“) und die „Personifizierung der Fäulnis“ („personification of the rot“) sei, die die Demokratische Partei bereits lange krank gemacht hatte.

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Starker Tobak, nicht wahr? Hand aufs Herz, solch ein Gewittersturm bei den Demokraten wäre noch vor kurzer Zeit nicht möglich gewesen, saßen doch die Clintons und die Obamas fest im Sattel. Doch im Vorwahlkampf scheint sich bei vielen Demokraten die Verzweiflung breit zu machen. All die möglichen Herausforderer würden bei einer TV-Konfrontation mit Donald Trump keine guten Karten haben – mit Ausnahme von Tulsi Gabbard. Aber als Pazifistin und klar denkende Frau kommst du bei den Demokraten nicht weit, die sich nicht zu blöd sind, erneut Bernie Sanders auf die Bühne zu zerren, mit seinen bereits 78 Jahren und einer angeschlagenen Gesundheit. Und hatte er seinerzeit nicht seine Basis schmählich im Stich gelassen und ist mit wehenden Fahnen zu Hillary Clinton übergelaufen?

Das Gute bei alledem ist, dass die Vorwahl-Diskussionen der Demokraten von The Amazing Lucas komödiantisch analysiert werden können. Ei, das ist ein großer Spaß.

Übrigens, nur damit Sie’s wissen, ich habe bereits im Jänner 2018 in meinem Blog Tulsi Gabbard mein Vertrauen ausgesprochen, während der Vize-Chefredakteur einer altehrwürdigen österreichischen Zeitung noch immer die Niederlage Hillary Clintons betrauerte:

Sollten sich die Demokraten neu erfinden, die Abgeordnete Tulsi Gabbard hätte meine Stimme für die nächste Präsidentschaft.

Die Welt mit Hillary? Die Angst der Journalisten vor dem Tellerrand

davHeute bin ich durch Zufall auf den Kommentar des Vize-Chefredakteurs der altehrwürdigen Wiener Zeitung gestoßen. Es ist recht faszinierend, zu sehen, wie sich der gute Mann – gemeinsam mit all seinen anderen liberalen Kollegen hüben wie drüben – abmüht, die Illusionsblase gegenüber Präsident Trump nicht zum Platzen zu bringen und die kognitive Dissonanz der liberal gesinnten Leser nicht über Gebühr zu strapazieren. Doch hie und da muss auch der Pressemann und die Pressefrau über den Tellerrand gucken. In diesem Fall zieht der Redakteur vor Präsident Trump den Hut, weil er die „Hohepriesterschaft der liberalen Eliten“ zum Grübeln bringt. Der Kommentar endet damit – man möchte es nicht glauben – dass Hillary Clinton dies „wahrscheinlich nicht geschafft“ hätte. Allerhand, nicht wahr?

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Welcome, Mr. President Donald J. Trump

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Michigan und New Hampshire zählen noch immer. Gesehen in der New York Times.

Für den eiligen Leser: Der Wahlausgang ist das Beste, was der Welt passieren konnte. Period!

Das war eine Wahlnacht, am 8. November. So schnell wird sie wohl keiner vergessen, der sie durchlebt hat. Höhen und Tiefen. Hoffnung und Bangen. Auf der einen, auf der anderen Seite. Aber je länger die Nacht wurde, um so stiller und nachdenklicher wurden all die Experten in ihren teuren TV-Studios. Am Ende, als klar ersichtlich wurde, dass Donald Trump der neu gewählte Präsident der USA werden würde, brachen alle Dämme. Es war ein Anblick, den kein Skeptiker jemals vergessen wird können. All die „objektiven“ Medienleute – hüben wie drüben – waren im Schockzustand. Manch eine, manch einer der Profis rang mit Worten und Tränen. Man kann es nicht glauben, man kann es nicht fassen. Diese Wahl hat die politische genauso wie die kulturelle und mediale Welt auf den Kopf gestellt. Niemand kann im Moment ermessen, welche Schockwellen durch die USA, durch die ganze Welt gehen.

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US-Wahl 2016: Hoffnung oder Schrecken?

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Thomas Jefferson, Gründervater der USA, wusste es bereits vor über 200 Jahren, dass den Zeitungen respektive Mainstreammedien nicht zu trauen ist. Dank der Trump-Bewegung – man muss sich die Begeisterung ansehen, die seine Auftritte bei den vielen Wahlkundgebungen (rallys) auslösen – ist diese Botschaft endgültig bei einem nicht unerheblichen Teil der amerikanischen Bevölkerung angekommen. Die Medienleute, so Trump, sind die unehrlichsten Leute (»the dishonest people«), die er je erlebt hat und wer die Berichterstattung der letzten Wochen im Mainstream verfolgt hat, kann diese Behauptung als Tatsache festmachen. Deshalb gilt: Vergessen Sie, was Sie im Mainstream über Donald Trump gelesen, gehört oder gesehen haben.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, diesen Wahlkampf und Herausforderer Donald Trump zu deuten. Bei Hillary Clinton liegt alles klar auf der Hand, da muss man kein Hellseher sein. Sie wird den wirtschaftlichen und geopolitischen Status Quo aufrecht erhalten, wird den Kalten Krieg mit Russland und China verschärfen, wird das amerikanische Wall-Street-Dollar-Imperium ausweiten und die grenzenlose Globalisierung ins Extreme steigern. Wie heißt es so trefflich bei Trump: »She wants open borders, there goes your country«. Die Clintons sind die Marionetten des Establishments, das nur ein Ziel hat: Die Auflösung der Nationen, der Nationalitäten, der Kulturen und die Anhäufung von Schulden, mit dem Ziel, eine einzige Weltrepublik aus allen Nationen der Welt zu bilden. Klingt das für Sie zu weit hergeholt? Falls ja, dann sollten Sie mal mit offenen Augen durch die Welt gehen. Werfen Sie doch mal einen Blick nach Griechenland, nach Libyen, nach Syrien oder in die Ukraine. Das ist die Zukunft unter einer Präsidentschaft von Hillary Clinton: mehr »Bürgerkriege«, mehr »Glaubenskriege«, mehr »Wirtschaftskrisen«, mehr Chaos, weniger Kulturen, weniger Freiheit, weniger Sicherheit. Es ist nun mal das Rezept des Establishments die Homogenität, den Zusammenhalt einer Nation zu zerstören. Wenn es nicht mit wirtschaftlich-politischen Mitteln gelingt, dann muss Terror und Krieg herhalten. Glauben Sie wirklich, es gibt in Syrien einen Bürgerkrieg und dass diese ISIS/IS-Hampelmänner aus dem Nichts einer Koalition der mächtigsten Militärstreitkräfte, die die Welt jemals gesehen hat, Paroli bieten kann? Glauben Sie wirklich, dass ein Konvoi von hunderten von neuen Toyota-Pickups auf einer Wüstenstraße unentdeckt bliebe? In Zeiten der totalen Überwachung? Haben Sie schon mal gehört, dass eine Kampftruppe nur einen kleinen Teil einer schlagkräftigen Armee ausmacht? Es braucht Logistik, Nachschub, Verpflegung, Unterkunft, Aufklärung, Medizin, Mechaniker, Funker, usw. Auf all den Fotos, die die Medien publizieren sieht man nur diese sogenannten IS-Gotteskrieger in ihren schwarzen Ninja-Kleidern (mit Sneakers) und posieren entspannt mit ihren Kalaschnikows vor der Kamera. Sehen so Soldaten des 21. Jahrhunderts aus? Oder sind es eher Statisten? Warum, glauben Sie, zahlte das Pentagon einer britischen PR-Firma 500 Millionen Dollar und schickte deren Mitarbeiter in den Irak? Warum drehte man dort in aller Heimlichkeit Al-Qaida-Propagandafilme und verteilte diese?

Kurz und gut, wir wissen, was eine Clinton-Präsidentschaft bringt. Doch Donald Trump ist ein Fragezeichen. Macht er am Ende seine Wahlversprechungen wahr? Würde er wirklich den Sumpf in Washington trockenlegen wollen? Würde er tatsächlich mit der Korruption aufräumen? Würde er wirklich all die vielen in- und ausländische Lobbyisten hochkant aus dem Vorzimmer der Macht hinauswerfen? Würde er die sinnlosen Kriege beenden? Würde er Jobs schaffen können? Würde er die Interessen Amerikas (und seiner Bürger) an die erste Stelle stellen? Würde er die Globalisierungsbestrebungen (NAFTA, TPP) bremsen, vielleicht sogar aushebeln? Würde er Bildung für jedermann erschwinglich machen, im Besonderen für blacks and hispanics? Würde er die inneren Stadtbezirke, die mit Drogen und Gewalt überschwemmt werden, tatsächlich sicherer machen können? Kann Donald Trump den amerikanischen Bürgern wieder Hoffnung und Sinn geben?

Sieht man sich seine Wahlkundgebungen an, muss man unweigerlich den Hut vor Trump ziehen. Er hat es verstanden, einen großen Teil der niedergeschlagenen und phlegmatischen Bevölkerung aufzuwecken und ihnen Mut zu machen. Das ist meines Erachtens der wichtigste Antrieb einer funktionierenden politischen Bewegung: Optimismus, der aus dem Inneren schöpft.Eine Bevölkerung, die an sich glaubt, die der festen Überzeugung ist, man könne es gemeinsam (!) schaffen, die bereit ist, unter die Vergangenheit einen Strich drunter zu setzen, ist nicht aufzuhalten. Oder würden Sie mehrere Stunden geduldig in einer Warteschlange stehen, um ihre Stimme abzugeben und darüber auch noch begeistert berichten?

Aber erinnern wir uns an Barack Obamas Wahlkampf 2008. Gab es da nicht auch eine große Begeisterung in der Bevölkerung? Wurde er nicht bereits im Vorfeld mit Vorschusslorbeeren bedacht? Versprühte er nicht ebenfalls einen großen Optimismus? Und dann? Nach seinem Erdrutschsieg, nach seinem Einzug ins Weiße Haus, wurde bald jedermann klar, dass sich nichts ändern würde. Zwei Amtsperioden und 8 Jahre später schreibt die New York Post, dass sich „Hoffnung und der Wunsch nach Änderung“ in „Angst und Schrecken“ verwandelt hätten und das Land mehr denn je gespalten sei: Obama’s ‘hope and change’ has given us ‘fear and loathing’. In einer weiteren Enttäuschung würde wohl die größte Gefahr für die amerikanische Bevölkerung und für die Welt liegen. Gewinnt Hillary Clinton, kann die Trump-Bewegung in Opposition gehen und den friedlichen Kampf gegen das korrupte Washington aufnehmen – das gibt Hoffnung und Sinn. Gewinnt hingegen Trump und lässt wenig später den Kahn absaufen, ist die Luft und die Hoffnung für die nächsten Jahrzehnte wohl endgültig draußen und die breite Bevölkerung verkommt zu einem Sozialfall.

Sollte aber Trump gewinnen und der Welt zeigen, dass er bereit ist, seine Versprechungen wahr zu machen, dann, ja, dann wäre es an der Zeit, darüber nachzudenken, in die Vereinigten Staaten auszuwandern und dort an einer schönen neuen Welt mitzuarbeiten, während in Europa die Lichter ausgehen und man im Hintergrund Hans Mosers Sperrstund is hört.

More to come!

US-Wahl 2016: Die Trockenlegung von Sümpfen und das Zinken der Stimmzettel-Würfel!

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Für den eiligen Leser: Die Umfragen sind gefälscht, die Medien sind auf Clintons Seite und Wahlbetrug wird es auf die eine oder andere Weise geben.

Falls Sie sich für die US-Wahl 2016 interessieren, in sechs Tagen ist es soweit, und wissen möchten, was verdammt noch mal gespielt wird, dann sind Sie hier goldrichtig. Blätterte man die letzten Wochen all die Zeitungen durch, zappte man durchs TV-Programm, hüben wie drüben, erhielt man den Eindruck, dass Donald Trump chancenlos und Hillary Clinton von den »auf Objektivität bedachten« Medien bereits zum Sieger gekürt wurde. [by the way: aktuell hält Trump bei 11,9 Millionen Facebook-Likes und Clinton bei 2,9 Millionen]

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