Archiv der Kategorie: P.

Die verlorene Geschichte

Zu solch später Stunde schreibt er für gewöhnlich nicht, der gute Dichter. Aber die Wirklichkeit lässt ihm keine andere Wahl. Wiewohl, jeder hat eine Wahl. Würde man denken. Da sind wir schon bei der Crux. Das Seufzen ist überlaut zu vernehmen. So viel Hoffnung und Zuversicht hatte er, am Sonntag, als die Muse sich angetragen hatte. Aber nur wenige Tage später, da hat ihn die Wirklichkeit verschlungen und wieder ausgespuckt. Ja, der Meister der poetischen Worte sehnt sich nach Harmonie und Gelassenheit. Möchte man meinen. Aber jede Geschichte braucht ein Auf und ein Ab. Er weiß es. Mit banaler Harmonie und bescheidener Gelassenheit lässt sich gut leben, aber ein Meisterwerk wird daraus niemals entstehen. Deshalb lässt er geschehen. Die Schläge, oftmals tief und fest, hie und da, selten gewiss, zärtlich und sanft, haben Wirkung, zeigen Wirkung. So verliert der Dichter die Balance und fällt. Wenn er Glück hat, nur zu Boden. Wenn er Pech hat, aus allen Wolken. Der Aufprall, nun, hat mit Fallhöhe und Bodenbeschaffenheit zu tun. Schmerzhaft. Immer. So muss es sein. Ursache und Wirkung. Im nicht-physikalischen Bereich seines musischen Universums genauso wie in seiner gedanklichen Wirklichkeit. Er wird sich aufrappeln. Das ist der Gang der Dinge. Er wird sich Staub und Asche aus Körper und Geist schütteln. Und erneut zur Feder greifen. Das ist der Lauf der Dinge. Der Dichter hat sich offenbart, vor langer Zeit, hat sich nicht für das Leben, sondern für die Poesie entschieden. Er wollte es so. Er hat es so bekommen. Mitleid muss niemand für ihn haben. Am Ende, davon ist er überzeugt, wird er die verlorene Geschichte finden.

Die musische Welt als Möbiusschleife. Heute vor einem Jahr. #inspiration

Heute, vor einem Jahr, war es, als ich meiner inneren Befindlichkeit freien Lauf ließ. Es war nicht geplant, nicht erzwungen. Es war eine Inspiration, die mir gar zauberhaft ins Gehirn fuhr, und die mich zu Füller und Tinte greifen ließ. Aus einer Herzensangelegenheit entwickelte sich ein Schlagabtausch zwischen Dichter und Muse, der schlussendlich zu einem neuen Buch- und Lebensprojekt wurde und dabei die reale mit der musischen Welt auf geheimnisvolle Art und Weise verband. Es waren weltlichen Umstände, die all das möglich und unmöglich machten. Dieser Gegensatz, einmal anziehend, einmal abstoßend, nährte das Feuer der künstlerischen Leidenschaft, die in Gedanken gelebt und gedacht wurde.

Alles andere bleibt eine Erinnerung.

So hat sie mir einmal gesagt.

Der unsichtbare Krieg, Herbst 2021

Als sich E., der eigentlich R. ist, von A., die eigentlich P. ist, vor den Müllcontainern (bitte trennen!) verabschiedet, blickt er ihr noch nach, bis sie aus seinem Blickfeld verschwindet. Dann macht er sich auf, in eine ungewisse Zukunft, während A., die eigentlich P. ist, ihre lange Reise antritt. Werden Sie sich jemals wiedersehen?

Es ist der Fortsetzung einer Geschichte, die als leicht verspielte Liebeskomödie begann. Doch mit jedem Tag ziehen mehr und mehr dunkle Wolken am Horizont auf und die Frage ist nicht, ob ein Gewittersturm aufzieht, sondern wann.

Der unsichtbare Krieg, Herbst 2021 weiterlesen

Wahre Lebensfreude in Zeiten des kollektiven Wahnsinns

Später einmal will ich mich an diese Tage erinnern. Als der blaue Himmel, mit Wolken befleckt, und die schüchterne Sonne uns begleiteten, auf einen Weg, der zu einem grünen See führte. Unberührt lag er vor uns. Eine Weile dachten wir nicht an die nahe und ferne Zukunft, sondern aßen unser Brot in der Freude dieser Gegenwart. Das gemeinschaftliche Leben ist der letzte Zufluchtsort in einer Welt, die dem kollektiven Wahnsinn anheimgefallen ist. Aber schon wird uns dieses freie Leben verboten werden. Aus Gründen, die spätere Generationen hoffentlich nicht mehr verstehen werden können.

Wahre Lebensfreude in Zeiten des kollektiven Wahnsinns weiterlesen