Archiv der Kategorie: erfolgsleiter

Wenn sich die Götter über einen lustig machen und sich ins Fäustchen lachen

horoskop2017
Die Götter im Olymp haben sichtlich ihren Spaß mit mir.
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Grillparzers Unzufriedenheit …

Stuhl_2014

Du hast dir einen bequemen Armstuhl machen lassen, fast zu bequem. Erinnere dich, daß du die ›Ahnfrau‹ auf einem elenden Rohrstuhl geschrieben, dessen geflochtener Sitz eingedrückt war, den du daher mit einem Brett bedecktest und dieses mit einer Decke um nicht gar so hart zu sitzen. Du warst damals der unbekannteste der Menschen, ohne Mittel, ohne Aussicht, ohne Freude, ohne Hoffnung – jetzt bekannt, berühmt fast. – Deine Unzufriedenheit ist Verbrechen.

Franz Grillparzer (1791-1872)
Tagebuch, 1820

Was zu tun befiehlt die Eitelkeit oder Der Ansporn eines Verlegers

Gut, gut. Es wird Zeit. Zeit, die nahe Zukunft verlegerisch durchzudenken und dem (einzigen) Autor in meinem Verlage klar zu machen, dass es wieder ernst wird. Um zu guter Letzt nicht wieder in eine perfektionistische Endlosschleife zu gelangen (»vielleicht sollte ich den Text des 7. Kapitels doch noch mal überarbeiten?!«), ist es am besten, wenn man der Öffentlichkeit mit stolz geschwellter Brust gegenübertritt und großspurig die nächsten Publikationen hinausposaunt. Damit mache ich mir den notwendig Druck. Ja, der innere Schweinehund und der überängstliche Perfektionist sind ein gefährliches Gespann, wenn es um nahe Veröffentlichungstermine geht. So. Wie geht es also weiter?

Vorablesen?
Vorablesen?

Con$piracy ¦ Zu aller erst, denke ich, wird es Zeit, die konspirativen Machenschaften, die es da in dieser, unserer Welt gibt, auf den Punkt zu bringen. Der Clou, wenn man so will, ist, dass ich den Text noch nicht offiziell publiziere, sondern vorerst nur in einer sogenannten ARC, einer Advance Reader’s Copy, einer Vorab-Lese-Exemplar-Version anbiete. In US Verlagen ist es scheinbar Gang und Gäbe, treuen Lesern solche Exemplare schon mal vorab zukommen zu lassen. Grund genug, es auch zu versuchen, nicht? Freilich werde ich mir erlauben, einen Kostenersatz zu veranschlagen, somit ist gewährleistet, dass nicht jeder, pardon, Schlurf aufzeigt und um eine Kopie bittet. Natürlich wird der Text in der üblichen Form als Taschenbuch (A5) erscheinen, die Letztkorrektur ist aber noch ausständig. Und wer weiß, vielleicht ist das Feedback zum Text so fruchtbar, dass ich die Ärmel aufstricke und am Manuskript weiter arbeite. Alles möglich. Bis dato haben sich rund 10 Leutchen gefunden, die bereit sind, meine ersten Gehversuche im populären Sachbuchbereich zu unterstützen. Wer zu den Vorab-Lesern gehören und zwanzig €uro loswerden möchte, bitte bei mir anklopfen. Der voraussichtliche Erscheinungstermin dürfte bereits im Juni sein.

MadeleineAnatomie einer Tragödie (Band III der Tiret-Saga) ¦ Ja, das längst druckfertige Buch hat eine Weile im Schatten gewartet. Grund war der Selbstversuch, herauszufinden, ob es möglich ist, ein Buch über Crowd-Funding zu finanzieren. Wie der geneigte und treue Leser weiß, suchte ich 99 abenteuerlustige Club-Mitglieder für Madeleine. Bei etwa 60 Mitgliedern hat es sich eingependelt. Wobei ich gestehen muss, diesbezüglich keinerlei Ambitionen an den Tag gelegt zu haben. Keine Bettelei, keine nervtötenden E-Mail-Aussendungen, keine tränenreichen Aufrufe oder befeuernde Trommelein. Ich wollte sehen, ob sich eine Eigendynamik einstellt und wenn ja, wie diese abläuft (»Da musst du dabei sein!«). Die Erkenntnisse aus dieser Versuchs-Anordnung werde ich natürlich später einmal lang und breit ausführen. Als erstes Conclusio würde ich sagen, dass die Dinge trotz Social Media und Web nicht einfacher geworden sind, was wiederum daran liegen könnte, dass viele, ja, sehr viele Unglückliche ihr Glück im virtuellen Eiertanz versuchen. Voraussichtlicher Publikationstermin für Madeleine kann freilich nur der 14. Juli sein. Jedenfalls für die Club-Mitglieder. Offiziell werde ich wohl im September mit Madeleine herausrücken.

Der Fetisch des Erik van der Roheeine autobiographische Fiktion ¦ Wahrlich, der gute Erik liegt schon seit 2003 in der Lade. Immer wieder aus der Lade geholt, immer wieder in die Lade gegeben. Dann und wann mit Eifer und Energie am Manuskript herumgetan, jedenfalls so lange, bis die Lust im Keller war und ich mich anderen Texten widmete. Aber damit soll nun endgültig Schluss sein. Die Lesung im Ragnarhof hat mich davon überzeugt, dass die Qualität des Textes durchaus nicht übel ist – jedenfalls wenn man(n) das Glück hat, den weiblichen Part von einer talentierten und hübschen Schauspielerin vorgelesen zu bekommen. Die Idee, einen kurzen Clip zu drehen, spukt natürlich im Kopf herum. Schön. Aber bevor ich den Faden verliere, muss noch angemerkt werden, dass ein paar Korrekturen am Text notwendig sind. Die enormen Kürzungen haben gezeigt, dass ein zuvor wesentliches Kapitel nun nicht mehr so wesentlich ist, was wiederum zu Verständnisschwierigkeiten führt. Tja. Zu den gegenwärtigen rund 310 Seiten werden wohl noch 40 Seiten dazukommen. Vorsichtig geschätzt. Aber immer noch akzeptabel, wenn man sich vor Augen führt, dass das Konvolut einst über 600 Seiten aufwies. Ja, wenn ich mal schreibe, dann gibt es kein Halten. Wirklich. Jetzt ist die Frage, wann denn das Buch erscheinen wird. Wieder vorsichtig geschätzt würde ich sagen: Oktober. Vielleicht früher. Vielleicht später. Die Auskopplung Die Erotik des Erik van der Rohe belasse ich vorerst nur als E-Book.

Rotkäppchen 2069B ¦ Ach, das Rotkäppchen, das gäb’s ja auch noch. Schon seit längerem längst druckfertig, aber als Taschenbuch bis dato eher ein Stiefkind meines Verlagsprogramms, tue ich mir schwer, es zu positionieren. Als E-Book macht es hingegen eine passable Figur. Eventuell werde ich eine Kleinstauflage drucken, um zu sehen, wie die neue Version (nicht mehr im Drehbuchstil, sondern romanhafter) angenommen wird. Veröffentlichen könnte ich das Taschenbuch natürlich jederzeit, aber besser, ich warte noch ein wenig zu. Warum?  Keine Ahnung. Ein verlegerisches Bauchgefühl, wenn man so will.

Azadeh ¦ Penly ¦ 88/6 ¦ Eigentlich sind alle 3 Texte – soweit – fertig. Aber es fehlt die Überarbeitung. Und bei 88/6 wollte ich eigentlich noch ein absurdes Finale schreiben, aber die Lust hat sich in Luft aufgelöst und jetzt habe ich nur ein schmales Bändchen, das als schriftstellerisches Experiment anzusehen ist. Freilich, durchaus nicht uninteressant. Und wer weiß, vielleicht werde ich später einmal, in einem anderen Text, auf das Experiment zurückgreifen. Wer weiß denn schon, was die Zukunft bringt, nicht? Penly? Sollte eigentlich im Winter 2012 erscheinen. So das ehrgeizige Ziel. Damit wäre die Tiret-Saga um den (vorläufig) letzten Band reicher und ich könnte mir dann endlich, endlich, überlegen, wie es mit der Saga weitergeht. Wenigstens, denke ich, sollte die Generalständeversammlung abgehalten und die Bastille gestürmt werden. Aber da will ich mich besser nicht aus dem Fenster lehnen. Zwar hat sich die Höhe zwischenzeitlich verringert (vom 8. Stock in den 5. Stock), aber für höhenängstliche Tagträumer ist es noch immer ein gewagtes Unterfangen. Und Azadeh? Ach, meine kleine Azadeh …

Finding Joe oder Können wir nicht alle Helden sein?

Jetzt habe ich eine halbe Stunde lang nach diesem Trailer gesucht. Gar nicht einfach, wenn man sich nur dahingehend erinnern kann, dass ein Kind im Ritterkostüm einen imaginierten Drachen bezwingen möchte. Freilich geht es im Dokumentarfilm um die Frage, was es braucht, um ein Held zu werden bzw. um sein Leben in die Hand  zu nehmen. Der Drachen, yep, der sitzt in unserm Kopf. Punkt. Warum ich diesen Clip gerade heute poste, nun, sagen wir »aus Gründen«. Enjoy.

Injektionen und andere Erfreulichkeiten für einen Kleinverleger

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Es sieht gut aus. Wobei, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Nichtsdestotrotz gehören die gegenwärtigen und zukünftigen Überlegungen aufs virtuelle Blogpapier gebracht. Sollten sich die Rahmenbedingungen ändern – wenn wir eines wissen, dann dieses: nur Veränderung sind sicher, sonst nichts – also, sollten sich die Rahmenbedingungen ohne mein Zutun zu meinen Ungunsten ändern, so werde ich es zur Kenntnis nehmen und meine Pläne neu überdenken. Aber im Moment, wie zuvor gesagt, sieht es gut aus. Okay. Was sind die erfreulichen Bullet-Points?

[!] Eine monetäre Injektion wird Münzen in die Verlegerkassa spülen und damit ist es nun möglich Madeleine als Taschenbuch zu veröffentlichen. Remember den Club der 99 ! Wer also noch gerne die Gelegenheit nutzen möchte, in einem Buch als Förderer mit Namen abgedruckt zu werden und sich so einen Platz im literarischen Olymp (oder wenigstens in den Nationalbibliotheken) sichern möchte, der hat noch die Gelegenheit. Zur Frankfurter Buchmesse sollte Madeleine das Licht der Welt erblicken. Aber nicht nur Madeleine, auch Rotkäppchen 2069 wird in einer neuen Auflage erscheinen. Farbbilder wird es freilich nicht mehr geben. Ich möchte aber mit dem Cartoonisten Gunther Ecki Eckert plaudern, ob es nicht möglich wäre, die bunten Cartoons aus dem Web herunterzuladen. Wer also möchte, kann sich demnach die Cartoons ausdrucken und einkleben. Ja, die Idee gefällt mir und erinnert an die damalige Kindersendung des ORF: Wer bastelt mit? 🙂

[!] Die Germanistin und Buchhändlerin Mila Becker ist ja eine »Breuer-Fanin« und lobt mein Œuvre in ihrer Buchhandlung in hellen Tönen. Ich sagte es bereits in mehreren Blog-Posts. Dass sie meine Bücher auch dem Vertreter eines großen Publikumsverlages ans Herz gelegt hat, soll nur zeigen, dass sie sich nicht zu Schade ist, sich mit einem Indie-Autorenverleger weit aus dem Fenster zu lehnen. Und vielleicht gelingt es mir auf diese Weise, den einen oder anderen zu überzeugen, dass man sich nicht schämen muss, die Texte eines Eigenverlegers wertzuschätzen. Als Wermutstropfen muss ich anführen, dass Mila Becker mit den Covers meiner Publikationen nicht sonderlich zufrieden ist (»Schwarzkopf ist überladen; die Tiret-Serie würde kein Kunde von selber in die Hand nehmen, wenn sie auf dem Büchertisch lägen«). Weiters moniert sie, dass mein virtuelles Auftreten zu abgehoben sei (»als hättest du das nötig«). Meine kritische Auseinandersetzung mit großen Publikumsverlagen findet sie nicht ausgewogen und unangebracht. Ich lasse das mal so stehen.

»Dann wäre noch der dritte Teil von Richard K. Breuers Romanen, die mit ihrerm historischen Wissen ebenso glänzen, wie der Sprachwitz funkelt und deren Dialoge ich um nichts in der Welt missen möchte, da sie richtig brilliant und sehr, sehr amüsant und ebenso bissig sind!« Mila Becker auf der Facebook Seite Stapel ungelesener Bücher.

[!] Die Wiener Bloggerin Evi T. hat sich nun endgültig der Indie-Autoren-Szene verschrieben und eröffnet in den nächsten Tagen einen Indiebook-Blog, der sich ausschließlich mit Autoren beschäftigt, die sich selbst verlegen oder in kleinen Verlagen ihr zu Hause gefunden haben. Hauptaugenmerk – aufgepasst – legt sie auf E-Books. Mit ihrem Galaxy Tab will sie die Spreu vom Weizen trennen. Ihr neuer Blog sieht sehr gut aus und ihre ersten Texte lassen erkennen, worum es ihr geht. Anhand von (gratis zu beziehenden) Leseproben will sie schon mal eine Vorauswahl treffen. Ich gehe davon aus, dass ihr Vorhaben auf großes Interesse stoßen wird und alsbald andere Literatur-Blogger auf den Zug aufspringen werden. Be prepared. Dass ich Evi T. diese Indie-Idee schmackhaft machte, will ich nicht verhehlen und hefte es mir stolz auf meine Fahne. Dass sie sich auch meiner Bücher annimmt ist nur die logische Konsequenz. Immerhin bin ich Indie-Autorenverleger. Wenn nicht ich, wer dann 😉

Schwarzkopf rezensierte sie bereits vor einem Jahr. Interessiert? Bitte sehr, hier lang: »Ein Gusto-Stückerl! Irrwitzig und irre witzig« link.

So. Ich denke, das war’s mal fürs Erste. Es gibt viel zu tun. Packen wir’s an.