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Donald J. Trump und die Revolution von 2017

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Es mag absurd und für manch einen völlig widersinnig klingen – im Besonderen wenn man sich nur auf die Berichte in den Mainstream-Medien verlässt -,  aber ich gehe trotz allem davon aus, dass US-Präsident Donald J. Trump die Karten neu mischen und eine Revolution auslösen wird, die das Althergebrachte hinwegfegt. Es mag freilich seine Zeit brauchen. Weil jene Schweine, die es sich bis dato am Trog gemütlich gemacht, sich die Bäuche vollgeschlagen und die eigenen Taschen gefüllt haben, alles in ihrer Macht stehende tun werden, um diese Revolution zu verhindern. Mit anderen Worten, es ist die Konter-Revolution des Ancien Règimes. Wir wissen wie es bei JFK, wie es bei Richard Nixon ausging, die ebenfalls die Alte Garde in Washington und New York austauschen bzw. im Zaum halten wollten, nicht wahr?

Falls Sie noch immer Hillary Clinton eine Träne nachweinen, dann sind Sie entweder völlig verblendet oder einfach nur schwer desinformiert. Dank der Gatekeepers in den Medien weiß der gewöhnliche Bürger zwar alles über Trumps Verfehlungen und Aussetzer, aber über die kriminellen Machenschaften der Clintons, darüber weiß er nichts zu sagen. Hillary hätte als Präsidentin noch mehr blutige Konflikte und Kriege angezettelt (im Namen der Menschlichkeit), hätte der Korruption in Washington nicht Einhalt geboten (weil sie Teil dieser Gelddruckmaschine war), hätte den Kalten Krieg wieder auf die Tagesordnung gebracht, hätte ihren Wall Street Buddies unter die Arme gegriffen und die USA in die Depression schlittern lassen. Man kann dem Schicksal und den Wählern danken, dass dieser toxic Kelch an der Welt vorüberging.

Falls Sie sich in Zukunft für die politische Welt da draußen interessieren, rate ich dringend, den Mainstream-Medien-Konsum zu reduzieren. Achten Sie auf Ihr Bauchgefühl und schalten Sie einfach Ihren Hausverstand ein (und die TV-News aus). Das sollte vollkommen ausreichen, um zu verstehen, was in der Welt schief läuft. Das ist ja der Trick der orwellschen Schweine, die es sich auf Kosten der anderen gut gehen lassen: Man verkauft den gewöhnlichen Bürger für dumm, man redet ihm ins Gewissen (siehe z. B. Finkelsteins Holocaust-Industrie), predigt Toleranz (nur für die einen, nicht für die anderen), beruft sich auf die Menschlichkeit (um blutige Kriege zu führen, die ordentlich Profit abwerfen) und macht tödliche Jagd auf all jene, die den vorgegebenen Pfad verlassen wollen (z.B. al-Gaddafi, al-Assad, Saddam Hussein, Aaron Swartz, usw.) Mit Donald Trump gibt es für die Schweine zum ersten Mal einen ernstzunehmenden Gegner, der sich nicht einschüchtern lässt oder zum Schweigen gebracht werden kann.

Was auch immer in naher und ferner Zukunft geschieht, in dieser Welt, Donald J. Trump ist wohl unsere letzte Hoffnung, um wieder zu einem gesunden gesellschaftlich-politischen Klima zurückzukehren und um all die Soros, Kissingers, Blairs, Cheneys, Bushes und Clintons auf die Müllhalde der Historie bzw. als Kriegsverbrecher auf die Anklagebank zu werfen. Die Ära der liberalen Political-Correctness-Mainstream-Kultur-Wissenschaft-Diktatur und die Ära der War-on-Terror-Kriegstreiberei würden damit endlich zu Ende gehen.

P.S.: Ich gehe übrigens davon aus, dass hinter Trump der loyale Teil des US-Militärapparates (mit seinen Geheimdiensten/Wikileaks) steht. Ansonsten hätte Trump niemals eine Chance gehabt, sich gegen die CIA-Mainstreammedien-Wall-Street-Clinton-Gang durchzusetzen und am Leben zu bleiben. Barack Obama, wenn man so will, war eine Erfindung dieser CIA-Gang. Oink.

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US-Wahl 2016: Der Tag, an dem Geschichte geschrieben wurde!

DemokratieDialog

Es ist jetzt 00:38 und die ersten Auszählungen tröpfeln langsam ein. Noch ist nichts gesagt, noch steht kein Sieger fest. Es bleibt spannend. Wird die Wählerschaft einen Schlussstrich unter die korrupten Globalisierungsgangster machen? Oder fällt sie ein weiteres Mal den Überredungskünsten der Mainstreammedien zum Opfer?

02:47 – Florida steht auf Messers Schneide. Thriller! Irgendwie hat man das Gefühl, dass da im Hintergrund Spielchen gespielt werden.

03:40 – 53 % Wahrscheinlichkeit, dass Donald Trump der neue Präsident wird.

04:35 – Florida ist noch immer nicht gecalled. New York Times geht von einem Erdrutschsieg aus.

05:17 – Hm. Irgendwie ist die Katze noch nicht im Sack.

06:18 – Noch immer ist es nicht offiziell in trockenen Tüchern.

07:24 – Noch immer wollen die Demokraten und deren Mainstream-Medienmaschine nicht aufgeben.

07:56 – NBC hat noch immer nicht Pennsylvania gecalled. Andere haben es bereits zu den Republikanern zugeschlagen. Hm.Sieht so aus, als würde  John Podesta vor die Presse treten.

08:05 – Na bravo. Die Demokraten geben nicht auf. Jede Stimme zählt, ruft Podesta ins Mikrofon, und die Unterstützer sollen nach Hause gehen. Und jetzt? Hillary Clinton hatte gar nicht erst die Kraft, diese Vertröstung auszusprechen.

8:24 – Aha. Pennsylvania wurde gerade von 99 % ausgezählt auf 89 % geändert. Was ist da los? Okay, nur ein Anzeigefehler.

8:36 – Donald Trump wurde von der New York Times, AP und Bloomberg als Gewinner bekanntgegeben, aber die großen TV-Konzerne halten sich bedeckt.

8:42 – Schlapperlot. Hillary Clinton soll aufgegeben haben.

8:45 – Vizepräsident (elect) Mike Pence hält eine Rede.

8:48 – Ladies and Gentlemen, the new President of the United States of America: Donald J. Trump

Meine Güte. Das war eine Nacht. Ich habe Geschichte miterlebt. History in the making.

Jetzt wird sich zeigen, ob diese Hoffnung und dieser Optimismus in positive Taten und Aktionen umgesetzt werden können. Wird endlich das gierige internationale Wall Street-Establishment mit seinen überheblichen Mainstreammedien-Trommlern in die Schranken gewiesen? Die Zeichen stehen gut. More to come!

Good night and good luck.

 

 

 

 

Die gravierenden Probleme eines zukünftigen Historikers

ColinRoss2016
Kennen Sie den Wiener Reiseschriftsteller Colin Roß? Nein? Warum bloß?

Stellen Sie sich vor, ein junger Historiker macht sich in ferner Zukunft daran, einen wissenschaftlichen Blick auf die 2000er Jahre zu werfen. Diese Epoche liegt für ihn weit zurück, sagen wir, 700 Jahre. Die Welt, der Mensch, die Natur, sie alle haben sich verändert. Aber für den jungen Historiker, der in dieses – für uns – so gänzlich andere Universum hineingeboren wurde, ist es Normalität.

Wie werden nachfolgende Generationen unser Zeitalter benennen? Ist es das »Dunkle Monetärzeitalter«? Oder ist es der »Vormärz der Neuen Weltordnung«?

Der zukünftige Historiker wird vermutlich auf eine Vielzahl von Berichten und Dokumenten, von Büchern und Plänen und von sonstigen schriftlichen Aufzeichnungen aus unserer Zeit – freilich allesamt digitalisiert – zurückgreifen können. Die Frage ist, welches Datenmaterial sollte er für seine wissenschaftliche Arbeit auswählen und auswerten und welches ignorieren?

Die erste Aufgabe eines gewissenhaften Historikers ist jene, den Verfasser des Quellenmaterials zu kategorisieren, diesen einzuordnen. Berichte, egal wie alt oder jung sie auch sein mögen, sind immer aus der Sichtweise – besser: dem Blickwinkel – des Autors geschrieben. Deshalb, so der Biophysiker und Biokynetiker Prof. Heinz von Foerster, sei history immer nur fiction, niemals fact! Kurz und gut: Niemand kann aus seiner Haut – auch wenn er noch so sehr um Objektivität bemüht ist. Je mehr der Historiker über den Verfasser eines Berichtes weiß, um so eher ist er in der Lage, die darin enthaltenen Informationen in einen Kontext zu stellen. Letztendlich geht es immer nur darum: Kontext herzustellen und einen Bogen zu spannen. Simpler auf den Punkt gebracht: Es gilt, eine kohärente, d.h. sinnvolle Geschichte zu erzählen. Jedes neugierige und aufgeweckte Kind erkennt sofort Widersprüche und Auslassungen in einer Fabel, was den Schluss nahe legt, dass uns das Verlangen nach Sinn und Ordnung in die Wiege gelegt wird. Dummerweise bedeutet es aber auch, dass der gewöhnliche Mensch bereit ist, absurde und an den Haaren herbeigezogene »Fakten« als »Wahrheit« zu akzeptieren, so lange diese sein kohärentes Weltbild bestätigen.

Was wird nun ein junger Historiker im Jahre 2716 über die 2000er Jahre in Erfahrung bringen können? Aber viel wichtiger ist die Frage, was wird er am Ende seiner Recherche schreiben dürfen? Jedes Zeitalter kennt eine Form der Zensur, eine Form der Zurückhaltung, eine Form des Beugens. Deshalb wird der zukünftige Historiker nur jene vergangenen Tabus ans Licht holen, die er gegenwärtig ans Licht holen darf. Gut möglich also, dass der junge Historiker nach Auswertung seiner Quellen zur überraschenden Einsicht gelangt, dass die »Kreuzzüge der Demokratien« in Afghanistan, Irak, Libyen, Palästina und Syrien nicht, wie es gemeinhin heißt, ein Kampf der Kulturen war, sondern vielmehr ein imperialer Krieg der internationalen Bankiers um den Dreieckshandel Erdöl-Drogen-Waffen vollends an sich zu reißen. Tja. Da sitzt er nun, der zukünftige junge Historiker, und rauft sich die Haare. Unmöglich, denkt er sich, solch eine Verschwörungstheorie auch nur in einem wissenschaftlichen Werk zu erwähnen. Er könnte nicht nur seinen Forschungsauftrag verlieren, sondern er würde sich auch vor Gericht verantworten müssen.

Welch Segen, dass ein junger Historiker im Jahr 2016 von solch gravierenden Problemen verschont bleibt. Das ist doch so, oder etwa nicht?

Zwei Filme, eine Wahrheit: Ist das Leben nicht schön? vs. The Big Short

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Zugegeben, es war der Beitrag von nerdwriter über den »Weihnachtsfilm« It’s a wonderful life [Ist das Leben nicht schön?] aus dem Jahr 1946, der mich auf die richtige gedankliche Spur brachte. Den Film kennt vermutlich jeder. Um den 24. Dezember herum wird er im TV rauf und runter gespielt, weil er zeigt, wie schön das Leben sein kann, wenn man zur Weihnachtszeit all seine Freunde und Liebsten um sich hat und gemeinsam Auld Lang Syne (übrigens die einzige Melodie, die ich im Jugendalter für das Klavier einstudierte) singen kann. Dass ein Engel, ein Schutzengel versteht sich, im letzten Akt des Films auftritt und eine zentrale Rolle spielt, dürfte ebenfalls zur christlich-weihnachtlichen Feststimmung beitragen. Zu guter Letzt freuen wir uns mit Jimmy Stewart, wenn er seine Lebensfreude wiedergewinnt. Herz, was willst du mehr, an einem verschneiten Weihnachtsabend?

The Big Short hat nichts, aber auch gar nichts mit Weihnachten zu tun. Der Film will dem in großen Geldsachen unerfahrenen und naiven Kinogänger über die betrügerischen Hintergründe der Finanzkrise von 2008 aufklären. Ja, die Filmemacher gaben sich die größte Mühe, komplexe und unverständliche Sachverhalte des Wertpapier-Hypothekarkredit-Karussells einfach und simpel auf den springenden Punkt zu bringen. Und trotzdem grübelt man über das Gesagte und versucht, das bestehende, sozusagen eigene Finanzbild mit dem globalen in Einklang zu bringen. Natürlich versagt hier das menschliche Gehirn des einfachen und rechtschaffenen Mannes, wenn die Rede auf Millionen, Milliarden und schließlich Billionen kommt. Wie soll man diese Größenordnungen überhaupt verarbeiten können, wenn man selbst nur mit Tausenden von Euros oder Dollars zu leben hat? Meine Wenigkeit hatte vor vielen Jahren im Wertpapierbereich gearbeitet und dabei Milliarden, freilich noch in den guten alten Schillingen, von einem Konto auf ein anderes geschoben. Gelddisposition nannte sich das damals. Und ist heute nicht anders. Ich habe Kredit-Wertpapier-Finanzkonstrukte genauso wie all die Börsengänge der österreichischen Ent-Staatlichungsmaschinerie abgewickelt. Ich darf mit Fug und Recht behaupten, ein Gespür für die monetär-technischen Belange zu haben – und trotzdem ist der Knopf im Oberstübchen kaum aufzulösen. Es ist diese Abstraktion, die einem so schwer zu schaffen macht. Wer ist der Böse? Wer ist der Verantwortliche? Wie der Film am Ende aufklärt, wurden zwar Billionen von Dollars in der Krise „vernichtet“, aber ins Gefängnis ging dafür niemand. Nebenbei bemerkt, eine Krise „vernichtet“ nur Werte auf dem Papier, mit anderen Worten, das geflossene Geld fließt weiterhin – nur in die Tasche anderer Leutchen.

Zurück zu Frank Capras It’s a wonderful life. Der Film ist oberflächlich betrachtet eine hübsch sentimentale Weihnachtsgeschichte, die zeigt, dass die Community, die Gemeinde, die zusammenhält, gegen alle Widrigkeiten des (Wirtschafts- und Finanz-)Lebens gewappnet ist. Unter der Oberfläche zeigt der Film aber, wie eine Gemeinschaft gewöhnlicher Menschen von einem un-christlichen Finanzsystem in die Knie gezwungen wird. Während The Big Short sich mit allerlei Wall-Street-Vokabeln im Nebel der Abstraktion verliert, bleibt It’s a wonderful life der menschlichen Dramaturgie treu: Hier George Bailey, der rechtschaffen-christliche Sohn des Gründers einer kleinen Bausparkasse, dort Henry F. Potter, der alte geldgierige Spekulant, der den Hals nicht voll genug bekommen kann und alle Mitteln ausschöpft, um Buslinien, Geschäfte und Banken der Stadt an sich zu reißen. Es ist der oft verfilmte Kampf David gegen Goliath – und David gewinnt nur deshalb (vorerst) die eine Schlacht am Weihnachtsabend, weil die Gemeinschaft zusammenhält.

Doch Capras Film geht tiefer. Henry F. Potter ist nämlich nicht nur die Karikatur eines alten böswilligen Geizhalses, sondern er stellt das kapitalistische un-christliche Finanz- und Geldsystem dar. Der Film zeigt, was das System aus einer Gemeinde macht, die sich dem Diktat Mammons beugt – im letzten Akt sehen wir Jimmy Stewart/George Bailey, wie er durch seine ehemalige Heimatstadt Bedford Falls läuft, die sich ohne Widerstand in ein Sodom namens Potterville verwandelt hätte, in der jeder nur noch für sich lebt und wo alles erlaubt ist, so lange es Geld einbringt. Wer diesen Film mit offenen Augen betrachtet, ahnt im Stillen, dass wir längst in Potterville angekommen sind. Die heile Welt eines George Baileys anno 1947, nämlich eine gesunde und damit unbestechliche Gemeinde, die sich an christlichen Werten orientiert, wurde durch die Propaganda der Wall Street Tag für Tag lächerlich gemacht und in den Schmutz gezogen.

Wenn Sie also wissen wollen, wie es zu der globalen Finanzkrise von 2008, die in den USA ihren Anfang nahm, überhaupt kommen konnte, so gibt Frank Capras »Weihnachtsfilm« die Antwort: Es mussten über die Jahre nur all die politischen, medialen und wirtschaftlichen Schlüsselpositionen mit korrupten und geldgierigen, sozusagen un-christlichen Henry F. Potters besetzt werden, die von einem erstrebenswerten »Paradies« namens Sodom fabulierten, während die Gemeinde und der Einzelne Stück für Stück in die Knie gezwungen wurde: weniger Jobs, mehr Kredite, skrupellose Vertrauensleute, brachialer Medieneinfluss, leicht zugängliche Suchtmittel usw. George Baileys Monolog, der vermutlich gerne überhört wird (und in der deutschen Synchronfassung ein wenig entschärft wirkt), ist der Schlüssel zum Verständnis für all die „unvorhersehbaren“ Finanz- und Wirtschaftskrisen, die das Vieh ärmer und abhängiger und die Viehtreiber reicher und mächtiger gemacht haben.

[meine Übersetzung:] »Augenblick, Mr. Potter. Sie haben Recht, wenn Sie sagen, dass mein Vater kein Geschäftsmann war. Ich weiß das. Warum er überhaupt diese wertlose und kleinkrämerische Building and Loan (Hypothekenbank) gegründet hat, werde ich wohl nie mehr erfahren. Aber weder Sie noch irgendjemand anderes kann etwas gegen seinen rechtschaffenen Charakter sagen, weil er sein ganzes Leben … weil, in den 25 Jahren, seit er mit seinem Bruder, Onkel Billy, diese Sache gestartet hatte, dachte er kein einziges Mal an sich selbst. Stimmt’s, Onkel Billy? Er sparte nicht mal genug Geld, um (meinen kleinen Bruder) Harry oder mich aufs College zu schicken. Aber er half ein paar armen Leuten, um aus Ihren Elendsquartieren (Slums) herauszukommen, Mr. Potter, und was ist daran falsch? Sie hier … Sie sind alles Geschäftsleute. Machte mein Vater nicht aus all diesen armen Leuten bessere Steuerzahler? Machte er nicht aus ihnen bessere Kunden? Sie … Sie sagten … Was haben Sie vorhin gesagt, Mr. Potter? Diese Leute sollten warten und ihr Geld sparen, bevor sie überhaupt von einem neuen Heim sprechen. Warten? Wie lange sollen sie warten? Bis die Kinder erwachsen und sie selbst alt und gebrechlich sind? … Wissen Sie eigentlich, wie lange ein Arbeiter braucht, um den Preis für ein neues Heim anzusparen? Denken Sie doch darüber einmal nach, Mr. Potter, dass dieses Gesindel, wie Sie diese Leute nennen, der größte Teil der Gemeinde ist, der arbeitet und zahlt und lebt und stirbt. Ist es dann wirklich zu viel verlangt, wenn man diesen Leuten die Möglichkeit bietet, all ihr Arbeiten und Zahlen und Leben und Sterben wenigstens in ein paar ansprechenden Zimmern und einem Bad zu tun? Wie dem auch sei, mein Vater dachte jedenfalls nicht schlecht von ihnen. Die Leute waren für ihn menschliche Wesen. Aber für Sie, Mr. Potter, einem krummen, frustrierten alten Mann, für Sie sind diese Leute nur Vieh. Und in meinem Buch starb mein Vater viel reicher als Sie es je werden können.«

»Just a minute… just a minute. Now, hold on, Mr. Potter. You’re right when you say my father was no businessman. I know that. Why he ever started this cheap, penny-ante Building and Loan, I’ll never know. But neither you nor anyone else can say anything against his character, because his whole life was… why, in the 25 years since he and his brother, Uncle Billy, started this thing, he never once thought of himself. Isn’t that right, Uncle Billy? He didn’t save enough money to send Harry away to college, let alone me. But he did help a few people get out of your slums, Mr. Potter, and what’s wrong with that? Why… here, you’re all businessmen here. Doesn’t it make them better citizens? Doesn’t it make them better customers? You… you said… what’d you say a minute ago? They had to wait and save their money before they even ought to think of a decent home. Wait? Wait for what? Until their children grow up and leave them? Until they’re so old and broken down that they… Do you know how long it takes a working man to save $5,000? Just remember this, Mr. Potter, that this rabble you’re talking about… they do most of the working and paying and living and dying in this community. Well, is it too much to have them work and pay and live and die in a couple of decent rooms and a bath? Anyway, my father didn’t think so. People were human beings to him. But to you, a warped, frustrated old man, they’re cattle. Well in my book, my father died a much richer man than you’ll ever be!«

It’s a wonderful life
Frank Capra, 1946

 

The Wolf of Wall Street oder Das Ringelspiel des Händlergeistes

„The name of the game, moving the money from the client’s pocket to your pocket.“

Endlich Martin Scorseses dreistündiges Geld-ist-geil-Märchen The Wolf of Wall Street gesehen. Der Film erzählt die wahre Geschichte von Jordan Belfort, einem unbedeutenden Jungen aus der New Yorker Bronx, der Ende der 1980er die Gelegenheit beim Schopfe packt, und über die Jahre mit »Wertpapieren« viel, sehr viel Geld scheffelt. Natürlich lässt er Moral und Legalität außen vor – immerhin geht es für ihn um das große Ganze:

The real question is this: was all this legal? Absolutely f***ing not. But we were making more money than we knew what do with.

Schließlich, Belfort kann den Hals nicht genug bekommen – sei es Frauen, Drogen und (vor allem) Geld -, beginnt sein Stern zu sinken. Mitte der 1990er Jahre wird der Wolf der Wall Street zu vier Jahren Haft verurteilt – davon sitzt er schlussendlich 22 Monate ab. Wieder in Freiheit schreibt er seine Autobiographie und beginnt, als Motivationstrainer durch die Welt zu wandern. Und wenn er nicht gestorben ist, tut er es wohl noch heute.

Die erste Frage, die sich ein skeptisch-kritischer Cineast stellt, ist, warum zum Teufel ausgerechnet Martin Scorsese sich solch eines Themas annehmen wollte. Zugegeben, die Exzesse, die sich die Protagonisten erlauben, sind nicht von schlechten Eltern. Das abgehobene Geld-Drogen-Frauen-Ringelspiel dreht sich und dreht sich und dreht sich. Als geerdeter Zuschauer kann einem da ganz schön schwindlig werden. Aber was, verdammt noch mal, will uns Scorsese, der Sohn sizilianischer Einwanderer, mit alledem vor Augen führen?

Ich habe eine Weile über das Gesehene nachgedacht, habe mir meine Gedanken gemacht und bin dabei auf den deutschen Ökonom und Soziologen Werner Sombart (1863-1941) gestoßen. Falls Sie den Namen schon mal gehört haben, werden Sie jetzt vermutlich einen nervösen Schluckauf bekommen. Aber ich kann Sie beruhigen, es geht hier nicht um Verallgemeinerung und Schuldzuweisung, sondern vielmehr um eine mögliche Erklärung, warum Scorsese ausgerechnet das Leben von Jordan Belfort auf Zelluloid bannte.

Es gibt auf dieser Welt, wenn man so will, einen ständigen Kampf zwischen einer natural-qualitativen und einer abstrakt-quantitativen Betrachtung bzw. Auffassung und Bewertung. Vereinfacht gesagt, geht es bei alledem um die Gegensätzlichkeit zwischen Handwerks- und Händlergeist. Der Handwerker, wie es ihn jedenfalls in der alten Gesellschaft gegeben hatte, war in einem organischen Gefüge eingegliedert. Er musste Rohstoffe beziehen, diese mit Werkzeuge bearbeiten und die an ihn gerichtete Nachfrage zur Zufriedenheit aller Beteiligten stillen. Da der Ort seiner Produktion auch der Ort seines Lebensmittelpunktes war, gab es für ihn und seiner Familie für gewöhnlich kein Entkommen, d.h. er war Bestandteil der sozialen und sittlichen Ordnung im gesellschaftlichen Gefüge. Kurz und gut, kein Handwerker konnte es sich erlauben, minderwertige Erzeugnisse herzustellen, ohne dass er mit Schimpf und Schande und Strafe bedacht worden wäre. Der (fahrende) Händler wiederum schlug nur für eine notwendige Verweildauer die Zelte auf und pries seine Waren an, die er jedoch nicht mit seinen Händen geschaffen hatte. Für ihn machte es keinen Unterschied, ein Paar Schuhe oder ein Paar Strümpfe gegen Münzen einzutauschen. Während sich der Handwerker mit seinen Erzeugnissen identifizierte – sie waren sozusagen ein Teil von ihm – konnte der Händler gegenüber seinen Waren völlig wertfrei agieren, ja, ging es ihm doch nur darum, die Waren recht flott gegen gutes Geld an den Mann bzw. an die Frau zu bringen. Während der Handwerker für ein Erzeugnis viele Arbeitsstunden investieren musste, konnte der Händler innerhalb kurzer Zeit viele seiner Waren vertreiben.

Wir müssen hier gar nicht akademisch-abstrakt denken, vielmehr genügt der gewöhnliche Hausverstand, um die Unterschiede zwischen Handwerks- und Händlergeist zu erkennen: Da der sesshafte, dort der bodenlose. Da der fleißige, dort der auf seine Gelegenheit wartende. Da der Recht schaffen(d)e, dort der Gewinn machende. Da der langfristige, dort der kurzfristige Gedanke. Da die qualitative, dort die quantitative Bewertung. Da die Ordnung, dort die Unordnung. Da die Aufrichtigkeit, dort die Verkaufslüge. Da die moralische Grundlage, dort die kaufmännische Basis. Und so weiter und so fort.

Der Kapitalismus, im Sinne von Sombart, ist sozusagen der Händlergeist, der alle Bereiche der Gesellschaft durchzieht. Und hier machen wir wieder den Bogen zurück, zu Scorseses The Wolf of Wall Street. Der junge Belfort, noch ist er ein unbeschriebenes Blatt, wird in den Kreis der (Börsen)Händler aufgenommen und erhält von Matthew McConaugheys Charakter beim Mittagessen in einem luxuriösen Restaurant die Initiation: Wenn du viel Geld hast, kannst du dir so gut wie alles erlauben – auch und gerade in einem (Fress-)Tempel der herrschenden Klasse. Damit ist der junge Belfort, ein Außenseiter, der sich der herrschenden Klasse völlig unterlegen fühlt, mit dem Händlervirus infiziert und es braucht nicht lange, bis der Virus seine Wirkung an ihm und seine getreuen Mitstreiter, die sich ebenfalls als Außenseiter verstehen, entfaltet.

Bitte beachten Sie, dass der Händlergeist in keiner Weise mit einer Rasse, einer Religion, einer sozialen Gruppe unzertrennlich in Verbindung zu stehen hat. Jeder, und das zeigt gerade der Film, ist diesem Geist, dieser abstrakt-quantitativen Auffassung ausgeliefert und es braucht nicht viel, um junge und ehrgeizige Menschen, die sich ungerecht in die Schranken gewiesen sehen, dafür zu gewinnen. Bestes Beispiel mag das schwarzafrikanische Hip Hop-Narrativ in den USA sein – hier ist es ein Gewalt-Geld-Frauen-Drogen-Ringelspiel. Man könnte sich als skeptischer Geist natürlich fragen, warum sich dieses Narrativ gerade in diese Richtung entwickelt hat. Eine mögliche Antwort gibt uns Prof. Jerry Kroth in seinem Vortrag The Media Matrix: How propaganda and mass media are impacting America’s contact with reality. 

Scorsese zeigt uns zu guter Letzt den geläuterten Belfort, der nun nicht mehr andere mit allerlei Tricks und Kniffe über den Tisch zu ziehen versucht. Was tut er? Er motiviert Menschen. Er motiviert sie, den abstrakt-quantitativen Geist an- zunehmen und die moralischen Bedenken über Bord zu werfen. Kurz und gut, er gibt den Virus weiter. Mit all den Konsequenzen – für den Einzelnen genauso wie für die Gesellschaft. In der letzten Einstellung sehen wir die gewöhnlichen Gesichter gewöhnlicher Menschen – keine Schauspieler, keine Statisten – die allesamt hoffen, von Belfort erleuchtet und auf den richtigen Weg zum Geld geführt zu werden.

Falls Sie von dieser Thematik nicht genug bekommen können, empfehle ich den im Jahr 1992 gedrehten Film Glengarry Glen Ross anzuschauen. Aber ich warne Sie, im Gegensatz zum bunten und komödiantischen The Wolf of Wall Street ist das glänzend gespielte Bühnenstück im höchsten Maße deprimierend. Weil es den Abgrund zeigt, der auf uns wartet. Und Rettung ist keine in Sicht.