richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

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Das Einläuten der letzten Runde der Tiret-Saga: Penly

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Im Wonnemonat Mai wird nun der vierte und letzte Band der Tiret-Saga PENLY: Fragment eines Blutbades am Vorabend der Revolution erscheinen. Wie im Untertitel bereits angedeutet, geht es auf den etwa 350 Seiten recht blutig zur Sache, was aber nicht heißen soll, dass der feine Humor, neben dem Rätselhaften, zu kurz kommt. Der Leser darf sich in jedem Fall auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle und einen würdigen Abschluss der Saga freuen, die 2008 ihren Anfang nahm.

Vorbestellungen für die Kleinauflage im Taschenbuchformat werden natürlich gerne entgegen genommen, schließlich muss ja die Butter irgendwie auf das vertrocknete Brot kommen, nicht wahr? Für meine treue Leserschaft werde ich sicherlich das eine oder andere verlockende Angebot mit anderen Titeln schnüren, beispielsweise hat sich die autobiographische Fiktion Der Fetisch des Erik van der Rohe (link) leider noch nicht so herumgesprochen, wie ich es mir gerne erwartet hätte. Das wird sich hoffentlich bald ändern, weil es kaum Vergleichbares im literarischen Kommerzbetrieb gibt.

In diesem Sinne.

 

Als der Himmel voller Bücher hing

Gestern, vor 8 Jahren, ist die Buchpräsentation zu Die Liebesnacht des Dichters Tiret im Wiener MQ über die Bühne gegangen. Der kleine Filmclip lässt das Geschehen Revue passieren. Damals war ich noch recht naiv in den verlegerischen Schlagabtausch gegangen; ja, ich dachte, es gäbe  Chancengleichheit, weil, heißt es nicht, der freie Markt ist für alle da? Aber je mehr ich in das kapitalistische Drumherum drang, desto klarer wurde mir die Aussichtslosigkeit all der ambitionierten Davids, die sich gegen die marktmächtigen Goliaths zu stemmen versuchen. Talente, Gaben und Tugenden sind keine umsatzsteigernden Eigenschaften. Auch der junge Goethe musste das zu Beginn seiner Karriere feststellen, als er auf einen Berg selbst publizierter Götz-Bücher saß und seinen Freunden Brandbriefe schrieb: „Hört, wenn ihr mir wollet Exemplare von Götz verkaufen, ihr tätet mir einen Gefallen.“ [Siehe Seite 176]

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Heute, vor 7 Jahren, anno 2008 …

Eine Blutoper namens Penly

Penly_Box_openSodala. Das Spielemagazin ist mal in trockenen Tüchern und in der Druckerei. Die Conspiracy-Mühlen mahlen derweil langsam und bedächtig – was vorauszusehen war, führt man sich Inhalt und Umfang des Werkes vor Augen. Somit wird es mit Band IV der Tiret-Saga: Penly so richtig ernst. Das blutige Insel-Massaker ist nichts für zarte Gemüter, schließt aber den Kreis vorbildlich. Und was gibt es Schöneres, für einen Schriftsteller, wenn er einen Bogen über vier Bände spannen kann? Reizend, nicht? Ob die tarantinoeske Blutoper noch in diesem Jahr erscheinen wird, steht in den Sternen. Vielleicht im Frühjahr 2015? Oder doch noch vor Weihnachten? Sie wissen schon, der Buchhandel und das Weihnachtsgeschäft, die gehen eine lukrative Symbiose ein. Na, es wird wohl auf die Vorbestellungen/Reservierungen ankommen. Zumindest könnte ich Band IV zunächst mal als E-Book publizieren. Tja. Immer diese Entscheidungen. Ja, leicht hat man es als Autorverleger nicht. *lehnt sich zurück, schlürft Kaffee und starrt Löcher in den Spätsommerhimmel*

 

update: Französische Bauern steckten aus Protest das Büro der Steuerbehörde in Brand. Oui, oui. 1788/89? Non! 2014. link

Die Krux des Autors mit dem Setzen eines Punktes

Penly_Box_openIst der Autor mit seinem Werk zu einem Ende gekommen und hat er den Punkt gesetzt, wäre dies für gewöhnlich ein Grund zum Feiern. Jahrelang hat er sich mit Kapiteln und Strukturen herumgeschlagen, er feilte an Sätzen und Phrasen, er sah Seite um Seite durch. Immer wieder. Wie gesagt, es wäre ein Grund zu feiern. Aber der Autor, ja, der Künstler selbst, er fühlt anders. Weil ihm der Sinn der letzten Monate und Jahre genommen wurde. Es wird ihm klar, dass er nun den Elfenbeinturm verlassen und in die reale Welt – irgendwo da draußen – gehen wird müssen. Kritik – lobend oder vernichtend – gilt es mit einem Lächeln zu nehmen, Verkaufszahlen mit einem Nicken. Der Autor wünscht sich nichts Sehnlicheres, als wieder zurück, in seine Schreibstube, in seinen Elfenbeinturm zu dürfen. Dort möchte er ein weiteres Mal den Geist in Buchstaben zwingen. Ein Ringen. Ein Kämpfen. Ein Fluchen. Einfach ist es nicht. Einfach war es nicht. Trotzdem, so lange die musische Kraft nicht versiegt, so lange das Schicksal nicht einschreitet, so lange möchte sich der Autor in seinem Elfenbeinturm ungestört seinen Träumen hingeben. Es ist ein kreativer Drogenrausch mit phantastischen Stoffen und grammatikalischen Mitteln. Gewiss, am Ende sind es immer nur gedruckte Seiten, zwischen zwei Buchdeckeln, die über diesen Rausch Auskunft geben. Mehr bleibt nicht. Mehr ist nicht.

In den letzten Wochen endlich Penly überarbeitet. Mehrmals. Der Punkt ist gesetzt. Somit ist das Buch, der vierte Band, der die Tiret-Saga vorerst abschließt, nun zur Korrektur freigegeben. Genauso wie Con$piracy und Erik. Damit sollte vor der Fußballweltmeisterschaft 2014 drei neue Titel die neugierige Nase des Lesers erreichen. Acht Jahre zuvor, im Juni 2006, vor der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland, tanzte ich, auf Wolken gebettet, zum ersten Mal aus meinem Elfenbeinturm und präsentierte Rotkäppchen 2069. Es war ein Sturz in die Realität. Die blauen Flecken spüre ich heute noch.