richard k. breuer

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Denkverbote #1: Geld- und Kreditsystem

Denkverbote-1Das Geld- und Kreditsystem ist Eckpfeiler unserer gegenwärtigen Zivilisation. Trotzdem erfährt der gewöhnliche Bürger so gut wie nichts über die Schwarze Magie, die hier praktiziert wird.

Geld entsteht durch Kredit.

Würden alle Kredite auf diesem Planeten zurückgezahlt werden – was freilich wegen der Zinsen unmöglich ist – gäb’s auch kein Geld mehr in unserer Welt. Der Zinseszins, der auf lange Sicht jeden Kreditnehmer – vor allem Staaten – in den Bankrott treibt, wird niemals ernsthaft diskutiert. Spricht man aber von Wucher oder Zinsknechtschaft könnte das einem Job und Zukunft kosten. Das Thema Geld, Kredit und Bankwesen ist heutzutage ein einziges Minenfeld. Jeder Analyst, der sich in dieses Feld begibt, um Fakt von Fiktion zu trennen, läuft Gefahr, zerrissen zu werden.

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Was die Krise mit Kopfschmerzen zu tun hat und ein erster Versuch, die richtigen Fragen den richtigen Leuten zu stellen!

Eine Gesellschaft, in der die Lüge zur allgemein akzeptierten
Verkehrsform gehört, marschiert in den Schwachsinn.
Matthias Matussek,
DER SPIEGEL

Laut einer Studie gibt es in Deutschland derzeit etwa 830000 Geldmillionäre, deren Vermögen rasant zunimmt. Insgesamt verfügt diese schmale Schicht über ein Finanzvermögen von 2,2 Billionen Euro – mehr als Bund, Länder und Gemeinden zusammen an Schulden haben. Ähnliches gilt für die europäische Ebene. Der World Wealth Report misst Finanzwerte von über 10 Billionen Dollar in den Händen der europäischen Multimillionäre. Die Staatsverschuldung aller EU-Staaten liegt nur knapp darüber. Vor 13 Jahren war der europäische Geldadel übrigens erst halb so reich. Die Staatsverschuldung brauchte 15 Jahre, um sich zu verdoppeln.

Sahra Wagenknecht.
Entnommen der Frankfurter Allgemeine Zeitung – Die Autorin ist stellvertretende Partei- und Bundestagsfraktionsvorsitzende der Partei Die Linke.

*

Wir können es drehen und wenden wie wir wollen. Das Ende der Fahnenstange ist erreicht. Bitte bedenken Sie, dass es eigentlich gar nicht so sehr darum geht, wie wir die Finanz- und Wirtschaftskrise in den Griff bekommen. Wir können sie gar nicht in den Griff bekommen. Es ist, als würden wir in einem Auto sitzen,einen Berg hinabfahren und plötzlich bemerken, dass die Bremsen nicht funktionieren. Handbremse natürlich genauso wenig. Nach und nach erfahren wir, dass das Auto von Anfang an ohne Bremsen konstruiert wurde. Man ging davon aus, dass es nur bergauf gehen würde. Wer will da bremsen? Wer bremst verliert, richtig?

Und falls es einmal bergab ginge, so die Experten und Politiker und Wirtschaftsfachleute, na, dann sollten wir doch froh sein, weil wir den Schwung dann für den nächsten langen und steilen Anstieg mitnehmen können. Ja, das klingt in den Ohren eines normalsterblichen Bürgers, der sich keine sonderlich schweren Gedanken über die Welt da draußen machen möchte, ganz vernünftig. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt uns, dass es nach jeder ruppigen Talfahrt wieder ordentlich bergauf ging. Wir dürfen also nur nicht die Nerven verlieren, wenn das Auto an Geschwindigkeit zunimmt und immer schneller wird. Die Experten und Politiker und Wirtschaftsfachleute sind bekanntlich kluge Leute und haben alles im Griff. Richtig? Falsch!

*

«Wir werden überredet, Geld auszugeben, das wir nicht haben, für Dinge, die wir nicht brauchen, um Eindruck zu machen, der nicht von Dauer ist, auf Leute, die uns egal sind.«

*

Ich denke, es ist an der Zeit die Samthandschuhe auszuziehen und die Verantwortlichen ins Gericht zu nehmen und – falls notwendig – vor Gericht zu stellen. Politiker und Experten und Wirtschaftsfachleute werden gut bezahlt, weil sie intelligent, kompetent, nicht korrumpierbar und verständig sind. Wir sind uns hoffentlich einig, dass ein politischer Entscheidungsträger nicht deshalb Entscheidungen treffen darf, weil er telegen ist oder geschliffene Ansprachen halten oder ein finanzkräftiges einflussreiches Netzwerk aufweisen kann. Genausogut würden wir keinem »Arzt« vertrauen, der uns diagnostiziert, wenn sich herausstellte, dass er diese Stelle nur deshalb bekommen hat, weil er lange Jahre Sekretär im Gesundheitsministerium war. Würden wir so jemanden unser Leben anvertrauen?

Gesetzt dem Falle, Sie wachen eines Tages auf und haben einen stechenden Kopfschmerz. Sie gehen zum Arzt Ihres Vertrauens und klagen ihm Ihr Leid. Er nickt, zückt einen Rezeptblock und kritzelt ein Kopfschmerzmittel darauf. Sie fragen, ob mit Ihnen alles in Ordnung sei. Ihr Arzt bejaht und meint, Sie sollen sich keine Sorgen machen, weil, naja, nach Einnahme des Schmerzmittels ist der Kopfschmerz wieder weg.

Sie nehmen also eine Tablette und tatsächlich verschwindet der Kopfschmerz. Sie verrichten Ihre Arbeit, kommen nach Hause, tun, was Sie immer tun, legen sich schließlich ins Bett und wachen am nächsten Morgen wieder mit diesem einen stechenden Kopfschmerz auf. Sie nehmen also wieder eine Tablette, gehen zur Arbeit, kommen nach Hause, tun, was Sie immer tun, legen sich schließlich ins Bett und wachen am nächsten Morgen wieder mit diesem einen stechenden Kopfschmerz auf. Sie nehmen also wieder eine Tablette, gehen zu Arbeit und diese Routine wiederholt sich, bis sie keine Schmerzmittel mehr haben. Was nun? Sie besuchen Ihren Arzt.

Sie klagen Ihrem Arzt, dass Sie zwei Wochen lang, jeden Morgen mit Kopfschmerzen aufgewacht sind. Ihr Arzt nickt, zückt den Rezeptblock und kritzelt ein Kopfschmerzmittel darauf. Sie fragen, ob mit Ihnen alles in Ordnung sei. Ihr Arzt bejaht und meint, Sie sollen sich keine Sorgen machen, weil, naja, nach Einnahme des Schmerzmittels ist der Kopfschmerz wieder weg.

Nach zwei Wochen sitzen Sie wieder beim Arzt. Die Kopfschmerzen überfallen Sie noch immer in der Früh und die Schmerzmittel dürften nicht mehr so wirksam sein. Kein Problem, meint Ihr Arzt, dann nehmen Sie einfach zwei Tabletten. Und die Nebenwirkungen?, wollen Sie wissen. Keine Sorge, lächelt Ihr Arzt, die hat noch jeder überlebt.

Zwei Wochen lang nehmen Sie also zwei Tabletten am Morgen. Sie bemerken unangenehme Nebenwirkungen. Ihr Haar ist spröde, die Haut trocken, die Augen entzündet, der Magen verstimmt.

Die Routine geht weiter und weiter. Sie nehmen bereits vier Tabletten am Morgen, was natürliche befremdliche Auswirkungen auf ihren Organismus hat, aber die Alternative, mit dem stechenden Kopfschmerz zu leben, ist keine. Sie sind eigentlich froh, diese Schmerzkiller von Ihrem Arzt zu bekommen, der Ihnen zu verstehen gibt, dass alles in Ordnung mit Ihnen sei. Fein, denken Sie sich, dass es noch kompetente Ärzte gibt, denen man vertrauen darf.

Nach einem Jahr nehmen Sie bereits zehn Tabletten am Morgen und zehn Tabletten zu Mittag und zehn Tabletten am Abend. Sie haben einen neuen Job im Pharmabereich angenommen, der Ihnen alles abverlangt, aber um die exorbitanten Kosten der Schmerzmittel zu bezahlen, bleibt Ihnen keine andere Wahl. Mit den Kopfschmerzen würden Sie sowieso keinen Job durchstehen. Die Nebenwirkungen, die Sie nach außen hin einigermaßen kaschieren können, machen Ihnen das Leben schwer, aber auf der anderen Seite sind Sie wiederum froh, dass Sie sich nicht mit diesem stechenden Kopfschmerzen auseinandersetzen müssen. Sie hören immer wieder, wie schlecht es anderen geht. Nebenbei verabreichen Sie auch schon Ihren Kindern eine halbe Tablette am Morgen, weil diese auch schon von einem Kopfschmerz reden. Kein Problem, sagen Sie ihren Kindern, es ist alles in Ordnung. Und Ihre Kinder schlucken die halbe Pille und lächeln.

Eines Tages, Sie stehen gerade in der Büroküche und schlucken zehn Tabletten, kommt eine junge chinesische Kollegin und beobachtet Ihre Prozedur. »Kopfschmerzen«, deuten Sie auf Ihren Kopf. Die Kollegin nickt und fragt, ob der Arzt schon die Ursache dieser Schmerzen herausgefunden hätte. Sie blicken sie erstaunt an. Es ginge nur um die Schmerzen, sagen Sie, und dagegen helfen nur die Tabletten. Die Kollegin schüttelt sachte den Kopf. Schmerzen haben eine Ursache. Findet man die Ursache im Körper und behebt dieses Ungleichgewicht, dann hören die Schmerzen auf. Sie runzeln die Stirn. »Blödsinn«, schlucken Sie die letzte Tablette hinunter, »mein Arzt ist der Meinung, dass alles in Ordnung mit mir sei. Und die Zeitungen sagen es ja auch. Hier! Wir müssen nur mehr Tabletten produzieren, um nicht Gefahr zu laufen, einen Engpass zu erleiden. Darum geht es! Sie haben keine Ahnung, was es heißt, mit diesen Kopfschmerzen leben zu müssen!«

Ich denke, wir können hier diese Parabel abbrechen. Sie wissen, worauf ich hinaus will. Sie können hundert Schmerzmittel pro Tag in sich hineinschaufeln, aber die Auswirkungen werden Sie umbringen. Früher als Ihnen lieb ist. Und die Nebenwirkungen machen Ihr Leben in keiner Weise lebenswert. Trotzdem klammern Sie sich an die Schmerzmittel-Therapie, die Sie bis ans Ende Ihrer Tage verfolgen wird. Und Ihre Kinder genauso. Ist das sinnvoll? Ist das richtig?

Was in diesem Beispiel so klar auf der Hand liegt, nämlich nach der Ursache der Schmerzen im Organismus zu forschen, wird im Wirtschafts- und Finanzsystem kategorisch abgelehnt. Unser Schmerzmittel ist Geld. Wir betäuben uns damit. Es ist die einzige Lösung für Krisen und Depressionen. Wie kommt es, dass die Mainstream-Medien in den Chor der Experten und Politiker einstimmen, die Ursachenforschung ablehnen oder gar nicht erst in den Mund nehmen?

Würden Sie Ihren Arzt fragen, ob er in erster Linie Symptome oder die Ursache einer Krankheit bekämpfen wolle, und er Ihnen glatt ins Gesicht antworten würde: »Es geht immer um die Symptome. Die Ursache tut nichts zur Sache, die ist nämlich viel zu kompliziert, um sie verstehen oder erforschen zu können.«, würden Sie da nicht an den Geisteszustand Ihres Arztes zweifeln? Und Ihn durch einen anderen ersetzen? Warum tun wir es dann nicht bei den Politikern und Experten? Warum akzeptieren wir, dass Entscheidungsträger immer nur Symptome bekämpfen, nie aber über die Ursachen befinden wollen? Vielleicht, weil Sie davon exorbitant profitieren?

Deshalb schlage ich folgende Forderung vor: Jedes Regierungsmitglied, jeder Politiker der Opposition, jeder Experte, der die Regierungen berät, jeder Experte, der in den Medien seine Expertise veröffentlichen darf, müssen eine eidesstattliche Erklärung abgeben und die folgenden Fragen beantworten. Die Beantwortung wird auf Film dokumentiert und soll im TV gesendet und im Internet abrufbar sein.

Die Fragen und Auswirkungen der Antworten könnten wie folgt aussehen:

Ist die Erde ein endlicher Planet?

Jede Antwort, die ungleich JA ist, hat zur Folge, dass der Befragte aller Ämter mit sofortiger Wirkung enthoben wird; möchte er in einem Mainstream-Medium seine Meinung veröffentlichen, muss gewährleistet sein, dass neben seinem Namen hinzugefügt wird, dass er nicht der Meinung sei, dass die Erde ein endlicher Planet ist. Natürlich steht es jedem frei, eine Erklärung abzugeben, warum er nicht der Meinung sei, dass es ein endlicher Planet ist. Wir müssen aber von Fakten und Beweisen ausgehen. Die Annahme, dass die Welt eine Illusion ist oder wir in einer Matrix leben oder Gott schon dafür sorge, dass alles seinen gerechten Gang gehe oder Außerirdische uns nur vorgaukeln, dass wir auf einen sich erschöpfenden Planeten leben, ist völlig unzureichend.

Gehen nicht erneuerbare Rohstoffe zur Neige?

Jede Antwort, die ungleich JA ist, hat zur Folge, dass der Befragte aller Ämter mit sofortiger Wirkung enthoben wird; möchte er in einem Mainstream-Medium seine Meinung veröffentlichen, muss gewährleistet sein, dass neben seinem Namen hinzugefügt wird, dass er nicht der Meinung sei, dass sich erneuerbare Rohstoffe erschöpfen. Natürlich steht es jedem frei, eine Erklärung abzugeben, warum er nicht der Meinung sei, dass nicht erneuerbare Rohstoffe unerschöpflich oder in einer nahezu unendlichen Menge vorhanden sind. Die Annahme, dass zum Beispiel Erdöl abiotisch sei (die ständige Produktion im Erdinneren als Schmiermittel), oder dass jeder Rohstoff durch chemisch-technisch-genetisch-nukleare Transformation oder einem Zaubertrick hergestellt werden kann, muss belegt oder bewiesen werden.

Muss die Wirtschaft im gegenwärtigen System ständig wachsen, um zu funktionieren?

Jede Antwort, die ungleich JA ist, hat zur Folge, dass der Befragte aller Ämter mit sofortiger Wirkung enthoben wird; möchte er in einem Mainstream-Medium seine Meinung veröffentlichen, muss gewährleistet sein, dass neben seinem Namen hinzugefügt wird, dass er nicht der Meinung sei, dass die Wirtschaft im gegenwärtigen System wachsen muss, um zu funktionieren. Mit anderen Worten, im bestehenden System, müssen Produkte produziert, beworben und verkauft werden, nur aus dem einen Grund: damit ein Unternehmen die Zinsen der Kredite zahlen kann und somit nicht bankrott macht. Das Gemeinwohl, die Umwelt, die Menschen kommen in dieser Zins-Profit-Formel nicht vor. Und weil der Überlebenswille so stark ausgeprägt ist, wird ein Konzern die letzten Rohstoffe aus dem Boden quetschen, um damit Weihnachtsmänner-Figuren in Lederhosen herzustellen, die blinken und bei Berührung ein Happy Christmas jodeln bzw. das Lied Edelweiss trällern. Gleichzeitig erfolgt die großangelegte Werbekampagne Christmas in Tyrol, erscheint der spaßige Hollywood-Familienfilm Happy Gilmore in Tyrol, senden TV-Sender unzählige Berichte über den weltweiten Tirol-Hype, schreiben unzählige Zeitungen über den Internetansturm auf die Seite eines jodelnden Weihnachtsmannes in Lederhose. Das Unternehmen prognostiziert seine Verkaufszahlen. Die Aktienkurse steigen. Die Manager erhalten Gratifikationen und Boni im Millionenbereich und die Politiker, die den Rohstoffmarkt weiter liberalisiert haben, beglückwünschen sich – immerhin ist der Konzern einer ihrer Sponsoren für den Wahlkampf. Ach ja, Kupfer ist aus.

Wird das ständige Wachstum einer Zelle in einem lebendigem Organismus als Krebs bezeichnet?

Jede Antwort, die ungleich JA ist, hat zur Folge, dass der Befragte aller Ämter mit sofortiger Wirkung enthoben wird; möchte er in einem Mainstream-Medium seine Meinung veröffentlichen, muss gewährleistet sein, dass neben seinem Namen hinzugefügt wird, dass er nicht der Meinung sei, dass das ständige Wachstum einer Zelle in einem lebendigem Organismus als Krebs bezeichnet wird. Eine ständig wachsende Wirtschaft verhält sich somit wie Krebs in einem Organismus. Eine Weile kann der Organismus damit umgehen, aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo das System endgültig zusammenbricht, weil es lebenswichtige Organe angreift. Mit anderen Worten: der Organismus stirbt.

Wird Geld durch Schulden in Umlauf gebracht, auf denen wiederum Zinsen lasten?

Jede Antwort, die ungleich JA ist, hat zur Folge, dass der Befragte aller Ämter mit sofortiger Wirkung enthoben wird; möchte er in einem Mainstream-Medium seine Meinung veröffentlichen, muss gewährleistet sein, dass neben seinem Namen hinzugefügt wird, dass er nicht der Meinung ist, dass im gegenwärtigen System Geld durch Schulden in Umlauf gebracht wird. Zentralbanken drucken Geld oder schreiben einen Scheck und vergeben diese neu geschaffenen Gelder aus dem Nichts (FIAT) gegen Zinsen an Privatbanken oder Staatskassen, die sie in Umlauf bringen.

Kann das Modell des Zinseszins, der eine exponentielle Funktion mit einem linearen Wirtschaftskreislauf kombiniert, auf längere Sicht funktionieren?

Ist die Antwort JA, dann sollte die folgende Frage beantwortet werden: Wie hoch ist der Betrag, wenn ein Pfennig, der im Jahre 1 nach Christie Geburt angelegt und zu 5 % verzinst wurde, nach 2000 Jahren behoben werden möchte?

Sollte die Antwort so ausfallen, dass man davon ausgehen kann, dass der Befragte keine Idee von exponentiellem Wachstum hat, ist er mit sofortiger Wirkung all seiner Ämter enthoben.

Der Betrag, der sich aus diesem Zinseszins-Beispiel ergibt, würde vermutlich ausreichen, das gesamte Sonnensystem und Teile der Milchstraße kaufen zu können. Freilich, um diesen kleinen Fehler zu verhindern bzw. zu verheimlichen, werden Kriege geführt, Währungen entwertet, Umschuldungen erzwungen, Konten geplündert, Finanzkrisen ausgelöst. Ist das also die zugrundeliegende Idee eines nachhaltigen und menschenfreundlichen Wirtschafts- und Finanzsystems?

Muss es nicht unsere absolute Priorität sein, ein weltweites Wirtschaftssystem zu (er)finden, das auf lange Sicht  funktioniert, in dem es mit den verbliebenen Ressourcen so sparsam und gerecht umgeht, wie nur möglich? Muss ein weltweit funktionierendes Wirtschaftssystem nicht der gesamten Bevölkerung dienlich sein, um ein angenehmes, freies und gerechtes Leben zu gewährleisten? Oder soll der freie Markt und das Motto wer zahlt, schafft an weiterhin gelten?

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Anmerkung: Ob eine Gold- oder Silberwährung die richtige und notwendige Alternative ist, lasse ich offen. Ich gehe davon aus, dass ein Wirtschafts- und Gesellschaftssystem ohne Geld die Lösung ist, aber das ist eine ganz andere Geschichte. In diesem Vortrag geht es vielmehr um die Analyse, warum Economy, Energy und Environment nicht einzeln, sondern immer nur als Ganzes betrachtet werden können.

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