Archiv der Kategorie: about kunst

Kenobi oder Kulturrevolution2.0

Als ich mit 11 Jahren im Kino saß, noch auf einem hölzernen ungepolsterten Klappstuhl, die Star Wars Melodie eines John Williams aus den Lautsprechern plärrte und ein Raumschiff die Leinwand übergroß ausfüllte, war es um mich geschehen. Was ich damals sah und fühlte, war einzigartig und noch nie dagewesen. Nicht für mich. Nicht für eine ganze Generation. Wir verfolgten gebannt eine Heldengeschichte (Hero’s Journey), die zeitlos von der Antike in Gegenwart und Zukunft übertragen werden konnte. Jeder Autor weiß, dass einer fesselnden Geschichte immer Menschen und deren Schicksale zugrunde liegen. Und Menschen bleiben Menschen, egal, ob diese mit moderner Technologie ihren Allerwertesten putzen oder mit grünen Blättern. Gefühle und Sorgen, genauso wie Hoffnungen und Ängste, als auch Liebe und Leidenschaft sind so alt wie die Menschheit selbst.

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Die musische Welt als Möbiusschleife. Heute vor einem Jahr. #inspiration

Heute, vor einem Jahr, war es, als ich meiner inneren Befindlichkeit freien Lauf ließ. Es war nicht geplant, nicht erzwungen. Es war eine Inspiration, die mir gar zauberhaft ins Gehirn fuhr, und die mich zu Füller und Tinte greifen ließ. Aus einer Herzensangelegenheit entwickelte sich ein Schlagabtausch zwischen Dichter und Muse, der schlussendlich zu einem neuen Buch- und Lebensprojekt wurde und dabei die reale mit der musischen Welt auf geheimnisvolle Art und Weise verband. Es waren weltlichen Umstände, die all das möglich und unmöglich machten. Dieser Gegensatz, einmal anziehend, einmal abstoßend, nährte das Feuer der künstlerischen Leidenschaft, die in Gedanken gelebt und gedacht wurde.

Alles andere bleibt eine Erinnerung.

So hat sie mir einmal gesagt.

Als der Minnegesang dem Dichter gar zauberhaft ins Herz fuhr

Als Schriftsteller, der sich der Poesie verschrieben hat, wenn die Umstände es erfordern, vielleicht sogar erzwingen, hat man es recht leicht, wenn es gilt, sein Innerstes auf das Papier zu werfen. Es braucht weder langwierige Konzepte noch kurzweilige Aphorismen. Nichts dergleichen ist nötig. Es ist, als würde man zum Diktat befohlen und schreibt einfach nur auf, was da einem so ins Ohr geflüstert wird. Mehr war nicht. Mehr ist nicht.

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Eine Bücherkiste, ein Hof und ein Herz, das schreibt

Gerade eben, keine drei Minuten ist es her, da habe ich diese eine Kiste, in die ich (fast) alle meine veröffentlichten Bücher packte, in die weite Welt und zum Stephansplatz geschickt. Zu einer Buchhandlung, zu einer Buchhändlerin, die meiner Mutter bekannt ist. Eine TV-Bekanntschaft, wenn man so will. Sie, die gute Mutter, lag und liegt mir in den Ohren, das eine oder andere Buch der Gnädigsten zuzuschicken, im Glauben, es würde die Brotlosigkeit ihres Sohnes, der sich Schriftsteller und Dichter nennt, mit einem Augenaufschlag beenden. Ja, so einfach können Wunsch und Hoffnung in einen bahnbrechenden Gedanken zusammengefasst werden. Von der Wirklichkeit weiß der Gedanke freilich nichts zu sagen. Doch geht es am Ende immer um das Versuchen, das Probieren. Bleibt es bei Vorstellung und Traum, nichts mag sich im wahren Leben ändern. So ist das.

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Nur der Spalt einer Tür

Es ist schon recht seltsam. Wenn die Sonne am frühen Morgen aufgeht, werden erst jene Gedanken und Gefühle geweckt, die einen die Augen öffnen. Im Inneren wie im Äußeren. Alles beginnt damit, dass der Schreiber dieser Zeilen den Spalt in einer Tür erkennt, vielleicht auch nur zu erkennen glaubt. Wenn Enttäuschung in Verzweiflung übergeht und Verzweiflung in Enttäuschung, setzt der alles zerfressende Zweifel ein. Dieser Zweifel lässt ihn vergessen. Er erinnert sich nicht mehr an jene Momente, als es ihm gesagt wurde. Er blendet aus, dass eine Tür geöffnet wurde. Von beiden Seiten. Er vergisst ganz einfach, dass ihm dieses Öffnen so eindringlich vor Augen geführt wurde, dass sein Herz zu zerspringen drohte. Ja, dieser Spalt, der so unscheinbar wirkt, müsste für ihn doch das größte Glück darstellen. Aber der Zweifel lässt den klaren Blick nicht zu.

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