Archiv der Kategorie: about kunst

Als der Minnegesang dem Dichter gar zauberhaft ins Herz fuhr

Als Schriftsteller, der sich der Poesie verschrieben hat, wenn die Umstände es erfordern, vielleicht sogar erzwingen, hat man es recht leicht, wenn es gilt, sein Innerstes auf das Papier zu werfen. Es braucht weder langwierige Konzepte noch kurzweilige Aphorismen. Nichts dergleichen ist nötig. Es ist, als würde man zum Diktat befohlen und schreibt einfach nur auf, was da einem so ins Ohr geflüstert wird. Mehr war nicht. Mehr ist nicht.

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Eine Bücherkiste, ein Hof und ein Herz, das schreibt

Gerade eben, keine drei Minuten ist es her, da habe ich diese eine Kiste, in die ich (fast) alle meine veröffentlichten Bücher packte, in die weite Welt und zum Stephansplatz geschickt. Zu einer Buchhandlung, zu einer Buchhändlerin, die meiner Mutter bekannt ist. Eine TV-Bekanntschaft, wenn man so will. Sie, die gute Mutter, lag und liegt mir in den Ohren, das eine oder andere Buch der Gnädigsten zuzuschicken, im Glauben, es würde die Brotlosigkeit ihres Sohnes, der sich Schriftsteller und Dichter nennt, mit einem Augenaufschlag beenden. Ja, so einfach können Wunsch und Hoffnung in einen bahnbrechenden Gedanken zusammengefasst werden. Von der Wirklichkeit weiß der Gedanke freilich nichts zu sagen. Doch geht es am Ende immer um das Versuchen, das Probieren. Bleibt es bei Vorstellung und Traum, nichts mag sich im wahren Leben ändern. So ist das.

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Nur der Spalt einer Tür

Es ist schon recht seltsam. Wenn die Sonne am frühen Morgen aufgeht, werden erst jene Gedanken und Gefühle geweckt, die einen die Augen öffnen. Im Inneren wie im Äußeren. Alles beginnt damit, dass der Schreiber dieser Zeilen den Spalt in einer Tür erkennt, vielleicht auch nur zu erkennen glaubt. Wenn Enttäuschung in Verzweiflung übergeht und Verzweiflung in Enttäuschung, setzt der alles zerfressende Zweifel ein. Dieser Zweifel lässt ihn vergessen. Er erinnert sich nicht mehr an jene Momente, als es ihm gesagt wurde. Er blendet aus, dass eine Tür geöffnet wurde. Von beiden Seiten. Er vergisst ganz einfach, dass ihm dieses Öffnen so eindringlich vor Augen geführt wurde, dass sein Herz zu zerspringen drohte. Ja, dieser Spalt, der so unscheinbar wirkt, müsste für ihn doch das größte Glück darstellen. Aber der Zweifel lässt den klaren Blick nicht zu.

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Ein flüchtiger Gedanke, in Schwarz und Weiß

Gestern war es, als sich in mir ein flüchtiger Gedanke regte, der meiner Traumwelt entsprungen sein musste. Dieser so unscheinbare Gedanke veranlasste mich, in eine verschlungene Poesie einzutauchen, mich zu verlieren, um einen magischen Moment zu gewinnen. Dieser magische Moment fand am Ende der Dichtung den Weg in die Realität. Dort, wo sich das Schwarze mit dem Weißen vor den Augen des Dichters in höchster Vollendung verband, wo es ein Ziehen und ein Loslassen gab, welches die Spannung aufrechtzuerhalten schien. Nicht für lange. Nur für eine kurze Weile. Aber was wurden da für Gefühle in des Dichters Brust losgetreten? Wonne, möchte man schreiben, aber wie kläglich ist es, wenn der Mensch nach Worten und Begriffen suchen muss, die nichts, aber auch gar nichts erklären und immer nur Platzhalter für das ganz Besondere sind.

Augenblick um Augenblick. Viele Bilder, die da kommen und gehen. Der Herzschlag ist dabei merklich erhöht. Es gilt sich zu kneifen, will man am Ende die Gewissheit haben, dass der Traum Realität und die Realität Traum wurde. Das Wogen eines überkreuzten schwarzen Sterns, verbunden mit einem weißen Knoten, der das träumerische Konstrukt fest zusammenband, lässt mich in einen siebten Himmel fallen. Die Bereitwilligkeit im Geben war so überwältigend, dass es das Herz förmlich zum Zerspringen brachte.

Ja, selten sind solche Momente, deshalb werden sie auch magische genannt. Und wenn du Glück hast, sehr großes Glück, dann wird dir solch ein Moment zuteil. Du wirst ihn nicht fassen, nicht halten können, und doch wird er ewig in dir sein.

Als Stern und Knoten voneinander gelöst wurden, als sich der Moment wieder verabschiedete, war mit einmal alles an seinem natürlichen Platz. Nur des Dichters Herzschlag pochte übernatürlich laut.

Du hast ihn geahnt
Du hast ihn gehört.
Du hast ihn verstanden.

Der Kreis schließt sich, der Punkt ist gesetzt, der Anfang gemacht. #Azadeh

Sehen Sie, es gibt Dinge zwischen Himmel und Erden, die wir uns nicht erklären können. Gewiss, die Wissenschaft versucht sich an Antworten, aber wer auch nur einmal in den Spiegel der Seele geblickt hat, weiß, dass die klugen Leutchen einfach nur Idioten sind, die im besten aller Fälle ahnungslos im Nebel der Unwissenheit herumtappen.

Der Kreis schließt sich, der Punkt ist gesetzt, der Anfang gemacht. #Azadeh weiterlesen