richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Wenn Die Presse an Realitätsverlust leidet oder ›Warum wir den Ehrgeiz verlieren‹, Olympiade 2016

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Es lebe die Mittelmäßigkeit in der Qualitätspresse

Falls Sie in der Die Presse am Sonntag den Aufmacher »Land ohne Siegermentalität: Über die Kultur der Mittelmäßigkeit« gelesen haben, sollten Sie bemerkt haben, wie der Hase in den Köpfen der Redaktion einer Qualitätszeitung läuft – nämlich in die falsche Richtung.

Am Schluss des langen Artikels will der Autor seine lange Litanei bezüglich der in Österreich ›verordneten‹ Mittelmäßigkeit mit einem sarkastisch-ironischen Seitenhieb abrunden:

»Bleibt am Ende dennoch die Freude über Bronze durch Tanja Frank und Thomas Zajac. Auch wenn sich die Biografie der 23-jährigen Tanja Frank nicht gerade ›besonders normal‹ liest. Die Wienerin steuerte bereits mit Zweieinhalb allein ein Segelboot, stieg mit fünf in die zweite Volksschulklasse ein und begann mit 14 neben der Schule ein Biologiestudium. Das sind natürlich ganz schlechte Voraussetzungen, um unter dem Strich nicht schlecht zu sein.« [Printausgabe: Unterm Strich nicht schlecht: Warum wir den Ehrgeiz verlieren, Die Presse am Sonntag, Autor: Gerhard Hofer, 21.08.2016, S. 37]

Wissen Sie, was der Autor über Tanja Frank geschrieben hätte, hätte sie (mit ihrem Partner Zajac) nur den 4. oder 5. Platz erreicht? Richtig. Gar nichts. Kein Wort. Genauso interessiert es ihn auch nicht, welche Volksschulklasse die Leichtathletin Jennifer Wenth besucht hatte, die beim 5000 Meter Lauf den 16. Platz erzielte. Natürlich ist das für eine Zeitung keine besondere Erwähnung wert, egal wie sehr sich Jennifer Wenth auch die Seele aus der Lunge rannte. Überspitzt formuliert, gehört sie zu den besten 16 Läuferinnen der Welt. Bei einer Weltbevölkerung von 7,3 Milliarden ist das Ergebnis mehr als beeindruckend! Aber für Journalisten und Redakteure, die in ihrer redaktionellen Wohlfühloase sitzen und dort den Bleistift spitzen, die Feder in die Tinte tauchen, führen nur Medaillensiege zu einer Erwähnung. Darin liegt die Crux. Dass der gewöhnliche Bürger deshalb den Ehrgeiz verliert, weil es um alles oder nichts geht. The Winner takes it all, hat nicht umsonst eine populäre Singsang-Truppe aus Schweden geträllert. Das gilt nicht nur im Sport oder Pop-Biz, nein, es gilt in allen Bereichen. Der Autor schreibt:

»Wir wähnen uns in einer Gesellschaft, in der sich nur die Reichen und Mächtigen durchsetzen können, nicht aber die Mutigen und Begabten. Wozu sich also noch anstrengen? […] diese kultivierte Wahrnehmung hält einem Faktencheck nicht stand. Die materielle Not nimmt weltweit und auch in Österreich ab. Die Zahl der Armen und Armutsgefährdeten in diesem Land nimmt trotz (Flüchtlings-) Krise nicht zu.« [S. 37]

Ehrlich, man müsste den Autor fragen, welche bewusstseinsverengenden Drogen er eingenommen hatte, als er diese Zeilen schrieb. Natürlich setzen sich am Ende immer nur die Reichen und Mächtigen durch. Muss man das wirklich noch erklären? Mutige und Begabte, ja, die gibt es und wird es immer geben. Werden sie Erfolg haben? Wenn es die Reichen und Mächtigen zulassen, dann ja. Falls nicht, dann werden sie enttäuscht ihren Lebensabend beschließen und bemerken, dass es nicht einmal für eine Fußnote in der Geschichte reichen wird. Wer hatte einst die Idee für eine Nähmaschine? Josef Madersperger. Wer hatte seine (und die anderer Erfinder) aufgegriffen, ein Produkt daraus gemacht und es millionenfach verkauft? Isaac Merritt Singer. Wer ist völlig mittellos im Armenhaus verreckt? Wer hat es zum Millionär gebracht? Sie dürfen gerne raten, aber bitteschön nur einmal.

Wirklich, bei so einem Geschreibsel geht mir die Hutschnur hoch. Weil die Redaktion mit diesem Artikel das Bild vermitteln möchte, dass sich Mut und Begabung am Ende auszahlen. Haha. Völlige Phantasterei. Die Reichen und Mächtigen entscheiden. Wie sagte der einstige Mitherausgeber der FAZ, Paul Sethe, im Jahr 1965 so treffend:

»Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.«

Es ist nämlich so: Wenn es der Inhaber bzw. Mehrheitseigentümer der Die Presse so will, dann sitzt die ganze Redaktion morgen auf der Straße, so mutig und begabt können die Leute in den Bürostühlen gar nicht sein. Das ist nämlich die Wahrheit! Dass die Schreiberlinge in all den Zeitungen und Zeitschriften, weltweit, allesamt den Reichen und Mächtigen ausgeliefert sind. Glauben Sie nicht? Dann gucken Sie doch mal nach Großbritannien und schauen Sie sich an, wie Medientycoon Rupert Murdoch mit seiner (gekauften) Zeitung News of the World verfahren ist, als ihm ein Skandal ans Bein pinkelte. Er hat sie kurzerhand dicht gemacht. Aus. Vorbei. Gründungsdatum: 1843.

Ja, so sieht die Realität aus, in der Sie und ich leben – die bezahlten Schreiberlinge in den vom Staat geförderten und damit von uns bezahlten Redaktionsstuben müssen es natürlich anders sehen. Aber das Erwachen wird kommen. So oder so.

Analyse: Der um sich greifende Antisemtismus auf Twitter beim Anschlag in Nizza, 14. Juli 2016

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Ein Twitter-User mit Namen @IsraelBreaking hat sich die Mühe gemacht, am 15. Juli, also einen Tag nach dem Ereignis in Nizza, die relevanten Twitter-Meldungen nach antisemitischen Vorwürfen zu durchsuchen und diese, hübsch aufbereitet, der Welt zu präsentieren. Hier die gut lesbare Zusammenstellung.

Disclaimer
Dieser Artikel spiegelt die Meinung des Autors in Bezug auf das
Ereignis in Nizza, 14.7.2016, wider und basiert auf publiziertes Foto- und Filmmaterial, sowie öffentlich zugängliche Zeugenaussagen.

Wer sich zum ersten Mal als Skeptiker mit der näheren Historie beschäftigt, wird bald feststellen müssen, dass Kommentare und Erklärungen mit antisemtischen Vorwürfen und Gegendarstellungen durchzogen sind. Man hat den Eindruck, dass sich die letzten hundert Jahre vorrangig um ein (geheiligtes) Fleckchen Erde drehte, das die Größe von Slowenien (bzw. Niederösterreich mit Burgenland) hat. Das größte Problem für einen Skeptiker, der sich der Außenwelt vorurteilsfrei mitteilen möchte, ist dabei der sogenannte Spin der Begriffe. Jeder Begriff ist – mehr oder weniger – mit einer unterschwelligen Wahrnehmung durchsetzt, die freilich nicht auf einem Baum gewachsen, sonder vielmehr viele Jahre „gereift“ ist. Man könnte auch sagen, dass Begriffe „gesponnen“ und „geschmiedet“ werden. Wer die Oberhand über einen Begriff hat, dominiert die Diskussion. Deshalb vermeide ich beispielsweise in meinen historischen Analysen das Wort „jüdisch“ bzw. „Judentum“ wie der Teufel das Weihwasser und verwende diese nur dort punktgenau, wo sie auch bewiesenermaßen hingehören. Als deutschsprachiger Bürger hat man, so könnte man meinen, eine Erbschuld zu tragen, weshalb man äußerst vorsichtig zu Werke gehen muss, sollte ein Sachverhalt in Richtung des Ausnahmestaates im Nahen Osten zeigen. Kurz, will man nicht dem Vorwurfs des Antisemitismus ausgesetzt sein, muss man äußerst spitzfindig und pointiert seine Worte wählen, darf niemals generalisieren oder Gläubige einer Religion in einen Topf werfen (das gilt freilich generell).

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Wo stand der Schreibtisch des Kaisers in der Hermesvilla? Über Macht, damals und heute.

update: Kaiser Franz Josef II. ist eine Mischung aus dem Franzl und Josef II.😉

Gestern den ehemaligen kaiserlichen Wohnsitz, die Hermesvilla im Tiergarten Lainz aufgesucht und innwendig erkundet. Dabei auch Pläne und Fotos von einst betrachtet. Man bestaunt den kaiserlichen Mobiliarbombast (etwa das Schlafzimmer von Kaiserin Elisabeth) genauso wie das feinsinnige Kunstgespür des Ehepaars. Dann stand ich im Arbeitszimmer des Kaisers. Oft war er ja nicht in Lainz, aber trotzdem, wo ein Kaiser Franz Josef II. ist, da wird auch gearbeitet. Das Zimmer stand bis auf die Bilder leer. Ich wollte schon weitergehen, da erinnerte ich mich, im Vorraum eine Fotografie des Arbeitszimmers, aufgenommen um die Jahrhundertwende, gesehen zu haben. Auf dem Foto stand demnach alles auf seinem Platz – so, wie es der Kaiser einrichten ließ, so, wie es der Kaiser zu benutzen trachtete. Hier eine Skizze des Arbeitszimmers, die ich schnell mal mit dem empfehlenswerten Raumplaner von Icovia auf das virtuelle Papier brachte. Das Zimmer liegt im ersten Stock. Gegenüber vom mittig angebrachten Kamin war eine (schmale) doppelflügelige Tür auf den Laubengang, daneben zwei große Fenster. Was meinen Sie, wo der Kaiser seinen Schreibtisch aufstellen ließ?

Hermesvilla_Schreibtisch

Der Schreibtisch stand in der rechten unteren Ecke des Zimmers, die Längsseite des Tisches geht zur Eingangstür, die Vorderseite schließt direkt an die Wand ab. Der Kaiser saß somit nicht nur mit dem Rücken zum Fenster, sondern überhaupt mit dem Rücken zum Raum. Wie ich mir die Fotografie so ansah, wurde mir mit einem Schlag bewusst, dass die Anordnung des Tisches mehr über den Kaiser aussagt als alle Biographien.

Überlegen Sie mal, wie Generaldirektoren oder Manager oder der Präsident der Vereinigten Staaten ihre Schreib- und Arbeitstische aufstellen? Sie sind für gewöhnlich so arrangiert, dass der Besucher, der Eintritt, vor Ehrfurcht erstarrt – das heißt, der Tisch steht zentral im Raum und blickt zur Eingangstür. Die Anordnung lässt keinen Zweifel zu: Hier sitzt ein Mensch, der Macht hat und sie ausübt. Warum also ließ der mächtigste Mann einer europäischen Großmacht seinen Tisch in eine Ecke stellen?

Die Antwort liegt darin, dass ein Generaldirektor, ein Manager, ein Präsident, sie alle, nur für eine geraume Weile eine Machtposition innehalten. Ein Kaiser ist, wenn man so will, als Kaiser geboren und wird von niemandem in seine Machtposition gebracht. Gott allein ist es, der über ihm steht. Niemand sonst. Falls Sie das jetzt erschreckt, dann befürchte ich, dass Sie bereits zu sehr dem liberalen Demokratiegeschwätz ausgesetzt waren. Der springende Punkt bei alledem ist nämlich jener, dass Könige und Kaiser seit jeher für ein Gleichgewicht zwischen Adel und Bürger- bzw. Bauerntum zu sorgen hatten. Graf Mirabeau, Enfant terrible der politischen Umwälzung des späten 18. Jahrhunderts, schrieb in einem Brief, datiert mit 16. August 1788:

»Was meine private Anschauung angeht, so will ich sie Ihnen – für Sie persönlich – rund heraussagen: Krieg den Privilegierten und den Privilegien, da haben Sie meine Losung. Die Privilegien sind nützlich gegen die Könige; aber sie sind verabscheuenswert gegen die Nationen, und niemals wird unsre Nation öffentlichen Geist haben, solange sie nicht von ihnen befreit ist; da haben Sie den Grund, warum wir bleiben müssen, was ich persönlich in hohem Grade bin: monarchisch. Ah, gestehen wir’s doch ehrlich, was wäre eine Republik, die aus all den Aristokratien zusammengesetzt wäre, die an uns nagen? Der Hort der allerrührigsten Tyrannei

Setzen Sie dem Wort Aristokratie das Wort Geld hinzu und schon ist es eine akkurate Bestandsaufnahme der letzten Jahrhunderte. Mit anderen Worten, all diese Revolutionen, die im Namen des Volkes Kaiser und Könige vom Thron fegten, haben am Ende nicht dem Bauern, nicht dem Bürger das versprochene Erdenglück gebracht. Im Gegenteil. Die Geldaristokratie herrscht mit absoluter Strenge und Graumsamkeit. Diese Tyrannei kennt keine Gnade.

Falls Sie jetzt die Augen rollen und meinen, ich würde nur Blödsinn schreiben, weil jedes Kind weiß, dass die westliche Welt eine friedliebende Demokratie ist, tja, dann sollten Sie sich den Vortrag von Prof. Martin Gilens, Princeton University, angucken, in dem er seine Studie Testing Theories of American Politics: Elites, Interest Groups, and Average Citizens präsentiert und zum Schluss kommt, dass „unsere Gesellschaft nur eine Demokratie auf dem Papier ist“ [„our society is a democracy in name only.“] und dass der Durchschnittsbürger keinen politischen Einfluss hat:

»When the preferences of economic elites and the stands of organized interest groups are controlled for, the preferences of the average American appear to have only a minuscule, near-zero, statistically non-significant impact upon public policy.« [S. 575]
 .
Sollten Sie also das nächste Mal den amerikanischen Präsidenten im Oval Office – oder den Manager des Jahres – hinter seinem Schreibtisch sitzen sehen, denken Sie an die Hermesvilla und Kaiser Franz Josef II., denken Sie daran, dass die einen von Geldaristokraten in die Machtposition gehievt wurden und nur so lange dort verweilen dürfen, wie es die Fürsten Mammons wollen, während die anderen nur vor Gott und ihrem Gewissen Zeugnis ablegen mussten. Faites vos jeux.

 

Was, wenn Inspektor Columbo den Event in Nizza, 14. Juli 2016, untersuchen würde?

Columbo_DVD

TV-Serie Columbo – 2.Staffel – Umschlag der DVD

Ehrlich gesagt, ich zermartere mir schon seit Wochen mein Hirn, bezüglich des Events in Nizza, 14. Juli 2016, und da erinnerte ich mich an die alte TV-Serie Columbo, in der Peter Falk die (fast) perfekten Morde am Ende doch noch aufklären konnte und den Mörder mit einem kleinen Detail zu überfuhren wusste. Ja, das war und ist großes Kino auf der kleinen Mattscheibe. Und wie Inspektor Columbo bin auch ich über ein Detail gestolpert, das keinen Sinn ergibt.

Also! Laut einem Bericht der Behörden, deren Grundlage die Auswertung der Überwachungskameras war, hat der LKW seine „Todesfahrt“ um 22 Uhr 32 und 33 Sekunden begonnen. Die Fahrdauer für die 2000 Meter betrug 3 Minuten und 14 Sekunden. Um 22 Uhr 35 und 47 Sekunden war der Spuk vorüber und der (vermeintliche) Fahrer des LKWs tot.

Mit anderen Worten, die ganze Chose lief gegen 22:30 ab. Hört man sich die Zeugenaussagen an, werden ganz andere Uhrzeiten genannt. Wie kann das sein? Allen voran der deutsche Journalist G., der von seinem Balkon einen Videoclip des vorbeifahrenden LKWs machte. Warum gab er drei verschiedene Uhrzeiten an? 22:45, 23 Uhr und 23:07? In seiner ersten Liveschaltung, um Mitternacht des 14.07., sprach er im deutschen TV von „gegen 23 Uhr“. Selbiges gilt für den Helden auf dem Motorscooter, der im Clip von Journalist G. zu sehen ist. Was gibt er für eine Uhrzeit an? „Gegen 23 Uhr“. Die Liste ließ sich noch beliebig fortsetzen, doch wollen wir es bei diesen beiden wichtigen Augenzeugen belassen.

Nun? Was mag die Erklärung für diese Widersprüche sein? Noch am nächsten Morgen, im Morgenmagazin des deutschen TV, blieb Journalist G. bei „gegen 23 Uhr“ bzw. „um genau 23 Uhr 07“. Warum gab es keine Abstimmung? Es liegt auf der Hand, dass Journalist G. die Uhrzeiten „eingeflüstert“ bekam. Ansonsten hätte er einfach jene Uhrzeit genannt, die ihm sein Smartphone anzeigte, als er den Clip abspeicherte. Wer könnte also einen deutschen Touristen, der sich zufällig mit seiner Familie in Nizza aufhielt, gebeten oder gezwungen haben, eine falsche Aussage zu tätigen? Vor aller Welt? Früher oder später mussten diese Falschaussagen ja ans Licht kommen. Und dann? Lässt man nun Journalist G. im Regen stehen? Schiebt man ihm den Schwarzen Peter zu? Oder versuchen nun Medien und Behörden dieses „Detail“ als unwichtig unter den Teppich zu kehren? Ich muss Sie hoffentlich nicht daran erinnern, dass das Tätigen einer falschen Zeugenaussage strafbar ist, oder? Vorausgesetzt, Journalist G. gab eine falsche Uhrzeit zu Protokoll. Gut möglich, dass er den Behörden die richtige Uhrzeit nannte, den Medien die falsche(n). Fragt sich nur, warum?

Sehen Sie, darüber zermartere ich mir meinen Kopf. Ich weiß einfach nicht weiter. Habe ich etwas übersehen? War dieser Widerspruch von Anfang an geplant? Könnte es sein, dass gewisse (lokale) Kreise in Nizza und Frankreich nicht mitspielen wollten und es deshalb zu diesen merkwürdigen Ungereimtheiten kam? Ein Indiz wäre die Aussage von Polizistin Sandra Bertin, die Anschuldigungen gegen den französischen Innenminister und seinem Kabinett erhob, da ihr Bericht in Bezug auf die Auswertung der Überwachungskameras, verfälscht wurde.

Wie dem auch sei, wäre ich Redakteur eines Medienhauses, das der Wahrheit verpflichtet ist, dann würde ich Journalist G. mit diesem Widerspruch konfrontieren. Der Rest, wie man so schön sagt, ergibt sich dann von ganz alleine – und vielleicht, wer weiß, können wir endlich einmal das (beinahe) perfekte Verbrechen aufklären. Als Belohnung dürfen wir uns dann eine Folge von Columbo in aller Ruhe angucken … aber eine Frage hätte ich noch, Sir.

Wann hat das Feuerwerk in Nizza, geplant für 22 Uhr, nun tatsächlich begonnen und wann hat es tatsächlich geendet? Als geplante Dauer war 20 Minuten angegeben. Sieht man sich die ersten Medienberichte vom 14.Juli an, so heißt es, dass der LKW während bzw. kurz vor dem Ende des Feuerwerks in die Menge fuhr. Es waren vor allem zwei Journalisten, der eine der Urlauber G. am Balkon des Westminster Hotels, der andere Damien Allemand, Reporter der Lokalzeitung Nice-Matin, die davon sprachen, dass das Feuerwerk vorbei war und die Leute auseinanderströmten, als der LKW kam. Erst am nächsten Tag wurde das offizielle Narrativ dahingehend angepasst. Ich weiß, es ist nur ein Detail, aber es muss doch jeden stutzig machen, dass es nicht möglich ist, aus den Medienberichten zu erfahren, wann das Feuerwerk tatsächlich anfing und wann es zu Ende ging. Und die Behörden üben sich in Schweigen. Wäre ich Redakteur eines Medienhauses, das der Wahrheit verpflichtet ist, dann würde ich in Nizza nachfragen. Oui, oui!

Wer suchet im Web, der findet Shills und Dummschwätzer

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Bevor ich die Analyse zum (vermeintlichen) Terroranschlag in Nizza, 14. Juli 2016, auf den springenden Punkt bringe, vorweg ein paar Gedanken, die mich in den letzten Tagen beschäftigt haben und die ich an dieser Stelle dem geschätzten Leser näherbringen möchte.

Will man einen Event wie Nizza oder München oder 9/11 analysieren, muss einem bereits im Vorfeld klar sein, dass es für einen gewöhnlichen Bürger nicht möglich ist, das tatsächliche Szenario aus der Flut an (Miss-)Informationen herauszulesen. Man kann nur Widersprüche und Ungereimtheiten in der offiziellen Version feststellen und auf diese aufmerksam machen. Natürlich ist jeder eingeladen, Spekulationen anzustellen, aber damit stößt man den gutgläubigen Medienkonsumenten vor den Kopf und jeder Mensch wird mit allen Mitteln versuchen, an seinem (konditionierten) Weltbild festzuhalten – egal wie eindeutig und greifbar die Widersprüche auch sein mögen. In der Theorie sollte es möglich sein, all diese Konsumenten, die wie eine blökende Schafherde den täglichen Schlagzeilen hinterherlaufen, wachzurütteln. Leider haben wir es im Internet aber nicht nur mit diesen gutgläubigen und vom lechtsrinken Weg abgekommenen Medienkonsumenten zu tun, sondern auch mit sogenannten Shills, bezahlten Claqueuren, die auf »Zuruf« jede ernsthafte und sachlich geführte Diskussion zu zerstören bzw. zu verwässern trachten.

Das Internet, so frei und unabhängig es für viele auch scheinen mag, ist in Wirklichkeit durchzogen mit Shills, freien Mitarbeitern von PR-Agenturen, behördlichen Überwachungsorganen, ahnungslosen und besserwisserischen Medienleuten, religiös-rassistischen Fanatikern, Dummschwätzern, naiven Social Media Berühmtheiten, Herzschmerz-Hysterikern, bezahlten Agents Provocateurs und so weiter und so fort.

Glen Greenwald hat einen langen Artikel verfasst, der über die Infiltrierung des Internets durch verdeckte Agent(urmitarbeiter)en erzählt und wie diese gezielt eingesetzt werden, um zu manipulieren und zu täuschen. Der Kommentar eines Lesers gehört zu jenen humorvollen Weisheiten, die man nur noch in den anonymen Weiten des Webs finden kann. Ja, gerade die süffisantesten, sarkastischsten und zynischsten Wortmeldungen, die zeigen, dass der Verfasser wissen dürfte, was Sache ist, lassen mich nicht nur Tränen lachen, nein, sie geben mir auch die wohlige Gewissheit, dass noch nichts verloren ist.

Reading these comments is fascinating. We have an intersection of

1 People trying to get out the truth or find it
2 Paranoid lunatics basking in justifications for their paranoid world view
3 Government agents posing as 1 and 2
4 Anarchists posing as 3
5 Government agents posing as 4
6 The rest of us
7 Lunatics and government agents posing as the rest of us

If the effort is to neutralize the internet as a force to mitigate government power, the strategy is working. How can it not? Truffers, pseudo-truffers, lunatics, pseudo-lunatics, anarchists, pseudo-anarchists. The MSM is owned by the government, now so is the internet. Next we will find out that Greenwald is a CIA agent, who’s actually a double agent working for Putin, who is working for the Chinese. Then we’ll find out that the CIA spread that rumor and falsified the information to derange Greenwald.

Who wants pizza?

 

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