Archiv der Kategorie: azadeh

Die musisch-politische Welt von Gestern und Heute #Azadeh

Nach bald 16 Jahren nehme ich erneut das Erstlingswerk Azadeh in Angriff. Mit roter Tinte wird im Manuskript gestrichen und ergänzt. Zugegeben, ein gehöriger Schreck fuhr mir in die Glieder, musste ich erkennen, dass die im Text angeschnittenen historisch-politisch-gesellschaftlichen Themen meine damalige Kragenweite nicht waren. Was wusste ich schon von der Vergangenheit? Ich glaubte noch an die festgeschriebene Historie, die wir im Schulunterricht vorgesetzt bekamen und die sich wie ein roter Faden durch alle Publikationen zogen. Erst Jahre später ging mir jenes Licht auf, das mich in den Kaninchenbau führte. Von da an gab und gibt es kein Zurück mehr. Man kann das Gesehene genauso wie das Erlebte nicht mehr „ungesehen“ bzw. „unerlebt“ machen. In diesem Sinne wird Azadeh überarbeitet, wenngleich der Fokus weiterhin auf die innere Befindlichkeit jenes Leutnants liegt, der das Spiegelbild des seinerzeitigen Autors darstellt, der sich zu entscheiden hatte. Pflichterfüllung. Herzenswunsch.

Hier und jetzt kann man getrost von einer glücklichen Fügung sprechen, dass Azadeh in der Lade blieb und ich meine Hörner mit der absurden Sci-Fi-Komödie Rotkäppchen 2069 abstieß.

Ja, jeder Text hat seine Zeit und seine Aufgabe.

Der Moment der absoluten Schwerelosigkeit #Leben #Liebe #Literatur

Gestern war es, als der Abend in die Nacht überging, als der Schreiber dieser Zeilen in die grün gemalten Augen seiner Muse blicken durfte, die ihm eine Frage stellte, die keine war. Diese Feststellung, einmal ausgesprochen, einmal gehört, aber noch nicht im vollsten Umfang für ihn begreiflich und erfassbar, reißt den Dichter wie eine Flutwelle mit sich. Ausgeliefert ist er diese Naturgewalt, die von einer sehnsüchtigen Hoffnung, einem oft geträumten Herzenswunsch erzählt, der mit einem Male in Erfüllung geht. Die Ordnung ist wieder hergestellt, alles ist an seinem natürlichen Platz, was oben war, ist oben, was unten war, ist unten. Nur das Herz und das Hirn des Dichters, sie taumeln und torkeln wie betrunken durch ausgesprochene Worte und hingeworfene Sätze, absolut wahr, zwingend wahrhaftig, und versuchen sich zu halten, zu fangen. Der Dichter kann nichts anderes tun, als auf die Wirkung zu warten, die diese Gefühlsoffenbarung in ihm auslöst.

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„Scheiss drauf, mach’s einfach!“ – Die Illusion des Reisenden

„Scheiß drauf, mach’s einfach!“, sagte mir S. unverblümt am Küchentisch, damals, als ich mit Hundert und einer Sorge beladen mein Dilemma bejammerte. Es war das Lachen von S., das mich zu Bariccos Seide verführte und mich nur wenig später inspirativ deflorierte. Aus dieser musischen Bestäubung kam die Idee zu Azadeh oder Die 13 Tage des Leutnant Johann Gottfried von Märwald, das im Wien des Jahres 1899 spielen sollte. Die Geschichte zog mich in den Bann, konnte ich doch aus dem Innersten schöpfen. Die Entscheidung, den sicheren Brotjob zu quittieren, um von nun an der brotlosen Schriftstellerei zu dienen, fiel mir gar nicht leicht. Tag um Tag, Nacht um Nacht kamen Zweifel, Sorgen und Ängste. Da saß ich also bei S., die meine kummervolle Litanei ein weiteres Mal über sich ergehen lassen musste. Vermutlich war es ihr zu blöd, dieses Häufchen Elend in der Küche sitzen zu haben, hat draußen doch die Sonne gelacht, zeigte sich ein blauer Himmel. Ihr derber Fußtritt ist noch heute zu spüren.

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Neues Buchprojekt: Über die Entdeckung der Liebe

Die nächsten Tage beginne ich also mit dem neuen Buchprojekt, das sich um Die Entdeckung der Liebe dreht. Die Rohfassung ist eigentlich niedergekritzelt, jetzt gilt es ins Reine zu kommen. Schon eine Weile nicht mehr hineingesehen. Es braucht ab und zu Abstand, um der Essenz nahezukommen.

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Poetische Tränen #Azadeh

Es gilt das Besondere festzuhalten. Kostbar sind jene Momente, die einem die innere Welt näherbringen. Es gibt freilich keine Erklärung. Es ist wie es ist. Wir können nur mit Ehrfurcht das Erlebte festhalten, auch wenn Worte und Sätze dafür nicht ausreichen. Das göttliche Prinzip kann niemals von Menschen erforscht und ergründet werden. Wer es versucht, muss kläglich scheitern. Nur die schöne, wahre und gute Kunst mag einen Weg gefunden haben, sich dieses Prinzips anzunähern. Und doch bleibt am Ende alles nur Fragment.

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