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Es war Keinmal: Die Mondlandung, anno 1969

Wie erzähl ich’s nur meinem Kinde, frage ich mich seit einer Weile und stolpere von einem Gedankengang in den nächsten. Die sogenannte Mondlandung, sie hat mit dem heutigen Tage 50 Jährchen auf dem Raketenbuckel, ist eine solch absurde Behauptung, dass es mir schwer fällt, dem unbedarften Leser, der nicht zweifeln will, reinen Wein einzuschenken. Der gewöhnliche Bürger kann eine solch ungeheuerliche Lüge nicht glauben, es übersteigt seine Vorstellungskraft, deshalb muss es wahr sein, muss dieses wundersame Weltraumabenteuer tatsächlich stattgefunden haben, dort oben, irgendwo im dunkelsten Schwarz des Kosmos, am entferntesten und unmenschlichsten Ort, an den ein Mensch mit wachem Geiste gerade noch denken kann. Die Chancen, dass diese Mission mit allem Drum und Dran erfolgreich sein würde, war so gering, dass man sie nicht mal mit einer Zahl hätte ausdrücken können.

Ein Gedankenexperiment!

Stellen Sie sich vor, ich würde Ihnen sagen, dass ich mir das Ziel gesetzt habe, in einem Jahr den höchsten Berg, den Mount Everest in Nepal, erklimmen zu wollen. Alpine Erfahrung hab ich freilich keine, aber was soll’s, vor meiner Wiener Haustür gäb’s den Leopolds-, Bisam- und Kahlenberg. Diese annähernd 500 Meter hohen Berge dienen mir als Trainingsgelände, dort werde ich meine Ausrüstung überprüfen, dort werde ich das Terrain des Everest simulieren. Freilich, um überhaupt nach Pakistan und zum gewünschten Ziel zu kommen, wird es einen fahrbaren Untersatz bedürfen. Die Wahl fiel auf ein Elektroauto. Die Batterien sind so ausgelegt, dass sie für die Hin- und Rückreise – im Ganzen rund 12.000 km – das Auto antreiben und zusätzlich noch allerlei Gerätschaften mit Strom befeuern. Die Reise muss natürlich auf meinen Social Media Kanälen mit Live-Bilder dokumentiert werden. Ei, was werden die Leutchen aus dem Häuschen sein, wenn ich vor dem Gipfelkreuz einen Luftsprung mache und den einen oder anderen wichtigen Anruf entgegen nehme. Coolio, nicht?

Sie können mir nun sagen, warum meine Mission, den Everest zu besteigen, eine ziemlich lächerliche Idee ist – und ich werde Ihre Schwarzmalerei in den Wind schlagen. Verglichen mit dem Apolloflug ins unbekannte Schwarze wäre mein Ausflug ein Kindergeburtstag.

Temperaturen auf dem Mond?

Die Temperatur auf dem Erdtrabanten, so sagt Wikipedia, beträgt in der Sonne rund +130° C, während das Thermometer im Schatten auf etwa -160° C und mehr fällt. Ich weiß nicht, wie Sie das sehen, aber die damaligen Raumanzüge sowie Klimatisierung der Mondlandefähre (LEM) müssen ihrer Zeit weit voraus gewesen sein. Zusätzlich wurden die Astronauten auch noch von der kosmischen Strahlung geschützt. Eine beeindruckende Ingenieursleistung. Jahrzehnte später rätselt NASA, wie man Menschen im Weltraum von diesen gefährlichen Strahlen schützen könnte. Ach, wenn man nur wüsste, was da draußen, im All so vor sich ginge. Übrigens teilt uns Kodak mit, dass man Filmrollen idealerweise bei etwa + 13°C aufbewahrt. „Do not store or ship unprocessed film near x-ray sources or other radio active material“, heißt es weiters im SafetySheet.

Pressekonferenz

Völlig merkwürdig wird das Ganze, wenn man sich die Pressekonferenz der ersten drei Weltraum-„Pioniere“ anguckt, die nicht nur mit heiler Haut zur Erde zurückgekehrt sind, sondern etwas vollbracht haben, was als unmöglich galt. Ihre Körpersprache im August 1969 ist, nun ja, äußerst verdächtig. Da ist kein Feuer in ihren Herzen, kein Leuchten in ihren Augen und ihre Sprachmelodie ist langsam und monoton. Sie antworten so bedächtig auf jede Frage der Journalisten, dass man meinen könnte, sie rufen keine persönliche Erinnerung im Kopf ab, sondern vielmehr einen eingelernten Text. Auf die Frage, ob sie Sterne gesehen hätten, antwortet Buzz Aldrin „Stars? I don’t remember seeing any“, nur um sogleich von seinem Nebenmann Michael Collins korrigiert zu werden, dass sie sehr wohl Sterne gesehen hätten.

Es gäbe so viel Anomalien und Widersprüche, so viele ungelöste Problemstellungen in Bezug auf die Raumfahrt*), dass man gar nicht weiß, wo einem der Kopf steht. Wenn die Medienleute gegenwärtig den Fokus auf den Mars richten, dann nur deshalb, um zu verschweigen, dass sich seit fünfzig Jahren in der bemannten Raumfahrt nichts getan hat. Es ist, als hätte Moskau seinerzeit verlautbart, der neue LADA-Prototyp würde mit einem Treibstofftank von Warschau bis Wladiwostok fahren können. Leider wurden der Prototyp und all die dazugehörigen Aufzeichnungen nach erfolgreicher Fahrt von 10.000 km zerstört und so rätseln heute noch Wissenschaftler über das Geheimnis des sparsamen Motors. Der Gedanke, dass es diesen Motor nie gegeben hat und alles nur ein gut gemachte Propaganda gewesen sein muss, solch einen Gedanken verfolgen sie nicht.

Die Frau im Mond

Falls ich Sie noch immer nicht überzeugen konnte, weil Sie es nicht für möglich halten, dass solch eine Lüge so lange aufrecht erhalten werden konnte, dem lege ich Fritz Langs Stummfilm „Die Frau im Mond“ ans Herz. Der gute Fritz Lang und sein Experte, der Physiker Willy Ley, machten sich Mitte der 1960er in einem Interview einen Spaß aus Wernher von Braun und seinen Weltraumflug-Ambitionen.

Ley: »Mit der heutigen Technologie können wir zu den Monden
des Jupiters reisen. Nicht in fünf oder sechs Jahren, nein, heute schon.«
Lang: »Wer sagte das?«
Ley: »Wernher [von Braun] sagte das. Ich bin zu 95 Prozent sicher mit der Rakete zum Mars.«
Lang: »Mach den Fernseher an, vielleicht werden diese Nachrichten gerade gezeigt.«

Fritz Lang wurde damals interessanterweise von den NASA-Mitarbeitern mit offenen Armen als Stammesältester („their elder“) aufgenommen und man fragt sich, zu welchem Zweck. Man stelle sich vor, die Weltraumbehörde, die am bemannten Marsflug arbeitet, engagiert Regisseur Ridley Scott, da er den Film „Der Marsianer“ (2015) gedreht hat. Macht das Sinn?

Ironischerweise klatschte die FAZ einen Ausschnitt des Fritz Lang Films auf die Titelseite. Vielleicht sind manche der Medienleutchen am Ende gewitzter als ich dachte.

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Was war damals eigentlich los?

Auch sollte man nicht die damaligen politisch-gesellschaftlichen Umstände vergessen: Der Kalte Krieg zwischen Moskau und Washington war am Höhepunkt; der Krieg in Vietnam, der seit Jahren viele Tote auf beiden Seiten beklagte, löste mehr und mehr Proteste aus; die weltweiten Friedens- und Bürgerbewegungen waren drauf und dran, die bisherigen Macht-Eliten im Westen herauszufordern und das systemische Grundgerüst zum Einsturz zu bringen; im Jahr 1968 fällt Robert F. Kennedy – wie schon sein Bruder John F. Kennedy – einem Attentat zum Opfer, das gerade bei der jungen Bevölkerung einen Schock auslöste. Dadurch konnte Präsidentschaftsanwärter Richard Nixon – der sich seinerzeit JFK knapp geschlagen geben musste – ohne Schwierigkeiten die Wahl für sich entscheiden und im Januar 1969 ins Weiße Haus einziehen. Während seiner Amtszeit erfolgten alle sieben Apollo-Missionen. Er war es auch, der ein Telefongespräch mit den Astronauten am Mond führte. Tricky Dick, wie ihn seine Gegner abfällig nannten, hatte keine Skrupel, die Machtverhältnisse nicht nur in Washington, sondern weltweit neu zu ordnen. Unter seiner Regierungszeit wurde die Golddeckung des Dollars aufgehoben, der Krieg gegen die Drogen ausgerufen (War on Drugs), das Tor nach Peking aufgestoßen (Maos Kulturrevolution wurde gepriesen!), der Vietnamkrieg intensiviert und (völkerrechtswidrig) auf Nachbarstaaten ausgeweitet, den Konzernen die Möglichkeit eingeräumt, politisch einzuwirken, … Am Ende musste er seinen Thron im Oval Office unfreiwillig räumen. Der Watergate-Skandal ist freilich komplexer als es die Medien für gewöhnlich darstellen. Wirklich schlau bin ich aus Nixon nicht geworden, aber es scheint, dass er sich mit einer Machtgruppe anlegt haben dürfte, die in der Lage war, einen Präsidenten in der Öffentlichkeit schlecht aussehen zu lassen und die Teile des behördlich-geheimdienstlichen Apparats in der Hand hatte. Da halfen auch Nixons TV-Auftritte nicht und seine Beteuerung „I am not a crook!“ kam beim Publikum nicht so gut an. Vielleicht, wer weiß, handelt das oft in Verschwörungskreisen genannte „Code-Wort“ Bay of Pigs, das Nixon in Gesprächen hin und wieder fallen lässt, gar nicht um die Hintergründe des Attentats auf JFK, sondern vielmehr um die inszenierten Mondlandungen.

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*) Eine Frage, die sich manch verquere Kopf gestellt hat, ist, ob es sich beim Mond überhaupt um einen Festkörper handelt. Nebenbei bemerkt wird sich früher oder später die Kosmologie neu erfinden müssen, da sie im Moment von althergebrachten Theorien an der Wahrheitssuche gehindert wird. Mit anderen Worten, eine wissenschaftliche Elite schreibt vor, wie der Kosmos zu interpretieren sei. Erinnert es nicht an eine längst vergangene Zeit, als Gelehrte den religiösen Vorgaben folgen mussten? Ja, lange ist das her.

Der sogenannte Anschlag von Nizza, 2016 und die mediale Feigheit vor der Wahrheitssuche

Ich traf X. zwei Mal. Sie war eine erfahrene Medienfachfrau, arbeitete bereits jahrelang im Pressewesen und war davon überzeugt, dass die Dinge so sind wie sie uns von den Fachleuten in den Redaktionen erzählt werden. Sie war eine selbstsichere Frau, die nicht mit sich Spaßen ließ. Sie wirkte kühl, distanziert und suchte in ihrer Arbeit die Bestätigung für ihr in Schieflage geratenes Leben. Wir blieben auf Distanz, kamen uns gedanklich keinen Schritt näher. Sie kannte meinen Twitter-Account und wusste von meinem Blog bevor wir uns zum ersten Mal trafen. Warum also wollte sie sich mit mir abgeben? Sie musste annehmen, dass wir diametral verschiedene Weltanschauungen haben würden. Glaubte sie am Ende, sie würde mich von ihrer überzeugen können? Oder wollte sie einmal einem echten „Verschwörungstheoretiker“ gegenüber sitzen, in der Hoffnung, diese sonderbare Spezies besser verstehen zu lernen?

Vielleicht war das Interesse auch gegenseitig. Ich wollte unbedingt das Rätsel wenigstens eines Pressemenschen lösen. Für mich stellte sich damals wie heute die Frage, ob sich Presseleute mit Absicht dumm bzw. blind stellen – immerhin hängt ihr Gehalt davon ab – oder ob sie fest und unverrückbar am Wahrheitsgehalt von Agenturmeldungen und Pressekonferenzen glauben.

„It is difficult to get a man to understand something, when his salary depends upon his not understanding it!“ Upton Sinclair

Was hat das jetzt mit dem „Anschlag“ von Nizza zu tun? Nun, ich erzählte ihr über meine Recherche und darüber, dass der (medial) wichtigste Augenzeuge, der deutsche Journalist Richard Gutjahr, der damals zufällig auf Kurzurlaub in der südfranzösischen Stadt weilte, im Live-TV mehrmals falsche Zeitangaben bezüglich seiner so wichtigen Beobachtung machte – obwohl er den Zeitpunkt genau wissen hätte müssen, filmte er doch mit seinem Smartphone die Fahrt des Lkws von seinem Hotelbalkon. Ein Blick auf die Meta-Daten des Videos und er hätte die relevanten Daten ablesen können. Warum also gab er Uhrzeiten an, die nicht stimmen konnten, schon gar nicht, wenn man sie mit der geleakten Timeline der Polizei vergleicht?

Die gute X. zuckte dahingehend nur mit der Schulter, packte sogleich ihr journalistisches Rüstzeug aus und fragte mich, ob ich beim Bayrischen Rundfunk nachgefragt hätte, bezüglich dieser zeitlichen Diskrepanz. Ich meinte, dass sich der BR für einen kleinen Wiener Schlaumeier nicht sehr weit aus dem Fenster lehnen würde, weil, es gab so oder so keine Antwort, die alle Beteiligten hätte zufriedenstellen können. Aber X. las mir die Leviten, während ich in meiner Verlegenheit einen Schluck nach dem anderen nahm. Für sie war ich das Sinnbild all jener Verschwörungstheoretiker, die sich die tollsten Theorien einfallen lassen, aber nicht bereit sind, diese nach journalistischen Prinzipien zu überprüfen. Gewiss, sie hatte Recht. Und auch wieder nicht.

Wenige Tage später habe ich mich dazu durchgerungen, an den Bayrischen Rundfunk eine Anfrage zu richten. Antwort habe ich bis heute nicht erhalten. Verständlich. Die Verantwortlichen im BR hätten nachfragen, vielleicht sogar einem Kollegen nachforschen müssen und wären womöglich zwischen die Fronten geraten. Besser, man ignoriere eine lästige Anfrage und alles wird gut.

Als ich heute, am 14. Juli, die aufliegenden Zeitungen im Kaffeehaus so durchsah – zumeist erfasst mich körperlicher Ekel, wenn ich darin blättere – musste ich bemerken, dass der sogenannte Anschlag von Nizza mit keinem Wort erwähnt wird. Eine österreichische Qualitätszeitung, die sich auf vielen Extra-Seiten mit der Grande Nation beschäftigt, findet zwar Worte für Charlie Hebdo *) aber kein einziges für Nizza. Seltsam, finden Sie nicht?

Jedenfalls, die Sache mit X. endete damit, dass wir uns dahingehend verstanden, dass wir uns niemals verstehen werden würden. Und so weiß ich noch immer nicht, ob man bei Presseleuten nach Scheuklappen oder Eselsmützen Ausschau halten muss.

Zuguterletzt stelle ich mir die Frage, was diese Medienjobs auf lange Sicht mit der menschlichen Seele anstellen. In unserer christlichen Wertegemeinschaft, in unseren alten Traditionen, geht es nämlich vor allem um Wahrheit, Wahrhaftigkeit und Wahrheitsfindung. Ob wir wollen oder nicht, wir streben das Gute und das Richtige an. Wäre dem nicht so, würden wir in Chaos und Unordnung versinken. Deshalb, werte Leser, achtet mir Logos.

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*) Stunden nach dem sogenannten Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo versammelten sich Tausende Pariser um für Rede- und Pressefreiheit einzutreten. Jahre später wird rechts und links zensiert, ist Meinungsfreiheit nur noch eine Worthülse. Hassredewird zu einem Gummiparagraph – und jeder, der eine unangenehme Meinung vertreten, der historische Tatsachen untersuchen, der biologische Grundsätze festhalten, der den (von Menschen verursachten) Klimawandel anzweifeln oder der die von oben festgelegte Ernährungspyramide ablehnen möchte, kann jederzeit vor Gericht gezerrt oder wenigstens zum medialen Bußgang gezwungen werden. Ist das noch Freiheit? Oder bereits Feigheit?

Der Fall Claas Relotius und ein paar spekulative Gedanken dazu

Die „Affäre Relotius“ zieht weite Kreise im deutschsprachigen Medienzirkus, hat der mehrfach ausgezeichnete Journalist Claas-Hendrik Relotius für österreichische, schweizerische und deutsche Publikationen geschrieben. Sein letzter Arbeitgeber Der Spiegel musste jedenfalls die Reißleine ziehen und eingestehen, dass „sein Reporter Claas Relotius in Dutzenden Reportagen und Interviews Fakten verfälscht oder erfunden hat.“

Der gute Relotius, Jahrgang 1985, dürfte weit herumgekommen sein, in der Welt. Reiste in die USA, nach Kuba oder Albanien, machte dort „Recherche“ und schrieb seine „literarischen“ Artikel.

Der springende Punkt bei einem Skandal ist immer die Frage: „Warum explodiert die Sache gerade jetzt?“ – Seien wir ehrlich, der Mensch vergisst schnell und leicht. Hätte die Spiegel-Redaktion den guten Relotius auf das Abstellgleis gefahren, ihn und seine Artikel unter den Teppich gekehrt und leise den einen oder anderen Fehler eingeräumt, kein Hahn würde nach einer Aufarbeitung krähen und davon sprechen, dass das „Grundvertrauen“ in den Medien „erschüttert“ sei.

Nein, die Sache muss brisanter sein. Ein starker Gegenwind dürfte im deutschen Blätterwald ordentlich Laub aufgewirbelt haben. Wenn ich also eins und eins zusammenzähle, dann stellt der Typus des erfolgreichen Journalisten, der weltweit unterwegs ist, dem Tür und Tor offen stehen und zahlreiche wichtige Kontakte pflegt, ein besonderes Ziel für Geheimdienste dar.

Falls Sie noch nie etwas von Operation Mockingbird gehört haben, nun, in den 1970ern Jahre musste die CIA eingestehen, jahrelange Journalisten und Reporter in der amerikanischen Presse eingeschleust bzw. bezahlt zu haben. Freilich, manch patriotischer Schreiberling arbeitete für die CIA freiwillig und ohne Zubrot. Ja, auch das soll es gegeben haben. Jedenfalls räumte die CIA damals ein, das Programm, das darauf abzielte, die Bevölkerung in eine bestimmte politische Richtung zu lenken bzw. unangenehme Ereignisse zu verwässern, beendet zu haben. Falls Sie das glauben, glauben Sie womöglich auch, dass die Amis am Mond waren, „nur drei Wochen vor Woodstock“ – wie es Relotius einem Interviewten in den Mund legte – im gleichen Absatz werden auch noch die „brutalen Morde der Manson-Family“, die „das halbe Land erschütterte“, erwähnt. Sie können davon ausgehen, dass das eine wie das andere darauf abzielt(e), die Gesellschaft zu manipulieren – und dass die Dinge nicht so gewesen sind, wie sie lang und breit geschildert wurden und werden, liegt für mich auf der Hand. Aber das ist eine andere Geschichte.

Warum also, muss man sich fragen, hatten die Offenbarungen des ehemaligen Journalisten Udo Ulfkotte nicht für ein ähnliches Aufsehen gesorgt? So sprach Ulfkotte davon, dass er „geschmiert“, „gekauft“, sozusagen durch und durch korrupt, gewesen sei und vielen Organisationen zugearbeitet hätte. Sein Aufdeckerbuch Gekaufte Journalisten lässt kein gutes Haar an der vierten Gewalt im Staat. Seltsam, dass der vor einem Jahr verstorbene Ulfkotte von den etablierten Medien ignoriert bzw. diffamiert wurde, soll er doch „rechtspopulistische, islamfeindliche sowie verschwörungstheoretische Positionen“ vertreten haben. Auf der anderen Seite, im Falle von Relotius, zeigen sich die Redaktionen beschämt und klatschen ein Mea culpa nach dem anderen auf die Zeitungs- und Magazinseiten. Man spricht von „Aufarbeitung“ und „nie wieder“ und was sonst noch die Spin Doktoren in solch einem Fall empfehlen. Die übliche Vorgehensweise, wenn die Kacke am Dampfen ist, nicht?

Irgendetwas ist faul, im Staate Dänemark respektive deutschen Blätterwald. Ich habe natürlich keine blasse Ahnung, was in den Vorstandsetagen und informellen Treffen all dieser einflussreicher Herren und Damen so besprochen und beplaudert wird, wer wann welche Strippe zieht. Wie gesagt, ich tippe fürs Erste darauf, dass den Verantwortlichen beim Spiegel keine Wahl gelassen wurde.

Vielleicht, wer weiß, ist es auch unvorstellbares 4D-Schach, dem sogar ein Profi-Skeptiker auf dem Leim gehen kann. Wenn ich eines gelernt habe, in den letzten Jahren, dann ist es, dass nichts ist, wie es dem gewöhnlichen Bürger erzählt wird. In den Worten des Staatsanwalts Jim Garrison, anno 1967, der sich mit der offiziellen Version des Mordes an John F. Kennedy nicht zufrieden geben wollte – und später von Regisseur Oliver Stone auf Zelluloid verewigt werden sollte, klingt das so:

»Heute Abend werde ich Ihnen etwas über Wahrheit und über Märchen erzählen, über Gerechtigkeit und über Ungerechtigkeit. In den kommenden Monaten werden Sie erfahren, dass viele der Sachen, die Ihnen die großen Medienhäuser erzählt haben, unwahr sind. […] Als Kinder sind wir es gewohnt Märchen zu hören. Sie sind immer angenehme Geschichten, die tröstlich wirken, wenn wir sie hören, weil das Gute immer über das Böse triumphiert. Zumindest ist es so im Märchen. Märchen sind für Kinder nicht gefährlich und sind bis zu einem gewissen Punkt vielleicht sogar gut für sie. In der realen Welt jedoch, in der Sie und ich leben müssen, sind Märchen gefährlich. Sie sind gefährlich, weil sie unwahr sind. Alles, was unwahr ist, ist gefährlich. Und es ist noch gefährlicher, falls ein Märchen als Realität akzeptiert wird, einfach deshalb, weil es ein behördliches Gütesiegel hat, oder weil ehrbare Männer verkünden, dass Sie es glauben müssen, oder weil mächtige Elemente der Presse Ihnen sagen, dass das Märchen wahr sei. […] Die Bürger dieses Landes müssen nicht vor der Wahrheit beschützt werden. Dieses Land wurde nicht auf der Idee aufgebaut, dass eine Handvoll von Aristokraten – seien diese in unseren Behörden in Washington oder in den Medienhäusern in New York zu finden – entscheiden dürfen, was für die Bürger gut zu wissen wäre und was sie nicht wissen sollen. Dies ist ein totalitäres Konzept, das vermuten lässt, dass die Spitze unserer Regierungsbehörde und die Männer, die die machtvollen Medien kontrollieren eine spezielle Elite bilden, die Kraft ihrer Aristokratie und ihrer Brillanz bemächtigt sind, für das Volk zu denken. Ich persönlich würde mein Vertrauen eher in den gesunden Menschenverstand der Bürger dieses Landes legen.«

NBC / ausgestrahlt am 15. Juli 1967 [meine Übersetzung]



50 Jahre und ein bisschen weiser – Wie sich die Welt veränderte

Heute, vor 50 Jahren, erblickte ich das Licht der Welt. 1968. Gerade einmal 23 Jahre zuvor, das vergisst man zuweilen, war der Zweite Weltkrieg zu Ende gegangen.

Ich wurde in eine Welt geboren, die streng und kategorisch zwischen Ost und West, zwischen gut und böse, zwischen Wahrheit und Propaganda unterschied. Man glaubte den Nachrichtensprechern in unserem öffentlich rechtlichen TV, man belächelte die Boulevardblätter und stellte die Qualitätszeitungen sowie Wochenzeitschriften auf ein Podest. Lügen verbreiteten die da drüben. Hier, bei uns, hieß es, herrscht Gedanken- und Meinungsfreiheit und die liebe Presse, ja, die war frei. Die Verlage publizierten tonnenweise Sachbücher, die den gutgläubigen Leser über die Geschehnisse der Vergangenheit bis ins letzte Detail informierten. An der damaligen Weltauffassung wurde nicht gerüttelt.

Fünfzig Jahre später steht meine Weltanschauung Kopf. Nichts ist wie es uns in den Schulen erzählt wurde. Nichts war, wie es uns immer wieder in den Medien erzählt wird. Ich hatte das Glück, dank des (freien) Internets, noch in der ersten Lebenshälfte von diesem überwältigenden Lügengespinst zu erfahren und mir darüber Gedanken zu machen. Ich habe darüber geschrieben und versucht, den Interessierten Augen und Ohren zu öffnen. Ein schwieriges Unterfangen. Weil Lügen und Halbwahrheiten, die immer und immer wieder wiederholt und auf vielen Medienkanälen verlautbart werden, sich im Kopf des Medienkonsumenten und Bürgers wie ein Krebsgeschwür im Hinterkopf ausbreiten.

Wenn ich mir also etwas für meine zweite Lebenshälfte vornehmen möchte, dann die Aufgabe, weiter aufzuklären und weiter zu informieren. Ob es die Welt besser machen wird, kann ich nicht sagen. Aber ich will mir später nicht vorwerfen müssen, tatenlos zugesehen zu haben als sich die Welt in einen Roman von George Orwell verwandelte.

»Alle paar Minuten wiederholte der alte Mann: ›Wir hätten denen nicht trauen dürfen. Ich hab’s gesagt, Ma, nicht? Das hat man davon, dass man denen vertraut hat. Ich hab’s immer gesagt. Wir hätten diesen Scheißkerlen nicht trauen sollen.‹«
— übersetzt nach: George Orwell, 1984, The New American Library, New York 1961, S.31.

Kurz und gut, glauben Sie vielleicht immer noch an das Märchen von der Mondlandung? Oder dass der „Anschlag“ vom 11. September 2001 (9/11) von 19 arabischen Terroristen mit Teppichmessern durchgeführt wurde, angeleitet von einem schwer kranken Mann in einer Höhle in Afghanistan? Oder dass wir es in Syrien mit einem Bürgerkrieg zu tun haben? Ach, ich könnte Ihnen Geschichten erzählen.

Übrigens, haben Sie schon bemerkt, dass wir im Informations-Krieg sind?

Ich will diesen Beitrag kurz und bündig halten, da ich weiß, dass der gewöhnliche Medienkonsument kaum noch Zeit hat, abseits der ausgetretenen Info-Pfade zu wandeln. Wie gesagt, wir stecken mitten im Krieg. Allerhand, nicht?

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