richard k. breuer

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Das Einläuten der letzten Runde der Tiret-Saga: Penly

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Im Wonnemonat Mai wird nun der vierte und letzte Band der Tiret-Saga PENLY: Fragment eines Blutbades am Vorabend der Revolution erscheinen. Wie im Untertitel bereits angedeutet, geht es auf den etwa 350 Seiten recht blutig zur Sache, was aber nicht heißen soll, dass der feine Humor, neben dem Rätselhaften, zu kurz kommt. Der Leser darf sich in jedem Fall auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle und einen würdigen Abschluss der Saga freuen, die 2008 ihren Anfang nahm.

Vorbestellungen für die Kleinauflage im Taschenbuchformat werden natürlich gerne entgegen genommen, schließlich muss ja die Butter irgendwie auf das vertrocknete Brot kommen, nicht wahr? Für meine treue Leserschaft werde ich sicherlich das eine oder andere verlockende Angebot mit anderen Titeln schnüren, beispielsweise hat sich die autobiographische Fiktion Der Fetisch des Erik van der Rohe (link) leider noch nicht so herumgesprochen, wie ich es mir gerne erwartet hätte. Das wird sich hoffentlich bald ändern, weil es kaum Vergleichbares im literarischen Kommerzbetrieb gibt.

In diesem Sinne.

 

8. Mai 1945 – Das besiegte Deutschland

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Der größte Teil der Geschichtsforschung ist ein Ratespiel, der Rest eine vorgefasste Meinung.

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Am 8. Mai 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht in »bedingungsloser Übergabe«. Schon vorher hatte sich ihr Oberster Befehlshaber, das deutsche Staatsoberhaupt, selber den Tod gegeben. Im August legten die Vertreter der Großmächte, der russische Ministerpräsident Stalin, der britische Premierminister Attlee und der amerikanische Präsident Truman, in Potsdam die Einzelheiten der Ausführung des Abkommens von Jalta fest. Deutschland sollte entwaffnet bleiben. Als Grenze der Austreibung wurde die Oder-Neißer-Linie festgelegt. Doch wurde vereinbart, daß Endgültige über die polnische Westgrenze erst ein Friedensvertrag festlegen könne. Schon vorher waren in den östlichen Gebieten, im Sudetenland, in Prag und auf dem Balkan Tausende und aber Tausende Deutscher ermordet worden. Auf den Straßen und in den Häusern spielten sich furchtbare Greuel ab, die selbst die nationalsozialistischen Grausamkeiten übertrafen. Hunderttausende wurden dann durch Hunger ermordet, wieder Hunderttausende, eine niemals genau festgestellte Zahl, wurden in den nächsten Monaten bei der Austreibung die Opfer von Hunger, Krankheit und Kälte.

entnommen:
Paul Sethe, Schicksalsstunden der Weltgeschichte, Gustav Lübbe Verlag, 1977, S. 369f.