richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Die österreichische Bundespräsidentenwahl 2016: Kafka vs. Rosegger

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Das war sie also, die (zweite) Stichwahl zwischen Alexander van der Bellen und Norbert Hofer. Ich schätze, die einen Wähler haben das Kreuzerl an der richtigen, die anderen an der falschen Stelle gemacht. Gewonnen haben die einen. Verloren die anderen. Nichts Neues unter der demokratischen Sonne, wenn man so will.

Möchte man die politischen Anschauungen der beiden Kandidaten in extremis überhöhen, dann steht der eine für USE (United States of Europe) und der andere für Öxit (Austritt Österreichs aus der EU). Möchte man die beiden Politiker in eine literarische Gussform pressen, würde ich meinen, der eine erinnert an Kafka, der andere an Rosegger. Gerade kommt mir der Gedanke, dass George Orwell von Kafka inspiriert sein muss. Beide zeichneten in ihren Büchern eine bürokratisch-pyramidale Hierarchie, die so mächtig ist, dass sie der Einzelne gar nicht mehr fassen, gar nicht mehr begreifen kann und ihr ohnmächtig ausgeliefert ist. Wenn Sie sich fragen, worauf ich hinaus will, dann versuchen Sie doch mal EU-Verordnungen durchzusehen oder die verschiedenen EU-Einrichtungen in Brüssel aufzuzählen. Wir haben es mit einem Moloch zu tun. Einem gefräßigen Monster, das keine Ruhe gibt, so lange es nicht mit Einfluss und Macht gefüttert wird. Am Ende ist Brüssel ein kafkaeskes Schloss der Bürokratie, irgendwo im Hinterland.

Im Gegensatz dazu steht Roseggers Waldheimat. Bergbauernidylle? Man kann sich wohl keine Vorstellung machen, wie „idyllisch“ das Leben der kleinen Bauern damals war. Kein Zuckerschlecken. Wahrlich nicht. Doch die Leut, die einfachen Leut, sie waren zäh, gottesfürchtig, ja, sie lebten im Einklang mit der Natur und traten in die Fußstapfen ihrer Vorväter. Die Moderne erreichte sie nur langsam und auf seltsam verschlungenen Pfaden. Werfen Sie einen Blick in das Volkskundemuseum in Wien, um zu erspüren, welch Geisteshaltung über die letzten Jahrhunderte beinahe vollständig ausradiert wurde und wie das Weltgift die letzten Hirnwinkel der Bevölkerung zersetzte. Die einen finden das freilich gut. Die anderen haben keine rechte Vorstellung. Sehen zumeist nur das Dunkle, das Schreckliche oder das Banale, Lächerliche. Vergessen Sie nicht, dass unser Leben nicht gut, nicht bös ist. Es ist einfach wie es ist. Punktum.

FAKE-News und das Ministerium der Wahrheit

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Glauben Sie nicht alles, was Sie sehen, was Sie lesen!

»Gefälschte Nachrichten und Hassbotschaften verbreiten sich immer rasanter im Netz und stellen eine Herausforderung für die Demokratie dar«, heißt es in einem Kommentar der österreichischen Tageszeitung Der Standard mit dem Titel:Es braucht staatliche Auflagen für Facebook & Co‹

Doch wann ist eine Nachricht fake? Leider ist die deutsche Übersetzung von fake mit ›gefälscht‹ äußerst schwach, ja, in manchen Fällen geradezu unpassend. Im Duden finden wir folgende Synonyme für Humbug: Blödsinn, Fez, Firlefanz, Käse, Kokolores, Larifari, Mist, Nonsens, Quatsch, Scheiße, Schmarren, Schmu, Schwindel, Stuss, Tinnef, Unfug, Unsinn. Aus diesen Substantiven ein funktionierendes Adjektiv zu finden, ist die Herausforderung. Besser, man entlehnt das Wort dem Englischen und hört auf, Nachrichten als ›gefälscht‹ zu bezeichnen, wenn sie einfach nur falsch und unwahr sind.

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Wie Propaganda funktioniert am Beispiel von jetzt.de

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Im News-Portal jetzt.de, das für junge Leute gedacht ist, gibt es ein lehrreiches Propaganda-Stück unter folgendem Titel zu lesen: Tausch: American Dream gegen München-Neuperlach Der Cop, der vor Trump nach München fliehen will [link]

Es gilt, gerade nach dem US-Wahlkampf, zwischen Fakt und Fiktion zu unterscheiden und Fake-News im Mainstream zu entlarven. Nach dem überraschenden Sieg von Donald Trump versuchen die westlichen Mainstream-Medien Öl ins Feuer zu gießen und die Anti-Trump-Stimmung vor allem bei jungen und noch unerfahrenen Menschen weiter zu entfachen und diese zum Protest aufzurufen. Der vorliegende Artikel in jetzt.de ist als klassisches Propaganda-Werk einzustufen. Hier geht es nur um das Bauchgefühl eines einzelnen Bürgers und trotzdem wird es auf die Stimmung in ganz Nordamerika umgelegt. Würde man das auch mit dem Bauchgefühl eines Trump-Wählers machen? Wäre es nicht an der Zeit, endlich einmal jene Amerikaner vor die Kamera zu holen, die deshalb Trump wählten, weil sie mit dem politischen und wirtschaftlichen Status Quo unzufrieden sind? In diesem Artikel erzählt eine junge Schwarze, warum sie ihre Stimme Trump gab. Und bedenken Sie, dass 2008 eine Vielzahl der Trump-Wähler Barack Obama das Vertrauen aussprach. Übrigens, wenn richtig gezählt wurde, dann gewann Trump von 3137 Counties (Wahlsprengel) mehr als 2700.

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Präsident Trump und der ‚meltdown‘ der westlichen Mainstream Medien

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Fakten statt Emotionen?

Er ist nun eine Woche her, der Wahlsieg von Donald J. Trump, aber die Gemüter der ›unabhängigen‹ links-liberalen Mainstream-Medien in Europa und den USA haben sich noch immer nicht beruhigt. Bestes Beispiel mag die Kolumne des Chefredakteurs B. im KURIER vom Samstag, 12.11.sein. Als ich das abgehobene und realitätsferne Geschreibsel las, fragte ich mich, welche bewusstseinsverengenden Substanzen so Redakteure zu sich nehmen. Die Berichterstattung bzw. Meinungsmache in den Zeitungen, wenn es um Donald Trump geht, schießt dermaßen übers Ziel hinaus, dass man glauben könnte, hier handelt es sich um eine Persiflage auf die Artikel bornierter und stiefelleckender Günstlinge des Establishments. Ausgewogenheit? Fehlanzeige. Es ist, als würden die Medienleute in einer Blase sitzen, die sie von der Außenwelt abschirmt. Dabei handelt es sich bei ihnen um intelligente Menschen, die für gewöhnlich in der Lage sind, jedes Geschehnis zu reflektieren, zu relativieren und in einen Kontext einzuordnen. Doch wenn es um Donald Trump geht brennen bei den Redakteuren die Sicherungen durch und sie gebärden sich wie uneinsichtige Kinder, die nicht wahrhaben wollen, dass der Weihnachtsmann nur eine Erfindung der Kommerzkultur ist.

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Warum Donald J. Trump der bessere Präsident ist.

Einen Monat vor der Wahl machte ich mir Gedanken, wer der bessere Präsident für die USA und die Welt wäre. Enjoy.