Archiv der Kategorie: azadeh

Der Moment der absoluten Schwerelosigkeit #Leben #Liebe #Literatur

Gestern war es, als der Abend in die Nacht überging, als der Schreiber dieser Zeilen in die grün gemalten Augen seiner Muse blicken durfte, die ihm eine Frage stellte, die keine war. Diese Feststellung, einmal ausgesprochen, einmal gehört, aber noch nicht im vollsten Umfang für ihn begreiflich und erfassbar, reißt den Dichter wie eine Flutwelle mit sich. Ausgeliefert ist er diese Naturgewalt, die von einer sehnsüchtigen Hoffnung, einem oft geträumten Herzenswunsch erzählt, der mit einem Male in Erfüllung geht. Die Ordnung ist wieder hergestellt, alles ist an seinem natürlichen Platz, was oben war, ist oben, was unten war, ist unten. Nur das Herz und das Hirn des Dichters, sie taumeln und torkeln wie betrunken durch ausgesprochene Worte und hingeworfene Sätze, absolut wahr, zwingend wahrhaftig, und versuchen sich zu halten, zu fangen. Der Dichter kann nichts anderes tun, als auf die Wirkung zu warten, die diese Gefühlsoffenbarung in ihm auslöst.

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„Scheiss drauf, mach’s einfach!“ – Die Illusion des Reisenden

„Scheiß drauf, mach’s einfach!“, sagte mir S. unverblümt am Küchentisch, damals, als ich mit Hundert und einer Sorge beladen mein Dilemma bejammerte. Es war das Lachen von S., das mich zu Bariccos Seide verführte und mich nur wenig später inspirativ deflorierte. Aus dieser musischen Bestäubung kam die Idee zu Azadeh oder Die 13 Tage des Leutnant Johann Gottfried von Märwald, das im Wien des Jahres 1899 spielen sollte. Die Geschichte zog mich in den Bann, konnte ich doch aus dem Innersten schöpfen. Die Entscheidung, den sicheren Brotjob zu quittieren, um von nun an der brotlosen Schriftstellerei zu dienen, fiel mir gar nicht leicht. Tag um Tag, Nacht um Nacht kamen Zweifel, Sorgen und Ängste. Da saß ich also bei S., die meine kummervolle Litanei ein weiteres Mal über sich ergehen lassen musste. Vermutlich war es ihr zu blöd, dieses Häufchen Elend in der Küche sitzen zu haben, hat draußen doch die Sonne gelacht, zeigte sich ein blauer Himmel. Ihr derber Fußtritt ist noch heute zu spüren.

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Neues Buchprojekt: Über die Entdeckung der Liebe

Die nächsten Tage beginne ich also mit dem neuen Buchprojekt, das sich um Die Entdeckung der Liebe dreht. Die Rohfassung ist eigentlich niedergekritzelt, jetzt gilt es ins Reine zu kommen. Schon eine Weile nicht mehr hineingesehen. Es braucht ab und zu Abstand, um der Essenz nahezukommen.

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Poetische Tränen #Azadeh

Es gilt das Besondere festzuhalten. Kostbar sind jene Momente, die einem die innere Welt näherbringen. Es gibt freilich keine Erklärung. Es ist wie es ist. Wir können nur mit Ehrfurcht das Erlebte festhalten, auch wenn Worte und Sätze dafür nicht ausreichen. Das göttliche Prinzip kann niemals von Menschen erforscht und ergründet werden. Wer es versucht, muss kläglich scheitern. Nur die schöne, wahre und gute Kunst mag einen Weg gefunden haben, sich dieses Prinzips anzunähern. Und doch bleibt am Ende alles nur Fragment.

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Die Träne des Dichters und der Moment der gedanklichen Schwerelosigkeit #Azadeh

Natürlich kann der Verstand jenen Moment nicht verstehen, als das Herz die Zügel an sich riss und die damit ausgelöste Kurskorrektur dem Schreiber dieser Zeilen eine Träne – vielleicht waren es auch zwei – entlockte. Später einmal, wenn die Ordnung im eigenen Hause wieder hergestellt ist, wird der Verstand vernunftgemäß das Geschehene relativieren und nüchtern analysieren. Deshalb diese Zeilen, die bereits Erinnerung sind.

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