richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Schlagwort-Archiv: CIA

Der langsame Abstieg der Mainstream-Medien in die Bedeutungslosigkeit

Heute, im Kaffeehaus, wieder in die eine und andere Tageszeitung geblättert. Der übliche propagandistische Kalauer, der auf dem Zeitungspapier lang und breit ausgewalzt wird. Drei Beispiele sollen Ihnen zeigen, dass mit dem Mainstream nicht mehr viel anzufangen ist. Falls sich die Herausgeber nicht eines Besseren besinnen und endlich echten Journalismus zulassen, werden die Tageszeitungen über kurz oder lang nur noch eine anachronistische Randerscheinung sein. Gratisblätter, Social Media und Smartphone-„Nachrichten“ werden die Lücke füllen. Qualitätszeitungen müssen sich wohl neu erfinden und mit der (unrühmlichen) Vergangenheit abschließen. Man stelle sich vor, es gäbe da draußen, in der Medienwelt, eine Publikation, die ihren Auftrag ernst nimmt, ihre Leser nicht für dämlich hält und für dumm verkauft, die tatsächlich unabhängig ist, die unangenehme Fragen stellt und sich mit Halbwahrheiten und Spins nicht zufrieden gibt. Ich meine, es gäbe in der Bevölkerung einen großen Bedarf an so einem Medium, egal ob print oder online.

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Was steckt hinter Wikileaks Vault 7?

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Wikileaks verlautbarte, dass es unter dem Titel Vault 7 eine Reihe von vertraulichen CIA-Dokumenten veröffentlichen würde. Der erste Teil der Serie, genannt Year Zero, ist nun seit Dienstag, 7. März 2017, abrufbar: 8.761 Dokumente und Files, die aus einem isolierten Hochsicherheitsnetzwerk innerhalb der CIAs Center for Cyber Intelligence (Langley, Virgina) stammen, können eingesehen werden. Es wird wohl seine Zeit brauchen, bis all die Informationen ausgewertet werden können. Jeder ist eingeladen, sich an der Schnitzeljagd zu beteiligen.

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US-Wahl 2016: Zwischen Erdrutschsieg, Wahlmanipulation und einem Coup d’État.

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Die heutige Wahl in good ol‘ US of A wird Geschichte schreiben. So oder so. Falls Sie nur die heimische Presse verfolgt haben, können Sie nicht im Ansatz ermessen, was da drüben los ist. Donald Trump hat es tatsächlich geschafft, Bewegung in ein abgekartetes Polit-Spiel zu bringen und Begeisterung zu entfachen. Er hat seinen Anhängern verdeutlicht, dass man den Mainstream-Medien nicht trauen dürfe, dass Washington auf allen Ebenen korrupt sei, dass die sinnlosen Kriege der letzten Jahre 6 Billionen Dollar gekostet und mehr Unsicherheit gebracht hätten, dass die Innenbezirke der Großstädte mit Gewalt und Drogen überflutet wären, dass die Infrastruktur in einem erbärmlichen Zustand sei, dass grenzenlose Globalisierung die Bevölkerung verarmen lässt, dass es besser wäre, mit und nicht gegen Putin zu arbeiten, dass der Kampf gegen IS gewonnen werden kann und dass illegale Immigration zu Problemen führt.

Sollte also Donald Trump die Wahl nicht gewinnen, so bleiben seine Botschaften trotz allem in den Köpfen seiner Wähler hängen. Wir sprechen hier nicht von ein paar verschrobenen Leuten, die irgendwo im Trailer-Park ihre Essensmarken kassieren. Wir sprechen hier von 60 Millionen Amerikanern! Vergessen Sie nicht, dass der Präsident der USA nicht von den Wählern gewählt wird, sondern vom Electoral College, dem Wahlmännerkollegium. Rein theoretisch kann der gewählte Kandidat weniger Stimmen bekommen als sein Gegner und trotzdem ins Weiße Haus einziehen. The winner takes it all. Gewinnt ein Kandidat beispielsweise mit nur einer Stimme im Bundesstaat Kalifornien, würde er trotzdem die gesamten 55 Wahlmänner (von insgesamt 538) für sich verbuchen. Rein theoretisch würde es reichen, dass ein Kandidat die 11 wahlmännerstärksten Bundesstaaten gewinnt, um Präsident zu werden. Wir sollten deshalb bei all dem demokratischen Getöse nicht vergessen, dass die USA in erster Linie eine Republik ist, deren Augenmerk vor allem darin liegt, dass die breite Masse nicht Oberhand gegenüber der politischen und wirtschaftlichen Elite gewinnt. Das war vor 200 Jahren so. Das ist heute noch so.

Für das Phänomen Trump hätte ich drei Erklärungsversuche anzubieten. Denn eines steht für mich fest: Trump wäre niemals so weit gekommen, wenn er nicht im Hintergrund die Unterstützung eines Netzwerkes genießt. Mit Netzwerk meine ich ein sehr großes, sehr einflussreiches, sehr mächtiges Netzwerk.

-) Donald Trump wurde als perfekter Gegner für Hillary Clinton ausgewählt. Sie hätte gegen gewöhnliche Kandidaten der Republikanischen Partei ziemlich schlecht ausgesehen. Ihre ganze Wahlkampagne war ausschließlich darauf fokussiert, die bessere Alternative gegenüber einem vorlauten und tölpelhaften Polit-Quereinsteiger zu sein. Ohne Trump würde Hillary Clinton keine Möglichkeit gefunden haben, von all ihren Skandalen und kriminellen Machenschaften abzulenken. Somit ist es durchaus vorstellbar, dass das Establishment diese Schlammschlacht von Anfang an geplant hatte, um am Ende Hillary Clinton als plausiblen Sieger bekanntgeben zu können.

-) Donald Trump ist genauso wie Hillary Clinton vom Establishment ausgewählt. Beide spielen ihre Rolle, beide sorgen dafür, dass die Welt zwischen dem republikanischen Elefant und dem demokratischen Esel hin- und hergerissen wird. Am Ende bleibt die heilige Kuh ungeschlachtet: FIAT-Geld, FED, Zinseszins-Schuldenfalle usw.

-) Verschwörungstheoretischer Ansatz: Donald Trump wurde vom Militärisch-industriellen Komplex ausgewählt, um gegen die CIA-Cabal vorzugehen. Ein Staatsstreich im Hinterzimmer, wenn man so will. Der Watergate-Skandal in den 1960ern war damals nichts anderes als ein Staatsstreich der CIA-Cabal, um ihre loyalen Leute in Washington einzuschleusen. Interessanter Aspekt ist, dass die junge Hillary Rodham damals als Assistentin bei den Anhörungen mitwirkte. Nebenbei bemerkt, gibt es Gerüchte, die besagen, dass Hillary bereits als Studentin als Informantin tätig war. Dass die Clintons vom CIA-Netzwerk gedeckt und beschützt werden, steht außer Frage. Oder glauben Sie wirklich, dass all die kriminellen Machenschaften der Clintons erst jetzt ans Tageslicht kommen? Die CIA-Cabal ist ein Moloch, der de facto nicht mehr überschaubar ist und niemandem Rechenschaft ablegen muss. Darin liegt die größte Gefahr. Vielleicht werden wir nun Zeuge einer Gegenbewegung, eines Counter-Watergate-Coups. Erinnern Sie sich noch an John F. Kennedy, der den CIA-Direktor Allen Dulles feuerte und daran dachte, die Agency umzukrempeln? Es endete für ihn mit einer magischen Bleikugel. Allen Dulles wurde übrigens auch in die Warren-Kommission bestellt, deren Aufgabe es war, das Attentat zu untersuchen. Ob wir diesbezüglich jemals die Wahrheit erfahren werden? Faites vos jeux.

Panama Papers – Pentagon Papers – Watergate

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Natürlich sollten wir in Bezug auf die Panama Papers skeptisch bleiben. Die Geschichte ist ja reich an Fällen von Verrat und Betrug. Möchten Sie beispielsweise einen Ihnen lästigen Fürsten vom Thron stoßen, lassen Sie ihn einfach anschwärzen, setzen Sie die schlimmsten Gerüchte in die Welt, bezahlen Sie die schändlichsten Pamphletisten, die für Geld sogar ihre eigene Mutter der Hexerei bezichtigen und sorgen Sie dafür, dass Ihre Spitzel und Provokateure den Mob zur festgelegten Zeit am festgelegten Ort versammeln und aufpeitschen. Der von Ihnen bestochene Berater am Hof wird sodann dem alten Fürsten raten, das Land zu verlassen – aus Gründen der Sicherheit. Es dauert nicht lange, dann ist der alte Fürst aus der Kutsche gezerrt und vom Pöbel zerrissen, während der junge Fürst auf Händen in den Palast getragen wird. Der Gerechtigkeit, wenn man so will, wurde genüge getan. Der neue Fürst ist freilich in Ihrer Hand, dank seiner Spiel- und Weibersucht, aber keine Angst, niemand wird das eine oder das andere erfahren. Die Geschichtsschreibung wird nämlich ganz in Ihrem Sinne den neuen Fürsten als Held des Volkes zeichnen und den alten als Blutsäufer und Tyrann. Ende gut, alles gut, nicht? Hauptsache, das fürstliche System, das Ihnen und all den anderen Kaufleuten die allergrößten Vorteile bringt, bleibt unangetastet.

Sie fragen sich jetzt vielleicht, was diese nette Geschichte mit den Panama Papers zu tun haben soll. Nun, die Zeiten sind vielleicht moderner und die Mehrzahl der Menschen gebildeter, aber am Ende ziehen all die machthungrigen Kaufleute an jenen Fäden, die bereits ein Machiavelli vor rund 500 Jahren in seinem Büchlein festgehalten hatte.

Sehen Sie, die Panama Leaks (und alle anderen Datenlecks) entstehen nicht in einem Vakuum. Gewiss, in all den Hollywoodfilmen liegen die Fälle sonnenklar auf der Hand: Da der ehrbare investigative Journalist, dort die mutige Tageszeitung, die zusammen gegen die Mächtigsten der Welt antreten und den ungleichen Kampf schlussendlich (nach 90 Minuten) für sich und die Gemeinschaft gewinnen. Hurray! Aber die Welt, in der ich und Sie leben, ist kein Vakuum. Es gibt Interessen. Viele Interessen. Viele Beteiligte. Viele Machtebenen. Viele Verflechtungen. Viele Abhängigkeiten.

Der echte Journalist ist nur ein kleines Rädchen im großen Getriebe der Machtmaschine – er weiß es und handelt auch danach. Oder glauben Sie wirklich noch das Märchen, dass es zwei junge amerikanische Journalisten namens Woodward und Bernstein waren, die durch ihre Enthüllungen einen amtierenden Präsidenten zu seinem Rücktritt bewegen konnten?

Hier nun drei Ausschnitte aus der gegenwärtigen Panama Papers Berichterstattung, die mir aufgefallen sind. In der israelischen Tageszeitung Times of Israel heißt es:

[meine Übersetzung:] Erhard Mossack, der Vater von einem der Mossack Fonseca Gründer, diente während des Zweiten Weltkriegs als Soldat in der Waffen-SS. Laut dem ICIJ, das aus Unterlagen der US Armee zitiert, zeigen die »alten Geheimdienstberichte«, dass sich der nach dem Zweiten Weltkrieg nach Panama abgesetzte Erhard Mossack der CIA angeboten hätte, um für diese zu spionieren – vermutlich ging es dabei um das nahe Kuba. // Erhard Mossack, father of one of Mossack Fonseca founders, served as a combat soldier in Waffen SS during World War II. According to the International Consortium of Investigating Journalists (ICIJ), citing US Army records, »old intelligence files« showed the father had also offered to spy for the CIA during his time in Panama, apparently on nearby Cuba.

In einem Online-Artikel der britischen IT Pro lesen wir:

[meine Übersetzung:] Es wird nun davon ausgegangen, dass der Datenabgriff das Werk eines Nationalstaates sein könnte bzw. einer Person/Gesellschaft, die dieses Level an Rechenleistung hat. // It is also now being suggested that the attack could be the work of a nation state, or someone with that level of computing power.

In einem Interview mit den beiden Journalisten der Süddeutschen Zeitung, die den Stein ins Rollen brachten, heißt es in der österreichischen Wochenzeitung Falter:

B. Obermayer: Wir haben dann erste Probedokumente erhalten und festgestellt, dass die wahnsinnig interessant sind.

Falter: Was waren das für Dokumente?

B. Obermayer: Das waren Papiere, die mit einer argentinischen Staatsaffäre zu tun hatten, Dokumente aus dem Umfeld von Vladimir Putin und dann noch die Geschichte eines ehemaligen Siemens-Mannes, der über Millionen in Offshore-Konten verfügen konnte […].

Können Sie die Zusammenhänge erkennen?

P.S.: Falls Sie sich jetzt  fragen, wo die Anspielung auf die Pentagon Papers bleibt, tja, die finden Sie im Watergate-Märchen. Das eine hängt mit dem anderen zusammen. Ohne den Pentagon Papers kein paranoider Richard Nixon, der Installateure anheuern muss, um die Lecks im Weißen Haus abzudichten – dummerweise flutet die tollpatschige Truppe den Watergate-Gebäudekomplex, weshalb dem Präsident bald das Wasser bis zum Hals steht.

Akte X – Episode 3.20: Alles, was Sie über die Wirklichkeit wissen müssen

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Gleich vorweg muss ich ein Geständnis machen: Die Serie Akte X hat mich seinerzeit nicht die Bohne interessiert. Deshalb habe ich auch keine einzige Folge zur Gänze gesehen. Bis gestern. Der Hype um die Neuinszenierung vulgo „Aufwärmerei“ hat mich natürlich auch erreicht – soll es doch (aber nicht nur) um tatsächliche, also reale Verschwörungen gehen, sei es beispielsweise die Vertuschung der Hintergründe von 9/11, sei es die amerikanische Entwicklung von einer demokratischen Republik zu einem totalitär-orwellschen Polizei- und Überwachungsstaat. Nichts Neues für den skeptischen Bürger, natürlich. Aber gut möglich, dass der eine oder andere FOX-TV-Zuseher nachdenklich die Stirn runzelt und für kurze Zeit unangenehm berührt am Sofa wetzt. Sollte das tatsächlich der Fall sein, dann hätte die neue Akte-X-Serie bereits viel geleistet. Mehr als so manche ernstzunehmende Dokumentation.

Im Zuge meiner virtuellen Erkundungsreise rund um das Akte-X-Universum bin ich auf die (angeblich) beste aller Episoden gestoßen. Es ist die 20. Episode in der 3. Staffel:
Jose Chung’s ‚From Outer Space

Eine Kurzzusammenfassung möchte ich hier gar nicht erst geben, weil es zu viel verraten würde. Nur so viel, dass ein ehrwürdiger Schriftsteller ein Buch über alien abductions, also die Entführung von gewöhnlichen Menschen durch Außerirdische, schreiben möchte. Auf die Idee ist er freilich nicht selbst gekommen, vielmehr war es sein Verlag (und der entsprechende Vorschuss), der ihn für dieses Thema gewinnen konnte. Der Schriftsteller interviewt Dana Scully und andere Involvierte einer kürzlich erfolgten Entführung und versucht sich so ein Bild der tatsächlichen Geschehnisse zu machen. Beeindruckend bei alledem ist nicht nur, dass es sich bei dieser amüsanten Episode um eine Parodie der eigenen Serie handelt, sondern dass die Montage der vielen vergangenen und gegenwärtigen Ereignisse perfekt ineinandergreifen.

Jeder angehende Drehbuchautor sollte diese Episode gesehen haben – um zu begreifen, wie ein komplexes Puzzlestück ausgebreitet und Stück für Stück zusammengesetzt wird, ohne zu viel vorwegzunehmen, ohne den Zuseher zu überfordern oder ihn bei der Hand zu nehmen.

Aber auch wenn es sich um eine Parodie auf die Serie selbst bzw. auf das Genre handelt, so werden dann doch auch wieder faktische Tatsachen eingeworfen, beispielsweise das seinerzeitige geheime (und illegale) CIA-Programm Mk ULTRA, in der gewöhnliche Menschen einer Gehirnwäsche bzw. -programmierung (Mind Programming) unterzogen wurden. Es fehlt auch nicht an sonst selten gehörten Fragen, etwa, ob der Buchverlag, der zum military-industrial-entertainment-Komplex gehört, nicht mit Kalkül absurde Geschichtchen von/über UFO-Freaks publiziert, um ernstzunehmende Wahrheitssucher lächerlich zu machen. Oder die Frage, ob der Beamtenapparat – sei dieser FBI oder Justizbehörde – an  Aufdeckungen im militärischen Umfeld überhaupt interessiert ist.

Aber wirklich witzig ist der Umstand, dass kein geringerer als Ex-Navy Seal, Wrestler und spätere Gouverneur von Minnesota Jesse Ventura in dieser Folge einen der beiden Black Men verkörpert, deren Job darin besteht, Zeugen einzuschüchtern oder auf die richtigen Gedankensprünge zu bringen. Ja, jener Ventura, der 2009 seine eigene (durchaus empfehlenswerte) TV-Serie erhielt: Conspiracy Theory.

Jesse Ventura and his team of investigators dig deep into the behind-the-scenes government doings. What he reveals will shock you and awe you, but still, you’re left to make up your own mind about what you do or do not believe.