richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Schlagwort-Archiv: gedanken

Das Ende der Qualitätszeitung ist nah

Es gab eine Zeit, als der Leser eine Qualitätszeitung als Leuchtfeuer für Wahrheit und Freiheit gesehen hat. Doch diese Epoche geht nun dem Ende zu.

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Der Standard, Album A3, 11.Februar 2017

 

Dank dem allwissenden und nicht so leicht vergessen könnenden Internet vermutet der aufgeklärte Bürger, dass hinter dem gedruckten Zeitungspapier eine Redaktion steht, die von einem Management ausgesucht und ausgewählt wurde, um eine ‚von oben‘ vorgegebene politisch-wirtschaftliche Richtung (Agenda) umzusetzen. Mit anderen Worten, eine Zeitung (besser: Medienkonzern) wird niemals bereit sein, sich mit einer unangenehmen Wahrheit auseinanderzusetzen, die der Agenda widersprechen könnte. Vielmehr wird die Redaktion alles tun, um den Leser in seiner Unwissenheit (besser: konditionierten Wissensblase) gefangen zu halten. Was wir Qualitätsjournalismus nennen, ist heutzutage nur eine intelligentere Ausprägung der Propaganda, deren Aufgabe es ist, die breite Masse zu formen und zu führen. Diesbezüglich ist es Aufschlussreich, das Buch Propaganda von Edward Bernays, Sigmund Freuds Neffe, zu kennen. Darin macht sich der in den USA lebende Bernays bereits in den 1920er Jahren Gedanken darüber, wie eine gebildete Elite die öffentliche Meinung steuern könne und müsse:

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Die österreichische Bundespräsidentenwahl 2016: Kafka vs. Rosegger

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Das war sie also, die (zweite) Stichwahl zwischen Alexander van der Bellen und Norbert Hofer. Ich schätze, die einen Wähler haben das Kreuzerl an der richtigen, die anderen an der falschen Stelle gemacht. Gewonnen haben die einen. Verloren die anderen. Nichts Neues unter der demokratischen Sonne, wenn man so will.

Möchte man die politischen Anschauungen der beiden Kandidaten in extremis überhöhen, dann steht der eine für USE (United States of Europe) und der andere für Öxit (Austritt Österreichs aus der EU). Möchte man die beiden Politiker in eine literarische Gussform pressen, würde ich meinen, der eine erinnert an Kafka, der andere an Rosegger. Gerade kommt mir der Gedanke, dass George Orwell von Kafka inspiriert sein muss. Beide zeichneten in ihren Büchern eine bürokratisch-pyramidale Hierarchie, die so mächtig ist, dass sie der Einzelne gar nicht mehr fassen, gar nicht mehr begreifen kann und ihr ohnmächtig ausgeliefert ist. Wenn Sie sich fragen, worauf ich hinaus will, dann versuchen Sie doch mal EU-Verordnungen durchzusehen oder die verschiedenen EU-Einrichtungen in Brüssel aufzuzählen. Wir haben es mit einem Moloch zu tun. Einem gefräßigen Monster, das keine Ruhe gibt, so lange es nicht mit Einfluss und Macht gefüttert wird. Am Ende ist Brüssel ein kafkaeskes Schloss der Bürokratie, irgendwo im Hinterland.

Im Gegensatz dazu steht Roseggers Waldheimat. Bergbauernidylle? Man kann sich wohl keine Vorstellung machen, wie „idyllisch“ das Leben der kleinen Bauern damals war. Kein Zuckerschlecken. Wahrlich nicht. Doch die Leut, die einfachen Leut, sie waren zäh, gottesfürchtig, ja, sie lebten im Einklang mit der Natur und traten in die Fußstapfen ihrer Vorväter. Die Moderne erreichte sie nur langsam und auf seltsam verschlungenen Pfaden. Werfen Sie einen Blick in das Volkskundemuseum in Wien, um zu erspüren, welch Geisteshaltung über die letzten Jahrhunderte beinahe vollständig ausradiert wurde und wie das Weltgift die letzten Hirnwinkel der Bevölkerung zersetzte. Die einen finden das freilich gut. Die anderen haben keine rechte Vorstellung. Sehen zumeist nur das Dunkle, das Schreckliche oder das Banale, Lächerliche. Vergessen Sie nicht, dass unser Leben nicht gut, nicht bös ist. Es ist einfach wie es ist. Punktum.

Warum Donald J. Trump der bessere Präsident ist.

Einen Monat vor der Wahl machte ich mir Gedanken, wer der bessere Präsident für die USA und die Welt wäre. Enjoy.

Welcome, Mr. President Donald J. Trump

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Michigan und New Hampshire zählen noch immer. Gesehen in der New York Times.

Für den eiligen Leser: Der Wahlausgang ist das Beste, was der Welt passieren konnte. Period!

Das war eine Wahlnacht, am 8. November. So schnell wird sie wohl keiner vergessen, der sie durchlebt hat. Höhen und Tiefen. Hoffnung und Bangen. Auf der einen, auf der anderen Seite. Aber je länger die Nacht wurde, um so stiller und nachdenklicher wurden all die Experten in ihren teuren TV-Studios. Am Ende, als klar ersichtlich wurde, dass Donald Trump der neu gewählte Präsident der USA werden würde, brachen alle Dämme. Es war ein Anblick, den kein Skeptiker jemals vergessen wird können. All die „objektiven“ Medienleute – hüben wie drüben – waren im Schockzustand. Manch eine, manch einer der Profis rang mit Worten und Tränen. Man kann es nicht glauben, man kann es nicht fassen. Diese Wahl hat die politische genauso wie die kulturelle und mediale Welt auf den Kopf gestellt. Niemand kann im Moment ermessen, welche Schockwellen durch die USA, durch die ganze Welt gehen.

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Über das freie Reden: erster Versuch eines Vlogs

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Gestern mit dem neuen Headset kurzerhand ein dreiminütiges Video eingesprochen. Es ist somit mein erster Vlog/Video-Blog. Die Idee, über ein bestimmtes Thema frei zu reden, musste ich nach den ersten Versuchen wieder fallen lassen. Zu oft fährt man einen angefangenen Satz gegen die Wand, zu oft will einem nicht der nächste Satz einfallen. Natürlich könnte man editieren, könnte man die besten Teile zusammenfügen. Aber das ist dann doch ein zu großer Aufwand für eine bescheidene Wirkung. Deshalb habe ich schnell den Text aufgeschrieben und während der Aufnahme abgelesen. Da die großen Politiker ihre Reden auch nur vom Teleprompter ablesen, dachte ich, ich muss mich dafür nicht schämen, auch wenn die Rhetorik bereits bei den alten Griechen hoch im Kurs stand.

Vermutlich ist das freie Reden über ein bestimmtes Thema ein Talent, das nur wenige besitzen. Mein Favorit diesbezüglich ist Nikolas Lloyd, ein Brite, der vor seiner Kamera über Gott und die Welt fabuliert, ohne dass er sich vorab Notizen gemacht oder das Gesagte auswendig gelernt hätte. Beeindruckend.

Morris, ein Brite, der sein Leben in Südostasien zubringt, geht noch einen Schritt weiter und zeichnet oftmals seine Gespräche (Monologe) während einer Motorroller-Ausflugsfahrt auf. Hin und wieder geht er mit seiner Smartphone-Kamera auf Märkte, um zu zeigen, wie das Leben auf der anderen Seite der Welt aussieht. Alles in allem sind auch seine Vlogs äußerst beeindruckend.

Natürlich ist das freie Reden eine Sache der Erfahrung. Mit der Zeit lernt man auch, die Nervosität abzulegen. Wer es nicht gewohnt ist, in eine Kamera zu gucken und in ein Mikrofon zu sprechen, kann sehr schnell weiche Knie bekommen. Vor allem, wenn man Probleme hat, seine Fehler in die Öffentlichkeit zu tragen. Perfektionisten und solche, die es sein wollen, werden wohl die Finger von Vlogs lassen müssen. Auf der anderen Seite ist es eine gute Therapie, sich nicht immer perfekt in Szene setzen zu müssen und einfach auch mal Fehler oder unschöne Seiten zuzulassen. Yep.