Kenobi oder Kulturrevolution2.0

Als ich mit 11 Jahren im Kino saß, noch auf einem hölzernen ungepolsterten Klappstuhl, die Star Wars Melodie eines John Williams aus den Lautsprechern plärrte und ein Raumschiff die Leinwand übergroß ausfüllte, war es um mich geschehen. Was ich damals sah und fühlte, war einzigartig und noch nie dagewesen. Nicht für mich. Nicht für eine ganze Generation. Wir verfolgten gebannt eine Heldengeschichte (Hero’s Journey), die zeitlos von der Antike in Gegenwart und Zukunft übertragen werden konnte. Jeder Autor weiß, dass einer fesselnden Geschichte immer Menschen und deren Schicksale zugrunde liegen. Und Menschen bleiben Menschen, egal, ob diese mit moderner Technologie ihren Allerwertesten putzen oder mit grünen Blättern. Gefühle und Sorgen, genauso wie Hoffnungen und Ängste, als auch Liebe und Leidenschaft sind so alt wie die Menschheit selbst.

Medienkonzern Disney hatte sich vor Jahren die Rechte zu George Lucas Vision gesichert. Viel Geld hat man ihm gegeben. Mehr Geld soll an Aktionäre zurückfließen. Das übliche Profit-Ringelspiel. Nun, nach all den produktiven Jahren, die uns in Disneys Star Wars Universum geführt haben, vor wenigen Tagen sah Kenobi das Streaming-Licht, ist Bilanz zu ziehen, die kurz ausfällt: künstlerisch wertlos, mäßig unterhaltsam.

Es stellt sich demnach die Frage, wo all die Kreativität geblieben ist? Wo sind die Visionäre, die das Unmögliche möglich machen wollen? Geniale Talente genauso wie kreative Freigeister gibt es genug. Woran haperte es?

Die westliche Bevölkerung durchlebt gerade eine Epoche, in der eine von oben verordnete Moralanschauung mit allen Mitteln in den Vordergrund gerückt wird. Althergebrachtes, das nach heutiger progressiv-liberaler Ansicht als moralisch verwerflich gilt, muss zertrümmert und zerstört werden. Wir befinden uns in einer Kulturrevolution2.0, die diesmal nicht von einem Macht erhaltenden Herrschaftsapparat bewusst in Gang gesetzt wurde, um nachfolgende Generationen zu prägen und zu formen – bspw. in der Französischen und der Russischen Revolution -, sondern vielmehr von einer bestens vernetzten globalen Elite.

Um die Weltbevölkerung besser kontrollieren zu können, soll sie gleichgemacht werden – man beachte dabei, dass es immer Ausnahmen geben wird, frei nach Orwell „Alle Tier sind gleich, aber manche sind gleicher als andere“. Es müssen Unterschiede in Glaube und Kultur abgehobelt und die politisch korrekte Moralvorstellung der Bevölkerung eingeimpft werden. „Und bist du nicht willig, …“

Es steht zu hoffen, dass diese moderne Kulturrevolution alsbald in Flammen aufgeht. Ansonsten werden spätere Generationen in einen seelenlosen Gleichheitsbrei geworfen und in einer Welt aufwachen, die keine Ecken und Kanten mehr kennt, ja, in der schließlich Haken und Ösen zerstört und Musenküsse unter Strafe gestellt werden. Die göttliche Inspiration, die Wahrheit und Menschlichkeit gebiert, war schon immer die größte Gefahr für Despoten und Tyrannen. Damals wie heute.

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