richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Die verbotene Ökonomie des Glücks

Zufällig über den Trailer zu der Doku »Die Ökonomie des Glücks« [The Economics of Happiness] gestolpert. Die ersten 40  Sekunden sind ein wenig übertrieben auf Effekthascherei getrimmt, der Rest ist natürlich absolut richtig und stimmig.

Was in diesem Trailer vergessen wird anzuführen (und ich vermute auch im Film) ist die Tatsache, dass wir seit der industriellen Revolution in einer Epoche des »globalisierten freien Marktes« leben und gezwungen werden, diesem Diktat zu folgen. Das klingt für unsereins ein wenig abgehoben und nach dem üblichen links-anti-kaptialistischen Geplapper. Fakt ist aber, dass der Westen – vorrangig die USA – alles in ihrer Macht stehende tut, um einen souveränen Staat für den globalen Markt zu öffnen. Das geschieht durch subtile Überredungskünste oder brachiale Kanonenbootpolitik. Die Liste all jener souveränen Länder, die der Reihe nach für westliche Konzerne und einem ersatzcapitalism (© Joseph Stiglitz) »erschlossen« wurden, ist lang und wird immer länger. Das heißt, würde heute, sagen wir Österreich auf die Idee kommen, sich auf ihre regionale Stärke zu besinnen, würde das unangenehme Auswirkungen zur Folge haben. In den Worten von emer. Prof. der University of Pensylvania Edward S. Herman The Real Terror Network: Terrorism in Fact and Propaganda (South End Press, 1999) klingt das dann so:

In country after country in the U.S. sphere of influence ‚dominoes‘ have been falling, with military regimes and other dependent tyrannies coming into power in virtually all of Central and South America, and Thailand, Indonesia, the Philippines, Zaire, and elsewhere. These regimes have almost uniformly displayed the following characteristics:

(1) they represent a small elite interest, including the multinational corporation which they treat kindly;

(2) they all use terror, including modern forms of torture, to keep the majority unorganized, powerless, and as means to local elite and multinational corporate ends;

(3) the leaderships of these states are almost invariably venal [grundsätzlich korrupt];

(4) they have allowed already highly skewed income distributions to become still more unequal, and have caused a large fraction of their populations to be kept in a state of extreme deprivation….

<The broad purpose of this book is to show the nature, roots and vast scope of the real terror network — the U.S.-sponsored ‚authoritarian‘ states — and to examine the ways in which the magnificent propaganda machinery of the west has covered this over and substituted in its place a lesser, and frequently concocted, network that includes — by careful definition and selectivity — only those terrorists who are challenging important western interests or who can be plausibly linked to its enemies.>

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3 Antworten zu “Die verbotene Ökonomie des Glücks

  1. Michael Samstag, 27 Oktober, 2012 um 20:43

    Wobei…

    Die USA nur die militärische Plattform für die (nach allen Indizien) in der City of London zu verortende Finanzielle Internationale darstellt. Sollten die USA sich militärisch weiterhin als funktionsuntüchtig erweisen, wird diese Plattform schnell verlassen und durch eine andere (China?) ersetzt werden.

    • Richard K. Breuer Sonntag, 28 Oktober, 2012 um 14:23

      Ja, die USA ist de facto nur der ausführende Arm eines (finanzstarken) Establishments. Falls sich das US-Militär und die Regierung als „funktionsuntüchtig“ erweisen sollten, werden beide „funktionstüchtig“ gemacht – die militärischen Mitteln, die den USA zur Verfügung stehen, sind exorbitant; in kurzer Zeit ließe sich diese „Plattform“ nicht wechseln, aber als „Drohszenario“ kann China, Indien/Pakistan und Russland natürlich dienen. Europa hat sich ja bekanntlich mit 1945 von der Geopolitik verabschiedet.

  2. Sindy Sonntag, 28 Oktober, 2012 um 13:46

    naja, wenn es einen Nutzen hat, dann kann man Glück gerne kommerzialisieren;)

    Ist das jetzt Ironie, dass der Spammer zu einem Escort-Service verlinkt?

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