Archiv der Kategorie: about reisen

Die weltmeisterliche Reise in den Osten

Der gute Aleksandr Puskin machte sich im Jahre 1829 auf, um bei der Finalbegegnung Russland gegen Türkei leibhaftig dabeizusein – vielleicht war es die erste Fan-Reise, die auf diese Weise Eingang in die Weltliteratur gefunden hat. Die Schlachten wurden damals an verschiedenen Heimstätten ausgetragen, mustergültig kommentiert und niedergeschrieben vom großen Dichter. 189 Jahre später fährt meine Wenigkeit zwar nicht in den Kaukasus bzw. an die russisch-türkische Grenze, aber in den Osten, in die Heimat des Dichters, um ebenfalls von Schlachten, die auf grünen Rasenflächen friedlich und vielleicht sogar freundschaftlich geschlagen werden – zu berichten. Da jedoch der Hund im Detail liegt und Unvorhergesehenes einen recht häufig ins Gesicht lacht, wie jeder meiner erfahrenen Leser sicherlich längst weiß, folgen die näheren Umstände dieses Aufbruchs gen Osten zu gegebener Zeit, kurz, wenn das quengelnde Kind in staubtrockenen Tüchern gewickelt ist. До свидания!

Puschkin_FanId2
Ein Fan ist ein Fan ist ein Fan …

 

 

Advertisements

Die Reise zum Mond

Kupferstich (1657) zu L’histoire comique contenant les états et empires de la lune von Cyrano de Bergerac

Wer hätte gedacht, dass Savinien Cyrano de Bergerac in der Mitte des 17. Jahrhunderts Geschichten fabulierte, die mit der Reise zum Mond zu tun haben. Respect, Monsieur. Mais non, gelesen habe ich sie noch nicht, werde ich aber bestimmt noch. Weil, Phantasie ist eine besondere Gabe, die nicht jedem gegeben ist. Ein Verschwörungs- theoretiker, wenn man so will, ist ein gehöriger Phantast, der sich von den Sternen am Firmament inspirieren lässt. Oui, oui.

Vor vielen Jahren war es, als ich mit Freunden auf einem hübschen Segelboot die griechischen Inseln in der Adria, rund um Zakynthos, kennenlernen durfte. In einem der klaren lauen Nächten lagerten wir auf einer unbewohnten, sehr kleinen Insel. Kein zivilisatorisches Streulicht betrübte den Nachthimmel. Es war, im wahrsten aller Sinne, eine sternenklare Nacht. Was für eine Nacht! Was für eine Sternenpracht! Jeder Mensch auf dieser Welt sollte, wenigstens für eine Stunde, dieses Wunder erfahren. Unbedingt. Erst dann wird einem so manches klar. Stellen Sie sich doch nur vor, dass Ihre Vorfahren unter diesem einen Sternenhimmel genächtigt, gelebt und gelitten hatten. Hätte ich dieses Wunder nicht mit eigenen Augen gesehen, ich würde nur ein müdes Lächeln für all jene übrig haben, die davon schwärmten. Und jetzt stellen Sie sich einmal vor, Sie würden am Mond gelandet sein und die ersten Schritte machen. Ihr Blick müsste zum Sternenhimmel gehen. Kein Streulicht. Keine Atmosphäre. Non! Der Ausblick auf, der Einblick in das Universum muss einen Menschen verändern. Oui. Davon bin ich überzeugt. Et vous?

Large clouds of gas glowing deep in space
Large clouds of gas glowing deep in space

Neil Armstrong und Buzz Aldrin, die ersten beiden Menschen, die einen Fuß auf Mondgestein gesetzt haben sollen, sie hätten mit leuchtenden Augen von ihrer Expedition zurückkehren müssen. Aber in der ersten Pressekonferenz nach ihrer Rückkehr ist von einem Funkeln, einem Leuchten nichts zu sehen. Non. Der dritte im Bunde, Michael Collins, konnte sich gar nicht erinnern, überhaupt Sterne gesehen zu haben. Fotos? Non. Warum hat keiner der Astronauten, auf all den Mondflügen, kein einziges Foto von dieser so überwältigenden Sternenpracht gemacht? Hätte man nicht wenigstens einen Foto-Apparat dafür entwickeln können? Immerhin hat man sich die Mühe gemacht, nen zusammenklappbaren Buggy zu entwerfen und am Dachgepäckträger mitzunehmen. Falls Sie zu der Achselzucker-Generation gehören, werden Sie jetzt mit den Achseln zucken, non? Sehen Sie, hätte es auch nur ein einziges Foto vom Sternenhimmel gegeben, hätten Astrophysiker und Astronomen die Authentizität der Fotografie überprüfen können. Keine Fotos, keine Überprüfung, c’est ςa! Faîtes vos jeux, Mesdames et Messieurs … Pardon, rien ne va plus.

Nächtliches

1 Uhr 21. Heute ist Abgabetermin für das Spielemagazin frisch gespielt 02/2009. Hola. Da fehlen noch ein paar Seiten. Da heißt es warten, Kaffee trinken und wach bleiben. Wie? Man esse zu später Stunde Junkfood vom Feinsten, dazu ne Coke und Pommes. Das gibt Saft. Fragt sich nur, wie lange.

Vor ein paar Tagen Köln besucht. Wohl den letzten herrlichen Spätsommertag genossen. Im Schlosspark lustgewandelt, den Dom ehrfurchtsvoll bestaunt (wie muss es da einem Knecht des Mittelalter gegangen sein?), am Rhein (ganz schön breit, der Fluss) gesessen, einen Berliner mit Kafffe (kein Tippfehler bitteschön!) verspeist, holländische Pommes mit Mayo (!) gegessen, mich nett unterhalten. Man könnte durchaus sagen, dass Köln zu fesseln weiß, aber der Wermutstropfen war wohl, dass ich zu guter Letzt hören musste, dass Österreich gegen Rumänien nur 1:1 spielte. Blöd. Die WM ist damit dahin.

Die Rückreise komfortabel in der 1. Klasse des ICE. Leider nur die Hälfte von Brouillé überarbeiten können. Blöd. Schon wieder blöd. Wenn das Spielemagazin in Druck geht, dann heißt es, ran an Brouillé. Die Zeit bleibt ja bekanntlich nicht stehen und schon gar nicht für literarische Dampfplauderer.

Am Freitag, beim Josefstädter Straßenfest werde ich ab 16 Uhr bis in die Abendstunden anwesend sein. Beim Stand von frisch gespielt. Werde dort auch meine Bücher feilbieten und – auch nicht unwichtig – FLYER verteilen. Im großen Stil hab ich das noch nie gemacht. Weil ich mich um jeden Flyer, den ich aus der Hand gebe, sorge („ob er ein nettes Zuhause findet?“). Blöd. Schon wieder blöd. Weil Flyer dazu gemacht sind, zum Wegwerfen. Eigentlich ne ökologische Katastrophe. Am besten wäre, wenn die Leutchen von selbst den Flyer, nachdem sie diesen gelesen haben, an andere Interessierte weiterreichten. So bräuchte man nur eine Hand voll Flyer und ganz Wien würde beglückt werden. Toll, ha? Erinnert ein wenig an Schwarzer Peter (darf man das noch sagen?). Wer Zeit und Lust hat, kann gerne vorbeikommen, auf ein Schwätzchen. Natürlich werde ich meinem Besuch einen Flyer in die Hand drücken. Und wehe, der landet in der Gosse. Dort gehören nur die brotlosen Schriftsteller hin, nicht die zarten Papierflieger, die können ja noch am allerwenigsten dafür.

Da fällt mir ein. Dass ich noch einen virtuellen Flyer (schon wieder!) basteln sollte. Für die Lesung am 2. Oktober 09 in der Buchhandlung am Quellenplatz, inklusive einer Diskussion. Susanna Sch. wird lesen. Schauspielerin und Facebook-Bekanntschaft liest fleißig TIRET. Um den wird es ja gehen. Und um das LIF. Und um Wein. Und um Käse. Herz, was willst du mehr? Und ein Tiret-T-Shirt wird die Vorleserin auch tragen. Ha, da werden die Leutchen aber gucken.

Und einen Folder will ich mir machen. Weil der, den ich für Petra Kaindel machte, wirklich gut ausschaut. Und weil ich ja schon bald sechs (!) Bücher veröffentlicht habe, sollte das auch dem ehrenwerten Publikum mitgeteilt werden. Ja, ja.

Sodala. Vielleicht wär jetzt ein Kaffee nicht schlecht. Dann wüsste ich endlich einmal, wie es dem guten alten Balzac ging, der das schwarze Koffein über die Maßen genoss und es als Mittel zum Wachbleiben einsetzte. Ja, der Mann hat so gut wie nichts geschlafen. Jahrzehnte lang! Respekt.

rkb_koeln

1 Uhr 53!

Pucallpa

Meine gute Freundin M. bereist für etwa einen Monat Südamerika auf eigene Faust. Ich dachte mir, ich veröffentliche ihre erste Nachricht an mich, weil ich denke, dass unsereins jetzt gemütlich zu Hause sitzt, Tee trinkt und von der weiten Welt träumt.

Ich bin zur Zeit in Pucallpa, das ist ein Staedtchen im Amazonas. Die letzten Tage habe ich in einem Indianerdorf der Shipibos ‚gehaust‘. Unglaublich, die Leute haben da nichts, nada!?! Und sie haben trotzdem nicht ungluecklich auf mich gewirkt ….. ich habe da am Boden geschlafen, zusammen mit Hunden, Katzen, Schweinen und Huehnern. Und mich 3 Tage nicht gewaschen, nachdem man mir erzaehlt hat, was sich da so alles im Flusz tummelt….. 😉 z. B. 10m lange Anakondas und Piranhas mit einem Durchmesser von ca. 40cm, die auch immer wieder Menschen verspeisen!?! Ein Klo gab’s natuerlich ebenfalls nicht, man sucht sich einfach irgendwo ein ruhiges Platzerl. Niemand arbeitet dort fuer Geld, jede Familie hat durchschnittlich 10 Kinder. Die Kinder waren ueberhaupt der Hammer – sie haben mich bis auf die Unterhose ausgezogen und bestaunt. Anfangs waren sie noch sehr scheu, aber am 2. Tag bin ich sogar schon gelaust worden – zum Glueck ohne Erfolg!?!

Ich habe bei einem Schamanen gewohnt, und mir (als Zuschauerin) eine Ayahuasca-Zeremonie gegeben. (Ayahuasca ist eine hier total gaengige Urwalddroge, die einem auch staendig angeboten wird. Ich hab‘ sie mir allerdings (noch) nicht gegeben, da das nicht ganz ungefaehrlich ist – es sterben immer wieder Leute, v. a. Touristen, daran.) Sehr beeindruckend…… eigentlich habe ich mir gedacht, dasz er fuer seine Zeremonien irgendwelche Utensilien braucht, aber auch er hat nichts!?! Seine ganzen Schaetze (Tabak, eine Taschenlampe, ein Messer) passen in ein kleines Holzkaestchen.

So wie auch schon bei meiner letzten Reise, war ich wiedereinmal wetterbedingt von der Umwelt abgeschnitten. Eigentlich wollte ich ja nur 1 Nacht bleiben, aber dann waren die Straszen durch den Regen unpassierbar und ich muszte warten, bis wieder ein Auto durchkommt.

Alles very abenteuerlich……