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Back Up Now! oder Sicherheit ist nirgends

Kantenschwimmen
Da kann einem ganz schön schwummrig werden!

Letzte Woche den Familien-PC mit Windows 7 erneut aufgesetzt. Ja, das Prozedere ist eine zeitaufwendige Angelegenheit (rund 3 Stunden), andererseits funktionierte es klaglos. Darf man als gebranntes Windows-Kind mehr erwarten? Apropos. Die Sicherung auf meinem persönlichen Haus- und Hof-PC kann nicht mehr ausgeführt werden. Warum? Weil meine externe Festplatte zu wenig Speicherplatz hat. Tja. Zuerst dachte ich ja noch, ich schiebe ein paar redundante Daten in den Kübel, aber nach einer Weile musste ich (geistig) völlig entkräftet aufgeben. Zu oft musste ich mir die Frage stellen, ob ich diese eine Datei doch noch ein zweites oder drittes Mal gesichert haben möchte. Wer seinen Lebensinhalt in der Ansammlung binärer Daten sieht, tut sich unendlich schwer, auch nur den kleinsten Teil zu löschen. Wer weiß, nagt dieser eine Gedanke unaufhörlich im Hinterkopf, vielleicht benötige ich gerade diese Datei aus dem Jahr 2005. Völlig unwahrscheinlich, gewiss. Aber der Teufel steckt bekanntlich im Detail und leidet an Asomnie. Also, was tun? Da ich nicht nur ein gebranntes, sondern auch ein verwestlichtes Kind bin, weiß ich mir natürlich zu helfen, in dem ich das Symptom, nicht die Grundursache, mit aller Gewalt bekämpfe. Will heißen, eine neue externe Festplatte musste her. Diese wird dann sicherlich ordentlich zu schnaufen haben, um all den Datenmüll aufzunehmen. Ja, wir sehen hier wieder, wie die Welt funktioniert. Im Kleinen wie im Großen. Im Virtuellen wie im Realen.

Die Komplexität, die uns auf den Kopf fällt

 

13.10.2007

Also gut. Wo fange ich da jetzt an. Erste Anekdote. Am Wochenende bei A. Es stand das obligate virtuelle Fußballgekicke auf dem Programm. Mit der modernen Videospielkonsole, nennen wir sie PS3 (für Nostalgiker: ich bin mit dem ATARI VCS 2600 groß geworden), geht das ja recht problemlos von der Hand. Doch weil der TV-Schirm belegt war (echtes Fußballgekicke aus Deutschland), mussten wir auf den Monitor ausweichen (wobei dieser schon eine beachtliche Größe aufweist). Also steckt man HDMI hier und HDMI dort ein. Voilà. Schon hat man ein Bild. Und der Ton? Ach ja. Der Monitor hat natürlich keine Lautsprecher. Hm. Aber A. hat einen Top-Surround-Receiver mit etwa 10 Trillionen Anschlüsse auf der Rückseite. Und die PS3 hat einen optischen Audio-Ausgang (Licht, you know!). Also optisches Kabel hier anstecken und dort anstecken. Voilà. Kein Ton. Hm. Wir beginnen im Menü der PS3 Einstellungen vorzunehmen. Kein Ton. Wir beginnen am Surround-Receiver Einstellungen vorzunehmen. Dann im Menü, das am TV-Schirm angezeigt wird! Wir lesen die Anleitung. Werden auch nicht schlauer. Kein Ton. Hm. Schließlich geben wir die Sache auf. Wir nehmen die PC-Surround-Anlage und stöpseln die Kabeln in den Monitor. Denn dieser nimmt das Audiosignal aus dem HDMI-Signal und leitet es freundlicherweise nach außen, über mehrere Anschlüsse. Voilà. Wir haben einen Ton. Diese Aktion dauerte über eine Stunde. Ja, ja.

Zweite Anekdote. Gestern wurde ich dem altersschwachen familiären PC vorgeführt. Das Betriebssystem Windows XP ließ sich nicht mehr hochfahren. Blauer Schirm. Der Versuch, ältere Startpunkte zum Laufen zu bringen, schlug fehl. Genauso wie die „hauseigene Reparatur“, die sich auf der CD befindet. Hm. Der Alptraum eines jeden Users. Vor einem nicht funktionstüchtigen Schrotthaufen zu sitzen. Also dachte ich laut nach. Entschied mich, das System neu aufzusetzen. Ja, das klingt lapidar. Ist es aber nicht. Jeder, der das schon mal gemacht hat, weiß, was das bedeutet. Viel Zeit. Viel Mühe. Viel Schweiß.

Die Idee, es mit Linux und der Distribution Ubuntu (sehr stylisch!) zu probieren schlug auch Fehl. Hier hätte ich vielleicht schon hellhörig werden müssen. Wie dem auch sei. Ich formatierte die C-Partition und begann mit der Neuinstallation. Tja. Da erschien er wieder. Der blaue Schirm. Und damit schien klar, dass es sich wohl um einen Fehler im Hauptspeicher-Modul handelt. Vielleicht. Aber gehen wir davon einmal aus. Irgendwo ist eine Adresse im Speicher hinüber. Hie und da, wenn er angesprochen wird, kippt das System und meldet sich freundlicherweise ab („Probieren Sie Treiber zu deinstallieren …“). Wie gesagt, nur eine Vermutung. Hm. Und jetzt?

Man müsste beginnen, die Speicherbausteine auszutauschen. Wobei, es gilt die richtigen zu finden. Auch nicht gerade trivial, mit so einem alten Schrott-System. Und dann, dann heißt es, das System aufzusetzen und zu hoffen, dass es wirklich „nur“ an den Speicherbausteinen gelegen ist. Wie dem auch sei, ich fand eine alternative Lösung, die mit dem Thema nichts mehr zu tun hat. Immerhin.

Diese beiden Anekdoten sollen nur zeigen, in welche Misere wir uns hochgeschraubt haben. Wir haben es nur noch mit Black Boxes zu tun. Mit Kisten, die blinken und brummen und so lange unsere besten Freunde sind, so lange sie tun, was man von ihnen verlangt. Aber wehe, das System biegt falsch ab oder will nicht mehr. Dann stehen oder sitzen oder liegen wir und versuchen mit untauglichen Mitteln, das Problem zu lösen. Wenn wir denn das Problem wüssten – tatsächlich behandeln wir ja vorrangig nur Symptome (analog der westlichen Medizin).

Dieser Blog-Beitrag wird übrigens auf einem altersschwachen PC geschrieben, dem ich innig verbunden bin. Er ist aus den billigsten Komponenten zusammengesetzt, die ich vor vielen Jahren finden konnte – in der Meinung, ich würde mir sowieso in einem Jahr einen ordentlichen Computer mit viel Power und gehörigem Luxus kaufen. Aber es kam nie dazu. Weil es immer in den Fachmagazinen hieß, dass in einem halben Jahr die ultimative Lösung zu erwarten sei. Und so wartete ich. Hie und da gönnte ich ihm eine Erweiterung, eine Ergänzung. Der Kern ist dem Pensionsalter schon recht nahe, aber er schnurrt brav dahin. Sein Brummen, das mich tagtäglich umgibt, ist mir lieb geworden. Was, wenn es einmal durch ein helles, nervtötendes Sirren ersetzt werden würde. Oder gar ein lautloses Nichts? Da fällt mir gerade ein, dass ich mal die Grafik-Karte austauschen wollte. Aber die neue surrte und machte alles, nur kein ordentliches Bild. Tja. Also wieder zurück zum Anfang. Alte Grafik-Karte. Altes Glück.

Wir haben uns also mit elektronischen Geräten umgeben, die uns Vergnügen bereiten oder Entlastung bringen sollen. Aber mit jedem Tag, mit jeder Woche, mit jedem Monat steigt die Gefahr, dass diese Geräte nicht mehr wollen. Dann ist ein trauriger, tragischer Moment gekommen. Weil wir uns in eine Abhängigkeit begeben haben. Und jeder Verlust führt uns diese Abhängigkeit drastisch vor Augen.

Neben der Abhängigkeit ist es aber die Komplexität, die uns früher oder später auf den Kopf fallen wird. Die verkaufte und beworbene Technologie schert sich keinen Deut um die Benutzerfreundlichkeit oder Langlebiegkeit. Man setzt voraus, dass sich Menschen mit den verschiedensten Systemen beschäftigen. Als wäre es das Normalste in dieser Welt. Wir lernen von Kindesbeinen an, was es heißt, technische Probleme zu lösen („Keine Batterie!“ oder „Kein Strom!“) und forcieren den Wunsch, nach den neuesten Dingen.

Bevor dieser Beitrag ausufert, komme ich zum Schluss und zu der Frage, ob wir wirklich in den besten aller Welten leben. Wir leben in einer hochtechnisierten (westlichen) Welt, ja, in der es darum geht, die Konsumenten dazu zu bringen, sich für den neuesten Schnickschnack zu begeistern. Es geht schon längst nicht mehr um Qualität (vielleicht war das auch nie ein Thema), sondern um größtmögliche Produktionszahlen zu den geringsten Kosten. Durch die Konkurrenz spielt der Preis oder der technologische Vorsprung immer eine Rolle. Wen wundert es also, wenn manche Gadgets viel zu früh auf den Markt geworfen werden, nur um der Konkurrenz eine Nasenlänge voraus zu sein?

In den besten aller Welten würden wir (vermutlich) das Optimum an Langlebigkeit und Benutzerfreundlichkeit suchen. Natürlich klingt das äußerst schal und wenig spannend. Aber im Prinzip ähnelt es dem Softdrink-Paradox: damit die Leute das Gesöff kaufen, muss man Zucker zugeben. Durch den Zucker wird das Getränk wohlschmeckend. Durch den Zucker steigt das Risiko einer psychischen oder physischen Abhängigkeit (ein lukrativer Nebeneffekt für jedes Unternehmen). Aber je mehr Zucker die Leute zu sich nehmen, umso mehr Zucker muss den Getränken beigegeben werden, damit diese Abhängigkeit und der süße Geschmack noch erzielt werden können. Die Frage ist nun: Wie viel Zucker verträgt der Mensch, bevor er falsch abbiegt?

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Nrtn, Ksprsky und andere Militärchefs anno 2011

Yep. Auf seinem betagten PC mit XP eine alte Internet Security „abzusetzen“ und eine neue einzusetzen respektive zu installieren, ist, als würde man in einem instabilen Staat die Militärführung auswechseln. Hilft nix. Was getan werden muss, muss sein. Oder sagen wir: man glaubt, dass es sein muss.

Es gab mal eine Zeit, da hatte ich noch den Überblick, über die Hardware, über die Software und was zu empfehlen war und was nicht. Wirklich. Es klingt ein wenig nach Märchen und beinahe kommt es mir auch so vor, aber ich interessierte mich für die Computerei, schraubte an PCs herum, setzte sie auf und ärgerte mich. Es war ein wenig der Wilde Westen der Elektronik. Heute geht es zivilisierter zu, dafür muss man häufig in die Tasche greifen und Schutzgelder berappen. Aber auch das schützt einen nicht vor Angriffen und bösartigen Krankheiten. Aber im Kopf fühlt man sich sicher. Immerhin.

Wir leben in einer Zeit, in der wir die absolute Sicherheit wollen – derweil wusste schon der gute Schnitzler, dass es Sicherheit nirgends gäbe. Es scheint für alle, wirklich alle Unwahrscheinlichkeiten eine Versicherung. angeboten zu werden. Freilich, bezahlen muss man sie können. Während der Mensch von jeher nicht abschätzen konnte, was einmal sein wird (in Wirklichkeit kann er es heute genauso wenig), haben wir in den letzten Jahrzehnten, mit dem wirtschaftlichen Aufschwung, eingetrichtert bekommen, dass man sich vor der Zukunft zu schützen habe. Sie wurde entweder dunkel und bös und krank gezeichnet – oder das genaue Gegenteil. Je nach dem!  Je nach dem, was man uns verkaufen wollte. Ja, so ist das.

Und neben der Sicherheit fiel mir auf, dass unser Leben nur noch ein Wirrwarr an Verträgen und Verpflichtungen kennt. Überall versucht man uns in Abhängigkeit zu bringen. Die Tabak-Industrie macht eigentlich keinen Hehl daraus, weiß um die Gefährlichkeit der Nikotin-Abhängigkeit, trotzdem wird das Ganze als Genuss-Mittel verkauft, das so gut wie keine Nebenwirkungen kennt. Seltsam, dass sich das eine aufgeklärte und intelligente Bürgerschaft gefallen lässt. Natürlich soll jeder wie er möchte, so lange er niemand anderen dabei stört – aber warum können (besser: wollen) wir nicht den Teufel beim Namen nennen? Du kaufst dir eines dieser hübsch verpackten Auftau-Mikrowellen-Gerichte und solltest eigentlich wissen, dass du genauso gut die Verpackung essen könntest, vom Nährwert bleibt es sich vermutlich gleich (Salz und Pfeffer nicht vergessen). Aber auf der Kartonage sieht man hübsche Bilder, von dampfenden leckeren Speisen, gegen die unsere Ratio kaum etwas entgegen zu setzen hat.

Gab es früher auch schon diese Abhängigkeit? Gewiss, man hatte Verpflichtungen. Immer schon. Aber heute ist man so vielen Institutionen etwas schuldig (Dauerauftrag, Einzugsermächtigung – und schon rollt der Rubel), ohne dass es einem groß auffallen würde. Aber mit jedem Vertrag werden wir unfreier, auch wenn wir meinen, uns damit zu befreien. Ein seltsame Paradoxie. Nicht die einzige.

 

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streitBAR: zu Hause im Netz oder gemeinsam einsam

Gestern Nacht noch in der Roten Bar des Volkstheaters, wo über die „Wirklichkeit und Fantasie“ des Internets „gestritten“ wurde. Die Diskutanten kamen aus den unterschiedlichsten Bereichen und spielten ihre Rollen vorzüglich – immerhin waren wir in der hübschen Bar eines Theaters.

Peter Kampits, Dekan der Fakultät Philosophie ist Web-Pessimist, zeichnete ein beunruhigendes Bild und dachte laut darüber nach, keine E-Mails mehr zu beantworten und was dann wohl geschehen würde („vermutlich würden die Leute mehr Briefe schreiben … aber dann müsste ich wohl auch mehr Briefe schreiben. Hm?!“)

Michael Musalek, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Schwerpunkt Suchtkrankheit und Depression, ist Web-Optimist und zeichnete ein verständnisvolles Bild.

Jakob Steinschaden, Journalist und Buchautor über das „Phänomen Facebook“, glänzte mit demographischen Fakten. Punkt.

Cornelia Travnicek, Bloggerin und Schriftstellerin („eigentlich bin ich in erster Linie Schriftstellerin und dann erst Bloggerin“), bloggt seit 3 Jahren und konnte Michael Musak erklären, was denn ein Blog sei („eine Art von Tagebuch, das man nicht jeden Tag befüllen muss“). Die gute Cornelia habe ich auf der BUCH WIEN kennen gelernt, wo sie für den Hauptverband des Buchhandels, dem Veranstalter der Buchmesse, in die Tasten klopfte. Ihren kritischen Blog-Beitrag über meinen Vortrag habe ich nicht gelesen. Wir haben uns darüber unterhalten. Persönlich.

Felix Vidensky, Hanfbauer und „Technikverweigerer“, möchte dieses Jahr nach Moldawien gehen. Zu Fuß. Landkarten hätte er sich schon besorgt. Der in sich ruhende Familienvater machte auf mich den gesündesten Eindruck. Für etwaige Gespräche, die sich mit dem Thema „Entschleunigung“ beschäftigen, würde ich ihn sofort engagieren. Dumm, dass ich ihm keine E-Mail schicken kann.

Der Moderator Thomas Mießgang, Kulturjournalist, sprach viel, meinte viel und strich dabei bewusst unbewusst heraus, dass manche Menschen mit der ausufernden Technik einfach überfordert („Ich habe noch immer einen Kassetten-Walkman …“) oder von der jugendlichen Multi-Tasking-Fähigkeit erstaunt sind („Meine Tochter sitzt am Esstisch, während wir uns unterhalten und tippt eine SMS an ihre Freundin …“)

Was war die Quintessenz der Diskussion? Hm. Darüber denke ich noch nach. Ich, für meinen Teil, sehe das Internetz als Möglichkeit. Es ist ein virtuelle Plattform. Nichts anderes. Zieht man den Stecker, löscht man die Daten, nichts ist mehr existent (auch wenn das wohl kaum mehr möglich ist). Vereinfacht gesagt: das Echte wird auch durch hundert Trillionen Postings und E-Mails nicht abgelöst werden können; genausowenig wie die Berührung, die man erfährt; ein Neugeborenes, das in den ersten Lebensmonaten nicht berührt wird, stirbt.

Das Internetz ist eine Illusionsmaschine, die jeden Suchenden einlädt und empfängt. Sie gibt ihm alles. Nur eines nicht: Realität. Wer gesund im Leben steht, sozusagen zentriert und fokussiert ist, dem wird die virtuelle Phantasterei nicht sonderlich weh tun können. Alle anderen jedoch werden alsbald ein Kopfschmerzmittel brauchen. Aua.

Virale Konzepte um ein paar Münzen

Iris Maria
Iris Maria Stromberger im Buch-Trailer zu den "Tiret"-Bänden

Gestern, zum österreichischen Nationalfeiertag, den Buch-Trailer zu den Tiret-Bänden abgedreht. Hinter der Kamera @medienpirat vulgo Florian „Flow“ Hörantner, vor der Kamera Iris Maria Stromberger. Wenn ich das Bild mit ihr sehe, geht mir das Herz über. Hier stimmt alles bis ins kleinste Detail. Ihr Outfit, die „Garderobe“, wenn man so will, wurde ihr vom Produzenten vorgegeben – also von mir. Normalerweise würde sie sich so nicht in die Öffentlichkeit begeben. Dass sie die Haare hochsteckte, ja, auch das war meine (felsenfeste) Vorgabe. Ansonsten war ich für viele Ideen offen. Meine ursprüngliche Idee, nennen wir diese „Der Stuhl“, musste leider aus budgetären Gründen verworfen werden: das Kunsthistorische Museum (KHM) gewährte zum Nationalfeiertag nur ermäßigten Eintritt von EUR 9,- pro Mann oder Frau und deren Nasen. Das sprengte bei weitem das angesetzte Budget von rund EUR 10,-

Zum Glück überzeugte mich Flow, ja nicht von meiner ursprünglichen Idee abzuweichen, nachdem ich gerne eine Rolltreppenfahrt in der U-Bahn-Station Schottenring gefilmt hätte. Ich schätze, die Leutchen werden sich noch heute wundern, warum die zwei Typen einige Male mit der Rolltreppe rauf und runter und dabei immer fotografierten oder mitstoppten. Leider war die Rolltreppe zu kurz. Und da wir keine Drehgenehmigung bei den Wiener Verkehrsbetrieben eingeholt hatten, hatte ich zugegebenermaßen ein mulmiges Gefühl. Noch dazu, wo die Wiener U-Bahn-Stationen „big-brother-is-watching-you“-mäßig mit Kameras zugepflastert sind und alles sehen und beobachten. Und weil ich (leider) nicht die Chuzpe eines Aktionskünstlers habe, wurde kurzerhand umgedacht. Das Ergebnis, davon gehe ich aus, kann sich sehen lassen. Wobei, ich habe es noch nicht gesehen. Der Schnitt, die Nachvertonung, das Konvertieren, all das muss erst in mühsamer Kleinarbeit gemacht werden.

Nach der Filmerei ging es natürlich geradewegs ins Kaffeehaus. Nachbesprechung. Dabei wurde eine hübsche virale Idee geboren, die ich heute, am frühen Morgen, noch ausformulierte und die, davon gehe ich jetzt einfach aus, grenzgenial ist. Gut. Theorie ist die eine, Praxis die andere Seite. Gerade wenn es um Social Media geht, sollte man besser die Kühe, pardon, die Kirche im Dorf lassen.

Apropos. Meine hübsche Fan-Seite zum euryclia-Buchprojekt Der Fetisch des Erik van der Rohe hat nun einen Kurzlink auf facebook:

http://www.facebook.com/erikvanderrohe

Ab 25 Fans darf man einen Kurzlink für eine Fan-Seite beantragen. Gestern also durch virtuelle Bettelei („bitte, bitte“) die Grenze überboten und heute stehen wir bei 41 Fans. Das ist mal ein Anfang, nicht? Wer noch kein Fan ist, hat jetzt die Chance. Anklicken und in der Fan-Community mitmachen. Ich werde sicherlich allen Fans, die sich hervortun, das eine oder andere Kapitel schenken. Wichtig dabei: „einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul“!

Die gute Jana Herwig hat mich mit ihrem Blog-Beitrag „inspiriert“, will heißen: was sie hat, will ich auch! Nämlich: eine App(lication), die den eigenen Blog auf einem NOKIA-Smartphone abrufen lässt. Gut, ich kenne jetzt niemanden, der ein NOKIA hat, aber was spielt das jetzt für eine Rolle? Eben! Dabei sein ist alles in der heutigen schnell-lebigen App-Web-Zeit. Ich werde also meinen Blog in eine App packen und im Ovi App Store anbieten. „Für lau“, also gratis, wie es Jana so hübsch formulierte. Übrigens, ein paar österreichische Blogger haben ihre Blogs schon eingestellt. Die Liste kann man in Jana Herwigs Beitrag einsehen.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie einfach oder schwierig es ist, eine Apple-App zu machen. Aber mit Apple bin ich sowieso sehr unglücklich. Der ibookstore dürfte nur mit den Apfel-Gadgets aufzurufen sein. Versuche, mit Wintel-PC und Web zum ibookstore zu gelangen scheiterten grandios. Über Umwege erfahren, dass, möchte man seine eBooks im Store anbieten, man einerseits eine ISBN benötigt, andererseits werden die epub-Dateien mit einem noch seltsam unfertig aussehenden Programm geprüft, das eine kleine Wissenschaft für sich ist. Nur durch das Google-Orakel konnte ich ein paar Tipps bekommen, wie man das Ganze Prozedere durchführt. Erinnerte mich wieder an die gute alte DOS-Zeit, als ich im Kommando-Fenster die Befehle tippte. Fühlte mich ein wenig in die Steinzeit der Software zurückversetzt. Dafür gehört Apple eigentlich an die Wand geklatscht (die Wand sollte natürlich zu den Produkten passen und sehr stylish sein). Überhaupt scheinen mir die Applerianer ihren ibookstore von der Außenwelt abzuschotten und die Tore von finster dreinblickenden Türwächtern bewachen zu lassen. Im Gegensatz dazu verhält sich amazon wie beim „Tag der offenen Tür“. Freilich, einfach ist es auch nicht, die richtige Türe zu finden, aber niemand steht davor und tut auf geheimnisvoll. Um bei amazon ein eBook hochzuladen, braucht es keine ISBN und kein technisches Knowhow – im Prinzip erledigt alles eine Konvertierungs-Software, die im Web-Browser aufgerufen wird. Das Ergebnis kann man sich dann auf einem simulierten kindle-Gerät angucken. Funktioniert einwandfrei (abgesehen vielleicht von ein paar Kleinigkeiten). Wen wundert es also, warum amazon im eBook-Segment die Nase vorne hat. Würde ich eine Empfehlung aussprechen, dann nur für diese Leutchen. Die wissen, um was es geht. Literatur sollte einerseits für jedermann zugänglich, andererseits auch für jedermann veröffentlichbar sein. Ja, ja.

So! Jetzt aber zurück zu meiner viralen Spielerei und dem Buchtrailer. Demnächst in diesem Theater.